Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 20 (12.3.1929)
- Date
- 1929-03-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20,12. nr. 1920 JUEDTSCHE RUNDSCHAU Seite m Landeskonferenz des Keren Hajessod Bie große Kandgebung ln KroHs Feststen (Vor bericht) Am 10, März fand in Berlin die Landesversaramlung■ des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) e. V. in Deutschland statt Der Landesvcrsaramlung ging um 11 »/»Uhr, vorm., im großen Festsaal bei Kroll eine Kundgebung des Keren Hajessod, unter dem Vorsitz des Direktors Oskar Wassermann, voran. Zu dieser Kundgebung hatten sich mehr als 2000 Personen eingefunden. Vertreter aller Schichten der jüdlsehen Bevölkerung waren erschienen. Der Leiter der Kundgebung, Direktor Oskar Wassermann, konnte unter den Olsten den Vorsitzenden und die Mitglieder des Vorstandes und des Repräsentantenkollegiums der Jüdischen Gemeinde Berlin, das Mitglied der Zionistischen Exekutive in London, Felix Rosenblüth, die Vertreter der Allgemeinen Jüdischen Arbeiter• Organisation in Palästina, die Vertreter des deutschen Komitees Pro Palästina an der Spitze den Regierungspräsidenten Haußmann, die Vertreter der Keren Hajessod-Organisationen der Tschechoslowakei und Ungarns, die Vertreter des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, die Vertreter der Zionistiselten Vereinigung für Deutschland, die Vertreter der Groß-Logen Bnei-Brith Deutschlands, die Vertreterinnen des Jüdischen Frauenbundes, die Vertreter des Wcltverbandes Makkabi und der jüdischen Jugend, die Vertreter des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, die Vertreter der Akademie für die Wissenschaft des Judentums, die Vertreter der Gesell- Schaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, die Vertreter der Gesellschaft der Freunde der Jüdischen Nationalbibliothek In Jerusalem und die Vertreter der Presse begrüßen. Eine besondere Begrüßung, über die wir an anderer Stelle unseres Blattes berichten, wurde dem anwesenden Professor Albert Einstein zuteil. Die Eröffnungsrede hielt Direktor Wassermann, die wir demnächst ausführlich wiedergeben werden. Einzelne Wendungen dieser stolzen und würdigen Ansprache wurden von den Versammelten mit stürmischen Beifall aufgenommen. Direktor Wassermann sagte u. a.; ״Wir erwarten von der Erfüllung der uns heute in Palistlna gegebenen Möglichkeiten die wahre Erneuerung Jüdlscher Art. Im Vertrauen auf die sittlichen Kräfte des Judentums geben wir an das große Werk, das aufs neue Jüdische Menschen mit Erez-Israel verbinden soll und erhoffen von künftig dort lebenden Generationen, daß sie der Welt und auch uns Juden selbst zeigen werden, daß wir imstande sind, Leistungen zu vollbringen, die den wahren Fortschritt der Menschheit fördern. Wer dem Fortschritt der Menschheit dienen will, muß versuchen. Ihn selbst herbeizuführen 1 Wir erwarten das Erblühen Jüdischer Kultur. Aber gerade wir Juden wissen aus unserer Vergangenheit, daß die Erreichung geistiger Ziele an irdische Voraussetzungen gebunden ist Irdisches und Göttliches gehört nach jüdischer Auflassung auts engste zusammen. Daher glauben wir, der Gelstesentwtcklang künftiger Generationen das Beate dadurch geben zu können, daß wir ihr die äußeren Voraussetzungen durch unsere Anstrengungen schaffen.“ Namens der Zionistischen Exekutive überbrachtc Felix Rosenblüth die Grüße des Präsidenten Weizmann an die Versammlung und berührte in kurzen Worten den ,Arbeitsbund“ zwischen Zionisten und Nichtzionisten, der in der erweiterten Jewish Agency zustande kommen wird. Herr Alfred Llsser, Hamburg, hielt eine formvollendete Ansprache, in der er auf die noch vorhandenen Widerstände mancher Kreise des deutschen Judentums gegen den Keren Hajessod hinwies und ein zu Herzen gehendes Bekenntnis für den Gedanken des Palästina-Aufbaus ablegte. Martin B u b e r wies darauf hin, daß die Zionisten im Palästina - Werk der Qesamtjudenheit etwas wiedergegeben haben, dessen