Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 23 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 144 JUEDTSCHE RUNDSCHAU Nr. 23.22. ÜT. 1929 der Bruttocrtfägnisse der Landwirtschaft in dem letzten Jahre stattgefunden hat. Damit Sie sich von dem Aufbau einer solchen typischen Emek-Siedlung ein Bild machen können, will ich Ihnen sagen, daß der Wert der verkauften Produkte Nahalals im vergangenen Jahre £ 6700 betrug, wovon £ 4600 auf Milch- Wirtschaft, £ 418 auf Geflügel, £ 528 auf den Verkauf von Eiern und £ 438 auf den Verkauf von Getreide kommen. Im ganzen haben wir, ich sage das immer im vollen Bewußtsein, daß ich nicht vor einer Öffentlichkeit mit propagandistischen Absichten spreche, sondern vor der Landesversammlung des Keren Ha״ jesaod, zu der Entwicklung der Etnek-Sied!ung Vertrauen. Wir hoffen, daß sie in absehbarer Zeit von den Zuschüssen des Keren Hajessod unabhängig werden wird. Schon beute haben wir Siedlungen, die in den letzten Jahren keine Zuschüsse mehr aus Keren Hajessod-Mitteln erhalten haben, d. h. es war nicht nötig, zum Lebensunterhalt der Siedler bdzutragen. Das heißt nicht, daß diese Siedlungen schon imstande wären, die ihnen zur Verfügung gestellten Kredite zu amortisieren, das heißt auch nicht einmal, daß nicht noch weitere Investitionen in den Sied- 1 urigen notwendig wären. Aber solche weiteren Investition«־ kreditc zur Ergänzung des lebenden und toten Inventars werden heute schon von Banken auf geschäftsmäßiger Grundlage zur Verfügung gestellt. Zum Umfang des Siedlungswerkes: Wir haben In Palästina etwa 105 landwirtschaftliche Siedlungen, von deneo 41 ihr gesamtes Investitionskapital vom Keren Hajessod erhalten. 30 weitere sind vom Keren Hajessod unterstützt worden, 60 von ihnen unterstehen unserer Kolonisations-Leitung. Einige kurze Worte über die Lage teirier Pflanzungszone. Es ist vielleicht das allenvichtigste Ergebnis der Entwicklung der letzten Jahre, daß der Jüdische Arbeiter sich seine Position in dieser so wichtigen Pflanzungszone erklranft hat- Sie finden in der Ihnen vorgelegten Statistik einige Ziffern über die Ent- Wicklung des Orangenbaues in der Pflanzungszone. Noch vor zwei Jahren war die Anbaufläche von Wein und Mandeln in d$r Pflanzunguonc größer als die Anbaufläche lür Orangen. Aber in diesem Jahre hat die Orange den anderen Kulturen den Rang abgelaufen. Ich möchte Ihnen einige neuere Zahlen nennen, 3«. wie ich glaube, in der Ihnen vorliegenden Statistik noch nicht enthalten sind. Im Jahre 1922 betrug die Orangen״ anbaufläche, ich rede jetzt nur vom jüdischen Besitz, 11000 Dunam. Sie beträgt 1928 bereits 35000 Dunara; es ist also eine Verdreh bis Vervierfachung des Besitzstandards zu verzeichnen. Ich will die Ausfuhrzlffern beiseite lassen, um nicht allzu ausführlich zu werden. Ich möchte aber folgendes sagen: Hier in dieser Pflanzungszone regt sich zum ersten Male ln der Geschichte der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation die private Initiative in größerem Stile. An verschiedenen Stellen setzt die Arbeit privater Pflanzungsgesellschaften und von Einzel- Personen ein. Den Groß- und Kleinkapitalisten außerhalb Pallstina* wird es durch diese Gesellschaften ermöglicht, durch Beteiligung an dem Kapital solcher Gesellschaften zur Entwfeklang des Landes beizutragen. Ein ganz großes Unternehmen dieser Art ist jetzt in Gründung begriffen. Baron Rothschild plant in der Nähe von Benjamina eine neue große Siedlung mit einer, Gesamtfläche von 22 (MO Dunam, wovon 10 (MO Dunam mit Orangen bepflanzt werden. Es Ist zu hoffen, daß jetzt ^d||ch,a(»ch:,i^defe.Jtdkahe Großka^taliste« den Vormarsch >•׳*־ tfttÄrdfe-!