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Jüdische Rundschau · 1929-01-18 · Heft 5 (18.1.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 5 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 32 JUEDFSCHE RUNDSCHAU Nr. 5. 18. L 1929 ן Alfred Jarlslowsky Der plötzliche Tod Alfred Jarislowskys, der nur ein Alter von 31 Jahren erreicht hat, bedeutet einen schmerzliehen Verlust nicht nur für seine Angehörigen und Freunde, sondern für die ganze׳ zionistische Bewegung. Dieser junge und überraschend erfolgreiche Finanzmann, der das väterliche Bankgeschäft im Verlauf der letzten zehn Jahre zu großer Blüte gebracht und sich trotz seiner Jugend eine sehr angesehene Stellung in den ersten Finanzkreisen Deutschlands errungen hatte, hing mit einer stillen und zähen Liebe am Judentum und am Zionismus. Noch war er wenig hervorgetreten. Aber in den letzten Jahren beschäftigte ihn in immer steigendem Maße der Gedanke, sein Wissen und Können und seinen großen Reichtum in den Dienst der jüdischen Sache zu stellen. Seinem kühl wägenden kaufmännischen Kopf sagte es wenig zu, sich an theoretischen Auseinandersetzungen zu beteiligen. Gewohnt zu rechnen und das Errechnet!: in die Wirklichkeit zu überführen, drang sein scharfer und oft etwas kapriziöser Geist auf unmittelbare Anwendung des Gedachten in der Praxis. So bewegten ihn in starkem Maße die sachlichen Wünsche und Interessen der Judcnheit, wie sie sich im jüdischen Gemeinde- und׳ Vercinsleben unserer Gegenwart unmittelbar offenbaren. So interessierte ihn aber auch das Palästinaproblem als eine Aufgabe wirtschaftlicher Natur, und wer ihn kennt, zweifelt nicht, daß er sehr bald den Weg zur unmittelbaren wirtschaftlichen Betätigung in Palästina gefunden haben würde. Diese Möglichkeiten und Hoffnungen hat ein blindes und grausames Geschick jählings zerstört. Der Verlust ist groß und wird besonders auch in einem Kreise empfunden, dem Jarislowsky bis zuletzt innig verbunden war, nämlich in dem Kreise des Kartells Jüdischer Verbindungen, dessen Präsidium er lange angehörte und für dessen Entwicklung und Gedeihen er sich stets besonders lebhaft intercseierte. Noch vor wenigen Mo- Daten stiftete er einen erheblichen Betrag, damit das K. J. V. seine Räume würdig einrichten konnte, und cs Ist charakteristisch für ihn, mit welchem Eifer er alle Einzelheiten dieser Einrichtung beriet, und wie er sich bei häufigen Besuchen im K. J. V. von allen Vorgängen in den Verbinmingcn Kenntnis zu verschaffen suchte. Mit seiner in so jähe Trauer versetzten Familie stehen seine Bundesbrüder, zahlreiche Freunde und alle deutschen Zionisten an der Bahre dieses allzu jung Verschiedenen, mit dem ein großes Talent und eine große Hoffnung dahingegangen ist. Richard L i c h t h ei m. Ludwig Conifzer Am 9. Januar starb in Hamburg an den Folgen einer Gehirnoneration Dr. Ludwig Conitzer. Nocn ist es undenkbar: er, der gelassene und starke Mensch war zu unerschütterlich, als daß man dieses Nimmermehr begreifen könnte. Er war ganz in allem, was er war: als Mensch, als Zionist, als Arzt. Ein klarer Kopf, unbedingt, unsentimental, voll harter Heiterkeit, selbstsicher, ohne jede Eitelkeit, ein Mensch des Tuns und der größten Wahrheit: er lebte alles, was er sprach, und das Gemeine hatte keinen Bestand in seiner Nähe. Weil er Charakter hatte und weil er ganz war, war ihm Verstehen oft zu billig und Verzeiheh manchmal zuwider: der Weg zu Ihm war nicht leicht, und man mußte von sich absehen können, um ihn zu schätzen. In einer