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Jüdische Rundschau · 1928-12-28 · Heft 102 (28.12.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 102 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 102, 28. XTI. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seit« 721 unseren jüdischen Idealen entspricht noch wirtschaftlich möglieh ist. wir sind auch Gegner der Awodah Azmith, weil wir diese für nicht wirtschaftlich halten. Weizmann und Sacher haben also nach meiner Meinung in Amerika in diesem Punkt zuviel erreicht. Was den K. K. L. betrifft, so könnte dessen wichtigste Aufgabe, Boden in jüdischem Besitz zu erhalten, auch durch eine Gesellschaft, die schwache Bodeneigentümer stützt, erreicht werden. Es folgt das Schlußwort der Exekutive Sacher: Das A.-C. muß sich die einfache Frage stellen, ob es die Agency will oder nicht. Macht man eine Alliance, dann geht dies nur auf der Basis gegenseitiger Vereinbarung, und keine Seite kann ihre Bedingungen diktieren. Redner rekapituliert die einzelnen Stadien, die die Politik der Erweiterung der Agency in den letzten fünf Jahren durchgemacht hat, und bespricht dann die Verhandlungen in Amerika, deren Resultat er für sehr befriedigend hält. Wenn die Linke mit der Formulierung Marshalls bezüglich der Siedlungsformen nicht einverstanden ist, so muß man darauf hinweisen, daß die Arbeiterpartei selbst gar nicht das freie Selbstbestimmungsrecht des Siedlers anerkennt; sie fordert z. B., daß keine Siedlung einen Beschluß fassen kann ohne die Zustimmung des ״Nir“. Während die Survey Commission die Kwuzah abgelehnt hat, wird in den jetzigen Vorschlägen der Kwuzah dieselbe Chance fegeben wie jeder anderen Siedlungsform. Es scheint aber, aß die Arbeiterpartei nicht zufrieden ist mit bloßer Gleichberechtigung der Kwuzah, sondern für sie eine privilegierte Stellung fordert. Sollte dem so sein, so läßt sich dieser Wunsch nicht erfüllen. Redner spricht zum Schluß noch über die Schwierigkeit, der zionistischen Hälfte der Agency gebundene Marschroute zu geben. Er tritt schließlich für eine Vorbehaltlose loyale Annahme der amerikanischen Vorschläge ein. Dr. Weizmann: Ich glaube, daß sogar die Opposition zugeben muß, daß wir unser Bestes getan haben, um die Juli-Beschlüsse des A.-C. loyal durchzuführen. Unsere Bemühungen bezogen sich in erster Linie auf einen Punkt, der seltsamerweise in der Debatte fast gar keine Beachtung gefunden hat. Es kam uns darauf an, den Herren, die sich unter dem Eindruck des Expertenbcriclites befanden, klarzumachen, daß unsere jüdische Kolonisation in Palästina nicht eine rein technische Frage ist, sondern mit ganz bestimmten Imponderabilien zu rechnen hat, auf die es gerade ankommt. Der Expertenbericht konnte höchstens technisch-kolonisatorische Ratschläge geben, aber in unseren spezifischen Sorgen konnte er uns nicht helfen. Dies habe ich im einzelnen klarzumachen versucht, mit dem Erfolg, daß wir uns einig darüber wurden, daß der Bericht nicht unabänderliche Wahrheiten sagt, sondern nur wichtige Richtlinien gibt, die man von Fall zu Fall gemäß unseren Realitäten auch ändern kann. Diesen ersten Absatz des New Yorker Uebereinkommens halte ich für das wichtigste Ergebnis unserer Verhandlungen. Redner spricht dann über die Einzelheiten der amerikanischen Vorschläge und betont, er lege Wert darauf, daß gerade die Linke diesen Resolutionen zustimmt. Das Selbstbestimmungsrecht