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Jüdische Rundschau · 1929-03-05 · Heft 18 (5.3.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 18 (5.3.1929)
Date
1929-03-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.!8. 5. TB. 1920 JUIDTSCHf RUNDSCHAU Seite 113 Zionismus und Judentum Von Schmarj• Levin. In London hat kürzlich anläßlich der Uebarrelehmg eines N.-F.- Diplom* m Dr. and Mn. Eder «ine intime Feier unter dem Vorsite von Reo. Goldbloom ttnttgafnnden, bei der die herdit he Verehrung der engliechen Zionulm für die Gefeierten mm Amdruck kam. Am Vertreter der Exekutive sprach Felix Roaenbl&th, ferner tprachsrt Faul Goodman, Simon Marke, Frau Chief robbt Horte, Mn. Sief) u. 8• Wir geben nachstehend ein Stück aut Dr. Sehmarja La ei nt Rede wieder, die über den Anlaß hinan» beachtet m werden verdient, h'ftck einer persönlichen Sympathiebezeugung für Mn, and Dr. Eder fuhr Dr. Levin fort: Ich habe In den letzten Jahren viel Ober das Wesen des Judentum» nach gedacht. Ich habe den Oelst des Judentiuns verglichen mit anderen großen Kulturen, mit dem Islam« dem Christentum, mit der Religion Buddhas und Konfuzius, und da gibt es Eines, was das Judentum von allen diesen anderen religiösen Kulturen unterscheidet. Alle diese anderen Kulturen behandeln das Verhältnis von Mensch zu Gott und von Mensch zu Mensch. Sie denken nur in diesen beiden Dimensionen. Das Judentum hat eine dritte Dimension hinzugefügt und ausgebaut, es ist das Verhältnis von Mensch zum Volke. Der Einzelne und seine Tat ist für das Judentum verhältnismäßig bedeutungslos. Man ist noch kein guter Mensch, wenn man dem anderen gegenüber ehrlich und aufrichtig ist. Die wahren Werte offenbaren sich erst in der Beziehung des Einzelnen zur Gesamtheit, und der Träger wahrer Sittlichkeit und aller Werte ist das Volk, das Kollektivum selbst Das Judentum glaubt an die Kollektivseele. Das Leben des Einzelnen, seine Gegenwart, ist ohne Bedeutung, Es ist kein Zufall, daß die jüdische Grammatik die Gegenwart nicht kennt. Es gibt in der jüdischen Sprache nur eine Vergangenheit und eine Zukunft. Und was man in der hebräischen Grammatik zuweilen in Analogie zu mo* dernen Sprachen Gegenwart nennt, ist in Wahrheit nur eine Bindeform, eine Brücke von Oegenwart zur Zukunft Eine solche Brücke ist nach jüdischer Auffassung das Individuum. Der Einzelne trägt die Vergangenheit seines Volkes und seine Zukunft in sich. Das Individuum verkörpert in sich die Folge der Geschlechter, die Vergangenheit und die Zukunft seines Volkes, seine von ihm selbst gelebte Gegenwart ist von untergeordneter Bedeutung, Diese Bedingtheit des Individuums durch das Kol'eVfvum seines Volkes ist ein Problem, über das die analytische Wissenschaft, der Dr. Eder seine Arbeit gewidmet hat. in der Zukunft noch viel auszusagen haben wf־d, und ich möchte wünschen, daß Dr. Eder in der Zukunft dazu beitragen möge, diese Zusammenhänge zu klären. Ich bin tief devot! überzeugt, daß es tiefe psychologische Zusammenhänge sind, daß es die unbewußte Verknüpfung des Einzelnen mit dem Volke ist, die uns unabhängig von unserem bewußten Willen zu Zionisten macht Wie in der Seele des einzelnen individuums, so gibt es auch in der Seele des Volkes unterdrückte, ״verdrängte״ Wünsche und Begehrungen, und das jüdische Volk als ganzes ist par excellence das Volk der unterdrückten Wünsche, und jeder einzelne. Jude trägt in sich —;alnea T«0 'diwwc.durch.