Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 13 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2653062-2653076--20578-2678575- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 13, 15. II 1929 JUCDISCHC RUNDSCHAU Seite 81 ConslaoUa Brunners Antwort Wir haben in Nr. 3 der ״Jüdischen Rundschau" ein paar Stellen aus dem letzten Buch von Constantin Brunner Aber ludciitun» abgedruckt. Wir ließen Brunner für sich selbst sprechen und haben 1ms jedes Kommentars und jeder Polemik enthalten, am allerwenigsten haben wir für richtig gehalten, Brunner zu .,beschimpfen“, Wir haben seine Meinung, die nach unserer Ansicht die assimilatorische Entartungstendenz des zeit» genössischen Judentums ad absurdum führt, weniger für unsere rjonistischen Leser abgedruckt, als vielmehr zur Kenntnis jener assimilatorischen Kreise, die sich bhher oft mit Brun» «er Identifiziert haben. In diesen Kreisen herrschte betreten« Schweigen. Die 0״. V,* Z e i t u n g“ z. B, äußerte fleh bisher nicht zu den Brunnersciien Darlegungen. In der letzten Nun»• njw bringt sie aber eine in ihrer Maßlosigkeit charakteristische Polemik Brunners gegen die ״Jüdische Rundschau", freilich mit der ausdrücklichen Vorbemerkung, daß sie sich ״mit Form und Inhalt der Erklärung nicht identifiziert“. Obwohl di? Leser der hier früher abgedruckten Zitate aus dem Tagebuch bereits die Eigentümlichkeit de« Brunnersciien Antizionismus kennen, bringen wir hier noch einig? Beisoiele aus seiner Erwiderung, und enthalten uns wieder jeder Entgegnung und jedes Konimeptars, da man bei Brunner, wenn man eine andere Meinung in der Judenfrage vertritt, auf eine Behandlung gefaßt sein muß, der wir uns nicht aussetzen wollen. Brunner schreibt in seiner Entgegnung u. a.: ,.Ms» kommt mV,Irt Wftil mit Ent-stellon, mit Hera'weißr.o aus dom Zusammenhang und *nit Aeußerungen, deren Dünkel kongoni»! i»t der Ignoranz und drin L*irtrt*inn gzgrwfllmr aJlerbdebst *mrtU4P*n Ding•«, •ri di» WH sieh besser nirlit wagte; eehimpfen aber g«r, d« ist immer lächerlich and ordinär, wenn es nicht mit Talent geschicht durch «inen großen aadilir.hen Charakter aus Bewirkung bei- 1iß*r Inbrunst für ein* hoi%9 Sache, — schimpfen (ich könnt* dafür hier auch sagen! schollen) können nur Propheten. Am nrhebonsten und produktivsten geschimpft hat Christus; bei uns unser feinster, wertvollster und lehrreichster Schimpfer (dem Schopenhauer und >’ict»ch• m doch nicht fein genug alsgelernt hahnn) ist Geeth« gewssw, der auch »Inen Feinds!» alle* tagt in d«m stolzen Wert; Sie wollnn mir leinen ßoifali gönnen, Ich hin nicht nach ihrem Sinn; Würden 11« mich beurteilen können, Ich wir« niebt, der ich bin. Aber <J*r Philisler h*t gans recht, «ich für vornehmer tu halten, wenn «r oiobt schimpft 1 denn »ein Schimpfen — unter Schimpfen versteht er das aCfakttv ungehemmte Auagmßen von Unflltigkeiten Und das Injuriiaren — offenbart nur, wieviel Unflat und Ungerech» tigkait *eine Person beherbergt und daß sie innerlich weit sei von der Sußerlich prätendierten Vornehmheit und io die Reih« der an Wohlanständigkeit Assimilierten nicht gehört. Die von der Jüdischen Rundschau‘ Uten klug, vornehm «u bliiben und steh vorn Schimpfen davon »1 lassen! sonst