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Jüdische Rundschau · 1929-01-11 · Heft 3 (11.1.1929) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 3 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 18 JUEDISCHE *ÜNOSCHAU Nr. 8, it.ltm Zum zwanzigjährigen Bestehen von Tel-Awiw Von Dr. Fritz Loewenstcin, Jerusalem. In diesem Jahre wird Tel-Awiw das Fest seines zwanzigjährige» Bestehens feiern können, und es wird dabei hoffent- Heb Gelegenheit sein, gegenüber der scharfen und vielfach übfrtriebenen Kritik, die in den letzten Jahren gegenüber der Entwieklung und Verwaltung der ersten jüd&chen Stadt erhoben werden ist, auf die bleibenden Werte hinzuweisen, die nur zu oft vergessen worden sind. Trotz der kritischen Lage, trotz der schweren inneren Parteigegensätze, trotz der zweifellosen Mängel der Verwaltung und trotz der Beschneidung der Tel-Awiwer Autonomie durch die Regierung bleibt die Entwicklung Tel- Auriws, vom Bau der ersten Häuser auf den Dünen angefangen Ws zur heutigen Stadt von 40000 Einwohnern mit der gleichzeitigen vielversprechenden Entwicklung einer jungen Industrie, einer der wichtigsten Aktivposten des jüdischen Palästina״ Weit mehr als in dem durch die Büros beherrschten Jerusalem und vorläufig auch weit mehr als im zukunftsträchtigen Haifa schlägt heute in Tel-Awiw der Pulsschlag des jüdischen Palästina: dort machte sich die Krise am stärksten bemerkbar, dort aber spürt man auch die neuen Hoffnungen, die jetzt in Palästina gehegt werden. Stärker als an anderen Stellen des Landes regt sich in Tel- Awiw die Initiative der Gemeinschaft. Auch jetzt gibt cs gerade in Tel-Awiw interessante Pläne und Projekte, die mit dem zwanzigjährigen Jubiläum der Stadt im Zusammenhang stehen. Sehern in früheren Jahren haben wiederholt unter verschiedenen Formen Ausstellung en stattgefunden, die einen Ueberblick der bisherigen jüdischen Produktion des Landes zu geben bestimmt waren. Unter dem Namen ״Tozereih Haarez" zeigten diese Ausstellungen die jüdische Produktion auf landwirtscbaftlichem und industriellem Gebiete. Nach mehrjähriger Pause beabsichtigt die Gesellschaft ״Mis’char Wetaassljah“, zwischen Purim und Pessach von neuem eine derartige Ausstellung zu er- Öffnen. Man wird dort Gelegenheit haben, sich von den vielsaftigen Fortschritten zu überzeugen, die die Leistungsfähigkät der jüdischen Wirtschaft in den letzten Jahren gemacht hat. Nicht sehr groß ist die Zahl der neu geschaffenen Unternehmutigen und Erwerbszweige; aber die bestehenden haben sich vielfach konsolidiert, Qualität und Umfang der Produktion sind gewachsen, neue Märkte erschlossen worden. Aehniiches gilt auf dem Gebiete der Landwirtschaft, und zwar auf den verschiedensten Zweigen. Man plant nun in diesem Jahre, nicht nur tn dieser Ausstellung dem Palästinenser und dem Besucher vom Ausland ein eindrucksvolles Bild zu vermitteln, sondern gleichzeitig praktische Schritte zu tun, um den Export der palästinensischen Produktion zu föidern, ln allen jüdischen Zentren der Diaspora gibt es heute Anfänge einer ״Tazereth Haarez“-Bewegung, Gruppen von Juden, die am Absatz palästinensischer Produkte interessiert sind und sich um sie bemühen. Man will nun versuchen, einen Kongreß in Tel- Awiw abzuhalten, der die« Interessenten aus alle« Lindem mit den palästinensischen Produzenten zu gemeinsamer Beratung vereinigt. Dabei wird sich Gelegenheit bieten, zwischen paiästi- . nensischen Exporteuren. «| ausländischen , Importeuren Be* ' Ziehungen anzuk־nüpfei,1C,.Vc׳>־ausli;ndisci1en ׳ Freunde ׳.der palästinensischen Produktion sol|en hier Gelegenheit haben, ihre Wünsche auszusprechen, zu zkigen, welche Bedingungen erfüllt werden müssen, damit das palästinensische Produkt sieh auf dem