grausamen Art warf das Leben ihn aus seiner BiAtt, Aber mit der gleichen Würde, mit der Ludwig Conitzer das Ntitwendige tat; trug er das Unabwendbare. Er blieb, von unheimlichem Eingriff eines geheimen Leidens schon schwer bedroht und geschädigt, unzerstörbar, eine Quelle der Kraft für die, die um ihn litten, und eine bewundernswerte Bewährung für die, die zu groß von ihm dachten, um für ihn zu fürchten. Es war wahrer Adel in ihm. Wenn wir seiner würdig sind, wird er uns noch überdauern. Martin Flesch. Tapng der Reichsarbeüsgemeloscbaft Die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände jüdiseher Gemeinden des Deutschen Reiches ist am Sonntag, den 13. Januar, in Leipzig zu einer Tagung zusammengetreten. Die Tagung war von den Verbänden Preußen, Bayern, Sachsen, Baden, Württemberg, dem Deutsch-Israelitisehen Gemeindebund und von einer Anzahl kleinerer Landesverbände, sowie von den Gemeinden Hamburg und Lübeck besucht. Von der Tagesordnung sind durch positive Beschlußfassung folgende Punkte erledigt worden: Der D. I. G. B. richtet ein neues Fürsorgeerziehungsheim in Wolzow ein, zu dem das Deutsche Reich neben dem preußischen Landesverband bereits Zuschüsse gewährt hat. Es ist auch den anderen Landesverbänden empfohlen worden, Beiträge hierzu zu leisten. Das finanziell bedrohte Gesamtarchiv der deutschen Juden soll durch Unterstützungen seitens der Landesverbände erhalten werden. Die vom Preußischen Landesverbände einberufene Konferenz über die Bekämpfung der Mischehen zu beschicken, wird auch den übrigen Landesverbänden empfohlen. Hinsichtlich der Frage, ob die in der Entstehung begriffene Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deuts'hland eine Unterstützung seitens aller Verbände erhalten soll, hat sich bei dem Widerspruch einiger Verbände eine BeschluSlassung nicht ermöglichen lassen. Der Widerspruch ist darauf zurückzuführen, daß durch die Beteiligung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens die Unparteilichkeit der Zeitschrift den widersprechenden Verbänden nicht unbedingt gewährleistet erschien. Ebenso konnte ein Antrag auf Unterstützung des Pro Falascha-Komitees keine einstimmige Annahme finden. In der Frage der Erhaltung jüdiseher Kunstdenkmäler ist eine Vertagung erfolgt; in der Zwischenzeit soll eine ausführliche Denkschrift des bayerischen Verbandes den Teilnehmern der Arbeitsgemein- Schaft zugestellt werden. Ueber die Fragen der Sonntagsruhe, der Reichssteuergesetze, des Schulwesens, des Schächtschutzes und der neuen Regelung des Reichsstrafgesetzbuches haben ausführliche Besprechungen stattgefunden, die aber zu einer Beschlußfassung nicht geführt haben. Sitzung der Repräsentautenversanmdang (Nach Redaktionsschluß.) In der Sitzung vom 17. Januar entspann sich im Anschluß an eine Anfrage Loebs (konserv.) über die bekannten Verhandlungen der Volkspartei mit den Liberalen eine mehrständige Debatte, in deren Verlauf R.-A. Klee betonte, daß es sich hierbei um ein Uebereinkommen handelt, welches mit Wissen und bei fortlaufender Informierung der Mittelpartei und der Konservativen zwecks Befriedung der Gemeinde über ein bestimmtes kurzfristiges Arbeitsprogramm unter W a h r'u n g der bestehenden Bindungen und der vollen Aktionsfreiheit der Volkspartci getroffen wurde. Unter anderem verpflichteten sich die Liberalen zur Uebernahrne der Schule des jüdischen Schulvereins in der Rykestraße durch die Gemeinde und zur Schaffung eines Lehrstuhles der Berliner Gemeinde an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Dr. Julius