Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1929)
- Date
- 1929-01-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Säte tt CI äger ,les Die des def chtseiten chea ithie chen irch* ja- »sem eraufeben enj- Das ׳ i b׳ der unliehe ■beit, 3iro» ist, »ehe, ■reit* ehe« Netz die ו gen ivünk e s ation 1 w» ende Ion-;ncyition, :h so »mpf und leien stellt, taten )elöel- 1 der der ■ßla'ti eine ג Sc־ halte Konlurch L ' So ■dient;eben r der : Ko- Kolodort t bat, eu zu 1 der Kom- I, dl« Inheit I״ zu tarier auch Hilfe zollte. ciirtlg;1, der! New' leiden ix .'A. , daß •r Erch ineit11-׳s 1s der id daß e Teil Ionenerden. Wels« enden Trans- Volke te begenen p flicht : kon* lehnt lt fest, fcrlegt rs und lt fes* Nr 3, ll .1.1929 daß seine Einkünfte, sobald es die Möglichkeit haben wird, seine eigene Zivilregierung einzurichten, genügen, um eine verfassungsmäßige Verwaltung unter dem Vorsitz Seiner Hoheit des Emirs zu erhalten, Transjordanien stellt demgegenüber fest, daß die finanziellen Zuschüsse der britischen Regierung nur eine notwendige Auslage für die Verbindungswege des britisehen Reiches und für die britischen Streitkräfte sind, die die britischen Interessen zu verteidigen haben. Diese Zuschüsse geben Großbritannien nicht das Recht zu einer Kontrolle der Finanzen des Landes, wie es sie jetzt ausübt. Die gegenwärtige ungerechte Finanzgebarung ist des reichen Großbritannien einem Lande wie Transjordanien gegenüber nicht würdig. Von diesen Gesichtspunkten hat sich die Bevölkerung Trans- Jordaniens in ihren politischen Aktionen im letzten Halbjahr leiten lassen. Die Eintragungen in die Wahlregister wurden van dem überwiegenden Mehrteil der Bevölkerung boykottiert ln dem Bezirke von Maan konnten sie überhaupt nicht stattfinden. So ist die Verfassung noch nicht in Kraft getreten. Da die Verfassung auf dem britisch-transjordanischen Vertrage beruht und von ihm ihre Rechtskraft herleitet, jlieser Vertrag andererseits aber von einer auf Grund der Verfassung gewählten transjordanischen Volksvertretung ratifiziert werden muß, ist der rechtliche Zustand in Transjordanien weiterhin in Schwebe. Als am 12. Dezember der neue britische Hochkommissar für Palästina und Transjordanien Amman besuchte, überreichte ihm der nationale Kongreß in Transjordanien ein Memorandum, das in Anlehnung an den nationalen Pakt und unter Erinnerung an die Bundesgenossenschaft zwischen den Arabern und den verbündeten Mächten im Weltkriege gegen das transjordanische Ministerium, gegen die Einmischung des britischen Residenten in transjordanische Angelegenheiten und gegen die Vornahme der Wahlen protestiert So hat das Jahr 1928 wohl damit begonnen, daß es einen Weg zu weisen schien, die vor fünf Jahren in Aussicht gestellte verfassungsmäßige Grundlage für das transjordanische Staatswesen zu legen, aber zu Ende des Jahres sind die Verhältnisse ebenso ungeklärt und in der Schwebe, wie sie es seit Ende des Weltkrieges waren. Was der nächste Schritt in Transjordanien sein ,wird, ist schwer abzusehen. Die Entschlossenheit der Bevölkerung, sich an den Wahlen nicht zu beteiligen, scheint allen von Zeit zu Zeit auftauchenden optimistischen Nachrichten gegenüber festzustehen. Vielleicht gelingt es aber der Politik des neuen Hochkommissars, einen Ausweg zu finden, der den Wünschen der Bevölkerung entgegenkommt, ohne im wesent- Edlen die britischen Vorrechte in Transjordanien zu gefährden. Wirtschaftliche Aktivität in Syrien Nach dem ״Dawar״ beabsichtigt die syrische Regierang, in der nächsten Zukunft drei große Projekte durchzuführen, um die wirtschaftliche Lage des Landes, aas In dieser Hinsicht hinter den anderen Mandatsländern zurückgeblieben