Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 91, 19. XL 1028 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 637 die Ortsgruppe Jugendarbeit nicht leisten, das ist und bleibt die Aufgabe der Jugendbünde selbst. Die Ortsgruppe hat aber die Jugendbünde, und zwar alle Jugendbünde in ihrer an sich autonomen Tätigkeit weitestgehend zu unterstützen. Entscheidend aber ist, dal sie die verschiedenen Jugendorganisationen miteinander in Beziehung bringt und bei dieser Zusammenarbeit der Jugendbünde die Einheit der zionistischen Oesamtbewegung ständig verkörpert. Jugendtagungen, wie etwa das Jugendtreffen der Hamburger national-jüdischen Jugendorganisationen sind der beste Ausdruck einer solchen gemeinsamen Zusammenarbeit. Nur dann, wenn die Gesamtaxbcit und die Jugendarbeit der Ortsgruppe vom Vertrauen der Jugend selbst getragen ist, kann die Ortsgruppe es erreichen, daß automatisch die Jugendlichen der zionistischen Arbeit und der Zionistischen Organisation eingegliedert werden. Es kann Ortsgruppen geben — die Ortsfrupnenleitung muß dafür die sichere Beurteilung haben —, in er die Jugend schlechthin der tragende Kreis der Ortsgruppenarbeit überhaupt zu sein hat. Dann muß man den Schwerpunkt der Arbeit und der Veranstaltungen auf die Jugend einstellen. Nach meiner eigenen Erfahrung besteht in vielen Ortsgruppen heute diese Notwendigkeit. Aus diesen Erwägungen heraus hat die Hamburger Ortsgruppe für diesen Winter gemeinsam mit den Jugendbünden eine Reihe von Jugendvorträgen vorbereitet, in der die verschiedenen Kreise der Jugend der gesamten Ortsgruppe eine Darstellung ihrer ideologischen Grundlage geben, •ie Vorträge gruppieren sich um folgende Probleme:!.Grundfragen des Zionismus (vorbereitet vom K. J.V.), 2. Zionismus und Sozialismus (vorbereitet von der linken Jugendgruppe), 3. Zionismus und gesetzestreues Judentum (vorbereitet vom Zeire Misrachi). Einige wenige Worte noch zur Frauenarbeit und zur ostjütfisehen Arbeit. Bei der Frauenarbeit scheint mir eine wesentliche Aufgabe der Ortsgruppenleitung darin zu bestehen, diese Arbeit in ihrer eigentümlichen Tendenz herauszuarbeiten und anderen Arbeiten gegenüber abzugrenzen. Nur dann kann sie wie jede andere Ortsgruppenarbeit zu ihrem eigenen Recht kommen und sich der Oesamtarbeit füglich einordnen. Aehnlkhes gilt für die ostjüdische Arbeit. Hier bieten sich mannigfache Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den ostjüdischen Vereinen und damit der Einordnung auch dieser Gruppen in die allgemeine zionistische Bewegung. Selbstverständlich hat unser erstes ständiges Kriterium auch für diese beiden Arbeitsgebiete besondere Bedeutung. Für Frauenarbeit und O st j ud e n a r b e i t ist entscheidend, daß die Jugendarbeit nicht vernachlässigt wird und daß auch hier diejenigen Zionisten die Arbeit bestimmen, für die Zionismus eine zentrale Aufgabe ist.!Wir wenden uns nunmehr der Außenarbeit der Ortsgruppe zu. fra Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Werbearbeit Auch hier müssen wir uns von der Auffassung frei machen, daß die Mittel der Vorkriegsarbeit unsere jetzigen Mittel sein müßten. An drei Altersgruppen wendet sich unsere Werbearbeit an die Fünfzehn- bis Zwanzigjährigen, an die Zwanzig- bis Dreißigjährigen und an die Aelteren. Daß wir bezüglich der Werbearbeit unter der Jugend nur mittelbare Arbeit als