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Jüdische Rundschau · 1929-01-08 · Heft 2 (8.1.1929) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 2 (8.1.1929)
Date
1929-01-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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jUEpiSCHE RUNDSCHAU lernen!»mde ir hnhrn p־׳> Konternden' ’hr bthuiii! d>■ •eh(: C.-V .•Jugend und de* ״A eiteren-!her die Bedeutung der Schule, für n 1 *lit r he Jugend m dnßern. Red. Dir heutige jüdische Jugend befindet sich in eigenartiger Lage, In ihr lebt zwar der ״Wille zum Judentum“. Aber der Wiile findet nur selten einen Weg. Nur wenigen, die einem freireligiösen oder unreligiösen Milieu entwuchsen, ist der Sprung in die unverfälschte Orthodoxie möglich. Und nicht allen bedeutet schon die tätige Anteilnahme au dem Werk, das che heutigen Juden schaffen, die volle Erfüllung ihres Lebens mit jüdischem Inhalt: denn aus dieser Anteilnahme erwächst noch nicht die Verbundenheit mit den Vätern. Sie kann auch nicht erwachsen aus der Art, wie uns Jüngeren Judentum gelehrt wird. Men lehrt es uns entweder objektiv, kühl wissenschaftlich oder zeriasert in Kleinigkeiten. Wir aber wollen von utise• rem L e 1) c n und vom Leben unseres Volkes Israel wissen, öder man reicht uns einige wenige Brocken, meinend, die ganze Speise sei uns.unbekömmlich. Lind gibt uns so statt täglichen Brotes nur Süßigkeiten (״Grundideen des Judentums", ״prophetisches Judentum“), die allein genossen lins gegen die Erhabenheiten des.wirklich Großen stumpf machen. Ganz davon zu schweigen, wie.iel Schönes und Wertvolles uns dadurch ganz entzogen wird Darum ist für uns, die nichtzionistische Jugend, die ,,Schule der Jugend“ einfach eine Notwendigkeit. Hier wird der Versuch gemacht werden, einen lebendigen■ Zusammenhang zu jüdischer Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Denn nichts Jüdisch•,», aber auch gar nichts, ist der Schule fremd. Von alle« Erscheinungen des jüdischen Geistes und allen jüdischen Taten werden wir erfahren können. Und hier wird gelehrt und gelernt, nicht um Wissen aufzustapeln, sondern um uns unser jüdisches Leben auf bauen zu helfen, dessen wir mitten in der Welt so dringend bedürfen. Wir begrüßen die ״Schule der Jugend“ aber auch deshalb, weil sich dieEinheitderJudenunddcsJudentums aufs neue •bekunden soll. Die Gegensätze der jüdischen Riehiungen, die sieh liier zu gemeinsamem Lernen und Lehren zusammenfinden, werden g«*wiß nicht verschwinden. Aber abgesehen von dem menschlichen Band, das sich zwischen den ״Gegnern“ knüpfen wird, zwingt die Gegenwart des konkreten Lehrstoffes, von der oberflächlichen politischen Phrase ahzulassen und die eigene Meinung tiefer zu begründen. So wird die Aussprache der Lernenden• — und hoffentlich einst: der Wissenden — jene Auseinandersetzung unter den jüdischen Richtungen anbahnen, in denen der ganze Mensch eingesetzt wird, und so In ■gewandelten Formen die Diskussionen unserer Vater fortsetzen. Ernst Heinrich Seligsohn. Jfidiscbe Musik in der Schule der Jagend In der Schute der Jugend soll die jüdische Musik von ihren Anfängen bis zur Jetztzeit — besonders aber das Volkslied in seinen wichtigsten und vitalsten Exemplaren derjüdisehen Jugend zum erstenmal in