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Jüdische Rundschau · 1929-01-08 · Heft 2 (8.1.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 2 (8.1.1929)
Date
1929-01-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Sehe 1t Pfarrer Schafft ein eine Darstellung voranging. Dann für die Führer der verschiedenen Jugendverüber das gemeinsame Jüdische gesprochen wurde. Die ersten wurden von Rudolf Hallo geführt, die weiteret! von Martin Goldner, dem Sekretär der Leitung. Diese Aussprachen veranlagen Rosen zweig: zu seinem bcdeutsamen Schreiben ״Göttlich und menschlich1'. er die Abenäe binde, in denen Ob man von Erfolgen berichten kann? Bei einer Arbeit wie der des Lehrhauses sind die echten Erfolge nicht kon* iröflierbar, weil sie nicht unbedingt und nicht sofort ihre AeuBerung finden. Immerhin kann gesagt werden, daß wohl selten jemand mit dem Lehrhaus in Berührung kam, ohne zu sehen, um was es da geht, lind etliche Menschen haben sich den derech ha-limmuo (denn Methode ist nicht das rechte Wort) ganz zu eigen gemacht. Aber der Großteil der Jugend lernte und erfuhr zwar hier und da Neue« und Wichtiges, schien sich auch manchmal zu besinnen, blieb aber im ganzea dort wo er war: bei den Programmen, bei den Diskussionen über Erziehungsziele, Prinzipien und Methoden. Auch bei den Aussprachen mußte sich zeigen, daß das Gemeinsame nicht groß genug war, um mehr als gegenseitiges Verständnis der verschiedenen Verbände zu erreichen, um die Trennung über die Zeit der Zusammenkunft hinaus zu überwinden und um Grundlage gemeinsamer Arbeit sein zu können. Will man nun bei einer Einrichtung wie der jetzt in Berlin getroffenen die Erfahrung der Frankfurter Lehrhausarbeit verwerten, so glaube man nicht, es billiger machen zu dürfen. Es ist schwer, auf den Reichtum vorgewußter Ziele zu verrichten und ganz schlicht mit dem spärlichen Eigentum zu beginnen. Es ist großes Vertrauen nötig, um einzusehen, daß nur von der ureignen Situation aus das weitere und endlich das Ganze erworben werden kann. Dieser hohe Einsatz müßte bleiben. Nabuirt Glatzer. Das Lefaritans In Stuttgart Wozu «In jüdisches Lehrhaus? Mit dieser teils s,*Attischen, teils Unbehagen verratenden Frage wurde in Stattgart vor drei Jahren der damals aufgetauchte Plan besprochen, eine freie jüdische Lehrstätte für Erwachsene zu gründen. Fehle es denn nicht an allem, so an Lehrern wie an Schülern, vor allem aber am Bedürfnis? Habe man nicht genug Vereinsvorträge vor leeren Stühlen, von der Synagoge gar nicht zu reden? Nicht einmal ein jüdischer Kurs an der Volkshochschule habe sich halten können. Außerdem sei eine so betonte Abkehr von der deutschen Volksgemeinschaft, in der man sich mit so viel Mühe die Gleichberechtigung erkämpft habe, ein tief zu beklagender Rückschritt Und unter den Jungen endlich wurden Stimmen bereit, die den Hang unserer Zeit zu Sport und Körperbildung betonten. Man sei schon ohnehin bis zur Ueberfütterung vollgestopft mit Geistigem und bedanke sich für eine solche neue Brutstätte des Geistes. All diesen Bedenken zum Trotz kam das jüdische Lehrhaus zustande, fand die Lehrer und die Schüler, die ihm tottaten, una befriedigte sichtlich ein vorhandenes Bedürfnis, dem seine Hörer und Mitglieder sind ihm treu geblieben und möchten es heute nicht mehr missen. Es sind noch keine Gottesgehhrten daraus hervorgegangen, aber doch immerhin ein Häufleh Menschen, denen ein hebräischer Text kein Buch mit sieben Siegeln mehr Ist: andere, die Hebräisch reden gelernt, und mancie, denen ihr ludcsein, dessen Wurzeln ihnen aufgezeigt wurde, wieder lebendige Wirklichkeit geworden ist Das Stuttgarter Lehr haus ist km dem Bewußtsein der geistigen Not, des Rkhtungsmangds unserer Zeit heraus ent* standen: ״Hier soll es", so wurde bei seiner Oründung