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Jüdische Rundschau · 1928-11-16 · Heft 91 (16.11.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 91 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 638 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 91, 16. XI. 1928 esse, wesentlich sei, daß durch die Umwandlung׳ der Z. V. t D. Arbeitskräfte, die heute in einer ganz nutzlosen Arbeit für die Z. V. f. D. verbracht würden, wieder für unsere eigene Arbeit frei würden, ja, Redner habe diese Konsequenz schon längere Zeit gezogen. Wenn man z, B. unsere Delegation zur Danziger Konferenz oder den heutigen Delegierteniag betrachtet, so sieht man, wie für uns wichtige Kräfte fehlen, die für aligemein-zionistische Arbeit frei sind. Die uns hier fehlen, würden bei einer solchen Umgestaltung für uns frei werden. Abgesehen davon hätte diese Umgestaltung den großen Wert, klare Verhältnisse zu schaffen, die endlich auch eine klare Auseinandersetzung mit den Gruppen ermöglichen, die sich heute immer noch zu Unrecht als unfraktioniert betrachten, obgleich sie in Wirklichkeit auch längst Fraktionen seien. Die Arbeit der Misrachigruppen muß enger mit der Palästinaarbeit verbunden werden. Dr. Barth schlägt dazu vor, daß die Gruppen Patronate für mlsrachisiische Instltu* tionen in Palästina übernehmen, mit denen sie auch in direkten Gedankenaustausch zu treten hätten. Die Patronate müßten vom Zentral-Büro aus den Gruppen zugeteilt werden, dadurch würden die Einnahmen für palästinensische Zwecke wesentlich erhöht werden. Die Ergebnisse der Danziger Konferenz waren für alle Misrachisten in Deutschland unbefriedigend. Die Zusammensetzung des Merkas weise große Mängel auf, einer dieser Mängel seT das Fehlen eines Vertreters der Jugend. Daß ein solcher nicht gewählt sei, ist aber ausschließlich Schuld der Jugend selbst, die durch zu starre, unbewegliche Haltung eine solche Wahl selbst verhindert habe. Den Gegensatz zwischen Merkas und Jugend bedauert Redner auf das lebhafteste; beide Teile müßten alles in Bewegung setzen, um Gegensätzlichkeiten endgültig au® der Welt zu schaffen. Es sei notwendig, daß die Jugend eine eindeutige Interpretation ihrer Devise Tnorah wa- Awodah gäbe. Es müsse klar herausgearbeitet werden, ob es sieh nur um das Prinzip der Awodah azmith (Eigenarbeit) in sozialistischem Sinne handelt, oder ob die Forderungen sozialer Gerechtigkeit im Vordergrund stehen. Rechtsanwalt Michaelis-Hamburg lehnt die Barthsche Auffassung von den Aufgaben der Z. V. f D. ab. Diese repräsentiere die Einheit der Zionistischen Weltorganisation. Die uns von der Z. V. f. D. trennenden Momente seien geringfügig den uns verbindenden gegenüber. Der Misraehi habe nicht die Möglichkeit, genügende Energien in bezug auf die Erhaltung und Aus- Gestaltung einer eigenen Presse, eigener Ortsgruppen an allen Orten, eigener Kulturarbeit zu entfalten, da seine Spezialauffaben fhn ra stark in Anspruch nehmen, und der Kreis, aus etn sich seine aktiven Mitarbeiter rekrutieren sollen, immerhin ein kleinerer ist. — Die von Dr. Barth angeregten Patronate für die verschiedenen Zweige der Palästinafatigkeit seien schädlieh für den Geist, der die Arbeit erfüllen muß. Das käme aut Wohltätigkeitsausübung hinaus, anstatt die Verpflichtung der Misrachisten zur Unterstützung der aufbauenden Tätigkeit des Misraehi festzulegen und Verantwortlichkeitsgefühl bei den Misrachisten zu wecken. Die Gruppen müßten ihre Verpflichtung den allgemeinen Fonds gegenüber anerkennen und Konsequenzen ziehen. — Die Frage