bestätigen sie nur von neuem den Satz, den s!e sich ja gleichfalls In ihr Blatt hineingedruckt haben: ,Völkische und Zionisten »irid bfirl« noch nicht assimiliert, was sie natürlich seliier nicht merken, und entgehet ihnen auch beide»: gnniamchelt ist nicht philosophiert,' An Kultur, sachlichen Sinn und Gerechtigkeit sind dt« Zionisten noch nicht assimiliert: sie sind Assimilanleu 4er Völkischen, von denen sie di« Rassenlden al« iltren Gesinnungsstoff und viel« Sitten und Gewohnheiten genommen haben . . .“ Wir fragen erstaunt: Wer schimpft eigentlich? Wir Philister taten eu nicht und werden uns dazu auch nicht verleiten lassen. Aber 4er ״Prophet" darf , , , Wenn׳« nur auf das Schimpfen ank&tn«, hätten wir den neuen Christus, Und weiter schreibt Brunner: ״D«m Zionismus wünsche (eh aufrichtig in allen Ländern dl# haldiplf! vollkommene Vernichtung! Daun di® Zionist«« alnd «, di« 'dS«!'Vrhihdcrntp der Emanslpation wiedergebären und auf (Jm tlrgsle die Lage derer verschlimmern, di« sie liehen und denen sie helfen kommen. Vor allem wäre m wünschen, daß unser Vaterland schnellsfans wieder rein wert!»! dar I s t «t o Deutsche jüdischer Abstammung soll wieder unverflthrt «i n Deut» scher sein von ganier Seele. Keiner kann Zionist und Deutscher, so wenig wie abwechselnd bald das eine, bald das andere »ei«. Deutsch sein heißt ganz deutsch sein und logt dem DeuUeheo jüdischer Abstammung die besondere Pflicht auf, voran arbeiten zu helfen am £rt1!־h!baren Werk der Emanzipation, damit die dem innerlichen (leiste nach ganz Deutschen dies auch werden nach dem Recht und nach der Wirklichkeit im Loben. Di« Deutschen jüdischer Abstammung wie di« von jüdischer Abstammung in jeglicher Nation haben die Pflicht, dem Zioniamu! zu wehren! wieviel sie das unterlassen, soviel fqldt ihnen von sich a»,t» an Zugehörigkeit und am Recht au ihrer N'atjon." Das sind nur kleine Proben. Der ganze Aufsatz hat fast vier Spalten. Im übrigen erklärt Brunner die Zionisten fflr krank. Vielleicht sollte man also die ganze Diskussion auf das psy» chiatrische Gebiet abschieben. Nun aber noch eines: Was würde der C.־V. sagen und die ״C.-V.-Zeitung" schreiben, wenn die ״Jüd. Rundschau“, sogar mit Vorbehalt, ein derartiges, an die bekannten Seelen* Dunguttgsversuche der Heineschen ״Disputation“ erinnerndes Gesudel gegen den C-V. abdruckte? ״Ritterlichkeit“. . .? 10 Jahre jüdischer Frontbnnl Ara 10. und 11. Februar feierte der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in Berlin das Jubiläum seines 10jährigen Be- Standes. Der Bund umfaßt 10 Landesverbände mit mehreren hundert Ortsgruppen. Seine Mitgliedszahl beträgt ungefähr 35000. Er ist somit zahlmäßig eine der größten jüdischen Organisatloncn in Deutschland und insofern bedeutet seine Existenz zweifellos «in Poäitivum auf dem Gebiete der Zu» sammenfassung jüdischer Menschen. Wenn man ferner be* denkt, daß im Reichsbund verhältnismäßig viele Elemente, die sich sonst von anderen jüdischen Organisationen fernzithalten pflegen, vereinigt sind, so bedeutet dar Frontbund eine Ausdehnung jüdischer Organisationsbestrebung auf Kreise, die §onst schwer zu erlassen sind. Die politische Lage in Deutschlind im Jahre 1919 sowie die Ideologie dar