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Jüdische Rundschau · 1928-12-28 · Heft 102 (28.12.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 102 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 720 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102. 28. XU 1028 machten aber auch die anderen Mitglieder der Exekutive einen ausgezeichneten Eindruck, Rosenbläth, schon ganz in die Ministerialstellung hineingewachsen, ent* ledigte sich der weniger dankbaren Aufgabe der Vertretung organisatorischer Vorlagen mit vorbildlicher Sachlichkeit und vei stand es, auch der scheinbar trockenen Materie Leben zu geben. Das neue Mitglied der Exekutive, Dr. Brodetsky, der zum erstenmal in dieser Eigenschaft an einer A.-C.-Siizung teilnahm, fand die ,Aufmerksamkeit und Sympathie des ganzen Saales. Man;»arte den Eindruck, daß durch seinen Eintritt unsere politische Exekutive iß London wirklich wesentlich gestärkt und bereichert worden ist. Lipsky, der Führer der Amerikaner, ist in bescheidener Zurückhaltung im Plenum weniger hervorgetreten. Sacher, der diesmal nur an der Agenry-Debatte teilnahm, da er aus Amerika kommt und jetzt riech Palästina zurückkehrt, sprach in der ihm eigenen' offenen Weise, und auch die Linke scheint ihm gelegeriiliche Schärfen nicht mehr übel zu nehmen, da jeder fühlt, daß hier ein entschlossenes zionistisches Temperament von großer Energie am Werk ist. Und schließlich — das fast not least ist diesmal keine Phrase — Miss Szolä, dm man heute schon als einen Liebling der Bewegung bezeichnen kann, denn sie hat in diesem Jahr ihrer Exekutiv-'Tätigkeit sich nicht nur den Respekt, sondern im wahren Sinne die Liebe aller Gruppen erworben, auch derer, die in Basel gegen ihre Wahl gestimmt habe!!. Wer»!! Miss Szold spricht, herrscht im Saal atemlose Sülle, obwohl sie keine Sensationen bringt, sondern die Zahl der Betten im Tel-Awiwer Hospital oder die Situation der Lehrer in den zionistischen Schulen beschreibt. Sie ist vielleicht die einzige Figur, die im- Stande ist, die gelegentliche Disziplinlosigkeit des A.-C. restlos zu bäi.u.gen. Ais diese immerhin bejahrte Frau In der letzten Hachtsiteung bi; zum Schluß — 8 Uhr früh! — auf ihrem Platze verblieb, obwohl bereits ihre 5Stimme versagte, wurde ihr eine Ovation dargebracht, deren Herzlichkeit bewies, daß das A.-C. für selbstlose lzionistische Hingabe und für wahre menschliche Quali- [fiten ein lebendiges Gefühl hat. Diese Frau kann vielen!Männern ein Vorbild sein. '* Der Verhmidluiigsbendit , Dfe Debatte -über Jewlih Agency (Schluß des Berichtes Ober die :rste Sitzung, 20. *Dezember, vormittags.) Grttabaam t (Radikaler): Wir müssen uns fragen, warum sich die Nicbtzionisien unseren Forderungen gegenüber so 4 nachgiebig gezeigt haben. Die E klärung finden wir in folgender Tasache; Aul der Konferenz in New York haben die Nicht- < zionlsten, die in Palästina mit uns? Zusammenarbeiten wollen, erklärt, sie bitten sich nicht der zionistischen Ideologie ge* | ,nähert •‘Disי kamt •nur;׳heißen,: daß sie i»;׳Jgl)ch «fcs jüdischen 1 fNatfonallsrtiMS■ nicht inft Uns übereiastimnifii. Dr. Weizmann F*.;hat darauf geantwortet, wir Zionlscen »litten nicht die Absicht, uns in Inneren Angelegenheiten de» Judentums In Amerika '[oder ln anderen Lindem hineinztimischen. (Dr. Weizmann unterbricht den Redner und erklärt, er!habe in New York folgendes gesagt: wenn Nationalismus be• deutet die Einmengung des künftigen Palästina in die poli- 'tische Lage der Ju den in Amerika oder sonstwo, dann bin ich [kein Nationalist usw.) j GrBn'öaum: Wenn Dr. Weizmann nichts anderes als das gesagt hat, dann sind wf־ falsch informiert und dann hat die