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Jüdische Rundschau · 1929-04-09 · Heft 28 (9.4.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 28 (9.4.1929)
Date
1929-04-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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seife 176 proletarischen Parteien andererseits kennzeichnet Harrno nische Verbindung der jüdischen Tradition, mit allen Kulturwerten der Vergangenheit und Gegenwart, - mit dem Blick auf die palästinensische Zukunft gerichtet, zugleich Anwendüng modernster Pädagogik in Anpassung an die Besonderheitefl des jüdischen Kindes * * das ist, was dieses Schulwerk von anderen unterscheidet. Während in den religiösen Anstalten auf die Sprache gar kein Wert gelegt und damit eigentlicit Sprachenbarbarismus getrieben wird, der Lehrinhalt sehr mangelhaft Ist und die Notwendigkeit einer zweiten Schule Gegenstände verursacht, während die ״Weltlichkeit“ der Schulen der Zentralen Jüdischen Schul- Organisation in vollständiger Ausmerzung des Hebräischen, all unserer nationalen Güter und Palästinas und das Nationale einzig und allein in der Pflege der jiddischen Sprache besteht ־־ verfolgt die Tarbuthschule das harmonische Bildungsideal des modernen, nationalen Juden, welcher eine Brücke zu schlagen weiß zwischen unserer Vergangenheit und der Zukunft, ohne an der tristen Gegenwart achtlos vorüberzugehen. Was hilft’s aber, wenn die Idee mit der Materie einen schweren Kampf zu führen hat? Neunzig Prozent der Eltern, welche ihre Kinder in die Tarbuthschulen schicken, sind Handwerker, kleine Kaufleute, Angestellte und Arbeiter, und sind kaum imstande, 40 ס/י׳ des Schulbudgets zu decken, 20— 25 ״,״ werden durch verschiedene Sammlungen und Aktionen in Polen aufgebracht, das jährliche Defizit beträgt aber über 200 000 Dollar und drückt unaufhörlich auf die Zentralleitung und die Lehrer. Diese sind wahre Pioniere auf ihrem Gebiete, beseelt mit bestem Idealismus, aber auch dieser hat eine Grenze, wenn monatelang kein Gehalt ausgezahlt wird. Das Gespenst eines Lehrerstreiks spukt auch hier herum. Ohne Hilfe von auswärts, umfassender und rascher Hilfe, muß das schöne Werk stark reduziert werde« und mit der Zeit untergeben. Die Judenhelt anderer Länder hat ein emlnentes Lebensinteresse daran, daß sich der ״Tarbuth“ in Polen weiterentwickelt Es ist die gemeinsame Sache des Welt- Judentums. Und hat man in manchen Ländern letztens die hilfreiche Hand den jiddlschistischen Schulen dargeboten, um wieviel mehr gilt dieses Gebot für das hebräische Schulwerk, das nicht nur Mitleid, sondern Liebe und Achtung verdient. * Warschau, 4. April (JT-A-) Der polnische Senat nahm in seiner letzten Sitzung mehrere von den jüdischen Senatoren Dr. Da vidsohn und Körn e r eingebrachte Resolutionen an, so u. a. Anträge wegen Senkung der Umsatz- und Einfuhrsteuer, Herabsetzung der Strafen bei Ueberschreitung der Geschäftssperrstunde usw. Ferner nahm der Senat die folgende Resolution an: Der Senat fordert die Regierung auf, die Entwicklung des privaten Schulwesens mit h e b r ä i s c h e r und jiddischer Unterrichtssprache nicht zu hemmen. Die Regierung wird aufgefordert, von ihrem Rechte, Mitglieder der Verwaltung der jüdischen Gemeinden!