Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1928-11-20 · Heft 92 (20.11.1928) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 92 (20.11.1928)
Date
1928-11-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652971-2653051--20390-2678365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 644 JUEDISCHE RUNDSCHAU waren es sogenannte Wahlkartelle, welche die jüdisch-politischen Organisationen mit der einen oder der anderen rumiinischert Partei abschlossen, wobei das Hauptgewicht auf die Sicherung־ vor! Mandaten für den einen oder den anderen jüdischen Parteiführer gelegt wurde, während man an die grundlegenden Forderungen jüdischer Politik fast ganz vergaß. Habet hatten die jüdischen Organisationen bei den Vorhand- Jungen mit den rumänischen Parteien noch die unangenehme Konkurrenz der sogenannten ״eingeschriebenen Juden“ auszuhalten, die als Mitglieder derselben ein Recht auf eine politische Belohnung in Form eines Mandates hatten und es jedenfalls billiger gaben, als die jüdisch-politischen Organisationen, dä sie doch niemals irgendwelche Forderungen im Namen der jüdischen Minderheit stellen konnten. Es ist klar, daß dadurch die sogenannte jüdische Landespolilik schwer kompromittiert wurde und heute lehnen es die rumänischen Parteiführer beinahe ah, mit Vertretern dieser Organisationen zu verhandeln, da sie mit ihren eingeschriebenen Juden viel leichter das Wahlgeschäft, das in der Lieferung jüdischer Stimmen besteht, abschließen können. WoliI wurde immer wieder die Forderung nach jüdisc hcrOcsc 11 loss e nhei t, nachOrüntlu ng eines jüdischen Reichs block s erhoben, weil dieser das einzige Mittel ist, weiches eine Gesundung des jiklisch-politisehen Lebens herbeiführen könnte. ״Jüdischer Reichsblock" wurde auch zum Schlagwort, mit dem man immer wieder kokettierte, aber wenn es dazu kam, war es immer zu spät. Die Judenschaft in den einzelnen Provinzen hatte keine gemeinsame politische Leitung, die Bevölkerung war nicht aufgeklärt, das zur Aufstellung der Reichsüste notwendige Geld war nicht da, und so wiederholte sich immer wieder dasselbe Spiel, daß alles theoretisch für den jüdischen Reichsblock ist, in der Praxis aber eine Politik gemacht wird, welche der Schaffung derseihen genau entgegengesetzt ist und dazu beiträgt, die jüdische Bevölkerung politisch noch mehr zu atomisieren. Auch jetzt war es nicht anders. Die National-Zaranisten mit Maniu an der Spitze haben wohl ein freiheitliches Programm, das sich auf die bekannten Beschlüsse von Alba Julia stützt (obwohl sie durch den Innenminister Vaida Voevod auch antisemitisch belastet sind), sie wollen in der Theorie den Minderheiten alle Rechte innerhalb des rumänischen Staatswesens geben und zählen sogar unter gewissen Vorbehalten auch die Juden zu diesen Minderheiten. Da sie aber die Schwäche der Juden infolge ihrer Desorganisation kennen und überzeugt sind, daß ein Reichsblock nicht zustande kommen kann, wollen sie auch mit einer ad hoc zusammengestellten jüdischen Reichsdelegation nicht verhandeln, wollen ihre Stellung zu den einzelnen jüdischen Forderungen nicht präzisieren und lassen sich nur dazu herbei, mit den jüdischen Vertretungen der einzelnen Provinzen gesondert zu verhandein, wobei sie auch ihre eingeschriebenen Juden berücksichtigen müssen. Was also auch diesmal von der jüdischen Politik zurückgeblieben ist, ist ein Rennen zu den Machthabern, ein Feilschen um Mandate, wobei die anfänglich hochgeschraubten. Erwartungen schwer enttäuscht wurden. Dies ist das Bild, das um so trauriger stimmen muß, als man gar nicht das Gefühl hat, daß es in absehbarer Zeit besser werden könnte. Immer mehr ringt sich die Ueberzeugung durch, der jüdische Reichsblock werde nur dann zur Wirklichkeit werden, wenn sich die Juc|en durch ihre Bündnispolitik mit allen rumänischen Parteien rettungslos kompromittiert haben, oder wenn die rumänischen Parteien sich entschließen