njchtlüdischcn Frontverbinde haben es mit sich gebracht, daß auch der Bund jüdischer Frontsoldaten sich bei seiner Gründung eine Ideo* logle beilegte, die genau besehen jüdischem Wesen und den» Geiste des Judentums nicht nahe verwandt ist TttelcHHch §eht der Frontbund immer mehr davon ab, •eint Daseinsereebtigütig ln einer Glorifizierung des Kriegserlebnisses zu erblicken und wendet sich positiven jüdischen Aufbauarbeiten zu, die allerdings seit langem Gemeingut vieler moderner jQ» diseher Richtungen *irid. cs bedurfte nicht erst der Anwesen* heit in der von Grartatenkugeln geschändeten freien Natur, um jüdische Menschen dahin zu bringen, daß eine Rückkehr zu vernünftigem Leben auf eigener Scholle wünschenswert sei. Auch waren nicht erst Oewehrgrf.'fe und Kasernenhöfe notwendig, damit unter den Juden der Gedanke der körperlichen Ertüchtigung und der sportlichen Betätigung popu'är werde, Jahrzehnte vorher hatte schon die zionistische Bewegung die Jüdischen Mensch?» auf dieses Gebiet verwiesen. Es ist auch an*unehmcn, daß der Frontbund im weiteren Verlauf seines Bestandes — zeitlich Ist ja seine Existenz als ״Frontbund‘‘ mit der Lebensdauer der Kriegsgeneration abgeschlossen — das System der ewigen Beteuerung, daß jüdische Menschen am allgemeinen Missenmord ebenso willig teilgcneimmen haben wie Nichtjudea und daß tie bei dieser Gelegenheit 12000 1u»• KUNDGEBUNG dei Jüdischen Palästinawerkes (Keren HajessodJ e.V. in Deutschland am 10. März 1929, vormittags Val2 Uhr, ln Berlin, im großen Festsaal bei Kroll, Platz der Republik Vorsitz: Direktor OSCAR WASSERMANN Redner «. a.s Dr. MARTIN RUBER, Heppenheim ALFRED UNSER, Hamburg Dr. NAHEM GOLDMANN• Berlin Eintrittskarte« werde» im Büro des Ker« Haiessod, Berlin W J5, Mcinekestraße 10, kostenlos ausgegeben und auf Wunsch per Post zugestellt. schuldige Opfer gebracht haben, verlassen wird. Aus zwei Gründen.• erstens vermag diese ewige Feststellung diejenigen, die nicht belehrt sein wollen, nicht zu überzeugen und zweitens ist die Erinnerung an die grauenvolle Zeit für die fort sch ritt* liehen Kreise der nichtjüdischen Welt, die Gott sei Dank heute maßgebender sind als die reaktionären Schichten, eher unangenehm als dazu angetan, die Achtung vor Juden und Judentum zu erhöhen. I>er Reidisbund jüdischer Frontsoldaten wird, das ist unsere Ueberzeugung, wie bisher auf streng neutraler Grundlage sich In immer stärke-er Weise bemühen, die Erinnerung an den Krieg zu verwischen in dem Sinn«, daß er dazu beitraten wird, alle bösen Kriegsfolgen körper» lieber, wirtschaftlicher und seelischer Art bei den jüdischen Menschen zu beheben. Auf diese Wels« wird er seine Tätig» keit ln das Strombett echt jüdischer Auffassung hinüberleiten und wahrhaft segensreich wirken «um Wohl der Juden und auch der deutschen Heimat, die nichts dringender nötig hat als eine Befriedung der Geister und Gemüter und den ehr» liehen Wunsch nach echter Völkerverständigung und allmenschlicher Verbundenheit. m. w. Von tfer Jfidtsdien Volksparte! Am II. Februar fand eine vom FraktionsvorsFzendeu der Jüdischen Volkspartei Dr. AI frei Klee einberufene Versamm» fung statt, zu der!00 Einladungen an die Vertreter der Partei Im Vorstand und in