sachlicher und lebendiger Form nahegebracht und ihre begrenzte und zufällige Kenntnis und Auffassung dieses Wesensgebietes erweitert werden, was auch gerade für das hündische Leben besonders wesentlich ist Es ist zu hoffen, daß an dieser Stelle ztlm erstenmal in Berlin ein Zentrum jüdischer Musik entstehen wird, geschaffen von einer Jugend, deren diesbezügliche Intensität sich In adäquater Fdrm auswirken ״V i'-iift׳i* ,res und Ausführliches zu flesin#׳ Alice Jacob-Loewenson, nächst erscheint, Thema bringen.) Wir brauchen ein ״Hans der indischen Jngehfl* Zwei Beweise für die Notwendigkeit unserer Schule: vielhundertköpfige Bedürfnis nach jüdischen Inhalten und das Fehlen jedes Bedürfnisses nach jüdischen Ansätzen in vielen tausend Köpfen. Nur Dilettantismus (in Erziehung wie in Politik) geht vom subjektiv-vorhandenen Bedürfnis allein ,aus; Verantwortungsgefühl zwingt dazu, Bedürfnisse zu wecken, da, wo ihr Fehlen strukturellen De- Sekt bedeutet Jede Richtung-, die das Jud entern erhalten öder, erneuern will (ob gesellschaftlich und politisch, ob kulturell, felstig, charakterlich, religiös) muß an den Fundus anknüpfen, as einmal ,,Organisch“-üewesene wieder zum ersten Stützpunkt lebendig machen. Das gemeinsame Hindernis jeder Richtung ist: das jüdische Vakuum im Westjuden. Der Eintritt in eine Jugendbewegung (gleichviel welcher Partei) und in die Jugend-Schule (aller Parteien) setzt schon eine gewisse Intensität voraus. Die Frage Ist aber: Was vermag solche Intensität in der Masse der Indolenten hervorzurufen? Das Jugend* Haus, das wir wollen, wird solche Wirkung ausüben. Es wird populär sein, täglich Scharen von Jugendlichen in sich hineinziehen und innen Gelegenheit geben, zwanglos Extrakte einer Vorstellungsweit in sich auizunehmen, die sie fesselt und ihnen Aktivität gibt. Rund um einen großen Versammlungsraum wird man täglich in den Nachmittags- und ,Abendstunden in kleinen Besprechungsräumen Unterhaltungen im Gange finden, in denen die ewigen und die aktuellen Fragen des Judentums iw handelt werden. Hier kommt es für den berufenen Lenker des Gesprächs nur darauf an, den Kontakt mit dem Rest einer gefühlsmäßigen Erziehung zu solchen Inhalten herzustellen und che erregendsten, eindrucksvollsten Materien zur Geltung zu bringen. So stellt sich der Impuls ganz von selbst ein, an der eigentlichen Arbeit der ״Schule“ teilzunehmen. ln den ersten Wochen jedes Semesters wird der große Mittelraum dadurch immer aufs neue populär gemacht, dab täg• lieh eine (öffentlich angezeigte) ״Veranstaltung“ ftattfindet: Vorlesung jüdischer Dichter aus ihren Werken; jüdische Musik; Vorträge über Gestalten, Epochen, Richtungen unserer Oeschichte, Literatur, Philosophie; Rezitationen, Aufführung von Dramen — auch durch die Jugend selbst — u. dgl. Die ernstesten, zentralsten Themata aber werden an; Freit,1gabend und Sonnabendnachmittag hier zum Vorfrag gebracht — und so, daß sich eine Aussnracfie anspinnen kann. Diese Aussprachen nun werden in kleineren Kreisen — an bestimmten Wochentagen vor dem Unterricht — fortgesetzt und immer wieder anfgenommen, so daß es schließlich dahin kommt, daß die־ Besprechungsräume täglich belebt sind und jedem zufällig Hihzutretenden Anregung bieten. Die große Halle dient auch