Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 96 (4.12.1928)
- Date
- 1928-12-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 672 J UEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 96, 4. XII. 1928 renzunternelimen gegen Palästina. Dies könne schon deshalb nicht der Fall sein, weil dem russischen Siedlungswerk, ״das Moment der nationalistischen Tradition fehlt, das politische Zionsideal.“ Viele von uns Zionisten haben oft zum Ausdruck gebracht, daß wir für die Krim-Kolonisation sind. Wir beteiligen uns, zum mindesten in Deutschland, auch an der Verwaltung des ״ORT“ und der anderen großen Siedlungsgesellschaften. Wir erkennen dies Werk als ein nationales an, wenn wir auch manchmal fürchten, es könne ein ״nationalistisches“ werden, eben weil ihm die religiösen und geistigen Elemente des Zionismus fehlen. Aber wir wehren uns dagegen, daß die westeuropäische Assimilation aus diesem ״Zionismus ohne Zion“ eine Art Beschäftigungstherapie für jüdische Politiker macht und eine Surrogatfüllung für leere jüdische Seelen. Wir protestieren, wenn man die gesamte nationale Phraseologie, all die Sätze, die man bisher dem Zionismus vorgeworfen hat, nun für sich in Anspruch nimmt, aber beileibe nicht auf Zion, nur auf die Krim anwendet. Wir sagen bei solcher Gelegenheit den Herren vom C.-V,, daß wir sie durchschauen, und den Herren vom ״ORT“, daß sie unsere Geduld und unser nationales Solidaritätsbewußtsein nicht mißbrauchen sollen. Die C.-V.-Zeitung wird, falls sie antwortet, dies antworten: der Philo-Verlag hat nichts mit uns zu tun, er ist ein selbständiges Geschäftsunternehmen, rein zufällig in Büro- und Personalgemeinschaft mit uns. Wir kennen die Weise, wir kennen den Text, wir kennen die Herren Verfasser. Deshalb sei ihnen noch ein letztes ins Stammbuch geschrieben: Singalowskys Propaganda-Broschüre erscheint als Heft 2 der Sammlung ״Jüdische Sied- Iung und Wirtschaft“, als deren Heft 1 erschien ein durch jenen drolligen Zufall vom' Syndikus des C.-V. Dr. Alfred Wiener, mit Hilfe seiner Sekretärin, verfaßtes Buch über Palästina. Dieses enthält, wie noch erinnerlich sein dürfte, neben Irrtümern beinahe nur schärfste Kritik. Für die Kr int aber gibt es gar keine Schwierigkeiten; kritische Behauptungen werden vielmehr ״von einer gewissen Seite mit sichtlich bösartiger Tendenz verbreitet“. Wiener und Singalowsky,* warum meßt Ihr die jüdische Welt mit zweierlei Maß? Vandervelde in Südamerika Der belgische Sozialistenführer Emil Vandervelde, der sich längere Zeit in Südamerika aufhielt, nahm dort auch Gelegenheit, mit den Zionisten in Kontakt zu treten. Anläßlich der Landeskonferenz der argentinischen Zionisten fand ein Vortrag Vanderveldes über Palästina statt, der einen außerordentlichen Eindruck auf die gesamte Oeffentlichkeit machte. Die Zionistische Frauenorganisation veranstattete einen Tee zu Ehren von Frau Vandervelde, an welchem eine große Anzahl jüdischer Frauen teilnahm. Auch in Brasilicil tratea die Zionisten mit Vandervelde in Verbindung. Vandervelde erklärte, daß der Empfang, den ihm nicht nur seine sozialistischen Freunde, sondern die ganze zionistische und jüdische Oeffentlichkeit in Südamerika bereitet hat, einen großen Eindruck auf ihn gemacht hat. ln einer Pressekonferenz, die Vandervelde in Rio de Janeiro an Bord des Schiffes gegeben hat, hat er, wie uns von dort berichtet wird, spontan zu den versammelten Pressevertretern über Palästina zu sprechen begonnen. Er sagte, er habe in diesem Jahre zwei große Reiseerlebnisse gehabt, nämlich Südamerika und Palästina, und schilderte dann sehr eindrucksvoll das Erlebnis Palästina, wo ein Volk sich ein neues Leben aus eigener Kraft und auf demokratischen Grundlagen baut und ein wüstes Land in einen blühenden Garten verwandelt. Die Agency-Verhandlungen in Amerika New York, 29. November. (J. T. A.) Bevor Dr. Weizmann Amerika verließ, bildete er aus