מ den Ostgebieten, In Galizien und Im früheren preußischen Gebiet zu ernennen, keinen Gebrauch zu machen. Das Staatsbudget für religiöse Bedürfnisse soll ln Zukunft nach der Zahl der Bürger jeden Glaubens auf die einzelnen Glaubensbekenntnisse verteilt werden. Der Senat genehmigte weiter Anträge jüdischer Senatoren auf Subventionierung der folgenden jüdischen Institutionen: Zentrales Rettungskomitee, Jüdische Gesellschaft für Schutz taubstummer Kinder, Jüdischer Waisenschutz, Hechaluz, Zentrale jüdische Auswanderergesellschaft ״Jeas“ und Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz ״Tos“. Bezüglich de6• Numerus clausus beschloß der Senat, die Regiefung aufzufordern, auf die Hochschulverwaltungen Einflu! zu nehmen, daß jede nationale oder religiöse Beschränkung bei der Aufnahme von Hochschülern vermieden werde. Allen Studenten ohne Unterschied der Konfession soll die Benutzung anatomischen Materials freistehen. — Andere Beschlüsse betreffen Subventionierung des jüdischen Schulwesens und des jüdischen Theaters. Das Jüdisch« Schulwesen In Sanisien Bukarest, 3. ApriL (J. T. A.) Der rumänische Unterrichtsminister Costachescu empfing eine Abordnung der deutschen, jüdischen, ungarischen und ukrainischen Minderheiten, die ihm Wünsche und Beschwerden betreffend die Behandlung der Minderheitenschulen überbrachte und eine gesetzliche Regelung der Minderheitenschulen bzw. deren Gleich- Stellung mit den Staatsschulen bezüglich Budget und Oeffent- Iichkeitsrecht forderte. Minister Costaches-u versprach, die Beschwerden und Wünsche eingehend zu prüfen. Das neue Regime in RnmSniea Bukarest, 3. ApriL (J.T. A.) Senator Dr. Meier Ebner, Führer der Einheitspartei in der Bukowina, und die jüdischen Deputierten Dr. Joseph Fischer aus Siebenbürgen und Dr. Michael Landau aus Beßarabien erstatteten vor einem tausendköpfigen Publikum Bericht über ihre Tätigkeit im Parlament und Senat. In den wenigen Monaten, in denen die neue Regierung am Ruder ist, so führten die Redner aus, herrschte an den Universitäten Ruhe, auch wurde auf versehie• denen Gebieten vieles Positive für die Juden erreicht. Dem* nächst werden jüdische Staatsschulen und ein jüdisches Lehrerseminar eröffnet werden. Das Bürgerschaftsgesetz wird zugunsten der Staatenlosen umgestaltet. Die Redner machten den Vorschlag, einen Kongreß der Juden Altrumäniens einzuberufen, auf dem eine jüdisch-nationale Partei begründet werden soll. Der Vorschlag wurde mit Begeisterung aufgenommen und in einer Resolution dem jüdisch-parlamentarischen Klub für seine Tätigkeit der Dank ausgesprochen. * Bukarest, 3. ApriL (J.T.A.) Dr. Fildermann, der Präsident der Union rumänischer Juden und frühere Senator, überreichte der rumänischen Regierung einen Protest gegen die behördliche Auflösung von jüdischen Kultusvorstanclen in mehreren Städten des Reiches, an deren Stelle Kommissare gesetzt wurden. Die Regierung versprach die sofortige Annullierung der von einzelnen Präfekten getroffenen ungesetzlichen Maßnahmen. Bille Mr Osf-lwop New York, 1. April. (J.T.A.) Der fo:nt, der vor kurzem eine Summe von 3100/0 Dollar als außerordent iche Notstandsbilfe für Europa bewilligte, hat soeben 1100)0 Dollar auf Konto dieses Fonds nach Europa, und zwar 600:0 Dol'ar aach Rußland und 500)0 Dollar nach Beßarabien geschickt Der Verband litauischer fudtn in Amerika der vor kurzem die