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Jüdische Rundschau · 1929-01-29 · Heft 8 (29.1.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 8 (29.1.1929)
Date
1929-01-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 8, 29.1.1829 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 49 HF. Wir erkennen, daß die gegenwärtige ökonomische und kulturelle Struktur der jüdischen Welt kaum für die Erhaltung, in keinem Falle aber für die Erneuerung des Judentums die erforderlichen Voraussetzungen bietet. Ein voll entwickeltes, schöpferisches jüdisches Leben ist nur in Erez-Israe! möglich. Den sonst in der Welt erfolgenden Siedlungsversuchen der Juden werden durch die Umwelt unübersteigoare, einengende Schranken gesetzt. Wie alle jüdischen Aufgaben werden auch die Aufgaben, die der jüdischen Gemeinde gestellt sind, erst dann zu einer wahren und vollen Lösung geführt werden, wenn die lebendige Jüdische Gemeinde auf das engste mit dem lebendigen, werdenden jüdischen Palästina verbunden ist. Es ist die Aufgabe unserer Generation, die Schaffung der jüdischer, nationalen Heimstätte in ihrem ganzen Umfang herbeizuführen. Und es ist daher die Pflicht der jüdischen Gemeinde, für den Palästinaaufbau, die große jüdische Aufgabe unserer Zeit, kraftvoll einzutreten. Für die jüdische Jugend ist von der jüdischen Gemeinde ein hebräischer Sprachunterricht zu schaffen, der mit dem lebendigen Hebräisch, mit der hebräischen Kultur, wie sie sich in Palästina entwickelt, auf das engste verknüpft ist. Die Jüdischen Gemeinden sind verpflichtet, denjenigen jungen jüdischen Menschen, die sich für das Aufbauwerk in Palästina heranbilden, also für die Chaluziuth und Alijah, vollste Unterstützung zuteil werden zu lassen. Jede jüdische Gemeinde ist verpflichtet, entsprechend ihrer Bedeutung sich am Keren Hajessod zu beteiligen. Ein Verzieht auf diese Forderung ist unzulässig. * Der Landesvorstand hat ferner Rich t iinien für die Füllrung der Gemeindewahlcn beschlossen, die den Ortsgruppen gesondert zugehen. Zionistische Organisation und Poale Zion Von Kurt Löwenstein. Es ist eine der erfreulichsten Erscheinungen des zionistischen Lebens .in Deutschland, daß es bis heute gelungen ist, über die Parteigruppierungen und Gesinnungsdifferenzen hinweg eine einheitliche zionistische Landesorganisation zu erhalten und den größten Teil der zionistischen Aufgaben ihrer Kompetenz zu unterstellen. Wir sind dadurch in Deutschland gegenüber anderen zionistischen LandesorgaaLalionen in einer reent günstigen Lage, da die Zionistische Organisation schlagkräftig dastelit und so wirklich Organisationsform der Gesamt- Bewegung ist. Es ist ja überhaupt eine der wesentlichsten Grund* Schwierigkeiten des Zionismus unserer Tage, daß mit dem Wege in die Wirklichkeit und zum Teil auch aus der Galuth- Situation des jüdischen Volkes heraus eine starke Differenzierung innerhalb der zionistischen Bewegung eingetreten ist, sei es nach kulturellen, sozialen oder politischen Gesichtspunkten. Demgegenüber besteht die Tendenz, doch zu einer Integration der Bewegung zu gelangen und das Streben nach Selbständigkeit bei den einzelnen Gruppen einzuschrlnken. Von dieser Grundregel gibt es im deutschen Zionismus eine Ausnahme. Dies ist die Partei Poafe Zion! Sie ist in einem selbständigen Landesverband organisiert, der außerhalb der Z.V. f. D. steht und wenigstens theoretisch auf ״ allen Gebieten eine eigene Politik betreibt. Nur für bestimmte sächliche Arbeitsgebiete, wie z. B. die Arbeit der Fonds, besteht eine Arbeitsgemeinschaft mit der Z. V. f. D. — Die Ursache für diese Haltung der Poale Zion liegt zunächst einmal darin, daß sie durch Beschlüsse