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Jüdische Rundschau · 1929-02-22 · Heft 15 (22.2.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 15 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 15. 22. H 1029 )UEDISCHE RUNDSCHAU Sette 01 Der Wald in Pa’äslina Von Heinrich löewe. Wie wir berichtet haben, wurde k׳lr:!ieh in Palästina eine Örgani~ vziion ״Wen 6/ Traes” gebildet, He sich die Aufforstung das Lande*!um Ziel seiet. Dieser Organisa'ion gehören Engläider, Araber und Jaden an. Das Ziel, das tm sich g*setzt Inben, ist in zionistischen Kreisen seil langer Zeit in. seiner Wichtigkeit erkannt worden. Der nachstehende Aufsatz van Prof. Heinrich Locwe bietet eine mnfassende his'.oris-he und aktuelle Darlegung des Gegenstandes. Red, Sehr oft ist die Frage erörtert worden, ob das Heilige Land in alter Zeit die gleiche Landesnatur gehabt hat wie in den letzten Jahrhunderten. Es handelt sich dabei keineswegs um geologische Perioden. Vielmehr fragt cs sieh, was von den historisch bekannten, durch schriftliche Denkmäler irgendwie erreichbaren gesch:cht!i.h־n Jahrt userden gilt, nicht von den ungezählten und ungemessenen Zeiten der Vorgeschichte. Man war vielfach der Meinung, da3 ein Land, von dem uns erzählt wird, daß in ihm Milch und Honig fließt, nicht ohne wesentliche Veränderungen des Klimas zu 60’chcr Verlassenheit kommen konnte, wie es in den vier Jahrhunderten der türkischen Herrschaft der Fall war. Aber erstlich war die Oede Palästinas, von der man erzählte, ein wenig übertrieben. Dann hat man historische Gründe außer Acht gelassen, die zur Genüge erklären konnten, warum ganze Landstrecken, die früher üppiges Acker• uhd erst recht Gartenland gewesen sein müssen, zu ungepflegten! Weideland und zu:n Teil zu humusa'mem Steingeröli geworden sind. Und erst die aufbauende Arbeit junger jüdischer Pioniere zeigt, daß es nicht ein Fehler des Landes, sondern der Bewohner war, wenn das Land .vernachlässigt und wüst geworden war. Vor allem fällt die Bauinlosigkeit des Landes in die Augen. Die hat durch die kolonisatorische Tätigkeit der Juden schon erheblich von ihrer Schroffheit verloren. Aber sie ist noch reichlich zu erkennen. Nicht mehr so wie vor 30 bis 40 Jahren, wo man sich zu einem Marsche durch Obergaliläa mit dem Mukäri an ״dem Baum“ ve-abredete, weil eine einsame Pia'ane so auffallend war, daß sie zur bekannten Station wurde. Ob und wie weit das biblische Palästina ein Baum- und Waldland gewesen ist, wird sich nicht genau feststellen lassen. Immerhin ist kein Zweifel darüber möglich, daß es nich* die Steinwüste gewesen sein kann, die man heute im südlichen Judäa und zum Teil in Mittel- und Nordpaläsiina jetzt noch sieht, wo nur noch uralte Terrassenreste daran erinn-m, daß hier einmal der Fleiß der hebräischen Voreinwohner das Gebirge bis auf den letzten Winkel gartenmäßig ausgerutzt hat. In jener Zeit ist auch das Wasser nicht infolge des Baum- und Pflanzenmangels nutzlos weggeflossen, um sich vor der Küstendüne in fieberschwangern Sümpfen zu stauen, nachdem es vorher den spärlichen Humus von den Bergen weggewaschen hatte. Auch wenn Palästina kein Waldland ira eigentlichen Sinne gewesen ist, so hatte es doch Hain* und Wälder, die durchaus vorteilhaft auf die Verteilung und Festhaltung von Muttererde und Wasser wirkten. Als die Vorfahren der Israeliten in das Land kamen, haben sie immer wieder Brunnen gegraben, und es Ist auch berichtet, daß sie Bäume gepflanzt haben. Der Respekt vor dem hochgewachsenen Baume war aber nicht bloße Nahmbewunderung. Gewiß hatte man in alter Zeit an solchen Baum riesen eine große Freude. Aber sie war gepaart mit einer gewissen heiligen Scheu. Die alten Völker, die