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Jüdische Rundschau · 1928-12-28 · Heft 102 (28.12.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 102 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Par ziowinmw» eretrehi |8י de« MUjBtlf Welk eile Inheftuwe elwen aHewHkl» . urtWcti ««sicherten Helmstfltte .In PalSeMne. ״•■•eien •roeranii מן* Oie Beniner T&M des A.״C, - Vor der VerwlrhUdiang der Agency-Enveliei Ela wichtiger Schritt Ein wichtiger Abschnitt in dem Prozeß der ErweiteftMg der Jewish Agency kann als abgeschlossen bezeichnet werden. Das Zionistische Aktions-Comife als repräsentaäve Instanz der Zionistischen Organisation hat ausgesprochen, daß durch die Erklärungen Mr. Marshalls vom 20. November 1928 die vom A.-C. in seiner Juli- Sitzung formulierten Voraussetzungen erfüllt worden sind. Danach besteht jetzt zwischen beiden Verhandlungspartnein völlige Harmonie in bezug auf die Grundlagen der künftigen Arbeit am Aufbau des Jüdischen Nationalen Heimes in Palästina. Die Zionistische Organisation, die dreißig Jahre lang allein die ganze Last der Verantwortung für dieses jüdische Zukunftswerk getragen hat, kann sich nun mit denjenigen Juden zu gemeinsamer Arheit verbinden, die bisher nur als Außenstehende das Werden Erez-Israels verfolgt haben und jetzt, überzeugt durch die Kraft der Tatsachen, aktiv mitzuwirken bereit sind. Dieser Schritt bedeutet, wie Dr. Weizmann in seiner hinreißenden großen Rede sagte, den Beginn der jüfischen Einheitsfront für Palästina. Die Palästina-Idee .hat, solange sie nur Programm und Theorie war, das jüdische Volk in verschiedene Lager gespalten; jetzt, wo das Werk Wirklichkeit und Leben ist, befreist es seine bezwingende einigende Macht. Der Zionismus, der nur entstanden ist, weil das jüdische Volk in seiner Gesamt- Wir sind ans natürlich klar darüber, daß die verjüdischen Gruppen auch verschiedene Meioungen über die Bedeutung und Tragweite des palästinenrischen Judenzentrums haben; aber alle, die sich jetzt verbünden, sind sich einig darüber, daß das jüdische Nationale Heim unter Mitwirkung aller Juden aufgebaut werden muß. Wird nun — diese Frage, die seit langer Zeit gestellt wird, beschäftigte natürlich auch das A.-C. — die Zionistische Organisation als solche überflüssig? Die über* wältigende Mehrheit der Bewegung und auch des A.-C. ist der Meinung, daß dies nicht der Fall ist Pessimistisch ist mjr die kleine Gruppe der Radikalen, die in der Erweiterung der Jewish Agency einen Verzicht auf -das nationale Programm sieht und dies für eine Abdankling des Zionismus hält. Wir stehen hier vor dem paradoxen Zustand, daß gerade eine Gruppe, die sich als die der entschiedensten zionistischen Patrioten gebärdet, den Bestand der Organisation durch ihre negative Haltung in Frage stellt In Wahrheit sind wir noch lange nicht so weit, den Zionismus durch eine gesamtjüdische Bewegung zu ersetzen. Wir schätzen die Mitarbeit der anderen jüdischen Gruppen, aber wir verkennen nicht, daß es sich bei ihnen lediglich um Teilnahme an einer praktischen Arbeit handelt, keineswegs um eine tiefgehende, leidenschaftüche, die Wurzeln des Seins erfassende Bewegun g. Diese Bewegung, die die Kräfte des jüdischen Volkes von Grund aufwühlt und aktiviert, die die Herzen erschüttert und erweckt und der Sehnsucht des Volkes die geistige Form zu geben vermag, ist nur der Zionismus. Ihm erwächst in Zukunft vielleicht eine größere und bedeutungsvollere Aufgabe als er jetzt hatte, wo er durch die Erstarrung der Parteigrenzen und die dadurch fast unmöglich gewordene Berührung mit der jüdischen Außenwelt auf ein totes Geleise geraten war. Das A.-C. war sich denn auch darüber klar, daß die nächste Aufgabe, die ihm obliegt, die Konzentrierung der Energie auf die Erneuerung der Bewegung sein wird. Die damit zusammenhängenden organisatorischen Fragen werden wohl jetzt bis zum Kongreß die zionistische Oeffentlichkeit stark beschäftigen. Schon zu Beginn der Debatte im A.