ist, zu heben. Das, erste Projekt betrifft den Ausbau des Hafens Latak 1 a im Norden Syriens. Bei Latakia soll auch die Endstation für die Seefludinie Marseiile—-Syrien-errichtft werden. Mit dem Beginn des rfafeiibaues sollen größere Erschließungsarb?it<m vojrgenptjtmei! werden .pnd ,damit «in®, weaenfliehe ,Verfrühte׳־;die Tfocie’ttfcgijBj ״^er״E:ie1'e;El ein Gebiet von etwa 250000 Dunain ,an ,der syrischen vor. Die Konzession für die Ausführung dieses Proiefcteg soll der bekannte syrische Kapitalist Sehakur-Pascfaa erhalte». Das dritte, Projekt schließlich bezieht sich auf die.Abstmtzung und Kultivierung der U f e r f 11 c h ett des Eu ph ra t entlang der syrischen Grenze. Wie gerüchtweise verlaufet, 'hat eine französische Gesellschaft dafür die Konzession von der syrischen Regierung erhalten. Inzwischen sol! die Regierung bereits mit den Vorbereitungen für die Tätigkeit dieser Gesell- •chaft und u. a. mit einer Nachprüfung der Besitzrechte der jetzigen Bewohner dieses Gebietes begonnen haben. (Wie noch erinnerlich, wurde vor einigen Jahren davon gesprochen, daß dieses Gebiet für jüdische Kolonisation zur Verfügung gestellt werden könnte. — A. d. R.) (Ziko.) Der Streitfall in Chedera Jerusalem, 7. Januar. (J. T; A) In Chedera, wo vor einigen Tagen Beduinen, von Wadi Bustani aufgehetzt, aber freigelassen wurden, abermals auf den Feldern der jüdischen Kolonisten erschienen und pflügten die Aecker um, die erst in der letzten Woche von den Juden gepflügt worden waren. Polizei ging nach Chedera ab, um die Ordnung wieder herzustellen. . Das palästinensische Erziehungswesen, ln einem Vortrag im Anglo Palestine Club in London sprach Mr. Bowman, der Direktor des Erziehungs-Departements der Palästina-Regierung, über die Erziehung in Palästina. Er betonte, daß die Be- Ziehungen zwischen dem zionistischen Erziehungswerk und der Regierung sehr gute sind. Leider werde dieses Werk beeinträchtig! durch die finanzielle Situation der jüdischen Instituhonen, die oft mit den Lehrergehältern im Rückstand blieben. Zum Schluß gab Mr. Bowman der Ueberzeugung Ausdruck, daß , trotz der heute bestehenden Antipathien Palästina von der nachsten Generation, die jetzt in den Schulen ist, aufgebaut werden j wird. Die Schulen geben dieser Generation ein festes Staatsb ü r g e r g e f ü h 1, und so werden in Zukunft Araber und Juden für die Wohlfahrt des Landes Zusammenarbeiten. . Agudas Israel und Waad Leumi. Am 26. Dezember fand in! Büro des Waad Leumi eine gemeinsame Sitzung der Lei-! “111g des Waad Leumi mit Vertretern der Agudas Israel über [die in der Klagemau er frage zu ergreifenden Schritte! statt. Dr. Thon erklärte die Bereitwilligkeit des Waad Leumi, die Agudas Israel an der Klagemauerkommission zu beteiligen und ihr über die unternommenen politischen Aktionen Infor- 1 •natiemen zu geben unter der Bedingung, daß sich die Agudah 11n1 Einklang damit verhalten werde. Die Vertreter der Agudas I jsrael erklärten ihre Zustimmung zu diesem Vorschlag. In der F rage des Eintritts der Agudas Israel in die Knesseth Israel entspann sich eine längere Diskussion. Die Verhandlungen [darüber werden fortgesetzt werden. (Ziko.) 1 o Verbilligung des Verkehrs. Wir haben kürzlich berichtet, I״aß die Auto-Gesellschaften den Preis für die Fahrt I Jerusalem—Jaffa erheblich herabgesetzt haben. Nun ist auch Idl« palästinensische Eisenbahnverwaltung n-,chgefoigt ןhat den Preis für die Fahrt Jaffa — Jerusalem ab |1. J anuar auf 80 Mils (1,60 M.l herabgesetzt Ferner!werden ab 1. Januar von allen Eisenbahnstationen Palästinas IKuckfahrkeiten für den Preis von l'/t einfacher Fahrt verkauft. L Die Stadt Jerusalem soll innerhalb der nächsten acht I Monate vollständige elektrische Beleuchtung erhalten. Die elekltnsche Kraftstation wird neben der Bahnstation Bakaa gebaut Bilanz der Welt-Konferenz der Zionisten ״ Revisionisten Von unserem Wäwjer st.