ausländischen Markt durchsetzt,■jjnd ebenso soll der palästinensisebe Produzent und Exporteur seine Wünsche und Anregungen äußern. Es scheint uns, daß es ein schöner und der bisherigen Entwicklunj von T^l-Äwiw .,würdiger. f»edjpk.e ist, das Jubiläföi der Stadt nicht in rauschenden Festen zu begehen, aoßäflfb gemeinsam darüber nachzudenken, was zur festeren Konsolidierung und zur weiteren Entwicklung der Stadt ge- «heben kann. Dieser Aufgabe sollen Ausstellung und Kongreß dienen. Wir weisen schon heute auf diese Veranstaltung und vor allem auf die Ausstellung hin, weil wir glauben, daß viele Pertonen, die Palästina in diesem Fjäihjahr zu besuchen gedenken, Ihre Reise so einrichten werden, daß sie die Ausstellung in Tel-Awiw besuchen können. Für eine Rebe in Palästina kann es kaum einen besseren Abschluß geben, als den Besuch einer ״Tözereth Haarez"-Aussteliung, die dem Besucher in eindrucksvoller Zusammenfassung alles zu zeigen vermag, was Palästina heute zu produzieren und zu versenden Imstande ist. Keren Hajessod-Arbeit in Transsylvanien Aus Transsylvanien wird uns berichtet: Dr. Jehuda Wilensky, der bereits in Südamerika und anderen Lindern, ganz besonders in Alt-Rumänien, die Arbeit für den Keren Hajessod mit großem Erfolg organisiert und auf eine beträchtliche Höhe gebracht hat, wurde in diesem Jahre als Hauptdelegierter des Keren Hajessod-Direktoriums nach Transsylvanien gesandt. In dieser ehemals ungarischen Provinz Rumäniens ist die Propagandaarbeit für den Palästina-Aufbau noch sehr schwach. Denn die Juden sind dort stark assimiliert und von dem Zusammenhang mit den Strömungen in der all gemeinen jüdischen Weh weit entfernt. Auch die dortige Orthodoxie in ihrer besonderen ungarischen Färbung bildet eine starke Hemmung der Arbeit. + Dr. wilensky wählte zunächst in Ergänzung des Keren Hajessod-Apparates in Transsylvanien einen Stab guter und erprobier Mitarbeiter: Die Dezernentin für jüdische Angelegenhelfen Im Kultusministerium von Estland, Frau Dr. K10 m p u s, den bekannten Schriftsteller Dr. Otto A b e 1 e s (Wien), den «urnalisten Zwi Lewanon (Jerusalem) und Dr. Cliaim weiß bürg (Haifa), der unmittelbar nach dem Kriege als zionistischer Vorkämpfer in Transsylvanien wirkte und die Jugend zum Zionismus führte. Das Werk der Zionisierung der Massen und die Aufklärungsarbeit über die Palästina-Probleme waren mit der Gewinnung von Keren Hajessod-Zeichnungen verbunden. Der bisherige Erfolg der Aktion übertrifft bereits die Erwartungen, fn siebenwöchiger Arbeit wurden £ 3000 in b»r und in Wechseln erzielt, dieselbe Summe, die Transsvivanien bis jetzt im ganzen Jahr aufgebracht hat. Diese Leistung ist nur das Ergebnis der Arbeit in der Hauptstadt Cluj und in einer Provinzstadt Dej, sowie des Beginns der Arbeit in Temesvar. ln Cluj wurde das Dreifache, in Dej das Sechsfache des vorjährigen Ergebnisses erreicht. Es gelang auch, in diesen drei Städten durch die Mitarbeit von Frau Dr.Klampus einen großen Kreis von Frauen für die aktive Tätigkeit zu gewinnen. Die Vorträge Dr. Wilenskys und seiner Mitarbeiter sind überfüllt Die gesamte Presse des Landes, die ungarische sowohl wie die rumänische und deutsche, bringen ausführliche Besprechungen. Alle Anzeichen sprechen dafür, dab die Arbeit, die bis In den Sommer hinein währen wird, von großem Erfolg pekrö״* werden wird. # Berliner Zionistische Vereinigung V O R T R A II Sch. Qorclik ״Herz! ln seinen Tagebüchern“ MHtw©eh. dm SO. Januar Lot«nh«ut abands •>/a Uhr ICIslsisir. 