Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 101 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 101, 21. XU. 1028 JUEDJSCHE RUNDSCHAU Seite 713 Vom sozialistischen Zionismus Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina Die Konferenz findet am 29. und 30. Dezember 1928 im Bürgersaal des Berliner Rathauses, Königstraße, statt. Folgende Tagesordnung Ist vorgesehen: Sonnabend,den 29. Dezember,20 Uhr: 1. Eröffnung der Konferenz. 2. Begrüßungen. 3. Dr. Martin Buber: Warum muß der zionistische Aufbau sozialistisch sein? Sonntag, den 30. Dezember, vorm. 9ו/י Uhr: 4. Fritz Naphtali: Sozialistische Wirtschaftspolitik in Pa• lästiaa. 5. Vertreter der Histadruth: Der Stand der kolonisatorischen Tätigkeit der Arbeiterschaft in Palästina. 6. Aussprache. 13«/*—15% Uhr: Mittagspause. 15«/j Uhr: Fortsetzung der Aussprache. 7. Beschlüsse. 8. Schlußansprache. Ende 19 Uhr. Anmeldungen zur Teilnahme an der Konferenz nebst Wün• sehen betr. Unterbringung sind an das Sekretariat für che Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina, Berlin-Char-!ottenburg 2, Joachimsthaler Str. 38, erbeten. Für die Konferenz der Fremde des arbeitenden Pallsfioa Die Vorbereitungen für die Konferenz haben in den letzten Tagen weiter ihren Fortgang genommen. Es fanden u. a. größere Veranstaltungen in Frankfurt a. M. mit Dr. Grüne• wäld ^Mannheim), in Leipzig mit S. Rudel (Berlin) und in Mannheim mit Dr. G r ü n e w a 1 d als Referenten statt. In Berlin wurden in verschiedenen zionistischen und ntehtzionistisclien Jugendkreisen Ausspracheabende über die Konferenz durchgeführt, die der Sammlung aller auf dem Boden des Aufrufs stehenaer Jugendkräfte dienten. Es sprachen hierbei u. a. Dr. Robert Weltsch, Dr. Georg Lubinski und Kurt Loc. wen st ein. Die Aussprachen werden auch in den nächsten Tagen bis zum Beginn aer Konferenz fortgesetzt. Zur sozialistisch-'zionistischen Konferenz Von Alfred Berger. Von der palästinensischen Arbeiterschaft her kommt in diesen Tagen der Ruf zur neues Sammlung aller Kräfte, die sich für ein arbeitendes Erez-Israel einsetzen. Die Arbeiter- Schaft selbst will die Führung übernehmen, nicht aus Reklame• bedürfnls und nicht, um neue Organisationen zu schaffen, sondern weil die politische und wirtschaftliche Lage der zionistisehen Arbeiterschaft und ihres Werkes der tatkräftigen MJ^rbsit und Unterstützung all derer bedarf, die In diesein Wert nach wie vor die eigentliche Aufgabe der zionistischen Bewegung und in der jüdischen Arbeiterschaft den Träger der Verwirklichung der zionistischen Idee erblicken. Der Auftakt zu dieser neuen Bewegung wird in Deutschland gegeben werden Am 29, und 30. Dezember d. J. wird eine Konferenz in Berlin stattfinden, an der alle teilnehmen sollen, die dem in diesen Blättern veröffentlichten Aufruf, seinen Zielen und Forderungen zustimmen. Die Konferenz hat außerordentliche Aufgaben zu bewältigen. Die Arbeiterschaft hat nicht nur mit klaren und entschiedenen Gegnern zu kämpfen, mit zielbcwußten Vertretern einer entgegengesetzten rein kapitalistischen Wirtschafts- und Gesell- Schaftsauffassung, sie hat heute schon — und das ist viel schwerwiegender — mit all denen und um all diejenigen zu kämpfeu und zu ringen, die müde geworden