Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1929)
- Date
- 1929-01-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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*T/f 1*U VBchmmmer 0Jt3 f Aktion undV«rl|g Berlin W!5, M«iaek®*|raö# 10. Er*ebeiat ” ׳«■ DientUg und;#|1|ן*|,_ Bcntf* OTtii M dar Expedition 1 tnatllch 2,~ 'CkAüiäfS.!W<irif»|it1rlIel». 5,15 Goldmkrk. ״* י«atwran.«.וי• .«״•** i*’ Wahn»* d.r •Mn** Wed« b*««k־.». Nummer 2 BeiIin, «. I» 1929 Aaxeigen -Verwaltung Jfidiach• Rnd1e|ut16<a>fc>8*BdiaV15, Meinekestr. 1© Talapboei Amt Bt*«arclc 2165— 70. ׳ Aueif «apnisi• («pilLNaepd^BMMä* #»Äß.*M.$le8«agei«14«9,li Q.-M. Aju*i|M1eUat< Ptj»j• |«<»,| j|4 ff»j,t> t int■!!I*g• 4 Uhr. Telephons Btomarek7״lil־»'f®. ^fc‘l*ck*#k'©Blo* Hirtin Nr. 17392 Ft» 0Mt*»r«iefcJ PoMwtrtiMHtfiv $ H. fcoato K», itfCM. F8»T»eb«fca*J*»»ke־׳ n«t»&*rtn• ■ ■ •. "11״aHl,9MM Für Pal•■: W«r»el1ifc iSOTOft RedaktionsscMuB Sonotfc'f j1»d Mitlw׳i|p |f'ch־mitta|. חיס״ט ««ו Ilowinwm «r««r«b> >0r d■! füdlacit• Voll! dl• Sctiaffunq •In«!■ ÄffünHlf*»■ r«cltfll«l1 •••«*!•**••ו H«lmstlH• In •«li«Hn«. Fon der großen ()Öffentlichkeit unbemerkt, hat in Berlin vor kurzem eine neuarlne Institution, ׳ihm Arbeit begonnen. Die jüdische Jugend aller Kehlungen hat sich;u immengetan, um ein geistiges Erbe wieder zuerobem, dm in einem Jahrhundert der;Umnilalion verloren gegangen ist. Die in Deutschland ׳auf 'gewachsene jüdische Jugend aus bürgerlichem, assimiliertem Milieu, hat keine jüdische Bildung genössen. 'Aus- 1^sprachen. oder unausgesprochen hatte die vorhergehende Generation ,die Tendenz, ihre Nachkommen am den jüdischen Bindungen, die sich im praktischen. Leben nur,ob Hindernis erwiesen hatten, allmählich loszulösen; sofern sie das Judentum bejahte, begnügte sie sich mit einer verblaßten, nach fremden Modellen zurechlgezimmerUm Rtbjion. Es kam aber anders, als diese Generation, der Aufklärung gemeint_ hatte.!1% als Erleichterung dm Lebens gedacht war, wird von der Jugend ah Erschwerung . empfunden; durch die Unterbrechung der Kontinuität des historischen■ Bewußtseins 41 Jen jungen Menschen, die das Judentum wieder ab Realität in sich entdeckt haben, ihn■ Orientierung in der Welt erschwert. Sie wollen sich dm Judentum wieder zu eigen ,!!//י ben. Du: große Wendung des jüdischen Schicksals um die׳ Jahrhundertwende; das fin.-dzen der jüdischen Renaissance-Bewegung, deren deutlichster und konsequentester?reger der Zionismus ist, hat in der jüdischen Jugend von heute Bedürfnisse geweckt, ׳,eien Befriedigung man nicht vorbereitet war. Viele Abtönungen gibt es innerhalb f'ifMr jüdischen Jugend. Nicht alle gehen so weit, wie die Chniuzim, die ihr ganzes Lehen darauf einstellen, Diener des nationalen Erneuerungswerkes in Erez Israel zu •״ui: aber charakteristisch ist die Bejahung des Judeseins, die, heute weit über die wmistischen Kreise hinaus Tatsache geworden ist. Mag auch