Ortsgruppe zu löste® haben, habe ich bereits genügend ausgeführt. IJm so Äht|«.M»es,,;41äÄ ,Wir ״difcse mittdlbäre*'AWlÖt־^)tidiiih־:Wsi»h ihm aiß es uns gelingt, ■ ״ . die ln den Jugendbflnden und Verbindungen gesammelte Jugend als überzeugte Mitglieder der Organisation zuzuführen. Audi vor dem Kriege bestanden hier ähnliche Verhältnisse, nur hat sich der Krds um die Jüngeren erweitert. Auch damals haben wir ältere Menschen nur in geringfügigem Ausmaß wirklieh überzeugen können. Oeffentliche Versammlungen sind unter dem Gesichtspunkt der Werbearbeit heute wie damals nur ein Mitte! nehen anderen, vielleicht wirksameren. Werbende Kraft werden öffentliche Versammlungen heute nach meiner Ueberzeugung nur dann haben, wenn es gilt, große politische Erfolge auszuwerten. Selbstverständlich ist außerdem das Mittel der öffentlichen Versammlung anzuwenden, um von Zeit zu Zeit, eingehend vorbereitet, unsere eigene politische Anschauung immer wieder öffentlich darzustellen. Für die Werbearbeit geben uns dagegen heute Nationalfonds und Keren Hajessod, auf die ich nunmehr in diesem Zusammenhang zu sprechen komme, neue Mittel der Werbearbeit an die Hand. Der Film des Nationalfonds und die Sammelbüchse, richtig gebraucht und von der Ortsgruppe einheitlich vorbereitet, können eine erhebliche Werbewirkung haben nicht zum mindesten auch bei der aktiv mitwirkenden Jugend, fiir die der Nationalfonds besondere Bedeutung durch seine eigene Jugendarbeit ge- Wonnen hat. Keren Hajessod-Bankett und Keren Hajessod-Zirkel als Telle der Ortsgruppenarbeit geben uns intensive Mittel der Beeinflussung, wie wir sie nie vor dem Kriege in diesem Ausmaß besessen haben. Nach meiner Grundauffassung ist es selhstverstündlich, daß Keren Kajemeth- und Keren Hafessod-Arbelt der Ortsgruppenarbeit unbedingt einzugiiedera sind, um der Fonds und um der Ortsgruppe willen. Der Keren Hajessod zumal Ist immer in der Gefahr, mit der Zahlung des Beiträges aufzuhören, und es kann auch schon eine Gefahr sein, die ich allerdings nicht überschätze, mit der Zahlung zu beginnen; schließlich kann der Keren Hajessod nur allzu leicht plutokratischen Tendenzen erliegen. Der Ortsgruppe wiederum ist durch ihn ein entscheidendes Werbemittel gegeben, wenn sie es versteht, die Keren Hajessod-Zirke! durch zionistische Zirkel zu ergänzen, d. h., wenn sie in gut vorbereiteten kleinen Veranstaltungen diejenigen Menschen weiter interessiert, die durch die Arbeit des Keren Hajessod zunächst einmal gepackt sind. Mir scheint, daß auch Wert darauf zu legen ist, daß die Jugend an der Keren Hajessod-Arbeit Anteil hat. Man solle nicht vergessen, bei dem Keren Hajessod-Bankett und wohl auch bei der Pro Palästina-Kundgebung die Ränge mit Jugend zu füllen. Das schadet gewiß nicht der eindeutigen Schwungkraft solcher Veranstaltung und ist von vornherein ein Gegenmittel gegen plutokratische und Nobititätstendenzen. Was für diese Arbeit gilt, gilt nicht minder für die Gemeindearbeit. Auch sie ist Teil der Ortsgruppenarbeit. Der Leiter der Gemeindearbeit muß in der Ortsgruppenleitung vertreten sein und ist der Ortsgruppe verantwortlich. Sind doch die Träger unserer Außenarbeit immer in Gefahr. Verlieren sic den Zusammenhang mit der Bewegung, werden sie in ihrer Arbeit isoliert, so verlicren sie die innere Berechtigung zur Repräsentanz des zionistisehen Gedankens. Darüber