-d**; Jiölas-SefcJelisat׳ bewMsjte»■ 4fer*: -׳־ - d#fngHngfenif4־i;:d«9£־׳gf<Äe»t‘:sih8#fef»d1Ä'־'jödfseh;ew׳ •'PenSnlichkeit aber bricht wieder die alte elementare ursprüngliche Leidenschaft hervor, die starker ist als diese Verdrängungen, und in ihr offenbaren sich erneut die ursprünglichen Wünsche und Sehnsüchte des Volkes, ich erinne-e Sie an Karl Marx Ich bin kein Marxist, aber was wesentlich an Marx ist. das ist,, daß er ein Nachkomme der alten Propheten ist und daß er mit prophetischer Leidenschaft aus den verdrängten Wünsehen des jüdischen Volkes heraus eine neue bessere Zukunft erst-ebt hat. Auch im Bolschewismus finden Sie Analogien hierzu. Es ist auch kein Zufall, daß der Mann, der die psychologische Analyse der verdrängten Wünsche wissenschaftlich begründet hat, ein Jude ist Ich bin überzeugt davon, daß sich der Zionismus wissenschaftlich begründen läßt, als eine aus den unterdrückten Forderungen und Sehnsüchten der jüdischen Kollektivseele hervorbrechende elementare Sehnsucht, die uns alle, gleichviel ob wir es wollen oder nicht, zu Zionisten macht. Diese Sehnsucht führt uns zurück nach Palästina, nach dem Osten. Dort erst werden die unterdrückten Sehnsüchte des Volkes wieder frei werden, dort erst werden wir uns ausleben kön* nen, und dort erst wird eine neue Sonne, das Licht, das von Zion ausgeht, die dunklen Stellen unserer Seele wieder erhellen. Die Stuttgarter Eeligionsgesprüdie Von unserem Berichterstatter, Das dritte Gespräch führte Buber mit Theodor Bäuerle, dem Erneuerer des schwäbischen Volksbildungswesens, zusammen und handelte von Religion und Politik. Es war ein Gespräch zwischen Gleichgerichteten verschiedenen religiösen Ursprungs, auf die gemeinsam erstrebte Durchdrin• gungdesLeoensmitReligion zielend, so wie es etwa vom Kreis der ״Kreatur“ in den Blättern dieser Zeitschrift geführt zu werden pflegt. Die nötige Spannung schuf der vielleicht nur dem genau Hinhorchenden deutlich gewordene Unterschied der religiösen Grundhaltung, in dem der unaufteilbare Rest zwischen Judentum und Christentum überhaupt zutage trat. Er scheint klein: Religion — Sich-eingebettet-wissenin den Sinn des Lebens, obwohl in der Welt, in der sich das Leben abspielt, dieser Sinn nicht zu finden ist. Diesen Zwiespalt überwindet der Glaube, aus dem die Aufgabe erwachst, Gott in der Welt zu verherrlichen. So meint das Wirken des religiösen Menschen Erlösung (Bäuerle); Religion: unbedingte Hinnahme des Lebens in seiner ganzen wirklichen Doppelseitigkeit als zu Tuendes und als zu Erleidendes, und mit eben diesem Leben, immer wieder, aller eigenen Mängel bewußt, dem Auftrag zu antworten versuchen, der uns mit unserem Dasein gestellt ist (Buber). Buber schied einmal zwischen dem sensunsehen Menschen des Westens und dem motorischen des Ostens. Auch hier ist diese Scheidung: dort ein Mehr an Leiden, hier ein Mehr an Tun. Dort entscheidend Hingabe und Gnade, hier die Antwort auf das Leben, die Verwirklichung, aber beiden gemeinsam das V era nt wortung s bew u&tsein des gläubigen Menschen. Diese Gemeinsamkeit brachte die beiden Männer, wie schon vorher im Leben, so auch in diesem Gespräch einander sehr nahe. Ueber das Wesen der PoUtik, des Staates und aller Machtstrebigkeit überhaupt sind sie sich einig, wenn auch Buber darin, daß sie ganz ״des Teufels seien“, Bäuerle nicht bei- &!lichtet. Denn für Buber ist das Böse nur das noch nicht!Ute der Staat, nach seiner schon bekannten Prägun״. Pegel der Freiwilligkeit, mit der seine Bürger ihr Zusammenleben regeln, Status des Grades, in dem das Gottesreich nicht ver- ף׳ י■•״■——.