Aufbringung von 50 0:0 Dollar für die hungernden Juden in Nordlitauen beschloß, hat soeben a’s erste Summe 2503 Doliar nach Litauen gesandt. — Der Verband beßarabischer Juden in Argentinien sandte weitere 42T0 Dol'ar an das Rettungskomitee in K i s c h i n e w. Damit erhöht sich die Gesamtleistung der argentinischen Juden für die Hungernden in Beßarabien auf insgesamt 21 003 Dollar. Der Pianist und Musikpädagoge Bruno Eisner ist Eingeladen worden, in diesem Monat in Palästina zu konzertieren und einen Klavierunterrichtskursus abzuhaitea. JUEDTSCHE RUNDSCHAU Die suspendierte Si&dte-Autonomie Von unserem palästinensischen Korrespondenten. Tel-Awiw, den 28. März 1925. Die palästinensische Regierung hat in der letzten Woche, wie wir bereits gemeldet haben, ein neues Gesetz veröffentlicht, das die Befugnisse der lokalen Selbstverwaltung (der Stadt- und Dorfverwaltungen) auf das empfindlichste einschränkt Die neue Regelung der Lokalverwaltung kam für die Oeffent- Hchkeit ziemlich überraschend. Der normale Weg für eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an der Landesregierung führt über eine sich erweiternde Autonomie in den einzelnen Verwaltungszellen. Innerhalb der beschränkten Grenzen eines Dorfes oder einer Stadt können die Einwohner sich mit den Aufgaben öffentlicher Arbeit vertraut machen, die nötigen Erfahrungen erwerben, die für die größeren und schwierigeren Probleme einer Landesverwaltung notwendig sind. Die leitenden Ausschüsse der Städte und Dörfer bilden so gewissermaßen eine Schule für die Einwohnerschaft und ihre Repräsentanten. Die Palästina-Regierung war sich dieser Möglichkeiten und erzieherischen Aufgaben der Munizipalitäten wohl bewußt, als sie zur Amtszeit Lord Plamers zum erstenmal Wahlen für die Stadtverwaltungen ausschreiben ließ. Für eine pariamentarische Entwicklung bedeuteten diese Körperschaften einen wichtigen Schritt vorwärts. Hier war auch eine gute Gelegenheit zur Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern gegeben, ein Feld, wo sich die Repräsentanten der verschiedenen Bevölkerungskreise trafen, um gemeinsam für die Interessen ihrer Stadt zu wirken. SchluB der Schekelsammlung 5689: 27. MAI 1929. Diese Chancen sind durch die neue Bestimmung so stark vermindert worden, daß so gut wie nichts von ihnen übriggeblieben ist. Die Chance, die die palästinensischen Städte mit der Wahl zu den Munizipalitäten erhielten, war also von kurzer Dauer. Vielleicht von zu kurzer Dauer, als daß man mit Bestimmtheit darüber urteilen könnte, wie sie von der Bevölkerung ausgenutzt wurde. Immerhin kann man bereits sagen, daß die Resultate bisher nicht gerade befriedigend gewesen sind. In Jerusalem häuften sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten, die Zusammenarbeit von Juden und Arabern litt unter ernsthaften Reibungen und eine glatte und fruchtbare Arbeit wollte nicht zu* stände kommen. In Haifa lagen die Verhältnisse freilieh weit besser, die Kooperation zwischen den jüdisehen und arabischer! Stadtverordneten machte gute Fortschritte ebenso wie in Jaffa. Tel-Awiw bemüht sich bekanntlich seit langem, eine Munizipalität zu schaffen, die ihren Aufgaben gewachsen ist, und zwar mit Erfolg. Die endlosen und fruchtlosen Sitzungen des vorigen Stadtrats aber .Haben die Einwohner jedes Vertrauens gegenüber den ״Stadt- *vltero« beraubt und dazu•׳/beigetrsgei»,'.laß..