zionistischen Persönlichkeiten Amerikas ein Komitee, weiches die Aufgabe hat, mit dem von Louis Marshall im Aufträge der Konferenz der Nicht- Zionisten gebildeten Siebener-Komitee, dessen Vorsitz Herr Felix M. Warburg innehat, zusammenzuarbeiten. Die Mitglieder dieses zionistischen Agency-Komitees sind: Dr. Mordechai M. Kaplan, Isidore D. Morrison, Morris Rothenberg, Julius Simon. Jacob Fishman, Frau Zip Szold, Richter William M. Lowis. Beratendes Mitglied des Komitees ist ferner Herr Lipsky, Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas. Jerusalem, 1. Dezember. (J. T. A.) Der Waad L e u m i hat in seiner letzten Sitzung seiner Unzufriedenheit mit dem von der Zionistischen Exekutive gemachten Vorschlag, daß die palästinensische Judenheit im Rate der Jewisli Agency durch zwei Personen vertreten sein soll, Ausdruck gegeben und beschlossen, die Forderung zu erheben, daß zehn Prozent aller Mitglieder der Jewish Agency sich aus Palästinensern zusammensetzen sollen. (Der Beschluß beruht wohl insofern auf einem Irrtum, als ja Vertreter Palästinas zweifellos in der zionistischen Hälfte der Agency in größerer Zahl sitzen werden. — A. d. R.) \ Ibn Saud und Europa London, 29. November. (J.T.A.) Sultan Ibn Saud, das Oberhaupt der Wahabiten und König von Neschd und Hedschas, hat die bedeutendster! arabischen Führer zu einer Mofamar (Konferenz des Islam) nach Mekka für Anfang Dezember eingeladen. Wie der Indische Nachrichten-Dienst mitteilt, ist das Programm der Konferenz folgendes: 1. Erörterung von Maßnahmen gegen die Uneinigkeit und das Auseinanderstreben in Arabien; 2. die arabischen Länder sollen dem europäischen Einfluß entzogen werden; 3. Arabien soll ein rein islamisches Land sein. Frflhlihr 1929 Moslem-Jageadkontereuz Jerusalem, 28. November. (J.T.A.) Die soeben hier stattgefundene Konferenz der moslemischen Jugend Palästinas hat den Beschluß gefaßt, zum Frühjahr 1929 eine Konferenz der moslemischen Jugend Palästinas, Syriens und Aegyptens nach Jerusalem einzuberufen. Der Kongreß wird kulturellen und sozialen Fragen gewidmet sein. Steigerung des Orangenexports. Fachleute schätzen den Import von Palästina-Orangen in England für dieses Jahr auf 2 Millionen Kisten. In den letzten Jahren betrug der Import jährlich 8/t Millionen Kisten. (J. T. A.) Sokolow-Tage in Danzig Von unserem Berichterstatter. m. Danzig, 30. November. Der Aufenthalt des Präsidenten der Zionistischen Exekutive Nahum Sokolow in Danzig, der drei Tage dauerte, war sowohl der zionistischen Arbeit wie dem Keren-Hajessod und der Verhandlung mit den Regierungsbehörden gewidmet. Präsident Sokolow, der am Mittwoch von Kattowitz eintraf,, wurde bereits am Bahnhof von einer großen Anzahl von Zionisten begeistert empfangen. Am Abend des Mittwoch fand im Friedrich-Wilhelm-hchützenhaus zu Danzig eine von ca. 1500 Menschen besuchte glänzende Versammlung statt, die größte jüdische Kundgebung, die die Gemeinde Danzig bisher erlebt hat. Nachdem Dr. Landau, der Vorsitzende der Danziger Zionistischen Organisation, Sokolow als den großen Erzieher des russischen Judentums und den bewährten Führer der Zionistischen Organisation in den Verhandlungen mit der Friedenskonferenz und einer Reihe von Mächten gefeiert hatte, verlas der Delegierte des Keren-Hajessod-Direktoriums für Danzig, Herr Emst Marcus, Berlin, ein sehr warm gehaltenes Begrüßungstelegramm des Grafen Bernstorff. Herr Marcus wies ferner darauf hin, wie im Deutschen Komitee Pro Palästina Führer aller großen politischen Parteien in Deutschland sich für das Palästina-Werk als großer menschhcitlicher Sache, als echtem Friedenswerk einsetzen. Darauf ergriff Herr Sokolow, stürmisch begrüßt, das Wort zu einer längeren Rede. Er schilderte darin ausführlieh die materielle und geistige Situation des jüdischen Volkes. In einer groß angelegten Einleitung ging er auf Probleme der Judenwanderung und der Assimilation der