za Massen vers .3111 ונו I u n - g e n, allgemein zur Geselligkeit, und zur Veranstaltung von Feiern und Festen. Und hierbei wird sich allmählich unter dem Einfluß der Schule und ihrer Arbeitsgemeinschaft von Führern, Helfern, Dozenten eia eigener ״Minhag“ herausbilden und vielleicht so etwas wie ein Vorgeschmack eines neuen ״jüdischen Milieus“ da sein. Altes dies, so präliminar und bloß-attraktiv es erscheint, kann unabsehbare Bedeutung gewinnen. In der Form der planmäßigen Improvisation wird hier die besonnenste Arbeit geleistet. Sogar Unterhaltung und Spiel stellt sich dann als erste Stute des ״Lernens“ und ״Lchrens“ heraus; hier ist nicht nur der Vorhof des Arbeitens, auch sein erster Auswirkungsraum. Hier ist das geistige Milieu, in dem sich ein ernsthaftes Gesprich mit Angehörigen anderer Parteien von selbst ergibt. Die Auseinandersetzung wird auf solchem gemeinsamen Boden vornehmere Formen annehmen, ihr Inhalt kann sich vertiefen und dadurch allein schon ihre Atmosphäre sich ״entgiften“. Das Milieu repräsentiert sozusagen eine höhere Einheit des Judentums 11*1 schärft so das Gewissen für seine Zukunft. Mitbt eine Klubwohnung, nur ein ansehnliches Haus — mit (icselRchafts-, Lese- und Arbeltsräunien, mit Platz für Bewegtmg und Sammlung — ist imstande, die Majorität der jüdischen Großstadt jugead wieder in den Bannkreis des Judentums zmückzuf!ihren. Daß es Menschen genug gibt, die diesem Ziel ihre testen Kräfte zu leihen gewillt sind, daran besteht gar kein Zweifel: man muß ihnen nur die äußere Möglichkeit dafür bercitstdlen, Erwin Loewenson. Das Programm (Januar bis Mlrz!§29.) Der neue Abschnitt in der Tätigkeit der Schule wird durch eine öffentliche Veranstaltung eröffnet, deren Termin noch bekanntgegeben wird. Das nachfolgende Programm erfährt noch Ergänzungen. I. ffebrSlsch. a) Ein Kurs für Anfänger, zweimal wöchentlich zu IG Stunden (Text, Leiter und Zeit werden noch bekanntge• geben). b) Kurse für etwas Fortgeschrittene. (Vorausgesetzt: Lesen, Schreiben, die wichtigsten Elemente der;rammatik, etwas Wortschatz.) Dr. Carl Frankenstein: 1. Kleine Midraschim; vokal!• sierter Text, Montag, 8—10 Uhr. 2. Neuhebräischer Text; nach Verabredung. Montag, Donnerstag, 6—'V»8 Uhr. Alice J acob-Loewenson: Mosche’s'Geburt (Ex. I8--I1JS). Dienstag, 6—1,48 Uhr. Dr. Ellen Litt mann: Fortführung der Lektüre von Jtphtach (Richter XI), danach: die Peßach-Haggadah. Donnerstag, 1/!9—1/3II Uhr. Walter Mecklenburg: 1. Josefsgeschichte und leichte Liedertexte; Dienstag, Donnerstag8—61,4 ׳ Uhr. 2. Jaakow und Essaw mit Sprechübungen;Donnerstag, 8—10 Uhr. 3. Jaakow und Essaw (Parallelkurs); Dienstag, 8—10 Uhr. Dr. Moritz Spitzer: Ausgewählte Psalmen und frühe nachbiblische Dichtungen. -Montag, 1/86—Y*7 Uhr, Donnerstag, 1/26—7 Uhr. c) Kurse für Fortgeschrittene. (Bel Neueintreten• den Rücksprache mit dem Kursleiter erforderlich.) Alice Jacob-Loewenson: Die Opferung Jlzchaks in Bibel, Raschi, Midrasch, mystischen Kommentaren, in den Uebersetzungen von Mendelssohn, Luther und Buber-Ro• senzweig. Dienstag, 8—10 Uhr. Walter Mecklenburg: Einführung ln die Aggadah; Stamm• vitersagen. Sonntag, 5V*—7 Uhr. Dr. Moritz Spitzer: Achad Haam und M. J. Berditschewski (Bin Gorion). Montag, 3/17— 8 Uhr, Donnerstag, 7—8»/» Uhr. d) Oberkurs. ,- ^-־־ ״ Dr. Max Mayer: Der Aaftw'1 der («!