10 meine Nachrichten Oberkommissär Chancellor besuchte die jüdische Arbeitersiedlung Kirjath Anawim (Dilb) bei Jerusalem und sprach sich sehr anerkennend über die Leistungen der jüdischen Kolonisten aus. Bei seiner Rückkehr nach Amerika erklärte Dr. S t ejp h e n WIse Vertretern der Presse, er bekämpfe nicht das Prinzip der Erweiterung derjewish Agency, sondern nur die Aufgabe der Souveränität der Zionistischen Organisation. In einer Gegenerklärung weist Louis Lipsky darauf hin, daß die Opposition in der A.-C-Sitzung geschlagen worden ist. Jeder Versuch, die Arbeit des Palästinaaufbaues zu verzögern, stehe im Gegensatz zum Willen des jüdischen Volkes. Das Wohnviertel ״KIrjath-Schmuel“ bei Rechawja in Jerusalem erhielt von amerikanischer Seite eine Anleihe von 5000 P f u n d für die Errichtung von etwa 50 Häusern. (Ziko.) Die S t a d t N a z a r < t h hat mit der Palestine Electric Corporation (Ruthenberg) einen Vertrag abgeschlossen, wonach diese bis Ende 1929 die elektrische Lichtversorgung der Stadt durchzuführen hat. Die jüngst in Riyadh abgehaltene Wa habiten- Konterenz hat beschlossen, friedliche Beziehungen mit Irak und Transjordanien aufrechtzuerhalten. Am 28. Dezember wurde in dem Grundbuchamt von Akko in Gegenwart eines Beamten der Zentralregierung die Umschreibung der 33000 Dunam, die vom Keren Kajemeth in der Haifa Bay erworben wurden, auf den Namen des Keren Kajemeth vorgenommen. Die südafrikanischen Zionisten hielten am elften Jahrestag der Balfour-Erklärung eine Haussammlung für den Keren Kajemeth, die allein in Johannisburg etwa 400 Pfund ergib. Konstitulerong der Wiener Kultasgemeinde W i e n, 6. Januar. (J. T. A.) Der vor kurzem neu gewählte Vorstand der wiener Israelitischen Kultusgemeinde wählte zum Präsident und die beiden Vizepräsidenten sind führende Mit- Vizepräsidenten Dr. Jacob Ornsfein und Dr. Ticho. Der Präsidenten und die beiden Vizepräsidenten sind führende Mitglieder der ״Union österreichischer Juden“. Die Zionisten sind diesmal im Präsidium nicht vertreten, sie gehen somit zur Opposition über. Die Unlonisten zählen im neuen Vorstand 18 Vertreter gegen 18 Vertreter der Zionisten, Misrachisten, Werktätigen «mf Unparteiischen. f Knntlgebinig der Schomre Schabbos Am 6. Januar fand im Sitzungssaal des ehemaligen Preußischen Herrenhauses zu Berlin die erste öffentliche Kundgebung des vor kurzem begründeten Weltverbandes der Schomre Schabbos statt. Das Haus war dicht gefüllt. Das Auditorium — durchwegs Angehörige der Orthodoxie — saß bedeckten Im Jesses■ •Jfcwitteea des Weltverbandes begrüßte der Dozent des Berliner Rabbinerseminars Dr. G r ü n b e r g die Versammlung. Rabbiner Dr. K1 e i n verlas Schreiben und Begrüßungen berühmter religiöser Autoritäten. Es sprachen sodann Rabbiner Dr. Esra Munk, Berlin, der sich mit der ideellen, und Generalkonsul Dr. 181 K a h n - J a f f a, der sich mit der wirtschaftlichen Seite der Sabbat-Beobachtung befaßte. Rabbiner Gutschechter, Mitglied des Warschauer Rabbinats, überbrachte die Grüße der Warschauer Jüdischen Gemeinde und deren Präsidenten Farbstein. Dr. Sulzberger zeichnete die Wege, wie die Gesetzgebung der Länder una die internationale Wert zugunsten des Sabbat zu beeinflussen seien. Heute ist Erez-Isräel das Land, wo der Sabbat der wahre Ruhetag aller Juden ist Rabbiner Dr. Thai, Holland, überbrachte den Gruß der holländischen Juden, ferner sprachen der frühere litauische Vizeminister Rechmelowitsch, Kowno, Jakob Hekscher, Hamburg. Dr. Grünberg schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß dieser Abend der erste Markstein aut dem Wege zur Wiederinthronlsiening des Sabbat sein möge. Weltverband jüdischer Studenten. Die von dem Im Mai 1924 in Antwerpen stattgefundenen Weltkongreß der jüdischen Studentenverbindungen gewählte ,Exekutive tagt gegenwärtig im Palais Royal zu P a r i s. Der Sekretär der Exekutive, Steinig, berichtete ausführlich über die bisherige Tätigkeit. Die Jerusalemer Natlonal-Bibliothek erhielt