ihres W eltverbandes dazu verpflichtet ist, außerhalb der allgemeinen zionistischen Reihe zu . stehen und höchstens in der Form eines lockeren Dach- Zusammenschlusses mit den übrigen Gruppen zu kooperieren. Dieser Beschluß des Weltverbandes, der sich im wesentlichen aus den zionistischen und allgemein jüdischen Verhältnissen Polens erklärt, wird auch auf Deutschland angewandt, obwohl diese tatsächlichen Voraussetzungen für Deutschland kaum zutreffen. Bei einer Betrachtung dieser Frage muß aber die Gebundenheit auch der deutschen Poale Zion an die Beschlüsse des Weltverbandes in Rechnung gezogen werden, wenn man den Dingen gerecht werden will. Man könnte über eine solche Frage woh! auch mit völligem Gleichmut hinweggehen und die ganze Angelegenheit höchstens als einen Schönheitsfehler im Aufbau des deutschen Zionismus betrachten, wenn nicht dahinter eine Reihe von Problemen auftauchten, die gerade in den letzten Jahren und Monaten immer akuter geworden sind. Einmal besteht der merkwürdige Zustand, daß sich die Politik der Poale Zion als einer verhältnismäßig kleinen und schwachen Organisation doch an die größere Machtfülle der Z. V. f. D. anzulehnen bestrebt ist. Man kann zwar nicht in die Leitung der Z. V. f. D. eintreten oder am Delegiertentag teilnehmen, aber es wird doch schweigend geduldet, daß Angehörige der Poale Zion als Vertreter der Z.V.f.D. an verschiedenen wichtigen Stellen des deutschen Juden. tu1r;s auf trete n. Andererseits hat die Z. V. f. D, es bisher verabsäumt, einem solchen Zustande, der für eine politische Organisation unmöglich ist, ihr Augenmerk zuzuwenden, und hat die ganze Angelegenheit etwas bagatellisiert. Es muß aber im Interesse der politischen Reinlichkeit verlangt werden, daß hiermit endlich Schluß gemacht wird und die Vertretung der Z.V.f.D. nur durch Persönlichkeiten erfolgt, die ihr auch selbst angehören. Darüber hinaus muß es als außerordentlich gefährlich bezeichnet werden, wenn die Poale Zion zwar ihren einzelnen Mitgliedern es nicht gestattet, innerhalb der Z. V. f. D. organisiert zu sein, andererseits aber still schwel gend eine ganze Gruppe, die bisher in der Z. V.f. D. war, sich auch bei sich organisieren läßt und erst dann ihren Austritt aus der Z.V.f.D. verlangt, wenn diese Gruppe stark genug geworden ist. Ein derartiger Fall war jüngst in Ffamburg zu konstatieren. Hier werden Methoden politischer Aktion angewandt, die zwischen zionistischen Gruppierungen nicht möglich sein sollten. Die Ursache liegt natürlich darin, daß von seiten der Z. V. f. D. diese Dinge außerordentlich wenig beachtet wurden. Wenn man aber einmal ganz von der formellen Seite dieser Angelegenheit absieht, so muß man, und das ist das Entscheidende, einen bestimmten geistigen Hinter• g r u n d erkennen, der für die gesamte zionistische Arbeit, auch die der Poale Zion in Deutschland, von großer Oefährlichkeit ist. Die Poale Zion als eine sozialistische Partei bejaht in ihren größten Teilen den Klassenkamp f auch für die Entwicklung innerhalb des jüdischen Volkes. Ohne daß hier irgendwie über diese ideologische Grundlage diskutiert werden soll, kann man aber konstatieren, wie das organisatorische Verhalten der Poale Zion, d. h. ihre Fernhaltung von der zionistischen Landesorganisation, in der Propaganda mit derartigen klassenkämpferischen Argumenten begründet wird. Wir glauben, daß durch diese Begründung, die von mehr oder weniger verantwortlichen Mitgliedern der Partei vorgenommen wird, eine schwere Verwirrung insbesondere unter die Juden getragen wird. Der Gedanke der Gesamt Verantwortlichkeit der zionistischen Bewegung für das ganze Volk wird in jungen Menschtn, die eben