diese sich als eigenen Kindes annehmen und das sie als solches er- und anerkennen müsse. Dr. Nahum Qoldmann betonte die Wichtigkeit der Werktagsarbeit für den Palästina-Aufbau als der Voraus- Setzung für den erwünschten Feiertag der jüdischen Seele in dem natürlichen Milieu des jüdischen Lebens in Palästina, das den Vorrang vor der ״Künstlichkeit“ des Judenlebens in der Diaspora habe. Julius Schindler, Hamburg, schilderte kurz seine Eindrücke von einer Palästina-Reise, die in ihm, dem Nlchtzionisten, die Ueberzeugung von der Größe und den Möglichkeiten des Palästina-Aufbaus bestärkt haben. Kurt Blumenfeld sprach formvollendet von dem neuen echten jüdischen Leben, das in Palästina erblüht Mit Dankesworten an die Erschienenen schloß Direktor Wassermann die großartig verlaufene Kundgebung. Die Landesversammlung Um 4 Uhr nachm, konnte Direktor Oskar Wassermann im vollbesetzten großen Saale des Logenhauses in der Kleiststraße die Landesversammlung des Keren Hajessod eröffnen. Dem im Druck vorliegenden Bericht des Präsidiums entnehmen wir vorläufig nachstehende Abschnitte: Der Keren Hajessod ist keine politische Organisation und keine Kampforganisation. Er vereinigt Juden aller Parteirichtungen in einer überparteilichen Organisation zur ideellen und materiellen Förderung der im Völkerbundsmanäat vorgesehenea jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina. Er hat in siebenjähriger praktischer Arbeit gezeigt, daß es möglich ist, deutsche Juden der verschiedensten Anschauungen in der Arbeit für Palästina zu vereinen, ohne von irgendeinem seiner Anhänger ein eacrificium intellectus zu verlangen. Wenn es noch beute jüdische Organisationen in Deutschland gibt, die als solche die Beteiligung am Keren Hajessod ablehnen und in Majoritätsbeschlüssen ihrer leitenden Gremien Bedenken gegen die Ziele und die Arbeit des Keren Hajessod äußern, wobei sie jedoch ihren Mitgliedern die persönliche Stellungnähme zum Keren Hajessod freisteilen, so muß der Keren Hajessod die bessere Einsicht der gegenwärtigen Majoritäten in diesen Gremien der weiteren Entwicklung überlassen und sich bis dahin mit dem Bewußtsein trösten, daß führende Männer dieser Gremien und zahlreiche Mitglieder dieser Organisationen schon heute zu den eifrigsten Freunden und Forderern des Keren Hajessod gehören. Der Keren Hajessod hält es nicht für seine Aufgabe, die Polemik seiner Gegner mit gleichen Mitteln zu bekämpfen oder gar als Angreifer gegen irgendeine Organisation aufzutreten. Er war nur verpflichtet, das Palästinawerk gegeu eine lendenziöse und unsachliche Kritik zu schützen, wie sie bisweilen in gegnerischen Schriften zum Ausdruck kam. Er mußte ferner wiederholt den immer wiederkehrenden Entstellungen über seine Tätigkeit und falschen Behauptungen über die Verweildüng seiner Mittel entgegentreten. Das Präsidium hat in einer Resolution vom 18. Februar 1926 (siehe Anhang) alle derartigen Behauptungen mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Zu unserer Genugtuung können wir feststellen, daß weder solche Mittel noch die bisweilen Immer noch auftretenden Boykottparolen gegenüber unseren Veranstaltungen geeignet waren, das allmähliche Anwachsen unserer Anhängerschaft auch in den Kreisen früherer Gegner zu verhindern. Die Arbeit des Keren Hajessod wird sich weiterhin in der Richtung zu bewegen haben, die sie bisher zu ihren Erfolgen geführt hat: mit starker Sachlichkeit alle deutschen Juden zu gewinnen, die bereit sind, den Aufbau Palästinas tätig zu unterstützen. Die Arbeit des Keren Hajessod hat in entscheidender Weise dazu beigetragen, daß sich das Antlitz Erez-Isracls in diesen letzten sieben Jahren gewandelt hat. In der Jesreel- Ebene, die in der Geschichte Palästinas einst eine große Rolle spielte, gab es vor sieben Jahren noch fast gar keine Juden. Heute ist diese Ebene von jüdischen Dörfern bedeckt, die vom Keren Hajessod in Zusammenarbeit mit dem Bodenkauffands Keren Kajemeth