Moses 60. Geburtstag Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mannheim und Mitglied des badischen Oberrates, unser Freund und Gesinnungsgenosse Dr. Julius Moses in Mannheim, feiert am 22. Januar seinen 60. Geburtstag. Den vielen Freunden, die sich Dr. Moses in unserer Bewegung und weit darüber hinaus erworben hat, wird dieser Hinweis willkommen sein. In Dr. Mose« ist ein Stück zionistische Geschichte in Deutschland verkörpert, er gehört zur alten Garde, er hat Herzl miterlcbt, und er hat die ersten Kongresse mitgemacht: in unserer schnellebigen Zeit ist dies schon etwas, wenn ein Bahnbrecher unserer Bewegung noch wirkt und schafft, und dabei in seiner Gemeinde an erster Stelle steht. In einer Gemeinde, die von jeher als eine absolut liberale Getneinde gegolten hat, in einem Lande, das als liberal firmiert, in der obersten Verwaltungsbehörde als Vertreter der Großemeinde amtiert Es muß etwas Besonderes an einem solchen anne sein, der in vorbildlicher Objektivität doch niemals vergißt, daß er im Zionismus sein Judentum gefunden hat, daß der Zionismus ihm Lebensinhalte gegeben hat, daß Herzl und Nordau ihn als Mitkämpfer aufgenommen haben, daß die Zeiten des sog. heroischen Zionismus ihn umrauscht haben, und daß er hiervon bis heute berührt geblieben ist. Die Großgemeinde Mannheim weiß, was sie an ihrem Vorsitzenden hat, sie weiß, daß eine Persönlichkeit — ein Seltenheitswert heutzutage — an ihrer Spitze steht, der sie mit unermüdlicher Hingabe leitet, der sie über schwierigste Zeiten hinweggebracht hat, der in seiner Auffassung vom Judentume die Kräfte und den Auftrieb zu dieser schwierigen Aufgabe zu finden weiß. Die Zionistische Ortsgruppe Mannheim hat an alle Gemeindemitglieder und alle Freunde des Herrn Dr. Moses einen Aufruf für eine Stiftung zugunsten des Mikrobiologischen Institutes in Jerusalem versandt: ״Dr. Julius Moses-Stiftung“. Diese Ehrung wird wohl am meisten in seinem Sinne sein. Dr. O. S. ff Kleine Nachrichten Felix M. Warburg hat für den soeben eröffneten United Palestine Appeal einen Betrag von 51)000 Dollar gespendet. Im April 1928 hat Warburg gleichfalls 50 000 Dollar gespendet. Der Kanzler der Universität Jerusalem, Dr. M a g n e s, hat den Professor Taha Hassein von der Universität Kairo aufgefordert, an der Jerusalemer Universität eine Gastvorlesung zu halten. Abraham Goldberg, einer der Organisatoren der zionistischen Bewegung in Amerika, beging soeben das 25jährige Jubiläum seiner literarischen und zionistischen Tätigkeit. in Cape Town hat sich eine Gesellschaft für die Geschichte der Juden Südafrikas gebildet. Der jüdische Tenor Hermann Jadlowker wird demnächst in Palästina eintreffen und dort mehrere Konzerte geben. ln Lublin wurde das Monumentalgebäude der ״Jeschiwath Chachme Lublin“ eingeweiht. Das Gebäude ist auf einer Fläche von 25 000 qm erbaut und umfaßt ein Internat für 450 Jeschiwahjünger. Freie Jüdische Volkshochschule Vorlesungsverzeichnis. 10. Lehrjahr. Erölfnungsvorträge: Ai ra e Pall itre: 1. Mein Weg zum Judentum, Sonntag, den .27. Januar, mittags 12 Uhr, Logenhaus, Kleiststr. 10. 2. Die jüdische Jugend und ihr Ringen; Dienstag, den 29. Januar, ®bends 8 Uhr, Logenhsus, Kleiststr. 10. — li P *K, Ach. 9 leh a!n .. Ariw h. {5 Stunden, Montag 8—9, Synagoge Hcidereutergasse, Beginn ¬ז. Februar.) — 2. Studienrat Hammerstein: Lektüre aus Werken der modernen hebräischen Liter atu ז¬ (6 Stunden, Dienstag 8—9, Synago״e Fasanenstraße, Beginn 5. Februar.) — 3. Dr. Leo Rosenzweig: Hermann Cohens Religion der Vernunft Teil 11 der Seminarübungen. (6 Stunden. Dienstag 81/?