-Korrespondenten. Es ist durchaus mögiicl? daß die Einbcrufer dieser Tagung mit dem Ergebnis zufrieden sind. Mit dem Verlauf der Konferenz dürfen sic es keinesfalls sein, wenn der Revisionismus den Sinn seiner Entstehung nicht verleugnen will. Es hat eine glänzend besuchte feierliche Eröffnungssitzung, ein Meeting, mehr oder minder sachliche Referate, öffentliche und geheime Beratungen, Resolutionen, kurz alles das gegeben, was eben zu den unerläßlichen Requisiten einer gut auf gemachten Weltkonferenz gehört, deren Widerhall noch in der nichtzionistisehen und nichtjüdischen Presse bis Paris und London hörbar war. Aber die Konferenz hatte weder starke, mitreißende Momente, noch war sie von der verhaltenen, unterirdischen Begeisterung durchglüht, die die Revisionisten für sich in Anspruch nehmen. Die öffentlichen Plenarsitzungen waren fast ganz von Referaten ausgefüllt, während die Diskussionen ungewöhnlich mager ausfielen. Selbst die scharfen, aufreizenden Worte der Entrüstung, die Oberbaurat Stricker statt einer formellen Begrüßung in der Eröffnungssitzung den Revisionisten zuriet, da sie doch um Bundesgenossenschaft in dem bevorstehenden Kampf gegen die Exekutive werben sollten, peitschten nicht auf, sondern fanden ein recht konventionelles Echo; höchstens bei einem Teil der Gäste, während die Leitung der revisionistischen Upion von dieser Tonart äugenscheinlich kaum sehr erbaut war. Der erste und eigentlich dauernde Eindruck, den man von Jabotinskys Haltung empfing, war der eines deutlichen Gefühls für den Augenblick der Entscheidung. Im stillen Kämmerlein geheimer Beratungen wurden die internen Differenzen bezüg- Reh der Stellung zur Zionistischen Organisation ausgetragen oder vielmehr ihre Austragung auf einen geeigneten Zeitpunkt verschoben, wie es Jabotinsky in seiner Eröffnungsrede recht deutlich präjudiziert hatte. Der Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation kommt nunmehr weder vor der Annahme der Erweiterung der Agency durch den Kongreß, noch nachher ernstlich in Fragil. Wohl kaum■ nur deshalb, weil die Heiligkeit der Organisation als der großen Schöpfung Herzls bewahrt werden soll, sondern wohl vor allem, was Lichtheim in seinem Referate auch unumwunden zugestanden hat, wegen der Unwahrscheiniichkeit, neben der Zionistischen Organisation eine numerisch bedeutsame, werbefähige revisionistisehe aufbauen zu können. Hat man sich aber mit dem Verbleiben abgefunden, so will man diesen Entschluß in vielen revisionistischen Kreisen nicht als eine Selbstverständlichkeit gelten lassen, sondern möchte eine scheinbar zögernde und zuwartende Haltung markieren. Aber das sind taktische Feinheiten, die an der Tatsache nichts ändern können, daß der Kampf innerhalb der Zionistischen Weltorganisation ausgefochten werden soll. Das Recht der unmittelbaren Propaganda in der jüdischen und nicht’üdischen Oeffentlichfceit, das sich der Verband vorbehält, dürfte aber doch wohl nicht so gedacht sein, daß man etwa, wie das in dem Sonntagsartikel eines prominenten revisionistischen Führers in der Wiener ״Neuen Freien Presse“ geschehen ist, neben starken Uebertreibungen der Bedeutung des Revisionismus in der zionistisehen Bewegung die Revisionisten'als die einzigen hinstellt, die z, B. gegen das Krimprojekt protestiert haben. Wenn von der Pressepropagariiä־,der •Revisionisten schon gesprochen wird, wollen; wir den .«»glftcMktaep. Zufall m- *indes( registrieren,.!141..; «•™!""