der Siedler sei darin nicht angetastet, und gegenüber der negativen Haltung des Expertenberichtes zur Kwuzah seien die Resolutionen ein gewaltiger Fortschritt. Wir müssen verstehen, daß auch die Geldgeber ein gewisses Bestimmungsrecht haben wollen. Wenn einigen Herren die Form der New Yorker Beschlüsse einige Gefahr zu bieten scheint, so freue er sich über Sprinzaks Wort, daß wir keine Angst haben. Unsere Prinzipien werden wir weiter vertreten. . Was die Vertretung der nichtzionistischen Arbeitersehaft in der Agency betrifft, so haben wir uns vielfach bemüht, diese Kreise zu gewinnen, es ist aber noch nicht völlig gelungen. Wir werden uns weiter bemühen und wir werden die Herren sehr willkommen heißen, wenn sie kommen. Wenn sie noch nicht kommen, dann wird der Platz für sie frei sein. Redner setzt sich dann mit Grünbaums Rede auseinander. Ich habe Grünbaum so verstanden, daß er meint: für Palästina ist die Agency vielleicht gut, für Polen ist sie schlecht. Nun begreife ich sehr gut den schweren Kampf, den Grünbaum zu führen hat und daß ihm alles unwillkommen sein muß, was ihm diesen Kampf noch schwerer zu machen scheint. In dieser Beziehung bin ich sein Gegenstück. Ich anerkenne die Bedeutung des Kampfes um die nationalen Rechte, aber ich selbst muß mir Scheuklappen anlegen und darf nur das eine Ziel sehen. Ich könnte auch sagen: wenn Sie in Polen etwas unternehmen, was das Hauptziel stört, könnten wir Sie zur Rechenschaft ziehen; aber wir haben dies niemals getan, weil ich mich nicht für berechtigt fühle, mich in diese Sache einzumischen, da ich nicht unter diesem Druck stehe wie Sie. Aber wenn die Frage so steht: Entweder das Tempo des Palästina-Aufbaus beschleunigen oder die nationale Politik in Polen fördern, dann gibt es für mich keine Wahl. Denn ich behaupte, daß auch Ihr Nationalismus abhängig ist von dem, was wir in Palästina machen. Der Stoß, den die nationale Arbeit erhalten hat, kam nicht von den Helsingforser Be- Schlüssen, sondern daher, daß der Zionismus durch die Balfour- Deklaration einen Status erhalten hat. Ich bin im Zionismus für direkte Aktion, d. h. für Konzentration der Kräfte auf Palästina. Und wirkliche Macht in Palästina wird auch nicht bewirkt durch Demonstrationen, die oft wie Karikaturen aussehen, sondern durch Menschen, Land, Institutionen, ein sich entwickelndes normales Volksleben. Wir stehen jetzt vor einer Wendung. Ich habe in New York gesagt: Das, was wir erreicht haben, wurde dadurch erreicht, daß Menschen in Palästina waren, die ihr Leben für diese Sache gegeben haben. Je mehr Menschen dort sieh voll einsetzen werden, um so mehr werden wir in Zukunft erreichen. Wenn wir jetzt wieder die Sache verschleppen, dann wird die jüdische Welt das nicht verstehen. Selbst wenn jemand meint, berechtigte Zweifel zu haben, so wird man uns nicht das Recht zubilligen, wegen eines I-Tüpfelchens den Gang der Dinge aufzuhalten. Hätten die Zionisten nicht über Chaluzim geredet, sondern wären sie auf den Gebieten ihrer Arbeit selbst Chaluzim gewesen, dann hätte man vielleicht die Erweiterung der Agency nicht gebraucht, oder es wäre dann der Impuls unserer Arbeit so stark gewesen, daß die Herren auch ohne Erweiterung zu uns gekommen wären. Aber heute muß ich offen sagen, daß ich viele Zionisten kenne, die nicht einen Bruchteil davon für Palästina leisten, was manche Nichtzionisten tun. Ich habe das Vertrauen, daß Palästina das Leben derer, die dafür arbeiten, ändern wird, so wie es mein Leben geändert hat. Darum halte ich nicht viel von Resolutionen und Formeln, sondern das Leben wird es entscheiden, und das Leben arbeitet für uns. Wir sind für die Erweiterungspolitik nicht aus Müdigkeit, sondern aus dem brennenden Wunsch, aus den 600 Zertifikaten, die wir jetzt bekommen haben, 6000 und 60000 zu machen. Die Realität Palästinas erfordert, daß wir entschlossen handeln. Redner fordert das A.