gesagt, ״einzig und allein darauf ankommen, daß eine Grundlage ge* schaffen werde, auf der wir alle, Juden, denen ihre Zeit nicht mehr genügt und die sich selber nicht mehr genügen, in ge* meinsamer und verbrüdernder Arbeit uns vereinigen können". Eine ParteLsache konnte und durfte es, sollte es lebensfähig sein, bei den Verhältnissen einer mittleren Gemeinde wie Stuttgart nicht werden, und hat sich auch in der Tat zu dem bisher ersten und einzigen Sammelpunkt aller hier vertretenen jüdischen Richtungen entwickelt Auch die Orthodoxie, obwohl sic die aktive Teilnahme am Lehrbetrieb abgelehnt hat, ist unter den Hörern der Kurse wie der Sonderveranstaltungen vertreten. Jetzt ist das Lehrhaus im jüdischen Bewußtsein Stuttgarts und Württembergs schon genügend verankert, daß es im koramenden Winter wagen durfte, etwas Besonderes zu unternehmen: es hat Martin Buber dazu gewinnen können, in einer Art von Religioasgesprichen über ״Das Judentum und die religiösen Fragen der Gegenwart" sich mit wichtigen, verschiedenen religiösen Richtungen angehörenden Männern, Juden und Nichtjuden, öffentlich zu unttrreden. (Ueber zwei der Re- Iigionsgespräche haben wir in der Jüdischen Rundschau" bereits berichtet) So kann aus den nun immer«.» *ätua Dine alten Erfahrungen des Stuttgarter Lehrhauses heraus der neuen?,Schule der Jugend", die aus ähnlichen Bedürfnissen entstanden ist und Gleiches erstrebt, wenn sie sich auch nur an die Jugend wendet, während in Stuttgart Menschen aller Altersstufen zu den Hörem zählen, ein gutes Gedeihen und ein segensreiches Wirken vorausgesagt werden, wenn es sich über alle Vermittlung von Kenntnissen hinaus dies zur eigentlichen Aufgäbe macht; Gemeinschaft zu wirken, brüderliches Sich finden von Menschen ^der verschiedensten Herkunft, Bildung*- stufe und gesellschaftlichen Stellung tun die lebendige Mitte, die, allen gemeinsam und jeden! einsam, als Forderndes, Verpflichtendes, Verantwortung Heischendes in der Seele verwurzelt ist Erst dieser zu erstrebenden und erstrebten Gemeinschaft kommt in Wahrheit der Ehrenname׳ zu, mit dem wir allzu leichtfertig und allzu bequem die Lebensform zu benennen pflegen, in die wir hirieingeboren sind: Judentum. Leopold Marx, Cannstatt. ^וווMוויmmוiוו^ו^חוווווווו^nחיוו^ווו^ווmווmוmnוmוmוו^וnו^m^וmuח^ווווhווmווווווווווןווו^ווווווו^וו!lIוcוlוווווווווווווווווווווווnmו1ווווווו^ווn:iוווווווווווii^iiווווווו^וווווווMlוחוו^ווו^ווווT.i■?^.::.■וי;f^:iןiו^יווווווויןן!וי:לן. ■. '!:hüm n,Ui!:1!1mrr?T:;7:!1T1111n Jfldisches Palästioawerk (Keren Haiessod) Am 22. Dezember 1928, nachmittags S Uhr, fand eine Prlsidhumsltzcmg des Deutschen Keren Hajessod (Jüdische Palästinawerk) E. V. statt, bei der der Präsident des Deutschen Keren Hajessod, Herr Oskar Wassermann, den Vorsitz llhrte. An cbf Sitzung nahmen folgende Prisidiumsmltglledei §er, Kurt Bluntenfeld, lWy:i,rey#«.».»,ÄP&ta־d• ahn, Prof. Karl Lewln, Alfred Lltser (Hamburg), Fritz Sendbelmer (Frankfurt) und Dr. Martin R osenbl iith. Entschuldigt fehlten Generalkonsul Eugen Landau, Dr. Alfred Apfel, Kommerzienrat Albert Mot« (Stuttgart) und Alfred Leonhard Tletz (Köln). Als Gast war bei ehern Teil der Sitzung der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, zugegen, der auf Wunsch des Vorsitzenden einen eingehenden Bericht Über den gegenwärtigen Stand der Jewish Agency-Angelegenhelt er* stattete. Nach einer Aussprache, an der sich fast alle Mitglieder des Präsidiums beteiligten, wurde die Einberufungeiner Landesversammlung (Generalversammlung) des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. für Sonntag, den 3. März, nach Berlin beschlossen. In das Präsidium wurden die Herren Fritz Naphtall (Berlin) und Julias Schindler (Hamburg) kooptiert. Tagung der Zeire Mfsraehi Wer mit der Zeire Misrachi zum erstenmal auf ihrer