ja auch in den Steinen und erst!echt in aller lebenden Kreatur eine Seele, eine Art von wollenden! und bewußtem Geiste voraussetzten, sahen in den Baumriesen die Wohnorte dämonischer Gewalten, die dem Menschen nützen und schaden konnten. Der Baumkult ist weit über die bewohnte Erde verbreitet, und besonders bei den Völkern, die nördlich und nordwestlich, aber ebenso die südlich und südöstlich vom Kaukasus wohnen, hat der Baumkuitus starke Wurzeln gehabt, und Ist bei lebenden Kaukasusvalkern zum Teile noch heute nicht ganz erloschen. Wenn daher Abraham auf der noch nicht abgeschlossenen Wänderung seines Stammes kein festes Kulfgebaude errichten kann, so kann man wohl verstehen, daß er in Ehrfurcht vor dem göttlichen Wesen, das er zuerst erkannte, eine Terebinthe pflanzte, wenn auch eine spätere jüdische Zeit aus guten Gründen diese אשל (eschei) als Symbol der unbegrenzten Gastlichkeit (Achilä, Sch’tijä, Linä) seines Hauses auslegte. Heilige Bäume und Haine waren auch den Vorfahren der Hebräer so lange etwas Selbstverständliches, bis die Notwendigkeit, die kena’anitischen Kulte niedemiringen, dazu zwang, in rücksichtsloser Weise die heiligen Haine und Bäume der Ba’alim und der Aschtaroth niederzuhauen. Ais Jakob die fremden Götter, die von seinen Hausangehörigen aus der aramäischen Heimat mitgebracht worden waren, wegschaffen will, vergräbt er sie unter der Eiche oder Terebinthe von Sch’chem. In dem Heiligtum« des Ewigen, in dem Jehoschu’a den Stein des Zeugnisses errichtete, stand eine solche Terelinthe. Und als man in demselben Sch’chem den Abimelech zum König machte, da geschah das unter dem Terebinthenhain Muzzab. Diese Haine, die heilig waren, und die es Im ganzen Altertume um Tempel und auf heiligen Höhen gab, mußten fallen, wenn man den Dienst des einig-einzigen Gottes der Sittlichkeit an die Stelle der orgienartigen Feiern der Ba’alim, des Moloch und des Kemosch setzen wollte. Darum galt es den Israeliten als heilige Pflicht, die geweihten Bäume und Haine der Götzendiener zu vernichten. Sie wurden niedergehauen oder verbrannt. Das Verbot, solche Haine nicht wieder zu pflanzen, setzte sich erst ganz allmählich durch. Jedoch hat dieser für die Religion und Kultur notwendige Kampf gegen die rückständigen Kulte zweifellos dazu beigetragen, schon in alter Zeit den Waid- und Baumbestand des Landes zu vermindern. Aber Palästina war auch in der Zeit, wo die Hebräer dort einwanderten. keineswegs ein Waldland. Vielmehr fanden die Hirten überall weite Trift für ihr Vieh. Sofern das Land nicht für den Ackerbau und die Weide benutzt wurde, war es in früher Zeit typisches Gartenland. Die für das Land und sein Leben wesentlichsten Bäume waren der Weinstock, der wohl, wie ja auch der Weizen, Wer seine Urheimat hatte, der Feigenbaum, der Nußbaum, die Olive und die Zypresse. Hierzu kamen verschiedene Citrus-Arten. Auch der Apfelbaum, der seitdem ziemlich verschwunden ist, war angebaut. Als Frühlingsbote, der am frühesten blühte, galt der Mandelbaum. Granatbaum, Mau'beerfeige und Myrthe so* wie der Cyperslrauch bildeten Haine und Gärten. Wenn außerdem besonders die Zeder oft erwähnt wird, so war diese doch nicht für das eigentliche Palästina charakteristisch. Vielmehr sind es immer die Zedern des Libanon, also des an das Land heranreichenden Nachbargebirges, die als der bewunderte Wald in poetischer Form verklärt werden. Nicht daß Palästina keine Wä'der gehabt hätte, denn der Karmel ist wohl von jeher ein Waldgebirge gewesen. Es gab natürlieh auch Zedern. Aber die Zeder war nicht von solcher Bedeutung für Palästina wie für den angrenzenden Libanon. Schon die Aegypter der ältesten Zeit kannten nicht Palästina, sondern den syrischen