sind, die am ״Sozialismus“ verzweifeln, weil das Werk der Arbeiterschaft solchen Schwierigkeiten und Hemmungen gegenübersteht. In vielen zionistischen Kreisen ist an Stelle der früheren Verherrlichung und Verhimmelung des Chaluz ein ironisches Lächeln getreten, mit dem mau die chaluzische Idee abtut. Schon diese Tatsache genügt, um eine Klärung zu fordern und um eine Sammlung derer herbeizuführen, die unerschüttert und unerschütterlich zum Werk der Arbeiterschaft stehen. Aber darüber hinaus ist gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt erkennbar, daß mit der Erweiterung der jewish Agency große Veränderungen in der gesamtzionistischen Struktur vor sich gehen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Einfluß-Sphäre der Arbeiterschaft geringer wird, und genau so, wie der bürgerliehe Zionismus sich verbreitert und ausdehnt, Kräfte zu gewinnen versucht, die seiner Gesamtideologie nicht zustimmen, muß der proletarische Zionismus mit aller Kraft versuchen, alle diejenigen Kreise um sich zu scharen, die dem Werk der Arbeiterschaft aus irgendwelchen Motiven heraus sympathisch und mit Anteilnahme gegenüberstehen. Dieser große Kreis der ״Sympathlker“ muß dem Gesamtwerk eingefügt und dienstbar gemacht werden. Man muß sich klar darüber sein, daß dies auch eine völlig andere Einstellung unserer palästinensischen Freunde uns und vor allem diesen neu zu erfassenden Kreisen gegenüber bedeutet. Man darf es ruhig aussprechen, daß d e palästinensische Arbeiterschaft gegen Kritik aus den Kreisen ihrer Freunde oft noch empfindlicher war als gegen Kritik von gegnerischer Seite. Dies ist verständlich. In den schwierigen Existenzkämpfen, die die Arbeiterschaft führt, verlangt sie Zustimmung und Zugehörigkeit und will, daß interne Diskussionen nicht vor der Oeffenflichkeit ausgetragen werden. Aber so verständlich dies ist. so falsch und untragbar ist es. Und auch in dieser Beziehung soll die Konferenz etwas Neues sein. Jeder, der sich mit der Arbeiterschaft verbunden fühlt, kann und soll teilnehmen, aber auch kritisch teilnehmen. Wir wissen, daß unsere paläsfinenslschen Freunde heute auch io diesem Punkt mit uns einig gehen. Auch sie verstehen, daß wirklich lebendige Anteilnahme nur dann erreicht «wird, wenn die Genössen im Galuth sich so stark verpflichtet fühlen, daß sie auch ihre Bedenken, Ihre Sorgen zum Ausdruck bringen. So kann und soll aus der neubelebten Bewegung, deren erster Ausdruck diese Konferenz sein wird, auch eine neue ideologische Einstellung erwachsen. Wir alle spüren, daß uns neues Blut und neuer Geist nottut, und daß es von entscheidender Bedeutung ist, liebgewordene, vertraute Ideen von neuem auf ihren Kern und ihren Gehalt zu prüfen, nicht stehen ZU bleiben, rücksichtslos abzuschneiden, was morsch und überlebt ist und sich voll kräftigen Vertrauens neuen Ideen zuzuwenden. Nicht nur Sammlung der Kräfte, nicht nur Heran- Ziehung all derer, die in langen, schweren, inneren Kämpfen ln den letzten Jahren uns nähergekommen sind, sondern auch offene Aussprache über unsere eigenen Probleme, innere Bereitschaft erneut zu lernen, Neues zu lernen. Diejenigen Freunde, die den zionistischen Arbciterorganisationen angehören, werden auf dieser Konferenz stark vertreten