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Jüdische Rundschau · 1929-01-04 · Heft 1 (4.1.1929) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.!, 4.1 192» JUEMSCHE RUNDSCHAU Seite 3 1.1929 In tmd die Raten zu m Kapital- ׳war 40 •fr folgenden!n Fortt Ihrem nzt, sorghen. Eine ir weitere eine neue :h war, k) ein geübt chule ver- - und daein Jahr :t werden, e im Vorkann man dem lach* vo bereits rden. Der aben, und früher vinnen, chrltt vorn, der die Frühjahr Vasservernur fünf Isseruagsist beab״ Chederah hre Stromah durchdurch die zu sparen m. ut organiigermaßen vermögen, d Kauf-! ela Spetbführung men Plan- Bewässeitzt wird.) ss großen en ist und le Vor», :htsrelched!stehenden nen. Die weitere tÖglichkeit 1 ttooKer-I* . ״ samte für cHe Arbeit t, so darf ser Erfolg elder voti enn Ihne» gegeben, hehen Ist. *r 1,928. . beitem in türos der ne Masse; die weite rah haben slten und 1d! ng der r Arbeiter - Nachdruck eien, weil egnete jeeschuldigt zu einer!Ion dreht r Gewalt- Im ersten n in einet ten Punkt;t möglich irgumentt Äskussion wird der fassen. 1928 essod be- 24,857 im verteilen Staaten Deutsch- 1.8, Polen 579.13.10. Rest sind mgen aus Vormonat 1ölen und rojektiervorläufig n großen itzplätzen rozimmer 00 Pfund beabslchsm Wege (Zlko.) Wettkonferenz der Zionisten ״ Revisionisten (Verhandlungsbericht der J, T. A.) (J. T. A.) Am Mittwoch, dem 26. Dezember, wurde in Wien die zweite Weltkonferenz derZionisten-Rcvisionisten eröffnet. Der Festeaal des Hotels Continental, in welchem die Tagung stattfand, war überfüllt. Es hatten sich 93 Delegierte aus zahlreichen Ländern eingefunden. Licbthe im eröffnete die Konferenz mit der Feststellung, daß die revisionistische Bewegung int Fortschreiten begriffen sei und hielt dem verstorbenen Präsidenten des Zentralkomitees der Partei der Zionisten-Revisionisten, Wladimir Tiomkin, einen tief empfundenen Nachruf. Er verlas die aus verschiedenen Ländern eingelaufenen Begrüßungen. Es folgten Begrüßungsansprachen seiiens der Vertreter verschiedener Gruppen und Institutionen, worauf Jabotinsky eine zweistündige Rede über ״Die Lage im Zionismus und die revisionistische Bewegung“ hielt Großman hielt sodann ein Referat über die zionistische Wirtschaft und Politik in Palästina. Jabodaskv führte in seinem Referat u. a. aus: Die Losung des Judenstaates war der Sinn des zionistisehen Programms noch zu Beginn der Bewegung; sic ist auch in Wirklichkeit der tiefere Sinn der Balfour-Deklaration. Heute steht aber die Sache so, daß Palästina in einem Geiste verwaltet wird, der gegen dieses Endziel verstößt: dies zeigt sich nicht allein in den unfreundlichen Tendenzen der Pa- ISstina-Regierung, die sich in der Hemmung der Einwanderung, in der Heraufbesch wörung des Skandals an der KlagemaUer usw. äußern, sondern auch, und zwar in noch höherem Maße, 1n der Behandlung der Wirtschaftslagen. Der Revisionismus fordert darum ein ausgesprochenes Kolonisationsregime. Aber aucn die Leitung der zionistischen Bewegung verstößt gegen die Interessen und das Endziel des Zionismus. Wir sehen, daß führende Kreise der Bewegung seit Jahren das Bestreben zeigen, die Judenstaats-Idee aufzu geben und gleichzeitig die antizionistischen Tendenzen der Administration in Palästina zu entschuldigen. Die Wirtschaftspolitik der Zionistischen Organisation selbst war bisher planlos gewesen und hat es nicht verstanden, irgendwelche ökonomische Voraussetzungen für eine gesunde Ein- Wanderung und Kolonisation zu schaffen. Sie hat ferner dazu beigetragen, daß sich vorzeitig die Ideologie des Kiassenkampfes auf dem Boden Palästinas eingenistet hat. Auf diese Weise mußte trotz rühmlicher Leistungen aller Pioniere, unter Ihnen