werden, auf eine Wahlhilfe der Juden, unter welcher Form auch immer, zu verzichten. — Vielleicht wird es aber dann zu spät sein für eine jüdische Politik. Das Klagemaner-Problem vor dem Unterhaus Amery erwartet gütliche Beilegung des Konfliktes. London, 14. November. (J. T. A.) In der gestrigen Sitzung des Unterhauses beantwortete der Minister für die Kolonien, A m e r y , die Anfrage des Obersten K e n w o rt 11 y , betreffend die Vorfälle a!1 der Klagemauer in Jerusalem. Kenworthy hafte gefragt, wie sich die Regierung zu den neuen Bauausführungen der Araber an und über der Klagemauer verhält, ob sie nicht darin eine Verletzung des Status quo sieht, wenn schon die Aufstellung einer tragbaren Mauer durch die betenden Juden eine Verletzung des Status quo sein soll. Minister Amery erwiderte, die Regierung werde in der Zubau-Frage den Rat der höchsten juridischen Autoritäten in Anspruch nehmen, bevor definitive Entscheidungen getroffen werden. Kenworthy wies noch darauf hin, daß die türkische Regierung niemals Bauänderungen an der Klagematier erlaubt hat. Sir Frank Sanderson vertrat den arabischen Standpunkt und fragte, ob angesichts der Aktion gewisser Juden die Regierung Schritte unternehmen werde, um die Westmauer vor Akten des Angriffs zu schützen. Fenby fragte, welche Maßnahmen getroffen worden sind, damit die Juden an der ihnen heiligen Stätte ihre Andacht ohne Belästigung ausüben können. Auf diese beiden Fragen erwiderte Amery, er beabsichtige, dem Hause ein Weißbuch vorzuleg c n, in welchem die Intervention der Polizei und die Schritte, die ergriffen wurden, um die Gefahr weiterer Zwischenfälle hintanzuhaite«, ausführlich dargelcgt sind. Sache der Regierung ist es, den status quo aufrechtzuerhaltcn. Die Aktion der Polizei hatte den Zweck, das empfindliche Gleichgewicht zu erhalten. Gleichzeitig bedauert aber die Regierung, daß die jüdischen Andächtigen durch die Aktion der Polizei gestört worden sind. Sir Frank Sandersons Sorge wegen der Moslems ist unnötig. Während cs nicht bestritten werden kann, daß die Aufseher des jüdischen Gottesdienstes gewisse Neuerungen eingeführt haben, soll gleichzeitig festgestellt werden, daß die Juden die Frage des Eigentumsrechtes an der Westniauer niemals aufgewerfen haben und auch nicht beabsichtigen, dies in Zukunft zu tun oder sonst etwas zu unternehmen, das die Unverletzlichkeit der moslemischen heiligen Stätte irgendwie antasten könnte. Die Regierung glaubt, daß bei einem Nachlassen der noch herrschenden Erregung eine Schlichtung des Streitfalle s in Freundschart möglich sei. Die Tote Meer-Konzession. Im englischen Unterhause fragte Colonel Howard - B u r y , ob in den letzter! Monaten eine Aenderung in der Angelegenheit der Toten Meer-Kon- Zession eingetreten ist. Minister Amery erwiderte, man hoffe bezüglich der Bewerbung um die Konzession, über die in der Hauptsache vor einiger Zeit verfügt worden ist, bald zu einem endgültigen Beschluß zu gelangen. Die Aussichten der Konzession sind spekulative, einen bestimmten Wert kann man ihr heute nicht betmessen. Howard-Bury wies auf die gegenwärtig hohen Pottasch-Preise hin, die den Wert der Konzession als hoch erscheinen lassen. Ist die Verständigung mit den Arabern gescheitert? Von Gerhard Sch01 em, Jerusalem. Der Autor legt Wert auf die Feststellung, daß für die nachfolgenden Ausführungen nur er persönlich die Verantwortung trägt. Damit ist natürlich auch bereits gesagt, daß hier nicht eine Stellungnahme der Redaktion vorliegt. — Red. Nach den unseligen Vorkommnissen an der Klagemauer läutet man jetzt überall den Brith Sclialom, der sich die Herstellung guter Beziehungen zwischen Juden und Arabern zur Aufgabe gesetzt hat, zu Grabe. Jetzt habe es sich erwiesen, heißt es in der Presse, daß sich uns keine Bruderhand aus dem anderen Lager versöhnungsbereit entgegenstrecke, ja unsere unwürdigen Anbiederungsversuche hätten eine