dieser Teil der Jugend — ן׳» berechtigten oder unberechtigten Gründen — steh der zionistischen Gemeinschaft auch er wird ■nicht leugnen, daß der Zionismus den Anstoß .zur jüdischen . Selbstbesinnung gegeben hat. Andererseits. genügt mich, das zionistische Bekenntnis nicht, um sich ah Jude zu orientieren. Die K e nnlnis des Judentums ist die wichtigste Bedingung, um das Be.kenntnis zu ihm von Phratenhajiigkeit und Leere zu befreien; Kenntnis der hebräischen Sprache und ihrer Literatur, der jüdischen Geschichte und des jüdischen ■Denkens .ist wichtigstes Erfordernis für jüdisches Leben, für Pflege ■ lebendiger. Beziehungen zu Palästina, das ah jüdisches Zentrum zugleich nehmend und gehend ist. Darum׳hl jeder Versuch, die Lücke der jüdischen Bildung auszufüllen, eine'״ Tat von weitreichender Bctlcufung. Wir grüßen die Konferenz des ,,Ilechaluz", die in Zossen gerade tagt; und wir begrüßen jeden Versuch einer Stärkung des füdisehen Bewußtseins,, des Aufhams eines lebendigen jüdischen Hinterländern, Die ■,Schule der Jugend.“ ist heute freilich erst in bescheidenen Anfängen. So sehr man diesen Erfolg wünscht, kann man doch heute noch kaum beurteilen, ob der Eifer von Dauer sein■ wird, ob der Versuch wirklich gelingen wird. Viel hängt ah von ׳' dem Wohlwollen■ und .der Unterstützung seitens der älteren Generation und ihrer ■ Institutionen. Es ist erfreulich, daß die Jüdische Gemeinde Berlin für die Bestrebungen der Jugmd Verständnis hat. ׳Aber wie immer die Zukunft der Schale sieh gestalten. .möge,'es erscheint um ein Ereignis mn bcachlemwertestem und symptomatischem Rang, daß hier am eigener Iniliulicc der Jagend die Forderung nach mehr Judeni u m erhoben worden ist. Wir kommen daher gern dem Wunsch der Veranstalter nach, einer größeren Oefferitlichkcit von ihren Bestrebungen Kenntnis zu geben uni haben mehrere' der Beteiligten gebeten, in kurzen Worten sich über die Tendenzen und Zieh: der Schule zu äußern. R. W, Kosmos des Jüdischen Den Anschluß an das Judentum konkret,zu machen, diese 1ufgäbe. beschäftigt, heute alle Teile der erwachten jüdischen;ugend. Die jetzt feftad־h«vort»k*l»*le Schute, der jüdischen׳ Die Vorgeschichte Der Gedanke zur Gründung einer Schule' der Jtige innerhalb eines Vortrages, den ich fm Rahmen einer V« der- Bei IfBir•!;freie»;־VT " 1 •״ej!Ml c!e SifÜj ׳ Eia fnjrten Winkel der Pcrs s ''׳Juafepttvif anfasselid,' n»!1liltp ‘,Lernentifeti erreich®!, 4. ׳/,!i»it dem:׳i||§l4.st®il«ch voridigic »Ml Fiebern wird eine besondere Stoffauswahl durch das besondere Ziel der Schule gerechtfertigt Eine besondere Aufgabe der Schule 5a noch skizziert ־5י Ist schon eingangs gesagt worden, daß ehe besondere fugen ”"״ ־־"י -- lip |#; - -■-״׳■ ״■!fl inafrlill ffr zu dl ׳ J-ehrliii ׳•erqjlti 'den. ■ fest unjichflefifn«'»»"’, ׳.,Gtealen ״fe'.d|f;;Ps ' '.