Kapitalisten, Arbeiter und Intelsektueite, eine Krise der Kolonisation entstehen. Dem Revisionismus ist es gelungen, den Wunsch der Zionisten nach einer Revision der politischen und wirtschaftlichen Methoden zu wecken. Selbst die Palästina-Regierung mußte nach gewissen Richtungen hin, insbesondere hinsicht'ich des Schutzes der Industrie, Konzessionen machen. Von einem Koionisationsregime sind wir jedoch noch sehr weit entlernt. Inzwischen gefährdet das Projekt der Erweiterten Jewish Agency das Werk der Aufklärung und der Erweckung des zionisiisehen Gewissens. Daher wird der Revisionismus das Agency-Projekt aufs energischste bekämpfen. Die Revisionisten werden aber, auch wenn die Erweiterte Jewish Agency zustande kommt, die Zionistische Organisation nicht verlassen, sondern den Kampf weiter führet, bis die Souveränität des Zionistenkongresses gesichert ist Wir werden auch die politische Prärogat i v e der Leitung der zionistischen Bewegung nicht zu durchbrechen versuchen, aber auf unserem Rechte bestehen, durch eeignete Organe die öffentliche Meinung Im Zionismus, im ritischen Reich, sowie in der gesamten zivilisierten Welt auIzwkUren.f ־■■•־י״׳׳-.״ - •--־—'■ * •-s - 1 ■ ״ Der Revisionismus steht dem arabischen Volk in Palästina freundschaftlich gegenüber. In dem künftigen Juden- Staat soll volle Gleichberechtigung für alle ira Lande wohnenden Nationalitäten herrschen. Der Revisionismus lehnt es selbstverständlich ab, ein Veto-Recht der Araber bezüglich der Einwanderung von Juden in Palästina, sowie bezüglich der Verwirklichung des Zionismus anzuerkennen. Er wird darum alle Versuche, in Palästina eine einem Parlament gleichende Institution zu etablieren, bevor der Judene'n wänderungsprozeß seine volle Entwicklung erreicht hat, bekämpfen. Der Revisionismus fordert in diesem Zusammenhänge auch die Erhaltung einer ausreichenden jüdischen Wehrkraft (Legion) in Palästina. In sozialer Hinsicht, schloß Jabotinsky, propagiert der Revisionismus die Idee der Einheit des Judentums und fordert, daß alle Klasseninteressen, mögen sie noch als so berechtigt erscheinen, solange zurückgestellt werden, bis der 'üdlsche Staat aufgebaut isi. Die jüdische Bevölkerung Paästinas muß sich Machtorgane zur Bewerkstelligung eines sozialen Ausgleichs schaffen. In der zweiten Sitzung der Weltkonferenz der Zionisten- Revisionisten wurden die Herren Richard Lichthcim, Dr. J. Brutzkus, Dr. Soskin, Dr. Felier, Dr. v. Weisl in das Prasidium gewählt Jabotinsky hält ein ausführliches Rcferat über die politischen Aufgaben des Revisionismus, in welchem er die Forderung aufstellt, der Revisionismus solle das Terrain seiner politischen Arbeit verbreitern und die öffentliche Meinung, sowie die Parteien in England aufklären. Der Revisionismus müsse sich auf die Uebernahme der Führung der Zionistischen Organisation vorbereiten. Der gegenwärtigen Zionistischen Exekutive werde das Monopol in der Führung der Außenpolitik überlassen bleiben. Die revisionistische Partei läßt in London eine ״Gc- Seilschaft zum Schutze der Rechte der palästinensischen Juden“, analog der bereits in Jerusalem registrierten Rechtsschutz-Gesellschaft ״Sechutenu“, amtlich eintragen. Dies sei darum notwendig, weil das palästinensische Judentum allein nicht Widerstand leisten kann und sich der Administrationsapparat der .palästinensischen Regierung immer mehr antiziobegründet die Notwendigkeit politischen Rechte des Jischuw auf breiter Grundlage, sowie einer Erweiterung der Abcits- Vollmachten der Revisionisten in Palästina. Der politische Einfluß der Zionistischen Exekutive ist gleich Null, und oft lehnt die Exekutive grundsätzlich die Führung des Rechtekampfes ab, deshalb muß der Revisionismus diese