hinaus schädigen sie uns auf das allerschwcrste, weil sie das Gegenteil von' wahrer zionistischer Werbearbeit leisten. Für die Oemeindcarbcit selbst ist dieser Zusammenhang mit der Ortsgruppe, und zwar mit einer Ortsgruppe, an der die lugend teil hat, auch deswegen entscheidend, weil gerade die Träger der Gemeindearbeit Zusammenhang mit der Jugend schon jetzt und von Jahr zu Jahr immer stärker brauchen werden. Lassen Sie mich zum Schluß noch in einem kurzen Abschnitt zeigen, wie auch bei den technischen Vo r au s s et zungen und in der technisch«! Gestaltung der Ortsgruppenarbeiten die beiden Kriterien, von denen ich immer gesprochen habe, zur Geltung zu kommen haben. Jede Ortsgruppe braucht ein verniinftiges Statut. Die Zentrale hat hier eine gar nicht unwichtige Arbeit zu leisten, indem sie die Ortsgruppen bei der Abfassung des Statuts berät. Entscheidend innerhalb des Statuts ist die Frage der Leitung der Ortsgruppen. Zwei Gesichtspunkte sind für die Zusammensetzung der Ortsgruppenleitung wesentlich. Einmal müssen die notwendigen Arbeitsgebiete einen verantwortlichen Leiter haben. Ferner sollen die wirklich aktiven Kräfte, zu denen immer die Jugend gehört, im Vorstand vertreten sein, ln welchem Maße beide Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind, hängt von dem jeweiligen Zustand der Ortsgruppe ab. Dort wo ein einwandfreies Büro und Sekretariat die Arbeit als solche genügend überwacht, wird der zweite Gesichtspunkt der Zusammenfassung der aktiven Kräfte noch wichtiger sein als der erste. Bezüglich der einzelnen Arbeitsgebiete sei nochmals darauf hingewiesen, daß gerade diejenigen Arbeitsgebiete, die von sich aus eine separatistische Tendenz enthalten, im Vorstand vertreten sein müssen. Alk Arbeitsgebiete sind — ich wiederhole es — von Zionisten zu besetzen, die durch Leistungen beweisen, daß Zionismus für sie eine zentrale Aufgabe ist. Daß Ortsgruppenarbeit nur da geleistet werden kann, wo die Finanzen der Ortsgruppe einigermaßen in Ordnung sind, darf nicht vergessen werden. Nach meiner Erfahrung wtrd das noch immer am besten durch einen wenn auch nur vierteltägig beamteten Sekretär erreicht. Das Programm der Ortsgruppenveranstaltung selbst muß systematisch oder besser organisch aufgebaut sein, das heißt, die Ortsgruppenleitung muß nicht nur das Ziel ihrer Arbeit, sondern auch die Mittel und das rechte Maß und den rechten Zeitpunkt für die Anwendung der Mittel kennen. Zu Beginn eines jeden Semesters ist im Einvernehmen mit den jeweils bestehenden Kreisen ein solches systematisches Programm unter Berücksichtigung aller sachlichen Erfordernisse und unter Berücksichtigung und Eingliederung der Pro gramme der einzelnen Gruppen aufzustellen. Phantastische, das heißt übertriebene Programme sind genau so schädlich wie zufällige. Was in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen ist, das zu entscheiden ist die eigentümliche Leistung der Leitung. Diese Entscheidung hat sie zu treffen unter Abwägung der allgemeinen zionistischen Situation und unter Berücksichtigung des Kreises, der die Ortsgruppenarbeit trägt, und an den sie sich jeweilig am stärksten zu wenden hat. Dieser Kreis selbst kann wechseln; es können heute die Aelteren und morgen die Jüngeren von 16 bis 22 Jahren und vielleicht demnächst nieder die Menschen zwischen 20 und 30 Jahren und ebenso