Tagung in Hamburg (23. bis 25. Dez) Bekanntschaft machte, wird eine freudige Ueberraschung erlebt haben. Innerhalb der zionistischen Oeffentlichkeit bisher verhältnismäßig wenig beachtet, ist hier in den letzten beiden Jahren eine Bewegung herangewachsen mit einem starken jüdischen und zionistischen Fundus, mit einer Fülle von Menschen, mit einer auffallend großen Zahl von intelligenten und politisch geschulten Führern. Das bemerkenswerteste an diesen Zeire Misrachi ist ihre starke innere und äußere Freiheit, mit der sie allen Fragen ihres Lebens entgegentreten. Nichts von Chederbochertum, nichts von geistiger Abhängigkeit von der Generation der Väter. Im Gegenteil ein erfrischemDr Zug von Jugendlichkeit, von dem Wunsch, das Leben nach eigener Verantwortung zu gestalten, aber alles doch gebunden durch die Grenzen des Gesetzes, das zur selbstverständlichen Lebensform geworden ist. Wer die Zeire Misrachi nur nach dieser Tagung beurteilen wollte, wird vielleicht sogar ein zu gutes Bild bekommen. Auf dieser Tagung gab es keinen Mißklang und keinen toten Punkt Das Thema, um das es ging, War ja auch bedeutsam genug: ״Thora und Sozialismus". Aus allen Reden klang die große Sehnsucht nach neuen Lebensformen, nach einer Wirtschaft in Palästina, die dem Wort und Geist der Thora näher ist als das kapitaüstische Wirtschaftssystem Europas. Diese Zeire Misrachi, die mit den Poale Misrachi einen gemeinsamen Band bilden, fühlen sich dürtliaus als Nachwuchsbewegung der tnisraehtsfischen Arbeiterschaft ln Palästina, durchaus als Hüter und Wahrer von deren Interessen gegenüber jeder Form von Bourgeoisie, auch die misrachlstisehe. Besonders bedeutsam erscheint es, da(} die Zeire Misrachi eine sehr starke innert■ Bindung an die Z. V. f. D. empfinden und es für Ihre Pflicht halten, ihren Ein* floß innerhalb der Z. V. f. D. zur Geltung za bringen. Wenn die zionistischen und jüdischen Werte, die sich auf dieser Tagung offenbarten, von dieser Jugend in den deutschen Zionismus hinein getragen werden, so Minden •wir das Wachsen und Vordringen dieser Bewegung nur begrüßen und müssen bereit sein, ihr die gebührende Beachttng und gebührende Hjjfe angedeihen zu lassen. . Dr־ SUcfried Kanowitz. י H 1111;!.: *J״r C )OC!!'f ’ftwüwmi'-wyigl1Hi VTH. . fiA&e«, Kult Koti er! Auseir ־110 jder Reprfiaen Untenfindet am Donners- Ein Acbfzlgjfllirtger Am 10. Januar feiert Herr Lazarus F riedmann in Mainz seinen 80. Geburtstag, Herr Friedmann ist wohl der älteste Zionist in Deutschland; aber nicht nur die ältere Generatkm erinnert sich seines begeisterten Eintretens f% unsere Sache, seines entschiedenen' Kampfes für die zloiÄgche Beweguag/jßr diese noch dg *kleines ver^J0ttet«*׳^pÄa־.«raf, sondern uicb unsere Generation kennt das Wirket dmanns ׳eia eigen#: Erfahrung, denn dieser Achtzigjährige t® 1Jetnfeh" heute mit jugendlichen Herren an unserem Werkel3■ ״. Nach heute tritt % in Wort und Schrift für unsere Idee ePSwd erst vor kurze# konnten wir unseren Lesern durch einen Beitrag aus seiner Feder einen Beweis erbringen, wie rüstig und zionistisch ergeben dieser Nestor des deutschen Zionismus ist. Friedmann war schon ein Teilnehmer des 1. Zionistenkongresses und hat Herzis erste Bemühungen mit aller Kraft unterstützt Er bat cs verstanden, durch sein charakterstarkes und Hebenswürdiges Wesen nicht nur die Sympathien seiner zionistischen Mitkämpfer, sondern Respekt bei allen, die mit ihm in Be* rührung kamen, zu erwerben. Zu seinem achtzigsten Geburtstag wenden sich Herrn Friedmann die herzlichen Gefühle aller Freunde zu und wir wünschen ihm, daß er noch gewaltige Fortschritte der Verwirklichung seiner Lebensidee sehen möge. TranerlaU in Baase Sokolow Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir, daß Nah um Sokolow durch den Tod seines Sohnes Heinrich, der ln Berlin Im Alter von 45 Jahren starb, einen schweren Verlust erlitten hat. Aus diesem Anlaß sprechen wir Präsidenten Sokolow, der in Berlin weift, unser wärmstes Beileid aus. Die Zionistischen Organisationen in Deutschland, sowie alle zionlstischen Institutionen, wenden der schwerbetroffenen Familie Sokolows aufrichtiges Mitgefühl zu. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. d. M., um 2 Uhr nachmittags, in Weißensee statt. Maslk ״Der Dybuk“, ein Orchester-Vorspiel von Bernhard Sekles, wurde von Kleiber in seinem vierten Sinfoniekonzert in Berlin erstaufgeführt — Dzs Jüdisch-Magische des Gegenstands ist symbolisiert durch di« Zwangsläufigkeit, mit der alles musikalische Geschehen um ein monotones, nigunartiges Moll-Motiv von Ostmato-Charakter zirkuliert Der romantisch-iliustratlven Dybuk-Musik von Joel Engel mit der leichtfaßlichen, weil nicht vom Ueblichen abweichenden Melodik, steht hier ein durchaus modernes, expressiosinfonisches Tonwerk gegenüber. — Bei Engel: eine Fülle lose aneinandergereihter Volksweisen; bei Sekles: ökonomisches Durchkonipoliieren eines Motivs von orientalischer Struktur. Engel hat die spezifische Dybuk-Atmosphäre, wie es dem Theater gebührt, an einigen Punkten recht exakt getroffen (oft sogar das ״psychische Lokalkolorit“). Sekles hat so etwas sicherlich nicht erreicht, wohl auch kaum beabsichtigt, wenngleich der Titel diese Richtung anzudeuten scheint Deshalb ist dieser Titel auch eher geeignet, den Eindruck zu schädigen, weil man tadurch etwa* anderes erwartet, als einem gereicht wird. Werte wie dieses sind aber noch aus einem anderen Gründe Interessant: sie überzeugen immer wieder, wie eng die Beziehungen von jütischer (auch orientalischer) Me'otlik und moderner Musik sind; aie reibungslos sich solche Thematik durch zeitgemäße Komposlionstechnik handhaben läßt und wie organisch beide miteinander »erwachsen. Alice Jacob-LoeWenson. Briefkasten der Redaktion A. Weiß, Graz. Im Anschluß an die Briefkasftnuotiz in unserer letzten Nummer verweise!» wir auf eine Erklärung in der von Ihnen angegriffenen Wiener zionistischen Zeiturg, aus der hervorgeht, daß es sich um eine» von der Redaktion jener Zeitung bedauertes Versehen handelt. Damit ist wohl die Sache erledigt. In Aller Kürze 1 llllUiMIWnmfWOT'f^ ■■II 1"■"1וחיוו Oberkommissar Chancellor erklärte einer arabischen Delegation, daß der Einführung eines parlamentarischen Systems in Palästina Schwierigkeiten religiöser und rateischer Art ent gegenstchen, er werde aber in kurzer Zeit eine definitive Antwort geben. In einem Gespräch mit den Rabbinern Aronsohn und Uziel aus Tel-Awiw sagte Sir John Chancellor, die Errichtung des jüdischen Nationalheitns erfordere dreierlei: Idealistische Hingabe, nationale Einigkeit und gesunde Wirtschaftliehe Basis. * Bei den Stadtrats wählen in Tel-Awiw haben sich auch 25 Araber beteiligt Zum erstenmal in der Welt haben auch moslemische Frauen ein Wahlrecht ausgeübt. * Am 2. Januar begannen an der Hebräischen Univer $ität in Jerusalem die Immatrikulationen für das neue Semester. Es meldeten sich 250 Studenten. * ln Warschau hielt am 1. Januar derBrithTrumpcldor eine Weltkonferenz ab, an der 260 Delegierte teilnahmen. Die Hauptrede hielt Jabotinsky. Am Eröffnungstage der Konteren? kam cs zu Zusammenstößen zwischen Brith Trumpeldor und linken Poale Zion. Die Polizei griff ein und nahm Verhaftangen vor. Für den 6. Januar war eine Beratung der leitenden Körperschaft der palästinensischen Arbeiterorganisation (Moazah) efnberufen. Der Magistrat von Jerusalem erließ ein Bettelverbot für die ganze Stadt. Die Jüdische Gemeinde von Jerusalem verlangt, daß in der Nähe der Klagemauer die alte Ordnung beibcha'lten werden. 