i Presse Irreführend be rieh.et. Ich wende mich jedoch gegen die Auffassung, die meint, es gehe uns nur Palästina an, das andere!jüdische Leben kümmere uns nicht. Die Aufgabe des Zionismus 'ist es, die Macht fm jüdischen Leben zu erobern, nicht etwa ängstlich den Frieden zu wahren, um nicht die große Palästina-;Arbeit za stören. Ein ,solches System wäre für unsere Linder;sehr gefährlich. Wir. haben schon in Polen und Rumänien fesehei, daß die Regierung dem Zionismus öffentlich ihre ympachien erklärt und trotzdem eine antijüdische und anti• zlonfef sehe Politik im Innern des Landes führt. Redner geht dann, auf die Notwendigkeit einer radikalen zionistischen Propaganda über, da insbesondere die Jugend nur dort sich angezogen fühlt, wo sie Kraft und ehrliches Wollen spürt, Wir wollen also wissen, ob Dr. Weizmann auch bei uns in Polen bei der Agency-Politik die amerikanischen Methoden anwenden will. Redner erörtert sodann die einzelnen Punkte von Marshalls Memorandum. Hierauf wird die Sitzung unterbrochen. Zweite Slistmg (Donnerstag, 20,' Dezember, 5 Uhr nachmittags.) Die Generaldebatte wird fortgesetzt. Lewlte (Warschau) ist im Gegensatz m den Ausführungen Grünbaums der Ansicht, daß die Aufbauarbeit in Palästina die Nationalisierung im Golus verstärken wird. Der Primat der Palästina-Arbeit muß aufrechterhalten werden, denn nur dadurch wird drr innere zionistische Kampf vermieden und die notwendige Konsolidierung aller nationalen Kräfte im Golus erreicht. Die Bedingungen des Memorandums sind durchaus annehmbar. ■» ׳ Rubaschow (Poale Zion) wendet sich dagegen, daß min die Bedingung!1 des A.-C. vom Juli d. J. für erfüllt hält. Der Punkt 3 des ersten Marshall-Memorandums ist keineswegs befriedigend und entspricht nicht dem, was das A.-C. ausdrucken wollte. Es wird hier eine Art von Vormundschaft über die Siedler in Aussicht genommen und es wird nicht bestätigt, daß der Siedler in der Wahl der sozialen Formen frei ist. Wir sind im Gegensatz zur Survey Commission der Ansicht, daß auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen über keine Siedlungsform das Urteil gesprochen werden Kann, auch nicht über die Kwuzah. Wir glauben vielmehr, daß die JCwuzah sich bewahrt hat. Die Survey Commission hat aber nicht nur die Kwuzah angegriffen, sondern auch den Moscbaw, denn sie legt die Hand auf das heiligste Prinzip der Arbeiterschaft, nämlich das Prinzip der Awodah Azmit (Setbstarbeit). Wenn wir die Freiheit der Siedlungsfortn als unabänderliche Grundlage der Agency bezeichnet haben, dann können wir jetzt nicht einfach uns befriedigt erklären. Unsere Jugend fährt nach Erez-lsrael mit dem Traum, dort In Kwuzoth zu leben, und wir müssen die Sicherheit haben, daß wenigstens die Zionisten uns in dem Kampf gegen die Gegner der Awodah Azmit unterstützen werden. Redner geht dann über auf die Frage der Zusammensefzuhg der Agency und fordert nachdrücklich eine Hinzu- Ziehung der nichtzionistischen Arbeiterschaft in Amerika. Naiditsch (Paris) verweist darauf, daß zwar vor dem Krieg die national« Arbeit im Gölte der Hauptfaktor der zionistischen Organisierung des Judentums war, jetat jedoch wir nur durch Erez-lsrael du Judentum im Ooius beeinflussen können. Jeder Erfolg in Erez-lsrael stärkt uns auch im Golus. Eta Beweis dafür liegt in der Tatsache, daß durch die Balfour-Deklaration viele frühere Nichtziontaten für die nationale Arbeit gewonnen wurden, während manche Zionisten (Brandeta-Gruppe) Gegner der nationalen Landespolitik waren. Wenn Orönbaum von der Abwendung der Jugend gesprochen hat, so müsse darauf verwiesen werden, daß die Jugend uns dann verlassen wird, wenn sie zu lange warten muß. Nicht nur Kraft und Redlichkeit erwartet sie von uns, sondern auch ein bißchen Realität. Redner ist dafür, so schnell als möglich alle Vorbereitungen zu treffen, damit nach dem Kongreß «He Agency organisiert werden kann. Lichtheim (Revisionist) kommt zu dem Ergebnis, daß die Bedingungen des A.