-C. auf, die Resolution, die von der Exekutive vorgeschlagen werden wird, anzunehmen. Hierauf wird die Sitzung vertagt. 4. Sitzung (Sonnabend, den 22. Dezember, 6 Uhr abends.) Nach der Eröffnung der Sitzung durch Präsident Motzkin erstattet zunächst im Namen der Exekutive Herr Felix Rosen bl iith den Bericht über die geplante Organisation der erweiterten Jewish Agency. Der Organisationsplan ist von einer Kommission entworfen worden, die von der Exekutive in Lohdon eingesetzt wurde und nunmehr detaillierte Vorschläge unterbreitet. Es ist beabsichtigt, daß das Aktions-Comitö als Organisationskommission fungiert und in die Spezialdebatte über die einzelnen Punkte eintritt. Zuvor jedoch soll der erste Punkt der Tagesordnung, die Behandlung der amerikanischen Vorschläge, beendet werden. Hierzu sind eine Reihe von Anträgen eingebracht worden. Um über die Form der Abstimmung schlüssig zu werden, unterbricht das Präsidium die Sitzung für eine halbe Stunde. Stephen Wtse als Kontraredner Nachdem die Sitzung um 9 Uhr wieder eröffnet wurde, erhält das Wort zunächst der inzwischen eingetroffene Vizepräsident des A.-C., Dr. Stephen Wise (New York). Präsident Motzkin erklärt, daß, obwohl die Generaldebatte bereits geschlossen ist, Dr. Wise mit Rücksicht aut sein verspätetes Eintreffen noch angehört werden soll. Dr. Stephen Wise wendet sich in einer mehr als einstündigen leidenschaftlichen Rede gegen die Annahme der vorgeschlagenen Anträge und gegen das ganze Projekt der Erweiterung der Jewish Agency. Zunächst protestiert Dr. Wise dagegen, daß die Frage in geschlossener Sitzung behandelt wird. Er sei ein Feind der Geheimdiplomatie una werde außerhalb des Saales genau so offen sprechen wie im A.-C. Das vorgeschlagene Uebereinkommen sei ein Verzicht auf den Zionismus. E>ies müsse wenigstens von einem Manne offen ausgesprochen werden, und darum sei Redner hier erschienen. Die Abstimmung ist illegal, denn der Kongreß hat das A.-C. nicht ermächtigt, auf das Mandat zu verzichten. Der Kongreß hat zwei Bedmgungen gestellt, erstens, daß keine Aenderung im Mandat eintritt, das heißt aber, daß die Zionistische Organisation nicht aufhört, die im Mandat genannte Jewish Agency zu sein. Die zweite Bedingung war, daß ein Provisorium von drei Jahren eingerichtet wird. Wir sind Treuhänder des jüdischen Volkes. Unsere Partner aber wollen nicht wirkliche Teilhaber des Mandates sein, sondern nur Helfer, im besten Falle Spender für Palästina, nicht für das jüdisch-nationale Heim. Der beabsichtigte Vertrag mit den Nichtzionisten wird in unsere Geschichte ais ein zweites Weißbuch eingehen. Denn die Konzessionen werden nur von unserer Seite gemacht. Die Nichtzionisten haben vielleicht Vertrauen zu einzelnen zionistischen Führern, aber dem Zionismus als Ganzes mißtrauen sie. Die anderen bleiben ihrer Ueberzeugung treu. Sie wollen Palästina helfen, so wie sie Polen geholfen haben. Palästina wird eine kleine Provinz innerhalb des