—91/2, Synagoge Fasanenstraße, Beginn 5. Februar.) — 4. Unser Gebetbuch. (3 Doppelstunden, Donnerstag 8—91/t, Synagoge Grunewald, Franzensbader Str. 7, Beginn!4. Februar), Rabb. Dr. Emil Cohn: Die Entstehung der Gebete; Rabb. Dr. B! e i c h r o d e: Das Gebetbuch als Spiegel der jüdischen Geschichte; Dr. Karl Schwarz: Der Bildschmuck im Gebetbuch, mit Lichtbildern. — 5. Jüdische Kolonisationsarbeit in der Gegenwart (4 Stunden, Mittwoch 8—9, Synagoge Fasanenstraße, Beginn 13. Februar); Dr. Bernhard Kahn: Rußland: Dr. Werner Senator: Argentinien; Dr. Eli Ascher: Palästina; Agronom S. Dyk: Deutschland. — 6. Die Religion im Geisteskampf der Gegenwa't (5 Stunden, Mittwoen 9—10, Synagoge Fasanenstraße, Beginn 13. Februar); Rabb. Dr. Wiener: Naturwissenschaft und Religion; Ministerialrat Goslar: Sozialismus und Religion; Dr. Leo Rosenzweig: Philosophie und Religion; San.-Rat Dr. Lachmann: Okkultismus und Religion; Rabb. Dr. Prinz; Psychoanalytische Deutung der Religion. — 7. Das Jahr Im jüdischen Haus. (4 Stunden, Dienstag 8—9, Metzer Str. 1, Beginn 5. Februar); Prof. J. Friedlinder: Die Bräuche des jüdischen Hauses, Entstehung und Entwicklung; Rabb. Dr. Salomonsky: Sinn und Bedeutung der Bräuche; Oberkantor S. Guttmann: Die musikalische Ausgestaltung der häuslichen Feiern; Dr. Karl Schwarz: Die Bräuche in der bildenden Kunst, mit Lichtbildern. — 8. Das ostjüdische Volkslied. (Volkstümlicher Abend, Sonntag, den 3. März, Brüderverein, Kurfürstenstr. 115/116); Dr. S. Hildesheimer: Einführung; Leo G o 11 a n i n: Gesangsvorträge. — Hörergebühr: 1. für die Vortragsreihen 1—7 je 2 M. (Studenten. Mitglieder von Jugendvereinen und Jugendliehe zahlen die Hälfte), 2. für jeden der Vorträge von Palliare 3, 2 oder 1 M., 3. für den Volkstümlichen Abend (Nr. 8) 2 oder 1 M. — Karten werden ausgegeben und Neuanmeldungen von Mitgliedern entgegengenommen an den Theaterkassen: Kaufhaus des Westens, Tauentzienstraße, sowie Hermann Tietz: Alexanderplatz, Leipziger Straße, Frankfurter Allee, ferner an der Kasse vor Beginn der Vorträge und im Sekretariat der Freien Jüdischen Volkshochschule, Yorckstr. 88. Telephon: F 5 Bergmann 472. (Siehe auch Inserat.) Warnung Ein Morr P a p o, der sich vielfach auch den Doktortitel znlegt und sich als Rabbiner sowie als Zionist ausgibt, hat sieh an raebreren Stellen in Deutschland und außerhalb Deutschlands unter Vor- Spiegelung falscher Tatsachen um Anstellungen als Rabbiner und ärmliche« beworben. Der Genannte gehört nicht nur derZionistischon Organisation nicht an, sondorn es wird uns ein Brief von ihm zur Verfügung gestellt, den er an die Kultusgemeinde Gablonz, Böhmen, gerichtet nat, und worin er unter anderem schreibt: ״Dann müßte sich die Gemeinde dem national-deutschen Reformverband anschließen oder zumindest anerkennen, daß Ost Juden keinerlei religiöse Funktionen ausüben dürfen. Es müßte den Herren jenseits der Oder ein separater Gottesdienst außerhalb der Synagoge eingerichtet werden und untersagt werden müssen, den Hauplgottosdienst zu besuchen. Für mich ist das Judentum eine an Raum und an die Zeit gebundene Iden und hört mit den Reich*- grenzen (deutschen) für uns seelisch auf.