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Jüdische Rundschau · 1928-12-21 · Heft 101 (21.12.1928) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 101 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 718 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 101, 21. XU 1928 Jogendpropaganda der Z. V. f. D. Die Z. V. f. D. hat in der letzten Zeit eine rege Propagandatätigkeit unter der Jugend entfaltet. Es fanden mehrere Veranstaltungen statt. Unter ihnen ist hervorzuheben der Vortrag von Kurt Blumenfeld über ״Individuum und G e - samt heit‘‘ in Berlin im großen Saale des Logenhauses, Kleiststraße. Der Vortrag war außerordentlich stark besucht. In dem überfüllten Saal sah man zum größten Teil Jugendliche und Angehörige der Jugendorganisationen, die den Ausführangen Biumenfeids mit größter Aufmerksamkeit folgten. Blumenfeld verstand es, unter Heranziehung zahlreicher illustrierender Tatsachen aus der Geschichte und der modernen Literatur das Wesen der Jmlenfrage an der Problemstellung ״Individuum und Gesamtheit“ überzeugend darzustellen. Er zeigte, daß nur der Zionismus den prinzipiell richtigen Weg beschritten hat, nämlich die Juden aus einer Weit fiktiver Be• Ziehungen zu befreien und dein Problem ״Individuum und Gesamtheit“ einen realen Gehalt zu geben. Blumenfelds Vortrag wird gesondert veröffentlicht werden. Weiter fanden eine Reihe von Veranstaltungen in der Provinz statt. Darüber sind uns folgende Berichte zugegangen: München. Die V. J. St. Jordania hatte für den 6. Dezember zu ihrem ersten politischen Abend eingeladcn, aut dem Herr Dr. S. K a n o w i t z (Berlin) über das Thema ״Jüdischer Lebenswille und jüdische Lebensmöglichkeiten“ sprach. Dr. Kanowitz führte aus, daß die These vom Untergang der deutschen Juden in einem deutlichen Gegensatz stehe zu ihrem subjektiven Lebenswillen. In allen Kreisen des deutschen Judentums zeige die Kurve des jüdischen Lebenswillens seit der Nachkriegszeit einen deutschen Anstieg, was der Rc-dner im einzelnen belegt. Die Aufgabe der ultra-assimilatorischen Richtung ist aber noch nicht als ein zionistischer Sieg anztisprechen, denn mag auch der Lebenswille wachsen, so schwinden doch die jüdischen Lebensmöglichkeiten. Daran ändern auch alle Versuche der nichtzionistischen Jugend nichts, die zum Aufbau einer jüdischen Wirklichkeit gemacht werden. Wohl hat man die zionistische Diagnose übernommen, aber die zionistische Prognose wird noch abgelehnt. Diese zionistischer! Forderungen aber haben noch nichts an ihrer Wahrheit eingebüßt. Sie stellen fest, daß die jüdische Gesellschaft keinen Lebensinhalt hat und auf einem anderen als dem zionistischen Weg auch keinen erlangen wird. Dr. Kanowitz wandte sich nun einer Analyse des deutschen Judentums zu. Das Judentum erschöpft sich für den deutschen Juden, da es nicht die Totalität seines Lebens umfaßt, im wesentliehen in Dialogen. Es ist eine Sache, die man nicht tut, sondern über die man spricht. Der deutsche Jude ist Jude a u f K ü n d iung. Er macht in jüdischen Dingen nur so lange mit, als ihm ie anderen Dinge seines Lebens dazu Zeit lassen. Er ist zuerst Kaufmann, dann erst Jude. Aus all dem gewinnt der Zionismus die Erkenntnis, daß das Judentum dem Leben wiedergegeben werden muß. Es gibt nur ein Land, in dem im Gegensatz