Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 90 J-UEDTSCHE RUNDSCHAU Nr. 15. 22. ü. 1929 großer Orte ergibt daher bereits vollkommen analoge Re. sultate. Ueber die Zuitünde in 500 Kleingcmeindeti wer• den wir durch die Resultate der Preußenzalilung Auf• schluö erhalten, der nur eine Analogie der Berliner Zustände zuläßt. Die am 24. Februar gtaUfindende bavölkerungspoHtische Tagung wird sich nicht so sehr mit der Feststellung dieser ״Tatsachen״, als die ich diese trotz einiger Aus- Stellungen von oberflächlichen und wissenschaftlich unfähigen Beobachtern bezeichnen darf, als vielmehr mit Maßnahmen gegen den weiteren Zerfall der deutschen Juden beschäftigen. Entsprechend dem Mangel an Weitblick glauben ein-?.eine Politiker, die im Vorubergehen rasch die Geburten- Probleme studiert haben, mit einigen Flugschriften, Rahbinerpredigten und kleinen Palliativmitteln Großes zu erzielen. Aber selbst einer der bekanntesten statistischen Sachverständigen, ein Gegner von mir, verriet mir sein Rezept, das in der Begründung von Kinderhorten für schulfreie Stunden bestand. Mit der Uebersendung eines Zehnmarkscheines, den die jüdische Gemeinde bei der Geburt allen Müttern ins Haus schickt, wird wohl eine materielle Unterstützung angestrebt. Es ist aber ungefähr die berühmte Art, mit der Rothschild die Teilung seines Vermögens mit dem Sozialisten vornahm. Rothschild gab dem Unzufriedenen 5 Mark als den Anteil, der auf jeden Bürger bei der Aufteilung des Rothschildschen Vermögens unter das Volk getroffen hätte. Derartige Zehmnark-Beihilfen bei Geburten mögen psychologisch wirksam sein, wirtschaftlich sind sie so gut wie wertlos. Auf der bevölkerungspolitischen Tagung werde ich voraussichtlich — wenn es mir gestattet ist — Anträge stellen von einem bisher unerhörten Ausmaß. Man wird sich aber allmählich an solche Gedanken nicht nur gevvöhneu, sondern sie ernsthaft in Erwägung ziehen und in die Tat umsetzen. Die Aufwendungen für den Kultus, die heute in den meisten Gemeinden die größten Opfer verlangen, müssen gegenüber den Beträgen, welche die Sozialpolitik erfordert, zurücktreten. Die Berliner jüdische Gemeinde hat heute ein Budget von zirka 10 Millionen Mark, von welcher Ziffer ganz erhebliche Teile mehr und mehr den neuen Aufgaben zugeführt werden müssen. Es ist nicht angängig, daß unter ungeheuren Kosten prunkvolle Tempel gebaut werden, die 50 Wochen im Jahr von ganz wenigen Personen besucht werden, die sich auch mit primitiveren Betmöglichkeiten begnügen können, während die Mittel für eine konstruktive Sozialpolitik fehle!♦. Die produktive soziale Arbeit, die auch den Masse!♦ die Möglichkeit der bürgerlichen Existenz, gibt, muß gegenüber der kultischen Verwaltung in den Vordergrund gestellt werden. Wie ich mir diese Arbeit vorstelle, wferde ich auf der Tagung ausführen. Die Fürj*jp:(u1!d jaidhl.nufHftr (üno'niefirefst'weWn sie krank sind), für die Erwerbsfähigen (damit sie nicht erst der Almosen bedürfen), erscheint mir als die bedeutsaniere Aufgabe unserer Gemeinschaft. Die Zionistische Organisation und die jüdische Volkspartei haben sich vielfach dahingehend ausgesprochen, daß sie eine Umstellung der Gemeinde fordern. Ich bin bisher noch nicht darauf eingegangen, an den! Wiener Beispiel einen Sonderfall zu schildern, wo die Massenaustrlttbewegung einen geradezu katastrophalen Ausfall mit sich bringt. Diese Loslösung der Jugend muß dann das Schicksal der Gemeinde noch rascher besiegeln. Es ist ja sehr schön, wenn wir an eine solche Erscheinung ä la Wien für reichsdeutsche Großgemeinden nicht glattben wollen; aber ähnliche Entwicklungen bereiten sich auch bei uns besonders dort vor, wo Menschen in wirtschaftlicher Bedrängnis seelisch größeren Halt an den Organisationen des Proletariats finden resp. wo eine idealistisch gesinnte Jugend in der sozial unzureichend orientierten jüdischen Gemeinschaft den Hort der Reaktion