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Jüdische Rundschau · 1929-03-15 · Heft 21 (15.3.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 21 (15.3.1929)
Date
1929-03-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 134 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. ai, 1s. nt 1028 Medizinische Literatur in hebräischer Sprache Von Dr, R o k a c 11, Jerusalem, ls ist ״icht meine Absicht, hier eine umlassende Liebersicht über die medizinische Literatur im Hebräischen zu geben. Dafür wäre eine lange historische Abhandlung notwendig, denn in verschiedenen Perioden, von der Zeit des Mittelaltere an, wurden Bücher medizinischen Inhalts in hebräischer Sprache verfaßt. Ich beschränke mich daher hier auf einen Ueberblidc über die medizinische hebräische Literatur, wie sie sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Zuerst einmal muß man fcststcllcn, daß medizinische hebräische Literatur hauptsächlich in Palästina geschaffen wird. Hier ist der Boden, der ihr natürliches Wachstum gestattet, ln Palästina leben gegen 400 jüdische Amte, von denen sich die meisten des Hebräischen in der täglichen Berufsarbeit bedienen. Die Verbinde jüdischer Aerztc in Jerusalem, Haifa und Tel-Awiw veranstalten regelmäßig Zusammenkünfte, in denen hebräische Vorträge gehalten und hebräische Diskussionen geführt werden. Bei der ״Hadassah“ in Jerusalem besteht eine Schwesternschule, bei der der gesamte Unterricht in allen Fachern auf hebräisch erteilt wird. Für den jüdischen Arzt in Palästina ist also der Gebrauch der hebräischen Sprache für Berufszwecke nicht nur ein abstraktes Ideal, sondern eine praktische Notwendigkeit. So wurde der Boden für das Wachstum einer medizinischen hebräischrn Literatur vorbereitet. 111 erster Reihe ist die Zeitschrift ״Refuah“ (Heilkünde), die seit einigen Jahren in Jerusalem vom Acrzteverband herausgegeben wird, zu erwähnen. Hier veröffentlichen die Acrzte des Landes die Resultate ihrer medizinischen Forschlingen und Experimente. Die vierzehn Hefte, die bisher er-' schienen sind, zeigen, wieviel Arbeit die Aerzteschaft auf dieses Organ verwandt hat Man darf sagen, daß die Zeitschrift, ihrem Inhalt und Niveau nach, sich mit der Mehrzahl der durchschnittliehen medizinischen Blätter, die in europäischen Sprachen er* scheinen, vergleichen kann. Von Zeit zu Zeit bringt die Zeitschritt auch Beiträge bedeutender Wissenschaftler aus Europa und Amerika. Natürlicherweise befassen sich die meisten Mitarbeiter mit Krankheiten, die in Palästina häufig sind und außerdem im allgemeinen mit Krankheiten der subtropischen Länder (Malaria, Dysenterie, Typhus, Trachom, bestimmte Hautkrankheiten usw.) Die Hauptbedeutung der Zeitschrift liegt jedoch in ihrer Sprache. Sie hilft mit bei der Entwicklung und Vervollkommnung einer hebräischen Termlnologic auf dem Gebiete der medizinischen Wissenschaft. In dieser Hinsicht erfüllt die Zeitung eine wichtige erzieherische Aufgabe auf dem Gebiete der hebräischen Wissenschaft und Kultur. Daß diese Aufgabe ungewöhnlich schwer und verantwortungsvoll ist, braucht keiner Erwähnung. Zuerst einmal müssen die Termini, die in der antiken niedizlnischen hebräischen Literatur verstreut sind, aufgesucht werden. Außerdem müssen neue Ausdrücke entsprechend den Bedürfnissen der modernen Medizin geschaffen werden. Diese neuen Schöpfungen dürfen nicht mechanisch gebildet sein, sondern müssen den Gesetzen und dem Geiste der Sprache entsprechen. Viele der Aerzte im Lande, die hebräisch schreiben, bemühen sich um dieses Werk, und man darf sagen, daß sie nicht ohne Erfolg arbeiten. Führend auf dem Gebiete der linguistischen medizinischen Arbeit ist Dr. Masien, ein