ÄlNm ndipiSe‘ _ ׳lebÄÄ‘' In $9;4 I zet!. ׳ sic;Mm Ff ' TOft sein?'tiW W••י*״- •«|איי»«י*וי ״ |itgeniwll»1״ deig _ Kat dte'er׳'jteind er steh auch׳ in der Ommii!derer Schule inneritalb des deut- > dieses Fora® <fer einigen Joachim Fr-fß &*־ I m .;*»־ «sa, lisch i>׳crö (4׳S:: zkelf® «ind zum Gehen Slnpf• *apdere®,, Jfe' lea, _ -■ ׳ Dle#e ״!:Äfieii am- .tme 'der; v׳<Jer;׳Bisk («ns ז Comitei fÄttffässung weitere |ih *^fc> wljd ■hä, ’*tud- ABl'dieifa2 ־► '"10:1 hen׳;:Gerw!atlc«K?«it ge» 1pen-׳der:;weftchlfien't»f| ׳en '׳tuiliehr ־*JÄ:.'#rf''““’' leruffl ,eine ,deC.-öirg W|lf ׳׳slejrt' iberecbigt"׳zu Natur am voiÜE ׳fm, Ne§»!|B)bcr, den dringendsten jfr ifcde entsprechend, mit Hebräischeinem Musikkurs) an. Trotzdem die zl<H . lebrälsd! bei sich betreiben, und daher! r■ itrtifhst ־keinen Gebrauch־ ׳««achten, ׳ktme»־ rse iuÄÄie,'' wie Teilnehmer koisateu etwa ,zur Hälfte . Rest von, den ״Kameraden“, ״*“ und der oder zunächst in nur- '(auch nil^den׳ Anfängern) vom Text ausgegangen un| es gibt Kurse rfJtCfeSritiene, die schon in weitem örpang: ׳oder überf"den Charakter «»",Saehkursea bahe|. ׳ : hier gesammelte«, ־sinpen opä1ttis%ch.־״ nzentration der Schilf Tn'einem H*u^t; ihr ׳erweiterter ־־ und das gute,־ ^eivlssen, mit:'• dem־ Met. zuerst daran en wird, die, bfettäf-ScWchten, ,der jüdische» Jugend,; Inahme'an Ihr. a'uffikffen, sind diV Voraussetzungen, auf J •litf Uebej-ze11gup^#^|«B1l:Ji|||ZaPeomi8ig guten;?’ liÄir: llnowet, f§[rets0׳'der sw״: ,Und 1c ■ durch* m , ssttzuhg eutsames dar 1׳:Mbn*te «äah,"־lfc,־*ich upgen nserer* den •5'd|t*rfel1dann iceKlen,׳. Versucher I z« r. der K , 0, d|B .ifert hätten,׳ selbst wenai-^t/ BllÜglidi gewesen wäre. ׳־־־;^ S# ׳EÄ|/f. Kommission' kristaBislerten ־ IppB Ä'-o^»r,die Methode der;ÄI ^:־'•׳^ unseriEMecke besonders jpt IÄtJa1B1en,fs4iese ,eil|«lniw Referht ifesliöMsltzuBfen/ auf 'das eihfehendsfe ׳ ber«^#' gesptoÄ'e* ־ tiiiien., In ״einer, öffentlichen .Sita»n|| eine erneute Darlegung der von; uns vorgescS«eHä d,en ,stattgefunden, ®lese׳• MmoQt *tM Ä׳ gru»! •ätwohl P«1 der׳Meö10de:der. Vp]l|ShfyMcljpfe;״w,1i*l der Methode״ der Ibllche«׳ '.Schüfe ׳«Mt .. ך ־״־־«!! unserer Meflj^le-־:sep:1^|׳ts^Ä".־״;T«:*fi|;',*ebrifche ist z, eine ׳neu^40w0M:־tÄ|:'|ffliw«f:׳cif»|״*;^!|«ch von! Cheder- ״lernen p»seitr.'IegeÄ*Meih«Ä ,ausgfaafelfet wojdfj. . A«ch•.:־die׳ A״B*1׳f»?1häT׳..uB־«׳־erfr;':S''toffe biärffte «hier■ besondere« A«Mna«Ä־s#t»1nj|» GrundilMich sol & ־der , Scfmle der jMeai:d#S"-ges*mte ־Geblet-.der jüdischen ®ldung' :gehen: werfe«, ־׳ Aber. Inneitaib: dieser Stoffe, gibt te eine, »sondere .׳ÄÄw»h|, von den ׳'besonderen Z#ecken utp'^uf*״• , gaben״.derfSAtlle: diktiert,׳ Innerhalb der jüdischen Ges! §"JBk »«den ־«ns — neben einer allf«1ae1ne01|^»efs| .׳#|fctf«, die Epochen ־interessieren, dje־ wii־: lif :,fge| ־',aeg<|i£p«ll*11׳.,nenBen,“EpocheBl in denen sich jip(sch« .,turf0t׳'־a«sei.n־a11iÄ1aset»«׳l1atte mit anderen Kuiftir« ... solche.» ׳StslÄipJÄhfp»,־:׳wird״ uns we^eptiteh; jft»' setzung.'lsrpF^l'Jfeldentuni‘4 ׳ Judentum and Hetlenis{!»