der Interpretation der Devise Thora wa Awodah können noch nicht eindeutig beantwortet werden, weil diese Dinge bei der Misraehi-fugend noch zu sehr in Fluß seien. Der Hamburger Bundestag der Jugend soll sich über diese Dinge erst richtig klar werden. Auf jeden Fall könne man auch heute schon erkennen und muß es klar aussprechen, daß die Misrachi-Jugend sich durch das Misrachi-Statut gebunden fühlt und keinerlei Absichten beständen, aus der Misrachi-Partei auszuscheiden. Von der Weltkonferenz in Danzig sei die Jugend am meisten enttäuscht. Sie hat das Gefühl, daß sie hier auch vom deutschen Misraehi verlassen wäre. Der deutsche Misraehi hätte ,die Möglichkeit gehabt, mit der Jugend zusammen auch den Vertreter der Jugend beim Merkas durchzusetzen, die jetzigen Verhältnisse beim Merkas könnten schlimmste Folgen, besonders ln der Kolonisationstätigkeit des Misraehi haben, ln Scheck Abrek machten sich diese Folgen schon jetzt bemerkbar. — Man hat Ms jetzt noch nicht verstanden, die Arbeit des Misraehi zu popularisieren. Man soll sich hüten, jetzt auch wieder den Keren Erez-Isracl auf plutokratischen Prinzipien aufzubauen; nur wenn die Gesamtheit an diesem Fonds interessiert wird, hat er Aussicht auf Erfolg. Wir müßten uns fragen, ob wir uns nicht bisher zu viel mit Politik befaßt hätten und darüber die Erziehung der Menschen zu Misrachisten vernachlässigt haben. Dr. Grünfeld-Würzburgi Auch in der Jugend sind wertvolle Kreise, die der Auffassung von Dr. Barth zustimmen. Wir müssen überflüssigen Kräfteverbrauch vermeiden, dazu würde uns die Neugestaltung der Z. V. f. D. führen können. Auch das Einheitsprinzip kann übertrieben werden. Die ״Rundschau“ kann unsere kulturellen Interessen nicht vertreten. Wir brauchen ein eigenes Organ, das nur unseren Ideen dient, in dem wir nicht nur Kampf nach rechts zu führen brauchen, sondern in dem auch unsere gegensätzliche Steilung nach links zum Ausdruck kommen kann. Es sind in der religiösen Judenheit viel mehr Sympathien für uns vorhanden, als es häufig den Anschein hat; sie müssen gesucht und aktiviert werden, was nur möglich ist, wenn die Grenzen unserer Uebereinstimmung mit den nichtmisrachistisehen Zionisten klar abgesteckt sind. Das bedeutet keine Trennung von ihnen, die auch niemand von uns wünschen kann. Die Gründung der misrachistischen Monatsschrift ist sehr zu begrüßen. — Die Devise Thora wa Awodah muß klar interpretiert werden. Thora als religiös-soziales Gesetz, daß Wiederbelebung des Volkes identisch ist mit Wiederbelebung des Landes, ist auch für den Altmisrachi Programm. Daß Sozialismus neben der Thora einhergehen kann, braucht nicht extra betont zu werden. Sozial m u ß der religiöse Mensch sein, zum Sozialismus kann man ihn nicht zwingen. Es kann auch eine Gefahr dadurch entstehen, daß man künstlich einen ״Kulturmisrachismus“ schafft. Dr. Leibowitz-Köln: Mit der Tätigkeit des Merdas Olami muß man sehr unzufrieden sein. Die Schulen des Misraehi sind ein großes Aktivum, aber sie stehen in einem luftleeren Raum, weil die misrachistische Atmosphäre in Erez-Israel zu gering ist. Man kann kaum von einer Misrachi-Bewegung in Erez-Israel sprechen. Der Merkas kümmert sich nicht um die schulentlassene Jugend, er hat nichts dazu getan, sie organisatorisch zusammenzuschließen, auch nichts, um der Jugend eine ausgesprochen misrachistische Erziehung zu geben. Dadurch gehen viele der Schule entwachsenen jungen Menschen dem Misraehi absolut verloren und die Bewegung gewinnt nicht an Ausdehnung im Lande. Der Merkas weiß nichts davon, daß