erst Zionisten geworden sind, von vornherein ertötet, und an seine Stelle wird der mehr oder weniger klar ausgedrückte Gedanke gesetzt, daß man innerhalb des Zionismus auch hier in Deutsch- I an d eine Art von Klassenkampf zu führen habe. — Die Zionistische Organisation mit ihrer Leitung, ihren Ortsgruppen, mit allen ihren Institutionen erscheinen dieser Fugend dann als dasjenige, was man quasi in diesem Klassenkämpfe zu bekämpfen habe. Wenn man itlit dieser bürgerlichen Organisation irgendwie paktiere, dann handele es sich um eine Zweckgemeinschaft, nach Möglichkeit nur um eine Ausbeutung der Mittel dieser Organisation, und es wird 80 innerhalb der zionistischen links eingestellten Jugend eine Atmo- Sphäre geschaffen, die fern ist von jeder politisch-sozialistisch fundierten Erziehung und auf übelste Tagespolitikasterei hinausläuft. Diese Verwirrung auf erzieherischem Gebiete hat aber noch eine weitere Folge, die unausbleiblich ist. Der sogenannte Kiassenkampf innerhalb der zionistischen Reihen kann einer lebendigen Jugend niemals genügen. Sehr bald muß sie spüren, daß er nur eine Fiktion ist, und daß es im Zionismus in Wahrheit um ganz andere Dinge geht. Diese Jugend aber, die zur klassenkämpferischen Fialtung einmal hingeführt ist, wird sich nun das wahre Objekt des Klassenkampfes suchen, d. h., sie wird dorthin gehen, wo heute in erster Linie in Deutschland der Klassenkampf geführt wird, und das sind die linksradikalen Strömungen, insbesondere die kommunistische Bewegung. Es ist symptomatisch festzustellen, daß gerade aus denjenigen Teilen der Poale Zion, welche diese Gedankengänge seit Jahren eifrig betont haben, vor kurzem ein Austritt nach links erfolgt ist, d. h. daß hier ehemals gute zionistische Jugend praktisch verloren ging. Diese Tatsachen sollten gerade der Poale Zion ein ernstes Zeichen dafür sein, daß es nicht angeht, mit einer radikalen Ideologie Maßnahmen zu begründen, die höchstens rein taktischer Natur sind, und daß es auf der anderen Seite unmöglich ist, um einer taktischen Haltung willen, die vielleicht im Rahmen zionistischer Weltpoütik Bedeutung haben kann, die erzieherische Beeinflussung jugendlicher Menschen zu gefährden. Es ist schließlich nicht die Aufgabe gerade der Poale Zion als einer sozialistisch-zionistischen Partei, junge zionistische Menschen zu sich herüberzuziehen und sie einen Weg zu führen, der viele dann zum Verlassen des Zionismus bringt. Es ist vielmehr ihre Aufgabe, aus den Kreisen des jüdischen Sozialismus heraus Menschen für die zionistische Bewegung zu ge winnen. Wenn von seiten der Poale Zion gerade Tn letzter Zeit nicht immer mit erfreulichen Mitteln ein Kampf gegen die Z. V. f. D. geführt wird, von deren Absterben man in der Poale Zion-Presse dauernd redet, dann scheint es uns, daß die Front von der Poale Zion verwechselt wird. Ihre Energien sollten dahin gewandt werden, wo ihr wahrer Gegner stellt, nämlich gegen das Lager des auch heute noch assimilatorischen Sozia- Ismus. Natürlich handelt es sich nicht darum, Mißstände auf organisatorischem und geistigem Gebiete nur aufzuzeigen um des Aufzeigens willen oder um irgendwelche Reibungen, die bestehen, zu verstärken. Es handelt sich vielmehr darum, die i n ihren letzten Zielen doch gemeinsame Arbeit auf eine reinere Basis zu stellen. Notwendig ist hierfür einmal, daß man von der Poale Zion verlangt, alle Zweideutigkeiten in der Frage der Zugehörigkeit zur Z.V.f.D. aufzugeben. Notwendig ist es weiterhin, daß die Z. V. f. D. der Frage mehr Aufmerksam keit ziLwendet als bisher und darauf achtet, daß derartige Verhältnisse, wie sie oben geschildert wurden, nicht weiterhin bestehen. — Darüber