Ä« noch bevor die letzte Verfügung erschien, die Befugnisse der Stadtverwaltung bei den letzten Wahlen empfindlich beschnitt Im großen und ganzen haben die zwei Jahre, in denen Palästina die Einrichtung gewählter Munizipalitäten ausprobiert bat, kaum irgendwo eine Besserung gebracht Und wenn man annehmen würde, daß eine solche Periode genüge, um die Fähigkeiten der Bevölkerung zur Selbstverwaltung zu erweisen, so müßte man erklären, daß in der Tat keine Erziehung und keine Vorbildung dafür vorhanden Ist Es wäre aber falsch, wollte man sich bei einem solchen wichtigen Experiment auf eine so lächerlich kurze Zeitspanne beschränken. Es war von vornherein War, daß weder die Araber, die keine Gelegenheit zur Erziehung in öffentlichen Angelegenheiten unter dem türkischen Regime besaßen, noch die Juden, die auf diesem Gebiete Neulinge sind, sofort in den neuen Aufgabenkreis hi nein wachsen würden. Um so mehr, als diese Aufgaben durchaus nicht einfach waren und es sich in vielen Fällen darum handelte, ganz neue Dinge zu schaffen. Man denke nur daran, daß in den letzten Jahren zum ersten Male in Jerusalem Straßenpflaster gelegt, ln Jaffa Kanalisation eingeführt, In Haifa Durchbrüche durch alte enge Gassen gelegt wurden, um Raum und licht zu schaffen. Nfrgends in Palästina haben es die Stadtverwaltungen mit ״nar* malen“ Verhältnissen zu tun, überall müssen neue Unternehmungen ausgeführt, europäische Einrichtungen durchgesetzt werden. Nimmt man noch dazu, daß Tel-Awiw unter dem Drucke der großen Wirtschaftskrise stand und die anderen Städte zum ersten Male das schwierige Experiment einer national gemischten Verwaltung unternahmen, so wird man für einen großen Teil der begangenen Fehler eine Erklärung finden. ..... Unter diesen hier skizzierten Umstanden hatte die Regierung zwei Möglichkeiten. Sic konnte den Dingen ihren Lauf lassen, Zusehen’ wie Erfahrungen gewomien, Fehler gemacht und hier und da etwas gelernt wurde. Dabei konnte die Zentralregierung ratend und helfend eingreifen, wo es notwendig schien, aber jedenfalls den jungen Institutionen Ent- Wicklungsfreiheit gewähren. Und es gab einen entgegengesetzten Weg: nämlich mit dem Moment, wo man sah, daß die Maschine nicht glatt arbeitete, sie ganz oder vollständig auszuschalten und von oben herab für einen glatten Ablauf der Geschäfte zu sorgen. Die Palästina-Regierung hat den zweiten Weg gewählt. Es ist nicht sicher, daß der Oberkommissär von all den weitgehenden obenskizzierten Vollmachten, die ihm die neue Verfügung einräumt, ausgiebig Gebrauch machen wird. Viel'eicht wird sich die Regierung mit Intervention in außerorden׳liehen Fällen begnügen, so daß das neue Gesetz nicht rigoros in Aktion tritt Sein bloßes Vorhandensein jedoch ist von weitgehender Bedeutung, und zwar gerade vom erzieherischen Standpunkt aus. Denn was bedeuten Wahlen, wenn ihre Resultate jederzeit durch eine Regierumzsverfügung zunichte gemacht was bedeuten Steuern, wenn sie morgen von der ZentraJregkrung aus geändert oder aufgehoben werden können? Da* Interesse der Oeffer,tl!chkot «n den Munizipalitäten muß sinken, die Aktion*• freihelt der Mitglieder durch das bloße Bewußtsein beschränkt werden, daß ihre Beschlüsse nur bedingte