sehr rauhe Abfuhr erfahren. Und ein wenig drohend schon heißt es weiter, wer uns Mitgliedern des Brith Schalom denn eigentlich das Recht gegeben hätte, uns in der jüdischen Außen- Politik zu betätigen und die Juden durch unsere schwächliehe und würdelose Haltung zu blamieren und zu diskreditieren. Wenn uns jetzt noch nicht die Schuppen von unseren Augen fielen, so würde man wohl nach Mitteln und Wegen suchen müssen, uns das Handwerk zu legen. Bei dem bedenkenlosen Widerhall, den der Appell an die Gefühle der Juden der ganzen Welt in der Sache der Klagemauer gefunden hat (bei dem juristische Erwägungen entschieden zu kurz kamen), ist es wahrscheinlich, daß die Logik dieser Pressestimmen leicht Eingang in die Gemüter finden wird. Und doch ist diese Angelegenheit nicht nur ein Beispiel für Uebelwollen auf arabischer Seite, das auch der Brith Schalom nie leugnen, sondern nur erklären konnte; sie ist auch zugleich das beste Beispiel für jene Politik der Juden, die zu bekämpfen der Brith Schalom sich verpflichtet fühlt. Handelte cs sich zuerst hier um eine Schikane oder mangelnde Generosität der Araber (die sich ja juristisch im Recht befanden), um Taklosigkeit englischer Beamter, um Leichtsinn einiger Juden (die wissen mußten, daß sie Vereinbarungen übertraten), so trat entscheidend sofort der ganze Apparat unseres nationalen Prestige willens hinzu und richtete jene Affäre an, aus der uns so schnell niemand wieder herausführt, auch nicht der Brith Schalom — kaum zwei Jahre nach seiner Gründung. Das Judentum des Galuth erliegt dem Zauber so schnell wie das palästinensische. Die hebräischen Tageszeitungen eröffnen eine Spezialrubrik für Klagemauerproteste aus dem Ausland mit ausgesprochen verhetzender Wirkung, während sie sich zur gleichen Zeit über die verhetzende Tätigkeit der arabischen Presse entrüsten. TA öffentlichen Reden und in der Presse wird die Enteignung der Klagemauer zugunsten der Juden verblümt und unverblümt gefordert. Ja, während man die Behauptung der gereizten Araber, daß die Juden die Omarmoschee für sich wollen, verhöhnt, erklärt ein Mann, der eine hervorragende Rolle im Zionismus spielt, in diesen Tagen der stärksten Erregung in öffentlicher Versammlung, noch hätten wir die Hoffnung nicht aufgegeben, einst den Tempelplatz wieder zu besitzen. Man braucht sich nur die Gefühle eines simplen harmlosen Hausbesitzers vorzustellen, dem 10 qm seines Vordergartens enteignet werden sollen, um zu ermessen, was es bedeutet, den religiös fanatischen und den national empfindlichen Arabern zuzumuten, auch nur das Grenzstück des den Arabern heiligen Tempelplatzes auf diese Weise an die Juden zu verlieren. Die Araber verfolgen unsere Presse, sie hören auf die Stirnmen aus unserem Lager, und da sie mißtrauisch geworden sind, hören sie gerade auf die extremsten. Man hat die bösesten Instinkte eines Volkes aufgereizt, das primitiver als das jüdische ist, und bei dem ein ungehemmter Nationalismus eher zu erwarten und zu entschuldigen ist. Der Brith Schalom hat heute noch’ keine Macht über die Araber und kann noch keine haben. Das hätten die Gegner bei einigem Willen zur Objektivität selbst feststellen müssen. Er besteht erst kurze Zeit und hat in dieser Zeit kaum mehr vermocht, als den Arabern von seiner Existenz Kenntnis zu geben. In ein bis zwei Jahren hätte man vielleicht schon etwas mehr leisten können, wenn man entschlossen und unbeirrt die Konsequenz aus der völligen Abkehr von der üblichen judenstaatlichen Ideologie und Politik gezogen hätte. Der Brith Schalom war aber frömmer als seine Gegner annehmen. In der Tat schreckte er davor zurück, diesen Gegnern allzu große Schwierigkeiten zu machen und betrachtete in ihrem Sinne die Außenpolitik ein wenig als tabu. Es wurde in der Hauptsache literarische Propaganda (fast ausschließlich unter den Juden) gemacht, aber irgendeine offizielle Aktion wurde noch nicht begönnen (was