hinaus wird man versuchen müssen, mit unseren Freunden von der Poale Zion sich wirklich einmal über den Gesamtumfang der Frage auszusprechen und zu einer verständnisvollen Haltung zu gelangen. Man wird Methoden unsachlicher und gehässiger Art in der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen zionistischen Anschauungen aufzugeben haben und versuchen müssen, in der heutigen zionistischen Situation die gemeinsamen Aufgabengebiete voranzustellen. Man wird schließlich auch insbesondere in der Frage der erzieherischen Beeinflussung der Jugend einen Weg finden, der der Zionisierung und immer intensiveren Durchdringung der Jugend mit nationalen Gedanken dient. Es wird schließlich auch die Aufgabe der Z. V. f. D. sein, ihrerseits der Poale Zion die Möglichkeit zu geben, unter Wahrung der Beschlüsse ihres Weltverbandes alles zu tun, um die jetzt bestehenden organisatorischen Schwierigketten aus der Welt zu schaffen. Hedialuz Landeskonferenz Vom 5. bis 7. Januar 1929 fand anschließend an das vom Hechaluz veranstaltete Seminar die 7. Landeskonferenz des deutschen Hechaluz statt. Diese Konferenz wurde in einer Zeit entscheidender Umgestaltung der ganzen Lage des deutsehen Hechaluz einberufen. Nach zweijährigerAlijahsperre öffnen sich die Tore Palästinas für eine, wenn auch begrenzte Alijah. Es besteht kein Zweifel, daß diese Alijah belebend auf die ganze Bewegung wirken wird. Auch heute ist die Situation der jüdischen Jugend in Deutschland sowohl in geistiger als auch in materieller Beziehung eine außerordentlich schwierige, und fraglos wird, sobald die Möglichkeiten einer Arbeit im Lande wieder weiten Kreisen der jüdischen Jugend bewußt werden, der Hechaluz von neuem erstarken und einen neuen Aufschwung nehmen. Ein Gelingen der Alijah erfordert Erweiterung und Vertiefung der Hachscharah. Dies erfordert eine starke Kon- Zentrierung aller Chawerim des Hechaluz in besondere Zentren, weil es sich erwiesen hat, daß der Einzelne in einer vollkommen fremden Umgebung die Verbindung mit der Bewegung verliert. Sie erfordern die Mobilisierung aller kulturellen, organisatorischen und fachlichen Kräfte, um eine neue kommende Alijah gründlich vorzubereiten. Von besonderer Bedeutung ist das Verhältnis des Hechaluz zur Gesamtbewegung. Zionistische Propaganda wäre nicht vorstellbar, wenn sie nicht auf den Chaluz hinweisen könnte. Auf der anderen Seite wird jede Anstrengung ln den Reihen des Hechaluz ergebnislos, wenn sie nicht unterstützt und umgeben wird von einer breiten, verantwortlichen zionistischen Bewegung. Somit envlchst für alle Teile des Hechaluz die Verpflichtung, als aktiver Teil an allen Dingen zionistischen Geschehens teilzunehmen. Allerdings verlangt diese Verantwortung auch von ihm, den sozialen Inhalt des palästinensischen Aufbauwerkes der Gesamtbewegung gegenüber zu verteidigen. Die Konferenz des Hechaluz hat gezeigt, daß all diese Fragen in seinen Reihen lebendig sind und daß eine Jugend heranwächst, die gewillt ist, den beschrittenen Weg ,fortzusetzen. Die Konferenz wurde am 5. Januar abends im Jugendland Zossen mit einer Begrüßungsrede Uri Rosenblatts eröffnet. Nach ihm ergriff I. Dobkin im Namen des Merkas des Welthechaluz das Wort zu einem Referat über ״die Lage in der Chaluzbewegung“. Salman Rubaschow sprach dann über ״die Situation in der zionistischen Bewegung nach der letzten A--C.