•’»* 1r#tfI*e11 fe-C mtwFckTtfngJiahekli «&e g*ngs schon karr gesprochen. Sie haben in den letzten Jahren ' vielfach Klagen über die Kreditnot der palistlnensischen Industrie gehört, man kann heute sagen, daß diese Kreditnot in Palästina nicht mehr oder fast nicht mehr existiert. Es gibt keine Kreditnot des Handels. Das Bedürfnis des Handels wird durch unser zionistisches Finanzinstitut, die » Anglo Paiestine Company, und die Filialen einiger europäischer Großbanken, sowie durch kleinere Banken und Bankinstitute reichlich gedeckt. Aber auch das Kreditbedürfnis der Industrie ist heute in Palästina zu einem sehr erheblichen Maße befriedigt. Es ist in den letzten Jahren durch Kooperation einer ganzen Reihe von größeren und kleineren Kreditinstituten Wesentliches geschehen, um die Industrie zu stützen, etwa in der Form, daß Vorschüsse für den Ein'auf von Materialien gewährt werden oder daß der Verkauf durch Kredite finanziert wird. Darüber hinaus erhalten Industrieunternehmungen auch langfristlge oder längerfristige Kredite, auf drei bis fünf Jahre, vor allem dank der Initiative der Paiestine Economic Corporation. Es ist keine Frage, daß das Kreditbedürfnis in dem Augenblick wieder stärker hervortreten wird, wo eine neue Immlgrationswelle einsetzt Wenn wiederum kleine Kapitalisten nach Palästina kommen, die vielleicht über einige tausend Pfund verfügen und die dann zur Ergänzung dieses eigenen Kapitals Kredite benötigen, so wird auch das Problem der langfristigen Aufbaukredite wieder akut werden. Ich möchte jetzt nur noch kurz von den Plänen für die nächsten Jahre berichten. Man kann sagen, daß heute drei solcher Pläne vor* liegen. Anläßlich der Tagung der Vereinigten Palästina-Untersuchungskommission in London hat erstens die Zionistische Exekutive ein Memorandum über die Aufbautätigkeit in den nächsten 10 Jahren vorgelegt. Es hat ferner Herr Dr. Ruppin ein ausführliches Memorandum unterbreitet, das im Druck in der ausgezeichneten Wiener Zeitschrift ״Palästina“ erschienen ist, die von jedem gelesen werden sollte. Schließlich hat die Vereinigte Paläsfina-Untersuehungskommission zwar keine Aufbaupläne im einzelnen ausgeführt, sie hat aber ein Budget für das erste Geschäftsjahr der erweiterten Jewish Agency aufgestellt, au® dem gewisse Schlüsse darüber gezogen werden können, wie sich die Mitglieder dieser Kommission die Arbeit in der nächsten Zeit verstellen. Ich wBl versuche», ln ganz rohen Umrissen Ihnen zu zeigen, welche Gedanken bestehen. Zunächst stimmen alle drei Pline darin überein, daß auch ln Zukunft die Mittel des Keren Hajessod und die Mittel de• Keren Kajemeth im wesentlichen in der Richtung der landwirtschaftlichen Kolonls tion eingesetzt werden. Es wird auch auf Orund der Berichte der Sachverständigen daran fest gehalten, daß in vielen Teilen des Landes, insbesondere im Emck, die Kolonisation auf der Grundlage der Gemischtwirtschaft aufgebaut werden soll. Es wird allerdings empfohlen, daß in Zukunft ein erheblicher Teil der Arbeit in die Pflanzungszone verlegt werden soll. Die Pläne stimmen weiter darin überein, daß neue Aktionen für die Entwicklung der städtischen Ko- Ionisation nötig sind. Um die städtische Kolonisation zu entwickeln, ist die Schaffung einer Bodenreaerve notwendig. Es sind Baukredite erforderlich und man Ist steh darüber einig, daß Vorsorge für langfristig• Industriekredite geschaffen werden muß. Ein weiterer gemeinsamer Bestandteil aller Projekte ist, daß ein erheblicher Teil der Mittel, die zur Verfügung gestellt werden, zum Ankauf von Boden verwendet werden soll Der Immigrationseffekt, der so erzielt werden kann, hingt von einer Reihe von Umständen ab. Einmal davon, wieviel privates Kapital, unabhängig von dem Kapital gemeinnütziger Fonds, nach Palästina einströmt Zweitens natürlich von der Höhe der Ansiedlungskosten. Dr. Ruppin kommt in seinem Memorandum zu dem Ergebnis, daß für die