Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1929)
- Date
- 1929-01-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 44 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 7, 25. T. 1929 Aus der Breslauer Gemeinde Von unserem Berichterstatter. Die Breslauer Gemeinde feierte am Sonntag den 70. Gebmtstag des Vorsitzenden ihres Gemeindevorstandes, Geheimrat Goldfeld. Er gehört dem Vorstande seit 16 Jahren an und ist sein Vorsitzender seit 4 Jahren. Er gehört auch dem engeren Rat und dem Ratsausschuß des preußischen Landesbundes jüdischer Gemeinden an, ist Abgeordneter seiner Gemcinde beim Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und bei der Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden und in der neuen Arbeitsgemeinschaft des Reichsverbandes der deutschen Juden. I» allen diesen und verschiedenen lokalen jüdischen und nicht- *Adischen Ehrenämtern ist er wegen seiner großen Arbeitsreudigkeit sehr geschätzt. Goldfeld ist liberaler Jude. Er hält es aber mit seinem Amt für unvereinbar, der lokalen Organ!- sation der Liberalen anzugehören, er wäre ja dann auch dem dort herrschenden Fraktionszwang unterworfen, und so sehen jene in ihm nicht durchaus ״ihren Mann“. Er bemüht sich auch, den Dingen objektiv gegenüberzutreten. Daß es ihm nicht immer gelingt, liegt natürlich daran, daß niemand aus seiner Haut heraus kann. . . . Die Herrschenden in dieser drittgrößten deutschen Judengemeinde sind immer noch die Liberalen, wenn sie auch m der Gemeindevertretung nicht mehr über die Zweidrittel- Mehrheit verfügen wie früher. Neben 13 Liberalen sind da 4 Zionisten und 4 Vertreter verschiedener konservativ-orthodoxer Gruppen, im Vorstand sind 8 Liberale, 2 Zionisten und 2 Konservative. Diese Zusammensetzung entspricht einem Kcmromiß bei den letzten Wahlen, das aut Grund des Ergebnisses er % Jahr vorher erfolgten Wahl zum Landesverband abgeschlossen wurde. Außerdem nehmen an den Vorstandsritzungen, soweit sie Fragen des Kultus, Ritus und Schulwesen betreffen, die beiden Gemeinderabbiner beratend teil. Aber der Einfluß des einen, des liberalen Gemeindcrabbiners, geht weit darüber hinaus. Man macht zwar kein Hehl daraus, aaß man manches gegen ihn einzuwenden hat, daß man zu einem großen Teil vieles anders möchte, aber man unterwirft sich ihm immer wieder willig. So ist er auch offenbar treibende Kraft für die immer stärker angestrebten Sondcr-Sonntagsgottesdienste, deren erster am Sonntag des Chanukkahfestes stattfand, bei dem auf seine Anordnung hin Männer und Frauen im Parterre der Neuen Synagoge friedlich nebeneinander saßen. Die Gemeinde hatte diesen Gottesdienst in den Tageszeitungen besonders an-?*kündigt, der ״Liberale Verein“ hatte auch die Breslauer udenschaft auf diese Sonderveranstaltung hingewiesen. Da man weiß, daß der Kanzelredner, der hierfür ausschließlich in Frage kam, es bei seinen Reden gewöhnlich nicht unter 45 Minuten bewenden läßt, hatte man vorsichtigerweise hinzugefügt: Die ganze Veranstaltung dauert nicht länger als eine Stunde. Das zog, und da es am Sonntag zwischen Kaffee und Abendbrot war, kamen sehr viele Neugierige auf das Stündchen dahin. Die ״Liberale Zeitung“ zog daraus den Schluß, es hätte sich gezeigt, ״daß die Veranstaltung von Sonntagsgottesdiensten den hiesigen Oemeindemitgliedern nicht so ganz unerwünscht ist“. . . Die konservative ״Storch-Synagoge“ wird im Laufe des Jahres das Jubiläum des 100jährigen Bestehens feiern. Zuvor soll sie ״koscher“ gemacht werden und das Almemor in der Mitte des Raumes erhalten. Zwar haben sehr konservative Rabbiner in ihr ohne diese Einrichtung amtiert und auch der jetzige gewiß einwandfreie konservative Gemeinderabbiner und der mindestens ebenso konservative zweite Rabbiner haben nun schon eine ganze