zur ganzen übrigen Welt die jüdische Substanz mit jedem Tag eine Steigerung der jüdischen Substanz gibt, und dieses Land ist Palästina. Im Galuth ist das Judentum die Differenz, in Palästina die Summe aller Lebensäußerungen. Nur wenn die Jugend die politische Aktion des Zionismus trage und sich mit allen ihren Kräften an ihr bcteilige, werde der jüdische Lebenswille wieder jüdische Lebensmöglichkeiten schaffen können. Dr. Kanowitz fand mit seinem Referat den stürmischen Beifall aller Anwesenden. K. N. Stettin. Am 15. Dezember hielt Herr Dr. Kanowitz, Berlin, einen Vortrag über das Thema: ״Zionismus oder Neutralität“. In überzeugender Weise schilderte er die augenblickliehe Situation des Judentums mit der erhöhten Betriebsamkeit besonders in Jugendkreisen, die aber nicht zu verhindern vermag, daß überall die jüdische Substanz in erschreckendem Rückgang begriffen ist. Als einzige Möglichkeit zur Erhaltung von jüdischem Volkstum und jüdischer Kultur bezeichnete er die Schaffung eines jüdischen Zentrums in Palästina. Der Vortrag, der von einem zahlreichen, besonders jugendlichen Publikum aus allen Lagern besucht war, führte zu einer sehr lebhaften und ausgedehnten Diskussion, die sich auf einem recht hohen Niveau aucn auf gegnerischer Seite bewegte. Der Abend hinterließ bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck. Vom Preußischen Landesverband Jahresbudget: 1 200 000 M. Die Sitzung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes vom Sonntag, dem 16. Dezember, beschäftigte sich in erster Linie mit dem Etat, den der Finanzreferent Direktor Georg Kareski vorlegte. Der Etat für 1920/30 beträgt 1 200 000 Mark. » Der Große Rat beschäftigte sich mit einer Reihe von Verfassungsfragen, er beschloß u. a., daß die Wahlperiode bis zum* Herbst 1930 verlängert werden solle, mit Rücksicht aut die dann voraussichtlich auch in den Großgemeinden Beriin und Breslau stattfindenden Gemeindewahlen. Die Frage der Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie wurde nach einem Referat des Professors Dr. Türk erörtert. Eine lange Debatte ergab die Frage der Schaffung einer Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Der Führer der Volkspartei, Dr. Klee, protestierte dagegen, daß als einer der Redakteure eine Persönlichkeit in Aussicht genommen sei, die gegen den Zionismus und die Ostjuden in einer Wissenschaftliehen Publikation schwere Angriffe erhoben habe, und sprach sich ferner dagegen aus, dal! die Zeitschrift nicht lediglich von den Landesverbänden, sondern auch von einer deutschen Partei- Organisation mit herausgegeben werden solle, ja sogar in einem Verlage erscheinen solle, der ein ausgesprochener Parteiverlag ist. Die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutechland müsse einen rein wissenschaftlichen, völlig objektiven, parteifreien Charakter tragen, der durch diese Maßnahmen nicht garantiert sei. Die Angelegenheit wird voraussichtlich in einer Interpellation die Landes Versammlung beschäftigen. Die Einberufung einer Konferenz, die sich mit der Frage der Mischehen befassen soll, wurde beschlossen. Professor Elbogen berichtete über die Frage der Erhaltung der Kunstdenkmäler. Voraussichtlich wird eine Inventarisierung der in Deutschland vorhandenen Kunstdenkmüler erfolgen, für die zunächst