sein. Von besonderer Wichtigkeit ist cs aber, daß darüber h i n a u s die große Gruppe der Zionisten, die als Zionisten sozialistisch sind, ohne einer dieser organisierten Gruppen anzu gehören, möglichst stark vertreten Ist. Wir wissen, daß innerhalb der Z, V. f. D. eine große Zahl sich als Sozialisten empfindender Zionisten lebt, die in keiner der sozialistisch-zionistischen Parteigruppierungen organisiert ist. Von den Poale-Ziontsten trennt sie die eindeutige Erkenntnis, daß ihr Platz in Deutschland nicht außerhalb des großen kämpfenden Kreises der Zionisten sein kann. Vom Hapoel Hazalr trennt sie häufig dessen ihnen unklar scheinende Ideologie oder die Unzufriedenheit mit dessen organisatorischem Vermögen; in den meisten Fällen aber sind sie deshalb nicht organisiert, weil sie mit vollem Recht die Spaltung der palästinensischen Arbeiterschaft als etwas Unbegreifliches empfinden. Gerade den in Deutschland sozialistisch erzogenen Zionisten ist die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer einheitlich organlsierten Arbeiterschaft in Fleisch und Blut übergegangen. Auf sie kommt es daher bei dieser Konferenz besonders an. Bisher lebten sie vereinzelt und hatten nicht oft Gelegenheit, für ihre Meinung nach außen hin einzutreten. Nunmehr bietet sich ihnen diese Möglichkeit, unddamiterwächstihncn die Pflicht, mitzuraten und mitzuwirken. Gerade sie, die die Organisationsspiderei, den Parteifanatismus als lächerlich, als maßlos übertrieben empfinden, sind verpflichtet, an dieser neuen Bewegung mitzuarbeiten und ihr reifes Urteil mit in die Wagschale zu werfen. Für den Verlauf der Konferenz wird es von cntscheidender Bedeutung sein, daß aus möglichst vielen Ortsgruppen der Z. V.f. D. Delegierte oder Einzelne an der Konferenz teilnehmen, naturgemäß nur solche Zionisten, die mit den in dem Aufruf dargelegt ca Grundsätzen einverstanden sind. Wir erwarten Teilnehmer und Delegierte aus allen Ortsgruppen, aus den Jugendorganisationen, aus den Studenten- Verbindungen. Wir wollen, daß möglichst viele Delegierte und Einzelne gerade aus dem Reich teilnehmen und die Konferenz beeinflussen, — und dann, nach Hause zurückgekehrt, in ihrem Kreise weiterwirken. Die ersle Weltberatnng der ״Gordonia“ Von G. Chanoch (Palästina). I. Es war verwunderlich, daß Gordon, der geistige Führer der modernen Chaluziuth, der Schöpfer einer neuen synthetisehen Auffassung von Nation und Gesellschaft, den insbesondere die westeuropäische Intelligenz wie Martin Buber und seine Schüler popularisiert haben, bis jetzt noch nicht ein genügendes Echo in der chaluzischen Jugend gefunden hat Das läßt sich durch die intim-kameradschaftliche Beziehung der palästinensisehen Arbeiterschaft zu ihren geistigen Führern erklären. Sogar eine Bewegung wie der Hapoel Hazair, welche mit Gordon organisch verknüpft ist, machte eigentlich nie aus ihm c'ne ״füllrende Persönlichkeit“, weder während seines Lebens noch mch seinem Tode, wie cs sonst Parteien und Bewegungen zu tun pflegen. Unsere Arbeiterbewegung in Erez-Israel war nie eine Massenbewegung in dem Sinne, daß sie sich durch den Ruf großer Menschen hätte hinreißen lassen. Sie war immer eine Bewegung eines Pionierkollektivs, die sich selbst genügte. Wir wußten