-C. nicht erfüllt sind mit Ausnahme des Punktes, der den Natlonalfondg betrifft. Zwar hält er die Bedingungen für unausführbar, aber die Mehrheit, die diese Kongrei&eschlüsse gefaßt hat, müsse sich darüber klar sein, daß ihre Bedingungen nicht erfüllt sind. Wir Revisionisten sehen in der Agency-Politik die Zerstörung der Zionistischen Organisation, und wir glauben nicht, daß die Organisation, die man künftighin künstlich aufrechterhalten will, für die neue Generation noch eine attraktive Kraft haben wird. Der Kongreß wird ja nichts Wesentliches zu beschließen haben, das A.-C. wird völlig überflüssig sein. Das, fifty-fifty-Prfnzip ist ein Unsinn, denn man kann nicht die Judenheit in zwei Hälften spalten. Ich führte, daß überhaupt kein lebendiges Organ entsteht, wenn jede Hälfte mit gebundener Marschroute zu den Sitzungen kommt Die Bewegung steht heute in Gefahr, aus einer nationalen politischen Bewegung zu einer philanthropischen Kolonisationsbewegung zu werden. Manche meinen, dies sei historisch notwendig gewesen, ich glaube es nicht. Ich könnte völlig verstehen, wenn. Zionisten׳ heute aus der Organ)- s. t on austreten und einen neuen Versuch zur Verwirklichung d< > Herzischen Planes unternehmen. Ich halte aber diesen Weg fiir undurchführbar. Darum glaube ich, daß wir mit der Tatsacfie rechnen müssen, daß aas neue Gebilde entstehen wird, gegen das wir mit guten Gründen gekämpft haben, und wir werden unsere Kämpfe innerhalb der Agency fortsetzen. Wir bedauern nicht1, daß wfr fünf Jahre in der Opposition waren, denn wir glauben, daß dadurch viele wichtige Gesichtspunkte durchgesetrt worden sind. Dr. Reich (Lemberg)! Es wurde hier von Grünbaum auf Verhältnisse in Polen angespielt Es ist nicht wahr, daß das Vertrauen zum Zionismus in Polen erschüttert ist Leib Jaffe hat mit Erfolg In den letzten Tagen gearbeitet und wir hoffen, daß, wenn weizmann bald nach Polen kommen wird, er ebenfalls sich überzeugen wird, daß das Vertrauen zu den zionistisehen Führern trngeschwächt lebt. Redner erwähnt zum Schlüsse eine vom zionistischen Parteirat in Lemberg in Gegenwart Prof. Brodetskys angenommene Resolution, in welcher Prof. Weizmann für das Zustandebringen des Uebereinkommens in New York Dank und Anerkennung ausgesprochen wird- Dr. Korainife (Nflw York) erklärt, daß der Standpunkt der Eigenwflligfe*»*-! ml de. Eigenbrötelei verlassen werden müsse. St1mmungsmä׳W5jr ist jeder Zionist dafür, daß die Bewegung allein *n der Macht bleibe. Die Zionisten Amerikas sagten sich, daß auf iftaen eine Bürde lastet, die sie nicht allein tragen können. Wir haben ferner erkannt, daß in Angelegenheit der Palästina-Arbeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten keine unverrückbare Scheidewand besteht. Eine neuerliche Verschleppung wäre eine gefährliche Sache. Ich weiß nicht,' wie es In allen Ländern aassieht, aber ich glaube nicht, daß es um die Zionistische Organisation in Polen besser bestellt ist als fn Amerika, fn Amerika tat׳ ttenfsttache-Äwesung •1ge־״, wachsen, aber 'dicht genügend, um alle dringenden Aufgaben *tt Jöse«. •Für uns M§ifrt־i|»')vihtfgjstf» daß PtÜstiML Irt»״ sperierf.' Wfr müssnr die Vorschläge der EsektMv#־ ttwp-' tieren. Farbsfein (Misrachi) erinnert daran, daß er immer Bedenken gegen die Erweiterung des Jewish Agency gehabt hat. Aber jetzt ist in Amerika etwas Bedeutsames geschehen und heute kann man nicht mehr sagen: man will die Jewish Agency nicht. Unsere Aufgabe ist nicht, wie Grünbaum gesagt hat, die Vertreter veralteter Ideologien zu verdrängen, sondern sie heranzuziehen. Redner polemisiert gegen manche Wendungen in den Ausführungen Dr. Reichs und bespricht dann die Frage der Bodenpolitik, wobei er Wert darauf legt, daß auch Mittellosen die Möglichkeit des Bodenerwerbs gewährleistet werde. Zum Schluß empfiehlt er die Annahme der Vorlage. Dr• Soioweitschik (Radikaler) meint, daß <üe Stimmung des A.