nur eine bescheidene Summe erforderlich sein dürfte. Die Anstellung eines hauptamtlichen Bearbeiters für diese Frage wurde deshalb zurück-gestellt. Für den Wohlfahrtsausschuß erfolgte eine Nachbewiliigung in Höhe von 10 000 M. Einen sehr breiten Raum nahm neben der Etatberatung die Frage der Lehrerbildung ein. Es wurde beschlossen, da in Berlin die liberale Lehrerbildungsanstalt besteht, in Köln die bestehende Jawnc-Anstalt so atiszubauen, daß bei ihr die Lehrerausbiidung auf akademischer Grundlage erfolge, daneben aber auch ohne akademische Grundlage eine Ausbildung von Lehrern, Kantoren und Schächtern vor sich gehe. Da der Preußische Landesverband wirtschaftlich nicht in der Lage ist, mehr als zwei solcher Institute, in Berlin und in Köln, zu unterhalten, müsse mit der Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände dahin verhandelt werden, dal! eine Unterstützung der süddeutschen knnservativen Lehrerbildungsanstalt (in Würzburg) durch den Preußen-Verband nicht erfolgen solle. Von seiten der Lehrerschaff wurde Protest gegen die geplante Kultusbeamtenausbildüng ohne akademische Grundlage erhoben. קדו היסו EIN GROSSER KULTUR-FILM: DER AUFBAU DER JÜDISCH EN HEIMSTÄTTE קימת NACH DEM STÜRMISCHEN ERFOLG IM MOZART-SAAL ZWEITE AUFFÜHRUNG IM FILM PALAST BÖRSE AM HACKESCHEN MARKT SONNTAG, DEN 30. DEZEMBER 1928,11־/״ UHR Aus den Gemeinden Chemnitz. In der hiesigen Gemeinde haben am 6. Dezember die Wahlen zur Repräsentantenversammlung stattgefunden. ״Jüdische Gemeinde Chemnitz“ ist heute in Deutschland beinahe ein Begriff geworden, die Verkörperung von schwärzester Reaktion und härtestem Wahlunrecht. Die Machthaber, alles selbstverständlich ״Demokraten“, haben aus der Wahl ein Gesellschaftsspie! gemacht: 17 und 4. Neben sonstigen Erfordernissen, nämlich: Steuerzahlen u. a. wird dafür gesorgt, daß nicht alle Juden sich etwa wie zu Hause fühlen sollen. Die Ausländer dürfen 4 Vertreter, die ״Alteingesessenen“ 17 wählen. (Es ist unbekannt, ob diese gloriose Einteilung von 17 und. 4 einer Erinnerung an den Spieltisch ihr Leben verdankt.) Die Wählerschaft von Chemnitz hat ihre Ansicht deutlich zum Ausdruck gebracht. Nachdem bereits in einer Wahlversamm- Jung am 3. Dezember, in der Herr Kareski vor überfülltem Saal sprach, alle einmütig gegen den jetzigen Zustand Front gemacht haben, stimmten am Wahltag zirka 65 »/o der Wähler für die Jüdische Volkspartei. Dank des Wahlunrechts wurden nur zwei unserer Vertreter, die Herren Scharf und Muschinski, gewählt. Deutlich aber Ist zum Ausdruck gekommen: Die Tage der Reaktion in Chemnitz sind gezählt. G. Gotha. Am 17. Dezember fand die Gemeindeversammlung statt, welche über die neue Verfassung der Gemeinde Beschluß fassen sollte. Aus formalen Gründen mußte zunächst auf Grund des alten Statuts, nach dem nur Reichsdeutsche stimmberechtigt sind, ein Vorstand von 9 Personen gewählt werden. Während von seiten der Zionisten und des Gemeindevereins die getroffenen Vereinbarungen streng innegehalten und infolgedessen die Vertreter der alten (liberalen) Gemeinde ohne Gegenkandidaten durch Zuruf gewählt wurden, wurden gegen die Kandidaten der Zionisten von oppositioneller Seite Gegenkandidaten aufgestellt. Bei der Abstimmung wurde zunächst der Zionist Dr. Stern mit 77 gegen 62 Stimmen gewählt