Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1929-02-26 · Heft 16 (26.2.1929) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 16 (26.2.1929)
Date
1929-02-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653062-2653079--20600-2678600
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 100 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 26.111020 Die Agency-SHzaag «es Board 01 Depalles London, 19. Februar. (J. T. A.) Bekanntlich hat der Jewish Board of Depuiies in seiner Sonntagssitzung beschlossen, dar Einladung der Zionistischen Exekutive Folge zu leisten tmd die Initiative zur Einberufung einer Konferenz der englischen Juden zwecks Wahl der englischen Vertreter in die Jewish Agency zu ergreifen. Die Sitzung nahm den folgenden Verlauf: Der Präsident d’A vlgdor Goldsmid leitete die Sitzung. Es wurde der folgende Bericht des Rechts- und Parlamentskomitees verlesen: ״Das Komitee hat sich, am 13. Februar mit dem Schreiben der Zionistischen Organisation befaßt, in dem der Board eingeladen wird, die Initiative zur Einberufung einer repräsentativen Konferenz aller englischen Juden zu ergreifen, um den Wunsch der jüdischen Bevölkerung Englands zu demonstrieren, an der Durchführung des britischen Mandats in Palästina mitzuwirken und sich mit anderen jüdischen Gemeinschaften in der Jewish Agency zu vereinigen sowie Arrangements für eine Vertretung der englischen Juden in der Jewish Agency zu treffen. Das Komitee empfiehlt dem Board, der Einladung Folge zu leisten und das Präsidium zu beauftragen, alle notwendigen Arrangements zur Einberufung der Konferenz zu treffen.“ Auf eine Anfrage von Herrn Herwald umschrieb der Präsident d’Avigdor Goldsmid die folgenden zwei Hauptziele der Konferenz: 1. Der ganzen Welt zu zeigen, daß die gesamte englisch-jüdische Gemeinde einträchtig in dem Wunsche ist, an der Agency teilzunehmen; 2. festzustellen, welche Körperschaft oder welche Körperschaften die englisch-jüdischen Vertreter in die Agency zu ernennen hätten. Chefredakteur Morris My er dankte dem Parlamentskomitee, daß es die Annahme der zionistischen Einladung empfiehlt; er dankte auch dem Präsidenten für die klare Formulierung der Aufgaben der Konferenz. Er empfiehlt einstimtnige Annahme des Komitee-Antrags. Es entspann sich eine Aussprache, der die Herren Percy-Cohen, H. A. Goodman (Sekretir der politischen Exekutive der Weltorganisation Agudas fisrod), S. Landman, P. Horowitz, Rabbi Dr. Daiches u. a. m. beteiligten. Der Präsident erteilt zum Schluß der Debatte dem politischen Sekretär der Zionistischen Organisation, Mr. Leonard Stein, das Wort zu einer Erklärung über die Aufgaben der Agency. Mr. Stein erläuterte die Position der Agency gemäß dem Mandate. Heute repräsentiert die Zionistische Organisation allein die Agency; von jetzt ab wird sie die Verantwortung mit den übrigen Körperschaften teilen. Die Konferenz muß schon bald, noch vor dem zionistischen Kongreß, einberufen werden. Per Board of Deputies müsse an die Erfüllung der ihm obliegenden großen Aufgabe schreiten. Der Antrag des Rechts- und Parlamentskomitees wurde einstimmigangenommen. Die ״Liberale Vereinigung“ gegen die Agency Der Gesamtvorstand der ״Vereinigung für das liberale Judentum״ hat, wie J. T. A. meldet, in seiner am 24. Februar abgehaltenen Sitzung folgende Resolution angenommen: Der Vorstand der Vereinigung für das liberale Judentum, e. _V., billigt die vom Arbeitsausschuß in der Frage der Er- Weiterung der Jewish Agency bisher unternommenen Schritte. Er lehnt eine Beteiligung der ״Vereinigung für das liberale Judentum" an der Jewish Agency ab. Für die Stellungnahme der Vereinigung für das liberale Judentum zur Jewish Agency sind folgende Erwägungen entscheidend: 1. Nach den Bestimmungen des Palästina-Mandates ist ein Zweck der Jewish Agency, Rat und Mitarbeit zu gewähren bei der Errichtung des Jüdischen Nationalen Heimes. Im Palästina-Mandat ist ausdrücklich gestimmt, daß durch die ״Errichtung eines, nationalen Heimes für das jüdische Volk in Palästina die historische Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina und die Grundlage für die Errichtung seines nationalen Heimes in diesem Lande anerkannt sind“. Der Vorstand betont gegenüber der in diesen Formulierungen niedergelegten Auffassung wiederholt, daß die Vereinigung für das liberale Judentum im Judentum eine religiöse Gemeinschaft sieht, deren Bekenner zu den verschiedensten Völkern gehören. 