anerkannter Spezialist, der für die Rubrik Terminologie der Zeitschrift ״Refuah“ verantwortlich ist. ha Jahre 1926/27 veröffentlichte der ״Waad Habriuth“־, (Sanitätskommission) der Zionistischen Exekutive eine Vierteljahrsschrift unter dem Titel ״Briuth Ha am“ (Volksgesundheit), die den Fragen der sozialen Hygiene und sanitären Fürsorge gewidmet war. Die Beiträge dieser Zeitschrift beschiftigten ach hauptsächlich mit epidemiologischen Fragen und den klimatischen Bedingungen des Landes. Ein Teil der Artikel befaßte sich mit den Fragen unserer sanitären Politik im ailgemeinen und insbesondere mit den Problemen, die mit den medirinischeu Institutionen der Zionistischen Organisation zusatumenhängen (Hadassah und Arbeiterkrankenkasse). Diese Zeitschritt wurde wegen der Kürzungen im Budget der Exekutive eingestellt. Das ist zu bedauern, denn Palästina verlangt besondere Beachtung der Fragen, die mit sozialer Hygiene und der sanitären Politik der Zionistischen Exekutive Zusammenhängen. Vielleicht kann die Zeitschrift ״Rcfuah" auch diesen Fragen einen gewissen Raum geben und so die Lücke, die durch die Einstellung der ,,Briutli-Haam“ entstanden ist, ausfüllen. Von periodischen Erscheinungen im Lande ist noch ״Briuth Hao w e d" (Gesundheit des Arbeiters! zu nennen, die früher regelmäßig gesondert und jetzt als Beilage des Arbeitcrblattes ״Dawar" ersdieint. Dieses Blatt beschäftigt fielt mit Fragen sozialer Versicherung uud der Krankenkasse. in den letzten Jahren hat man sich im Lande der Herausgabe medizinischer Lehrbücher zugewandt. Denn wenn die Hebräische Universität eine medizinische Fakultät eröffnen sollte, so wäre außer anderen Vorbereitungen (Forschungsinstitute und entsprechende Kliniken) die Herausgabe hebräischer medizinischer Lehrbücher notwendig. Bis jetzt ist jedoch nichts Praktisches unternommen worden. Statt dessen sind bisher zwei Lehrbücher erschienen, die zwar zum medizinischen Fach gehören, jedoch ihrer Form und ihrem Inhalt nach nicht für Acrzte, sondern für Lehrer, Schüler und Schwestern bestimmt sind. Vor zwei Jahren erschien ein Lehrbuch über Hygiene von Dr. Berachiahu, dessen Inhalt den besten Lehrbüchern dieser Art entspricht und den Lehrern und Schülern in den oberen Klassen der Mittelschulen die Kenntnisse über öffentlich* uifd persönliehe Hygiene vermittelt. Dieses Jahr hat die ״Hadassah" ein Lehrbuch über Augcnkrankheitcn von Dr. Feigenbaum herausgegeben. Es ist als Lehrbuch für die Schwesternschule der Hadassah geschrieben und umfaßt: das Auge, seine Erkrankungen, seine Pflege und Behandlung. Seinem Umfang und wissenschaftlichen Inhalt nach ist das Buch auch für den Arzt von Interesse, besonders in den Teilen, die von den spezifischen Verhältnissen Palästinas und den hier heimischen Augenkrank• heiten handeln. Das Buch ist ausgezeichnet durch eine exakte Sprache, gute Ausstattung und gute Illustrationen. Es enthält eine Terminologie von 800 Worten in englischer und deutscher Uebcrsctzung. Die meisten Termini sind vom Verfasser aus alten und neuen Quellen geschöpft, ein Teil jedoch ist neu geschaffen worden, was gut geglückt ist. Für den palästinensischen Arzt ist unter anderem die Frage von großem Interesse, welche klimatischen Vorzüge das Land aufzuweisen hat und wie weit diese für die Schaffung von Kurorten ausztiwerfen sind. Um diese balneologischen Fragen zu klären, fand im Jahre 1027 in Tel-Awiw eine Konferenz statt. Die dort gehaltenen Vorträge sind in einem Sammelheft unter dem Titel ״Kurorte in Palästina“ (herausgegeben vorn jüdischen Aerztevcrband) zusammengefaßt. Es ist dies der erste Versuch, die Frage der Kurorte in Palästina zu bearbeiten. Die Vorträge behandeln die