—.... An die Mitglieder und Freunde des Keren Hajessod! Zu der Kundgebung des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E, V. am Sonntag, dem 10. März 1929, vormittags % 12 Uhr, im großen Festsaal bei Kroll, haf u.a. Herr Professor Albert Einstein seine Teilnahme zugesagt Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß zu dieser Kundgebung nur noch eine beschränkte Anzahl von Karten zur Verfügung steht Wir empfehlen daher unseren Mitgliedern und Freunden, sich unverzüglich mit Karten zu versehen. £ Die Zulassungskarten zur Landesversammlung (Generalversammlung, 10. März, nachm, 3,/,Uhr im großen Saal des Logenhauses, Kleiststraße 10), bei der Herr Direktor Oscar Wassermann über ״die Erweiterung der Jewish Agency" und Herr Felix Rosenblüth, Mitglied der Exekutive in London, über ״die Lage des Kolonisationswerkes" Referate erstatten, werden, bitten wir gleichfalls im Büro des Keren Hajessod — möglichst noch in der ersten Hälfte dieser Woche — zu bestellen. Zur Teilnahme an der Landesversammlung ist jeder berechtigt, der im Jahre 1928 oder 1929 seinen Beitrag an den Keren Hajessod entrichtet hat. Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. Berlin W 15, Meinekestraße 10 Taleioa: Bismarck 7169. iiiiMili'iiiiniiiniiiiimiiiiiiifflfflmiiiiiiMiniiMinfflMtroMmimiimiiiirMtmiiiiMimiiim wirklich! ist Je mehr Freiwüfigffceff, desto weniger Staat Ein einzigartiger Versuch der freiwilligen Gemeinschaft vor Gott der echten weil naiven Theokratie, ist das Israel der Richterzeit Der zweite, nachexilisehe Versuch war eine bewußte und daher politische Nachahmung jenes ersten. Bezeichnend für die verlorene Naivität ist die Tatsache, daß es von da an keine selbständige Prophetie mehr gab: der ״ruach“ war nicht mehr wirksam, 00 wenig wie in der späteren christlichen civitas dei der zur Erlösung ,.Ausgemusterten“, Dagegen führt Bäuerle mit Recht als eia Beispiel verwirklichter Freiwilligkeit die Quaker an. Auch über die Politisierung der Religion durch ihre Verfestigung in religiöse Verbinde sind beide Sprecher einer Auffassung. Dagegen scheint in der Frage, ob es Pflicht des gläubigen Menschen sei, in die Welt der Politik, sei es im Staat sd es ln der Kirche, hineinzutreten, um sie religiös zu durendringen, Bäuerles Entscheidung ein unbedingtes Ja zu sein, und gleichermaßen im Hinbück auf die Verwerfung jeder Art-von Gewalt, indes Buber auch hier wie überall die ■,alldyeÄa!W1rt%-׳-v«**»kiÄr^|!sb«MmSl|:, EutseheWe»?? zu jeder Stade fordert kreaturbart bescheid-m eingegrenzt in das quantum satis — so viel ich vermag — des seiner Mangelhaftigkeit bewußten Menschen. Die zwei Gefahren für den im Bereich der Politik die religiöse Front Aufrichtenden sind Isolierung oder Erliegen. Dem politischen Mittel — Zwang in all seinen Erscheinungsformen von der Ueberredung bis zum Scheiterhaufen — sieht gegenüber das religiöse Mittel — Aufschließung, Erziehung in und zur Freiwilligkeit. Mit dem religiösen Mittel das politische zu überwinden — sei es in der Schule, im Staat, im Religionsverband oder im Leben der Vö'ker t!n‘ereinander — das ist die schwerste Probe. Auch die Revolution fordert sie vom Religiösen: er darf sich ihr nicht entziehen, aber es ist seine Verantwortung, Hüter zu sein der Reinheit des Bildes werdender Gemeinschaft, das jede Revolution von den Religionen empfangen hat, und dem jede untreu wird- Geht er darüber zugrunde, so ist sein Sterben beispielhaft und also nicht umsonst Die Gestalt des ermordeten Freundes wurde aus dieser schönen Prägung Bubers deut'ich uni lebendig. Mit einer lebensgläubigen Bejahung unserer Zeit in all ihrer Zerrissenheit schloß Bäuerle, mit einem Ausblick auf einen Bund der Glaubenden, über alle trennenden Schranken und Grenzen hinweg, Buber das überaus anregende und fesselnde Gespräch, das wie die vorhergehenden zahlreiche Zuhörer bis zum Ende in Spannung hielt. Von dem Versuch des Zionismus, mit dem religiösen Mittel das politische zu überwinden, war mit