*-"".וו« Darstellung für solche, die 'm Hebräischen bereits gh>._ Erfahrung haben. Im Anschluß: Lektüre und Besprecht!«!; eines zu vereinbarenden Tex,**. Dr. Joachim Prinz: Gebt• reicht über den Gesamtablauf der jüdischen Geschieh e. Heinrich Kuhn; Geschichte des jüdischen Altertum!. Arbeit*• gt meinschaft. je eine Arbeitsgemeinschaft über die hellenistische und die mo• deme Periode der jüdischen Geschichte werden noch bekanntgegeben. III. Philosophie. Dr. Oskar Wolfsberg: Gespräche über Religion. Erwin Loewenson: Der Pentateuch als Weltbild (Teilnähme־ nur nach Anmeldung). IV. Bibel, Midrasch und rabblnlsches Schrifttum. Dr. Leo B a c ׳; k: Der Prophet Jeremias (Arbeitsgemeinschaft). Siehe auch die entsprechenden Arbeitsgemeinschaften von: Erwin Loewenson (unter Philosophie), Alice Jacob-Loewenson und Walter Mecklenburg (unter Hebräisch für Fortgeschrittene). V. Soziologie der Juden und soziale Arbeit. Werden später angekündigt VI- Musik. Alice Jacob-Loewenson: 1. Gehörübungen zur jüdischen modernen allgemeinen Musik. Notenlesen und -schreiben. Rhythmus und Gliederung. Montag, 7(4—81/4 Uhr. 2. Artur Honegger: ״König David“ (Oratorium). Einführung durch Klavierauszug. Singen der einstimmigen Chöre. Montag, 81/1-101/4 Uhr. Für beide Kurse sind Vorkenntatsse nicht erforderlich. VII. Sondenreranstaltungen. 1. Regelmäßige Zusammenkünfte der in der Schulgemeinde zusammengefaßten Teilnehmer zur Besprechung innerer und aktueller allgemeiner Fragen. 2. Einzelveranstaltungen, die von Fall zu Fall angekündigt werden. In der ersten Märzwoche wird Dr. Martin Buber eine Arbeitsgemeinschaft leiten. Thema: Die Königsweihe in der Bibel. sowie detaillierte Mitteilungen über die einzelnen Kurse uno Arbeitsgemeinschaften enthalten wird, wird anläßlich der öfterst liehen Kundgebung vorliegen. Anfragen und Mitteilungen erbeten an: Sekretariat de, Schule der jüdischen Jugend, Berlin C 2, Rosenstr. 2—4. Die Vorläufer der ״Schule 44 Jüdische Lchrbaas ieiBd'SÄrit M.!likurn in die mußte, beenschaft und Kritik aa ״ luBf-'ubd׳,, gtetir die Gründung, die doe|»,‘:wp» rie der Bildungsstätten eiagertjtt w zeichnend, daß sie mit keinem Hymnus auf keinem Bildungsprogramm auftrat, sondern wissenschaftlicher Bemühung und an Bildungsprogrammen als Mittel, moderne Juden und Judentum zusammenzufü hren. Denn Literatur oder Wissenschaft, etwa die des Judentums, kann nicht zur Quelle jüdischen Lebens werden, wenn sie nicht selbst aus dem Zusammenhang mit einem jüdischen Leben erstehen. Fehlen ihr diese wurzeln, so müssen sie den ״buchstabenfrdcn Geist des Augenblicks“, das gelebte Leben gefährden, indem sie ״das Reich des Büchermachens“ über die ihnen erlaubte Grenze, eben ins gegenwärtige Leben hinein vorschieben. Um die Möglichkeit, die Errichtung, den Bestand dieses Lebens geht es Rosenzweig. Der ״jüdische Mensch" Ist ihm nicht nur das Ziel der Arbeit, sondern er ist auch sein Ausgangspunkt: der heutige Jude mit seinen Mängeln und Schwachen, er in seiner Unausgeglichenheit und der Paradoxie seines Daseins. Von einer wurzellosen Wissenschaft führt kein Weg zu ihm hin, von ihm her aber, von seinem heute noch so begrenzten Bezirk lebendiger jüdischer Besinnung