-Sitzung“. Am nächsten Tage gaben die Chawerim de« Merkas Ergänzungen zu dem schriftlich vorgelegten Rechenschaftsbericrit für das vergangene Arbeitejahr, an welche sich eine lange Generaldebatte anschloß. Die Aussprache bewegte sich um die Probleme der Organisierung der Hachscharah in Kibuzim. Am Nachmittag hielt Baratz aus Dagantalt ein Referat über ״Die Lage in der palästinensischen Landwirtschaft“. Anschließend daran leitete Uri Rosenblatt die Aussprache über ״die Organisierung der Alijah“ ein. Auch hier wurde die Wichtigkeit der Schaffung von Alijahkibuzim betont. , Am nächsten Morgen folgte eine Aussprache über ״Pro• bleme der Chaluziuth in der zionistischen Bewegung Deutschlands“, in der vor allem auf die Wichtigkeit der Erlernung der hebräischen Sprache hingewiesen umf der Merkas beauftragt wurde, mit den zionistischen Jugendbünden gemeinsam den Weg zu finden, der zur Hebraisierung der gesamten zionistischen Jugend Deutschlands führen soll. Bevor am letzten Abend die Resolutionen gefaßt wurden, sprach Dr. Kanowitz im Namen der Z. V. f. D. über die ״Beziehungen der zionistischen Welt zum Hechaluz“. Der Merkas wählte für das kommende Jahr einen Merkas, bestehend aus Mosche Brachmann, Arthur Israelowitsch, Steffie Brachmann, Kurt Mendel und Schura Oscherowitz. Die beiden Erstgenannten werden das Büro des Hechaluz übernehmen. Resolutionen: 1 Gegenwärtige Aufgaben der Hcchaluzbawwsj gung: Die 7. Landeskonferenz des deutschen Hechaluz findet N einer Epoche der Erneuerung chaluzischer Alijah nach Erez-Isrt 31 stall, einer Epoche, die den Beginn eine» neuen Aufschwung» im Zionismus verkündet. Die Konferenz sieht im gegenwärtigen Moment als Hauptaufgabe für die gesamte zionistische Bewegung die Vorberoitung der chaluzischen Jugend auf ein eigenes Wo« der Verwirklichung in Eroz-Isracl. Besondere Verantwortung liegt daher heute auf der Chaluzbewegung, deren Hauplslrebca auf die Konzentrierung neuer Kräfte gerichtet *ein muß. Hachscharah. Die Weitiah beschließt, daß als Richtlinien der zukünftigen Hachscharah in Stadt und Land die Haehicharah kibuzith in ihren verschiedenen Formen (Meschek, Kibuz, Beth Chaluz) zu gellen hat. Allo Chawerim, die aus irgendwelchen Gründen keine Kihuzhachscbar&h halten, sollen mindesten» eine Saison in der Undwirtschaftlichen Hachscharah kibuzith arbeiten. Die landwirtschaft* liehe Hachscharah hat die Priorität gegenüber jeder anderen. Die Weitiah stellt mit Bedauern fest, dsß der Beschluß der letzte» Weidah betreffs Schaffung einer eigenen Siedlung des deutschen Hechaluz nicht durchgeführt ist und fordert vom Merkas, alle Schritte zu unternehmen, um in diesem Jahr eine eigene Lehrsiedlung zu schaffen. Die Weidah wendet sich an die zionistische ()Öffentlichkeit, ihr bei dieeer Bestrebung alle erforderliche Unterstützung zu sichern. Die Weidah beschließt, daß die in Hachscharah kibuzith durchgeführle handwerkliche Hachscharah in wenigen Städten (Berlin, Breslau, Frankfurt, Leipzig, Zwickau) konzentriert wird. An den Orten, an denen sich kein« Chtluzheim« befinden, »ollen solche errichtet werden. Di• Weidah beauftragt den Merkas, alle in städtischen Berufe» arbeitenden Uhaweroth in städ'ischea Kibuzim zussmmenzufassen. Nach Möglichkeit sollen keine Uhaweroth an den Orten arbeiten, wo keine Kibuzim(' bestehen. Alijah. Dio Weidah verzeichnet mit schärfster Erbitterung die Stellung der Zionistischen Exekutive zur Frage der chaluzischen Alijah, die ihren Ausdruck gefunden hat in der Verminderung der Forderung nach Zertifikaten, wie sie auf der A.-U.-Sitzung im Juli beschlossen war. Die Weidah protestiert besonders gegen die noch außerdem erfolgten Einschränkungen von seiten der palästinensischen Regierung und fordert von der Zionistischen Exekutive, alle Schritt• zu unternehmen, um für dio Zukunft eine dauernde und steigend• Einwanderung von Chaluzim zu sichern. Die Weidah sieht sowohl als geeignetste Form der Artaitabewegüng im Land als auch als besten Weg der Alijah aus der Galuth in Alijahkibuzim die geeignetste Richtung zur Organisierung der Alijah. Diese Alijshkibuzim haben sich unter den Chawerim der Hachscharahkibuzim zu organisieren. Die Weidah beschließt, daß vom 1, 1. 