Tätigkeitsbereiches des Joint Distribution Committee werden. Als nach der ersten unparteiischen Konferenz in Amerika, bei welcher diese Herren ihre Hilfe für Palästina zugesagt haben, das Krimprojekt auftauchte, war man sofort bereit, für Rußland zu arbeiten. Damals sprach ich, der ich allein in Amerika in schwerem Kampf stand, vom Primat Palästinas. Als Dr. Weizmann aber kam, hat er meine Erklärung desavouiert. Das war der Beginn de! Unterwerfung. Ich habe damals nachgegeben und sogar meine Zustimmung zum Agency- Plan erteilt, aber ich war der Meinung, es handele sich um eine Agency für den Aufbau eines nationalen Heims, nicht nur um Hilfe für Palästina. Wenn ich wählen muß zwischen Weizmann ohne Zionismus und Zionismus ohne Weizmann, dann wähle ich Zionismus ohne Weizmann. Ich glaube nicht, daß es notwendig ist, zu allen Forderungen Weizmanns Ja zu sagen. Jetzt ist der Moment, wo wir Widerstand leisten müssen; denn haben wir erst einmal unterschrieben, dann gibt es kein Zurück. Lassen wir das jüdische Volk entscheiden durch ein Plebiszit, ob wir die Jewish Agency sein sollen oder ob wir sie den anderen übergeben sollen." Das Volk wird uns als seine Treuhänder einsetzen. Es ist noch nicht zu spät Ich weiß zwar, daß die Sache Ihnen bereits als beendet erscheint, aber ich halte es für meine Pflicht, Sie dennoch zu warnen, Sie sollen nicht den Zionismus preisgeben. Nach der Rede von Dr. Wise gab Dr. Weizmann die Erklärung ab, daß er die vou Stephen Wise beobachtete Haltung wohl zu würdigen wisse, aber sowohl den neuen Partnern wie auch der eigenen Kraft der Zionisten volles Vertrauen entgegenbringe. Auf die einzelnen Argumente Dr. Wises erübrige es sich einzugehen, da diese in zahllosen Varianten während der letzten vier Jahre vorgebracht und entkräftet worden seien. Präsident Motzkin erklärt, daß nun zur Abstimmung geschritten werden soll. Zwecks Redigierung der Resolutionen! wird aut Wunsch des Misrachi noch eine Pause anberaumt. Nach der Pause wird die Abstimmung vorgenommen. Nach Verlesung der einzelnen Resolutionen werden noch verschiedene Anfragen und stilistische Aenderangs- Vorschläge eingebracht. Ferner stellt Dr. Soloweitschik eina Anfrage an das Präsidium des A.-C., wie die von der Mehrheit vorgeschlagene Resolution in Einklang zu bringen sei mit der Erklärung des Präsidenten Dr. Weizmann, daß alle Vereinbarungen vom Kongreß zu ratifizieren sind. Präsident Motzkin erwidert, das Präsidium sei der Meinung, daß der Kongreß die Vereinbarungen zu ratifizieren hat, die Exekutive habe aber den Auftrag, alle Vorbereitungen soweit sicherzustellen, daß die Jewish Agency sofort nach der Ratifizierung durch den Kongreß errichtet werden kann. ln der Abstimmung wird der Antrag der Radikalen, der ausspricht, daß die Bedingungen des A.-C. in wichtigen Punkten nicht erfüllt worden sind, mit allen gegen drei bzw. fünf Stimmen abgelehnt. Hierauf wird ein Antrag Remez angenommen, der lautet: Das A.-C. stellt nochmals fest, daß auf Grund der Be- Schlüsse des IS. Kongresses der jeweilige Präsident der Zlonlstischen Organisation das Amt des Präsidenten der Jewish Agency zu bekleiden hat. Zu dem vorliegenden Amendement der Hitachduth und Poale Zion erklärt Felix Rosenblüth, daß die Exekutive damit einverstanden sei. Das Amendement wird dann einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag, betreffend die Teilnahme der nichtzionistischen Arbeiterschaft in der Agency. Sodann wird die Hauptresolution, welche die Antwort auf die Memoranden Mr. Marshalls enthält, mit 39 gegen 5 Stimmen angenommen. (Dagegen stimmen zwei Revisionisten, 2 Radikale und Dr. Wise. ) Stimmenthaltungen sind keine, mit Ausnahme des Vorsitzendes. Der abgelehnte Antrag der Radikalen hatte folgenden Wortlaut: I. Das A.