und die Vertretung kleinbürgerlicher Pietisten erblickt. Das Geburtenproblem rührt daher an die großen sozialen Probleme überhaupt. Man kann es und wird es daher nicht mit den bisher üblichen Mitteln und Methoden angehen dürfen, die doch Schiffbruch erlitten haben, sondern man müßte schon einiges neu lernen. Da aber wahrscheinlfch dazu kein Wille und Verständnis vorliegt, so werden wir in Jahren — wenn es mir gegeben sein sollte, wieder in einem Vierteijahrhundert — darauf zurückkommen müssen. Herbert Samael Ober Palästina London, 17. Februar. (J.T. A.) Sir Herbert Samuel, der erste Oberkommissar für Palästina, hielt in der Westbourne Park Bantist Church eine Vorlesung über ״Palästina von heute“. Er führte u. a. aus: Es ist wahr, daß Palästina nicht groß genug sei', um alle die Millionen Juden, die in der ganzen Welt leben, aufzunehmen. Aber die in Palästina unter dem britischen Mandat vor sich gehende Entwicklung wird es möglich machen, daß drei Millionen Juden, unter den besten Bedingungen in diesem Lande werden leben können. ln jedem Jahre, fuhr Sir Herbert Samuel fort, werden ungefähr 700 0QD Pfund von den Juden freiwillig für Palästinazwecke ge« spendet. Die last in Vergessenheit geratene hebräische Sprache ist jetzt Spräche des Landes. Es ist möglich geworden, ohne die militärische Okkupation auszukommen, die die bri ischen Steuerzahler jährlich drei ,V.il’ionen Pfund gekostet hat. Man hat vollen Grund, mit der von England im Heiligen Land geleisteten Arbeit zufrieden zu sein. Der Mineralreichtum des Toten Meeres, insbesondere dessen Kali-Schätze, repräsentieren — wenn sie herausgeholt werden — einen Wert von 800 Millionen Pfund — genug, um uie gesamten Lasten des Krieges zu tilgen. Es werde aber noch geraume Zeit vergehen, bevor diese industrie wird entwickelt werden können. Die endgültige Erleilung der Konzession zur Ausnutzung der Kalischätze hat sich sehr verzögert. Sir Herbert Samuel ließ während seines Vortrags sehr schöne Palästina-Bilder, die er während seiner Amtszeit als Oberkommissar selbst aufgenommen hatte, projizieren. Zum Delegierienftag des Misrachi Per Delrgiertentag des Misrachi in Frankfurt a. M. hatte, wie erinnerlich, den Antrag Barth angenommen, die Zionistisch• Vereinigung für Deutschland in einen Territorialverband um zugestalten. Dieser Beschluß erregte in MIsrachl-Krelien eine um« fangreiche Auseinandersetzung, in der insbesondere die Zeire- Misradii wortführend auftraten■ Die jungen misrachistischen Kreise lehnten den in Frankfurt a. M. gefaßten Beschluß der Fraktion des Misrachi ab und bekannten sich zu der bisherigen Form der in der Z. V. f. D. gegebenen üesamtorganisation der deutschen Zionisten. Diese Meinungsverschiedenheiten veran• laßten den Misrachi zur Einberufung eines neuen außerordent• liehen Delegiertentages, der am 24. Februar in Leipzig zu« sammentreten wird. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Frage der Stellungnahme zur Organisationsform der Z. V. f. D. Wir müssen nicht betonen, ein wie wertvoller und wesentlicher Bestandteil der Misrachi innerhalb des deutschen Zionismus ist. Seine enge, auch in organisatorischer Hinsicht zum Ausdrück kommende Zusammenarbeit mit allen in der Z. V. f. D. vereinig• ten Richtungen im deutschen Zionismus ist «ine sachliche Not• wendigkeit, die allen Zionisten bewußt ist. Di« eigentümliche Stellung, die der Zionismus innerhalb des deutschen Judentums hat und die Ergebnisse der bisherigen zionistischen Arbeit lassen es als zweifellos richtig erscheinen, daß die Z. V. f. D., wenn auch nicht die denkbar idealste, so doch diejenige Organisation*• form ist, welche den vielfältigen zionistischen Aufgaben in Deutschland am besten gerecht zu werden vermag. Es bildete immer ein Ehrenmal des deutschen Zionismus, daß er ungeachtet aller Differenzen der einzelnen Fraktionen imstande war, nach außen durch die Z. V. f. D. als