niemand mehr beklagen kann als der Verfasser dieser Zeilen), systematische Arbeit wurde nicht geleistet; die Früchte, die die Gegner des Brith Schalom vermissen, kann es noch nicht geben, denn es wurde noch nicht gesät. Es ist sicher, daß die Ereignisse der letzten Zeit und noch mehr ihre Auswirkungen ein wichtiger Anlaß sind, die Arbeit unverzüglich aufzunehmen. Der friedliche Ausgleich mit den Arabern, den wir erreichen müssen, kann nur die Frucht der Mühe vieler Jahre sein. Man darf an diese Arbeit nicht mit Illusionen herangehen, sie wird mühselig sein und enttäuschungsreich und unsere Hand wird oft zurückgestoßen werden. Auf diesem Felde gibt es keinen nationalen Lorbeer zu pflücken; um *p weniger, als uns Juden auch der nationale Nr. 92, 20. XI. 1928 Triumph versagt zu sein scheint, daß wir die weiseren, billiger denkenden, abgeklärteren sind, daß wir die äußerst schwierige Situation der palästinensischen Araber wirklich verstanden haben (wo wir doch verlangen, daß sie der unsem mit Verständnis begegnen sollen), daß wir gelernt haben, ihrer Erregung Rechnung zu tragen, selbst auf die Gefahr hin, einmal ein Krummes gerade sein lassen zu müssen. Nein, wir sind diesem primitiveren Brudervolk nicht weit überlegen, wir sind noch weit entfernt von Triumphen der Selbstüberwindung, von Triumphen der moralischen und intellektuellen Ueberlegenheit. Der Brith Schalom, der sich die Aufgabe gesetzt hat, in einer für den Zionismus lebenswichtigen Sache zu handeln, wird schwerlich warten können, bis ihn die gesamte jüdische Oeffentlichkeit sanktioniert hat, er wird zu direkter! Aktionen schreiten müssen, er wird seine Stimme lauter erheben müssen, er wird die unbequeme Rolle des unabweisbaren und unermüdlichen Förderers im Zionismus spielen müssen. Es bleibt nur dieser dornenvolle Weg, in unserem Lager und im Lager der Araber für die Annäherung zu wirken. Öder es bleibt der Weg des Revisionismus, sich auf ein imaginäres Schwert zu stützen und nicht vor der Vergewaltigung der Landeseinwohner zurückzuschrecken, um den Judenstaat durchzusetzen. Aber dies gerade, falls es sich verwirklichen ließe, wäre nichts anderes als der absolute Untergang des Zionismus. Verwirft man diese Möglichkeit, so muß man das Prestige, auf dem in echt und schlecht europäischer Weise bei uns herumgeritten wird, Prestige sein lassen, und muß sehen, wie weit auf friedlichem Wege mit dein Araber zu kommen ist. Tertium non datur. Keren Haiessod-Konferenz fn Cernantt Unter Teilnahme von Colonel Wedgwood und Kurt Blumenfeld. (Von unserem Berichterstatter.) r. C z c r n a u t i, 14. November. Die diesjährige V. Bukowinaer Keren Hajessod-Landeskonferenz stand im Zeichen zweier auswärtiger Persönlichkeiten, welche an der Konferenz teilnahmen und derselben eine besondere Bedeutung verliehen. Colonel Wedgwood traf am 1t. d. M. aus Chlsinau in Cernauti ein und wurde am Hauptbahnhofe von mehr als 40 jüdischen Organisationen begrüßt. Die Auffahrt vom Bahnhof zum Jüdischen Haus gestaltete sich zu einem grandiosen Triumphzug der zionistischen Bewegung. Den Saal des Jüdischen Hauses füllte eine tausendköpfige Menge Und tausende Personen standen vor dem Jüdischen Hause, welche keinen Einlaß finden konnten. Die grandiose Versammlung wurde vom Präsidenten des Keren Hajessod, Dir. Max Sei d mann, eröffnet, der Colonel Wedgwood, Kurt Blumenfeld und seine Gemahlin aufs herzlichste begrüßte. Die Versammlung bereitete den Gästen stürmische Ovation««, ‘ Es sprachen Herauf die Vertreter sämtlicher zio? nistisdier Parteien und Fraktionen und zum Schluß Col. Wed®- wood und Kurt Blumenfeld. Um 3 Uhr nachmittags desselben Tages wurde die Keren Hajessod-Konferenz von Dir. Max Seidmann eröffnet. Wedgwood hielt bei dieser Gelegenheit ein ausführliches Referat über Palästina. Hierauf erstattete der Leiter des Keren Hajessod, Dr. Reifer, den Rechenschaftsbericht, aus welchem hervorging, daß