einmal die Linke, der Misrachi, die Mitte sein. Ebenso gibt es kein für alle Zeiten geltenden Maßstab für das, was den Inhalt der Veranstaltung zu bilden hat. Es können kulturelle Fragen, im richtigen Geist vor• getragen, dieselbe Funktion erfüllen wie die politischen Themen im engeren Sinne, und palästinensische Probleme können das geben, was unter besonderen Voraussetzungen auch einmal deutsch-politische Fragen leisten; vergessen wir nicht, daß insbesondere die auf Grund eines engen Zusammenhanges mit Palästina erörterten palästinensischen Probleme auch wesentlichen Wert für die Bildung zionistischer Grundanschauungen haben. Die Ortsgruppentagungen sind zu begrüßen, weil sie zwischen Zentrale und Gruppe den Zusammenhang straffen und weil sie der systematischen Gestaltung der Gesamtarbeit dienen können. Es ist versucht worden, unter ganz bestimmten Ge sichtspunkten einen Durchschnitt durch dieOrtsgruppenarbcit zu geben. Der Wert der beiden Kriterien ist hoffentlich in diesem Ueberblick klar geworden. Das zweite Kriterium, das der Einheit der Zionistischen Organisation und ihrer Repräsentanz durch die Ortsgruppe, ist in den verschiedensten Formen aufgewiesen worden. Durchgeführt stützt das erste Kriterium das zweite. Es ist leicht, die Einheit der Gesamtbewegung zu repräsentieren, wenn alle Aufgaben in dem hier aufgezeigten Sinn von Zionisten geführt werden, die bei verschiedenster politischer Einstellung ln dem einen einig sind, daß fiir sie alle Zionismus eine zentrale und primäre Aufgabe bedeutet. Diese Menschen zu binden und an die entsprechende Arbeit zu führen, ist schließlich die Aufgabe der letzten Leitung der Ortsgruppe, ihre Aufgahe läßt sich nur lösen mit zionistischer Erkenntnis, zionistischer Leistung und Takt, drei nicht einfachen Voraussetzungen. Sie werden vorhanden sein, wenn wir endlich erkennen, daß wir an Ortsgruppenarbeit wie an jede Außenarbeit nicht abseitige und erstarrte, sondern gerade an diese spröde Arbeit lebendigste Kraft zu wenden haben. Für Umgestaliung der Z. V. f. D. Von Dr. A. Barth-Berlin. Der soeben in Frankfurt a. M. abgehaltene Delegiertentag des Misrachi dürfte einen Markstein in der Entwicklung der Z. V. f. D. bedeuten. Mit erheblicher Mehrheit wurde dort ein von mir seit langem propagierter Antrag angenommen, die Umwandlung der Z. V. f. D. in eine territoriale Arbeit«- gcmeinschaft in die Wege zu leiten. Es ist anzunehmen, daß über die Frage noch mehrfach geschrieben wird und daß deshalb noch genügende Gelegenheiten gegeben werden, näheres zu sagen. Deshalb sei heute nur in der durch Eile gebotenen Kürze folgendes vorausgeschickt. Die heutige organisatorische Einteilung der zionistischen Weltorganisation ist eine in sich widerspruchsvolle. Die Gliederung erfolgt zum Teil nach ideologischen Gesichtspunkten in Föderationen, zum Teil nach!andmannschaftlichen Oesichtspunkten in Landesorganisationen, dazwischen stehen Gebilde, wie die Kongreßfraktionen, die zum Teil in der Zeit zwischen zwei Kongressen auch eine gewisse selbständige Stellung einnehmen, ohne sich richtig in das eine oder andere Schema einzupassen. In den meisten Ländern ist aus dieser Tatsache seit langem die Folgerung gezogen worden, die einzelnen Verbände selbständig nebeneinander bestehen zu zu lassen und nur zu mehr oder minder wichtigen und haufigen Gelegenheiten gemeinsame