ausgesprochenen Worten nicht die Rede; vom Ueberhandnehmen des politisehen Mittels im Zionismus ebensowenig. Aber die Nutzan- Wendung liegt zu nahe, als daß sie nicht gezogen werden müßte. Politisches Streben ist auf den Tag, religiöses Wirken auf das Ewige gerichtet. Politik kann Erfolge buchen, aber nur Religion kann die Welt ändern. Darum wird es auch innerhalb des Zionismus immer wieder die wichtigste, aber auch schwerste, weil undankbarste Aufgabe sein, ״die religiöse Front aufzurichten“. L. M. Vortrag Schocken Aber Keren Kajemeth Herr Salman Schocken, Governor des Keren Kajemeth, hielt vor Funktionären der Berliner Zionistischen Organisationen einen instruktiven Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Keren Kajemeth. Er gab zunächst einen Ucberblick über die Entstehung des Fonds, der aus rein theoretischen Er- Wägungen in einem Zeitpunkt gegründet wurde, als es noch keine praktische Palästinaarbeit gab. Der Vortragende skizzierte die Tätigkeit des Keren Kajemeih vor dem Kriege und ging sodann Ober auf die kolonisatorischen Leistungen, die in der neuen Periode nach der Balfour-Deklaration einsetzen. Durch den Kauf des Emek Jesreel wurden die ganzen Mittel des Keren Kajemeth festgelegt, die kolonisatorische Arbeit rechnete nur mit dem Typus des landwirtschaftlichen Chaluz;. man war der Ansicht, daß die leichteren Aufgaben auch ohne Hilf« der Öffentlichen Fonds von den Juden erfüllt werden könnten. So hat man damals die zweite dringende Aufgabe, nämlich die Lösung des städtischen Bodenproblems, zurückgestellt. Als vor fünf Jahren die Haifa-Akko-Ebene käuflich war, lehnte der Keren Kajemeth den Erwerb ab, weil man auf Grund einer zwanzig Jchre alten Expertise meinte, daß die Assanierung dieses Gebietes fast unlösbare Aufgaben stelle. Glücklicherweise gelang es, nachdem eine private Grunpe den Boden erworben hatte, noch nachträglich ein Viertel des Gebietes für den Keren Kajemeth zu sichern. Die neu gebildete Haifa-Ray Co. halte, auf Grund der Stimmung der vierten Ali'ah, phantastische Pläne, deren Undurcilfuhrbarkdt aiigesiclus der ungenügende!! iinanziellen Fundierung klar war. So ist es nach "einiger Zeit dazu gekommen, daß eine neue Möglichkeit ents'.and, den Boden für den Keren Kajemeth zu erwerben. Die Bedeutung dieses Gebietes, das zum Herzstück des ganzen Lande» werden muß! liegt auf der Hand, so daß der Keren Kajemeth zugreifen mußte, obwohl ihm durch diese Aktion auf Jahre ninaus schwere Sorgen aufgebürdet werden. Der Nationalfonds wai auch gezwungen, angesichts seiner schwierigen finanziellen Situation, einen Partner zu suchen, der in der Gestalt der Pa* lestine Economic Corporation gefunden wurde. Die Zusam• menarbeit mit der P. E. C wird sich günstig auswirken, da durch deren Tätigkeit auch der Wert des N.-F.-Bodens wachsen wird, so daß der N.-F. Aussicht auf steigende Renten hat, wlh* rend er gleichzeitig seine bodenreformerischen Ziele voll er* reichen kann. Außer dem schon erwähnten Gebiet steht noch der Erwerb von 12 000 Dunam Dünenboden in Aussicht, den die Regierung schon zugesichert hatte, während sie jetzt einen Teil von etwa 2000 Dunam für ihre eigenen Zwecke zurückbehalten will, wogegen nichts einzuwenden ist, da durch die Regierungs־ anlagen an dieser Stelle (Pipe-Lines) der Wert des gesamt«! Bodens erhöht wird. Der Vortragende geht dann auf di« weiteren kolonisatorischen Aufgaben djes Keren Kajemeth Aber "Vön dwlww«{» d«y-;fSf Orangejjfttf'ge• eigneten Böden in der Küstenebene, ferner der Erwerb-von Boden am Rande der Kolonien zur Ansiedlung der in diesen Kolonien beschäftigten Arbeiter. Es sei eine menschlich und diplomatisch überaus hoch zu bewertende Leistung der Ar* beiterschaft. daß es ihr gelungen Ist, eine große Zahl jüdischer Arbeiter in die alten Kolonien einzuführen; die Bedin* gungen, unter denen diese Arbeiter leben, sind aber auf di« Dauer unmöglich, wenn sie nicht am Rande der Kolonien an' esiedelt werden. Einer solchen Forderung gegenüber kann er Keren Kr jemeth sich nicht ablehnend verhalten, und es isf eine für das Direktorium schwer zu ertragende Situation, wenn aus Mangel an Mitte!