-C. gedrückt sei. Der Kampf ist beendigt, jetzt fühlt man, daß man sich auf einem schweren Wege voller Gefahren befindet. Redner stellt die Frage, womit jetzt die Zionistische Organisation ausgefüllt werden wird. Ausführlich untersucht er die zukünftige Rolle des Keren Kajemeth und dessen Rechte zur Verfügung über die von ihm gesammelten Gelder. Er stellt ferner die Frage, ob die neue Korporation unter der Kontrolle der Agency stehen wird. Die zionistischen Unterhändler haben nicht alle zionistischen Forderungen durchgesetzt, sie haben ihr Mandat nicht erfüllt, daher müssen sie vor den Kongreß treten und ein neues Mandat fordern. Meier Berlin (Misrachi) spricht ausführlich über die Frage des Nationalfonds, dessen Direktorium er angehört. Wir können Dr. Weizmann beglückwünschen, denn er hat mehr erreicht, als man erwartet hatte. Redner schlägt jedoch einige Zusätze vor, die die praktische Durchführung der künftigen Bodenpolitik auf der Basis der amerikanischen Resolution betreffen. Namens des Direktoriums des Keren Kajemeth spricht er den Wunsch aus, daß diese Beschlüsse ebenso einstimmig angenommen werden, wie die den Nationalfonds betreffenden Beschlüsse der letzten A.-C.-S1tzung. Baraz (Hapoöl-Hazair), Palästina, wendet sich gegen Grünbäum und erklärt, Palästina könne sich den Luxus einer weiteren Verschiebung nicht leisten. Aus dieser Grundeinstellung heraus übt er jedoch Kritik an dem die Kwuzoth betreffenden Punkte der Beschlüsse und betont zum Schluß, das A.-C. müsse auf der Forderung der letzten Sitzung beharren. Dr. Federbusch (Misrachi) erklärt die Resolution der Marshall-Oruppe für zufriedenstellend und erörtert die Frage, was künftig aus der Zionistischen Organisation werden soll. Blumenfeld (Berlin! schließt sich dem Antrag an, das vorliegende Angebot der Marshall-Oruppe ohne weitere fifnschrlnkungen zu ratifizieren. Die Forderungen de» A.-C. stad dem §tane nach erfüllt worden und nur der eine Punkt, betreffend das Provisorium, ist eine A enderang, aber eine durchaus annehmbare. Redner spricht dann über das Verhältnis der zionisäschen Bewegung zu dem Plane der Jewish Agency. Die letzten fünf Jahre haben bewiesen, wie notwendig diese Er- Weiterung ist, denn auch im Zionismus kommen wir nicht weiter, wenn die Arbeit in Palästina stagniert Das A.-C. müsse Klarheit schaffen, ob wir die Agency wollen oder nicht, man dürfe nicht prinzipiell dafür sein und gleichzeitig durch allerlei Zu- Sätze das Zustandekommen verhindern. Was die Durchführung des Planes betrifft, so sei freilich das Projekt auf die Verhältnisse in westlichen Ländern zugeschnitten und man müsse anerkennen, daß sich im Osten Schwierigkeiten besonderer Art ergeben. Aber wir müssen der Verschiebung der jüdischen Kräfte in der gegenwärtigen Weltsituation Rechnung tragen. Der Zionismus tat Ja virien Lindem und gerade im Osten durch die inneren Kämpfe weit mehr bedroht als durch die Agency. Für Palästina tat die Kraft und der Geist der dort arbeitenden Bevölkerung der ausschlaggebende Faktor; die Kämpfe auch um soziale Oestaltung werden in Wahrheit im Lande selbst ausgefocftten werden. Es gibt zahlreiche Zionisten, die