der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde, in den elnze'nen Gemeinde» komtniss'onen und in den Synsgogenvorstnnden ergangen waren. Die Einge'adeuen folg‘«» fast ausnahms'os dem Rufe des Part ei Vorsitzenden. Dr. Klee und Direkto- K a r e * k I erstatteten einen Rechenschaft:bericht über die Ti'igkeit der Partei in der Gemeinde. beleuchte'en die verschiedenen Arbeit*- gebiete, die der Partei besonders am Herzen liegen und machten von den Bezlcfvmen zu den anderen Parfe'en der Gemeind« ausffthrl'ehe Mitteilungen. An diese Ausführttngen knüpfte sich die ausführliche Debatte, an der u. 8. Dr. Stahl, Le?*r, Kaufmann teilnalrnen- In a’len Aus» führungen kam das Einverständnis mH der bisher entfalteten Wirksamkeit der Frak'lon in der Oemeindertube nrn Ausdruck- Die Ankündigung, daß auf Grund des Ueberelnkommms mit den Liberaler» die Leglslaturneriode der gegenwärtigen Re• prä5enta*t«nv«rsammlu*g ■Ende• 1910 Ihr ■Ende Anden we״de, wurde von allen Teilnehmern mit der Ueberze igutig attfge■ nommen, daß die Neuwahlen geklärte Verhältnisse in dem Sinne bringen werden, daß die Volkrwtel auf Grund ihrer bisherl״e11 Leistungen 1ון der Gemeinde verstärkt aus dem Wahlkampf hervorgehen werde. Stftr• mische Zustimmung fand insbeson'*«~e die von der Vol'׳s0<״r‘.ei mit allem Nachdruck vertretne S •hu'naHtik, lugen ,ffrsorg? und die Bemühung, durch Ausbau der WohlDhrtsi׳־s'i'11tf. onen und der $0d״H01itischen Em-ichrtingen dem ln‘eres*e der Berliner Judenheit zu dienen. Die Versammlung fnn t nach einer A״sr'r*che de« Redakteurs W a I d m a n n י׳ י später Nachtstunde iltr Ende. Wtldmann beton'«, daß d'e Q!?!le der «ufonfertm׳»svoUen Tä‘i״kei* de* vo'kspsr'ei'iehen 0“meh(*e ertreter ihre zionistische Erziehung und die ziouis'i'dte Ideologie sei, welche für Zionisten die QemeMeirbeit zu einem sinnvollen Bestandteil allumfassender jüdischer Betätigung mache. Jüdische Volkspartei Sachsen Am Sonntag, dem 3, Fehruar 1029, fand in Leipzig eine Sitzung der Vertreter der füdischen Volkspartei Sachsens s'att, auf welcher über die Maßnahmen zur Beseitigung des reaktionären Wahlrechts In den slehsisch-jüdisch?מ Gemeinden beraten wurde. Es wurde beschlossen, eine große gemeinsame Aktion sämtlicher Gruppen der Jüdischen Volkspart :1 Sachsens zur Errarhttng des allgemeinen und gleichen Wahlrechts eiuzuMten. Mit den Vorbereitunge» hierzu wurde ein Vierenusschuß betraut, dem die Herren Gr. Schornstein. Dresden. Dr. 1.ehrfreund,!.einzig, Dr. Sichel, Chemnitz, und Dr. Moses, Zwickau, angeboren. Die Absftaimiing Ober den Refctisverband Bei der namentlichen Abstimmung über die Frage des Reichsverbandes h?i der Tagung des Preußischen l.andesverbandes jüdischer Gemeinden Stimmten folgende Delegierte mit J a: 1. Michael Abraham, 2. R.-A. Baerwald, 3. Just.-Rat Brodnitz, 4. R.-A. Breslauer, 5• Veronika Brüneil, 6. R-A. Max Cohn-Bonn. 7, Frau Hanna Cohn-Dorn. 8. De. 1 .eonold Cohn. 9. R.-A. Ehrlich. 10. Falkenberg, 11. Felsenthal, 12■ Stefanie Forchheimcr, 13. Hugo Frankel, M. tust-Rat rrnnr’״m,!5. San.■Rat Frankenstein, 16. Dr. Freund-Hannover, 17. E• Goldschmidt-Dortmund, 18. S‘ud.*Dir. Dr. Gutmann, 10. Rabb. Dr. Hoffmatm-BreaUu. 20. R.-A, Horovitz, 2L Just.-Rat Kalisch- BresDu. 