klimatischer! Bedingungen in den verschiedenen Teilen des Landcs(Dr. Baruch, Dr. Braver, Dr. Hillel Joffe, Dr. Beil Raanan usw.). Dr. Buchmann schreibt über die heißen Quellen von 'Liberias, Dr. Rokach über Orangen- und Traubenkuren. Von medizinischen Werken in hebräischer Sprache muß das hebräische medizinische Handwörterbuch genannt werden, das Dr. Alexander Malchi im vorigen Jahre veröffentlicht hat. Der Autor beabsichtigte, ״ein Nachschlagewerk zu schaffen, das den Aerzten und jedem, der sich mit Medizin beschäftigt, dienen sollte". Zu diesem. Zwecke wurden sämtliche verstreuten Termini gesammelt. Der Hauptwert des Werkes besteht darin, daß es das erste und einzige seiner Art ist und «ine Lücke ausfüllt, die sieh seit lange® in unserer Literatur bemerkbar machte. Es sei noch erwähnt, daß Dr. Masie seit Jahren mit der Vorbereitung eines großen Lexikons für medizinische und naturwissenschaftliche Terminologie beschäftigt ist. Dem umfassenden Programm entsprechend ist noch eine vieljährige Arbeit vonnöten[ che dieses riesige Werk zu Ende gebracht werden kann. * Wie bereits oben angedeutet, ist eine Entwicklung der roedizinischen Literatur in hebräischer Sprache vor allem in Palästina fühlbar. In den letzten Jahren sind jedoch Anfänge dieser Arbeit auch in Amerika zu spüren. Der erste Versuch wurde im Jahre 1924 gemacht, als eine Gruppe von Aerzten in New York ein Sammelheft mit dem Titel ״Rcfuah" herausgab. Das Heft besteht aus Aufsätzen, die einzelne Kapitel aus medizinischen Lehrbüchern darstellen. Im letzten Jahre nat das jüdische Aerztekomitce in Amerika begonnen, eine hebräische medizinische Zeitschrift herauszubringen, die unter dem Namen ״Der jüdische Arzt" erscheint. Das Blatt zeigt im Verhältnis zu den früheren Versuchen gewisse Fortschritte. Leider aber ver* mochten die jüdischen Aerzte in Amerika nicht den hebräischen Stil in der Medizin zu meistern oder die Terminologie zu vervollkommnen. Zwar verdient dieser idealistische Versuch einer kleinen Zahl von Aerzten, die hebräische Literatur um medizinische Bücher zu bereichern, die höchste Anerkennung. Ihre Arbeit beweist einen großen nationalen Mut, besonders wenn man bedenkt, daß diese Arbeit in einer amerikanischen Umgebung, die keine traditionelle hebräische Kultur kennt, geleistet wurde. 1 n einzelnen Fällen gelang es auch dem und jenem Autor, passende medizinische Termini zu erneuern. Im allgemeinen jedoch wurde hier ein falscher Weg eingeschlagen. Es geht nicht an, einen so extremen Purismus anzuwenden, wie es hier geschah. Die Tendenz, überhaupt keine fremden Ausdrücke zu benutzen, auch nicht solche, die in allen Sprachen Eingang gefunden haben, scheint uns ein Irrtum zu sein. (Es ist interessant, daß gerade die in Palästina lebenden Aerzte in dieser Hinsicht weit liberaler sind.) Außerdem werden in Amerika die Termini meist künstlich, man ist versucht zu sagen, mechanisch geschaffen. Dadurch werden nicht selten Sünden gegen den Geist und die traditionellen Grundlagen der hebräisenen Sprache begangen. Es ist wünschenswert, einen dauernden Kontakt zwischen den jüdischen Aerzten in Palästina und im Auslande herzustellen, um die Entwicklung des Hebräischen und seine Anpassung an die Bedürfnisse der hebräischen Wissenschaft zu erleichtern. Mit gemeinsamen Kräften kann dann der richtige Weg für eine Tätigkeit auf diesem Gebiete gefunden werden. Außer den genannten medizinischen Werken, die einen aktuellcn Wert besitzen, sind in den letzten Jahren einige Bände erschienen, die der Erforschung der jüdischen Medizin auf Grund der alten literarischen Quellen gewidmet sind. Von diesen ist der ״Midrasch Lirifuah" von Moscheh M. Perlmann zu nennen, der die