Libanon als die damals uncrschöpfliche Quelle des hochgeschätzten Zedernholzes, das auch Salomo in reichstem Maße für seinen Tempelbau verwendete. Ohne diese Libanonzedern wäre die ausgedehnte Seefahrt der n11w1m11tM11111111111111׳w111H1[(|[1111n׳H1111111>11111111n1111111111]111111׳H1111[nmm111111111[111111111111׳n111[|11111:[11111111111m1n1[ Ein Einstein-Wald in Palästina Zum 50. Geburtstag Einsteins am 14. Marz 1929 Die zionistische Bewegung Ist sfo’z darauf, Albert Einstein unter ihren MltkämpEm zu wissen. Einstein hat durch den Zionlsmus den Weg zum jüdischen Volke gefunden. Den größten Teil seines Lebens hat er ohne Kenntnis der Judenfrage verbracht; er stand außerhalb unserer Probleme und Sorgen. Sein menschliches Empfinden führte En zu seinem Volk, als Vertreter des Zionismus Im Namen des na’ionalen Judentums auf seine Mitarbeit Ansprüche erhoben. Wir Zionisten, die wir Einstein auch persönlich verbunden sind. Heben und verehren den großen, tapferen, treuen und schlichten Menschen. Well er echt ist, konnte er konfliktlos den Anschluß an die jüdische Volksbewegung finden. In der Persönlichkeit von Einstein findet unsere Bewegung e?ne erneute menschliche Bestätigung. Wenn svlr Zionisten anläßlich seines 50. Geburtstages Ihm danken und unserer Dankbarkeit einen sichtbaren Ausdruck verleihen, so flh’en wir uns gleichzeitig gestärkt In unserem Vertrauen zur Idee, der heute und immer die Kraft Innewohnt, die besten Söhne des jüdischen Volkes in Ihren Bann zu schlagen. Professor Einstein hat persönliche Geschenke zu seinem Geburtstag abgelehnt. Aber es hat Ihn gefreut, daß wir beschlossen haben, Ihm als Ehrengabe einen Einstein -Wald In Pal&süna zu pflanzen. Wir hoffen daß alle Zionisten freudig die Gelegenheit ergreifen werden, Bäume für den Einstein-Wald zu stiften und so den Namen Einsteins für alle Zelten mit einem der Kultur wiedergewonnenen Stück Bodens ln Erez- Israel zu verbinden. Kurt Blumenfeld. Spenden für den Einstein -WaM nehmen sämt’ldhe Samme’sfePen des Keren Kajemeth entgegen. Postsdtedc. Konto der Zentrale Berlin 23247. n1nm11mnnmn1n11mMn11nM1mmn1H1un»11nn1f!111m»11n1Hn1m1Mnt111mnm1m1tmn1tfm11r11nmtn111!111HnmH1f11m11 Aegvpter und Phöniker unmöglich gewesen. Aber es gab auch in Palästina Wälder. Den Terebinthenhain More oder Mamre, wo Abraham dem von ihm erkannten Gotte einen Altar geweiht hatte, fanden die Israeliten bei ihrem Einzuge aus Aegvpten vor. An der Stelle, wo man auf dem Wege vom Philisterland nach dem Gebirge Jehuda und Benjamin hinaufzieht, und beim Rückblicke plötzlich das weite, westliehe Meer in leuchtendem Sonnengolde hinter sich sieht, ist heute eine fast vegetationslose Steinwüste. Aber hier lag in alter Zeit die Stadt Kirjath-Jelarim, die ihren Namen (Wald- Stadt) wohl kaum bekommen hätte, wenn damals der Wald dort gefehlt hätte. Heute ist dort oben kein Schatten, wenn auch der noch nicht ganz weggewaschene Boden zwischen den Felsen die Möglichkeit gibt, hier wieder aufzuforsten, was verantwortungslose Jahrhunderte vernichtet haben. Aus einer ganzen Reihe von alftcstamentliehen Dichtungen erkennt man, daß die alten Hebräer vielleicht das einzige Volk des Altertums waren, das in früher Zeit eine reine Freude an der Gottesnatur hatte, und das immer wieder den großen Gottesgedanken durch die Natur klingen läßt. Der Jude hatte Freude an der Natur und an den Vögeln, die zwischen den Zweigen ihr Lied erschallen ließen. Die glühende Liebe, die sinnlich und keusch durch das Hohelied klingt, bat die Landesschönheit als Hintergrund und als Vorbedingung ihrer Gefühle. Die Liebenden wandeln einher, wo die ״Zedern als Balken des Hauses“ ragen und die hohen Zypressen die Hauseinrichtung