׳■jM® 'der. in die; .K«lt*ie#€ft«r «fff Ärtltel des Jerntälemer Kofr«s|ändt»ws'n •in.:'detsseitocB-■Wiener assimiiatorischen Zeitung erschien,'j!t dem in' alarmierender Weise die katastrophale politische Lage der palästinensischen Judenheit dar gestellt und vom ״Abbaü der Balfour-Deklaratiou“ esprochen wird, uni dann zum Schluß als einzig möglichen usweg die Umgestaltung 'Palästinas in!;in Dominion zu fordern. (Derselbe revisionistische Afarmartikd erschien ׳in Berlin in der ״Voss. Ztg.“ — A. d. R.) Das Domitiionprobiem ist auf dieser Tagung in nicht sehr glücklicher Form von Dr. Weis! behandelt worden, der den Eindruck erweckte, als stünden wir hier vor einer unmittelbaren Entscheidung, und es läge durchaus in unserer Macht, durch geschickte Ausnützung einer do ut des-Politik mit einem Schlage alle kolonisatorischen Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Man hat denn auch von revisionistischer Seite Dr. Weisl auf die Mängel seiner Argumentation aufmerksam gemacht und tatsächlich sind die Resolutionen über das ״Sidiente Dominion“ zwar nicht sehr konsequent, aber immerhin vorsichtig ausgefallen. Die zweifellos wertvollsten Leistungen der Konferenz waren die Referate Schechtmanns und Großmanns, die sachlich und nüchtern das wirtschaftliche Paiästinaprogramm der Revisionisten darlegten, ihre Ausführungen über die Schädlichkeit der Budgetierung, allmähliche Ablösung der Fonds durch zweckhafte finanzielle Organe dürfen nicht übersehen werden, weil sie von dieser Seite kommen. Aber ein geschlossenes System stellen ihre Anregungen und Forderungen Keineswegs dar; sie lassen sich mühelos in jedes Kolonisationsprogramm einbauen und weiden ja tatsächlich sogar von extremen Gegnern des Revisionismus längst verfochten. Die Referenten haben das (Hinze dadurch mit dem Revisionismus verzahnt, daß die Politik als unumgängliche Voraus- Setzung dieser Kolonisations- und Immigrationstätigkeit hingestellt wird, und zwar die Politik des Revisionismus, der allein den ״mechanischen Beamtenzionismus“ überwinden könne. Die dritte Konferenz der Revisionisten hat dargetan, daß wir es mit einer Strömung zu tun haben, die scharfe, unerbittliche Kritik an der Exekutive und an der Kolonisation übt, fruchtbringende positive Anregungen gibt, eindeutige und rielbewußte — freilich nach unserer Meinung sehr anfechtbare — Orientierung zeigt und, auf all dem fußend, der Exekutive den Krieg um die Führung in der zionistischen Bewegung erklärt. Daß der Revisionismus mehr ist, hat diese Konferenz nicht erweisen können. Weltkonterenz ״Brüh Tnmtpeldar“ Warschau, 6. Januar. (J. T. A.) In der Schlußsitzung der Konferenz ״Brith Trumpeldor“ wurde eine Resolution angenommen, der zufolge ״Brith Trumpeldor“ nur in organisatorischer Beziehung autonom, aber programmatisch ein Teil der revisionistischen Organisation ist. Es wurde bekanntgegeben, daß Jabotinsky zum Ha uptkommandanten von ״Brith Trumpeldor“ in Polen Herrn Aron Propus aus Riga «ernannt habe. Der neue Kommandant wurde auf die Schultern gehoben und im Saal heruingetragen, während die Versammlung ihm zujubeite. Palästina und Argentinien. In Argentinien wurde eine Ge- Seilschaft gegründet, die sich die Aufgabe gestellt hat, den Absatz palästinensischer Produkte in Argentinien zu fördern und zu organisieren. Die genannte Gesellschaft will in Buenos Aires eine Dauerausstellung palästinensischer Erzeugnisse einrichten und jährlich Touristenreisen von Argentinien nach Paiästina veranstalten. (Ziko.) Der tseheehoslowaldsclie Zionistentag Von unserm Korrespondenten. h. 1. Prag, 3. Januar 1929. Der 8. Tschechoslowakische Zionistentag, der am 30. und 31. Dezember in Brünn stattfand, stand ganz unter dem Eindruck der eben beendeten A.