Ansiedlung einer Familie in den verschiedenen Zweigen der Wirtschaft durchschnittlich ein zusätzücher Kredit von £ 440 nötig ist, daß also für die An- Siedlung von 1000 Familien, abgesehen von den eigenen Mitteln, die sie mit Ine Land bringen, ein Ergänzungskredit von etwa £ 440 000 erforderlich ist Dr. Ruppin stellt sich vor, daß man im Laufe der nächsten zehn Jahre etwa 38 000 Familien oder 190—200000 Seelen nach Palästina überführen wird, so daß nach Ablauf von 10 Jahren die jüdische Bevölkerung Palästinas einschließlich der natürlichen Vermehrung durch den Ueberschuß der Oeburten über die Todesfälle etwa 400000 betragen wird. Die Exekutive ist etwas bescheidener. Sie rechnet mit einer Vermehrung auf 360000 bei einer durchschnittlichen Immigrationsziffer von nicht 19 000, sondern von 15000 Seelen pro Jahr. Das Kapitalbedürfnis einer solchen Immigration ist mindestens doppelt so groß wie die Jetzigen Nettoerträgnisse unserer Fonds, allerdings braucht es nicht gerade nur aus diesen Fonds gespeist zu werden, sondern map muß auch an die P. J. G A., die P. E C und andere Institutionen denken. Es ist jedenfalls klar, daß die Ergebnisse der Fonds weiter gesteigert werden müssen. Man hat ausgerechnet, daß heute 250 (MO Juden ln der Welt zum Keren Hajessod beitragen. Ist es unmöglich, die Zahl von 250 000 auf 500000 zu steigern? Es ist nicht unmöglich, aber es erfordert Optimismus, Tatkraft und unermüdliche Arbeit. Zum Schluß: Wie wird es ta Palästina ta zehn Jahren atnsehen? Ich will Ihnen tagen, was Ich mir vorstelle. 1» zehn Jahren wird die Bodenfliehe zwischen Te!-Awiw—Haifa—Acco—Beisan bis zum Hulesee zu einer jüdischen Besltzefohett vereinigt sein. Ein geschlossener jüdischer Oellndestreffen erstreckt eich von Süd-JudSa an der Küste entlang nach Haifa. Ehe ganze Ebene Jesreel ist jüdischer Bodenbesitz. Die Staats-!Inderelen bei Belsam, die uns von rechtswegen gehören, sind — teilweise durch Ankauf — ln jüdischen Besitz überführt Ara fruchtbaren Gelände um den Hu'esee sehen Sie Anfänge einer Jüdischen Siedlung. Audi im Süden des Landes haben wir eine große Bodenfläche erworben. Da• Problem der Bewässerung des Südens Ist gelöst, auch dort ist eine große jüdische Kolonisation in der Entwicklung begriffen. ln diesem jüdischen Bereich leben etwe 400000 Juden, dl* «Hier einer Oesamtbevölkerung von 1 330000 Seelen zirka 30 Prozent bilden, die aber innerhalb dieses Gebietes selbst eine Majorität von 70 bis 80 Prozent ausmachen. Es ist ein Bereich jüdischer Arbeit, hebräischer Sprache und Kultur. Wenn Sie dann nach Palästina reisen, werden Sie nicht in Alexandrien aussteigen; Sie werden das Schiff in Saifa ver* lassen, das dann eine ausgezeichnete Hafenanlage hat Sie kommen in eine Stadt, an deren Entwicklung zu einem bodeutenden Handels- und. Industriezentrum jüdischer Handels; und Gewerbefleiß bedeutenden Anteil gehabt hat und hat Sie reisen durch das Emek, sehen blühende jüdische Dörfer mit hübschen Häusern, guten Stallungen, Bewässerungsaniagen und anständigen Erträgen. Die jetzt bestehenden Siedlungen sind längst ausgebaut, die Siedler haben begönnen, ihre Schulden an den Keren Hajessod zilrflekzuzahlen; die zurückfließenden Summen werden dazu verwendet, um neue Siedlungen zu finanzieren. Der Emek versorgt sich selbst und difc Städte mit den Produkten seiner Wirtschaft, er exportiert, ebenso wie vor allem die Siedlungen in der Küstenzone, Gemüse ins Ausland. Die Banane hat sich neben der Orartge zu einem Exportprodukt entwickelt. Sie besichtigen das Elektrizitätswerk von Ruthenberg, daß das Land in Ueberiandleitungen mit elektrischer Energie für Beleuchtung und Maschinenantrieb versorgt In Tel Avjv und Jaffa hat sieh eine für den Export arbeitende Textil״ Industrie entwickelt Ich kann Ihnen nicht