-C. stellt fest, daß von den Bedingungen, die die Sitzung des A.-C. im Juli 1928 als Voraussetzung der Erweiterung der Jewish Agency aufgestellt hat, eine wesentliche Bedingung durch die Vereinbarungen in New York unerfüllt geblieben ist, und zwar diejenige, die das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Siedler hinsichtlich der Form ihrer An- Siedlung gewährleisten sollte. Das A.-C. beauftragt die Exekutive, in erneute Verhandlungen mit der amerikanischen nichtzionistischen Gruppe hinsichtlich dieses Punktes einzutreten, und stellt wiederum fest, daß die Gewährleistung dieses Prinzips eine unbedingte Voraussetzung für die Erweiterung der Jewish Agency darstellt. II. Das A.-C. stellt fest, daß von den Voraussetzungen für die Erweiterung des Jewish Agency, die vom 14. und 10. Kongreß aufgestellt worden sind, zwei bis heute unerfüllt geblieben! sind, und zwar a) diejenige, die fordert, daß die Erweiterung! zunächst für die Dauer von drei Jahren erfolgen soll und b) diejenige, die verlangt, daß der Präsident der Zionistischen Orgamsation in jedem Fall Präsident der Agency sein müsse. Die Vereinbarung, die in New York bezüglich des Status der Zionistischen Organisation im Falle der Auflösung der erweiterten Jewish Agency getroffen wurde, kann nur dann von Wert sein, wenn vorher eine schriftliche Zustimmung der eng- Eschen Regierung zu dieser Vereinbarung erlangt wird. Das A.-C. beauftragt daher die Exekutive, in Verhandlungen mit der englischen Regierung zwecks Erlangung dieser schrittliehen Erklärung einzutreten, sowie durch Verhandlungen mit den nicht/ionistischen Gruppen die Forderung bezüglich des Präsidenten der Jewish Agency durchzusetzen. Das A.-C. stellt fest, daß die Konstituierung der nichtzionistischen Vertretungen der einzelnen Länder erst erfolgen darf,, wenn diese beiden Varaussetzungen erfüllt sind und die Zustimmung des Kongresses bezüglich der Aufhebung des Provisoriums erlangt ist. Die Resolutionen Die angenommenen Resolutionen lauten: Die Hauptresolution, enthaltend die Antwort des A.-C. auf die Memoranden von Marshall, ist an anderer Stelle des Blattes abgedruckt. Antrag Hitachduth-Poale-Zion: Das Aktions-Comitö stellt fest, daß § 3 des New Yorker Memorandums den vom A.-C. in seiner Sitzung vom Juli 1928 gefaßten Beschluß In Kraft beläßt, wonach unter der Voraussetzung, daß jede Siedlungsform den Erfordernissen der Wirtschaftlichkeit und der ökonomischen Selbsterhaliung genügen muß, die Freiheit des Siedlers in der Bestimmung der sozialen Form seiner Wirtschaft (Kwuzah, Moschaw oder eine andere Form) gewahrt werden soll. Antrag Rubaschow: Das Aktions-Comitd nimmt zur Kenntnis die Mitteilung des Präsidenten der Zionistischen Organisation betreffend die Heranziehung von Vertreter!! der jüdischen Arbeiter-Organ!- sation in Amerika innerhalb der amerikanischen 40»/#. der Nichtzionisten In der Jewish Agency. Schluß der Sitzung 2 Uhr nachts. Nächste Sitzung Somt* tag, den 23. Dezember, 11 Uhr vormittags. Fünfte Sitzung (Sonntag, den 23. Dezember, vormittags.) Das A.