-C.-Tagung in Berlin. Vor allem, was die Verhandlungsatmosphäre anbelangt, schied er sich wohltuend von dem letzten Zionistentag, der in der Zeit der erregtesten Kämpfe um die Jewish Agency, der überspitzten Zerrissenheit in der Organisation selbst, ein kleines Abbild der großen Bewegung darstelite. Nur in wenigen Momenten kam diesmal das Gefühl auf, daß die trennenden Faktoren das Uebergewicht er* langten, und manchmal schien es sogar, als ob die npue Sltuation auch neue Konstellationen mit sich bringen würde. Die Richtlinie für die Haltung bei den diversen Abstimmungen war nicht mehr die Zugehörigkeit zur ״Opposition oder Regierung", sondern die wirkliche Stellungnahme der einzelnen Delegierte« zu den verschiedenen Fragen.; Der Zionistentag war von 145 Delegierten beschickt, und zwar 63 Allgemeine Zionisten, 47 sozialistische Zionisten, 26 Radikale und 9 Revisionisten. Der starke sorialistisch-zionistisehe Block war hauptsächlich aus den Vertretern der Jugendbünde ״Techeleth Lawan“ und ״Haschomer Hazair“ gebildet worden, die sich mit den Anhängern der Hitaehduth und einzelnen Linkszionisten zusammengeschlossen hatten. Die starke Anteilnahme der Jugend am Zionistentag entspricht ihrtf Aktivität und Erstarkung in der tschechoslowakischen zionistisehen Bewegung, wenn aucli ihre große Delegiertenall zahl teilweise auf den Umstand zurikkzuführen ist, daß manche Ortsnippen ihre Mandate den Vertretern der Jugend übertragen atten. Dieser ״linke Block" setzt sich in erster Linie für die Schaffung eines ״Territorialverbandes,“ ein, um allen Zionisten — gedacht war dabei vornehmlich an die in letzter Zeit beachtenswert gewachsene Poale-Zion-Bewegung — die aktive zionistische Betätigung zu sichern. Dazu ist jedoch die Treunung der La ndespo Ii t ik von der Zionistischen Organisation nötig, da es sich besonders bei den letzten Wahlen in die Landesvertretungen zeigte, daß die von der Zionistischen Organisation inaugurierte Landespolitik nicht alle zionistische!! Kreise zu erfassen imstande ist und bei dieser Gelegenheit entstehende Gegensätzlichkeiten störend auch auf alle anderen zionistischen Arbeitsgebiete wirken. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet hat jedoch der Zionistentag keine befriedigende Lösung gefunden. Es wurde zwar die Exekutive beauftragt, ״mit aller Energie Vorbereitungen zu treffen, die eine Zusammenfassung aller Schekeizahlcr des Landes in einer gemeinsamen Organisation ermöglichen“, andererseits aber In den Richtlinien der politischen Kommission die Weisungen des• Poli t ו s c h c n R e i c hskommission als für jeden Zionisten verpflichtend beschlossen und überdies noch ein beschleunigtes Disziplinarverfahren gegen all jene statuiert, die jene Weisungen offensichtlich verletzen. Einen weiteren Punkt der Diskussion bildete die aaßenpolitische Situation der Zionistischen Organisation, vor. nehmlich die Frage des Abschlusses der Jewish Ajjency- Verhandlungen und die Vorfälle an der Klagemauer. Dr. Bro•-׳ detzky, der mit Dr. Lauterbach ais Vertreter der Londoner Exekutive an riet! Beratungen des Zionistentages teilnahm, nahm zu diesen Fragen■ in einem lällgeren Referate Stellung, — ׳Oie Ausführungen Dr. Brodetnkys׳. fanden reichlichen ■ Beifall, wie überhaupt die engere Bindung wischen Exekutive ui«! Landet- Organisation äiesrtia! recht glifektkh mm Ausdruck kam.. In Qtr .Diskussion .war •bemerkenswert .