41 im Monat November 1928 wänderten 247 Personen, darunter 185 Juden, nach Palästina ein und 3» Personen, daranter!60 luden, aus. } ln Jerusalem steht das Erscheinen einer neuen hebräischen Tageszeitung bevor, die von einer Gruppe früher der Redaktion des ״Doar Hajom" angehöriger Publizisten herausgegeben werden soll. Der Amerikaner Charles Crane, bekannt durch <ße Kings-Crame-Kommission, die 1919 im Auftrag WHsons Palästina bereiste und sich gegen die Balfour-Deklaratiba aas* sprach, war im Dezember ln Bethlehem Gast der christlichen Araber und erklärte, er hoffe bei seinem nächsten Besuch in Palästina eine unabhängige arabische Regierung vomrfinden. In der Kolonie Chedera überfiele« Beduinen pfUgdude Juden wegen anrebUcber Besitzstreitigkeiten. Die Bedmttea wurden verhaftet and dann gegen Kaution freljgelaasen. Der JÖ|feert»B; tylrit. au(:die Agitation 8 o 8J a «18 "״ ' ': י' •' ־ ' '’ " I Der im Beisein von Professor Brodetzklin Brünn Ende Dezember abgehiltene Delegiertentag der t sc he eh 0810watischen Zionisten begrüßte die letzten Beschlüsse des Aktions-Comitds, beschloß u. a. die Aufbringung von 10000 Pfund für den K. K. L. im Jahre 1929 und wählte ein Zentralkomitee mit dem Sitze in Mshrisch-Ostrau, an dessen Spitze wiederum Dr. Josef Rufeisen stehen wird. * Der neue rumänische Justizminister teilte dem zionistischen Deputierten aus Kischinew, Landau, mit, daß ein neues Staatsbürgergesetz eingebracht werden wird, wodurch die jüdischen Staatenlosen das Bürgerrecht werden erlangen können. : ♦ In New York erklärte Louis Marshall ln einer Ver- Sammlung, daß von 350000 Schulkindern In New York nicht einmal die Hälfte irgendeine Art jüdischen Unterrichts genießen. Es müsse eine neue Erttehungsfona zur Erhaltung des Judentums in Amerika genmden werden. ♦ Die Konferenz der Jüdischen Kreditgenossenschaften Polens in Warschau beschieß, eine neue Emission von 1500000 Zloty auszugeben. Die Wahl des neuen Vorstandes wird erst im Mal erfolgen. In der Silvesternacht kam es in Wien bei einer Veranstaltung des Bühnenklubs zu schweren antisemitischen Ausschreitungen, weil Mitglieder des in Wien gastierenden jüdisehen Theaters jiddische Lieder in» ״deutschen Wien“ vortrugen. * Der Untersuchungsrichter und der Staatsanwalt im Proresse gegen den jüdischen Studenten Halsmann in Innsbruck, der wegen angeblichen Vatermordes zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, sind ״aus privaten Gründen“ ate dem Gcrichtsdienste geschieden. Die Gruppe der Habimah, welche unter Leitung von Nahum Zemach in Amerika geblieben ist, gibt bekannt, daß sie von nun an nur an Wochentagen hebräisch spielen wird, dagegen am Sonnabend und Sonntag jiddisch. Als erste jiddische Vorstellung ist die marfka'ische Komödie ״Turandot von Gozzl vorgesehen, die noch vom Regisseur Wachtangow vor seinen» Tod für die ״Habimah" bearbeitet worden ist. Die Handlung wird nach Aegvpfen versetzt und der Prinz erscheint als Jude. Das ganze Milieu bekommt einen ostjudisehen Anstrich. Man befrachtet diesen Schritt der amenkanisehen Habimah-Öruppe als eine Folge des wirtschaftlichen Zwanges; die jiddische Presse stellt mit Genugtuung diesen Sieg der jiddischen Sprache fest. Die hebräische Sprachkommlwlon in Jerusalem veröffentlicht seit ihrer Reorganisation eine Vierteljahrsschrift, die den verschiedenen Problemen der hebräischen Sprache gewidmet ist. Bisher erschienen zwei Hefte und ein drittes wird »n kurzer Zeit erscheinen. Zu den Mitarbeitern der Zeitschrift gehören Prof. Klausner, Dr. Segal, Dr. Zifronl, Prof. Kraus, Dr. Masia, David Yellin, Prof. Kaminka, Bialik und andere. Die Koramission hat auch den ersten Tel! des hebräischen Wörterbuches herausgegeben, das von den Herren Schifris und Grünfeld unter Mitarbeit von Bialik und Joseph Tischler bearbeitet wird.

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