medizinische Wissenschaft und Gesundhcitspflege des babylonischen und Jerusalemer Talmud und der alten Literatur enthält. (Das Werk enthält wichtige Anmer- Lungen der Herren Dr. J. L Katzenelaon und Dr. Masie.) Außerdem verdient das Werk von J, L. Katzenelson über die medizinische Wissenschaft im Talmud und die in Amerika erschienene Monographie von Dr. Levinsohn über ״Tuvie Harpfeh" und sein Buch ״Tuvies Taten (1632—1729)" Erwähnung. Die obige Ueberfieht ist nicht vollständig, da es unmöglich langen, ist die Erkenntnis, daß die medizinische hebräische Literatur sich erst in den Anfangsstadien ihres Wachstums befindet und daß sie liebevolle und eifrige Pflege braucht. Was im Laufe der letzten Jahre auf diesem Gebiete geschaffen worden ist, beweist deutlich, daß die alte neuerweckte hebräische Sprache dem medizinischen Zweig der Literatur ebenso wie den übrigen genügen kann. Vortrag Dr. Man in Berlin Ueber das Thema ״Die jüdische Aerztcschaft Deutschlands und der sanitäre Aufbau Palästinas" sprach am 14. Februar, vor einem Kreis geladener Aerzte, D r. Arthur Brunn, Kinderarzt aus Tel-Awiw. Dr. Brünn schilderte auf Grund persönlicher Erfahrungen die Tätigkeit von zwei wichtigen medizinischen Organisationen: des Aerrte-Vereins und der Kupath Cholim, der Krankenkasse der Arbeiter-Organisation. Die Tätigkeit der ״Hadassah" wurde nur in großen Zügen gestreift. Ausführlicher behandelte der Vortragende das Täfigkeitsgebiet der Kupath Cholim. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Krankenkassen gibt die Kupath Cholim ihren Mitgliedern medizinische Hilfe in eigenen Instituten mit meist hauptamtlich angestellten Aerzten. Sie unterhält drei große Bezirks-Ambulatorien in den drei großen Städten, in denen alle wichtigen Spezialfächer vertreten sind. Ferner gibt sie ihren Mitgliedern Krankengeld. Me Wöchnerinnen erhalten für 14 Tage Krankengeld. Einen außerordentlich wichtigen Zweig der Kupath Cholim bildet die Erholungstursorge, die leider noch in keiner Weise den an sic zu stellenden Anforderungen entspricht. Diese Frage ist in Palästina besonders akut, durch die große Anzahl der durch Krankheit und Arbeit in ihrer Arbeitsfähigkeit stark geschwächten Arbeiter. So errichtete die Kupath Cholim ein Arbeiter-Erholungsheim in Mozah mit zur Zeit 38 Betten, und in diesem Sommer cröffnefe sie ein zweites kleineres auf dem Mount Carmel für arbeitende Mütter und ihre Kinder mit zur Zeit je 8 Betten. Es ist eine der wichtigsten sanitären Aufgaben der nahen Zukunft, diese Erholungsfürsorge weiter auszuhauen. Der Vortragende ging dann zum 2. Teil seines Referates über: Wie kann die jüdische Aerztcschaft Deutschlands sich an diesen Arbeiten beteiligen? Zunächst muß ein Konnex geschaffen werden zwisehen der palästinensischen und deutschen Aerzteschaft. Es müssen Kenntnisse verbreitet werden über das, was in Palästina in sanitärer Beziehung geschieht. ,״Harcfuah" müßte verbreitet werden, die Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschritten übersetzt oder über sie referiert werden. Das Problem ״Palästina als Kurort" muß mit Aufmerksamkeit verfolgt werden, es kann von hier aus theoretisch und auch praktisch gefördert werden. Als direkte Arbeit wies der Vortragende auf die praktische Unterstützung der Arbeiter- Erholungsheime in Mozah und auf dem Mount Carmel hin. Durch Förderung dieses wichtigen Zweiges könnte die jüdisehe Aerzteschaft Deutschlands sich praktisch an den sanitären Aufgaben Palästinas beteilige;!. Zum Schluß wurde nach lebhafter Diskussion, auf Vorschlag von Dr- Sandler beschlossen, einen jüdische« Aerzte.Ausschuß für Palästina einzusetzen, der seine Tätigkeit demnächst aufnehmen wird. Die