geschlossene Einheit aufzutreten. Dieser Gewinn machte alle in der Natur der Sache gelegenen Unzuträglichkeiten der Symbiose der einzelnen Anschauungen in der gemeinsamen Organisation reichlich wett, Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen eine eigenartige einheitliehe Form der Qesamto־׳<־״׳ir■ Jrn der ZiemP'ce־-hii־*rt lind allen weltanschaulichen Differenzierungen zum Trotz sich erhalten konnte. Wir glauben, die Erfahrung hat gelehrt, daß dieser Weg der richtige ist. Man braucht nur einen Blick auf die zionistischen Organisationen andererLänderzu werfen, die vom inneren Fraktionskampf zerrissen und geschwächt sind, um zu erkennen, daß das Prinzip der organisatorischen Trennung der Fraktionen innerhalb der einzelnen Länder dem Gesamtinteresse des Zionismus nicht dient. Es wäre für den Gesamt- Zionismus ein bedauerlicher Verlust, wenn nunmehr auch ln Deutschland die Idee der Oesamtorganisation zugunsten einer seoaratistischen Po’i'ik eingetauscht würde, von der man nicht wissen kann, wohin sie führt. Diesen Gesichtspunkt sollte der Delegiertentag in Heipzig 1m Auge be« halten. Der deutsche Zionismus kennt das hohe Maß von Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber dem Zionismus und seinen Aufgaben, das in den Kreisen des Misrachi lebt Darum ist die Hoffnung berechtigt, daß der Ddogiertentag des Mis» rachi, den wir herzlichst begrüßen, im Geiste dieses Verantwortlichkeitsgefühles eine Entscheidung treffen wird, die den Interessen des Zionismus in Deutschland wie auch den Bedürf« nissen des Misrachi gerecht wird- Der Kampf um die Einhelfsremeinde Von unserem palästinensischen Korrespondenten. AG, Tel-Awiw, den 14. Februar 1029. Nachdem die Wähler'isten für die ,Xnesseth Jisrael“ veröffentlich! worden sind, hat der Waad Leumi mit der Proraganda für den Eintritt aller palästinensischer! Juden in den durch das Gemcindegesetz geschaffenen Rahmen begonnen. Die ,.Agudas Jisroel“ andererseits bemüht sich, mit allen Mitteln die ״A u s t r i 11 s b e w e g u n p“ zu verstärken. Der heißeste Kampf snielt sich naturgemäß in Jerusalem, der Hochburg der Agudah und dem Sammelplatz des alten Jischuw, ab. .In mannigfachen Plakaten, deren Text noch zum Teil aus der Zeit der ersten Eintragungen in die Wähler'isten vor zwei Jahren stammt, warnt die Agudah die Judenheit der Stadt vor einer Fülle von ״Gefahren“, Daß die Knesset!) Jisrael schwere Steuern erheben, ihre Mitglieder zum ״Trefe-Esseti“ zwingen, Frauen zu Rabbinern machen würde usw. Der Waad Leumi hat sich in verschiedenen Proklamationen, vor allem aufklarenden Inhalts, an die Bevölkerung gewandt. Mehrere Versammlungen haben sfattgefunden. Bisher ist ein starker Zug zugunsten des Waad Leumi zu vermerken. Auch viele derjenigen, die bei der erste» Eintragung zur ״Austrittsbcwemng“ gehört» hatten, kommen zum Waad Leumi, um sich in die Wähler’! ten aufnehmen zu lassen. In zwei Wochen werden die LPten ge« schlossen und alle Vorarbeiten für die Wahlen beendet sein. * Jerusalem, 17. Februar. (J. T. A.) Bei dem Empfange der Misrachi-Delegation durch den Oberkommissar betonten die Misrachisten. die Rabbiner Fishman, Uziel u. a. m., daß der Weltverband Misradii rückhaltlos und mit aller Energie die Politik des jüdischen N a t i 0 n a 111 e i in s unterstützt.. Die Delegierten sprachen ihr Bedauern über die separatistische Tätigkeit der Agudas lisroc! bezüglich der Einheitsgemeinde Kenesseth Israel aus. Sir John Chancellor sagte in seiner Aut« wortrede, auch er glaube, daß der Separatismus den jüdischen Interessen in Palästinasehr schade. Weder er noch die Regierung hätten die Absicht, diese Separationsbewegung zu unterstützen. Oberrabbiner K u k, das Oberhaupt des aschkenasischen, und Oberrabbiner M e i r , das Oberhaunt der sephardischen füdischcn Gemeinschaft in Palästina, haben soeben einen Aufruf veröffentlicht in welchem alle Juden in Palästina aufgefordert