führt der Weg — auch zur Wissenschaft, die durch eine lebendige Gegenwart ihre Kraft und Berechtigung empfängt. Aber der Weg führt noch weiter: zu einer Plattform jüdischen Daseins, die aus der Einheit von Gesetz, Kult und Hat« bestanden hat, bis sie durch die Emanzipation in ihre Teile zerfallen ist; auf diese Einheit war Wissenschaft und Lehre gerichtet. Und deshalb kann die Aufgabe nicht sein, sie an die Steile der zersprengten Einheit aufzurichten, sondern etwas zu tun, damit diese Einheit neu erwachse, aus der jene wieder sinnvoll werden. Dieses Etwas zu tun, ist die Absicht des Lehrhauses. Es bietet fürs erste nur ״die feeren Formen des Bereitseins, leere Formen, die sich selber und nur von selber füllen dürfen“. Also keine fertige Organisation van Pflichten, Aufgaben, Ideen, kein im voraus zu errechnendes Lehrziel. Nur den Anfang. Das Anfangenkönnen. Und es hat sich ein Doppeltes gezeigt: persönlich: wie stark der wirkliche Anfang zur Folge verpflichtet, und sachlich: wie mit ihm doch eigentlich viel über das nun nicht programmißig. verstandene Ziel erfahrbar ist. Hat man diesen ehrlichen Anfang gemacht, so kommt das einzelne Ergebnis gleichsam überraschend, — auch für den Lehrer. Aber: es ist nicht ein irgendwie doch willkürliches, konstruiertes Ergebnis, sondern wenn auch auf anderer Ebene, so doch immer in der Richtung. uralter Ergebnisse Hegendes, mit einem noch so kleinen Anteil am jüdischen Sein nun neu erworben. Und diese zweite Ueberraschutig ist größer als die erste. Die Kunst so zu beginnen ist zwar selten geübt (weil sie für dtu Wissenden zu unbequta und für den unwissenden וון bequem ist) und von den Methoden jüdischer Neuzeit restlos geächtet Worden; und dock ist'sie eine sehr alte und findet ihren schönsten Ausdruck bei Rabbi Jochanan: ״Die Worte der Thora werden nicht beständig♦, cs sei denn bei den!, der sich zu einem macht, der nichts weiß.“ Ein solche* Wort wird aus der Not der Zeit wieder geboren, mit der ganzen Mächtigkeit seines Gehalts. 1:3 tritt an die Stelle der Progratnme, die min im Angesichte der einen Richtung und des einen Zieles sinn’.׳'.‘', werden. Denn es handelt sich ja eben um jenes über das Verstehen der Lehre hinausgehende Best!«- digeverden in unserem Leben. Aus dieser Einsicht ergab sich die Wahl der Stoffe und die Anordnung der Arbeitsgruppen. Im allgemeinen standen die ־usammenfas.senden Darstellungen in Verbindung mit Arbciisgemcinschaften, in denen sic vorbereitet oder in denen sie Gegenstand der Erörterung wurden. Das goßt Publikum der Vorlesungen kam mit dem Wunsche, Ganzes und f ertiges vorgesetzt zu bekommen, pie eigentliche Lehrhausarbeit, die auf de« Fragen und Wünschen .und dem Vertrauen der Teil »iityehmit wjjrfc vdlzag In den Arbelfatgemeio ad: Vorlecungsbctrieb eingestellt wt Ei sei kurz angegeben, welche Gebiete bearbeitet wurden, 1921 gab Rosenzweig eine -Anleitung zum jüdischen Denken", dann einen ״Grundriß des jüdischen Wissens“ und las in einer Arbeitsgemeinschaft Cohens ״Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“. Rabbiner No b e 1 sprach über den ״Geist der Halacha“, dann über ״Goethe: Sein Verhältnis zu Religion und Religionen“. Nach seinem Tode wurde eine Nobel-Vorlesung am Jahrzeitstage zur bleibenden