bilden. Aber auch das Hohelied mit seiner einzigartigen Natürliche läßt für seine Zeit Palästina durchaus als Gartenland erkennen. Ein nichtjüdischer Theologe hat kürzlich in einer wissenschaftlich sein sollenden Schrift ausgesprochen, daß Palästina durch das Bauen der Laubhütten durch die Juden entholzt worden sei. Das ist abwegig. Mit viel größerem Rechte könnte man die Behauptung aufstellen, daß Deutschlands Wälder durch Tischler und Zimmermann vernichtet worden wären. Hat man doch in Deutschland immer Häuser aus Holz gebaut, in Palästina dagegen zu allen Zeiten aus Stein. Solche Aufstellungen sollte man daher nicht machen. Erst in allerjüngster Zeit hat man Versuche gemacht, das Land neu zu beleben und auch den Waldbestand wieder herzustellen. Die Oelbaumspende, die dann zur Baumspende wurde, hat diesen Zweck. Vorher hat man schon Versuche gemacht, auf Rothschildschem Grunde im Ostjordanlande Aufforstungen vorzunehmen. Der Herzlwald des Keren Kajemcth ist freilich erst im Werden. Vor allem haben aber die jüdisehen Kolonien schon jetzt junge und prächtige Wälder von Eukalyptus erstehen lassen. Dadurch wird die Landesnatur verändert, wie in früheren Jahrhunderten durch die riesigen Kaktushedben, die es überall im Lande gibt, das Land ein anderes Aussehen bekommen hat. Der Kaktus kam aus Mexiko, wie der Eukalyptus später aus Australien. Wenn man von den Gartenbäumen absieht, die wie die Citrus-Arten und der Granathaum hier heimisch sind, die wie auch der Weinstock Gartenpflanzen sind und hier ent• weder ihre Urheimat haben oder doch dem Lanrlescbarakter und den klimatischen Bedingungen völlig entsprechen, so sind die Bäume, die hier von alter Zeit her zuhause sind, vor allem der Feigenbaum, die Svkomore, die Zypresse, natürlieh auch die Zeder, die Terebinthe, die Eiche und besonders noch die Dattelpalme. Diese hat schon in alter Zeit das palistinensische Land geziert.. Ob nun die Griechen die Leute aus dem Lande der Dattelpalmen nach dem Baume, der griechisch ״Phoinix“ heißt, benannt haben, oder ob sie dem Baume, der ihnen an dem von den Phoinikern bewohnten Küstenlande am meisten in die Augen fiel, den Namen des Landes gegeben haben, wird sich nie entscheiden lassen. Vielleicht ist es ein anderer Zusammenhang, der dem Lande und seinem charakteristischen Baume bei den Hellenen den gleichen Namen verliehen hat. Aber ein Zusammenhang ist da vorhanden. Die Mittelmeer-Küste war mit Palmen be* setzt. Auch heute noch werden die Gärten von Jaffa von Dattelpalmen überragt Die Gegend von Jericho hat ein be* sonders günstiges Klima, das den Ort zur typischen Palmen- Stadt gemacht hatte. Auch heute sind die Dattelpalmen nicht völlig von dort verschwunden. Sogar Jerusalem hat mitten in der Stadt einzelne alte Palmen, und die Umgebung von Jaffa ist die nördlichste Stelle der Küste, die Datteln gut zur Reife bringt. Bekannt ist der kleine Palmenhain von Haifa. Er hat manchem Künstler den Stoff zu seinem Kunstwerke gegeben. Aber weniger bekannt ist es, daß er seine Entstehung einem türkischen Stadtgouverneur verdankt, der ihn hat anlegen lassen. Ehe die Türken ihren Niedergang erlebten, waren sie Baumfreunde und nicht Waldverderber gewesen. Und hier hat ein Spätling sich als Freund des Landes bewährt. Dagegen haben die Genuesen und Venetianer die Berge ihrer Bäume beraubt, und die Kreuzfahrer wenigstens niemals etwas für die Erhaltung und den Ersatz des schwindenden Holzbcstandes im Lande getan. Als die jungen jüdischen Kolonien entstanden, haben sie zuerst in recht geringem, dann aber in steigendem Maße Bäume gepflanzt. Die Palnienallee in Rischon-l’Zion war ihr Stolz zu einer Zeit schon, wo eben die Palmenblätter kaum über