Reihe von Jahren in der Synagoge in ihrer Jetzigen Gestalt amtiert, sicher doch ohne ihr Gewissen beastet zu fühlen, aber — angeregt durch den durchaus nicht konservativen Kunsthistoriker Professor Grosse — ist die Frage de* Althemors in die Mitte der Synagoge zum Schiboth in der Gemeinde geworden. Und es wird wohl auch kommen, denn wenn man daran gehen muß, für die ״Neue Synagoge“ 50 000 Von ffldlsdier Musik (Fortsetzung von der vorhergehenden Seite.) In Jakob Leh rraann hat sich uns ein jüdischer Uedersänger vorgcsteilt, dessen stimmliche Vorzüge leider durchaus nicht den völlig unernsten, dilettantischen und kulturwidrigen Stil seines Singens auszugleichen imstande sind. Eine derartige Produktion reicht alierhöchstens für ein Provinz- Variete aus, kann aber keinesfalls Anspruch erheben, in Berlin als nennenswerte Kunstleistung in Betracht gezogen zu werden oder als Interpretation jüdischer Musik irgendwelche Geltung zu haben. Im Dezember wurde In Amerika die Symphonie ״Amerika“ des bekannten jüdischen Komponisten Ernest Bloch, die im Vorjahr preisgekrönt wurde, in New York unter der Leitung von Walter Damrosch uraufgeführt. Die Symphonie, die von Bloch als ״epische Rhapsodie“ bezeichnet wird, schließt mit einer Hymne, die von der Hörerschaft mitgesungen wird. Die Kritik bezeichnet das Werk als Epos der amerikanischen Demokratie. Bekanntlich stammt von Bloch auch ein symphonisches Werk ״Israel“. Nene Jüdische Musik in der Schweiz N. W. Anfang Januar konzertierte der Violoncell-Virtuose Joachim Stutschewsky und die Konzert-ängerin Frau Mislapp- Kapper, beide aus Wien, mit Frau Irma Schlichet, der Züricher Pianistin, in Basel und Zürich mit einem Programm, das ausschließlich jüdischer Volks- und Kun=tmusik gewidmet war. Zum überwiegenden Teil waren die einzelnen Nummern des zweiten Teils für die Schweiz Erstaufführungen. Besonderen Widerhall fanden ein Klarinettenquintett (op. 12) von Alexander Krein, die Hebräische Melodie von joseph Achron (die zweifellos auf def*Violine gespielt viel eindringlicher und wirkungsvoller ist), eine von Frau Mis* lapp hebräisch gesungene Canzonetta des gleichen Komponisten, die wiederholt werden mußte, und Ernest Blochs Meditation Höbraique für Cello. Stürmischen Beifall rief auch Stutschewskys Tanz. ״M’chol Kedem“ hervor, der, tief aus dem musikalischen Schatz jüdischer Volkskunst schöpfend, viel mehr als nur ein Virtuosenstückchen ist. —■ Die Abende, aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung besucht, waren außerordentliche Ereignisse. Man hätte nicht erwartet, daß die Säle fast ausverkauft sein würden. Dieser äußere Erfolg kann aber als Beweis gelten, daß die jüdischen Musikfreunde bereits für die Versuche, eine originale jüdische Kunstmusik zu schaffen, Feuer fangen. Der Eindruck der Vorführungen war auch bei den berufsmäßigen Kritikern der allgemeinen Presse ein bemerkenswerter. Die Zweifler wird nur eines überzeugen können: Kompositionen, die, nicht mir äußerlich mit charakteristisch jüdischem Melos und Rhythmus und jüdischer Tonalität ausgestattet, ungeklügeit unmittelbar ergreifen. Krein, Achron und Bloch sind die Hoffnungen von heute. Die palästinensische Arbeiterzeitung ״Davar“ hat anläßlich des 100. Todestages von Franz Schubert eine Sc huber tsondern umm er herausgebracht. היסוז ■דו ״.rt, 5 Nächste Matineen In Berlin: Sonnt««, 27. 1. um 1t'/» Uhr KANT-LICHTSPIELE MP Kantstraße 54 w IT 0e* AUFBAU Sein Redner: Dr. & Mechner קדו Sonn«««. 3. 