den Glauben an die Organisation verloren haben und eine Agency-Politik von der Art betreiben, auf die die Kritik der Agency-Oegner zutrifft. Ihnen kann man nur sagen; wenn wir nicht die Kraft habet», die Zionistische Organisation aufrechtzuerhalten, dann wird auch aus der Agency nichts werden. Die Agency wird mir das sein, was wir Zionisten daraus machen. Schluß der Sitzung 0JO Uhr abends. Dritte Sitzung (Freitag, den 2t. Dezember, vormittags.) Am Beginn der Sitzung teilte Vorsitzender Motzkin mit, daß die Allgemeinen Zionisten an Steile der verstorbenen A.-C.- Mitglieder Prof. Chajes (Wien) und Idel Schwarz (Südafrika) die Herren Dr. Alfred Klee (Berlin) und Dr. Alexander Licht (Zagreb) in das A.-C. als Mitglieder delegiert haben. Sodann wird die Debatte fortgesetzt. Glückson (Wand Leiuni, Palästina) betont, daß eine prinzfpfeile Auseinandersetzung Über den Zweck der Agency jetzt nicht am Platze sei, es handele sich ausschließlich um das Problem, ob die Bedingungen des Kongresses und des A.-C. erfüllt sind. Der Waad Leumi hat beschlossen, daß seine Vertreter auf strikter Erfüllung bestehen sollen. In den letzten Tagtat tat durch das Bekanntwerden der zwei Memoranden Marsballs eine entscheidende Wendung zum Guten eingetreten. Alle Redner waren der Ansicht, dal diese Memoranden anzunehmep stad, nur bezüglich einzelner Punkte haben wir noch Bedenken gehört Redner polemisiert mit den Vertretern der Arbeiter und wendet sich dann gegen Orönbaum, der befürchtet hat, die Agency werde die nationale Bewegung im Galuth stören. Die Erweckung der Herzen und die nationale Erziehung werde heute lediglich durch Erez-lsrael bewirkt, darum sei eine Stärkung unserer Position ln Erez-lsrael auch die stärkste nationale Kraft für das Galuth. Dagegen sehen wir in der nationalen Landespolitik viele bedenkliche Erscheinungen. Unsere wichtigste Autgäbe ist, die Zionistische Organisation im Innern zu stärken. Dr. Halperit! Die Schwierigkeit besteht weniger ie der Verfassung der Agency als in der Zukunft der Zionistischen Organisation. Es besteht di« Gefahr, daß wir die Jugend ver- Heren, auch ohne Agency. Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, daß die Agency uarklich etwas Großes in Palästina tut und nicht etwa eine bloße Verwaltungsbehörde wird. Eine Aktion im großen Stil wird die Jugend wieder in unser Lager führen. Wir müssen auch kämpfen gegen die bei manchen vorhandene Vorstellung, daß Palästina nur etwas sehr Schönes sein soll und daher nur ganz kleine Dinge unternommen werden können, die die Oewfihr der Vollkommenheit in sich tragen. Grossmann (Revisionist) meint, daß es noch heute nicht sicher ist, ob die Jewish Agency tatsächlich gemacht sei. Die Exekutive sollte ebenso viel Energie verwenden, um die 50 ®fo, die da sind, die Zionisten, nicht zu verlieren, wie sie sch bemüht, die anderen 50% zu gewinnen. Die Schaffung der erweiterten Jewish Agency ist im Grunde genommen illegal. Wenn Welzmann seine Ausdauer für die Schaffung der Palestine Colonisation Bank verwendet hätte, so hätte er sie auch ohne Agency zustande gebracht. Eine [Cooperation mit den anderen ist ganz gut ohne die Agency denkbar. Die Revisionisten bleiben in der Organisation, weil sie die Hoffnung haben, daß noch manches anders kommen kann, als die Mehrheit denkt. Remez (Achduth Awodah, Palästina) gibt den Befurch- . tpngen der Artiejter$d1aft,Äu$acuck, 4» Agfcncy könne sich )8• ein System׳ der. SevoftiiuriÜuiig 'der' Siedler vertan dein- Auch i»BnffK.viele Zionisten die Gelegenheit benutzen, um mit Hilfe 1׳fiel«• ■AfA»cy gewfibe Grundlagen unserer Kolonisation, wie Nationalfonds, Kwuzoth u. ä., zu beseitigen. Wir