Gegen den zweiten zionistischen Kandidaten Dr. Noack wurde der derzeitige Logenpräsident Kurt Simson aulgestellt. Dr. Noack wurde mit 90 Stimmen gegen 47, die auf Simson fielen, gewählt. Der Kandidat des Gemeindevereins, Lehrer Schaler, wurde ohne Gegenkandidaten durch Zuruf gewählt. Die Gemeindeversammlung wurde dann zur Weiterberatnng der Tagesordnung auf Anfang Januar vertagt. Ortsgruppen Altona. (Generalversammlung des Misraclii.) Die diesjährige Generalversammlung der Misrachi-Ortsgruppe Hamburg-Altona mußte auf zwei Abende verteilt werden, da die Fülle des zu behandelnden Stoffes und das Interesse der Mitglieder diesmal — es waren beide Abende stark besucht — wesentlich größer war als es sonst der Fall zu sein pflegte. Besonders die Klärung der Stellungnahme der Hamburger Ortsgruppe zu dem Beschluß des Frankfurter Misrachi-Delegiertentages, welcher die Umwandlung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft forderte, und der durch diesen Beschluß geschaffenen neuen Lage, die wir durch ein klares und ausgezeichnetes Referat vom Vorsitzenden des deutschen Misrachi-Zentralbüros, Herrn Alexander Adler, vorgetragen erhielten, nahm viel Zeit in Anspruch, mit dem Resultat, daß die Hamburger Ortsgruppe unbedingt die Neubehandlung dieser Frage auf einem eigens hierfür einberufenen Delegiertentage wünscht. Der Inhalt der misrachistischen Gruppenaufgaben, speziell gesehen unter dem Gesichtspunkt unserer Hamburger Verhältnisse, die Möglichkeit der neuen Propaganda in den Kreisen unserer zionistischen und unserer gesetzestreuen Brüder war in Anlehnung an den vom Vorsitzenden gegebenen Jahresbericht und an den Kassenbericht ebenfalls Gegenstand ausführlichster und ernstester Erörterungen, bei denen auch wiederum die Anwesenheit unseres Herrn Adler sehr befruchtend auf die Debatte einwirkte. Es wurde betont, daß durch die zielbewußfe und eifrige Arbeit der ZeireMisrachi, des Jungmisrachi in Hamburg besonders, wovon der an den Weihnachtstagen stattfindende Bundestag ja ein beredtes Zeugnis vor aller Oeffentlichkcit abgeben wird, der Ortsgruppe ein großer Teil der Arbeit genommen ist und daß ferner durch die selbstverständliche Beteiligung aller Hamburger Misraqhisten an den Arbeiten der Hamburger Zionistischen Vereinigung gleichfalls ein wesentlieber Teil misrachistischer Werbearbeit geleistet werde. Die Kritik machte jedoch auch nicht Halt allein ari den unterlassenen Arbeiten des bisherigen Vorstandes, sondern erstreckte sich auch auf das politische Verhalten zweier Mitglieder des Vorstandes, denen in innerzionistischen Angelegenheiten von einem bewährten und tätigen Mitglied unserer Gruppe starke Opposition gemacht wurde. Die Versatnmlungsmehrhfit konnte sich bei teilwelscr Anerkennung der Gründe des Opponenten doch nicht den geforderten Entschlüssen anschließen, und e.swurde nach mehrstündiger Behandlung dieser Dinge dem Vorstand vorbehaltlos Decharge erteilt. Die dann in vorgerückter Stunde vorgenommenen Neuwahlen ergaben die Wiederwahl des Herrn Dr. Rud. Modler als Vorsitzenden, ebenso die Wiederwahl des Herrn Jacob Hertz als Kassierer und des Herrn Dr. Streim, ferner die Neuwahl der Damen Frl. Recha EUern und Frau Erna Goldberg, sowie der Herren Ernst Fink, Artur A. Lanzkron und Dr. ■Schereschewski. Hoffentlich wird