werden, in der Knesset!! Israel, der organisierten jüdischen Eiihatsgemeinde in Palästina die auf Onmd der am 1. Januar 1923 von der Regierung verkündeten jüdischen Gemeindeordnung organisiert worden ist, zu verbleiben. Der Streit tun die Tote Meer־I«B1etäon London, 19. Februar. (J. T. A) Die französisch« Regierung beharrt. wie die ,,Mornlng-Post“ heute m|t* teilt, auf der Gültigkeit der Konzession für die Ausbeutung der Mineralschätze des Toten Meeres, die die türkische Re• gierung im Jahre 1910 eitler Gruppe Franzosen e teilt haben soll, und schlägt vor, die Angelegenheit dem Internat ionaleh Tribunal im Haag zur Entscheidung vorzulegen. Bekanntlich hat Kolonicnministcr Amerv wiederholt und zuletzt auch der Außenminister Chamberlain im Unterhaus« erklärt, England sei nicht in der Lage, diese Vorkriegskon* Zessionen anzuerkennen. Darüber, ob England den franznsisehen Vorschlag, die Angelegenheit dein Haager Gerichtshof zu unterbreiten, annehmen wird, verlautet vorläufig nichts. Der Konflikt in Chedera Von unserem Korrespondenten, AG, Tel-Awlw, den 14. Februar 1930. Der Konflikt zwischen der Kolonie Chederah und den Beduinen der Umgebung beginnt sehr ernste Formen anzunehmen. Wie bereits berichtet, begannen die Schwierigkeiten damit, daß Beduinen au« der Nechl«arseh«ft der Siedlung einige der Pflanzer der Kolonie am Pflügen eine* bestimmte# Bodenkomplexes (Eufiat) hindern wollten, mit der Begründung, daß der Boden ihnen gehöre. Der Fall kam vor die Be• hörden in Haifa, vor denen die Juden erklärten, ihre Anrechte durch Dokumente bekräftigen zu können. Verschiedene lieber- Da in diesen Prozessen auch die Frage nach dem recht• mäßigen Besitzer der Böden auftauchte, erklärte der Richter, daß diese Frage nicht in seine Kompetenz gehöre und dafür das Gericht für Bodenbesitzfragen zuständig sei, Er verpflichtete die Pflanzer, sich dorthin zu wenden. Während diese Prozesse schwebten, komplizierte *ich die Situation in Chederah mehr und mehr. Bei den Versuchen, die Arbeit fortzusefzen, stießen die Kolonisten auf starken Widerstand der Beduinen. Es kam zu Zwischenfällen, bei denen auch die Polizei machtlos war, weil die Beduinen Bekannte lind Verwandte aus den umliegenden Dörfern herbeigerufen hatten und so zahlreich waren, daß die Polizei vor ihnen das Feld räumen mußte. Die Kolonisten machten alle Anstrengungen, zuerst bei den Bezirksbehörden in Haifa und später bei der Zentrale in Jerusalem, um die Regierung zu bewegen, ihnen den nötigen Schutz zu gewähren, so daß sie die Arbeit in Ruhe fortsetzen konnten. Die Regierung erklärte iedoch, daß sie in dieser Angelegenheit neutral bleibe, 80• lange die Frag« vor dem Gericht für Boden• fragen nicht entschieden sei. Bis dahin könne sie für keine Partei sich einsetzen und cmp• fehle, zuerst einmal die Arbeit einzusteUen. Dieser Rat war für die Kolonisten kein Ausweg. Sie konnten nicht einsehen, warum die Beduinen berechtigt sein sollten, mit Gewalt Ihre Arbeit zu unterbrechen, obwohl die Kolonie ihre Besitztitel besaß, und warum sie die wichtigste Arbeite• zeit und damit die Erträge dieses Jahres verlieren sollten, weil die Regierung nicht gewillt war, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Alle Beschwerden in Haifa und Jerusalem und verschiedenen Sitzungen der Vertreter der Kolonie mit der Zentralregierung brachten jedoch bis jetzt nicht die gewünschten Resultate. Von seiten des Justizsekretärs Be nt wich wurde den Kolonisten der Rat erteilt, eine Klage bei dem Gericht für Bodenfragen anhängig zu machen, da sie so am einfachsten ihre Rechte auf die umstrittenen Böden beweisen könnten. Die Kolonisten lehnten diesen Weg unter Zustimmung ihres Rechtsanwaltes und Sachers, der sich an der Besprechung be• teiligfe, ab, weil sie keinerlei Ursache zu einer Klage hätten. Es wäre di« Sache der Beduinen, zu klagen, und ihre Rechte durch Beweise zu bekräftigen. (Der