nie von Führern und Geführten, und fremd ist uns der Begriff der grüßen Persönlichkeiten. Gordon, Brenner, Trumpeidor, Witkin, Bussei und andere, sie alle sind mit ihrem Blut und Gehirn mit der ganzen jüdischen Gesellschaft verknüpft, und nur dadurch wurden sie anerkannt und geheiligt. Die Tat der Bewegung wird fieberhaft fortgejetzt, und wir halten nicht aut dem Wege zu Verwirklichungen inne, um unseren Menrchen Monumente zu errichten. Wir haben keine eingravierten Lehren und dogmatische ״führende Ideen“. Wir anerkennen nur Mitmenschen, die uns als Beispiel dienen während ihres Lebens und die auch nach ihrem Tod unsere Arbeit als gute Chawerim begleiten. Und noch etwas: Gordons Größe bestand vor allen Dingen in seiner Persönlichkeit. Mehr als seine Bücher una Anschauungen wirkte auf uns sein tägliches Leben, das einzigartig in seiner Schlichtheit, Menschlichkeit und Ganzheit dastand. Niemand unter uns kann Voraussagen, wie die Zukunftsideen der palästinensischen Arbeiterschaft in Palästina und ihre Reserve — die Chaluzjugcndbewegung — sich entwickeln und welche Elemente in ihnen siegen werden. Es ist aber klar, wenn in unserer Chaluzbewegung der Wille weiterleiten wird, die wahren eigenartigen traditionellen Grundlagen der jüdischen Arbeiterbewegung in Erez-Israel zu erkennen und weiter zu entwickeln, ihre Lehren und geistigen Quellen zu erforschen, dann wird der ״Gordonismus“ die Grundlage und den Ausgangspunkt für die Erziehung einer jungen Pioniergeneration bilden müssen, einer Generation, welche die Notwendigkeit eines Symbols, einer starken ethischen Persönlichkeit empfindet. Aus dieser Erkenntnis heraus ist die Bewegung der ״Gordonia“ entstanden. II. Im stillen, ganz aus sich heraus, ohne besonderes Aufheben, ist die Organisation, welche sich um den Namen A.D. Gordon gebildet hat, gewachsen und sammelt Tausende von Jungen und Mädels aus allen Schichten des Volkes (in der letzten Zeit auch aus der Schule) und macht aus ihnen eine Bewegung, welche steh in den letzten zwei bis drei Jahren immer mehr in der zionistischen Chaluzbewegung verwurzelt. Die Organisation umfaßt heute 7000 bis 8000 Chawerim (2500 in Galizien, ‘2000 in Polen, 2000 in Rumänien und die übrigen in Litauen, Lettland und Wien). Ein Anfang der Bewegung äußert sich auch in Amerika, nicht zahlenmäßig, sondern gedanklich. Die Ideologischen und ethischem Grundauffassungen der Arbeiterbewegtrag in Erez-Israel nach der Interpretation der Lehre Gordons sina die Basis, auf welcher diese junge Bewegung sich aufbaut und die Eigenwerte der Jugend sich entwickeln. Die soziale Tendenz und das reale Erfassen der Lebenswirklichkeit sind nicht mehr entwertete Begriffe, sondern positive und notwendige Werte. Die Bewegung ^Gordonia“ als Erziehungsbewegung betrachtet sich als die Vorbereitung und Fortsetzung der Bcwegung des Hapoel Hazalr, weil dieser ihr bei der Verwirklichung ihrer Idee beigestanden hat. Die ideologischen Grundlagen dieser Bewegung und ihre besonderen Wege in der Er- Ziehung und chaluzischen Hachscharah sind in der letzten Zelt intensiv entwickelt und geklärt worden: durch eine Reihe von Pegischütb und Moazoth, besonders in Polen und Galizien, durch Seminararbeiten in verschiedenen Sommersiedlungen