יי״י: Ffklärun״ um Dr. Ma ■ ftftrtfe'i ,"':drf»'"#ree8eF1der*׳Älii1Vaa־־ri;'dafi er ■r't־״s׳rhf'i de* 80 gut wie vollzogene« Abschlusses der Jewish Ageucy-Vtrbinö׳* hingen:einen weiteren kicolagisclten Kampf fegen deren BIMiigf für nutzlos halte; es sei in der heutigen Situation viel wichtiger, vor neuen Fehlern zu warnetyaind als Hüter des zionistischen ■ Gedankens auf der Warbt zu verharren. Diese saeMidt-poHiiscIte Haltung Hit auch auf seiten der ״Allgemeinen Zionisten“ volle Anerkennung gefunden und wesentlich dazu beigetragen, ■vrieddr die ruhige Atmosphäre, die Vorbedingung einer gesteigerte« zionistischen Aktivität, herzusteücn. Die revisionistische Gruppe erklärte sich gegen die Bestrebungen, die auf eine separate äußere Politik abzielen (gemeint sind wohl die Tendenzen des extremen revisionistischen Jabotwisky-Flügels). In der Frage der Jewish Agency fand sodann mit den Stimmen der ״Allgemeinen Zionisten“ und der ״Linksblocker“ gegen das Votum der Radikalen und Revisionisten eine Resolution eine überwältigende Majorität, die die Beschlüsse der letzten A.-C-Sltzung begrüßt. Einen breiten Raum nahm in der Diskussion die Frage der Erhaltung des hebräischen Schulwerkes in Karpathorußlatw ei», dessen Existenz von finanziellen Schwierigkeiten immer mehr bedroht wird. Eine neugeschaffene Tarbufhorganisation hat sich die Aufbringung der Geldmittel für diese Schulen zur Aufgäbe gestellt und wird auch versuchen, nichtziouistische Kreise für das hebräische Schulwerk zu interessieren. Im Zusammenhang mit dem Zionistentag veranstaltete die zionistische Ortsgruppe Brünn ein stark besuchtes Meeting, auf welchen Dr. Broaetzky und Harzfeld unter großem Beifall redeten. Zeitschrift ״Palästina“ (Wien). Soeben erschien Nr. \\!\%, in der an leitender Stelle Ing. S. Kaplansky sich zum Bericht der Survey Commission in einem Artikel ״Randbemerkun gen zum BIaubuch“ äußert. Er führt aus, daß sich das zionistische Kolonisationssystem mit Notwendigkeit aus den gegebenen Voraussetzungen ergab und keine willkürliche Kon* struktion ist. Speziell die K w u z a h sei so entstanden, indes die marxistische Arbeiterpartei gerade dem Genossenschaftsgedanken ablehnend gegenüberstand. Der Mangel an Geld und an ausgebildeten Arbeitern führte von selbst zum Großbetriebe. Er ist zugleich Anlcrnungs- und Ansiedlungsfarin für besitzlose Arbeiter. Sein Wert liegt in seiner dynamischen Wirkung, als Transformator von Städtern zu Bauern. Bezüglich des Prinzips der Moschawim, keine Lohnarbeiter zu beschäftigen, führt Kaplansky äüs, daß es bei der gemischten Wirtschaft keine drängende Saisonarbeit gibt well zur Erntezeit kein Rege« mehr fällt und eine rasche Einbringung der Ernte in einigen Tagen durch gemietete Arbeitskräfte nicht nötig ist Bezuglieh der Einwendungen gegen den K. K. L. weist Kaplansky auf die Erfahrungen in England hin, wo 80 «/» der Neuansiedler die Pacht dem Bodeneigentum vorgezogen haben. Dr. Zwi Luft schreibt über die Ansiedlung derKolonieirbeiter. Er meint, daß es möglich wäre, Arbeiter in den Pflanzungswirtschäften durch ihre eigene Mithilfe anzusiedeln. Man kann die Kosten einer 10-Dunam-Pflanzung (ohne Kosten des Bodens) durch langsameres Tempo der Ausführung auf £ 270 (ohne Arbeitslöhne) drücken. Die Arbeit wäre der Beitrag der in den Kolonien anderweitig beschäftigten Arbeiter. Die restlichen £ 270, die aut Jahre verteilt sind, müßten die zionistische« Fonds auf bringen. Agr, Herrn. Hirsch setzt seine Artikelreihe über Kolonisation auf bewässerten Böden fort und schreibt über die verschiedenen Formen der Bewässerung. Prof. Dr. M. Blanc kenhorn schreibt über Kali im Toten Meer. Neben einer ganzen Reihe anderer Beiträge sowie der Rundschau (jewish Agency, Wirtschaft, Arbeiterbewegung) finden sich in dem Hefte wieder reichhaltige ״Nachrichten und Daten“, sowie mehrere Illustrationen. (Verlag C. Barth, Wien I, Heßgasse 7.)