jüdischen Massen ein. Palästina sei das Land der Juden. Von den anderen Ländern, in die Juden einwandern, unterscheide es sich u. a. dadurch, daß es keine Müßiggänger vertrage. In Palästina müsse ein jeder arbeiten. Darum sei auch die Einwanderung nach Palästina beschränkt. Es sei ein Aufbau -, nicht ein Einwanderungsland. Palästina müsse von den Juden erarbeitet werden. Und nur das Weltjudentum sei berufen, Palästina aufzubauen. Wenn die Engländer oder irgendeine andere Nation Palästina für die Juden aufbauen würden, oder wenn sich ein größerer jüdischer Philanthrop finden würde, der das jüdische Volk von seiner Verpflichtung, für Palästina materielle Opfer zu bringen, entbinden würde, könnte das Land niemals das wahre Erez-Israel werden. Erez-Israel werde das Werk des gesamten jüdischen Volkes sein, oder es werde nicht sein. Die Ansprache des Herrn Sokolow wurde mit Jubel aufgenommen. Die Anwesenden stimmten gemeinsam die Hatikwah an. Diese Versammlung war der Auftakt der Danziger Arbeit. Am Donnerstag Vormittag besuchte Herr Sokolow, von Herrn Ernst Marcus begleitet, den Senatspräsidenten der Freien Stadt Danzig, Dr. S a h m. Herr Dr. Sahtn und der Vizepräsident des Senates Gehl nahmen mit großem Interesse die Ausführungen von Herrn Sokolow über das Palästinawerk entgegen. Auch die Fragen, die das Deutsche Komitee Pro Palästina beschäftigen, wurden erörtert. Am Donnerstag Abend fand ein feierliches Bankett im Hotel Danziger Hof statt, zu dem die Zionistische Organisation Danzig eingeladen hatte. Ungefähr 159 Gäste nahmen an diesem Bankett teil. Den Vorsitz führte Herr R.-A. Dr. Rosenbaum, der ebenso wie der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Herr Justizrat Fabian, und Herr Rabbiner Sagalowitsch Herrn Sokolow und den Delegierten des Keren- Hajessod warm begrüßten. Das Bankett wurde durch eine längere, sehr wirkungsvolle Rede von Herrn Sokolow unterbrochen, in der er die diplomatischen Verhandlungen der Zeit vor und nach Ratifikation des Palästinamandats durch die Mächte eingehend schilderte. Mit großer Eindringlichkeit ermahnte er die Anwesenden, zu zeigen, daß das gesamte jüdisehe Volk mit allen seinen Kräften für die Palästinasache einzutreten bereit sei. Der Zeichnungsaktion ging ein Appell von Herrn Ernst Marcus voraus, in dem er die Anwesenden aufforderte, ihrem Dank für Sokolow dadurch Ausdruck zu geben, daß sie wirkliche Opfer für den Keren-Haje^od brächten. Die darauf einsetzende Zeichnungsaktion hatte das für Danzig überraschende Ergebnis von ca. 1000 Pfund, das eine Verdoppelung der Kcren-Hajessod-Eingänge des vorigen Jahres darstellt. Die gesamte zionistische Arbeit in Danzig hat durch die Anwesenheit von Herrn Sokolow neue Impulse und Eindrücke erhalten. * Krakau, 28. November. (J. T. A.) Am 27. November nachmittags ist Sokolow, von Kattowitz kommend, in Krakau eingetroffen und wurde am Bahnhof von einer riesigen Menschenmenge mit Abg. Oberrabbiner Dr. J. Thon, Dr. J. Schwarzbart und dem Vorstand der jüdischen Gemeinde an der Spitze empfangen. Im Lokale der Zionistisehen Organisatiönen wurde er von den Führern aller zionistischen Gruppen begrüßt. Sokolow hielt eine Rede, in der er ausführlich* die Lage des Zionismus schilderte und die Aufgaben der nächsten Zukunft skizzierte. Am Abend hielt Sokolow vor einem vieltausendköpfigen Publikum einen Vortrag, der ungeheure Begeisterung weckte. 