2. Hieraus folgt, daß dem Lande Palästina in der Zukunftsgestaltung des Judentums nach liberaler Auffassung keine Sonderstellung eingeräumt werden kann. Die Palästina- Siedlung kann einen Teil der zur Hebung der Judennot erforderlichen Maßnahmen bilden; sie muß sich jedoch dem kolonisatorischen Gesamtplan einordnen. 3. Die Besiedlung eines Landes kann in der Gegenwart nicht lediglich mit historischen Gründen gerechtfertigt werden. Eine Besiedlung Palästinas darf in der Gegenwart nur im Einvernehmen mit der Bevölkerung des Landes durchgeführt werden. Der Vorstand der ״Vereinigung für das liberale Judentum“ muß es der Zionistischen Organisation überlassen, die zur Zeit hestehenden Hindernisse für die Mitarbeit der Vereinigung zu beseitigen. Er ist überzeugt, der Befriedung des Judentums am besten zu dienen, wenn er unter den jetzigen Umständen die Zionisten den von ihnen beschrittenen Weg allein gehen läßt * Wir werden auf diesen Beschluß, den wir nach Redaktions- Schluß erhalten, noch zurückkommen. Die Tote Meer •Konzession י» Jerusalem, 20. Februar. (J. T. A.) Bekanntlich hat die fransjordanische Regierung der seitens der britischen Regierung dem Konsortium Novomejsky-Tulloch im Prinzipe verliehenen Konzession zur Ausbeutung der Salze und Mineralien des Toten Meeres zugeslimmt. Ueber die Bedingungen dieser Zustimmung werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Das Konzessions-Konsortium leistet der transjordanischen Regif rung eine einmalige Zahlung von <50 (WO Pfund und ferner eine Jährliche Zahlung von 49090 Pfund. Die Konzession wurde für 15 Jahre erteilt mit dem Vorrecht an die Konzessionäre, eine Verlängerung der Konzessionsdauer zu erhalten. Es wird zugnmdege'egt, daß jährlich 350(50 Tonnen Phosphate aus dem Toten Meer gewonnen werden würden. Die palästinensische Eisenbahn- Verwaltung hat die Gewährung von außergewöhn'ich niedrigen Sätzen für den Transport der Phosphate nach Haifa in Aussicht gestellt. €01. Patterson in Tel-.lwiw Jerusalem, 18. Februar. (J.T. A.) ln Tel-Awiw traf Oberst Patterson ein, der im Weltkriege die jüdische Legion in Qalipoii befehligt hat. Zu Ehren des Ciastcs veranstaltete der Stadtrat von Tel-Awiw einen Emnfang im Stadthause. Patte׳- son erwiderte auf die Begrüßungen mit einer Ansprache, in der er erklärte, die Christen, die 2׳f00 Jahre lang die Juden verfolgt haben, hätten jetzt die Pflicht, den Juden, die das verödete Palästina in ein Paradies umzuwandeln im Begriff sind, zu Hilfe zu kommem Die Juden in Beg&rabien Von Julia n Silber busch. Die Juden Beßarabiens werden in den letzten Jahren immer wieder von schweren ökonomischen Krisen heimgesucht. Die tieferen Ursachen dieser Krisen liegen weit zurück. Vor allem ist es die Tatsache, daß es fast gar keine Straßen nach westlichem Muster gibt, welche eine regelmäßige Kommunikation ermöglichen würden. Was in Beßarabien den Namen ״Straße“ führt, ist in der Regel nichts anderes als ein ausgefahrener Weg, und die wenigen ausgebauten Straßen sind derart vernachlässigt, daß auf ihnen eine Reise in einem etwas beschleunigteren Tempo beinahe mit Lebensgefahr verbunden ist. Daß im Herbst und Winter ein geordneter Verkehr auf größeren Strecken unter Benutzung der Straßen fast unmöglich ist, nimmt man beinahe schon als Selbstverständlichkeit hin. Aber auch das Eisenbahnnetz ist fast gar nicht ausgebaut, und die Folge hiervon ist, daß infolge