konstituierende Sitzung des Aerrte-Ausschusses hat bereits stattgefunden. Die jüdische Medizinische Gesellschaft!1» Palästina, die 339 Mitglieder zählt, ist der Internationalen .McdizinUchen GesUI: t?b Mitglied beigetreten. Die medizinische Arbeit der״Hadassah“ Januar 1929. Die Arbeit der Hadassah läßt sich in drei Gebiete einteilen: behandelnde, prophylaktische und erzieherische Tätigkeit 1. Behandlung. Krankenhäuser. Die Hadassah erhält vier Krankenhäuser, in Jerusalem, Tel-Awiw, Haifa und Safed, mit insgesamt 363 Betten. In diesen Krankenhäusern wurden während des Jahres 1928 10411 Patienten behandelt die Gesamtzahl der Krankheitstage betrug 128058. Im Verhältnis nj diesen großen Zahlen ist die Möglichkeit der Aufnahme beängstigend gering, besonders während des Sommers in Tel- Awiw und Haifa. Das Rothschild-Krankenhaus in Jerusalem, dessen Ge* baude der Hadassah durch die Familie Rothschild zur Verftigung gestellt wurde, ■wird durch eine Universitätsklinik er« setzt werden, die aus dem Universitätshospitalfonds errichtet werden soll, der von der Hadassah und dem amerikanische« jüdischen Acrztekomltee gebildet worden ist Das Rothschild« Hospital ist das medizinische Hauptquartier der Organisation für das ganze Land und besitzt ein Röntgeninstitut und die zentralen Laboratorien für Pathologie, Bakteriologie, Serologie und Biochemie. Das Krankenhaus in T e I - A w i w ist kürzlich in ein schönes, gut ausgestattetes, modernes Gebäude überführt worden. Der Boden wurde von dem K. K. L. berdtgestellt, das Haus und seine Ausstattung wurden durch den hebräischen Universität»■ hospitalfonds, die Palästinaregierung, den Stadtrat von Tel-Awiw und Baron Edmund Rothschild bezahlt. Das Gebäude des Hadassah-Hospitais in Safed wurde ebenfalls von der Familie Rot h sch ifd zur Verfügung gestellt. Dieses Hospital enthält die einzige Tuberkulösen* Station im Lande, aber seine 36 Betten stehen in einem jammervollen Mißverhältnis zu den Hunderten von Patienten, die Behandlung verlangen. Die Tuberkulosenstation erhält eine finanzielle Unterstützung durch den New Yorker Zweig der Frauenhilfe bei der jüdischen Schwindsuchtfürsorgegesellschaft von Denver. Das Hospital in Haifa befindet sich in einem gemietete« Gebäude, das seinen Bedürfnissen nicht entspricht. Jedes Hadassah-HospitaJ hat ein oder mehrere Laboratorien, wo aic Analysen für die Patienten gemacht werden. Die Pa* lästinaregierüng, die Kupath Cholim und andere Institutionen benutzen gelegentlich die Hadassah-Laboratorien. Die Hadassah unterhält Ambulanzen in Jerusalem, Tel-Awiw, Haifa, Tibcrias und Safed, außerdem in den Kolonien, wo die Hadassah medizinische Hilfe leistet. Eine Apotheke ist jeder Ambulanz angegliedert 1928 wurden hier 115000 Fälle behandelt, 583000 Paticntenbesuche wurden verzeichnet Medizinische Hilfe in den Kolonien. 37 jüdische Siedlungen in Judäa, Samaria, der Ebene Jesreei, Ober- und Untcrgaliläa werden durch die Hadassah versorgt Die Kolonien tragen einen Teil der Ausgaben. Sie werden mit Aerzte« oder Schwestern und Schulinspektoren versehen. An einigen Stellen sind Säuglingsstationen eingerichtet Ein Augenarzt besucht häufig die verschiedenen Orte und leitet das orteansässige Personal im Kampfe gegen Trachom und andere ansteckende Augenkrankheiten. Der Koloniedienst umfaßt außerdem Lahoratoriumsanalyscn, Verkauf von Arzneien zum Selbstkostenpreis und, wenn nötig, Besuche von Spezialisten. Außer in den Jemenitensiedlungen werden die Ausgaben des sanitären Dienstes fast vollständig durch die Siedlungen gedeckt ,dmik ... . Städten Jerusalem, Haifa, Tel-Awiw und Tlbeifas, «nd in de« Dörfern Rechobot, Schaarajijn, JawnicI, Pef’ach Tilcwah, Maehtteh