Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1928)
- Date
- 1928-11-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 89. 8. XL 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 621 Eine gelungene Tagung Die erste Ortsgruppenkoafereiuc der Z. V. f. D. Von Dr. Siegfried Kanovvitz. Die erste Konferenz der Ortsgruppenvertreter, die am Sonntag, dem 4. November, in Berlin tagte und deren Einberufung in Ausführung eines Beschlusses des Breslauer Delegiertenfages erfolgt war, stellte eine neue Form zionistischer Tagungen dar. Nach dieser ersten Tagung können wir mit Befriedigung feststellen: eine gelungene Form. Diese Tagung entließ alle ihre Teilnehmer mit der sicheren Ucberzeugung, daß hier ein neues wertvolles Instrument für die Fortführung unserer zionistischen Arbeit geschaffen worden ist. Der grundlegende Unterschied gegenüber unseren gewohnten Tagungen ist dann zu suchen, daß hier die Träger der Arbeit und der Gruppen sprachen. Immer mehr hatte sich bei unseren Zusammenkünften, besonders aber bei den Delegiertentagungen der Zustand herausgebiklet, daß dort die Führer von Parteien und Gruppen sprachen. Wenn auch diese Männer in den meisten Fällen gleichzeitig die tägliche Arbeit leisteten, so ließ es sich doch nicht vermeiden, daß in den Aussprachen die rein politischen und weltanschaulichen Fragen im Vordergrund standen und die Besprechung der Einzelheiten unserer Tagesarbeit zu kurz kam. Auf dieser Tagung sollten alle den Zionismus bewegenden Probleme unter dem Gesichtspunkt erörtert werden: wie werden unsere Probleme für unser zionistisches Leben fruchtbar gemacht? Wie wirken sie sich für unsere zionistische Arbeit aus? Es ist selbstverständlich, daß eine solche Tagung nicht alle Einzelheiten der technischen Arbeit behandeln kann. Einmal sind die lokalen Bedingungen zu verschieden, um generelie Lösungen zu treffen — zwischen den Arbeitsbedingungen einer kleinen Ortsgruppe und den Verhältnissen 1'n Berlin oder Hamburg hegt wirklich eine Welt —. Ferner ist das Schicksal einer Ortsgruppe ja entscheidend verknüpft mit dem Mann, der sie führt (und meistens ist es e i n Mann), und eine solche Tagung kann weder die Menschen schaffen noch die Arbeitsbedingungen ändern. Das Ergebnis dieser Zusammenkunft war das Gefühl: unsere Arbeit ist in guten Händen, fast überall haben wir den Mann, den wir brauchen, der in vollem Bewußtsein von den Grenzen unseres Könnens Unermüdlich und unbeirrbar immer wieder die Mühsal der Arbeit auf sich nimmt. Diese Heerschau der zionistischen Arbeiter vermittelte allen ein beglückendes Gefühl. Sieht jeder in einem Kreis nur die Unzulänglichkeiten seiner Arbeit, so sah er hier, daß wir gesammelt über ein Heer von zionistisehen Kämpfern und eine Fülle von Persönlichkeiten verfügen, die eine wirkende Macht im deutschen Judentum repräsentieren. Die Grundlage für alle Aussprachen gab das Referat von Dr. Buchholz, dem man bei Jedem Wort anmerkte, daß hier ein zionistischer Arbeiter, der verantwortliche Führer einer großen Ortsgruppe sprach. Sein Referat gipfelte in der Fest- Stellung, daß die Ortsgruppe wieder dje ״Repräsentanz, und zwar die einzige der einheitlichen zibnistischen Bewegung sein müsse“. Diese Forderung ist notwendig gegenüber der Entwicklung, die sich in der Stellung der Ortsgruppe seit dem Kriege vollzogen hat Vor dem Kriege war Ortsgruppenarbeit die zionistische Aufgabe, Früher war die Ortsgruppe die׳ Heimat*•* ,-des״ ■ZioiiJsteflr *ein 4rf#a«r geilttWä* Menschen, die, ohne aüe Schwierigkeitenihres Weg^s* zu kennen und ohne mit der Verantwortung für ein konkretes Werk belastet zu sein, ihren Eroberungszug im Judentum antreten wollten. Und heute: — die Notwendigkeiten des Aufbauwerkes in Palästina mit ihren vielgestaltigen Bedürfnissen unef konkreten Anforderungen haben natumotwendig eine große Differenzierung im zionistischen Arbeitssystem herbeigeführt. Die Erziehungsarbeit liegt entscheidend in den Händen von besonderen Gruppen (z. B. Jugendgruppen, Frauengruppen, akademischen Verbindungen usw.). Viele Zionisten sind heute parteipolitisch organisiert, und in dem Kampf um die Macht wird immer mehr das Trennende als das Gemeinsame betont, so daß das Gefühl für die Einheitlichkeit des Zionismus außerordentlich gelitten hat. Wir haben ferner, worauf Dr. Buchholz hinwies, heute schon in unserer Bewegung die Frage der Oenerationenfolge, die es früher In diesem Ausmaß nicht gab, die Tatsache, daß heute die zionistische Jugend in eigenen Kreisen und