11.. um t1*/a Uhr TlD'Pr LUISEN-THEATER Reichenberger Straße 34—36 ריווזדאל Redner: Dr. Alfred Klee Mark und mehr für eine neue Orgel auszugeben, kann man schließ.ich auch 15 C00 M. für die konservative Synagoge nicht gut absagen, — bei allen sonstigen Sparsamkeiten prinzipiell, die besonders dann immer herhaften müssen, wenn etwa einmal eine Forderung für Palästina auftauchi Es wäre zwar gescheiter, das Geld als Grundstock für eine — für den Süden aer Stadt — dringend notwendige neue Synagoge zurückzulegen. Aber wozu das, da man doch nicht erst den Kampf heraufbeschwören möchte, welchem Ritus diese Synagoge dann zugehören sollte. Daß man im kommenden Verwaltungsjahr nicht mehr mit 10 <V0 der Einkommensteuer als Synagogenbeitrag auskommen wird, ist bereits jetzt klar. Die Steuereingänge des laufenden Jahres bleiben hinter den durchaus nicht hochgespannten Er- Wartungen zurück. Tröstlich ist nur, daß man voraussichtlich Genossen im Leide haben wird, die Kirchenverwaltungen werden auch den Steuersatz, wie schon jetzt verlautet, erhöhen müssen. Man wird also nicht der immer sehr gefürchteten Situation ausgesetzt sein, ein Mehr an Steuerprozenten nehmen zu müssen als diese. K... .i. f Dr. Emmo Löbl in Leipzig verschied am 1. Januar 1929 Dr. phil. Emtno Löbl. Er gehörte zu denjenigen Zionisten, die auf den ersten Ruf Theodor He<z!s zu seiner Fahne eilten und ihm die treueste Gefolgschaft leisteten. Er arbeitete sein ganzes Leben mit großter Hingabe und strengster Konsequenz an der Verwirklichung des großen Ideals, der kulturellen Erneuerung des jüdischen yolkes und des Aufbaues in Erez-lsrael. In Eiwanowitz, einer einstmals großen jüdischen Gemeinde Mährens gebürtig, studierte er in Wien, wo er Präses der jüdischen schlagenden Verbindung ״Unitas“ war. in Leipzig, wo er seit mehr als 20 Jahren wirkte, war er langjähriger Vorsitzender der Zionistischen Ortsgruppe. Als solcher prä idierte er die Zionistische Ortsgruppe gerade in den Jahren, wo der Zionismus als Utopie galt und die heftigsten Kämpfe mit dem jüdischen Liberalismus zu bestehen hatte, in den letzten Jahren widmete sich Dr. Löbl vornehmlich der kulturellen und hebräischen Arbeit. Er nahm sich am wärmsten der vor annähernd 6 Jahren gegründeten Schule für die hebräische Sprache und Li'eratur ״Technij'a“ an, die zum Unterschied von anderen Sprachschulen eine Nachmittagsschule für Kinder von 6—16 Jahren ist, sowie des ihr angegliederten möaerrien hebfaiächen Kindefgkrtenr.‘ Ber der ün&emngten Ehr- Iichkeit, die seinen Charakter aus zeichnete, galt für ihn die Hebraisierung des jüdischen Volkes nicht nur als erstrebenswertes Ziel, sondern als eine der wichtigsten Forderungen. Er zog daher die Konsequenz nicht nur für die heranwachsende Generation, sondern auch für sich selbst, und er arbeitete am Aufbau dieser Schule mit einer Hingabe wie nur noch ganz wenige in Leipzig. Für den Zionismus wie für die hebräische Kulturarbeit in Leipzig bedeutet der Tod Emmo Löbls einen unersetzbaren Verlust. N. Hermann Bahr als Hitler-Enthusiasl Der Wiener Korrespondent der ״Vossischen Zeitung“, Kari Lahm, befaßt sich mit dem Wiener konservativen Blatt ״Schönere Zukunft“, welches der christlich-sozialen Partei einreden will, daß ihr eine schärfere Betonung des Antisemitismus nur von Nutzen sein könnte. Diese scharfe antisemitische Zeitschrift hat auch Hermann Bahr, den einstigen enthusiastischen Judenfreund, zum fleißigen Mitarbeiter. Der jetzt in München lebende, als Katholik sich hervortuende Bahr schreibt der antisemitischen Zeitung: ״. . . Ich bin oft dem Schicksal dankbar, als Oesterreicher in München zu Wahlen kein Recht und jedenfalls keine Pflicht zu haben. Ich käme sonst in arge Verlegenheit. ... Ich müßte hier in München, zu wählen gezwungen, nach meinem Gefühl eigentlich für den von Hitler genannten Bewerber stimmen, weil in Hitlers Reihen doch zur Zeit die beste Kraft reinster Jugend Deutschlands steht. Gerade sie darf ich aber wieder als Katholik nicht wählen, weil sie sich doch, vielleicht bloß aus einem Mißverständnis, gegen die katholische Kirche stellt.