1p30 als unbedingte Voraussetzung der Bestätigung der Chawerim zur Alijah die Kenntnis der hebräischen Sprache zu gelten hat. Auch bis zu diesem Termin hat der Merkas bei der Auswahl seiner Menschen zur Alijah auf diesen Gesichtspunkt besonderes Gewicht zu legen. Die Weidah protestiert gogen die Einschränkung der Alijah der Uhaweroth, di« dahin geführt hat, daß nur 18 0/0 aller Zertifikate an Uhaweroth verteilt worden sind. Sie fordert, daß bei der Verteilung der Zertifikato jrdo Begrenzung für die Uhaweroth zu beseitigen ist. Bia nächste Zertifikatserteilun״ erfolgt auf Grund der bereits vorgenommenen Kategorisierung auf der Moazah vom 5. io. 1Q58. Tarhuth. Die Weidah konstatiert mit tiefem Bedauern den in den Reihen des deutschen Hechaluz bestehenden Mangel an prim»- tivster Kenntnis der hebräischen Sprache. Dio Weidah erklärt ihren entschiedenen Vorsatz, mit dem hebräischen Analphabetentum im Hechaluz aufzuräumen und sieht hierin dio vernehmlichste Aufgabe der kulturellen Tätigkeit des Merkas wie der Chawerim in den Ortsgruppen. Di« Weidah sieht im ״lleatbid“, dem Organ der Welt- Organisation ״Hechaluz“, die gemeinsame Plattform aller Teile der Bewegung, Die Weidah beauftragt den Merkas, für dio Verbreitung des Blattes unter den Chawerim des Hechaluz und der Jugendbünd« Sorge zu tragen. Liga für das arbeitende Palästina. Dio Weidah begrüßt die Schaffung der Liga für das arbeitende Palästina und verpflichtet alle Chawerim, sich aktiv an der Arbeit dieser Liga zu beteiligen. Keren Kajemeth Lejisrael. Die Weidah sendet dom K.K.L. ihren treuen Gruß und verzeichnet mit besonderer Freud« di« neu« Stuf« seiner Tätigkeit, die Erlösung des Bodens der Haifa Bay zum ewigen Eigentum des jüdischen Volkes. Die Weidah sieht in der Arbeit für den Keren Kajemeth Lejisrael einen wichtigen Erziehungsfaktor für die jüdische Jugend. Die Weidah ruft alle Mitglieder des Hechaluz zur ständigen und eifrigen Arbeit für den Keren Kajemeth Lejisrael. Gruß an die Chawerim in Rußland. Dio Weidah begrüßt ihre Chawerim in USSR. Sie weiß, daß »io auch in Zukunft in treuer Wacht auf den! chaluzisclien Posten stehen wird trotz aller Auswüchse von Haß und Verfolgung. Deutsche Ansiedlung in Palästina. Anläßlich der seit längerer Zeit innerhalb der Z.V.f.D. geführten Propaganda für ein« Ansiedlung deutscher Chaluzim in Palästina beauftragt di« Weidah detuMerkas, sich über alle in dieser Hinsicht unternommenen Schritt« seitens der Zionistischen Organisation auf dem laufenden zu hallen und auf das entschiedenste dafür einzutreten, daß kein« Ansiedlung in Form einer deutschen Landsmannschaft außerhalb der llistadrutl! betrieben wird und daß keinerlei öffentliche zionistisch« Mittel fOr eine Ansiedlung deutscher Uhiluwm außerhalb der Histadruth verwandt werden. Merket. Di« Weidah wählt für das Jahr inap folgenden Merkas: Arthur Israelowitsch. Moscho Brachmann, Steffie Brachmann, Kurt Mendel, Schura Oscherowil*. Der bekannte französische Nationalökonom Professor C h a r l e s G i d e hat zu der französischen Ausgabe des Buches von Dr. A. Granowsky ״Bodenprobleme in Palästina“ eit» Vorwort geschrieben, in welchem er die Schrift als einen ernsten Beitrag zur Lösung eines bedeutsamen Problems rühmt. Im Alter von 53 Jahren verstarb in New York die bekannte Schriftstellerin Sophie irene Loeb, die sieh auf dem Gebiet der sozialen Arbeit große Verdienste erworben hat

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