Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIV (1929)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1929)
- Date
- 1929-01-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1, 4.1.1029 glaubte, der wurde stark ernüchtert durch die unmittelbar auf die A,*C,-Sitzung folgenden Enunziationen, für die die Revisionisten-Konferenz in Wien charakteristisch ist. äf'scheint freilich, daß in der entscheidenden Frage, die diese Konferenz beschäftigt hat, nämlich der Frage einer selbständigen politischen Tätigkeit der Revisionisten und der Schaffung anderer selbständiger Instanzen zur Unterhöhlung der gesamtzionistischen Verantwortung, starke Meinungsverschiedenheiten im revisionistisehen Lager bestehen. Welche Richtung die Oberhand erlangt hat, ist aus dem Wortlaute der Beschlüsse nicht klar zu entnehmen. Wir nehmen aber an, daß sehr viele Anhänger der revisionistischen Partei ihr auf dem Weg der separatistischen Tendenzen nicht folgen würden und daß auch der Jischuw in Palästina sich dem revisionistisehen Versuch, ihn als Gegenspieler der Zionistischen Organisation zu gebrauchen, widersetzen wird. '* Palästina steht heute am Beginn einer neuen fruchtbaren Entwicklung, für deren Notwendigkeit auch der neue Überkoptnissar schöne Worte gefunden hat. Das Problem, mit dem wir seit zehn Jahren zu tun haben, Ist das der Auseinandersetzung mit den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes und unserer Arbeit. Das Aufbauwerk kann nur dann Bestand haben, wenn es in einer gesunden wirtschaftlichen Realität verankert ist. Diese einfache Tatsache mußte sich erst allmählich durchsetzen In einer Bewegung, die in ihrem Ursprung von der reinen Ideologie ausging. Achnlich ist es noch heute in manchen politischen Fragen, wo Fest- Stellungen, die nach einigen Jahren als Selbstverständlichkeiten erscheinen werden, heute heiß umkämpft werden, z. B. die Feststellung, daß in Palästina stets Juden und Araber mit annähernd gleichen Machtverhältnissen zusammenzuleben haben werden. Die Gesundung der Anschauungen kommt allmählich aus der lebendigen Wirklichkeit. Wenn wir nur erst wieder Fortschritte des Aufbauwerkes sehen, neue Einwanderung, neue Siedlung, Produktivierung des Volkes und des Landes, ehrliche kulturelie Leistungen, dann wird schon das natürliche Leben falsche Vorstellungen korrigieren und in der Masse des ,unpolitisch dahinlebenden Volkes ein neues natürliches Lfbensgefühl schaffen. Die Zeit ist schlecht gewählt zur Lanzierang von Schlagworten einer veralteten Terminelogie, die keinen realen Sinn haben und nur das Gefühl für das Ethos unserer Bewegung irreleiten. Und warum sollen wir unseren Weg dadurch komplizieren, daß wir uns In Netze verstricken, aus'denen wir dann, mit vieler Mühe.'befreit werde# missen? Das nächste Jahr muß ein J^f;.dje1'.^'»|׳«finr(fer ^sammelten zionistischen Energie, d«nit wir utd£ta Phrasen, aber in ,Wirklichkeit ehj Stück Deutsches Kapital In PaMbtina (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) A, O, Tel-Awiw, den 21. Dezember 1Ö28. Als die Zionistische Exekutive in diesem Jahre Von der Palästinaregierung eine Anzahl von Zertifikaten verlangte und damit die Periode der Arbeitslosigkeit und der Einwanderungs« sperre als abgeschlossen gelten konnte, gab es nur einen größeren Arbeitsplatz, der bereit war, neue Menschen aufzunehmen: die Pflanzungskolonien. Denn das war die Stelle 4er palästinensischen Wirtschaft, die •ich in den letzten Jahren in raschem Tempo entwickelt hatte und stetig neue Arbeiter absorbierte, Ns die überwiegende Zahl der Un* tätigen aufgesogen war und sich neue Arbeitsplätze für die Einwanderer öffneten. (Wir haben