22. Kaufmann-Mftlhebn, 23, Rabb. Kober-Köln, 24. Just.־Rat Koehmann.Qlejwltz, 25. Landg«r.*Rat I llien'hal, 26. Siegmund I oeb»Tri«r. 27• Herrn. Marx*Könlgiberg, 2S. Max Metz-Liegnitz, 29. Dr. Mever-SteFin, 30, Obermag -Rat Dr. Neumann, 31. Frau Paula Ollendorff, 32. Em. Pinczower, 33. Rabb. Dr. Rosenthal. 34. Henri Rothschild. 35. R.-A. Salinger, 36. S״Wenberg-f ieguitz. 37. R.-A Dr. Julius Seligsohn, 38. Rabb. Dr. Stelnth®! 39. Frau Ruth Stern, 43. R.»A. Tamowski, 41. Rabb. Dr. Wayl. 41 R,»A. Dr, Wiener. 43. Louis Woiff, 44. Stadtrat Zielenziger, 45. R.-A. Heinrich Stern. —- Folgende Abgeordnete $timm*en mit Nein: 1. Nathan Ackerhalt, 2. Min.- Dir. Dr. Badt, 3. Frau Olga Baruch4 ״, A. Berger, 5. Kurt Blumenfeld, 6. R.-A. Oskar Cohn, 7. R.-A. Elkeles, 8. R.-A. Emmerich, 9. R.-A. Epstein, 10. R.-A. F?lixbrodt. 11. Fett, 12. R.-A. Fischer, 13. R.-A• Fleischer, 14. Isr. Goldbcrg, 15. Max Goldreich, 16. Min.׳Rat Goslar, 17, Frau Sonja Gronemann, 18. Haarpuder, 19■ laeabbKöln. 20. R*A, Jacobsohn• Breslau, 21. R.»A, Katzenstein-Kasiel, 22, R.-A• Lentschütz, 23. Rabb. Em» Levy, 24.R.-A. Abr.Loeb. 25. R.-A. Merzbach-Frankfurt, 26. Sgn.-Rat Ollendorff, 27, Paul PIncus, 28. Josef Preiß, 29. Dr. Rabin-Breslatt. 30. Rosenbaum-Pasewalk. 31. R.-A. Rosenberg, 32. Dr. Sandler, 33. Prof. Dr. Sobernheim, 34. Dr. Soloweitschick. 35. Arnold Stein, 36, Geh.-R1t Stern, 37. Dr.Tleta, 38. Dr.Tugcwi* reich, 39. R.-A. Bruno Weil, 40. Rabb. Dr. Weiße, 41. R.-A. Wcrtheim, 42. Arnold Wiener-Beuthen, 43. Brutto Woyda, 44. Frau Wronskv, 45. Dr. Kahn-Jaffa, •16. R-A. Dr. Kollcnscher. Folgende Defegierte übten Stimmenthaltung: 1. Ernst Doßntar, 2. Komm.-Rat Hamburger, 3. Frau Bianca Hamburger, 4. Dr. Ludwig Holländer, 5. Julius Loewenilial-Lselnvcge, 6, Frau Gertrud Seligsoli 11, 7. Frau Ella Werner. Zorn 70. Geburtstag von Rabbiner E. Meyer Am 5. Adar wird Rabbiner ff. Meyer irt Karlsruhe 70 Jahre alt. Jahrzehnte hindurch hat er in der Religionsschule der Israel, Religfonsgeseffschaff 81$ Lehrer der Jugend gewirkt. indem er seine vielen Schüler in di.» hebräisch« Sprache und in die Lektüre des Teuach dngeführt hat. Sein geistiger Einfluß begleitet alle, denen er in der Schulzeit seine tiefen Kenntnisse und seifte edle Begeisterung für den Lehrstoff weihte, durch ihr leben. Im Mittelpunkt «einer privaten Studien steht die innere Entwicklung und Erweckung der hebräischen Sprache. Sein Wissen, geschöpft aus dem biblischen, tajmudischert, mittelalterlichen und neuen Schrifttum, befähigte ihn zu Forschungen, welche hoffent'ich bald rt*r verdienten öffentlichen Würdigung gelangen werden. Sein Judentum ist unlöslich mit Palästina und dem Ziprtismu* verknüpft. Er hat der zionistischen Ortsgruppe und dem Misrachi von ihrer Gründung an seine Kraft als Lehrer, Berater und Freund gesehen Irt; seine Begeisterung und sein Eifer ließen ihn zum Vorbild und rum geistigen Mittelpunkt des zionistischen Lebens in Karlsruhe werden. Die herzlichsten Wünsche zu seinem Jubeltage und für sein ferneres Leben seien ihm auch in der 7inm«־Hsrhcn Oeffentllcbkejt gewidmet. J. R Eia oeaes Werk voa Nahuni Sekolow Soeben erschien irt hebräischer Sprache ein großes Werk von Nahum Sokolow ״Baruch Spinoza und seine Zeit“, eine philosophische und historisch« Studie. Das Buch enthält in seinem ers:en Teil eine Darstellung der Philosophie Spinozas und Auseinandersetzung mit ihr, der zwei!