״ die wichtigsten Aufgaben mcht in Anriff genommen werden können. Darum müsse jeder, dem das alästinawerk am Herzen liegt, sieh klar sein über die Bedfeutung der Sammeltätigkeit des Keren Kajemeth, auch der Kleinarbeit, deren Erfolg es erst möglich macht, großzügige Kolo• nisations-Politik zu treiben. Der Redner schildert mit großel Wärme Wesen und Bedeutung der einzelnen Sammelmittel und schließt mit einem wirkungsvollen Appell seine überaus fes־ein* den Darlegungen. In einer sicti anschließenden Aussprache er• riffen u. a. die Herren Harzfeld und Dr. Georg Ha Ipe rn as Wort. Harzfeld, der Vertreter der palästinensischen Arbeiterorganlsation, feierte in enthusiastischen Worten die Ver• dienste Schockens um den Erwerb der Haifa-Bay und um di« nationale Kolonisationspo'.itik. In einem kurzen Schlußwort gab Herr Schocken auf Grund gestellter Fragen noch einige zu• sätzliche Informationen. internationaler Klub in Haifa. Unser A.G.-Korrespondent schreibt uns: In Haifa ist auf Initiative des Bürgermeisters ein internationaler Klub gegründet worden, in dem sich alle Kreise ohne Ansehen der Nationalität treffen sollen. Praktisch scheinen hier vor allem Araber und einige Juden sich zu treffen. Es ist ein Versuch, der sicher auf viele Sriiwierigkeiten stoßen wird, da bisher die Lager im Lande streng voneinander getrennt sind und auch gesellschaftlicher Verkehr zwischen den Angehörigen verschiedener Nationalitäten zu den Ausnahmen gehört, ln Jerusalem, das alle nur erdenkliehen Nationen dicht beieinander sieht, ist es besonders auffallend, daß trotz dieser fast einzigartigen Gelegenheit eine Institution dieser Art noch nicht existiert. Ein Gedenkbuch für Simchoni. Soeben erschien im Verlag ״Eschkol“ (Berlin), unter dem Titel ״Zijuniin“ ein hebräisches Gedenkbuch für den verstorbenen Gelehrten J. N. Simchoni. Das Werk enthält neben Editionen von Manuskrioten, besonders aus dem Gebiete der jüdischen mittelalterlichen Dichtung und Liturgie, auch eine Reihe von wissenschaftlichen Abhandlungen, Gedichte und Essays. Eine Biographie und Bild Simchonis sowie eine Bibliographie seiner Werke sind beigegeben. ORT. Am 20- Februar fand iu Beulheu, unter Vorsitz des Herrn Rabbiner Dr. Melchior, ein aus allen Kreisen der jüdisehen Bevölkerung besuchter Vortragsabend statt, an dem der Generalsekretär der ORT-Gesellschaft, Herr Dr. Michael Traub, über das Thema ״Vom Luftmenschentum zu produktiven Wirtschaftsforaen“ sprach. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein Aktionsausschuß gebildet, dem die Herren Dr. Ehrlich, Prof. Dr. Golinski, Dr. Melchior, Fr. Frankel, Max Grümvald, Dr. Neumann, Eduard Gillis, Arnold Katz, Justizrat Dr. Skalier angehören. Die eingeleitcte Sammlung hat ein befriedigendes Resultat ergeben. — Am 21. Februar hielt Herr Dr. Traub in der Humanitas-Loge in Gleiwitz einen Vortrag über ״Der wirtschaftliche Emanzipationsprozeß des osteuropäischen Judentums“. Ir! einer anschließend an den Vortrag stattgefundenen Sitzung des üleiwitzer Aktionsausschusses der ORT-Gesellschaft wurde der Beschluß gefaßt, einen zweiten Vortragsabend vor geladen«!!. Gästen am 13. März zu veranstalten.

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