genau sagen, wie es in Jerusalem aussehen wird. Ich nehme an, nicht viel anders als bisher, aber die Zahl der jüdischen Bevölkerung Jerusalems hat sich vermehrt Es wird dann in Jerusalem 70 000 Juden geben, und die schönen jüdischen Vorstädte werden zu einem elnheltliehen Gürtel vereinigt sein. Jedenfalls werden Sie dort neben der Universität das große repräsentative Verwaltungsgebiude der Jewish Agency besuchen. Am Toten Meer sehen Sit die Anlagen für Kaligewinnuag. Die jüdische Arbeit ruht faet ganz auf hebräischer Sprich• grundlage, das Kulturwerk wird gekrönt durch das große werk der hebräischen Landesuniversität Sie ist besonders berühmt durch ihr judaistisches und orientaüstisches Lehr- Institut Jüdische Gemeinden aus der ganzen Welt schicken Lehramtskandidaten zu AusbFdungsrwecken ab die Universität und sie tragen den Geist Jerusalems zurück in das Galuth. Mdne Damen und Herren! Ich Mn kein Poet; was Ich Ihnen zeige, Ist keine Utopie, sondern ein Programm; es Ist ein Programm, für das «Be Grundlagen geschaffen sind. Die Ausführung eines solchen Programme» allein kann die große Mühe und die schweren Opfer der letzten Jahre rechtfertigen (Lebhafter Beifall). 1000000 Dollar Wr dl« ünlversltai New York, 18. März. (J.T.A. )Der an» 1. Min in New York verstorbene Arzt Dr. Benedikt Wels man hat «Mist »trWrtiatfc ■!«»•’NlfftaBiaKHtft Ittbdi? ÄHlUierti: TÄ fällt das Kapital der Hebräischen (Mversltät zu. Die VorbfreitmHfen zum Zionisten-Kongreß nw. Zürich, 19. März. Heute verließ nach achttägigem Aufenthalt Dr. Hugo Herrmann, der Leiter des Kongreßbüros, die Schweiz, nachdem er die Mietverhandlungen mit dem Kaufmähdisehen Verein, in dessen Gebäude die Sitzungen stattfinden werden, und mit dem Stadttheater für die Eröffnungssitnmg zum Abschluß gebracht und andere Anordnungen für den Kongreß getroffen hatte. Dr. Herrmann fand, wie er mitteilte, bet den verschiedenen Behörden gutes Entgegenkommen: gestern wurde er In Bern vom Bundespräsidenten Dr. Haab empfangen, der ihm ebenso wie der Stadtnräsident von Zürich, Dr. Klöti, und der Regierungsrat des Kantons Förderung aller Wünsche, die dem Kongreß dienen können, in Aussicht stellte. Das Kongreßbüro wird am 1. Juli in Zürich zu amtieren beginnen. — Dr. Herrmann hielt vor seiner Ab* reise vor den vereinigten zionistischen Vereinen Zürichs einen Vortrag über die Aufgaben des kommenden Kongresses. Me Einwanderung nach Pallstina Jerusalem, 29. März. (J.T. A.) Der Januar 1929 wies eine beträchtliche Zunahme der Einwanderung von Juden in Palästina auf. Laut den soeben veröffentlichten Zahlen kamen Im Januar 481 Einwanderer, unter ihnen 352 Juden, nach Palästina; in dem gleichen Monat verließen 173 Personen, unter ihnen 89 Juden, das Land. Im Dezember 1928 wanderten 107 Juden ein, 99 Juden aus. Jerusalem, 20. März. (J.T.A.) Die Zionistische Exe* kutive unterbreitete der Palästina-Regierung ein Memorandum, ln welchem um die sofortige Gewährung von weiteren 300 Zertifikaten für Chaluzim-Einwanderer ersucht wird. * Nach einer Mitteilung der Zionistischen Exekutive verteilen sich die bis Anfang März 1929 eingetroffenen 397 neuen Einwanderer auf folgende Herkunftsländer: Polen 147, Galizien 47, Rumänien 67, Deutschland 21, Lettland 14, Litauen 16, Tschechoslowakei 6, Oesterreich 1, Aden 71, Tunis 7. Die 71 Einwanderer aus Yemen kamen auf 21 Zertifikate, da es sich bei ihnen meist um Familien handelt insgesamt sind für die bisher eingetroffenen 397 Einwanderer 285 Zertifikate ,verwandt worden, so daß von den 600 Zertifikaten, die die Regierune seinerzeit bestätigte, noch 315 an neue Einwanderer verteilt werden können. (Zika) Jerusalem, ». März (J. T. A.) ״Offidal Gszett«״ ver- Öffentlicht eine Regierungsverordnung, laut welcher der Oberkommtssar ermächtigt ist, alle