-C. zeigte es sich, daß über die konkrete Frage, um derentwillen die Sitzung einberufen worden war, nämlich dtp Beantwortung der amerikanischen Beschlüsse, kaum etwas Wichtiges zu sagen war. Alte Gruppen ׳waren sich von Anbeginn darüber einig, daß Marshalls Memorandum vom A.-C. angenommen werden muß. Sogar die prinzipielle Oppo- «ition, bestehend aus Radikalen und Revisionisten, mußte zugeben, daß die atncri.;snis:hen Vorschläge eine dem Geiste nach fast vollständige Annäherung aa die Juli- Beschlüsse des A.-C. bedeuten, und es wu von vomherein klar, daß selbst wenn der eise oder andere Zionist nicht ganz zufrieden wäre, ein Abbruch der Verbandlangen wegen der etwa noch verbliebenen Differenzen nicht in Frage käme. Da nun aber nach unserer parlamentarischen Gewohnheit zunächst eine Generaldebatte eröffnet wird, so lag es nahe, daß diese Debatte sich weniger mit den amerikanischen Beschlüssen beschäftigt, als mit dem prinzipiellen Problem der Erweiterung, das eigentlich durch die vorhergehenden Kongresse und A;-C.־Sitzungen bereits eindeutig entschieden ist. Besonders von Dr. Stephen Wise, der freilich erst nach Abschluß der Generaldebatte ein traf, wurde die Frage der Erweiterung prinzipiell aufgeworfen. Wise, der auf den vorhergehenden Kongressen sich stets — wohl aus Disziplin, da er damals noch nicht offiziell der Opposition angehörte — für die Weizmann-Politik ausgesprochen hatte, bekannte sich eigentlich zum erstenmal offen als Gegner d^r Age«cf*p1־weiterung und kämpfte mit. dem Aufgebot aller ihm zuF Verfügung stehenjlph rhetorischen Mittel — und das ist nicht wenig — gf|c*?jiie definitive Annahme des Projektes. Wise Ist in &gM&% seines Die Resolution des A««fc Das Aktions-Comife spricht seine beMedlfpiI. aus Star 4tt yfflaufjliij ... Uffl '90 Ä ‘im ygן Mandat berufen ist, an der Schaffung des jüdischen natioaalen Hehns ־ntfäniwirkeh, erkürt hat. Nachdem die auf Grund der Beschlüsse des A.-C. vom Juli 1928 in Berlin geführten New Yorker Verhandlungen ihren Abschluß gefunden haben, ermächtigt das A.-C. nach Kenntnisnahme der Memoranden, die dem Briefe des Mr. MarshaU vom 2S. November 1928 beigeschlossen waren, die Exekutive der Zionistischen Organisation, in der Erwägung, daß diese Verhandlungen den Berliner Beschlüsse weitgehend Rechnung tragen, und in der Erwägung, daß die Ergebnisse der Ver- Handlungen einen entscheidenden Schritt zur Vereinigung der gesamten Judenheit innerhalb der erweiterten Jewish Agency für den Aufbau von Erez-Israel bedeuten, — Mr. Marshall miteuteilen, daß die Zionistische Organisation bereit ist, im Einklang mit den In den Memoranden enthaltenen Vor- Schlägen vorzugeben. Das A.-C. erwartet, daß die Exekutive aOe notwendigen Maßnahmen ergreifen wird, um die Errichtung des Council der erweiterten Jewish Agency und dessen Einberufung zum frühestmöglichen Termin nach dem 16. Kongreß sicherzustellen. Ein Telegramm Chancellors Anläßlich der Tagung des A.-G in Berlin richtete Dr. Welzmann namens der Exekutive a» den Oberkommisslr für Pallstlna eine Glückwunschdepesche zu seinem Amtsantritt Darauf langte von Sir John Chancellor telegraphisch nachstehende Antwort ein: Dr. Weizmann, Berlin. Jerusalem, 24th December 1928. Please convey to tbe World Zlonbt Executive my warn» thanks for thelr lind congratulations on my appointment as High Commissioner for Palestine. I share thelr faope that my ferm of Office will mark a further «tage in tbe estabüshment of tbe Jewish National Home and development of Palestine to the «fvantage of all tts inhaMtants. Chancellor. Merseisvag Wollen Sie freundlichst der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation meinen warmen Dank für ihre freundlichen ulüekwtinsche zu meinem Amtsantritt als Oberkommisslr für Palästina zum Ausdruck bringen, ich teile ihre Hoffnung, daß mpinc Amtsdauer einen Fortschritt: in der Errichtung des Jüdischen Natibnalheims und in der Entwicklung Palästinas zum Wöhle all seiner Einwohner bedeuten wird. Chancellor« ■ - Beraters Rosenson zu׳ dieser Sitzung ■aus-New'York :w Berlin gekommen, um hier in letzter Stunde seitten-Stal punkt zu vertreten, und die zionistische OeffenftellkÄi wird sicherlich den Worten Sokolow'8-'»tt1tme1»Y» diesen Schritt als einen Beweis großer, politischer zionistischer Pflichttreue würdigte. Trotzdem w4ri*|l sich fragen müssen, was Wise eigentlich bewwiltt 1 da er ja nicht damit rechnen konnte, das A.