dieses noch vom russischen Regime lierrührenden Erbes sich in Beßarabien fast gar keine Industrie (damit verbunden auch fast gar keine Bautätigkeit) entwickeln konnte, trotzdem ganz Rumänien gerade in den letzten zehn Jahren eine überaus starke Industrialisierung durchgemacht hat. Die Juden beschäftigen sich neben dem Handwerk zum Teil mit Ackerbau (in den Gebieten, die an den Dnjestr grenzen), zum großen Teil aber mit dem Getrcidehandel in allen seinen Formen. Und da Beßarabien seit einer Reihe von Jahren nicht einmal eine halbwegs gute Ernte zu verzeichnen hatte, ja sogar wie im letzten Jahre von Mißernten nicht verschont wird, gibt es ganze Gebiete, die immer wieder von der Hungersnot heimgesucht werden. Und es ist klar, daß gerade die Juden zu dem am stärksten betroffenen Teil der beßarabischen Bevölkerung gehören. Trotz dieser schlechten ökonomischen Lage bilden die Juden Beßarabiens einen überaus wertvollen Bestandteil des großrumänischen Judentums. Wertvoll vor allem durch die starke nationale Energie, welche gerade in diesem Teil des rumänischen Judentums schlummert und die es bewirkt, daß dieses in seinem Kampfe um die Durchsetzung der nationalen Impulse immer neue Impulse erhält. Das beßarabische Judentum ist mit ganz verschwindend kleinen Ausnahmen durchweg national. Wieso die ״Frankfurter Zeitung" in ihrer Nummer vom 19. Dezember 192S in einem Beßarabien gewidmeten Artikel die Behauptung aufstellen konnte, daß ״der kleinste Teil des beßarabischen Judentums zionistisch sei", ist unerfindlich. Diese Behauptung entbehrt jeder Grundläge. Es ist wohl richtig, daß die dortige Zionistische Or* ganisation nicht über ein so wohlausgebüdetes System von Ortsgruppen verfügt, wie dies zum Beispiel in den anderen Provinzen Rumäniens oder gar in einigen westlichen Ländern der Fall ist. Aber ebenso unbestritten ist die Tatsache, daß das jüdische Leben in Beßarabien ausschließlich von der Zionistischen Organisation beherrscht wird, daß es keine andere jüdische Organisation von irgendwelcher Bedeutung gibt, und daß die jüdische Bevölkerung Beßarabiens in ihrer überwiegenden Majorität den Parolen der zionistischen Leitung vorbehaltlos folgt, Den besten Beweis hierfür haben die letzten Wahlen in die rumänischen gesetzgebenden Körperschalten geliefert, und das gleiche konnte man auch anläßlieh der Kampagne für die Reorganisierung der jüdischen Kuitusgemeinden sehen. Bei dieser Kampagne befand sich die jüdische Bevölkerung Beßarabiens im zionistischen Lager. Es gab nur eine einzige größere Gruppe, geführt von Rabbiner Z i r c I s o h n , die längere Zeit gegenüber den zionistischen Forderungen eine gegnerische Haltung einnahm, bis auch hier ein Ausgleich geschaffen wurde. Dabei hat Zirelsohn, obwohl er offiziell zur Agudah gerechnet wird, eine durchaus nationale Einstellung und bekämpft in keiner Weise die zionistische Bewegung. Wie stark der zionistische Einfluß in Beßarabien fsf, bezeigt wohl am besten die Stärke der Tarbuthbeweg u 11 g. Die offiziellen Daten, die wir im Nachfolgenden anführen werden, widerlegen wohl am besten die Behauptungen der ״Frankfurter Zeitung“. Mit Ende des vergangenen Schuljahres bestanden in Beßarabien folgende hebräische Schulen, in denen die Unterrichtssprache Hebräisch war und wo Rumanisch nur als Unterrichtsgegenstand in einem entsprechenden Ausmaß gelehrt wurde, ln 25 Städten gab es 33 Volksschulen mit 138 Klassen und 160 Lehrern, die von 3874 Schülern besucht wurden. In sieben Städten existierten 10 Mittelschulen mit 71 Klassen, 149 Professoren und einer Schülerzahl von 1337 Schülern, fn 18 Städten gab es 21 Kindergärten mit 34 Abteilungen, an denen 33 Kindergärtnerinnen wirkten und die von 769 Kindern besucht wurden. Und schließlich existierten noch in 5 Städten 13 hebräische Abendkurse mit 13 Professoren und 495 Besuchern. Insgesamt gab es somit am Schlüsse des vergangenen Schuljahres in Beßarabien 69 