ein starker Kulturkampf in Erez-Israel vor sich geht, oder er will nichts davon wissen, weil er nicht die Kraft in sich fühlt, ihn im misrachistischen Sinn zu beeinflussen. Der Poel Hamlsrachi führt einen Kampf für eine thorafreue Jugendbewegung unter ausdrücklichem Verzieht auf «orialistische Beeinflussung. Nicht nur, daß der Merkas selbst nichts tut, um die Jugend zu beeinflußen, er hindert auch noch den Poel Hamisrachi daran. Es ist fraglich, ob die so starke Bevorzugung des Schulwerkes gegenüber anderen Aufgabenkreisen des Misraehi gerechtfertigt ist. Der ganze Apparat des Merkas ist nicht in Ordnung, nicht schlagkräftig, man hat nicht den Eindruck von systematischer Arbeit. Dinge werden unternominell und nicht zu Ende geführt, die Arbeit ist sprunghaft, es ist kein Svstem. Der deutsche Misraehi müßte sich mehr um die Arbeit des Merkas kümmern und sie zu beeinflussen suchen. Man vermißt es, daß gerade die deutschen Misrachisten nicht oft genug hinüberkommen, um sich von den Verhältnissen und Zuständen zu überzeugen. Die Tatsachen in Erez-Israel Berliner Zionistische Vereinigung *ך Mittwoch, den 28. November, ebenda 8/י* Uhr, im großen Saal der Loge, Kleiststraße 10 1. Jujfendveranstaltung Vortrag von Kurt Blumenfeld Thema■ Jüdische Entwicklungen (Individuum und ottamthsio haben das Misrachi-Programm entwertet und in den Augen vieler herabgesetzt. Wir slna optimistisch für die Zukunft des deutsehen Misraehi, und glauben, daß viel von der Zukunft des Weltmisraehi davon abhängt, welchen Einfluß auf die Allgemeinbewegung er ausüben wird. — Die Zugehörigkeit zur Z.V. f. D. ist für uns ein Symbol, das schwerwiegend, besonders auf die Jugend, wirkt. Mit dem Programm Thora wa Awodah ist es ähnlich, wir hängen an diesem Programm, weil es uns einen neuen Weg weist. Alexander Adler-Berlin: Man soll nicht nach kurzem Aufenthalt in Erez-Israel so abschließende Urteile äußern, wie das geschah. Auch wir sind nicht zufrieden mit der bisherigen Arbeit des Merkas. Aber die besonders schweren Umstände seiner Arbeit müssen bei der Kritik berücksichtigt werden. Das Misrachischuiwerk basiert nicht nur auf der misrachistischen Welt Erez-Israels, sondern die gesamte traditionelle Judenheit ist Trägerin dieser Arbeit, fördert sie durch ihre Zustimmung und durch die gebieterische Forderung ihrer Existenz. Deshalb kann man nicht davon reden, daß dieses Schul werk in einem luftleeren Raum steht. Wenn die Misrachisten der ganzen Welt dem Merkas seine finanziellen Sorgen und Lasten abnehtnen würden, hätte er Zeit und Möglichkeit, sich anderen dringenden Aufgaben zu widmen. Die Forderungen, die die Jugend stellt, unterstützt der deutsche Misraehi durchaus, hat auch bereits Erfolge dadurch erzielt. Man muß aber dem neugewählten Merkas Zeit dazu lassen, Aenderungen einzuführen, Der jetzige Merkas ist nicht verantwortlich für die Schäden, die bestehen. Wir erhoffen von der Trennung des finanziellen Ressorts von den übrigen Arbeitsgebieten, die in Danzig durchgesetzt wurde, sehr viel. Es mangelt an Menschen, die sich für die Arbeit im Merkas rar Verfügung stellen. Können wir geeignete Kräfte präsentieren, werden sie auch akzeptiert werden. Forderungen an den Merkas in bezug auf seine Arbeit können wir nur dann richten, wenn wir unsere Verpflichtungen ihm gegenüber auf finanziellem Gebiet erfüllt haben. Man blickt auf uns von vielen Ländern aus, wir fühlen deshalb die doppelte Verpflichtung zur Mitarbeit, vor allem auf pekuniärem Gebiet. Unbeschadet unserer kritischen Einstellung zum Merkas