Lücke ausfüllen. Dr. v. Weisl referiert über die Frage der Umwandlung Palästinas in ein britisches Dominion und versucht nachzuweisen, daß überwiegende Gründe für eine solche Um- Wandlung sprechen. Trotzdem müsse man abwarten, bis von englischer Seite oifizielle Anträge vorliegen. Inzwis :hen gründet die revisionistische Partei Pro Dominion-Propaganda-Gesellschäften. Die Aussprache wurde durch Meier Grossmann eingeleitet. Er polemisierte gegen einen Teil der Darlegungen Jabotinskys mit Bezug auf Rechtsschutz und bezeichtiete als den einzigen Wirkungskreis von ״Sechutenu“ die Vertretung verletzter Rechte von Einzelpersonen. Er unterstrich die Notwendigkeit, die ZionistischeOrganisation stark zu erhalten, indem man ihre politische Autorität unangetastet läßt. Im weiteren Verlauf der Aussprache kam es zur Austragung söharfer Meinungsverschiedenheiten zwischen mstisch gestaltet. Jabotinsky einer Selbstverteidigung der dem radikalen (Jakoändcy) und dem gemäßigten (Grossraann und Lichtheim) Flügel der revisionistischen Partei Die Debatte drehte sich darum, erstens wie weit der Revisionismus eine politische und ökonomische Eigentätigkeit entfalten darf, zweitens wie die These über Nichtverietzung der Prärogative der Zionistischen Organisation zu interpretieren sei. Aber sehr strittig erwies sich insbesondere die Frage, ob der Jischuw in Palästina eine selbständige politisene Vertretung in London etablieren solle oder nicht Die Redner des gemäßigten Flügels bezeichneten eine solche Vertretung als einen ״Staat im Staate“ und eine Schädigung des Ansehens der Zionistischen Organisation. Weniger uinstritten war die Frage des Dominions, in der es voraussichtlich zu einer Einigung auf Grund der Thesen Licht* heims kommen dürfte. Es wird festgestellt, daß die Um- Wandlung in ein Dominion mit der Idee des Judenstaates vereinbart sei; Wedgwoods Bemühungen um eine solche Um- Wandlung werden dankend begrüßt Die Thesen Lichtheims wurden besonders von J. K11 n o f f ־ Berlin verfochten. An der Debatte beteiligten sich ferner’ Abrahams-London, Bielelowski (Deutschland), Dr. Akuien-Liverpool, Hoffmann und Frankel (Wien), Levy-Paris, Benjamini und Arber (Palästina), Juniczmann-Prag, Jachinson-Kischinew. Dr. Soskin hielt ein Referat über das Kolonisations- Problem und vertrat sein System der Intensiv-Kolonlsation. Es folgte ein Referat Lichtheims über die Jewish Agency, in welchem er nachzuweisen versuchte, daß zum Abschluß des Agency-Abkommens mit den Nichtzionisten eine Aenderung des Mandate in dem Sinne erforderlich sei, daß die Zionistische Organisation formell gegenüber Eng’and und dem Völkerbund auf eine zionistische Agency verzichtet, welchen Verzicht aber nur der Kongreß aussprechen kann. Daher seien die Beschlüsse des A.-C. ungesetzlich. Der Agency- Pakt verewigt die Zweiteilung des Judentums in Zionisten und Nichtzionisten. Licbtheim schlug vor, die Entscheidung, ob die Revisionisten in der Zionistischen Organisation verbleiben oder nicht, zu verschieben, bis der Kongreß in der Agency-Frage sein letztes Wort gesprochen hat. In einer vertraulichen Sitzung wurden die bisher unausgeglichenen Differenzen zwischen der Richtung Jabotinskys und der Grossmanns be-!rändelt und eine fünfgliedrige Ausgleichs-Kommission eingesetzt. In der feierlichen Schlußsitzung kam cs zu großen Ovationen für Jabotinsky. Die Beschlösse Die Konferenz nahm die folgenden Beschlüsse an: Die dritte Welt-Konferenz der zionistisch-revisionistischen Union stellt fest, daß die schwerwiegenden Gründe, die wir seit Jahren gegen die Erweiterung der Jewish Agency angeführt haben, unvermindert weiterbestenen. Die Konferenz stellt fest, daß die vom A.