das an diesen beiden Abenden bewiesene Interesse sich auch bei den anderen Gruppenveranstaltungen zeigen und zur verstärkten Arbeit führen. Dr. R. M. Chemnitz. Am 8. Dezember fand die Makkabäerfeier unserer Ortsgruppe statt. Die von musikalischem Darbietungen eingerahmte Festrede Dr. Nahem Go'dm inas — gleich geistreich im Aufbau wie im Inhalt — war natürlich keine althergebrachte Makkabäerrede. Sic hatte zum Grundgedanken die Verbundenheit, des Juden mit seiner Vergangenheit und riß die Zuhörer bis zum letzten mit. Aber nicht nur für den Ernst des Festes war gesorgt, auch die Tanzlustigen kamen nach dem ernsten Teil zu ihrem liecht. Die Stimmung des Abends war ausgezeichnet und dank des guten Besuches der Ertrag zufriedenstellend. Cottbus. 1' nsere Ortsgruppe begann jetzt ihre Winterarboil, nachdem im Juli bei uns Herr Herbert Wachsmann, der sich inzwischen in Palästina angesiedelt hat, in einem sehr instruktiven Vortrage über seine ״Eindrücke aus Palästina“ berichtet hatte. Er schilderte eingehend alle wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse auf Grund seiner Erfahrungen während seines mehrjährigen Aufenthalte* im Lande. — Herr Kurt Löwenstein, BerLin, sprach am 19. 11. bei uns über ״Moskau oder Jerusalem“? Er wies auf diese beiden Konzentrationspunkte sozialer Aufbauarbeit hin und begründete soziologisch die Notwendigkeit unserer Einstellung auf jüdische Lebensnotwendigkeiten und Erhaltungsmöglichkeiten durch Schaffung des jüdischen Palästina. Die Veranstaltung war gut besucht und kann als günstiger Auftakt unserer Winterarbeit betrachtet werden, h. f. Duisburg. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete außer dem Vortrag von Herrn Fritz Bernstein auch einen Lichtbilder-Vortrag von Herrn Paul Kaufmann, Köln, über ״Oeffenlliches Leben in Palästina". Die 60 Lichtbilder vermittelten den Anwesenden Eindrücke aus dem Stadt- und Landleben in Erez-Israel. Sie zeigten neben den alten Jescliiwoth die modernen Schulhauten und Waisenhäuser, die Universität und ihre־ Einrichtungen, sowie u. a. einen Festzug anläßlieh des Purimfestes. Die gut besuchte Versammlung folgte den Erörterungen zu den Bildern mit größtem Interesse. Wünschenswert wäre, daß noch mehr Bilder von der modernen Aufbauarbeit gezeigt würden. Gera. Eine erfolgreiche Büchsen-Aktion ist von der hiesigen Gruppe des J. J. W. B. durchgeführt worden. Die Büchsenleerung war hier lange Zeit, vernachlässigt, nun aber sind im Verlaufe weniger Tage über 50 Büchsen wieder, respektive neu aufgestellt worden. Ein Vortrag im neutralen Jugendbunde, welchen Rudi Nobel, Zwickau, am 20. Dezember hält, wird sicherlich auch dazu beitragen, das neue Interesse an der Büchse zu stärken. Die junge Gruppe des J. J. W. B. ist zu dieser zionistisch sehr anerkennenswerten Aktion zu beglückwünschen. Stettin. Herr Dr. Rud. E 1 k a n, Hamburg, hielt einen sehr interessanten Palästina-Vortrag und berichtete an Hand seines sehr umfangreichen Lichtbildmatemls von seinem dreijährigen Aufenthalt als Arzt in Erez-Israel. Der •Vortrag war überaus gut besucht und fand reichen Beifall. — Unsere Chan ukk ah- Feier am 8. Dezember verlief in kleinerem Ortsgruppenkreise sehr stimmungsvoll und wurde durch eine Festrede unsres Rabbiners, Herrn Dr. Elk, gekrönt. Vortragsreise Fritz