in Nr. 99 aus der Feder von Dr. Wilhelm Brünn eine Darstellung der Wirkung der neuen Pflanzungen auf den Arbeitsmarkt gebracht. — A. d. R.) Die neuen Orangenkulturen konzentrieren sich in der Hauptsache an zwei Punkten: im ״Saronblock“, der die Reihe der neuen Kolonien in der Umgegend von Tel- Awiw umschließt (Klar, Saba, Magdiel, Herzllah, Raanaa usw.) und nördlich die Gelände von Samaria in der Umgegend von Chederah, Benjamina etc. Während ■im Süden eine ganze Anzahl von neuen Kolonien in den letzten Jahren entstanden ist, schließen sich' in Samaria die Gelände der Neupflanzungen fast überall an die bestehenden Kolonien an. Man kann dort kaum unterscheiden, ob es sich bei den entstehenden Plantagen um Ausläufer der bestehenden Orte oder um die Anlage neuer Siedlungen handelt, m schließt sich hier Altes und Neues aneinander. Die Kolonie Chederah hat wie die meisten der ״alten“ Kolonien in den letzten Jahren eine bedeutende Entwicklung aufzuweisen. Ueberall werden neue Bodenflächen für C! t r u 8 - k u 11 u r e n vorbereitet Die schön gelegene Kolonie mit der Aussicht auf die Berge von Samaria und auf das Meer macht den Eindruck einer dauernden und stark vorwärtsdrängenden Entwicklung. Jetzt zur Zeit der Orangenernte stauen sich auf dem Bahndamm der Station, die seit kurzem durch eine gute Chaussee mit der Kolonie verbunden ist, Berge von Orangenkisten, die auf ihre Verladung warten. Und in wenigen Jahren, wenn die neugepflanzten Plantagen zu tragen beginnen, wird sich die Quantität dieses Produkts noch erlieblich vermehren. Ueberschreitet man die Eisenbahnlinie nach״der Richtung, die von Chederah fortführt, so gelangt man nach kurzer Fahrt in ״Neuland“, d, h. in ein Oebiet von frisch angelegten Pflanzungen, wo man dicht sehen kann, wie sich diese Öegend in zwei Jahren verändert hat Neben brachliegendem, mit spärlichen Grasbüscheln bewachsenem Boden, der, primitiv bearbeitet, nur geringe Erträge hergab, lange Strecken von sorgfältig amelioriertem und gepflegtem Gelände, wo in unabsehbaren Reihen die jungen Citrusblumchen ausgerichtet stehen. Man hat es hier greifbar vor Augen, wie Kapital, Arbeit und Organisation in wenigen Jahren aus primitiv, ausgenutzten Flächen die hochwertigsten Kulturen heraushoien. An Chederah schließt *feh •ein weites Gelinde, die Rabiah, die gegen 22000 Dunam amfaßt. Der größte der Rest yon einer amerikanisch« Gruppe erworben Ist. Das Gelände stößt an die Böden von Karkur und Benjamina und fügt der von Juden bearbeiteten Fläche In Samaria eine« neuen riesigen Komplex zu. Hier in der Rabie, U/s Kilometer von der Station Chederah entfernt, hat die ״Jaffa Plantations Ltd.“ 600 Dunam gekauft, von denen, sich gegen 80 Vo ausgezeichnet für Orangenkulturen eignen. Hier ist also die Gelegenheit geböten, das größte privatkapitalistische Wert« zu betrachten, das bisher von deutschen Zionisten in Palästina gegründet wurde. Die Böden der Gesellschaft grenzen an ein Areal, das einer privaten Pfianzergruppe gehört und sind einen halben Kilometer von den Häusern entfernt, die die Pica jetzt In der Rabie für die Ansiedlung einer Anzahl von Arbeitern anlegt Man spricht davon, daß die von der Regierung geplante Chaussee Haifa —Jaffa durch die Rabie führen soll und hofft daher, neben der Eisenbahnverbindung über Chederah noch eine bequemere und schnellere Verbindung sowohl mit Haifa wie mit Tel-Awiw zu bekommen. Heute besteht in dem Terrain, ebenso wie in Chederah noch Malariagefahr, jedoch hat die Pica bereits die Konzession zu Drainage in der naheliegenden Sumpffläche erhalten, so daß man annehmen darf, daß auch diese Schwierigkeit sich in den nächsten Jahren wird