-C. angenommenen Vor- Schläge für die Erweiterung der Jewish Agency in unvereinbarem Widerspruch stehen mit den Bedingungen, die der vierzehnte zionistische Kongreß für diese Erweiterung vorgeschrieben hatte, und daß daher alle von der Exekutive beabsichtigten praktischen Schritte zur Verwirklichung des Planes auf dieser ungesetzlichen Grundlage ungesetzlich und für die Zionistische Organisation nicht bindend sind. Im bevorstehenden Wahlkampf und auf dem sechzehnten Kongreß wird die revisionistische Union alle Kräfte anspannen, um die Bildung der Erweiterten Jewish Agency in aer vom A.-C. genehmigten Form zu verhindern. Für den Fall, daß dennoch die Erweiterung der Jewish Agency in dieser Form vom nächsten Kongreß beschlossen werden sollte, wird die Union ihren Kampf weiter führen, um die Souveränität de® Kongresses als des einzigen Trägers der J. A.-FunJ1:tloa ,wieder herzustelien. , Die dritte Weltkonferenz der Z.R.U. erklärt: Die Periode des Staatsaufbaus kennt ein soziales Gebot: das Interesse des Aufbauwerkes, dem alle sonstigen Wirtschaft.ichen Interessen von Personen, Gruppen oder Klassen rückrichtslos untergeordnet werden müssen. Jede Klasse der Gesellschaft ist im Laufe der Aufbauperiode bloß als ein Teil des aufbauenden Mechanismus zu betrachten; ihre Klasseninteressen sind zu befriedigen, wenn sie dem Staatsaufbau nützen, zu verwerfen, wenn sie den Staatsaufbau hemmen. Jüdische Arbeit und jüdische Mehrheit sind Synonyme; daher ist die Aushungerung des jüdischen Arbeiters eine nationale Gefahr, der Boykott jüdischer Arbeit ein nationaler Verrat. Jüdisches Privatkapital und Staatsaufbau sind Synonyme, Verzinsung des Privatkapitals ist aber Vorbedingung seines Zuflusses; daher bedeutet jeder Kampf gegen die berechtigt^ Verzinsung des Privatkapitäis einen Kampf gegen den Aufbau des Judenstaates. Klassengegensätze in der Aufbauperiode werden nicht durch Kampt, sondern durch Ausgleich gelöst in der Aufbauperiode waltet al e nherrschend das Prinzip der!nationalen Arbitrage. Jeder Verstoß gegen das Prinzip des nationalen Kompromisses ist Nationalverrat In Palästina soll daher das Regime der nationalen Arbitrage proklamiert und in folgenden gesellschaftlichen Formen verwirklicht werden: 1. Der gesamte Jischuw schafft einen Mosad Eiion la- Borerut Ha-Leumit, paritätisch zusammengestellt aus Vertretern aller Zweige und aller Bestandteile der jüdischen Produktion. 2. Dieser Mosad Eiion wird auf paritätischer Grund- Inge seine Lokalinstanzen und seine höchste Appellinstanz schaffen. Die Funktionen dieses Ausgleichapnarates werden die folgenden Gebiete des sozialen Lebens umfassen: a) Arbeitsnachweis; b) Festsetzung der normalen Arbeiterlöhnc; c) Fest- Setzung der gerechten Grenze des KapitalverzinsungsanSpruches; d) Schlichtung aller Arbeitskonflikte. 3. Der Jischuw wird feicrlieh proklamieren, daß die Beschlüsse der höchsten Appellinstanz des Mosad Eiion la-Borerut für alle Juden Palästinas bindend sind. Jeder Verstoß gegen diese Beschlüsse, sei cs in Form von Boykott, Lockout oder Streik wird als nationales Verbrechen betrachtet und gegen die schuldigen Personen, Anstalten oder Organisationen wird der Jischuw und die zionistische Welt mit allen Mitteln des öffent’ichen Druckes Vorgehen. Die Konferenz wiederholte die Beschlüsse der ersten und zweiten Konferenz, wonach der Verband sich das Recht vorbehält, unmittelbare Propaganda iür seine Forderungen in der jüdischen und nichtjüdischen (!)