Gültigkeit haben, l'r.d schließlich muß man sich die Frage vorlegen: Wie soll die palästinensische Bevölkerung es lernen, sich selbst zu verwalten, wenn sie nicht in kler׳״n MaBstabe die Gelegenheit bekommt, es zu versuchen? Diese Möglichkeit zur Selbst- Verwaltung und zur Zusammenarbeit von Juden und Arabern war der Punkt bei den Munizipalitätenwahlen, der entscheidende Wichtigkeit hatte. Durch das neue Gesetz sind diese Chancen zum Lernen und Experimentieren wieder stark ver- 1'ingert worden, was im Interesse der Schulung des palästinen• gischen Bürgers zu bedauern ist Eine neue KoIoDJsaUonggeseUschaü Wie der Ita ans Palästina telegraphiert wird, Ist dort unter Führung von Lord Melcbett eine neue KolontsatIonsgesellschaft mit einem Aktienkapital von £ 303 000 betlgen. Als Direktor der“ neuen Gesellschaft ist Herr Kasteijanskl ausersehen. Diese Nachricht, welche wir nach RedaktionsschluB er* halten, geben wir wieder, ohne vorläufig Inhalt und Einzel* heiten nachprüfen zu können. BaUo^r zieh! sieb zurück London, 6. April. Lord BaIfour? der am 25. lull d. J. 81 Jahre alt wird, hat sich infolge seines hohen Afters und seines hartnäckigen Leidens, besonders eines Kehlleidens, das ihm andauerndes Sprechen schwer macht, entschlossen, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Er wird eine Wiederwahl als Lord-Präsldent des Council darum ablehnen. Er verkauft sein Londoner Haus in Carlton Gardens 4, das 58 Jahre lang sein Londoner Heim war, und wird seinen endgültigen Aufenthalt auf seinem schottischen Besitztum in Whittinghame nehmen. Die Heiligen Stillen Rom, 3. April. (J, T. A.) Wie die römischen Zeitungen melden weit der Apostolische Delegierte für Washington in Palästina. Er gedenkt, dort mit dem englischen Kirchenprimas, dem Erblschof von Canterbury, zusammenzutreffen, um mit ihm die im Zusammenhang mit den Heiligen Stätten bestehen* den Meinungsverschiedenheiten zu erörtern. Wie die dem Vatikan nahestehende Agentur ״Corrispondenza“ mitteilt, wird die Frage der Heiligen Stätten demnächst in das Zentrum der internationalen Verhandlungen treten. L o n d o n, 3. ApriL (J* T. A.) Der Erzbischof von Canter״ bury, der Kirchenprimas von England, trat am 1. April eine Mittelmeer-Reise an, die ihn auch nach Palästina und Jerusalem führen wird. Ban einer Moschee an der fiagemaner? Jerusalem, 31. März. (J.T.A.) Hier erhält sich hartnicklg das Gerücht, daß die Moslems Vorbereitungen treffen zum Bau einer Moschee, die eng an die Klagemauer angrenzen soll Die Jerusalemer jüdische Gemeinde Informierte den Distrikts-Gouverneur von Jerusalem dahin, daß sich der jü* dischen Bevölkerung in Verbindung mit diesem Gerücht eine starke Unruhe bemächtigt Der Distrikts-Qouverneur ver* sprach, die Angelegenheit zu untersuchen. Jerusalem, 25. März. (J. T. A-) Am vergangenen Sonnabend morgen, während die Juden an der Klagemauer ihre Morgenandacht verrichteten, drangen Araber bis zur Mauer vor und entfernten verschiedene Gegenstände, die gewöhnlich von den betenden Juden benutzt werden- Die Juden versuchten, die Araber an Ihrem Zerstörungswerk zu verhindern, wobei es zu einer Schlägerei kam. Der Polizeiposten vor der Mauer zeigte sich der Situation nicht gewachsen. Der stellvertretende Distriktskommissar, der von dem neuen Zwischen* fall benachrichtigt wurde, sandte den Distriktsoffizier zur Klagemauer und trug Ihm auf,. Jeden Versuch einer Störung ete Ä»“quö.Jilrä%Bci.