Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 95 (30.11.1928)
- Date
- 1928-11-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 95, 30. XI. 1928 JUED1SCHE RUNDSCHAU Sei« 667 Festabend der ״Ivrla“ Es gibt in Berlin etwas wie eine palästinensische Kolonie. Studenten, unzünftiger Studien Beflissene und andere, durch verschiedene Gründe hier vorübergehend festgehaltene Palästinenser bilden sic. Um diese Kolonie als Mittelpunkt entstand ein Kreis der Hebräischsprechenden. Der Tatkraft Nachum Lewins ist es vor einem Jahre gelungen, den ganzen Kreis organisatorisch in der neugegründeten ״Ivrla“ zusammen• zufassen; es ist eine zahlreiche und lebensvolle Gruppe geworden. Das Fest, mit dem der einjährige Bestand der ״ivriah“ letzten Dienstag im Weißen Saal der Johann-Oeorg-Säle gefeiert wurde, zog ein dankbares, zahlreiches und sehr beifallsfreudiges Publikum an, das Saal und Galerie füllte, zeitweise überfüllte. Es mochten 500 bis 600 Leute gewesen sein. Der Charakter des Festes (an dem veranstaltend der K. K. L, mitwirkend der J. J. W. B. beteiligt waren), war der eines Koloniefestes. Man freute sich des Zusammenseins, und die etwas provinziellen Dilettantendarbietungen erzeugten größere Genugtuung, als sonst in künstlerischen Veranstaltun gen vollendetere zu erzeugen pflegen. Man muß das Programm unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Unter anderem Gesichtspunkt gesehen kann es ernster Kritik bis auf geringe Ausnahmen zweifellos nicht standhalten. Es war eben ein Familienfest. Man freute sich daran, zu sehen, wie groß diese durch ihr Verhältnis zum Hebräischen und zu Palästina zusammengehaltene Familien in Berlin ist und empfand Dankbarkeit gegenüber Veranstaltern und Darbietern, die mit so vieler Liebe und Mühe diesen Abend zustande gebracht haben. Dieser Charakter der Veranstaltung macht eine kritische Beurteilung der einzelnen Darbietungen überflüssig. Die Maß- Stäbe künstlerischer Kritik verlieren hier ihre Gültigkeit. Der Chor des J. J. W. B., dessen Qualitäten schon von anderen Gelegenheiten her bekannt sind, und Rahel Kaufmanns ebenfalls bekannte, zarte urmusikalische Gesangskunst sollen hier keine Ausnahme machen. Den Rest des Abends bestritt der .,Dramatische Kreis" der ״Ivria" durch Deklamationen und pantomimische und dramatische Szenen. Zn den Deklamationen sei ein Wort gesagt: der Darsteilungsstii von ״Habimah", die überdeutlich stilisierte Geste neben und manchmal über das Wort stellend, hat Schule gemacht Manche Deklamanten waren so sehr mit der Ausführung solcher Bewegungen beschäftigt, daß sie der Sprache nicht Aufmerksamkeit genug schenkten und unverständlich blieben. Das kann nicht der Sinn des Vortrags einer Dichtung sein. Uebrigens: im Programm war eines der schönsten jesajanischen Stücke als Dichtung eines ״Jesch. ben Amoz“ (ungefähr wie ״A. Schlonski") verzeichnet. Eine solche Verirrung durfte auch in diesem Rahmen nicht passieren. Die Amateurdarsteller haben viel Arbeit und Liebe in die Vorbereitung ihrer Darbietungen gesteckt, das übliche Niveau solcher Amateurdarbietungon durchaus erreicht, und das wurde dankbar anerkannt Jede der vielen Pausen füllten die zahlreich anwesenden J. J. W. B.er mit Gesang und Horra. Leider war das Programm zu lang, so daß sich der Abend bis lange nach Mitternacht hinzog. Aber die Stimmung blieb eine gute. Zu Anfang de* Abends sprach Nachum Lewin, der verdienstvolle Leiter der ״Ivria", dessen unermüdlicher Energie der Zusammenschluß der Berliner Hebräischsprechenden und auch dieser Abend in erster Linie zu verdanken sind. Er sprach über Ziele und Schwierigkeiten der hebräischen Arbeit _ und forderte die Unterstützung der Anwesenden. Es