■" Daraus scheint hervorzugehen, daß es sich offenbar um einen pathologischen Fall handelt. Es wird daher vor einer Verbindung mit dem Genannten gewarnt. Ortsgrappeo Zionistische Frauentag-jiig in Thüringun. Am Sonntag, dem 27. Januar, findet pünktlich lOVa Uhr vormittags eine Tagung der zionistischen Frauen Thüringens statt. Frau Dr. Turnowsky-Pinner, Berlin, wird über das Thema: ״Das Wesen der zionistischen Frauenarbeit“ sprechen, mit anschließender Aussprache. Ort der Tagung: Restaurant Charig, Marstallstraße 9, II. Anmeldungen zur Tagung und Mittagessen (koscher M. 1.75) umgehend an Frau Emmy Kaufmann, Erfurt, Bluraenstr. 2, erbeten. Bamberg. Atn 8. Januar sprach in einer internen Versammlung Herr Moses Waldmann. Berlin, über ״Die politbebo Situation nach der A.-L.-Sitzung und dia Jewisb Agency". Der Redner bo geisterte die anwesenden Zionisten und Nichtzjonisten durch seinen geistvollen und lebendigen Vortrag, und wir danken ihm auch au dieser Stelle für »eine anregenden Ausführungen. In der Aussprache fertigte Herr Waldmann in ausgezeichneter Weise die Einwürfe eines anwesenden Kommunisten ab. Zwickau (Sa.). Di« Ortsgruppe bat ihre Wintertäligkoit begönnen. Im November sprach Herr Dr. mod. Lipsehitz über ״Probleme der jüdischen Kultur", Anfang Dezember Herr Rechtsanwalt Dr. Karger. Chemnitz, über ״Die Stellung der deutschen Juden zum Zionismus“: in der anschließenden Aussprache wurde vor allem auf die Notwandigkeit der Jugendarbeit hingewiesen. Während der Chanukkah-Tago veranstalteten wir einen recht gelungenen inlimen Abend, an dem fast sämtliche Gerne indemitghed er erschienen waren. Am 30. Dezember wurde hier im Palast-Theater der neue Palästinafilm aufgeführt. Vermischtes Zu G. E. Lessings 200. Geburtstag wird die nächste Dienstag-Nummer der Jüdischen Rundschau“ mehrere Beiträge über Lessing und das Judentum bringen. Die Frühjahrsrelse des Deutschen Keren Hajessod nach Palästina. Die Teilnehmer an der Keren Hajessod-Reise werden ein besonders interessantes Erlebnis in Palästina haben. Die Habimah, die soeben ihre erste Neueinstudierung mit .. Premiere im März stattfinden wird. Es besteht der Plan, sie zu einer Zeit zu veranstalten, in der sich die Teilnehmer der Keren Hajessod-Reise in Palästina aufhalten. Die Feier des Jung-Jüdischen Wanderbundes konnte wegen eines Todesfalles eines Chawers Montag, den 14. Januar, nicht stattfinden. Sie findet nunmehr endgültig am Montag, dem 38. Januar 192g, im Saal der ,,Ressource", Oranienburger Str. 18, stall. Karleu sind zu haben im Büro des J. J. W. B., des Hochaluz und dar B. Z. V. Die Schule der jüdischen Jugend, die, unterstützt vom Jugendamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Bildungsbedürfnis der Jugend aller Richtungen und Parteien entsprechen will, veranstallet am 31. Januar igag eine öffentliche Jugendkundgebung im Brüderverehisbaus, Kurfürstenslr. 115/116, abends 8 Uhr. Es wird über die Ziele der Schule gesprochen. Das Programm des I. Quartals 1g2f) ist bereits erschienen und in den jüdischen Buchhandlungen gratis erhältlich. Individualpsychologisches Seminar in Berlin. Der Einführungskurs unserer Mitarbeiterin Frl. Klara Blum über ״Individual- Psychologie und Lcbenstechnik" beginnt Dienstag, den 33. Januar, um 7s/4 Uhr, bei Frau Dr. Gorffmann, Ruhrstr. 20 (beim Fehrbelliner Platz). Telephon: Brabant 1046. Der Verband russischer Juden in Deutschland veranstaltete am g. Januar einen Presse-Tee, bei welchem Arnold Zweig über ״das UoS'ddr Geflüchteten"'׳sprach. ״Äadf ihm würdigten״ Dr. Ba^p» und Dr. Wisohnitter die humanitären*Leistung» .des׳ * Verband*׳ ')|ii gunsten der jüdischen Flüchtlinge aus Rußland. Der Präsident des Verbandes, Staatsrat Teile!, führte den Vorsitz. ״Hechaluz“ Deutscher Landesverband schreibt uns: Dl« Redaktion des ״Hcatid“ (herausgegeben vom Welthechalur in Warschau) braucht für ihre Bibliothek einige zionistische Schriften in der deutschen Sprache: Böhm. Zionistische Bewegung, Band 1 und 3, Herzls Tagebücher, Herzls Zionistische Schriften, Ruppin, Syrien als Wirtschaftsgebiet, Der Aufbau Palästinas, Die Juden der Gegenwart. Wir bitten Gesinnungsgenossen, diese Bücher an den Mcrkas Hechaluz, Berlin W 15, Meinekestr. 