von den palästinensischen Stadt* Verwaltungen gefaßten Beschlüsse aufzuneben und beschlossene Maßnahmen durch andere zu ersetzen, den Bürgermeister, die Stadtratsmitgüeder oder die Stadtsekretäre zu entlassen und «|e durch andere Personen zu ersetzen, wenn irgendein Orund solche Maßnahmen rechtfertigt iirnimfiniinittifiHimmminnniiimiiiHH Die nächsten Nummern der ״Jüdischen Rundschau“ erscheinen wegen der Feiertage in ▼erst&rktem Umlange als Doppelnummern am 381 Nits 804 «a 5. April« Die Tole ־ Meer ־ Konzession London, 19. Mira. (J.T-A.) Auf eine Anfrage von Howard Bury ,erwiderte Unterstaatssekretir Orratby uw M»|0riTuTf0%n üwHteLftV werde nöchsfhvahfseheiiilich noch vor Ende Mai unter״ zeichnet werden bzw. io Wirksamkeit treten. Es besteht kein Zweifel, daß Novomejski und Tulloch in der Lage sind die nötigen Finanzmittel zur Realisierung der Konzession aufzubrin* gen. Die Regierung erachte es deshalb für unnötig, sich nach mehr qualifizierten Konzessionären umzusehen, wie dies Howard Bury vorgeschlagen hat Der Zionismus als Woblfalirfsbewegimg f Ion don, 15. März. (J.T.A.) Der Jüdische Nation?!» klub Londons gab zu Ehren von Colonel Wedgwood, den» Schöpfer der Liga ״The Seventh Dominion“, ein Diner. Nach; dem der Vorsitzende, Chefredakteur Morris Myer, an de» Ehrengast eine Begrüßungsansprache gehalten hatte, erklärte Colonel Wedgwood tt a. folgendes: Nicht allein ich, sondern auch die Mehrheit des britische» Parlaments 4teht fest hinter dem Zionismus und Ist überzeugt. daß keine »fidere Bewegung so viel Outes für rite Juden vollbracht hat wie die zionistische Bewegung. Und nicht allein dem Judentum brachte der Zionismus Belebung und Hoffnung, sondern auch den Engländern. Die Lage des Zio nismus ist nicht so gut als man sich wünschen konnte. Wir müssen darum über eine Körperschaft verfügen, die den Zio״ nisten in ihrer Arbeit hilft. Die Liga für das siebente Doml״ nion will nicht, daß man die Juden gegenüber den Arabern bevorzugen soll; wir wollen Gleichberechtigung für alle, würde Palästina in ein englisches Dominion umge• wandelt werden, so würde es ein teueres Juwel in der Krone des britischen Imperiums werden. Obwohl England den Juden nicht so geholfen hat, wie man es von ihm hätte erwarten können, so ist es doch der beste Freund der Juden. Denjenigen, die behaupten, wir wollten das Mandat verleugnen, das dem Völkerbund gegebene Versprechen brechen und in, Palästina selbständige Ziele verfolgen, antworten wir: wir wollen nichts ändern, wir bauen nur vor. Wenn einmal die Ma ndatsvernflichtung zu Ende geht und das Jüdische Nationalheim aulgebaut Ist,, dann wünschen wir, daß Juden und Araber innerhalb des englischen Imperiums freiwillig verbleiben. Wir wollen das Mandat nicht ändern, sondern es in allen Punkten durchführen. Die Aufgabe der Mandatarmacht würde aber nicht vollendet, das jüdische Nationalheim nicht geschaffen sein, wenn nicht eine iüdische Mehrheit in Palästina geschaffen sein würde. Der Status eines Dominion bedeutet, daß ein Land unabhängig ist und dennoch den Schutz der britischen Flotte genießt Die Liga für das siebente Dominion wolle Palästina als eine freundsenaftüche Dreiheit des englischen, jüdischen und arabische» Volkes aufbauea. m TonrWen-SalsoB Nach einer Mitteilung des Zionistischen Informationsbüros tust die Touristen-Salson jetzt in vollem Umfange eingesetzt Am 27. Februar veranstaltete das Zionistische Informationsbüro im Hotel Aijenby einen Empfang für eine Reihe von Tquristen, unter denen sich auch Gustav Noske, der Oberprlsident der Provinz Hannover, befand. ln der ersten März-Woche trafen in Palästina der Maler Marc C h a | a 11, der Sänger David Vogel und der Violinist Bronlslaw Hubermann ein. Letzterer wird eine Reihe von Konzerten im Lande geben. (Ziko.)