Tätigkeiten auszuüben. Einige westeuropäische Länder, vor allem Deutschland, machen davon eine Ausnahme und halten noch die Fiktion einer einheitüchen Landesorganisation aufrecht. Daß dies seit langem nur noch eine Fiktion ist, kann kaum bestritten werden, denn cs gibt kaum ein wesentliches Arbeitsgebiet, das von einer Landesorganisation bearbeitet werden müßte, in dem die in der Z. V. f. D. zusammengeschlossenen Gruppen nicht so verschiedenartiger Ansichten wären, daß eine einheitliche Tätigkeit überhaupt nicht mehr möglich ist. Man denke an die Frage der Innerzionistischen Politik, der Außenpolitik (Agency), der Kolonisationstätigkeit (Stellung zum Sachverständigenberieht!), der Kulturarbeit und nicht zuletzt der alle diese Gebiete behandelnden Presse, und man wird verstehen, daß vor! einer Einheitlichkeit der Organisation hier schlechterdings nicht die Rede sein kann. Es ist seit Jahren ein Lavieren, was hier etrieben wird, und noch als Schreiber dieser Zeilen dem andesvorstand angehörte, hat er in wiederholten Anträgen dieses Gremium zu bestimmen versucht, von sich aus die Initiative zur Abänderung dieses ungesunden Zustandes zu ergreifen. Tatsächlich werden die aktiven Kräfte der Z. V. f. D. In ihrer Tätigkeit aufs schwerste gehindert, weil sie in ihrer amtlichen Eigenschaft als Repräsentanten der Z. V. f. D. ״Neutralität“ wahren müssen, die mit wirklicher aktiver Arbeit nicht verträglich ist. Werden dann einmal in der Oeffentliehkeit, in Rundschreiben oder in der Presse seitens der Führer der Z. V. f. D. ihrem Standpunkt entsprechende Erklärungen abgegeben, so protestieren auf Grund des heutigen Zustandes mit Recht so und so viel Gruppen, weil die Führer der Z. V. f. D. nicht das Recht hätten, ihren Parteistandpunkt za vertreten, solange dissentierende Gruppen auch in der Z. V. f. D. enthalten seien. Nachdem die Z. V. f. D. von sich aus die Initiative nicht ergriffen hat, mußte dieses von anderer Seite aus geschehen. Nachdem nunmehr die stärkste der in der Z. V. f. D. zusammen geschlossenen Föderationen sich ihrerseits auf den Umbau der Z. V. f. D. in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft festgelegt hat, die Poale Zion ohnedies bereits der Z. V. f. D. nicht angehört, wird die Umwandlung der deutschen Landes- Organisation in ein solches Gebilde wohl nur noch eine Frage kurzer Zeit sein. Das dürfte zur Folge haben, daß endlich auch die Kreise, die in der Periode zwischen zwei Kongressen sieh als ״Aligemein-Zionisten“ betrachten, in Wirklichkeit aber, wie nicht nur die Kongreßtätigkeit lehrt, ein durchaus eift* deutig bestimmtes ideologisches Gepräge aufweisen, zu einer Föderation sich zusammenschließen. — Dadurch wird die Klarheit der Auseinandersetzung gefördert, sie werden der Fesseln ihrer erzwungenen Neutralität ledig und kommen zu produktiver Arbeit in weit stärkerem Maße als heute, wo ein großer Teil der Kräfte einem fruchtlosen und erfolglosen Versuch zum Ausgleich vorhandener Gegensätze gewidmet werden müssen. Die Gebiete, auf denen sich dann die einzelnen Gruppen wirklich zur territorialen Arbeitsgemeinschaft zusammenfinden, würden dann auf Grund wirklicher Ujberein- Stimmung zwischen ihnen auch sicherlich gut und reibungslos bearbeitet werden können. Die Gebiete werden vielleicht für die verschiedenen Grappen verschieden sein, es kann sein, daß