und durch periodische, literarische Ausgaben der Zeitschriften ״Hazair‘, ״Oordonia“ und andere, welche in Lemberg und Lodz, dem Sitz der obersten Leitung, erschienen sind. Mit der ersten Weltberatung beabsichtigte die ״Gordonia“, die Ergebnisse zu resummicren, um ihnen einen bestimmten Ausdruck zu verleihen, die verschiedenen Teile der Bewegung zu vereinigen und den organisierten Rahmen als Weltbewegung zu stärken. Auch diese Moazali betrachtete sich als eine Art Fortsetzung der Prager Konferenz (Schaffung der Hitachduth, des Hapoel Hazair und Zcire Zion). Der innere Wille dieser Zusammenkunft war, die ersten Quellen der Bewegung Hapoel Hazair zu verlebendigen und die Fehler abzustellen, welche in der Bewegung in der Golah durch Politisierung, zu schnelles Anwachsen der Arbeiterparteien von der einen Seite und der Radikalisierung sowie der ideologischen Verwirrung der verschiedenen Teile in der Jugendbewegung andererseits entstanden sind. Die Moazali dauerte sechs Tage, vom 7. bis zum 12. Dezember. Es beteiligten sich 25 Delegierte, unter ihnen Delegierte aus Rumänien, Litauen, Lettland, aber hauptsächlich aus Polen und Galizien. Vom zentral omi.ee des Hapoel Hazair in Erez- Israel beteiligten sich die Chawerim J. Sprinzak und O, Chanoch. Unter den Begrüßungen, welche die Moazah erhielt, sind hervorzuher.cn die Begrüßungen der beiden Kwuzoth Dagania I und II (die treuen Erben der Gordanschcn Lehre), welche mit besonderer Liebe und Freude von den Chawerim empfangen wurden, von Martin Buber, vom Waad Hapoel, der Arbeiterorganisation, Zentralkomitee des HapotSl Hazair, Zionistische Exekutive, Hcchaluz, Haschomcr Hazair, Brith Hanoar, Bistritzky usw. Die formelle Tagesordnung der Moazah enthielt folgende Punkte: 1. Die Lage im Lande und im Zionismus; 2. Bericht der verschiedenen Länder in der obersten Leitung; 3. Die Grundlagen der Bewegung (Ref. Lubianker); 4. Kuiturarbeit und Jugend (Rer. Chanoch); 5. Unser Weg im Hechaluz und in der Hachscharah (Ref. Bath Schewan Wardith); 6. Unser Erziehungsweg (Ref. 1. Schapiro und Potzniofski); 7. Organisaticnsfragcn, Konstituierung der Weltbewegung und Wahlen der obersten Leitung. Aus der Tagesordnung kristallisierten sich bestimmte Fragen heraus, welche der Art Ihrer Klärung nach auf dieser Moazah die wahren Grundlagen für eine jüdische Jugendbewegung abgeben werden. So sprach man über folgende Punkte: 1. Die Wege der Selbsterzienung; 2. Das wesentliche einer chaluzischen Volks- und JugcMbewegüng: 3. A. D. Gordon. In der Auffassung der Jugend: 4. Die Erziehung der ersten Chichwah; 5. Fragen der chaluzi* sehen Hachscharah; 6. Tarbuthfragen; 7. Beziehung und Wachheit zu Volksfragen in der Golah; 8. 10 Gebote; 9. Die Be- Ziehung zwischen dem Chawer und der Chawcrah; 10. Die Vorbereitung der Chawcrah zur Arbeit; 11. Die Verbindung mit dem Lande; 12. Die Verbindung mit dem HapoJl Hazair. Die Aussprache über alle.dlese Fragen zeichnete sich durch einen hohen Ernst aus und bewies gleichzeitig die intellektuell« und kritischen Fähigkeiten, die in der Bewegung vorhanden sind. Man kam auch zu Beschlüssen, die nächstens veröffentlicht werden sollen. Das hervorstechende Merkmal dieser Beratung war die ungezwungene Form und die Einfachheit der