-C. plötzlichen Abbruch der Verhandlungen zu beweplf,/,;t* das ״Dixi et salvavi ariimam meam“? Wise ist'bekiljifi auf dem letzten Baseler Kongreß zur Opposition׳ gegangen, weil sein Antrag auf Uebertragung derjpoliy tischen Leitung an eine Kommission von .Weizmann abgert lehnt wurde. Er ist seit Jahren ein erbitterter. per sin•,: j Heiter Gegner verschiedener Minner,.die an der ־SjUtwj.' der nichtzionistischen amerikanischen Agency-Parlne# stehen. Auch innerhalb des amerikanischen Zionismus war in den letzten Krisenjahren Wise aktiv auf Seite der Opposition, die sich dort um die Reste der'ehemaligen■;■ Brandeis-Gruppe schart. Seinem Berliner Auftreten hft er einen weiten öffentlichen Widerhall gesichert, ind&t. er selbst den Vertretern der großen amerikanischen Presse - in Berlin das Material für ihre t Berichte lieferte; -Nt!w - York Times, Associated Press; Reuter und auch eiglffphg‘ sind, haben־" auf diese, welle obwohl,, 41 nistischen Sache, die Wise■ retten will, gedient״»!; bedauerlich, einen Mann wie Dr. Wise, dessen Verdienste׳ um den Zionismus besonders zur Wilson-Zeit unbestritten sind, in einer so unfruchtbaren Richtung wirken za sehen, gerade in einem Moment, wo der Zionismus alle seine Kräfte zu aufbauender Arbeit — auch auf Propagandist!- sehen» Gebiete —- braucht. Gegenüber 'Wise waren die Reden der anderen Oppositionsführer, besonders Lichtheims und Grünbaums, gemäßigt und ließen die Hoffnung entstehen, daß nach der definitiven Entscheidung des wichtigsten Streitpunktes der Bruch innerhalb der aonistischen Bewegung verheilen wird und auch die ׳bisher oppositionellen Männer nach der neugeschaffenen Situation positiv beim Aufbau der Agency mitwirken und deren zionistischen Teil dadurch stärken werden. Das Aktions-Comite hat sich ausgiebig mit der Frage befaßt, wie die Organe der künftigen Jewish Agency aussehen sollen und welche weiteren Schritte : getan werden müssen, um die Vertretung aus den anderen, nicht amerikanischen Lindern zu sichern. Eine kurze - Sitzung konnte natürlich diese Fragen nur vorbereitend besprechen und nicht alle Schwierigkeiten klären. Immerhin wird die Aussprache, die im Plenum und in einer Kommission stattfand, der Exekutive' ihre weitere Arbeit erleichtern. Noch in diesem Sommer soll der Council der erweiterten Jewish Agency zusammen treten. Eine besonders hervorstechende Tatsache dieser Sitzung war das ausgezeichnete Verhältnis zwischen Exekutive und A.-C. Von der Spannung, die sonst be» merkbar ist, war diesmal nichts zu fühlen. Die Exekutive erwies sich als eine vortrefflich zusammengesetzte Körperschaft. Das Hervortreten der Exekutive- Mitglieder markierte die großen Momente der Tagung. Da ist zunächst Dr. Weizmanns erschütternde Schlußrede, die durchglüht war von echtem zionistischen Feuer, erfüllt von leidenschaftlicher Hingabe an die Idee seines Lebens. Diese Rede, die auch in sehr gelungener Form eine Auseinandersetzung zwischen den Gesichtspunkten der zionistischen Galuthpolitik und der einseitigen Konzentration auf die Verwirklichung des Palästinazieles gab, war ein würdiger Ausdruck des historischen Momentes, der die zionistische Bewegung aus der Enge befreien und vor neue Aufgaben stellen soll Sie war zugleich eine elementare Bekundung zionistischer Kraft und Ergriffenheit. In einer anderen Form vermochte am .nächsten Abend Herr S0 k o 1 o w die Bedenken der Kleinmütigen zu zerstreuen. Er sprach aus der Fülle seiner überlegenen Weltcrfahnmg, mit der Sicherheit des in jüdischer Geschichte und 'Tradition Verwurzelten, mit dem ganzen Charme seines unerschöpflichen und einfallsrefciien Humors, der nur das Aequivalent menschenkundiger .Weisheit ist Neben, den beiden Präsidenten

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