folgten einige Begrüßungsreden: Dr. Sally Hirsch für die Z. V. f. D., Urt R o s e n b l a 11 für J. J. W. B., T s c h e r 10 k für K. K. L. und ein Vertreter der ״Esra". Alles in allem: der Abend hat erwiesen, daß es In Berlin ein sehr zahlreiches hebräisches Publikum gibt, und daß es ״Ivria" gelungen ist, es zu erfassen. Solche Veranstaltungen werden, öfter wiederholt, immer dankbar aufgenommen werden. Darüber hinaus stellt sich die Notwendigkeit repräsentativer hebräischer Veranstaltungen mit sorgfältig gewähltem und vorbereitetem Programm heraus. Eine Aufgabe für die ״ivria" und alle am Hebräischen Interessierten. M. Sp. Für Jfldlscbe Siedlung in Deutschland Am Sonnabend, dem 24. November, fand im ehemaligen Herrenhaus die Gründungsversammlung des ״Reichsbundes für jüdische Siedlung in Deutschland" statt. Die Versammlung war vom ״Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten“ einberufen, der bisher die Vorarbeit für diese Sache geleistet hat. Der Vorsitzende des R. J. F., Dr. Leo Löwenstein, eröfinete die Versammlung, Domänendirektor Dyk als Hauotredner entwickelte das Aufgabengebiet des zu gründenden Reichsbundes. Die Siedlungsarbeit soll in kleinerem Maßstabe und nur mit ausgebiideter geprüfter Jugend begonnen werden. Erst auf Grund der hier gemachten Erfahrungen könne man daran denken, größere Massen jüdischer Menschen auf die Scholle zu bringen. Die Eignung des Juden zum Bauern, die vielfach angezweifelt wurde, sei durch das Siedlungswerk in Palästina wie im Osten bewiesen. Die heutige Situation der Judenheit in Deutschland, die zunehmende Arbeitslosigkeit und Entwurzelung unter den jüdischen Angestellten erfordere gebieterisch eine Arbeit in der hier entwickeiten Richtung. Der zweite Referent, Dr. Elkeles, zweiter Vorsitzender des R. J. F., umrlß die Aufgaben des neuen Bundes, dessen Ziel es ist, aus wurzellosen Menschen kraftvolle jüdische Männer und Frauen zu machen. Die Bestrebungen des Reichsbundes müssen von allen deutschen Juden unabhängig von ihrer politischen und gesellschaftlichen Einsfellang gefördert werden. ׳Bann folgten die Erklärungen der Vertreter der großen jüdisehen Organisationen. Kammergerichtsrat Leo Woiff, Präsident des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden, erklärt u. a. die Zustimmung des Preußischen Landesverbandes. Landgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer, Präsident des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden, übermittelt die Sympathien seines Verbandes. Dr. Kollenscher begrüßt die neue Gründung im Namen des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin. Man hat von dieser Arbeit gesagt, daß sie eine Antwort geben würde auf die antisemitischen Behauptungen über die mangelnde Eignung und Liebe des Juden zur körperlichen Arbeit. Für uns Ist es unerheblich, ob die Antisemiten jetzt von der Unrichtigkeit dieser Behauptungen überzeugt würden, sondern wir begrüßen diese Bestrebung, weil sie eine geistige und körperliche Regenerierung des Judentums bezweckt. Die Jüdische Gemeinde ist keineswegs egoistisch allein um die Interessen der jüdischen Bevölkerung Berlins besorgt, sondern sie wird es begrüßen, wenn ein Kranz jüdischer Siedlungen um die Großstadt entstehen könnte in fruchtbarem und anregendem Kontakt mit der jüdischen Be* völkerung Berlins. Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender des Central-Vereins, begrüßt die Bewegung, die einen Blick in die Weite eröffnet. Wir wollen nicht verzagen, wenn es auch anfangs langsam geht, aber einmal werden wir diese Stunde segnen. Dr. Alfred Klee, für die Zionistische Vereinigung für Deutschland: Es ist selbstverständlich, daß ein Zionist für Siedlungsarbeit Ist, da unsere ganze Arbeit in Palästina ja ein Siedlungswerk kat exochen darstellt. Er begrüßt auch, daß dieses Werk einigend für das deutsche Judentum ist, wie die Palästina-Arbeit sich einigend für das Judentum aller Länder aus wirkt. Geheimrat Tiinendorfer begrüßt im Namen der Großloge und appelliert an alle deutschen Logen und Ihre Mitglieder, zum Gelingen dieser Arbeit beizutragca. FESTABEND in dar STARTSOPER Fiats der Republik DOH GIOVANNI Leitung. Otto K!emperer Sonntag. 9. Dezember;tm Anläßlich des Gründungstages der Jüdischen Altershilfe Groß-Berlin r° Festoper 1030 Bau ' voo'fcoU* n"n Tombola t Elegantes, neu7eitllehe*. poiertes Speisezimmer, Reise 2. Klasse nach St Monts und zart ck mit 14 tägigem Frei-Aufeahalt Nordsee-Biderrei•• / Operaabonnement / Pelm / Eloktroapparate U-a.m־ Karten für die Festoperi (nur noch In sehr beacVSokter Anzahl ▼or« handeii) xn 10*8 *—■־• — »S«—*. RH•* für den Ballt 10.— RM. (Abendkassa 15#— RM*) bei Bote & Boek, Wertheim, an sämtlichen Kasse□ der Staatstheater «ad io der Geschäftsstelle der Jüdischen Altershilfe Groß-Berlin W 62, Kleiststraße31 / Telefon׳ Barbarossa (B 5) 5626, 2473 Musik Alke Jacob-Loewenson gab im Rahmen der Berliner Zionistischen Vereinigung am 20. November ein Konzert, dessen Programm einen ersten Ueberblick über die gegenwärtige jüdische Musik bieten sollte. Zur Aufführung gelangten 11. a. Erstaufführungen von Mordechai Sandberg, Jerusalem (Koheleth); Alexander Weprik, Moskau (Kaddisch und Volkstanze); Darius Milhaud, Paris (drei Zions-Lieder); ferner Werke ,von Grögoire Kr ein, Josef Achron, Mario Castelnuovo-Tedesco. In dem Konzert wirkten mit Rahel Kaufmann und Leo Riazansew. Das Konzert, das einen ersten Versuch darstelit, Proben derjenigen jüdisehen. Musik zu vermitetin, die nicht nur als folkloristischer Ausdruck eines exotischen Sonderstammes bewertet werden will, sondern die es sich zur Aufgabe macht, auf Grund des alten jüdischen Melos eine dert übrigen europäischen Musik- Strömungen gleichwertige, ganz moderne Kunst zur Entwicklung zu bringen, hat großes Interesse hervorgerufen. Die Anschauungen über die aufgefiihrten Werke sind natürlich geteilt, je nachdem, wie der Hörer zu den Grundsätzen der modernsten Musik überhaupt steht. Manche lehnen diese Art Musik ab, manche sehen darin Vorzeichen einer ungeahnten neuen Entwicklung. Wir wollen in diesem für die jüdische Musik wichtigen Streit nicht einseitig Partei nehmen, da cs hier um mehr geht als um Fragen des Geschmacks; wir werden daher in unserer nächsten Beilage ״Von jüdischer Musik" mehrere Meinungen zu Wort kommen lassen. In einem Punkt sind gewiß alle Besucher des Konzertes einig: in der uneingeschränkten Anerkennung der Leistungen der Interpreten, voran Frau Jacob-Loewenson, die ihr großes Können in den Dienst der Sache stellt. t. Liederabend Jakob Lehrmann. Am Dienstag, dem 4, Dezember, abends 814 Uhr, findet in den Räumen des Scholem Aleichem-Clubs, Kleiststraße 9, ein Liederabend des bekannten Bariton Jakob Lehrmann aus Paris statt. Herr Jakob Lehrmann ist berühmt als einer dar Pioniere des jüdischen Volksliedes und hat auch bereits in mehreren Großstädten erfolgreiche Konzerte gegeben. Ueberall hat die Kritik seine pracht• vollen Stimmittel und seinen verständnisvollen musikalischen Vortrag besonders gerühmt. Es wird zweifellos von allen an jüdischer Musik interessierten Kreisen Berlins beg-üßt werden, daß man Gelegenheit hat, diesen Sänger hier kennen zu lernen. Berliner Veranstaltungen Kurt Blumenfeld hielt am 28. d. M. im überfüllten großen Saal des Logenhauses vor einem vorwiegend jugendliehen Auditorium einen Vortrag über ״Individuum un d Gesamthei t“. Dr. Moses Smoira sprach am 29. d. M. im Deutschen Verband für die Universität Jerusalem über ״Recht und Rechtsleben in Palästina“. Berichte über die beiden interessanten Veranstaltungen werden nachgetragen. An unsere Abonnenten! Die Post verlangt von uns die Anmeldung der vom t. Januar 1929 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Dezember. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die Jüdische Rundschau“ direkt bei uns abonnieren, in den ersten Dezembertagen zu erheben, und zwar werden wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen lassen. Wir bitten darum, im eigenen Interesse dafür Sorge zu tragen, daft diese Nachnahmen prompt eingelöst werden, da sonst Unregelmäßigkeiten in der Zustellung der Jüdischen Rundschau" nicht zu vermeiden sein dürften. Berlin, im November 1928. Verlas Jüdische Rundschau“ BerUn W15, Melnekestraße 10 Berliner Zionistische Vereinigung Allgemeine Wahlen für die Verfreterveriemmlun g der B. Z. V. Der Hauptvorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung hat beschlossen, die Neuwahl der Vertreterversammlung auszuschreiben. Die Wahlen finden in der Zeit vom 6. bi* 13. Januar 1929 statt. Wahlberechtigt sind alle männlichen und weiblichen Mitglieder der B. Z. V., die mindestens 18 Jahre alt sind soweit die Rechte der Mitgliedschaft nicht nach § 7 des Statuts ruhen. Das passive Wahlrecht ist an die Vollendung des 20. Lebensjahres gebunden. Die Zahl der Mandate wird noch bekanntgegeben. Die Wahlen erfolgen geheim nach dem Proportional- System und dem Prinzip der gebundenen Listen. Die Wahl vor- Schläge sind spätestens am 6. Dezember, mittags 1 Uhr, im Büro der B. Z. V., Mdnckestr, 10, rinzureichen. Der Wahlvorschlag muß mindestens von 30 Wählern eigenhändig (mit Ruf- und Familiennamen) unterzeichnet sein, van denen einer als für weitere Verhandlungen bevollmächtigter Vertreter zu bezeichnen ist. Kein Wähler darf mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Von jedem Vorgeschlagenen muß die Schriftliehe Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag und ein schriftliches Versprechen der pflichtmäßigen Ausübung des Amtes beigefügt werden. Bewerber dürfen auf mehr als einem Wahlvorschlag kandidieren, jedoch nur auf einem an erster Stelle. Die Bewerber sind mit Ruf- und Familiennamen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Ein Wahl- Vorschlag darf auch mehr oder weniger Bewerber enthalten als Delegierte zu wählen sind. Mehrere Wahlvorschläge können miteinander verbunden werden. Die Verbindung muß von den Vertretern der betreffenden Wahivorschlage ebenfalls spätestens am 6. Dezember, mittags 1 Uhr, dem Büro der B. Z.V. gegenüber übereinstimmend schriftlich erklärt werden. Die Wählerkartothek liegt ab 8. Dezember in den Geschäftsstunden im Büro der B. Z. V. aus. Wir fordern hierdurch zur Einreichung von Wahlvorschlagen auf. Der Hauptvorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung, gez. i. A. Max Baer, Wahlkommissar. Ortsgruppen Bamberg. Die Tätigkeit der aoniitisehen Ortsgrupn• bestand in d״n letzten Jahren außer K. K.-Sammlungen hauptsächlich in der Veranstaltung einiger öffentlichen Versammlungen mit auswärtigen Rednern. Bei diesen Veranstaltungen, die trat* größter Propagandaanstrengung von Nichtiionisten nur immer schwach besucht waren, stand der Erfolg in gar keinem Verhältnis in den großen Kosten. Wir beschlossen daher, in dieser Saison nur kleinere Veranstaltungen abzuhalten, zu denen wir nur eine Anzahl n m gewählter Nichtzionisten, hauptsächlich Mitglieder des neutralen Jugendvereins, einladen. Von Mitte August bi» Ende Oktober haben 6 Vereinsabende mit folgenden Themen staltgefunden ו Bericht Ober die Sachverständigen-Konamission, Zionismus