vom Blbiiothekar des Parlaments von Australien ln Canberra den folgenden Brief: ״Entsprechend einem von Herrn Dr. Schalit in Melbourne eingebrachien Anträge habe ich Sie zu infor» mieren, daß unser Bibtiothekskomitee das Vergnügen hat, ihnen drei Bücherkisten zu übersenden, welche es der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Palästina zum Geschenke zu geben beabsichtigt Die Kisten enthalten außer einzelnen Duplikaten unserer Bibliothek eine vollständige Serie der historischen Erinnerungen Australiens in 33 Bänden und eine Serie der Parlamentsprotokolle von Australien von 1924 angefangen. Ich möchte erwähnen, daß Vorsorge getroffen worden ist, daß Ihnen diese beiden Serien auch in Zukunft zugehen. Indem unser Komitee Ihnen dieses Geschenk macht, wollte es sein Interesse und seine Sympathien für die Entwicklung Ihres großen nationalen Unternehmen* zum Ausdrucke bringen.“ Grauenvolle Selbstmordstatfstik. Nach einer soeben veröffentllchten Statistik haben im Verlauf des Jahres 1928 in Warschau 891 jüdische Personen, darunter 591 Frauen, Selbstmord begangen. Die Gesamtzahl der Selbstmorde In Warschau im Berichtsjahre betrug 1680. SCHRIFTENREIHE PER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Als Haft 2 der Schriftenreihe lat soeben erschienen: DER JUDE IN DER EUROPÄISCHEN WELT DAS PROBLEM SEINER SENDUNG Von KARL GLASER Pfil* OAO Mk. VERLAG DER JÖDI3CHEN RUNDSCHAU Berlin W15, Melnekestr. 10 / Poetscheck Berlin 17392 Briefe an die Redaktion Julius Katiskl. Berlin-LlchterfeWe-Oit, 7. Januar 1929. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W15. Sehr geehrte Herren! Ihr Bericht über die Konferenz der Freunde des ar* beitenden Palästina veranlaßt mich, Sie um die Aufnähme einer kurzen Berichtigung zu bitten. Ihr Berichterstatter glaubt meinen Ausführungen entnommen zu haben, daß ich der Meinung bin, ״ein Klassenkamp! Mt in Palästina unmöglich׳‘. Gesagt habe ich, daß der Klassenkampf für einen Sozialisten nie Selbstzweck sei. Aufhören müsse ein experimenteller Klassenkampf, wie er in Palästina leider oft erkennbar sei. Ganz unmöglich aber wäre die Begleiterscheinung, daß die Koiten für eine derartige Propaganda aus nationalen Gründen ailfgebracht werden sollen, und zwar von Kreisen, die als Klassengegner maskiert werden. Mit bestem Dank und verbindlichen Empfehlungen * Ihr sehr ergebener Julius Kaliski. * Berlin N24, den 9. Januar 1929. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W15. Sehr geehrte Redaktion! Ich bitte um gefällige Veröffentlichung folgender Zellen: Es erscheint verwunderlich, daß in einem Aufsatz, dar von den Anfängen der hebräischen Arbeit in der ״Schule der jüdisehen Jugend" berichtet, der Anschein erweckt wird, als gäbe es in Berlin überhaupt keine zentrale Institution für die Pflege des Hebräischen (״Kosmos des Jüdischen“, Abschnitt 6, in der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 2). Den Führern der Schule der Jugend dürfte gewiß nicht unbekannt sein, daß ln der seit zehn Jahren bestehenden Hebräischen Lehranstalt in weitestem Umlange die Möglichkeit dazu geschaffen ist, daß ferner Jugendliehe und Gruppen von Jugendbünden die Majorität ihrer jetzt weit über 200 Teilnehmer betragenden Sehülerzahl bilden und daß auch die für die hebräische Abteilung der Schule der jüdisehen Jugend genannten Lehrkräfte zum guten Teil die Kurse der Hebräischen Lehranstalt, der ehemaligen Hebräischen Sprachschule, besucht haben. Mit vorzüglicher Hochachtung N. Berggrün, Leiter der Hebräischen Lehranstalt der Jüd. Gemeinde zu Berlin. V Daß auf die ״Hebräische Lehranstalt“ in den Artikeln nicht hingewiesen wurde, ist gewiß Reine böse Abrieb*. Der Wert der Lehranstalt Ist unbestritten und ihre großen Verdienste um die Erlernung des modernen Hebräisch in Palästina werden wohl von dem Kreise, der sich um die ״Schule der Jugend“ gruppiert; uneingeschränkt gewürdigt. Wir hoffen, daß die ״Schule der Jugend“ dazu beitragen wird, auch der ״Lehranstatt“ neue Schüler zuzuführen. Oie 4.' leiehSkOBfirenz findet am 13.