beheben lassen. Die ״Jaffa Piantations Ltd." wurde im Jahre 1926 durch die Initiative von Dr. Brünn (ihrem jetzigen Direktor) und Dr. Pinn er, ihrem Vorsitzenden, begründet, ihre Ziele ähnelten ungefähr dem der alten Pflanzungsgesellschaften (Agu* doth Netairn). Sie wollte Kapitalisten die Anlage von Geldern auch in kleineren Beträgen, und zwar auf einem erprobten Wirtschaftsgebiet, dem Oradgenbau, ermöglichen, Plantagen für Leute anlegen, die erst dann übersiedeln, wenn die Pflanzungen Frucht tragen, und in der Zwischenzeit Sich ihrem alten Berufe in Europa widmen wollen. Und schließlich hatte hier jeder die Möglichkeit, sich eine Orangerie sachgemäß an- ■ legen zu lassen, der nicht selbst die Fachkenntnisse für diese Arbeit besitzt. Sobald die Plantagen tragen, kann der Aktionir seinen Anteil übernehme« (die Verteilung wird dann durch Unparteiische durchgeführt) oder sie von Verwandten übernehmen lassen. Die Gesellschaft beabsichtigt für £!000 Aktienkapital zu liefern: 10 Dunam tragende Orangerie, 10 Dunam unbepflanzten Boden und S Dunam Bauplatz. Bisher haben sich die Arbeiten im Rahmen der Voranschläge gehalten, die faltigen Zahlungen sind pünktlich eingegangen. Die ״Jaffa Plantations“ waren in einer Aktienhöhe von £ 40000 gedacht, well mit diesen Mitteln bereits ein Großbetrieb mit all seinen Vorteilen (einheitliche Bewässerung und Bearbeitung) geschaffen werden kann. Bevor die Geldaufbringung in Angriff genommen werden könnte, mußte der Bodeiikauf darchgeführt werden, um den Aktionären ein reales Projekt vorlegen zu können. Die Auswahl und Erwerbung des Areals nahm unter den schwierigen palästinensischen Verhaltnissen fast ein Jahr in Anspruch, im Jahre 1927 wurden die ersten £ 20000 gezeichnet und die Gesellschaft bei der Regierung registriert Im Frühjahr dieses Jahres kamen weitere große Zeichnungen hinzu, so daß das Aktienkapital auf seine volle Höhe, nämlich £ 40000, abgerundet werden konnte, und es besteht *die Absicht, das Kapital jetzt auf £ 50000 zu erhöhen. Davon sind bisher £ 38 000 aufgebracht, der größte Teil davon in Deutschland, der Rest in Holland, Schweden und Palästina. Ein Teil de! Aktionäre hat die Absicht, später nach Palästina za überetedeln und die Pflanzungen zu übernehmen. Die Gelder sind In Raten zu zahlen, und zwar in einer Abstufung, die sich aus dem Kapitalbedarf bei der Anlage von Plantagen ergibt: und zwar 40 während der ersten zwei, der Rest während der drei folgend« Jahre. Ein Besuch In den Plantagen zeigt den rasche «Fortschritt und den Erfolg der Arbeit seit ihrem Beginn. Man findet 110 Dunam bereits bepflanzt, sorgflltig eingehegt, ein endloses Feld kräftiger Blümchen. Eine Baumschule ist angelegt, in der die Pflänzlinge für weitere 400 Dunam herangezogen werden. Hier wird eine neue Methode angewandt, die bisher im Lande nicht Üblich war, iq Ländern mit entwickeltem Obstbau jedoch allgemein geübt wird. Die Wildlinge werden bereits in der Baumschule veredeit, nicht wie sonst üblich an Ort und Stelle — und dadurch wird die Zeit, bis sie Frucht tragen, um ein JäW reduziert. Die Plantagen, die dieses Jahr gepflanzt werden, sollen also zu gleicher Zelt Ertrag bringen wie die im Vor- Jahre angelegten. Die Wirksamkeit dieser Methode kann man in einer benachbarten Orangerie beobachten, die dem technlschen Leiter der Jaffa Plantations gehört und wo bereits sämtliche Bäume vor dem Auspflanzen veredelt wurden. Der Versuch scheint sich dort durchaus bewährt zu haben, und damit wäre die Möglichkeit gegeben, ein Jahr früher einen Ertrag von den Plantagen zu gewinnen, was die Orangerikultur des Landes einen großen Schritt vorwirts brächte. Neben der