die Bukowina im Berichtsjahre ihre Keren Hajessod-Eingänge verdoppelte und über 5000 Pfund netto nach Jerusalem überwiesen hat. Bei der Keren Hajessod- Konferenz sprach am selben Tage Kurt Blumenfeld, dessen Rede einen überwältigenden Eindruck auf die Zuhörer machte und der Tagung ihre besondere Note verlieh. Im Rahmen der Keren Hajessod-Konferenz fand auch ein 5-Uhr-Tee statt, mt welchem Wedgwood und Blumenfeld teiinahmen und wo gleich Zeichnungen für den Keren Hajessod entgegengenommen wurden. Am 12. d. M. veranstaltete die Poale-Zion zu Ehren Wedgwoods einen Lunch, an welchem alle zionistischen Parteien und Organisationen teilnahmen. Am Nachmittag arrangierte der zionistische Frauenverband (Wizo) zu Ehren Blumenfelds und seiner Gattin einen 5-Uhr-Tee, bei weicher Gelegenheit Frau Jenny Blumenfeld und Herr Blumenfeld über die Frauenarbeit im Galuth und Palästina referierten. Es soll noch die Tatsache erwähnt werden, daß Frau Jenny Blumenfeld mit den verschiedenen zionistischen Frauenvereinen Konferenzen abmelt und das vollbrachte, was bis jetzt noch niemandem gelungen ist: Sie legte den Grundstein zur Vereinigung aller drei in Cernauti vorhandenen zionistischen Frauengruppen, was für die zionistische Arbeit von eminenter Bedeutung werden kann. Auch die Revisionisten ehrten Colonel Wedgwood, indem sie am 12. November ihm zu Ehren einen 5-Uhr-Tee arrangierten. Den Abschluß aller Veranstaltungen bildete ein Bankett, das einen sehr schönen Verlauf nahm. Herr Blumenfeld benutzte seine Anwesenheit in Cernauti, um mit allen zionistischen Gruppen Fühlung zu nehmen und den Versuch zu machen, eine Plattform für gemeinsame Arbeit zu schaffen. Am Dienstag, dem 13. ds,, sprach Blumenfeld in einer massenhaft besuchten Studenten Versammlung über ״Zionismus und Sozialismus“ in einer Art und Weise, die man in dieser Stadt seiten zu hören bekommt. Jeder Satz war ein abgeschlossener Gedanke für sich und alles zusammen ein gigantisches Gebäude zionistischer Ideologie. Am 14. verließen Blutnenfcld und seine Gattin Cernauti und begaben sich nach Lemberg. Am Bahnhof fanden sich zum Abschied die Vertreter der zionistischen Parteien und Fraktionen ein; ganz besonders zahlreich waren die Mitglieder des zionistischen Frauenverbandes erschienen, welche sich von Frau Biumenfeld herzlichst verabschiedeten. Die Keren Hajessod-Arbcit wurde gleich nach der Konferenz in vollem Umfange auf genommen. Trotz der Wirtschaftliehen Krise und des Wahlfiebers (am 12. Dezember finden die Parlamentswahlen statt) ist zu erwarten, daß die Bukowinaer Juden auch in diesem Jahre ihre Pflicht voll und ganz erfüllen werden. Folgen des Wahlkampfes in Lettland. Dr. J. Hellmann in Riga, Mitglied des Welfverbandes der zionistischen Arbeiterpartei ״Hitachduth“, wurde kürzlich aus der lettländisehen Landesorganisation der ״Hitachduth“ ausgeschlossen, weil er in der von ihm redigierten Tageszeitung ״Frimorgn“ die jüdische Wählerschaft aufgefordert hat, der jüdischen Stimmliste zur Parlamentswahl den Namen des bundistischen Kandidaten hinzuzufügen. Wie der J.T. A. nun mitgeteilt wird, hat sich das Hauptbüro des Weltver- Landes ״Hitachdutli“ mit der Angelegenheit befaßt und eine spezielle Kommission zur Klärung der ganzen Angelegenheit eingesetzt. Di Heerst Schau! weder noch Hause doch i uns Ire Lagerl einzig durcha «chauli und di auf de ein leil Lagerl Ni jiidisef Legem Lange: ,Selnia die an ihre K eine n Dichte Rahels sie ge überw und d. bruch die di anrief, schütt! Frau, in der Weine Frauei Meiste Mehre jüdiscl Grab keiner dische Im ן Weinen jüdischei Lagerlöi angeseh eng befi burgs ir verbrach Abrahati Abrahan er spätei und es schvvedi! Freunds sehen S< ihre!* Ft Freund» suchten die Som Auch di Eindrücl Christ“ 1 löf gem< Decknan Romane Berends! Jüdin vo gegenüb unter h! Wie Freunds stens u Anfang Beding‘ Stocklio

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.