für einzelne nur die Arbeiten für die Fonds, für andere vielleicht auch Propagandatätigkeit oder Kulturarbeit es sein können. Wo immer sich solche Arbeitsgemeinschaften bilden, werden sie auf wirklicher Uebereinstimmung und nicht auf einem äußeren organisatorischen Zwang beruhen und besser wirksame Arbeit leisten können, dann wird auch vielleicht das Problem der Jugendarbeit der Z. V. f. D. endlich eine Lösung erfahren. So aber glaube ich, daß der wirkliche Grund des Versagens dieser Jugendarbeit daran Hegt, daß man mit Farblosigkeit Jugend nicht gewinnen kann und daß etwas anderes wie Farblosigkeit unter dem heutigen organisatorischen Prinzip eben nicht richtiger wäre. Ballonr-Tag io New York N « 1 ״• November. (J.T.A.) Aus Anlaß der elften Wiederkehr des Jahrestages der Verkündigung der Balfour-Deklaration fand in New York eine massenhaft besuchte Versammlung statt, die auch eine Protestresolution wegen der Zwischenfälle an der Klagemauer in Jerusalem angenommen hat. Die Redner des Abends waren Dr Wehmann, Louis Lipsky und Rabbi Sil ver. Dr. Weizmann führte in seiner Rede aus, Schuld an diesen unerfraglichen Verhältnissen tragen die antizionitischen arabischen Agitatoren. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHUiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiTi'i'iiiiiiiniiiiiiujiiiiiiiimniiuniiim'imü aw blaue ‘Prinz 1Von PJfse Pherdnger Gin VKärcßenspiel mit ffesang und ‘Tanz für jüdisches UCr'ndertßeafer tKeren SKafemefß ßefisraef ‘Berlin 1W15, QJ\einekestr. 10 Der Delegierieniag des deutschen Misrachi Ein Bericht. Von Alexander Adler, Berlin. Der Dclegiertentag wurde kurz nach 10 Uhr vom Vorsitzenden des Zentral-Büro, Alexander Adler, eröffnet. In seiner Er- Öffnungsrede betonte er die Treue des Misrachi zur zionistischen Sache und protestierte gegen die Vorfälle an der Klagemauer. Es werden eingelaufene Begrüßungen verlesen, u. a. solche vom, Merkas OSami sehe! Hamisrachi, von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, vom Poel Hamisrachi, Jerusalem, vom Zeire Misrachi in Polen, von Professor Pick, Berlin, den Misrachi-Landesorganisationen der Schweiz und Oesterreich, sowie einer Reihe führender deutscher Misrachisten, die der Tagung nicht beiwohnen konnten. Rabbiner Dr. Hof f mann begrüßt die Tagung in einer hebräischen Ansprache in seinem Namen und in dem der Frankfurter Misrachigruppe, Herr Willy Mainz begrüßte im Namen des Vorstandes der Frankfurter Gemeinde, Herr Dr. Millner im Namen der zionistischen Ortsgruppe Frankfurt a. M., Herr Dr. Simon für die Gemeindevertretung und für die Fraktion der Volkspartei. Es wurde ein Präsidium gewählt, bestehend aus den Herren: Rabbiner Dr. Hoff mann, Dr. Lehmann, Dr. E. Michaelis. Zu Schriftführern wurden die Herren S. Ejgcs und Herz Kaufmann ernannt. Darauf wird in die Debatte über die schriftlich bereits einige Wochen vor der Tagung allen Gruppen zugestellten Referate über die abgelaufene Arbeitsperiode und über die zukünftige Arbeit eingetreten. Dr. A. Barth hält für die wichtigste Aufgabe des Delegiertentages die von ihm schon seit langer Zeit angeregte Limgestaitung der Verhältnisse innerhalb der Z. V. f. D." Die Hauptgedanken des Referates werden an anderer Stelle des Blattes vom Referenten selbst dargelegt. Er führte weiter aus, daß für den Misrachi, abgesehen von allgemein-zionistischem Inter-