Baumschule findet man den Brunnen, der die Pflanzungen mit Wasser versorgt Im kommenden Frühjahr sollen zwei weitere Brunnen gebohrt werden. Die Wasserverhlltnisse liegen günstig (Wasserspiegel stellenweise nur fünf Meter tief)- Zur Zeit wird ein einheitliches Bewässerung»- System für den ganzen Komplex vorbereitet, und es ist beabsichtigt, die Brunnen elektrisch zu betreiben. In Chederah erwartet man nämlich, daß die Ruthenberg-Werke ihre Strom- Heferung bis zum Sommer 1929 bereits bis Chederah durchgeführt haben werden. Die Jaffa Piantations hofft durch die Elektrifizierung der Brunnen erhebliche Investitionen zu sparen und eine Vereinheitlichung des Betriebes zu erzielen. Der Fortschritt der Arbeit zeigt, was Kapital, gut organl• rierte Arbeit und sachverständige Leitung unter einigermaßen günstigen Verhältnissen in Palästina zu schaffen vermögen. Der technische Leiter der Gesellschaft, Herr Alfred Kaufmann, hat lange in Kalifornien gearbeitet und ist ein Spezialist für Pflanzungen, der die sachgemäße Durchführung der Anlage gewährleistet. (Man kann in seiner eigenen Plantage ein für Palästina neuartiges, arbeitsparendes Bewässerungssystem kennen lernen, das in Kalifornien benutzt wird.) Die Böden der Gesellschaft liegen innerhalb eines großen Komplexes, der in einer rapiden Entwicklung begriffen ist und eine große Zukunft vor sich hat. Es sind also alle Vor;, au ־jungen für die Entstehung einer aussichtsreichen Kolonie gegeben, die den Vorteil hat, sich an die bestehenden und '!entstehenden Ansiedlungen anlehnen zu können. Die.'; Geaeftrchaft hat das Optionsrecht auf weitere. Böden b<i der Pica erlangt, so daß Ihr ׳die., Möglichkeit *8f. ÄeMfreJtuflg ihrer, Tätigkeit ,״gesichelt. Ist ß• 'sei noch; er*! ,^h4ti'iii''li"3Ä.JäÄ'iPftfttations'za'h.unfirt PjjwsjB&C . JIdlfefct .Art»ei|e,r. be*chi.» ft gA ,«Irden. ' ■־;* ffk kommenden Frühjahr wird bereits die gesamte .ftjr, Ptaa^gen bestimmte Fliehe bepflanzt sein. Und da die Arbeit bislie# planmäßig hat durchgeführt werden können, 80 darf• man auf ein volles Gelingen des Werkes hoffen. Dieser Erfolg dürfte nicht unwesentlich dazu beitragen, neue Gelder von Privaten zur Anlage in Palästina heranzuziehen, wenn ihnen weiter ähnliche Gelegenheiten zu Investitionen gegeben werden, wie es durch die ״Jaffa Piantations“ geschehen ist. Der Konflikt ln Petach Hkwafc AG. Tel-Awiw, den 27. Dezember 1928. Die Streitigkeiten zwischen Pflanzern und Arbeitern in Petach-Tikwah, besonders die Demolierung des Büros der Pflanzer durch eine im Demonstrationszug begriffene Masse hat eine heftige Presse-Kampagne nach sich gezogen, die wette Kreise schlägt. Die Kolonisten in Petach-Tikwah haben, nach den Ereignissen eine Versammlung abgehalten und scharfe Beschlüsse nicht nur gegen die Anwendvng der Gewaltmittel, sondern auch gegen die Tendenzen der Arbeiter - f" . sie das Gebot der jüdischen Arbeit verletzten, sie begegnete jedoch scharfem Widerspruch. Drei Arbeiter, die der Demolierung des Büros beschuldigt waren, sind verurteilt worden, zwei davon zu einer hohen Gefängnisstrafe (sechs Monate). Die Diskussion dreht sich um zwei wesentliche Punkte: die Anwendung der Gewaltmittel und die allgemeine Frage der jüdischen Arbeit. Im erste« Punkt sind alle Seiten einer Meinung, stimmen überein in einet entschiedenen Verurteilung derartiger Mittel. Im zweiten Punkt beginnt die alte Diskussion, ob die rein jüdische Arbeit möglich seC und es werden von beiden Seiten wieder alle die Argumente gebracht, die seit nun bald zwanzig Jahren in dieser Diskussion ins Feld geführt werden. In der nächsten Woche wird der Wand Leu ml sich mit dem Fall Petach-Tikwah befassen. Me