Jehudah, Ejn Ganim, Rischon-le-Zion und Schiwat Zion. Die Zentren dienen der Fürsorge der Mutter in und nach der Schwangerschaft und der Sorge für die Säuglinge und Kind« im Vorschulalter. Sie stehen unter der Ueberwachung des leitenden Kinderarztes der Hadassah. Ende 1928 betreute die Hadassah 5000 Babys und 1700 schwangere Frauen. Nathan und Lina Strauß Gesundhejtszentre n. Die Strauß-Gesmidheitszentren in Jerusalem und Tel- Awlw bedeuten eine neue Aera in der sanitären Arbeit des Nahen Ostens vom Standpunkt der prophylaktischen Medi rin und der sanitären Erziehung. Die Jerusalemer Zentrale wird Peßach dieses Jahres offiziell eröffnet werden. Der Bau in Tel- Awiw soll jetzt beginnen. Schulhygiene. Das Departement für Schulhygiene bd der Hadassah überwacht 266 jüdische Schulen mit 23 746 Schü* lern in 8 Städten und 72 Dörfern.. Abgesehen von der medi« zinischen Inspektion geben die Schulschwestern Instruktion«« in persönlicher, sozialer und Haushaltshygiene. Schüler, die einer speziellen Behandlung bedürftig sind, werden den Krankenhäusern und den Schulkliniken überwiesen. In weniger als zehn Jahren reduzierte das Departement die Fälle von Trachom in den Schulen von 40,73 auf 10,2®/«, die der Hautkrankheiten von 40 ״/« zu fast Null. In den Regierungsschulen, die von Arabern besucht werden, war der Prozentsatz von Trachom im Jahre 1927 59,5 ״/#. Eine Zahnklinik für Kinder wird in Tel-Awiw durch die lokale Vereinigung der jüdischen Zahnärzte geleitet und erhalt von der Hadassah eine Subvention. Anti-Trachom. Die Hadassah führt einen energischen Kampf gegen Trachom und andere ansteckende Augenkrank״ heiten durch ihre Krankenhäuser, Ambulanzen und aas Schul״ hygiene-Dcpartment. In der alten Stadt in Jerusalem ist eine besondere Augenklinik eingerichtet. Die jüdischen Siedlungen werden durch das lokale medizinische Personal und einen rei« senden Spezialisten versorgt. Tuberkulosenbekämpfung. Die Behandlung und Prophylaxe der ״weißen Pest“ ist in Palästina eine brennende medizinische Frage, da sich in Palästina tausend oder mehr Fälle davon findeteund die Krankheit sich unter den schwere« Lebensbedingungen zu verbreiten droht. Außer der Taberku* tosenstation in Safed und dem Kampf, der in ihren Hospitälern gegen die Krankheit geführt wird, beteiligt sich die Hadassah an drei Ambulanzen für Lungenkranke, die die Antituberkttlosenliga in Jerusalem, Haifa und Tel-Awiw eingerichtet bat, Hausbesuche. Die Aerzte der Hadassah machen so viel« Hausbesuche, als es ihre Zeit zuläßt. In Safed, Tiberias und den Dörfern gehören die Besuche zur regulären Arbeit der Aerzte. In bestimmte« Monaten des Jahres ist in Tel-Awiw ein besonderes System für die Hausbesuche der Aerzte and Schwestern eingerichtet worden. Immigrationsdienst. Die Dienste der Hadassah- Acrzte und -Schwester« sind der Zionistischen Palästina-Exekutive für die jetzt beginnende neue Einwanderung zur Verfügittig gestellt worden. 3. Erziehungsarbeit. Zusammenarbeit mit der Hebräischcn Universität. Vorträge und Kurse werden für die Aerzte durch prominente Spezialisten gehalten. Die Kurse werden von der Universität und der Hadassah gemeinsam eingerichtet Schwesternschule. In der Schwesternschule der Hadassah wurden im November 1928 die Abschlußprüfungen der Schülerinnen aus der achten Klasse vorgenommea. Die Gesamtzahl der Zöglinge beträgt 111. 63 Schülerinnen werden jetzt ausgebildet. Der Unterricht ist vollständig hebräisch. Die meisten Schwestern, die aus jleia Institut hervorgehen, haben fm Dienste der Hadassah Anstellung gefunden. Für Absolventen von besonderen Fähigkeiten ist ein btipendienfonds vorhanden.

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