Einrichtung, ln der zweiten zum Beispiel wurde aus dem Manuskript der Rosenzweigschen Einleitung zu Cohens ״Jüdischen Schriften“ vorgelesen. Martin Buber begann mit einer Vorlesung ,.Religion als Gegenwart‘‘, handelte dann über die ״Urformen des religiösen Lebens“, ״Das Gebet“, ״Baalschem“, »Die Endzeit“, ״Der namenlose Knecht Gottes“. Daneben las er in Uebungen chassidische Texte, Psalmen, Quellen zu seinem ״Ver borgenen Licht“, den Jesajatext zum ״Namenlosen Knecht“ und die Gotteserschdnungen der Genesis. Eduard Strauß liest seit neun Jahren die Heilige Schrift. Außerdem las er eine ״Ein führung in die Philosophie“, handelte über den ״Propheten“. ״Dante‘ und Über Themen des Neuen Testaments und der Ge schichte des Christentums. Uebungen über das Maithäusevan geliura wurden von Dora Edinger abgehalten. Ems: Simon sprach über die Zeit ״Von Mendelsohn bis Herzl“, über ״Juden־ und Judentum in der deutschen Geschichtsphiloäophk des 19. Jahrhunderts“, ״Grundkräfte des jüdischen Staates“ (mit Lektüre des Buches Scnmuel), dann zusammenfassend über di־: ,,Hauptepochen der jüdischen Geschichte“. Historische Voilesungen wurden auch' von Leo Löventhal unter dem Tit.' ״An der Grenze der jüdischen Geschichte“ abgehalten. Richard Koch hielt Besprechungen jüdischer Fragen ode: jüdischer Werke ab, Leopold Merzbach Unterhalten« über Wirtschaftsfragen und jüdische Wirtschaftsethik. — Nathan Birnbaum besprach vom Standpunkte der lieber lieferung ״Wesen und Wesentlichkeit der Form im Judentum“, Eugen Meyer und Adolf Frankel jüdische Traditio י und Gesetz. — 1922 hatte Rudolf Hallo ln Vertreten;) Rosenzweigs die hebräischen Einführungskurse übernommen und hielt Vorlesungen über ״Aegypten im Zeitalter des Auszugs“: ״Palästina im Zeitalter der Eroberung“, ״Babylonien im Zeit• alter des Exils“ und über andere Themen aus der Altertums künde und Sprachwissenschaft. — Rabbiner Salz berge!׳ sprach über die Formen des Gottesdienstes, über die Bibel und ihre Kritiker, das jüdische Haus, das jüdische Jahr, hielt ei«׳ Vorlesung über ״Die jüdische Erneuerung im Spiegel der jüngsten Dichtung“ und Uebungen über Psalmen. Rabbiner Diene in a n n sprach über die jüdische Legende, Rabbiner B a e c k übe: ״Gottesdienst und üottesliebe“ und Rabbiner May über ״Talmudische Charakterköpfe“ und später über die Weltanschauung' Ibsens. — Agnon las aus eigenen Werken, Gerhard Scho• lep hielt einen Kursus Iber den Sohar ab, J0Sfp.lt J. R i v 11 n hebräische Besprechungen über die Zeit des Tau muds, den Kusarf und die Geschiente der hebräischen Spreche Henrik Landau las Quellen zur Geschichte des babyioni• sehen Exils,, fern«• Bachjaund Achad Haam. — Erich Fromm handelte über das Kariertem, Leo Strauß führte in die Philosophic Cohens ein und las dessen ״Religion der Vernunft“, spiter Spinozas ״Theologisch-Politischen Traktat“. Carl Gebh a r d t sprach über Leone Ebreo, Uriel da Costa und Spinoza — Ueber das alte Palästina und die Probleme des neuen spräche! Fritz Sternberg, Alphons Pao uet und walte Fischei. ErnstSchwarz hielt eine Vorlesung Idstein Rasse“, Julius seiner Gestalten“ liaß“. — 1923 Einarbeitung a״gn(li che 1 mittdaltcriidup Zeit kam man , Der Judenhaß in»•

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