*0 D& dtftä&F*naT*ßi*,$$ die weggenomm6Hen Gegenstände zurückgegeben werden. UolonlsteusMuie bei Chancellor Jerusalem, 1. ApriL (J- T. A.) Chancellor empfing eine Abordnung des Verbandes ״B n e i Benjamin, die ihm ein Memorandum unterbreitete, in welchem die Ueberlassung des Staatsbodens, der an die von Mitgliedern der Bnel Benjamin erbauten Kolonie ״N a t h a n i a“ angrenzt, an die Nathania-Kolonlsten gefordert wird. Die Kolonie ״Nathania“ ist nach Nathan Straus benannt Die Abordnung forderte ferner die Befreiung von Steuerleistung für 5 Jahre, sowie Erfüllung der Forderungen, die kürzlich In einem Memorandum aes Verbandes jüdischer Kolonisten an die Regierung niedergelegt worden waren. Der Oberkommissar, der die Abordnung im Beisein des Chefsekretlrs H. C. Luke empfing, sagte, er stehe einigen der ausgesprochenen Forderungen mit Sympathie gegenüber und wolle deren Erfüllung wohlwollend in Erwägung ziehen. Das System der Kolonisation durch junge Farmer, basierend auf Privateigentum und Privatinitiative, — fuhr Chancellor fort — sei die praktischste Methode, das jüdische Naiionalheira aufzubauen. Zum Schlüsse versprach der Oberkommissar, daß er Anfang Mai die Kolonie ״Nathania“ besuchen und sie einweihen werde. Chalozltn aas Polen Warschau, 29. März. (J.T.A) In diesen Tagen reisten 50 Chaluzim aus Warschau nach Palästina ab. Auf dem Wege nach Triest schlossen sich ihnen 10 weitere Chaluzim aus Ostgalizien an. In wenigen Tagen wird eine weitere größere Gruppe Chaluzim aus Polen die Reise nach Palästina antreten. Die Chaluzim werden von größeren und kleineren Gruppen Touristen begleitet, die die Peßach-Tage in Palästina zubringen oder die rrühjahrsausstellung in Tel-Awiw besuchen wollen. Eine Abordnung der polnisch-pallstinenrischen Handelskammer begibt sich in diesen Tagen nach Palästina zum Besuch der Frühjahrsmesse in T el-Awiw, Palästinenser and keine Engländer L o n d o n , 27. März. (J. T. A.) Im Unterhaus fragte Colonel Wedgwood, ob geplant sei, die Rechte britischer Staatsbürger auf palästinensische Bürger auszudehnen, ebenso den britischen Bürgern in Palästina Stimmrecht zu gew'ihren. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Ornts by• Gore, stellte fest, daß palästinensische Bürger nicht britische Staatsbürger sind und die britische Staatsbürgerschaft nur im Wege der Naturalisation erwerben können. Der internationale Status von Palästina ist der Status eines Mandatgebietes gemaß einer besonderen Klausel des Artikels 22 des Völkerbunds- Statuts. Demgemäß gilt auch das Wahlrecht zu den Stadtverwaltungen in Palästina nur für palästinensische Bürger. Heine Wachrldüen Das griechische Patriarchat in Jerusalem hat gegen die Stadtverwaltung von Jerusalem einen Prozeß auf Schadenersetz in Höhe von £ 30 000 angestrengt Die Klage gründet sich darauf, daß die Stadtverwaltung Grundstücke des griechischen Patriarchates in Jerusalem ohne Zustimmung desselben zwecks Straßenerweiterung enteignet Mr. Luke wurde gemäß einer Mitteilung in der ״Offidal Gazette“ für die Zeit der Abwesenheit des High Commissionere zu dessen Stellvertreter ernannt (Ziko).

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