10, einzuschicken. Hachnassath Kallah, Berlin. Mitgliederversammlung Mittwoch, den 33. Januar 1929, mittags 131/3 Uhr, im Plenarsaal, Rosenstr. 3/4. Hamburg. Zu Beginn des neuen Schuljahres 1939'30 richtet die Talmud Tora-Realschule mit Genehm'gung der OberschulBehörde zum erstenmal eine Obersekunda ein. Damit wird dar Grundstein gelegt zum Aushau der Schule als neunklassige, zur Hochschulreife führenden Vollanstalt. Jüdischer Ruderklub ״Ivria“. Sonntag, den 30. Januar!929: AValdlauf Grunewald. Falls genügend Schnee, Skiausflug. Donnerstag, den 34- Januar *939: 9 Uhr Sehaehabend bei Julius Masur, C 54. Alte Schönhauser Str. 43/44• Sonntag, den 37. Januar 1939: II Uhr vormittags Kastenrudem bei Rothenberger, Bahnhof Tiergarten, Stadtbahnbogen 463. Donnerstag, den 31. Januar 1939: 1/39 Uhr Schwämmen im Wellenbad Lunapark, Halensee. Schöneberger Synagogen-Vere’n, Münchener Str. 3j. Heute, Freitag, nach dem Abondgottesdienst, Vortrag: Die Berufe der Juden. Rabb. Dr. Rosenwasser. Täglich nach dem Abendgebet Lehrvorträge, Rabb. B. Pessen, Rabb. Dr. Ksinski, Babb. Dr. Bosen- Wasser. Sonnabend, im Anschluß an die Habdala, gemütliches Beisammensein, Besprechung der Wochensidra. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 18. Januar, abends 4,30 Uhr: Synagoge Fasanenstr.: 6,30 Uhr (Mincba; 4,30 Uhr). PrwFgt: Syn. Levelzowstr.: Dr. Prinz. Sonnabend, den 19. Januar, morgens: Syn. mit altem Ritus und AJtersversorgungsanstalten: 9 Uhr: frühgo'.lcsdienst: Syn. Rykestr.: 7 Uhr; Syn. mit neuem Ritus (außer Syn. Friedenstempcl): 7,30 Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigt: Syn. Kai-erstr.: Dr. Emil Lohn; Syn. Rykestr.: Dr. Freier: iNeue Syn■: Dr. Warschauer; Syn. Lindeostr.: Dr. Blumenthal; Syn. Fasanenitraße: Dr. Wiener. Schrifterklärung: Syn. Münchener Sir.: Dv. Arthur Levy. Jugendgottesdienst: 4 Uhr: Svn. Kaiscrslr.: Dr. llosenberg; 4 Uhr: Syn. Pestalozzistr.: Dr. Emil Levy; 4.30 Uhr: Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Lovv. Sabbatausgang: 5,15 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen: abends in allen Synagogen: 4,30 Uhr; morgens: Synagogen mit altem Ritus (außer Synagoge Pestalozzistr.): 7 Uhr; Syn. Pestalozzistr. und Synagogen mit neuem Ritus: 7,30 Uhr. Berichtigung- Der Dezember-Ausweis des K. K. L. in der vorwöcnenllichen Kummer enthält einen sinnwidrigen Fehler im Städteausweis. In Berlin sind im Dezember tatsächlich 636,14־ M. eingegangen. Berlin hat damit im 1. Quartal den Befrag von 17369,33 M. aufgebracht, das ist mehr ab doppelt so viel als in der gleichen Periode des Vorjahres. — Ein zweiter einnstöronder Druckfehler erscheint in der Gesamtaufstellung, wo es heißen muß statt Eingänge aus ״Vorträgen“, Eingänge aus Verträgen. Bernburg. Am 38. Januar feiern unsere Gesinnungsgenossen Herr und Frau S. Abcbohn das schöne Fost der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar genießt allgemein große Achtung. Während der Kriegszeit war das Haus Abelsohn die Heimat manches zionistischen Soldaten.

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