#, judmituin und arabischer Kultur usw. Auch in den ׳aaäßm*■ ■ ■• ״ ׳..,,Ä,:־־•־׳ •••:־« ־׳•־-»»*• » sß» kt erst eine Zeit vergangen,■׳seif der;Gedanke der,■Schule der jüÄcI^P^gend zum erstenmfd atisgenproeh?».. Worden ist. Und sciion scheint er von der jüdischen Jugend begriffen ,und ־• :f ■:•griffen zu werden, denn: es soll jetzt schon ,d'as״ zweite Trimestef;9^||:׳ehide־begi1tnen. ' .־־’, ־ ' ־ ־ ,, . , •., Der gegenwärtige AugenbBck scheint in .vleifaeher-Hi^tbl' "־־'fc#11 verwirklichen, die Jafgr'Zeit hia^rtdi ־ konnten. 'Eine ■Bereitsmaft'lfetder.plea’ pgration ist in verschfede«e«p1,;.SiMfe,"?Äbfr ^j^if>s.fest|1«tellen. in kurzer Zelt* und ohne be- ־Äeiten; ist■ es gelungen, den ״Jugendpflegeier ‘ jldisdiei ’ Oe«ueinae״ Berlin für den Plan der d«׳.־p littertssferen, diesen In das Arbeitsgebiet.des JagendgeiiissclMisses *Inzubeziehen uiid die ersten.,Mittel ,für die ffNÜdimhrung. des Planes zu erhalten. Zwar Ist die Raum- ■fßiP «fe:״Schttle“ noch nicht, gelöst; man wird skli fett «^zirelclwden Zwisc|i$15sungca begnügen missen, bis end-. ,Ich das neue Jugeh'd* und Gemeindehaus In Berlin efbaut sein und der ״Schifc“ Platz bieten wird; aber es.scheint : 'Silnem Aufbau,, seiner Lehrerschaft und seinem Lehrplan be- .stfatmtts Unternehmen bleiben kann, daß dieses schwierige PrÄbfem des Taktes und der Taktik in der Praxis befriedigend gifjpdst wurden Itann. Die Schule ־soll ein freies l .ehrltaus sein, aas aber, nicht nur finanziell, in der Gemeinde seine Fundamente hat i .. Auch auf der׳ Seite der jungen Generation ist eine sonst kaum gekannte Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zur Anteilnahme an der Schule fesfassteile««. Die Schule bringt schon heute eipfpebpter har in :Vertretc'rkörpersc!1a!ten . d»; |uge«1d vollzbgtnen Zusammenschluß, auf breiter Basis ein? '.-infeh'vor nicht langer Zeit ängstlich vermiedene Berührung der verschiedeüen Richtungen,' in aller Freiheit und ohne alle , Mitsionsversuche, aber doch mit der Möglichkeit der wesentliehen Auseinandersetzung. Und sie scheint. — hier kann die Prognose nicht vorsichtig genug sein —׳ das alte Schuldgefühl, . das jeder seinem* Mangel an jüdischer' Bildung gegenüber bei ,sich ausgebildet und gepflegt hat, sie scheint‘ ,dieses SchuldgefOhl In einfacher, Welse;aufzufciben oder zu verringern, in- .denl der Weg vom jüdischer! Wissen zur jüdischen Jugend;jJloteich ■ .gbfi§S||it und• ־g©|fii«ffc. WiA ׳, Ein doppelter Bann "säieiit gebroäieft:;der ״Zailbifpfeis, der die 'Menschen des Bipfcs von. der Umwelt:־abtrenife, und der Kreis, um den Einder ״zwischen ihm und' «fern Bezirk jüdischen Wissens ־fisi «nüberschreitbar gezogen war. Eine gewisse Bereitschaft also aut beiden Seiten: wir missen uns leise auimnehen und anhngen, diesen eigentümlichen Umstand zu Butzei״־•*— und wenn es geht — ihm Dauer zu geben. *־> Georg Lubinski f&fe. ״ "«בז