müssen wir ihn unterstützen und sein Ansehen zu stärken versuchen. Nur dann kann unsere Kritik eine fruchtbare sein. Klinik-Karlsruhe: Die Barthsche Einstellung zur Z. V. f. D. ist eine richtige, wir müssen größere Mühe auf die Ausgestaltung unserer eigenen Organisation verwenden. Die probtematische Einstellung der Jugend müßte zurücktreten vor der praktischen Mitarbeit. Der Delegiertentag sollte sich stärker mit der praktischen Arbeit der kommenden Zeit beschäftigen. Diese Arbeit ist in der Debatte viel zu kurz gekommen. Offenburg-Hamburg: Das Schulwerk in Erez-Israel ist gut, was aber allein an der Qualität seiner Lehrer liegt Man zieht in Erez-Israel nicht alle Kräfte zur Mitarbeit heran, die verj\*lfigiar;:wlr#n», •Gerade, die unseren ,Kr#tee», kommenden Minner in Erez-Israel hat Inan angestoßen, resp. nicht zu benutzen verstanden. Man muß Einfluß darauf zu nehmen versuchen, daß alle verfügbaren Kräfte nutzbar gemacht werden. Frau Möller-Breslau: Das Prinzip des Barthschen Antrags ist richtig, man müßte aber noch einen anderen Ausweg suchen. Vielleicht sollte man die Kompetenzen besser abfrenzen, Wirkungsgebiete aufstellen. Die Frauen müßten urchdrungen werden von der Wichtigkeit der misrachistischen Aufgaben, gerade sie muß man viel stärker als bisher zur aktiven Mitarbeit heranziehen. Es würde in der Propaganda viel nützen, wenn man nicht nur Polemik gegen rechts führt, sondern auch Farbe bekennt, daß wir in vielem einig gehen können mit der Orthodoxie. Rabbiner Dr. Hoffmann-Frankfurt: Der Vorwurf derOrthopraxie, der seit einiger Zeit von gewisser Seite gegen den Misraehi erhoben wird, muß mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden. Der Misraehi als Weltanschauung steht in Lehre und Leben auf dem Boden des überlieferten und gesetzestreuen Judentums, Er ist nicht weniger gesetzes- Berliner Zionistische Vereinigung Berlin W15, Melnekestmsse 10 Schwedtlen-Saal, lützowstrasse 76 Dienstag, den 30. November, S Uhr KO NZERT Alice Jacob - Zoewenson ״Neue indische Musik״ Milwirkende:Rahcl Kaufmann uniLeotHasanzew Programm: Gt6goire Kreint a) Prelude, op. 5, b> Chant d’Aulomne, op. 4, Nr, t Mordethaf Sandberg (Jerusalem): Erstes Rezitativ aus ״Koheleth“ Josef flrhron» a) Birkath Schalem, op. Nr, 2, bi Der Letzte, op. 54 Alexander Weprtk (Moskau): a) Vier Volkstänze ftgsS) b) Kaddisch (1926) Mario CasMnuovo - Tedesco t Drei Choräle über hebräische Melodien Darius Milhaude aJ Israel lebt, bi Zionsgesang, e) Zionshymne Dl* Werks von Kreta, Weprtk, Aethgon wd twei der Lieder von Milheult tmi Erst auffOhraagen, das Werk von Snndbarg Ist Memakrttn. PlSgtl: Stein waf # Sens. Karlen tuRM. 1.50, 2.50, 4.- (Jugendliche 75 Pf.na* im Vorverkauf in der Berliner Zionistischen Vereinigung), im Büro der Berliner Zionistischen Vereinigung, Berlin WJ5, Meinekestr. 10. bei Bote & Bock, Leimiger Straße 37 und Tauenttienstraße 7, bet A. Wertheim, Leipziger Platz und Tauentzienstraße 12, sowie an dar Abendkasse. treu und nicht weniger orthodox als irgendeine andere gesetzestreue Organisation. Ja, der Misraehi bedeutet gerade die Entfaltung des geschichtlichen Judentums, des vollen, lebendigen, das ganze Leben erfassenden und gestaltenden Judentums. Ob es einzelne Misrachisten, insbesondere junge Misrachisten, gibt, die das Attribut neuester Prägung ״orthoprax“ verdienen, weiß ich nicht. Soviel ist aber gewiß, daß niemand orthoprax ist, weil er Misrachist ist, weil ihn misrachistische Gedankengänge zu dieser Idco'ogie geführt hätten. Der Misracht hat übrigens weder die Aufgabe