Bernstein in Westfalen. Herr Fritz Bernstein, Rotterdam, hatte sich freundlicherweise zu einer Vortragstournee in Westfalen zur Verfügung gestellt. Herr Bernstein sprach in den Orten Bochum, Hamborn, Oberhausen, Duisbürg über sein Buch: ״Antisemitismus als Ortsgruppenerscheinun g“. Die Vorträge waren überall gut besucht und fanden bei den Zuhörern lebhaftesten Beifall. Bern- Steins Buch, das eine sehr bemerkenswerte Analyse des Antisemitismus enthält und die Notwendigkeit des Zionismus überzeugend dartut, sollte viel mehr verbreitet und benutzt werden als es bisher der Fall ist (erschienen im ״Jüd. Verlag“, Berlin). Den Ausführungen folgten in den Gruppen lebhafte Aussprachen, und es ist nur außerordentlich zu bedauern, daß auch zu diesem Vortrag, zu dem überall sämtliche Gemeindemitglieder eingeladen waren, die Nichtzionisten in einer verschwindend kleinen Anzahl erschienen waren, so daß eine Auseinander- Se tzung mit ihnen nicht möglich war. Vermischtes Der Chanukkah-Ball des Keren Kajemeth in Berlin. Das strahlende Bild der Kroll-Säle, in welchen sich am 13. Dezember alles traf, was im zionistischen Leben Berlins Rang und Namen hat und mit den Bc- Strebungen des Nationalfonds sympathisiert, muß den Veranrtal'ern aufrichtige Befriedigung gewährt haken. Glänzende Stimmung, die bis in die frühen Morgenstunden anhiolt, eine reiche Tombola, die schon um Mitternacht ausverkauft war und alle Gewinner erfreut halte, erstklassige Darbietungen zeichneten den Abend aus, der zweifellos dazu bei getragen hat, das Ziel der \eranstaltcr zu erfüllen, nämlich einen Beitrag zur Bildung einer z!0nistischen Gesellschaft in Berlin zu liefern, deren Fehlen den zimilsh schon Kontakt in der Großstadt, so erschwert. Von den künstlerischen Attraktionen wurde besonders ein orientalischer Tanz von Ruth A 1 b u und die hebräischen Lieder Iso G o 11 a n d 5 mit Beifall aufgenommen und auch die Tanzvorführungen von Dorothy K a y e und Elionne d'Artois wie dio Zeichonkunststücke des Karikaturisten Göridör wurden lebhaft applaudiert. Um den Hauptgewinn der Tombola, eine Palästinareiso I. Klasse, welche der Palestin״ Lloyd gestiftet hatte, gab es eine große Sensation und der glückliche Gewinner, der bekannte Zionist Direktor Benzion Fett, wurde endlos beglückwünscht und beneidet. Der Berliner K.K.L. hat mit diesem Ball und der vorangehenden Uraufführung Films io würdiger Weis״ Chanukkah und die Erwerbung der Haifa Bay gefeiert und auch finanziell einen besonders schönen Erfolg erzielt. Dem Ballknmilee. da, die Veranstaltung in geradezu vorbildlicher Weise organisiert und n"־״ unnötigen Kosten, dafür aber keine Mühe gescheut hat. <1 >'1״ die Berliner Zionisten sehr dankbar sein. T, R Die Vereinigung ״Iwria“ veranstaltet einen Z y klus von Vorträgen über Palästina von Herrn Josef B r a s I » w s k v. Der erste Vortrag findet in Form einos Lichtbilder vorlrag es am Die ns tag, den 35. Dezember, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/1׳. abends 8 Uhr, statt. Thema: ״Das Tote Meer und seine Schätze". Alle Freunde der hebräischen Sprache sind willkommen. Alle In Palästina befindlichen oder sich ganz vorübergehend in Deutschland aufhaltenden aus Deutschland stammenden ("1 ' י ~ ~ J'~ ~'~u

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