gegründet wurden. Wenn heute neben der 100r0 Einwohner zählenden hebräischen Stadt Tel-Awiw große moderne jüdische Stadtviertel in Jerusalem und Haifa neu entstanden sind, so hat der Keren Hajessod auch die Entwicklung der städtischen Siedlung direkt oder indirekt ermöglicht. Die Besserung der sanitären Verhältnisse ist in bedeutendem Umfang ein Werk des Keren Hajessod, der immer wieder Mittel zirm Kampf gegen Malaria und Trachom zur Verfügung gestellt hat, und um die Wiederbelebung der hebräischen Sprache als lebendiger Umgangssprache hat sich der Keren Hajessod die größten Verdienste erworben, indem er In einem groß angelegten Schulsystem, das vom Kindergarten bis zur Universität reicht, für die hebräische und jüdische Erziehung der Jugend sorgt. Während der wirtschaftlichen Krise, die als Folge der überstürzten Einwanderung des Jahres 1925 in den Beiden folgenden Jahren ln Palästina herrschte, hat der Keren Hajessod seine Mittel aufs äußerste anstrengen müssen, um des Problems der Arbeitslosigkeit Herr zu werden und den Besitzstand des jüdischen Kolonisationswerkes zu erhalten und zu festigen. Im letzten Jahre mehrten sich nach Ueberwindung der Krise die Anzeichen für eine neue Expansion des jüdischen Siedlungswerkes. Der große 3C©״> Hektar umfassende Bodenkomplex zwischen Haifa und Akko ist vom Keren Kajemeth erworben worden; an der Küstenebene von Haifa bis südlich von Jaffa hat der Pflanzungsbau durch die Anlage von örangenkulturen gewaltige Fortschritte gemacht; das große Elektrizitätswerk am Jordan geht seiner Vollendung entgegen, und der Ausbau des Hafens von Haifa, der auf Jahre hinaus Hunderten von Arbeitern Beschäftigung geben wird, wird im Zusammenhang mit der projektierten Eisenbahnlinie Haifa—• Bagdad und mit der geplanten Petroleum-Röhrenldtung aus dem Mossulgebiet Haifa zura wirtschaftlichen Zentrum des östlichen Mittelmeeres machen. Im Zusammenhang mit dieser Aufwärtsentwicklung hat die palästinensische Regierung im Einvernehmen mit der Leitung des Kolonisationswerkes mit Beginn dieses Jahres die längere Zeit unterbrochene Arbeitereinwanderung, wenn auch zunächst in beschränktem Umfang, wieder zugelassen. Dem Keren Hajessod erwachsen ln einer Periode des Fortschritt« und des Aufstiegs neue Pflichten und neue Aufgaben: er muß die bestehenden Positionen aufrecht halten und ausbauen, bis sie zur wirtschaftlichen Selbständigkeit reif sind, er muß — ln der städtischen und ländlichen Siedlung — neue Positionen schaffen, die Immer neuen Eta- Wanderern die Möglichkeit bieten, auf der Grundlage produktlver Selbstarbeit ein freies eigenes jüdisches Leben zu führen. Der Deutsche Keren Hajessod wird den Weg fortsetzen, den er begonnen hat: er wird — schon heute getragen von den Sympathien der jüdischen und nlchtjüdischen Umweit — in den Reihen der deutschen Judenheit um Mittel für den Aufbau Palästinas werben, und er wird auch weiterhin bemüht sein, die Palästina-Idee, den Gedanken der jüdlsehen Renaissance auf der alten Erde von Erez-Israel, in den Herzen der deutschen Juden zu wecken. Direktor Wassermann betonte entgegen den immer wieder aufgcstellten falschen Behauptungen, daß die Gelder des Keren Hajessod entsprechend dem Wesen dieser Institution nicht für die Organisationskosten der Zionistischen Organisation verwendet werden. Das gelte uneingeschränkt sowohl für den neutralen Keren Hajessod in Deutschland wie auch für den Keren Hajessod im allgemeinen. Justizrat Marxheimer, Wiesbaden, würdigte die Arbeit des Deutschen Keren Hajessod sowie insbesondere die Tätigkeit Oscar Wassermanns, der sich stets in den Dienst des Keren Hajessod stelle und jedem an ihn ergehenden Ruf, für den Keren Hajessod zu werben, folge. Ueber das jüdische Kolonisationswerk in Palästina referierte hierauf Felix Rosenblüth, London, in eingehender Weise. Die Schlußfolgerungen, die er aus seinem aut eine ungeheure Fülle von Material gestützten Referat für die Zu- ,cunft des jüdischen