noch die Möglichkeit, Herz und Nieren zu prüfen und jüdische Menschen, die ihrer ganzen Lebensführung nach auf dem Boden der schriftlichen und mündlichen Lehre stehen und unter großen Opfern die Thora-Gesetze erfüllen, im Hinblick auf die dogmatische Fundierung ihrer Lebensführung einer hochnotpeinlichen Prüfung zu unterziehen. Die Weltansehauung des Misraehi bliebe jedenfalls von der etwaigen dogmatisehen Einstellung solcher Einzelpersonen völlig unberührt. Adler-Berlin weist darauf hin, daß Dr. Barth mit keinem Wort von einer Trennung des Misraehi von der Z.V. f. D. gesprochen habe, was wohl auch niemand ernsthaft wünsche. Es handelt sich bei dem Barthschen Anträge um die Erzielung einer Aenderung in der Verfassung der Z. V. f, D. Eine Resolution, die das Zentral-Büro verpflichten würde, die einseitige Trennung des Misraehi von der deutschen zionislischen Organisation zu veranlassen, würden die _ jetzt im Zentrat-Büro arbeitenden Misrachisten veranlassen, eine Wiederwahl abzulehnen. Diese Erklärung wird im Namen aller hier anwesenden Herren des Zentral-Büros abgegeben. Die weitere Debatte befaßt sich mit den organisatorischen und budgetären Fragen. Das vom Zentral-Büro vorgelegtc Arbeitsprogramm wird einmütig als verpflichtend angenommen. Gegen die Einschätzung der Gruppen bezüglich ihrer Anteile am Budget des deutschen Misraehi sowie an der Quote, die das Zentral-Büro in Danzig für den Keren Erez-Israel übernommen hat, erhebt sich kein Widerspruch. Die Wahl des neuen Zentral-Büros erfolgt per Akklamation. Es wurden gewählt: Alexander Adler-Berlin als Vorsitzender, die Herren: Dr. A. Barth, Lazarus Barth, Eisner, Dr. Grünberg, Dr. Lehmann, Edmund Lewy, Dr. Werner Silberstein, Dr. Sulzberger als- Mitglieder des Zentral-Büros. Auf Antrag Rechtsanwalt E. Michaelis wird von der Wahl des Zentral-Komitees Abstand genommen. Das Zentral-Büro wird beauftragt, die Gruppen aufzufordern, die Mitglieder des Zentral-Komitees selbst zu bestimmen. Die nachstehend veröffentlichten Resolutionen wurden größtenteils einstimmig angenommen. Die sich mit dem Verhältnis des Misrachi zur Z.V.f.D. befassende Resolution wird mit 16 Stimmen gegen 8 bei 3 Stimmenenthaltungen angenommen. Der Zusatzantrag, daß Maßnahmen zur Durchführung der Resolutionen nach Beratung und im Einvernehmen mit dem Zentralkomitee ergriffen werden sollen, findet einstimmige Annahme. Sämtliche Beratungen zeigten größten Ernst und starkes Verantwortungsgefühl der Delegierten. Von dieser Tagung kann erwartet werden, daß sie der Arbeit in der Zukunft Anregung und starken Schwung geben wird. ResolQiionen I. Tröte«( gegen die Jom Kippur-Vorgänge an der Klagemauer. 3. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi erblickt im Keren Erez-Israel sch01 Hamisrachi das wichtigste Mittel, um die Aufgaben des Misraehi in Eros-Israel seinem Programm entsprechend dumizuführen. Der Delegiertentag macht es allen Murachiston mr ersten Pflicht, an difcasm Fonds mitzusr beitem ihn materiell tu Unterstützen utt#'‘äuch"''in"anderen'Kreisen 'des'1deutschen TudetÄims für ihn zu werben. 3. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi begrüßt di« Wahl eines Leiters dar finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten in den Merkas Olami durch dio Danziger Woltkonfcrenz. F.r hofft, daß diese Maßnahme die Möglichkeit wirtschaftlicher Konsolidiorung für den Misraehi ergeben wird. — Der Delegiertentag erwartet von den übrigen Mitgliedern des Merkas, daß sie d<-n Leiter des Finanzwesens mit aller Kraft unterstützen, damit, keine Mißslände einreißen können. Der deutsche Misraehi ist der 1!