Öffentlichkeit zu betreiben und andererseits eine freundliche Stellungnahme der maßgebenden politischen Faktoren verschiedener Länder dem Revisionismus gegenüber vorzubereiten. Die Konferenz stellt fest, daß das Wort ״berechtigte Prärogative“ derZionistischenExekutive so zu verstehen ist, daß die Zionistische Exekutive, solange sie als souveräne, unabhängige und vor dem Zionistischen Kongreß verantwortliche Jewish Agency der Regierung und dem VölKerbund gegenübersteht, das Recht hat, konkrete Forderungen an die britische Regierung oder an den Völkerbund im Namen der Zionistischen Weltorganisation zu stellen; die Prärogative kann auf keine andere, dem Kongreß nicht verantwortliche Körperschaft übertragen werden, sie ist daher automatisch außer Kraft, solange die Zionistische Organisation auf ihre Souveränität verzichtet. Zur Frage des ״Dominions“ wurde beschlossen: Die dritte Weitkonferenz der Union der Zionisten-Revisionisten begrüßt mit herzlicher Sympathie Colonel Josiah C. Wedgw׳ood als treuen und edelmütigen Freund der zionistischen Idee. Die Konferenz erklärt ihre unabänderliche Lova'iti't gegenüber den Bestimmungen des Mandats, weiches dem jüdischen Volke ein nationales Heim in Palästina garantiert und hält unwandelbar daran fest, daß das endgültige Ziel des Zionismus die Errichtung des Judenstaates ist Dieses Ziel steht nicht in Widerspruch mit der Idee eines jüdischen Palästina, das sich eventuell einem britischen Commonwealth of Kations als ein ״Siebentes Dominion“ anschließen kann. Es steht jedem Revisionisten frei, der In der Gründung befindlichen ״League for the Palestine Dominion“ beizutreten. Palestinc Land Development Die 13. ordentliche Generalversammlung der P. L. D. C. fand am 11. Dezember v. J. im Gebäude der Gesellschaft in Jerusalem unter dem Vorsitz ihres Governors, Dr. Arthur Ruppin, statt. Der Managing Direktor, Dr. Jacob Thon, erstattete den Geschäftsbericht und legte die Bilanz für das Geschäftsjahr 1927 sowie eine Probebilanz für die ersten 10 Monate 1928 vor. Die Generalversammlung bestätigte die Bilanz, brachte ihren Dank für die Leitung und die Beamtenschaft zum Ausdruck und beschloß 1. den restlichen Gewinn aus den letzten Jahren in Höhe von £ pal. 8578,093 auf neue Rechnung vorn!tragen, 2. £ 5000 neue Aktien zur Lieferung für vorhergegangenc Bestellungen auszugeben, 3. die bisherige Leitung wicderzuwählen. Dr. Thon berichtete, daß das Geschäftsjahr 1927 infolge der in Palästina herrschenden allgemeinen Krise für die Ge- Seilschaft sehr schwierig war und ungewöhnliche Anstrengungen erforderte. Nach Peßach 1928 jedoch begann sich die Situation etwas aufzuhellen, einerseits gelang es, eine Anzahl alter Verpflichtungen abzudecken, andererseits konnte eine gewisse Belebung der Verkaufstätigkeit festgestellt werden. In den letzten Wochen konnten u. a. in Jerusalem Grundstücke im Werte von zirka .£ pal. 6)00, ferner in Haifa gelegene Boden für zirka £ pal. 6000 verkauft werden, hiervon der größere Teil in Europa. Die vergleichenden Ziffern ergeben, daß die Hypotheken- und Wechselverpflichtungen der Gesellschaft sich folgendermaßen gestaltet haben: Ende 1926 Ende 1927 31. Oktober 1928 £ pal. 259 129 £ pal. 242 384 £ pal. 173 852 Es gelang also in der Zeit vom 1. Januar 1927 bis Ultimo Oktober 1928 die Hypotheken- und Wechselverpfliehtungen der Gesellschaft um £ pal. 85 277 zu verringern. Die Investierungen der Gesellschaft in landwirtschaftlichen und städtischen Böden betrugen Ende 1926 Ende 1027 am 31. Oktober 1928 £ pal. 311 195 £ pal. 310 576 £ pal. 285 542 Im Verlaufe des Jahres 1927 ist also kein wesentlicher Unterschied in der Höhe der Investierungen entstanden, da den im Laufe dieses Jahres getätigten Verkäufen entsprechende Neu- Investierungen gegeniiberstanden. Im Verlaufe des Jahres 192‘S jedoch überstieg die Summe der Verkäufe die der Neuinvestierungen um etwa £ 25 000. im Jahre 1927 wurden folgende Verkäufe endgültig durchgeführt: landwirtschaftliche