hebräische Schulen der verschicdensten Kategorien mit 256 Klassen, 350 Professoren und einer Schülerzahl von 6475 Schülern. Das Gesamtbudget aller dieser Schulen, für welches die Tarbufhorganisation zu sorgen hatte, betrug in deutschem Gelde ungefähr eine halbe Million Mark. Wenn man noch bedenkt, daß der größte Teil der Lehrbücher für diese Schulen durch zwei hebräische Verlagsanstalien in Beßarabien herausgegeben wurde, dann versteht man erst, wie stark die hebräische Bewegung gerade in Beßarabien ist. Es ist wahr, daß die Regierung, ganz besonders aber gewisse untergeordnete Schulorgane, dem hebräischen Schulwerk Schwierigkeiten bereiten, daß ferner auch der Belagermigszustand, der bis vor kurzem in großen Teilen Beßaräbieas bestanden bat, der Entwicklung der hebräischen Schulen nicht gerade förderlich war. Um so höher ist aber dann das bisher Erreichte einzuschätzen, ein Erfolg, der Vor allem dem dominierenden Einfluß der zionistischen Bewegung gerade in Beßarabien zu verdanken ist. Nicht um noch weitere Beweise anzuführen, sondern zur Feststellung von Tatsachen sei hervorgehoben, daß das Zentrum der Chaluzbewegung für ganz Rumänien sich gerade in Kischitiew befindet. Der Chaluzgedankc ist tief in der jüdischen Bevölkerung Beßarabiens verankert und 1)1;t*:׳r den 31 organisierten Cf1ah1z.gn1pp.rn, die in den letzten ru׳!;t Jahren aus Rumänien nach Palästina gegangen sind, hat die beßarabische Jugend den größten Anteil. Als Beweis diu״ mjr die 33. Chaluzgruppe, welche in einer Stärke von 7U Chaluzim und Chaluzoth am 14. Januar 1929 nach Palästina abreiste und in der das beßarabische Kontingent mehr als 60 <y<> betrug. E* wäre vielleicht interessant, noch die Frage zu streifen, warum die zionistische Bewegung organisatorisch so gar nicht mit dem Einfluß Schritt gehalten hat, den sie faktisch in der jüdischen Gasse hat. Der Grund liegt zum Teil wohl in der eigentümlichen Mentalität des beß«r#bisehen Juden, der die Bedeutung einer starken, gut ausgebauten Organisation nicht entsprechend einzuschitzen versteht, zum Teil aber auch in dem Mangel an führenden zionistischen Persönlichkeiten, weiche imstande wären, den Ausbau der Zionistischen Organisation in Beßarabien auch wirklich durchzuführen. Ermordung eines jüdischen Kommunisten Der Antisemitismus in Rußland Moskau, 21. Februar. (J. T. A) Die Sowjet-Nachrichtenagentur ״Rost a“ verbreitet einen aufsehenerregenden Berieht über die Tötung des jüdischen Jungkommunisten Bolscheminikow durch den Jungkommunisten Trofimow. Der Mörder und der Ermordete waren beide ui der Metallfabrik zu Pskow in Weißrußland in der Nähe der lettländischen Orenze beschäftigt und gehörten der gleichen jungkommunistischen Liga an. Als Trofimow verhaftet und in ein Verhör gezogen wurde, erklärte er: ״Ich tötete ihn, weil ich Russe bin und er Jude war.“ Als der das Verhör führende Polizeibeamte Trofimow darauf aufmerksam machte, daß die von ihm gegebene Begründung des Mordes unsinnig sei, erwiderte Trofimow: ״Ich sagte 0' ״ Es stellte sich heraus, daß fünf Mitglieder der jungkommunistischen Liga bei der Ermordung Bolscheminikows durch Trofimow zugegen waren und keinerlei Anstalten trafen, Bolscheminikow beizustchen. Nach dem vollzogenen Morde besuchte Trofimow eine Versammlung im Arbeiterklub, in der über die ungesunden Symptome innerhalb der Arbeiter- Organisationen diskutiert worden war. Am Tage nach dem Morde fand eine Versammlung des Komsomol (Liga der Jungkommunisten) statt, in der die Umstände des Mordes diskuriert wurden. Mehrere Redner verteidigten den Mörder Trofimow. Dennoch beschloß die Mehrheit, TroFimow aus der Liga auszuschließen. Die Ermordung Bolscheminikows war der tragische Schlußakt einer langen Periode der Verfolgung, der er, der Jude, seitens seiner nichtjüdisehen Arbeitskollegen ausgesetzt gewesen war. Er hatte sich wegen der Verfolgungen bei dem kommunistischen Fabriks-Kollektiv beschwert, das