Palästina zog, hörten sich wie eine Vision an. Der Referent betonte jedoch, daß diese scheinbare ״Vision“ das Programm des Aufbauwerkes in Palästina sei. Ueber die Erweiterung der Jewish Agency referierte Direktor Oskar Wassermann und legte namens des Präsidiums der Versammlung die nachstehend veröffentlichte Resolution vor. An Wassermanns Referat schloß sich eine Diskussion, an welcher sich Rechtsanwalt Dr. Alfred Wolff, Breslau, sowie Dr. Soloweitschik beteiligten. Ein Abänderungsvorschlag Dr. Soloweitschiks zu Wassermanns Resolution fand nicht die Zustimmung der Versammlung. Nach Erledigung des Punktes 4 (Aenderung der Satzungen) wurde ein Zentralkommitee, bestehend aus 51 Mitgliedern, gewählt Direktor Wassermann konnte die Versammlung mit Dankesworten an Felix Rosenblüth für sein erschöpfendes Referat sowie an die erschienenen Teilnehmer schließen. * Der Wortlaut der angenommenen Resolution ist folgender: 1. Die Landesversammlung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. begrüßt mit Freude und Genugtuung alle Schritte zur Vereinigung der gesamten Judenheit zur Mitarbeit an der Aufrichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palistlna. Die Erweiterung der Jewish Agency durch den Eintritt von Repräsentanten der Judenheiten in der Welt bedeutet den wahren Sieg der Gedanken, von denen die Arbeit des Keren Hajessod von ihren ersten Anfängen an erfüllt war. Der Wiederaufbau Palästinas ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung da jüdisches! Lehens und der jüdischen Kultur. Das Palästinawerk gibt der Judenheit einen neuen Mittelpunkt, rtbt jedem Juden neue Hoffnung für eine von schöpferischen ildischen Leistungen erfüllte jüdische Zukunft und stärkt da üdlsche Selbstbewußtst in und die jüdische Zuversicht. Es dient der Freiheit des jüdischen Lebens und der Ehre des jüdischen Namens. 2. Die Landesversammlung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. begrüßt die Beschlüsse der Überpartei• liehen Konferenz der amerikanischen Judenheit vom 20. und 21. Oktober 1928. Sie spricht Ihre Genugtuung darüber aus, daß die amerikanischen Juden unter Führung von Louis Marshall und Felix M. Warburg als erste ihre Bereitschaft erklärt haben, ln die Jewisb Agency einzutreten. Die Landes- Versammlung billigt das zwischen der Zionistischen Organisation und der amerikanischen Judenheit geschlossene Abkommen und erblickt in diesem Abkommen die Grundlage für den Eintritt der jüdischen Gemeinschaften der anderen Länder in die Jewish Agency. 3. Die Landesversammlung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. spricht die Erwartung aus, daß es auch in Deutschland geltagen wird, der deutschen Judenheit, soweit sie mit den zwischen der Zionistischen Organisation und der amerikanischen überparteilichen Konferenz getroffenen Abmachungen einverstanden ist, eine geeignete Vertretung in der Jewish Agency zu sichern. Die Landesversammlung bevollmächtigt das Präsidium, als Inltiativ-Komitec für die Erweiterung der Jewish Agenev In Deutschland tätig zu sein und Im Einvernehmen mit dem Zentralkomitee des Keren Hajessod die für den Eintritt deutscher Juden ln die Jewish Agency erforderliehen Schritte zu ergreifen. Das Präsidium hat In seiner Eigen- Schaft als Initiativ-Komltee das Recht der Kooptation. ln aller Kürze New York, 8. März. (J.T.A.) Herr und Frau Fell* M. Warburg sowie Herr und Frau Dr. Cyrus Adler, die von Dr. Weizmann zum Besuch Palästinas eingeladen worden sind, haben am S. März an Bord des Dampfers ״Roma“ die Fahrt angetreten. Sie werden am 16. April in Jerusalem eintreffen. Wie uns mitgeteilt wird, hat ״H a b i tu a h“ sich ab 15. September 1929 zu einer sechsmonatigen Europa-Tournee verpflichtet Sie wird mit den! neu einstudierten Repertoir auftreten. Die Tournee wird wohl in Italien beginnen und über die mitteleuropäischen Staaten bis nach Eng/and führen. Die ״Weltunion der jüdischen Jugend“, Paris, überreichte dem