Überzeugung, daß nur durch völliges Trennen der finanziellen Abteilung von allen anderen Ressorts des Merkas und durch größte Selbständigkeit der Leitung der Finanzableilung das von der Weltkonferenz gewünschte neue System durchführbar ist. —• Der deutsche Misraehi spricht dio Erwartung aus, daß alle Landsmannschaften der Weltorganisation sich unter Aufbietung ihrer moralischen und finanziellen Kräfte einem solchen neuen Kurt zur Verfügung stellen. 5. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi begrüßt die Einigung; die dor Merkas Olami mit der Brith Olamith wegen der Beteiligung des Keren Thorah wa Awodah an den Einkünften des Keren Erez-Israel erzielt hat. Er sieht hierin da« aufrichtige Bestreben de» Merkas und der Leitung der Jugend, im Interesse der Förderung der misrachistischen Aufgaben und Ideen gemeinsame Arbeit tu leisten. Der Delegiertentag erwartet, daß auch in Deutschltnd Misrachisten und Zeire-Misrachisten in vollem Einvernehmen miteinander für die gemeinsame Idee und die Fonds alle ihre Kräfte einsetzen. 5. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi bedauert, daß es auf der Danziger Weltkonferenz nicht gelungen ist, der Brüh Olamith schel Zetre-Hechaluz und Poel-Hamisrachi einen Platz innerhalb des Merkas einzuräumen. Der deutsche Misraehi ist der Meinung, daß ein Merkas ohne Mitglied aus den Reihen der Jugend keine entsprechende Vertretung des Gesamtmisrachi darstellt, und hält es für notwendig, daß der Merkas geeignete Schritte unternimmt, um der in der Brith Olamith organisierten Jugend einen solchen Platz in seiner Mitte einzuräumen, daß ihre Interessen und Aufgaben zu ihrer Zufriedenheit vertreten und gelöst werden können. 6. Der Delegiertentag des deutschen Misracht macht cs allen deutschen Misrachisten zur Pflicht, dafür zu arbeiten, daß alle Freunde unserer Bewegung sich durch Zahlen des Schekel* organisieren, da nur so die Möglichkeit entsteht, die Arbeit des Aufbaues von Erez-Israel und insbesondere ihro Beeinflussung im Sinne der Tradition zu unterstützen. 7. Der Delegiertentag dos deutschen Misraehi ruft allen Misradiisten ihre Verpflichtung gegenüber dem Keren Hajcssod und Keren Kajemeth Lejisrael ins Bewußtsein. Diese zentralen Instanzen der Zionistischen Organisation stellen das Bindeglied der gesamten Judenbeit zum Aufbau unteres Landes dar und müssen mit allen Kräften auch von un» unterstützt und gefördert werden. 8. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi verpflichtet jeden Misrachisten zur Intensivierung der Misraehisrbelt in dna einzelnen Gruppen zur Unterstützung des Zentralbüros sowohl ideell wie materiell und verlangt Anregung der Gruppen durch das Zentral- Büro. 9. Der Delegierlentag des deutschen Misraehi beschließt, den Merkas Olami zu veranlassen, im Laufe dieses Winters evtl, im Rahmen von Scheck Abrek einen Meschek Poaloth zu schaffen. (Diese Resolution wurde als Richtlinie für das Zentral-Büro angenommen, daß früher die Möglichkeit der Durchführung an Hand des in Danzig angenommenen Budgets zu prüfen hat.) *o. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi erklärt, daß die Umbildung der Z. V. f. D. zu einer territorialen Arbeitsgemeinschaft ein dringendes Erfordernis ist. II. Der Delegiertentag des deutschen Misraehi beauftragt das Zentral-Büro, dio zur Ausführung dieses Beschlusses erforderlichen Maßnahmen nach Beratung mit dom Zentral-Komiteo zu ergreifen.

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