“ — Der Korrespondent fügt hinzu: ״Zu solchen Verwirrungen kann selbst ein schöner Kopf mit weißem Bart, wie der Hermann Bahrs, kommen!“ ueranstaitungenflePFrauenarUeiisgemeJnscnafi Monatsversammlungen der Bezirksgruppen: Bezirksgruppe Grunewald: Donnerstag, den 31. Januar nachm. 4 Uhr Vorführung des neuen Palästinafilms ״Frühling in Palästina“. Vortrag von Herrn Dr. Soloweitschik: ,Jüdische Zukunft“. Im Hause von Frau Dina Katz, Grunewald, Hohenzollerndämm 123. 1. Studiengruppe Hatikwah: Montag, den 28. Januar nachm. 4y9 Uhr Leitung: Dr. Nadja Stein, bei Frau Tuchler, Landhaus- Straße 2. 2, Studiengruppe West: Donnerstag, den 31. Januar nachm. 4!/a Uhr Leitung: Frau Jenny Blumenfeld, Brandenburgische Str. 46. 3. Jugendgruppe I: Mittwoch, den 30. Januar abends 8y4 Uhr Leitung: Else Nathan, Uhlandstr. 194a, Pension Schmelz. Briefe an die Redaktion Vom ״Brith-Trumpeldor“. Berlin W 15, den 21. Januar 1929. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W15. Mehrfach erschienen in ihrem gesch. Blatte Mitteilungen über die Ideologie unserer Bewegung, die geeignet waren, einen falschen Eindruck von unseren Zielen und Arbeitsmethoden hervorzurufen. Ebenso wurden uns in den von Ihnen veröffentlichten Berichten Handlungen unterstellt, mit denen Brith- Trumpeldor nichts zu tun hat. Ladiglich infolge des Umstandes, daß wir seit einiger Zeit damit beschäftigt sind, eine größere Jugendversammlung vor* zubereiten, wollten wir eine Richtigstellung bis dahin aufschieben. Der Brief Ihres Warschauer Korrespondenten über die unter Teilnahme von Jabotinsky stattgefundene Weltkonferenz unserer Organisation gibt uns jedoch zu folgender Erklärung Veranlassung: Es ist unrichtig, daß sich Jabotinsky gegen jeden sozialen Gehalt in der zionistischen Jugendbewegung ausgesprochen hat Jabotinsky wiederholte vielmehr nur seine langst bekannte Forderung, daß auch die Jugendarbeit als Primat dem nationalen Aufbau des Landes gewidmet sein müsse und daß alle anderen Fragen, u. a. auch Klassenkampf-Theorien usw. vorläufig zurücktreten müssen, damit die Einheitlichkeit und die Stoßkraft unserer nationalen Jugendarbeit gewährleistet wird. Wir weisen es aber entschieden zurück, diesen Standpunkt etwa so zu deuten, als ob Brith-Trumpeldor antisozialistisch eingestellt seL Wir erinnern in diesem Zusammenhang nur daran, daß Brith-Trumpeldor in Benjamina eine eigene Kwuzah unterhält und daß z. B. in Erez-lsrael 65 0/0 unserer Mitglieder der Histadruth angehören. Es freut uns, daß auch Sie die Notwendigkeit und Nützlichkeit einer öffentlichen Auseinandersetzung mit unserer Ideologie im Interesse der künftigen Entwicklung der zionistischen Jugendbewegung anerkennen und hoffen, daß sich alle interessierten Kreise an unserer geplanten Veranstaltung beteiligen werden. Mit Tel-Chai-Gruß Brith-Trumpeldor Berlin. I. A.: Hans Werner, Gruppenleiter. *•* Leider vermögen wir auf Grund einer so allgemeinen Erklärung von unserer angefochtenen Darstellung nichts zurückzunehmen, solange nicht der Beweis erbracht ist, daß wir einen ״falschen Eindruck“ vom Brith-Trumpeldor hervorgerufen haben. Niemand wäre froher als wir, wenn uns nachgewiesen würde, daß es die von uns bedauerten Irrwege einer zionistisehen Jugendbewegung nicht gibt Jüdischer Karneval. So etwas hat es einmal am Purimfest auch bei den deutschen Juden im Mittelalter und bis vor wenigen Jahren in den kleinen Judenstädtchen Osteuropas: gegeben. Gegenwärtig kann man urwüchsig-jüdisches, ungebundenes Karnevalstreiben, das allen Teilnehmern einen unbeschreiblichen Reiz vermittelt, nur in der hundertprozentig jüdischen Stadt in Tel-Awiw sehen. Wer dieses Treiben im neuesten Palästinafilm, der gegenwärtig in Deutschland aufgeführt wird, auf der Leinwand