Böden: 14910 Dunam im Werte von zirka £'61 000; städtische Böden: 47490 qm im Werte von zirka £ 12 700. Der K. K. L hat Im Laufe des Jahres 1927 zirka 11000 Dunam fm Werte von zirka £ 43000 erworben, der Rest der landwirtschaftlichen Böden sowie die gesamten städtischen Böden wurden an private Gesellschaften und Einzelpersonen abgesetzt. In den Monaten Januar bis Ende Oktober- 1928 wurden folgende Verkäufe durchgeführt: landwirtschaftliche Böden: 13679 Dunam im Werte von £ pal. 59 600; städtische Böden: 30 270 qm im Werte von zirka £ pal. 173W. Von den landwirtschaftlichen Böden erwarb der K. K. L. 1928 allein zirka 13 300 Dunam im Werte von £ pal. 55 500. Außer diesen endgültig durchgeführten Verkäufen beschältigte sich die Gesellschaft in der Berkhtsperiode besonders mit dem Ankauf von verschiedenen Flächen in der Pflanzungszone, die durch Gesellschaften, Gruppen oder Einzelpersonen besteilt wurden. In dieser Zeit wurden durch Vermittlung der P. L. D. C. etwa 25 000 Dunam Pflanzungsboden erworben und es liegen noch Bestellungen über etwa dieselbe Fläche vor. An diesen Käufen ist der K. K. L., der zu dieseip Zwecke Mittel von der kanadischen Judenheit erhielt, wesentlieh beteiligt. — Es bedurfte der ganzen Energie und Erfahrung des Direktiousmitgliedes der Gesellschaft, Herrn Jehoschua Chankin, um diese Käufe durchzuführen. Unter den Bodenkäu^rn der letzten Jahre waren viele Ge- Seilschaften und Einzelpersonen, die die gekauften Böden im Grundbuche der Regierung auf den Namen der P. L. D.C. registriert ließen, trotzdem sie den ganzen Kaufpreis bezahlt hatten und keinerlei Hinderungsgrund, die Böden offiziell aut sich überschreiben zu lassen, vorlag. In den letzten Jahren tat die P. L. D.C. alles, was in ihren Kräften lag, um die Käufer zu veranlassen, die ״Kuschane“ für ihre Böden in Empfangzu nehmen. Auf diese Weise wurden folgende Uebertragungen im Grundbuch vom Namen der Gesellschaft auf die Namen der Käufer durchgeführt: 1927: 218 städtische Grundstücke mit einer Fläche von 163 559 qm im Werte von £ pal. 00 65S 13 249 Dunam landwirtschaftliche Böden im Werte von 21 49 ״ ״S Von Januar bis Ende Oktober 1928: 283 städtische Grundstücke mit einer Fläche von 241 407 qm 027 55 ״ ״ 18 518 Dunam landwirtschaftliche Böden im Werte von 71072 ״ ״ zusammen also Böden im Werte von £ pal. 235 975 Am Schlüsse seiner Ausführungen konnte Dr. Thon di: Mitteilung machen, daß es glücklicherweise gelungen ist, gcwisse im Emek Jesreel gelegene Böden als jüdischen Besitz zü erhalten, deren Besitz durch die Schwierigkeiten, in die die ״American Zion Commonwealth“ geraten war, gefährdet war. Es ist einer Gruppe von amerikanischen Juden zu verdanken, daß sie die Mittel zur Erhaltung dieser Böden bereitgestelit hat, auch der Keren Hajessod ist in gewissem Umfange eingesprungen. Jedenfalls konnte die Gefahr, daß jüdischer Boden in nichtjüdische Hände zurü kfiel, dank außerordentlicher Anstrengungen abgewendet werden. Jabotinsky bei Seipel Wien, 30. Dezember. (J. T. A.) Aus Anlaß der Weltkonferenz der Zionisten-Rcvisionisten fand ein Presseempfang statt, bei dem Jabotinsky über seine Audienz beim Bundeskanzler Dr. Seipel berichtete. Er äußerte seine Bewunderung für die menschliche Tiefe und für die genaue Kenntnis der jüdischen Ziele seitens des österreichischen Staatsmannes. Jabotinsky habe den Eindruck gewonnen, daß die nationalen Juden nicht einsam dastehen; es war ein Kontakt 1r.it der eiligen ebristliehen Welt, die in allen ihrcu Schattierungen Männer in ihrer Mitte hat, aut die man sich stützen kann. Mit Jabotinsky waren beim Bundeskanzler Dr. v. Weisi und Dr. Diamant erschienen.

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