ganz« Veranstaltung. Die Delegierten wohnten in der Jugendherberge in Danzig zusammen, und diese Woche des Beisammenseins hat eine Atmosphäre des jüdischen und zionistischen Enthusiasmus geschaffen, die bei allen, die an dieser Beratung teilnahmen, einen aufrichtigen Optimismus wecken mußte. Chalnz-Seminar Auf der Moazah des Hcchaluz, welche am 5. und 6. Oktober in Berlin st alt fand, svurde beschlossen, ein Seminar des Hcchaluz st.rri inden zu lassen. Der zugrundeliegende Gedanke war, daß der Hcchaluz seinen Chawerim eine Möglichkeit zur Sammlung von rein wissetismäßigen Dingen der zionistischen Bewegung geben muß. Hat man doch festgcstcllt, daß die neue Generation in die Hachscharah viel weniger zionistisches und jüdisches Wissen mitgebracht hat als die vorige. Die nächste Weidah wird die ßildungsarbcit in den einzelnen Gruppen ausbauen. Das Seminar findet vom 23. Dezember bis 5. Januar 1929 in Zossen bei Berlin statt. Folgende Gebiete werden behandelt werden: : Die wirtschaftliche Entwicklung der Juden in den letzten zehn Jahren, Referent: S. Adler-Rudel; Dr. Nah um Goldmann: Die zionistische Geschichte bis Herzl; Elieser Liebenstein: Die Arbeiterbewegung und Wirtschaft in Erez- Israel; Gurland: Sozialismus und Kommunismus; Naftali: Sozialismus und Wirtschaftsformen; Georg Lubtnsky: Die materialistische Geschichtsauffassung; Br a s I a w s k i: Palästinakunde (Besprechung der akutesten Kolonisationspunkte der Zukunft); Fritz Noack: Kupath Cholim und ihre Aufgaben; Chanoch: Probleme der Tarbutharbeit in Erez-Israel; Josef Sprinzak: Palästinaprobleme; Herlitz: Probleme der jüdischen Geschichte; Johuschuah Guttmann: Der Kampf des Bar Kochba; Soloweitschik: Judentum und jüdisches Wissen; Boris Eisenstadt: Zionistische Geschichte nach Herzl; Kurt Blumenfeid: Individuum und Gemeinschaft; Robert Wcltsch: Orientpolilik; Alfred Berger: Keren Hajessod und Keren Kajemeth;Werner Bloch: Die Zionistische Organisation und ihre Funktionen; D o bk i n: Die Geschichte des Hcchaluz; Max Mayer: Neuhebräische Literatur. Am Seminar wird sich ferner Chawer Segalow beteiligen, welcher die hebräischen Sichoth, die täglich statt finden, leiten wird. Ferner werden eine Reihe von Sichoth stattfinden, an «׳eichen die hier weilenden palästinensisch« Chawerim teilnehmen werden. Die Seminarleitung kann nur laut Merkasbeschluß solche Chawerim zulassen, welche eine schriftliche Bestätigung erhalten haben. Lim die Disziplin des Lehrganges einzuhalten, wurde die Beteiligung an nur cinze’nen Vorträgen oder einigen Tagen ausgeschlossen. Merkas-Hechaluz. Me Wähle« ia Tel- Awiw Die Wahlen in Tel-Awivv, um die der Wahlkampf schon seit langem im Gange ist, werden endgültig am 27. Dezember stattfinden. Es werden etwa zehn Kandidatenlisten elngereicbt werden. Die Zahl der Wahl berechtigten beträgt auf Grund der revidierten und ergänzten Wählerlisten 10500 gegenüber 13 780 bei den letzten Wahlen. (Ziko.) Nach der Mitteilung des Zentralen Arbeitsbüros der Histadruth wurde nach längeren Verhandlungen zwischen der Shell Co m p a n y in Palästina und dem städtischen Arbeiterrat in Haifa ein Uebereittkommen über die Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei den Arbeiten der Gesellschaft geschlossen. j[Ziko.)