zu sehen Gelegenheit hatte, vermag sich eine wenn auch unzulängliche Vorstellung davon zu machen, wie ungebunden der verschüttete Humor des jüdisehen Menschen sein kann. Die Teilnehmer der vom deutschen Keren Hajessod vom 19. März bis zum 11. April veranstalteten Palästina-Reise werden am 26. März in Tei-Awiw Teilnehmer des dortigen Purim-Karnevals sein können. Eine zweite Reise, leichfalls vom Keren Hajessod veranstaltet, findet in der eit vom 28. März bis zum 17. April statt Anmeldungen sind an das Büro des Keren Haiessod, Berlin W 15, Meineke- Straße 10, oder an den Paiestine Lloyd, Berlin-Charlottenburg 2, Joachimsthaler Straße 38, zu richten. An beiden Stellen sind auch alle einschlägigen Auskünfte zu erlangen. Ortsgruppen Bochum. An unserem Heimabend am Mittwoch, dem 17. d. M., sprach Herr Dipl.-Ing. Robert Marcus, Essen, Ober Kindererziehung. Der Abend war sehr gut besucht, und es fand nach dem Vortrag eine rege Diskussion statt. Duisburg. (Poale Zien.) Sonntag, den 13. Januar, tagte in Duisburg unter Anwesenheit des Chawers B. Eisenstadt, Berlin, eine Vcrtreterversammlung der Poale Zion-Ortsgruppen Rheinlands und Westfalens. Die Reorganisation der Arbeit m Rheinland und Westfalen wurde durchgesprocbon und Beschlüsse bezüglich der propagandislischcn und kulturellen Arbeit gefaßt. Schließlich wurde nochmals festgestellt, daß die Beteiligung der Poale Zion am Aktionsausschuß der Zionistischen Jugendverbände weiter bestehen soll, freilieh unter schärfster Wahrung der Selbständigkeit der Partei. Es wurde nochmals an den Beschluß der Landeskonferenz erinnert, in die S. P. D. einzutreten. Die Durchführung der dazu notwendigen organisatorischen Arbeiten wurde dom Chawer Dr. Neuberger, Dflsseldorf, übertragen. Halle. In einer gut besuchten Mitgliederversammlung referierte unser 1. Vorsitzender Herr Theodor Heilbronner über das Thema ״Zionistischa Jahresbilanz". Herr Heilbronner behandelte alle Ereignisse im zionistischen Leben, die uns das vergangene Jahr f. 1 .... — י ---י -1—J •״ו u.u des Vortrages zeigte sich in der Diskussion, an der sich die Herren Rechtsanwalt Nemann, Dr. Felixbrodt, E. Joseph, Dr. Frumkin und A. Israelski beteiligten. Die Diskussion zog sich bis in die späte Nachtstunde hinein und die Schlußausführungen dos Redners gipfelten in der Aufforderung: Jeder muß seine Pflicht am Keren Hajessod erfüllen, wenn Palästina zu dem werden soll, wie wir Zionisten es uns wünschen. Leipzig. (Arbeitsgemeinschaft der nationaljüdischen Jugendbünde.) im Rahmen der von der Arbeitsgemeinschaft veranstalteten Vorträge für die Jugendführer und Aelteren Verbände fand ein hochinteressanter Vortrag, der auch gut besucht war, statt. Am 14. Januar sprach Herr Dr. Werner Bloch, Berlin, über das Thema ״Ralästina und die jüdische Jugend“. Der Redner zeigte das Land, seine Städte und seine Naturschönheiten so, wie es nur der sehen und schätzen kann, der einen Blick für das Aesthetische und Künstlerische besitzt. Er ging auf die realen Gegebenheiten ein, wie sie nach Ucberwinäung der ״Krise“ im gegenwärtigen Stadium eines vielversprechenden Aufbaues sich uns darstellen und zeigte das Leben und die Organisation der jüdischen Jugendbünde Palästinas. Der zweite Teu seiner Ausführungen galt vornehmlich der Frage: Wie soll die jüdische Jugend im Galuth im Hinblick auf Palästina erzogen werden? Der Redner forderte das unbedingte Primat einer zionistischen Erziehung gegenüber einer sozialistischen oder allgemein jüdischen, und wies darauf hin, daß ein AuFoau des Landes nur möglich sei in einträchtigem Zusammenarbeiten aller Bevölkerungsschichlen. Wie dies in Palästina bereits der Fall sei, so müssen auch im Galuth die Jugendbünde versuchen, ihre Erziehung auf dieses allzionistische Ideal eiazustellen.