־' und 14, d. ■MT Im Sitzungssaal der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 30, statt. Tagesordnung: I. Sonntag, 10 Uhr: 1. Eröffnung und Begrüßungen; 2. Die allgemeine Lage der Ostjuden (Referent: Dr.I. Taubes).!!.Sonntag, 15 U h r: 1. Tätigkeitsbericht (Referent: Vorsitzender Samuel n a ar puder); 2. Unsere nächsten Aufgaben (Referent: Benzion Fett); 3. Generaldebatte. III. Montag, 10 Uhr: 1. Ostjudentum und jüdische Gemeinde bzw. Landesverbände der jüdischen Gemeinden (Referenten: Georg Kareski, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, Berlin, Markus Hornstein, Mitglied der Reprisentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde); 2. Diskussion. IV. Montag, 16 Uhr: 1. Kulturarbeit: a) Jugendarbeit und Erziehung (Referent: Dr. Wilhelm Levy); b) Kulturelle Institutionen (Referent: Josef Liri); 2. Diskussion; 3. Anträge und Resolutionen; 4. Wahlen. Liga lür das arbeitende Patösttni Die Durchführung der Arbeiten der Liga für das arbeitende Palästina hat ein Arbeitsausschuß übernommen, der aus den Herren Alfred Berger, Boris Eisenstadt, Dr. Georg Landauer, Kurt Loewenstein, Dr. Georg Lubinski, Fritz Naphtäti, Uriet Rösenblatt und Schokm Rudel besteht. _ Das auf der Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina gewählte Präsidium der Liga umfaßt außer den Mitgliedern des Arbeitsausschusses folgende Mitglieder: Minlsterialrat Hermann Badt, Dr. Siegfried Bernfeld, Eduard Bernstein, Dr. Josef Bloch, Dr. Martin Buber-Hepnenheim, Dr. Oskar Cohn, Professor Simon Dubnow, Lion Feucntwanger, Rabbiner Grünewaki-Mannheim, Ernst Kahn-Frankfurt a. M., Julius Kaiiski, Dr. Werner Senator, Dr. Robert Wettsch, Dr. Arnold Zweig. Die Konferenz wurde von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen begrüßt Es lagen u. a. folgende Begrüßungen vor: Dr. Oskar Cohn, Prof, Dr. S. Dubnow, Prof. Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Ministerialrat Hans Goslar, El« Lasker-Schüier, Verband ostjüdischer Organisationen Palästinas, Liga für das arbeitende Erez-Israel in der Tschechoslowakei, Dr. Orünberg, Elberfeld, J. J. \V. B. Gau Rheinland, Poale Zion, Frankfurt a. M., Komitee für das arbeitende Palästina, Frankfurt a. M., Staatsbankpräsident a. D. Walter Loeb, Frankfurt a. M., Prof, Dr. Sinzheimer, Frankfurt a. M., Dr. Stephan Kraus, Freibürg, Dr. S. Warburg, Kiel, Prof. Dr. Adolf Löwe, Kiel, Jüdischer Studentenverein,. Königsberg, Studentenverband Haschschar, Riga. in der 1. Sitzung des Arbeitsausschusses wurde beschlossen, an allen geeigneten Orten Deutschlands Zweigstellen der Liga zu errichten. Die Mitgliedschaft wird eine persönliche sein und auf der Anerkennung der Grundsätze der Liga beruhen. Ein Aktionsprogramm für die Arbeit der Zweigstellen ist in Vorbereitung. Ueber die Gründungskonferenz soll in einer größeren Broschüre berichtet werden, die in möglichst rascher Frist erscheinen 8011. Bereits für die nächste Zeit sind in Berlin und in einer Reihe voll Großstädten Versammlungen und Ausspracheabende geplant. Das Sekretariat der Liga befindet sich weiter Berlin-Charlottenburg, Joachlmsthalcr Straße 38. Nordwestdeutsche Bezirkstagung. Am 20. Januar wird in Hannover eine nordwestdeutsche Bezirkstagung stattfinden, zu der alle Gesinnungsgenossen in Hannover una der Umgegend schon jetzt eingdaden werden. Die genaue Tagesordnung wird noch bekanntgegeben werden.

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