« Teil gibt eine Einführung in den Geist der Zeit Spinozas und des damaligen Judentums, wobei eine grüße Zahl überaus wichtiger und interessanter Tatsachen und Einzelheiten der jüdischen Geschichte und insbesondere des MirannenUnns zum erstenmal verwertet werden. Das sehr gut gedruckte und vornehm ausgestattete Werk en'hält ferner 21 Bildtafe'n mit ztmt Teil ganz utth:kannten Bildern Spinozas, faksimi'ierten Wiedergaben von Handschriften, alten Stichen, darstellend Judenverbremiungen, Syn״go1?-׳t in Amsterdam, Dokumente (z. B. eine Photographie des Begrüßungsschreibens der Häupter der Amsterdamer Judengemein ie an SabSa'ai Zwi) usw. Ein ausführliches Inhaltsverzeichnis sowie Personen- und 5a:hregisfer erhöhen die praktische Verwendbarkeit des Werkes, das der Verfasser dem Andenken seiner im Gedächtnis d«r zionistischen Welt fortlebenden Gattin gewidmet |1at. Wir werden auf das Buch, das eine bedeutende Bereicherung der hebräischen Literatur darstellt, noch eingehender zurückkommen. Das Sowjet-Abkommen mit dem Joint Moskau, 11. Februar (J. T. Art Die Sowjetregierung hat das Abkommen, das vor etwa einem Monat im Büro Louis Marshalls in Ne\y Vork von den Führern des Joint Distribution Committee und den Vertretern der Sowjetregie-un״ in Amerika unterzeichnet worden ist, ohne jede Aenderung ratifiziert. Das Abkommen betrifft einen für eine zehn- (;ihrige Dauer berechneten iikiis'hen Kolonisatiottsp'an, für den die amerikanische Oesellscha't und die Sowjetregierung jährlich je 1 Million Dollar für die nächsten zehn Jahre zu geben sich verpflichten. Handelsgesellschaft Polen• Orient-Palästina Warschau, II. Februar• (j. T. A.) In diesen Tagen hat hier die Grütidtmgsversnmmitntg einer Export- und Importgesellsclihaft Polen—Orient—Palästina unter der Beteiligütig führender Grofikaufleut? und ludustrielkr statigefunden, Dem Komitee gehören Abg. WyszJicki, Stadtverordneter Meise!, Bankdirektor Flbinger tt. 3. m. «er. Fs wurde beschlossen, in großem Mallstabe einen palfi-.tincit•risch-polnischeu Handelsverkehr in die Wege zu leiten und in Warschau, sowie in den anderen Großstädten Polens, Palästina- Bazare zum Verkauf der palästinensischen Produkte einzurichten. _ Der nette Stadtrat von TeUAwiw Van unserem Korrespondenten. Noch immer, lange Wochen nach cj«n Wahlen, ist die Stadt* Verwaltung von Td-Äwiw mit ihrer Konstituierung beschäftig!. Die WahKn für die verschiedenen Kommissionen, die Leitung usw. sind noch immer nicht beendet Es scheint, daß die Hoffnungen, die man auf die neue Verwaltung gesetzt hat, sich nicht so leicht erfüllen werden. Die Kräfteverhältnisse sind recht unsicher, da si 11 ein Teil der Bürgerlichen der Opposition zugesellt hat und die .,regierende Fraktion“ des Herrn Disengo.f mir eine knappe Mehrheit von 8 gegen 7 um sich zu sammeln vermocht hat. Wenn cs nicht gelingt, dies? dauernden Guerillakriege der Munizipalität zu lU'uidieren, so wird auch der neue Stadtrat keine Autorität bei der Bevölkerung besitzen. Ingenieur Ruthenberg hat sich von PaJIstlna nach London begeben.