Klä ger muß vor C>e־ieht beweisen, daß er der Besitzer des umstrittenen Bodens ist) Unterdessen hatte sich — als die Lage in Chederah immer bedrohlicher wurde — der Kommandant der palästi• nensisdien Polizei nach Chederah begeben. Er brachte eine Verordnung des High Commissioners, die «ine vorläufige Regelung zum Ziele hatte. la wurde darin bestimmt, daß solange, wie die Angelegenheit schweb«, jede Partei deg T II ,des.;Bodens be*rbgiten.dürfe, den er;bereite, .zu bestellen be•; jrQtineh habe. Die 1־tcllera# unbearbeitet. .Urtenr• sollen־ .?ifw. täüffg von keiner Beite'1 •‘übtet!'.di?»׳״Pflüg■״genommen werden. Das heißt also, daß sowohl den Kolonisten wie den Beduine# gestattet ist, die Böden weiter zu bearbeiten, die sie bereit«׳ vorher bestellten. Neue Landstücke dürfen von keiner Seit« in Bearbeitung genommen werden. Im Falle neuer Unruhen wird in Chederah der Ausnahmezustand erklärt und die Polizei auf Kosten der Kolonie und der Beduinen vermehrt werden. Diese Entscheidung der Regierung hat nicht dazu beige• tragen, die Ruhe in der Kolonie wiederherzustcllen. Die Aufregung ist außerordentlich heftig. Es läßt sich nicht lei!״ne#, daß die Neutralitätserklärung, die im Lande «inen schlechten Eindruck gemacht hat, einer genügenden gerechten Grundlage entbehrt. Die Beduinen haben die Arbeit in der Kolonie gehindert, ohne Unterlagen für ihre Ansprüche bisher beiz!!- bringen. Pie Kolonisten haben versucht, ihre Böden •zu bearbeiten und keinerlei Unruhe verursacht, da-' gegen die Regierung um Schutz ersucht. Dafür werden sie jetzt für eventuel'e weitere Ueberg-jffe der Beduinen, die neue Polizisten in Chederah nötig machsn. verantwortlich gemacht, indem sie für diese Gendarmerie zahlen müssen und außerdem daran gehindert werden, die dring* liehen Beste'Iungsarbeifen der Saison durehzu'ühren, Die Tat» Sache, daß der Fall beim Gericht für Bodcnfr*|en untersucht werden soll, gibt der Regierung einen formalen Grund für diese dilatorischen Maßnahmen. Er ist jedoch sehr schwach. Das Prestige der Polizei ist dadurch, daß sie vor den Ruhestörern zurückweichen mußte, gesunken. Die Regierung wird daher wahrscheinlich alle Anstrengungen machen, um weitere Konflikte zu vermeiden. Es sind bereits nette Palizi• sten, darunter Engländer, nach Chederah gekommen. Die, nationalen jüdischen Instanzen treten heute in Jerusa’em zusammen, um über den Fall zu beraten. Die weitere Entwieklung wird mit großer Spannung erwartet. Die Arbeitslosen!^« ta Tel-Awiw Von Unserem Korrespondenten. AO, Tel-Awiw, den 14. Februar 1929, Nachdem die Stadtverwaltung von Tel-Awi v sich vergehlieh bemüht hat, die Zionis'nche Executive und di- Regierung zu einer raschen Hilfeleistung für die Arbeitslosen io Tel-Awiw heranzuziehen, hat sie sich jetzt entschlossen, einen anderen Weg zur Lösung der Frage zu beschreiben. Ver zwei Tagen erschien «in Aufruf, der gemein««!# vom ßtadtraf und Gemeinderat ausging und die Bürger der Stadt auffordert, Ihren Brüdern ln der Not 1u Hilfe zu kommen und für einen Fonds, der die Arbeitslosigkeit In TeRAwiw Jlciuidleren zu spenden. Jeder soll im Laufe von drei Monaten den Ertrag von drei Arbeitstagen für diesen?weck zur Verfügung «teilen, Der so entstehende Fonds ist einem doppelten Zweck «׳«wid• met: Erstens der unmittelbaren Not abzuhelfen die «ich vor allem unter den Bewohnern dar Baracken viertel fühlbar macht, von denen ein Teil zu schwerer Arbeit nicht mehr fähig ist und sofort Unterstützung benötigt. Dieser Teil der Aktion ist eine direkte Hilfe, die aktuelle Nöte lindern soll. Darren ist beabsichtigt, den Arbeitsfähigen kleine Darleh?!1 zu vermitteln, die ihnen die Möglichkeit geben sojten. irgendein kleines Geschäft zu beginnen, das ihnen ein minimales Einkommen liefert. Eine Kommission ist eingesetzt worden, die für die Eintreibung der Gelder sorgen soll. Die Erteilung von Darlehen geschieht dureji den Gejnelnderat.