25 Jabre Zionistische Organisation in Italien Mailand, 29. November. (J.T.A.) In Mailand wurde die Jahreskonferenz der Zionistischen Föderation Italiens in Anwesenheit von 35 Delegierten, die 2300 Schekelzahler vertreten, abgehalten. Da Revisionisten anwesend waren, kam es zu einem lebhaften Meinungsaustausch. Mit d€r Tagung war eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Präsidenten Dr. Ciro Glaß, eine Feier des Jahrestages der Balfour- Deklaration und eine Feier des 25jährigen .Bestehens der italienischen Zionistischen Organisation verbunden. In die Exekutive wurden gewählt: zum Präsidenten Dr. Dante Lattes (Rom); zum Vizepräsidenten Professor A. Bona- Ventura (Florenz); zum Sekretär Dr. N. Na hon (Legliom); zum Schatzmeister Dr. B. Foa (Neapel); ferner Dr. G. Bachi (Turin); Advokat G. Ottalengni (Mailand) und Dr. P. P i t i g 1 i a 1 i. An den König von Italien und an den Premier Mussolini wurden Begrüßungstelegramme gesandt. Eine Resolution, in der gegen die Störung der iüdisehen Andacht an der Klagemauer in Jerusalem protestiert wird, wurde einstimmig angenommen. Prof. Brodetsky in Europa. Wie das zionistische Zentralbiiro in London berichtet, begibt sich das Mitglied der Exekutive, Univ.-Prof. Dr. S. Brodetsky, am 9. Dezember zum Besuche einiger zionistischer Verbände nach Mittel- und Osteuropa. Er wird zuerst Osfgalizien besuchen, dann an der Sitzung des Aktions-Comites in Berlin teilnehmen, nach deren Beendigung er die Absicht hat, in Vertretung der Exekutive sich an dem Delegiertentag des Zionistenverbandes für die Tschechoslowakei in Brünn am 30. und 31. Dezember zu beteiligen und hierauf eine auf ungefähr eine Woche berechnete Reise nach Westgalizien zu unternehmen. Die Wahlen in Rumänien Die zukünftige jüdisch-parlamentarische Vertretung. (Von unserem Korrespondenten.) -h. Bukarest, den 30. November 1928. Jetzt, nachdem sich die Verhältnisse bereits klar überblicken lassen, zeigt es sich, wie übertrieben die bisherigen Meldungen von einer großen jüdisch-nationalen Vertretung in den gesetzgebenden Körperschaften Rumäniens waren. Die national-zaranistische Regierung hat wohl mit den nationalen Organisationen in Bessarabien, in der Bukowina und in Transsylvanien Wahlabkommen getroffen, hat aber gar keine Versprechungen wegen Erfüllung der jüdisehen Forderungen machen wollen und hat vor allem die Zahl der Mandate auf ein Minimum reduziert. Es kandidieren somit auf Grund von Wahlübereinkommen auf der national-zaranistisehen Liste folgende Zionisten: In die Kammer: Dr. Josef Fischer und Dr. Theodor Fischer in Transsylvanien und Av. Landau in Bessarabien. Im Senat: Dr. Mayer Ebner in der Bukowina. Zusammen mit dem Oberrabbiner Dr. Niemirower, der von Rechts wegen Senator ist, wird somit die jüdische Parlamentsvcrtretung aus drei Deputierten und zwei Senatoren bestehen. Gleichfalls auf Grund eines Wahlübereinkommens kandidicren auf der Liste der liberalen Partei der frühere Deputierte Dr. Fildermann in die Kammer, der frühere Senator Horia Carp in den Senat. Beide wurden von der liberalen Partei in bessarabischen Wahlbezirken aufgestellt, so daß die Juden Rumäniens bei den kommenden Wahlen das unerfreuliehe Bild eines Wahlkampfes zwischen Zionisten (Horia Carp ist Zionist) erleben werden, was nicht dazu beitragen wird, den Glauben an die jüdische Solidarität zu festigen. Von den beiden zuletzt genannten Kandidaten hat Dr. Fildermann, der Präsident der ״Uniunea Evreilor Romani •, die besseren Wahlchancen, doch ist auch seine Wahl wegen der Stärke der national-zaranistische!! Partei fraglich. Außer den früher genannten Kandidaten hat die nationalzaranistische Partei noch fünf Kandidaturen von ihren jüdisehen Mitgliedern aufgestellt, die gleichfalls die besten Aussichten haben, gewählt zu werden. Auch die liberale Partei hat diesmal ihre Liste sehr reich mit jüdischen Namen gespickt, um jüdische Stimmen zu gewinnen, doch stehen ihre Kandidaten auf verlorenen Posten. Unter den sozialdemokratischen Kandidaten, die gleichfalls aut Grund eines Wahlübereinkommens auf der national-zaranistischen Liste kandidieren, gibt es ebenfalls zwei Juden, deren Wahl sicher ist, darunter der bekannte Bundist und Zionistengegner Dr. Pistiner aus Czernowitz. Die Zahl der Juden in den rumänischen gesetzgebenden Körperschaften wird somit mindestens zwölf betragen. Für die Vertretung von jüdischen Forderungen und für den Kampf