Generalsekretariat des Völkerbundes einen mit 2500 Unterschritten versehenen Protest gegen die Einschränkung der Rechte der Juden an der Klagemauer in Jerusalem. Aus Veiten kommen neue Nachrichten über grausame Verfolgungen der dortigen Juden durch die Araber. Jüdische Waisenkinder werden gewaltsam zum Islam bekehrt, jüdische Emigranten dürfen ihre Häuser nicht verkaufen, sondern müssen diese den Behörden unentgeltlich zur Verfügung stellen. Eine Umfrage des ״Joint“ unter .100 Q00 regelmäßigen Spandem Wr diesen Funds ergab, diß sich 96 **> ,der Befragten für eine Fortsetzung der Aufbauarbeit des Joint nach dem Jahre 1929 aussprach em. Die jüdische Gemeinde von Haifa gab zu Ehren der mit dem Dampfer ״Mauretania“ eingetroffenen jüdisch-amerikanisehen Touristen ein Bankett, bei dem Vertreter der Zionistischen Exekutive, der Gemeinde, des Technikums und der Handelskammer die Gäste begrüßten. Der Vizepräsident der kanadischen Zionistischen Organisation, Gelber, gab die Versicherung ab, daß das amerikanische Judentum alles tun wird, um die palästinensischc Front zu stärken. Seitens der palästinensischen Regierung wird der J.T.A. mitgeteilt, daß die Meldung der Londoner ״Jewish Tiraes“, wonach Freunde des aus Rußland verbannten Lew TrotzM bei der palästinensischen Regierung um die Erlaubnis für Trotzlö, nach Palästina zu kommen, angesucht haben, den Tatsachen nicht entspricht. In der Jahresversammlung des Pariser Komitees für jüdlsehe Auswanderer-Hilfe teilte der Generalsekretär von Hicem, Dijour, mit, daß trotz aller Einwanderungsbeschränkungeu dennoch 40 000 bis 50000 Juden im Jahre 1928 osteuropäische Länder verlassen haben, um sich nach Uebersee, zu einem kleinen Teil auch nach Westeuropa, zu begeben. Unter Beteiligung von Professor Basch, Jean Richard Bloch, Marc Chagall, den Schriftstellern Fleg und Kessel, Maxa Nordau und Andre Spire wurde in Pari s ein Gedächtnisfonds für den verstorbenen englisch-jüdischen Dichter Z a n g w i 11 geschaffen. Von der Redaktion. Dr. Robert Welt sch, Chefredakteur der ״Jüdischen Rundschau“, begibt sich am 14. März an Bord des ״Carnaro“ (Lloyd Triestino) zu einer mehrwöchigen Studienreise nach Palästina. Landes-Konferenz der Zionisten Ungarns. Die Ungarländische Zionistische Organisation veranstaltet ihre Jahreskonferenz am 31. März und 1. April in Budapest. Die Konferenz wird am 31. März, Sonntag Vormittag, im Rahmen eines öffentlichen Meetings im Pracht-Saale der Musik-Akademie eräffnet, bei welcher Gelegenheit Kurt Blume nfeld (Berlin) in Vertretung der Zionistischen Exekutive erscheinen und sprechen wird. Die Redner der Eröffnungssitzung sind ferner Prof. Adolf Strauß, Dr. Leopold Ostern und Dr. Josef S c h ö n f e 1 d. Aus der Provinz und aus Budapest werden ca. 120 Delegierte an der Tagung teilnehmen. Misrachi-Delegiertentag und «Jüdisches Wochenblatt“. In der letzten Nummer des ״Wochenblattes“ beschäftigt sich M. A. L ö b mit dem Leipziger Beschluß des Misraclii und gibt als entscheidenden Grund für die Aufhebung des Frankfurter Antrages die Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Zeire Mi*- rachi an. Er stellt das Zahlenergebnis ganz anders hin als es in Wirklichkeit wir, und es wird daher auf folgende Feststellung Wert gelegt: es stimmten gegen den Frankfurter Antrag 20 Alt- Misrachi, 14 Zeirim; für den Frankfurter Antrag 9 Alt-Misrachi und 4 Zeirim bei einer Stimmenthaltung. K. Beisetzung Louis Frankensteins. Sonntag, den 10. März, fand die Beisetzung Louis Frankensteins, des Vaters von Frl. Betty Frankenstein, unter ungewöhnlich großer Beteiligung in Berlin statt. Rabbiner Dr. A. L e v y würdigte die Verdienste des Verstorbenen während seiner 50jährigen segensreichen Tätigkeit als Vorstandsmitglied und Lehrer der Jüdischen Gelucinde in Krone. Namens der Freunde und Schüler legte ein Landsmann des Verstorbenen beredtes Zeugnis von der Dankbarkeit und Liebe ab, die Generationen von Juden für den Heimgegangenen empfinden.