dem Erdboden standen, obwohl man weiß, daß es kaum einen Baum gibt, der ein so langsames Wachstum aufweist, wie die Dattelpalme. Heute ist der schattige Palmengang fit Rischon ein wirklich schönes Idyll. Damit haben die ersten Kolonisten praktisch gezeigt, daß sie viel weniger auf sich als auf die Zukunft des Volkes und des Landes Bedacht hatten. Die älteren Kolonien haben vor allem auch Maulbeer*J bäume zum Zwecke der Seidenzucht gezogen, haben aber abgesehen von den Eukalypten lange nicht genug Bäume gepflanzt. Die schönsten Kasuarienalleen sind von ihnen zur Zier ihrer Dörfer angelegt. Als Hecken verwandten sie Mimosen und Akaziensträucher, mit gutem Bedacht keine bequemen Kakteen wie die Araber. Namentlich der russische Jude hat eine gewisse Freude am Baum. Da gibt es Juden, die aus Rußland nach Palästina gekommen sind, und die es schmerzlich vermissen, daß man hier keine rechten Wälder und nicht einmal von Bäumen überragte Parks hat. Da gibt es solche Waldjuden unter ihnen, die, wenn sie bei einem Besuche aus Palästina nach Europa kommen, Bäume umarmen wie alte liebe Verwandte, die man lange nicht gesehen. Sie haben darin etwas gemeinsam mit jenem iranischen Propheten, der neben allen sonsügen guten Beweisen eines frommen Wandels verlangt, daß man einen Sohn gezeugt und einen Baum gepflanzt haben muß. Wenn solche Baumliebe sich erst in den Herzen unserer neueii Palästinenser regt, dann dürfen wir hoffen, daß das Heilige Land wieder ein Land wird, wo die Vögel in den Zweigen nisten, und wo die vielgestaltige Tierwelt, deren Arten in den letzten Jahrzehnten vielfach im Lande vernichtet worden sind, ihre sichere Zuflucht findet. Kein wi'des Waldland wird Palästina sein, auch kein wohlgepflegtes Forstenterrain. Aber wie in alter Zeit wird es das typische Gartenland werden, das zwar auch der Landwirtschaft einen gewissen Raum bietet, in dem cs aber von Bäumen beschattete Straßen gibt, öffentliche Gärten und Lustgrhege, Bäume und auch Wälder. W'enn wir Bäume pflanzen, werden wir das Land schöner und besser machen, wie es unsere Vorfahren taten, deren Fleiß und Natürliche das Land in einen Garten Gottes gewandelt hatten. Die Einlahr aas Deutschland Die ״Industrie - und Handelszeitung“ schreibt: Nach den schweren Krisenjahren 1926 und 1027 hat die wirtschaftliche Lage Palästinas im Jahre 1923 eine langsame Erholung erfahren. In den ersten 9 Monaten wurden Waren im Werte von £ 1 136609 ausgeführt gegen £ 1 396 673 in den ersten 9 Monaten 1927. Die Eintuhr hingegen wies eine Steigerung von 8 0׳,״ auf. Sie belief sich von Januar bis September 1928 auf £ 4 738 582 gegen £ 4 441 391 in der gleichen Zeit 1027. Unter Berücksichtigung der Wiederausfuhr, die sich auf £ 131 723 gegen £ 208 263 in den ersten 9 Monaten 1927 belief, ist ein Rückgang in der Ausfuhr vor! 21 °/0 gegen das Vorjahr festzustellen. — Deutschland war an der Einfuhr Palästinas in den ersten 9 Monaten 1923 mit £ 463 935 beteiligt, gegen £412 524 in der gleichen Zeit 1927. Es hat also eine Zunahme um 13,7 00׳ stattgefunden. Ausgeführt nach Deutschland wurden Waren im Werte von £ 33 395 gegen £ 49 732 1927. Die Folgen der Krisen zusammen mit dem Kapitalmangel im Lande wirkten einer stärkeren Belebung des Geschäftes mit Deutschland entgegen. Die ,,Industrie- und Handelszeitung“ gibt einen Ueberb'.ick über die Lage der palästinensischcn Industrie und stellt fest, daß die schwächeren Industrien weiter zurückgegangen sind, während die gesunden Industrien des Landes eine Stärkung erfahren haben. Der Produk-tionswert der jüdischen Industrien ist mit £ 230000, der Ausfuhrwert ihrer Waren mit £ 133 000 angegeben.

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