werden unter keinen Umständen auf die Freiheit des Siedlers, seine Lebens* formen selbst zu bestimmen, verzichten. Sprinzak (Hapoel-Hazair, Palästina): Wir sind eine demokratische Bewegung, und es besteht kein Zweifel, daß die Mehrheit der Bewegung die Agency-Politik will. Darum sollte man die Sache nicht zu’ciner Opposition gegen Weizmann benutzen, denn eine andere Exekutive müßte dieselbe Politk machen. Redner schildert ausführlich die geistige Situation der Jugend, die nicht durch die Agency-Politik deprimiert ist, sondern durch den Mangel an Arbeit, an Alijah, an Verwirklichungsmöglichkeit. Uebergehend auf die vorliegenden amerikanischen.Vorschläge, betont der Redner, daß die zionistische Hälfte durch die Juli- Beschlüsse gebunden ist und auch innerhalb der Agency für diese Prinzipien kämpfen muß. Er hat Bedenken gegen die Formulierung der Marshall-Memoranden, die für aie Praxis eine Auslegung zulassen, die nicht im Einklang mit dem Geist der Juli-Resolutionen steh». Zum Schluß spricht der Redner sein Bedauern aus, daß zu den Verhandlungen mit dem Siebenerkomitee der Marshai! Gruppe auf zionistischer Seite kein Vertreter der Arbeiterschaft zugezogen wurde. Fishman (New York) wendet sich gegen die Auffassung Orünbaums. Im Grunde genommen sei die Opposition durch die Ergebnisse von New York völlig entwaffnet Als Augenzeuge Scann er von dem ungeheuren Eindruck der Konferenz in New York berichten. Nicht nur Warburg und Marshall, sondern auch viele andere Nichtzionisten haben betont, daß sie bereit sind, mltzuarbriten. In Amerika ist die Sache gut gemacht worden. Es ist die Pflicht der anderen Länder, diesem Beispiele zu folgen. ' Harzfeld (Achduth Awodah, Palästina) drückt Weizmann die Anerkennung für seine Arbeit aus. Die Jugend kommt wieder zu uns, weil Palästina einen neuen Aufschwung erlebt. Die Ju״end will Alijah. Die Tatsache, daß neue Zertifikate ausgegeben wurden, hat mehr Eindruck gemacht als alles andere. Für Redner gibt es in der Frage der Kwuzah keine Kompcomisse. Redner resümiert, daß die Juli-Beschlüsse nicht geändert werden dürfen. Brodetsky (Exekutive): Mit den Resultaten von New York kann man zu 95 »/o zufrieden sein. Die Anerkennung der Prinzipien der hebräischen Kultur und der jüdishen Arbeit bedeutet» für ihn persönlich das Wichtigste. Mit den Beschlüssen beiüglieh des K. K. L. kann man zufrieden sein. Wenn man den englischen Originaltext nimmt, sieht man, daß alles viel besser klingt als in der Uebersetzung. Das Recht der Siedler auf Selbst* bestimmung ist nicht angetastet. Die Jewish Agency hat nicht die einzelnen Kolonisationspläne, sondern nur deren Rentabilität zu bestimmen. Das A.-C. muß Beschlüsse fassen und die Arbeit durch Verwirklichung der Agency vorwärts bringen. Dr. ff Indes (Warschau): Die Juli-Beschlüsse des A.-C. entsprachen dem zionistischen Bewußtsein, aber ihre Formulierung! war doch nicht die letzte Grenze. Die Aufgabe der Zionistischen Organisation wird die Beschötzung der zionistischen Prinzipien in der Agency sein. Redner hält das Prinzip von Fifty-Fifty für unglücklich. Die lebendige Entwicklung wird über dieses Prinzip hinweggehen. Durch die New Yorker Resolutionen sind die notwendigen Garantien geschaffen. Es wäre zu wünschen, daß in der monistischen Hälfte alle Schichten vertreten seien. Die Zionistische Organisation muß stark in die Agency ein* treten. Sam Cohen (Palästina): Die bürgerliche Partei Palästinas, Hitaehduth Esraebith Leumith, für die ich spreche, ist absolut für die Erweiterung der Jewish Agency. Ich bin ein Anhänget der Privatinitiative und ein Gegner der Kwuzah. die weder

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