-C. tritt in die Generaldebatte über die Punkte 2; und 3 der Tagesordnung ein. Am Schluß der Debatte wird eine Kommission gewählt, die um V*5 Uhr nachmittags Zusammentritt und der Plenarsitzung des A.-C. um 1/88 Uhr Bericht erstatten wird. Schluß der Sitzung um V23 Uhr. Sechste Sitzung (Sonntag, den 23. Dezember, 8 Uhr abends.) Da die in der Vormittagssitzung gewählte Kommission, bestehend aus den Herren Blumenfeld, Koralnik, Levite, Reich, Klee, Goldstein, Glückson, Nurock, Federbusch, Remez, Twerski, Tartakower, Soloweitschik und Großmann, ihre Beratungen noch nicht abgeschlossen hat, wird die Debatte über die Grundsätze und die innere Verfassung der Jewish Agency (Punkt 2 und 3 der Tagesordnung) fortgesetzt. Redner aller Fraktionen berühren die einzelnen Bestimmungen der dem A.-C. unterbreiteten Vorschläge. Auf Fragen aus dem Plenum geben die Mitglieder der Exekutive erschöpfende Auskunft. Am Ende der Sitzung hält Dr. Wise eine längere Rede, in der er noch einmal die durch die Schaffung der erweiterten Jewish Agency entstehenden Probleme kritisch beleuchtet. Nachdem noch einige Redner zu organisatorischen Einzelheiten sich geäußert hatten, hält Präsident Sokoiow eine zusammenfassende Schlußrede, in weicher er von höherer Warte die Entwicklung, die zur erweiterten Agency führte, _beleuchtete. Er analysierte die geäußerten Bedenken und klärte verschiedene Mißverständnisse in bezug auf das künftige Verhältnis der ״Nichtzionisten“ und der Zionistischen Organisation. Es handle sich um keine ״Unterwerfung“ der Zionisten, auch nicht der anderen Seite, sondern um loyale Zusammenarbeit für Erez-Israel. Er warnt vor unberechtigter Unter- Schätzung der Kraft des Zionismus. Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die zionistische Bewegung ui sich so stark sei, daß sie daran gehen könne, die große Peripherie der Zionsfreunde organisatorisch in dem Gebilde der Jewish Agency zusammenzufassen. Namens der Exekutive gaben Prof. Brodetsky und Harn׳ Sacher ausführliche Erklärungen ab und erläuterten einzelne, von mehreren Rednern im besonderen Maße in den Vordergrund ihrer Bemerkungen gerückte Punkt, so die Frage der Stimm Vertretung, der Formulierung der Konstitution der Jewish Agency und der völkerrechtlichen Folgen der Agency-Erweiterung. Felix Rosenblüth regte die Schaffung einer ständigen Kommission des A.-C. an, die im Einvernehmen mit der Exekutive die in Behandlung stehenden Fragen beraten soll. Diese Anregung wird der Vierzehner-Kommission überwiesen. Schluß der Sitzung um 1 Uhr nachts. Montag vormittag findet keine Plenarsitzung statt, da die Vierzehner-Kommission ihre Beratungen abhält. Siebente Sitzung (Montag, den 24. Dezember, 1 Uhr mittags.) PoliHscher Bericht der Exekutive Dr. Brodetsky erstattet den Bericht der Exekutive über die politische Arbeit in London seit der letzten A.-C.-Sitzung. Er erwähnt die wichtigen Ereignisse dieser Periode, insbesondere den Amtsantritt des neuen Higs Commissioners Sir John Chancellor, und berichtet sodann über die Schritte der Exekutive in der Angelegenheit des Vorfalles an der Klagemauer. Die Exekutive hat ferner mit der Regierung verhandelt wegen der Beschäftigung jüdischer Arbeiter beim Hafenbau in Haifa, der aus Gründen, die nicht mit unseren Angelegenheiten zusammenhängen, um einige Wochen verschoben werden mußte. Weiter wurde verhandelt wegen der neuen Verordnung über

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