um die jüdische Gleichberechtigung kommen jedoch nur die fünf nationalen Vertreter in Betracht. Die ״eingeschriebenen Juden“ müssen mit ihrer Partei durch Dick und Dünn gehen, da sie sonst ihr Mandat verlieren und auch die sozialistischen Deputierten werden sich für jüdische Fragen nicht engagieren. Wenn aber die fünf nationalen Vertreter einen ״Klub der jüdischen Parlamentarier“ bilden werden, dann werden sie, \v,e wir hoffen, in der Kammer und im Senat viel besser und geschiosserier auftreten können, als dies bisher der Fall war. Und dies wird ven nicht zu unterschätzender Bedeutung sein. Kleine Nachrichten Nach der ״Official Gazette“ hat die Regierung eine FI afe 11-Kommission (״Harbour Board“) eingesetzt, die die Regierung in allen Hafenfragen beraten soll. Die Kornmission setzt sich aus dem Direktor des Zoll- und Handelsdenarfements als Vorsitzenden, dem Generaldirektor der Eisenbannen, dem Direktor der öffentlichen Arbeiten und den Distriktsgouverneuren als Mitgliedern zusammen. Durch die 500 000-Dollar-Spende von John D. Rockeieller junior zugunsten des russischen Kolonisationswerkes des amerikanischen Agro-Joint wurden die Gesamtfonds dieser Institution auf acht Millionen Dollar gebracht. Die amerikanische Arbeiterföderation, die gegenwärtig in New Orleans ihre Convention abhält, hat eine Resolution angenommen, in der der Arbeit für die Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina die Sympathie ausgesprochen wird. Vor einigen Tagen erschien das neue sogenannte Vitamin-Brot auf dem palästinensischen Markt. Das Brot ist nach einer Erfindung von Herrn Wiibuschowitz aus ganzen Körnern gebacken, soll sehr schmackhaft sein und einen hohen Nährwert besitzen. Die Konzession für die Erfindung ist bereits in Palästina, Aegypten, Syrien und in europäischen Ländern eingetragen. (Ziko.) Der Name der russischen Chaluzim-Kolonie ״Tel Chaj“ wurde, nachdem die zionistisch gesinnten Elemente aus der Kolonie vollkommen entfernt und durch Kommunisten ersetzt wurden, in ״Oktober-Kommune“ umgewandeit. Nach längeren Vorbereitungen begann die Palestine Electric Corporation in den letzten Tagen mit der Auf- Stellung der Masten für die Hochspannungsleitung von Haifa nach Chedera. Zwischen Haifa und Chedera werden mehr ais 200 Leitungsmasten von 20 m Höjie zur Aufstellung gelangen. Die Zeitschrift ״Die A us 1 a nds wi rt scha f t“ enthält in einer ihrer letzten Nummern eine ausführliche Darstellung der Bedeutung Palästinas und insbesondere Haifas als zukünftigen Handelshafens des Vorderen Orients. Der Aufsatz ist überschrieben: ״Das neue Tor Asiens“. Es werden darin die verschiedenen Verkehrsprojekte erörtert und die Bedeutung der Haifa Bay hervorgehoben. Abraham Reisen darf nicht nach Polen. Die polnische Regierung hat dem seit einer Reihe von Jahren in New York ansässigen jiddischen Dichter Abraham Reisen, der sich in Berlin aufhält und eine Reise durch Polen und Sowietrußland unternehmen will, das Einreisevisum verweigert. Als Grund wird angegeben, daß Reisen sowjetrussischer Staatsangehöriger ist Preisausschreiben für ein neues Kongreßabzeichen. Laut Meldung des zionistischen Zentralbüros in London hat die Exekutive der Zionistischen Organisation einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für ein Abzeichen des 16. Zionistenkongresses ausgeschrieben. Es handelt sich um die Herstellung eines künstlerischen Abzeichens für die Kongreßdelegierten, das gleichzeitig auch als ein Signet in allen den Kongreß betreffenden Publikationen verwendet werden kann. Für den besten Entwurf ist ein Preis von 120,—RM. ausgcsetzt. Zur Teilnahme an dem Wettbewerb sind alle jüdischen Künstler berechtigt. Die Entwürfe müssen spätestens am 15. Februar 1929 bei der Exekutive in London (77 Great Russell Street, W. C. 1) eingereicht werden, von der die Be- Stimmungen über die Einzelheiten des Preisausschre:b״״'׳ zogen werden können.