und jüdische Umwelt, Berti und politischer Zionismus, Zionismus und Sozialismus, Ttgcsfragen und Zionismus, Zionistisch* Politik. Mit dem Erfolg der Abende sind wir sehr zufrieden. Es ksm fast auf jeder Veranstaltung zu eingehenden Diskussionen mit den anwesenden Nichtzionisten, und das Interesse der aktiven Mitglieder der Ortsgruppe wurde gehoben. Von der Ortsgruppe aus wurde eine größere Bosch liaschanah-Aktion veranstaltet und hierbei wurden zirka 15 Landgemeinden in der Eingebung besucht. Wir beabsichtigen auch in den nächsten Monaten regelmäßig lusammensukommen und, wenn kein besonderes Referat gehalten wird, an Hand der ,,Jüdischen Rundschau" uns über aktuelle Fragen zu unterhalten. Königsberg. Am 27. Oktober 1928 sprach in einer Mitgllederversamnuung Herr Walter Roth, Berlin, über ״Bodenfragen in Palästina“, in außerordentlich anschaulicher Weise schilderte der Vortragende die wirtschaftlichen und rechtlichen Bodenverhältnisse in Palästina und die Notwendigkeit der Er- Weiterung des jüdischen Bodenbesitzes im Lande. — In einer am 7. November d. J. stattgehabten Mitgliederversammlung referierte der Vorsitzende Dr.Schloßberg über die Berliner Tagung der Ortsgruppenvertreter. Es wurde ferner das Arbeit*- Programm für den gegenwärtigen Winter besprochen. Dieses Programm sieht vor allem einen umfassenden Vortragszyklus zur Einführung in die Geschichte und Ideologie des Zionismus vor. Es werden zu diesen Vorträgen auch eine Reihe von Nicht- 2ionisten eingeladen. Der erste Vortrag des Zyklus fand vor zahlreicher Zuhörerschaft am 13. November 1928 statt. Herr Dr. Sandler als Redner behandelte die Frage der ״Emanzlpation und Assimilation“, ln einer großen öffentlichen Ver- Sammlung, die am 20. November d, J. in der Börsenhalle stattfand und »ehr gut besucht war, sprach Herr Dr. Schloßb e r g über das Thema: ״Zwei jüdische Staatsmänner“ (Disraeli und Rathenau). KIM» Der Ctianukkah-BaU des Ketm Kajam*(!, «kr »Sgl am 13 Dezember i!1 Berlin stattfindet, wird ein Er- IITIS c*£n's ersten Ranges in der Berliner Zionistischen EnJßjj Gesellschaft sein. Nach längerer Zeit werden sich Hm wieder einmal alle Zionisten auf dem Boden einer geselligen Veranstaltung treffen, die in dem prächtigen Rahmen der Krollsäle, bei erstklassiger Musik und mit wenigen, aber erstklassigen Attraktionen ein großer Erfolg zu werden verspricht. Um die Vorbereitungen bemüht sich seit Wochen ein Ballkomitee, dem folgende Damen an gehören: Frau Dr. Ascher, Dr. Batsek, Blumenfeld, Budko, Dr. Czapski, Dr. Drucker, Arch. Eliasberg, Benzion Fett, Grüngard, Dr. Heidemann, Heppner, Dr. Hurwitz, Frl. Lea Kahan, Dr. Knoller, Kreschower, Levinsohn, R.-A. Mittwoch, Frl. Niedzvviedz, Peltesohn, Frl. Pollak, Dr. Rawidowitsch-Klec, Sobersky, Steinhardt, Dr. Theilhaber, Tumbawsky, Dr. Unna, Ilse Warburg. Der Ehrenausschuß bestellt aus: Frau Ministerialdirektor Badt, Wilfried Israel, Frau Prof. Carl Lewin, Frau Arch. Erich Mendelsohn, Leo Simon, Frau Prof. Otto Warburg, Arnold Zweig. ״Purim in Erez-lsrael“. Eine Fahrt erster Klasse mit der Gesellschaftsreise des Keren Hajessod, gestiftet von der Leitung des Palestine Lloyd, ist der Hauptgewinn der Tombola auf dem großen Chanukkah-Ball des Keren Kajemeth in Berlin. Durch eine Reihe weiterer großzügiger Spende« ist die Tombola glänzend ausgestattet und die Verlosung wird für jeden Teilnehmer einen begehrenswerten Gewinn bringen. Eine Englandrelse erster Klasse mit dem Norddeutschen Lloyd, ein wunderschöner Pelzmantel, welchen die Firma Sack & Finger zur Verfügung gestellt hat, sind die weiteren Hauptpreise, an welche sich eine Reihe anderer reizvoller Gewinne anschließt, über die demnichat berichtet wird.