Keren Hajessod-Eingänge im November 192$ Die Eingänge beim Hauptbüro des Keren Hajessod be-. trugen im November 1928 £ 27 682 gegenüber £ 24,857 im November des Vorjahres. Auf die einzelnen Länder verteilen sich die Einnahmen folgendermaßen: Vereinigte Staaten £ 10,421.15.1, Südafrika 3,003.10.0, Kanada 2,988.4.2, Deutschland 2,065.16.5, Rumänien 1,657.8.6, England l,5U.9.8, Polen 1,490.5.10, Chile 1,000.0.0. Frankreich 757.4.5, Holland 579.13,10. Tschechoslowakei 521.9.2, Singapor £ 450.0.0. Der Rest sind andere Länder. Bei einem Vergleich der Ueberwelsungen aus den einzeln« Lindem zeigt sich gegenüber dem Vormonat Oktober bei Deutschland, Rumänien, England, Polen und Frankreich eine erhebliche Erhöhung der Einnahm«. 1 . Ein Gewerkschaftshaus In Jerusalem. Von dem projektierten jüdischen Gewerkschaftshaus in Jerusalem soll vorläufig der linke Flügel errichtet werden. Er wird u. a. einen großen Saal für Sitzungen und Versammlungen mit 2000 Sitzplätzen enthalten, ferner einen Raum für Gymnastik, 14 Bürozimmer u. a. Zunächst stehen für den Beginn der Arbeiten 600 Pfund zur Verfügung. Der Arbeiterausscnuß von Jerusalem beabstchtigt, die Mittel für die Vollendung des Hauses auf dem Wege einer besonder« Kampagne zu erhalt«. (Ziko.) Beschlösse fles l.-C. Außer den bereits toii uns veröffentlichten Beschlüssen des A.-C über die Erweiterung der Jewish Agency werden nunmehr «och folgende Beschlüsse bekanntgegeoen: Zur Organisation der Jewish Agency. I. Das A.-C. fordert sämtliche zionistisch« Landesverbände, Sonderverbandsgruppen und Fraktion« in Poldn auf, alle notwendigen Vorbereitungen zu tröffen, um die polnische Delegatfön für den Council der Jewish Agency bis zum 16. Zionistenkongreß zu konstituieren. ■ II. Das A.-C drückt d« Wunsch aus, daß sich unter den sechs Ländern, die gemäß Beschluß des 14. Kongresses bei der ersten Tagung des Council der Jewish Agency vertreten sein sollen, auch Polen befinden möge. Alijafa. I. Das A.-C fordert die Exekutive auf, sofort alle erforder- Hchen Maßnahmen zu unternehmen, um auf Orund der Immtgrationsverordnung au* dem Jahre 1925 für das erste Halbjahr 5689 (1. Oktober 1928 bis 31. März 1929) weitere 300 Zer* tiflkate zu erhalten. II. Der Antrag auf Aufhebung des von unbemittelten Chaluzim geforderten Beitrages von einem halben Pfund zur Immigration»- gebühr wird der Exekutive zur Berücksichtigung empfohlen. Arbeit Das A.-C. drückt den Wunsch aus, daß die Exekutive sich bemühen möge, die notwendigen Mittel zu finden, um die Ueberführung von 300 Familien von Arbeitslosen in die Kolonien zu finanzieren. 4*> Zeit und Ort des 16. Kongresses. I, Das A.-C. beschließt, daß der 16. Zionistenkong reß am 28. Juli 1929, dem 25, Todestage Theodor Herzls, eröffnet wird. II. Das Ä.-C. ermächtigt die Exekutive, den Ort des Kongresses im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des A.-C; zu bestimmen. Nächste Sitzung des A.-C Das A.-C bestimmt, gemäß dem im Juli 1928 gefaßten Be- Schluß, daß• die nächste Sitzung des A.-C im Erez-israel stattfindet VerträgemitVersicherungsgesell sc haften. Das A.-C behält die Beschlußfassung über den Antrag des Keren Kajemetb auf verfassungsmäßige Festlegung seines Versicherungsmönopoles dem Kongreß vor. Bis zum Kongreß dürfen weitere Versicherungsverträge von keinem Glied der Zionistischen Weltorganisation (Landesverband oder Sonderverband) abgeschlossen werdet!.'־ י Die arabische Exekutive überreichte dem Oberkommissar, Sir John Chancellor, ein Memorandum, in welchem die Regierung Palästinas scharf kritisiert und die Errichtung eines die palästinensische Bevölkerung repräsentierenden Parlaments gefordert wird,