Kollektiv weigerte sich aber, irgendeine Maßnahme zu seinem Schutze, zu ergreifen. Außer Trofimow wurden zwei weitere junge Kommunisten, Kunitzin und Gurin, wegen Beteiligung an aer Verfolgung Bolscheminikows verhaftet. Die Bestattung Bolscheminiköws gestaltete sich zu einer großen Kundgebung der Arbeiterschaft gegen den Antisemitismus. Im Kondukt wurden Tafeln mit Aufschriften getragen, in «Jemen der Mord als ein gegenrevolutionärer Akt gekennzeichnet wurde. * Das Gericht in Witebsk verurteilte die Arbeiter Lichidow und Radowtschenko zu je einem Jahre, vier Arbeiterinnen za je sechs Monaten Gefängnis wegen antisemitischer A u s s c h 161 tun ge n gegen: jüdische Arbeitsgenossen und -genossinnen in der Fabrik Dwina, in der sie alle beschäftigt waren. In Ostrowno, in der Nähe von Polozk in Weißrußland, wurden der Polizist Schiglow zu vier Jahren, der Polizist Butianow zu 18 Monaten Gefängnis wegen schwerer Mißhandiung von Juden verurteilt. Das zentrale Organ der Sowjetregierung ״Prawda" führt darüber Klage, daß der Antisemitismus in den Arbeiterkreisen mit eine Ursache ist, daß die zionistische und sonsiige nationalistische Bewegung unter <J«״ jüdischen Massen sich immer mehr verstärkt. Auf diese Weise schließt die Zeitung, ist der Antisemitismus ein Hindernis für die Befestigung des kommunistischen Einflusses unter den Massen des Volkes. Revisionistische Gründungen London, 18. Februar. (J. T. A.) Die Gesellschaft ״T et Chaj“ und ״Sechutenu“ sind in diesen Tagen in London amtlich registriert worden. Ziel der Gesellschaft ״Sechutenu‘־ (Unser Recht) ist es, die Rechte und Interessen der jüdischen Bevölkerung in Palästina wahrzunehmen. Zu diesem Zwecke soll in den notwendigen Fällen bei den zuständigen Regierungsinstanzen interveniert, mit der Palästina-Administration, der Zionistischen Exekutive und dem Waad Leumi zusammengearbtitet, entsprechende Gesetzesprojekte sollen vorbereitet werden. Die Gesellschaft ״Tel Chaj“ hat das Ziel, die jüdische Sportbewegung zu fördern, qualifizierte Sportinstniktoren zu schulen, Sportklubs in der ganzen Welt zu begründen, wie überhaupt eine Propaganda für die allgemeine physische Ertüchtigung der jüdischen Jugend zu betreiben. Lebenslängliche Mitglieder der siebengliedripen Exekutive sind Wladimir Jabotinsky, Oberst Patterson, Meir Großmann und eine vierte Person. Diese vier können nur mit den Stimmen von 75 <0׳י aller Mitglieder abgesetzt werden. Ein fünftes Mitglied wird durch die allgemeine Konferenz, ein sechstes durch den Verband der Revisionisten, und ein siebentes durch den ״Brith Trumpeldor־‘ gewählt.!)er Haiiaer Haies London, 19.Februar. (J.T. A.) In Beantwortung einer Frage von Commander Kenworthy erklärte der 1 Vor- Staatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore im Unter• haus, bis jetzt seien keine Unternehmer an den Bauarbeiten des Hafens von Haifa beteiligt, er halte es für sehr wahrscheinlieh, daß auch in Zukunft Kontrakte mit Unternehmern nicht abgeschlossen werden würden, sondern, daß die Regierung die Banarbeiten durch die zuständlf’ " ’ ' ‘ ' ־״-׳'.־'־־־ J ”־־ des Haifa-Hafens 'schon in den nächsten Monaten begonnen werden wird. Er sei aber nicht in der Lage, vorauszusagen wann die Arbeit beendet sein wird. Es sei ihm auch nicht be* kann), ob die Gel-Gesellschaft bezüglich der Röb renfeitung von den Oelfeldern nach dem neuen Hafen bereits einen Beschluß gefaßt hat Bei dem Entwurf der P'äne für den Hafen ist aber Vorsorge getroffen worden, um allen möglichen Entwicklungen gerecht werden zu können, womit der Wunsch zum Ausdruck kam, daß die Oelröhren im Haifa- 1 laten münden sollen. Fm Jahre 1923 betrug die Produktion der Zigaretten• ur!J Tabakfabriken in Palästina nach dem ״Commerciai Bulletin" 593 £63 kg. Gegenüber 1927 stellt dies eine Zunahme von SO 000 kg,’ gegenüber 1926 eine solche von 111000 kg dar. (Ziko.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.