Bünden lebt und nur schwer und zögernd den Weg in die politische Organisation nimmt Erfährt so die Ortsgruppe durch das Entstehen differenzierter Kreise von innen her eine Schwächung ihres Einflusses, so hat sie sich ferner gegenüber neuen Mächten zu behaupten, die neben ihr entstanden sind: die Fonds begannen mit ihren wachsen- Jen Aufgaben ein immer stärkeres Eigenleben zu führen. Keren Kajemeth und Keren Hajessod entfalten eine große öffentliche Werbe- und Erziehungsarbeit und werben um das Interesse und die Mitarbeit weiter Schichten im deutschen Juden-!um. So stark sich heute schon die Tatsache Palästinas für unser zionistisches Leben und für die Werbearbeit auswirkt, und nicht nur Argumente für uns erzeugt, so naturnotwendig bietet es auch für den, der es will, Argumente gegen uns. Und viele Schwachen und Kleinmütigen haben uns verlassen, weil nicht alle ihre romantischen Träume reiften, und die ״Enttäuschten“ stellen so eine ständige Unlustquelie für das Leben der Ortsgruppe dar. Diese Schwierigkeiten werden hier nicht zum erstenmal ausgesprochen. In den letzten Jahren ist die Erörterung über alle diese Fragen nicht mehr zur Ruhe gekommen. Wir hatten uns daran gewöhnt, von einer Stagnation im Leben der Ortsgruppe zu sprechen und hatten die permanenien Klagen schon fast als Normalzustand empfunden. Die gestrige Tagung hat vielen unserer Arbeiter wieder Sicherheit und Freudigkeit gegeben, und das war, wie Blumenfeld betonte, der Hauptzweck dieser Zusammenkunft. Die Forderung von Buchholz, daß die aktivste zion i s t i s c h e Gruppe die Arbeit der Ortsgruppe leisten müsse, bedeutet die Ehrenrettung der Ortsgruppe, nimmt ihr die Aschenbrödelstellung. Ohne, daß darüber ausdrücküfh gesprochen wurde, galt dieser Ruf an die ״aktivste Gruppe“ naturgemäß der zionistischen Jugend, der hier gezeigt werden sollte, daß die Arbeit in der Ortsgruppe nicht das Reservat für den Zionisten zweiten und dritten Ranges sei, sondern Jafi sie nur leben könne, wenn die Besten unter uns die Arbeit in ihr als ihre Aufgabe empfinden. Natürlich muß Jtr Begriff der Ortsgruppe eine außerordentliche Erweiterung Erfahren. Die Ortsgruppe ist nicht eine Instanz zur Ein- Berufung von zionistischen Versammlungen oder das Betatigungsfeld für Vereinsmeierei, sondern die Ortsgruppe ist Jie Zusammenfassung und dirigierende Kraft des gesamten Monistischen Arbeitssystems. Alles, was an einem Ort an zionistischer Energie produziert wird, ist Energieleistung der Ortsgruppe. Wenn bei der naturnotwendigen Spezialisierung jedes Arbeitsgebiet von der Ortsgruppe abstrahiert wird, so daß man die Ortsgruppe immer mehr und mehr als das sieht, was nach Abzug aller zionistischen Arbeitszweige übrig bleibt, dann kann naturgemäß eine innerliche Bindung an sie nicht erfolgen, und es ist selbstverständlich, daß das Veranstalten von mehr oder minder schlecht besuchten Vorträgen keine zionistische Lebensaufgabe sein kann. Wenn aber die Ortsgruppe ihre zentrale Stellung zurückerobert, wenn sie sich als die Instanz fühlt, die nach außen hin den Zionismus vertritt, die nach innen hin den Ausgleich und die Zusammenfassung aller zionistischen Kräfte darstellt, wenn sie von Menschen geführt wird, die regulierend und helfend in alle Zweige zionistischer Tätigkeit eingreifen und wenn sie alle geleistete zionistische Energie als ihre Arbeit empfinden wird, dann werden wir keine Veranlassung mehr haben, von einem Niedergang der Ortsgruppe zu sprechen. DenndieSumme der geleisteten zionistischen Energie ist überall im Steigen begriffen. Unser Wirkungsradius wird immer größer und immer, wepa wir Gelegenheit haben, vor die jüdische und nichtjüdische Oeffentlichkeit zu treten, spüren wir den großen Fortschritt, den der Palästinagedanke dank unserer zionistischen A r - beit gemacht hat. Das, was heute verantwortliche Zionisten mit Besorgnis erfüllt, ist nicht etwa das Ausbleiben äußerer Erfolge auf den einzelnen Gebieten unserer Arbeit (Im Gegenteil, hier haben wir Grund zur Befriedigung), sondern sind gewisse Stagnationserscheinungen, die wir nicht von heute auf morgen überwinden können, well sie Symptome innerer Entwicklungen sind. Aber bessern könnten wir vieles. Wir müssen uns endlich zu der Uebcrzeugung durchringen, daß die Technik der Arbeit auch für unsere Arbeit entscheidend Ist. In allen Dingen des organisatorischen Lebens entscheidet nicht nur der gute Wille, nicht der gute Glaube und die Hingebung an das Werk — so notwendige Voraus- Setzungen sie sind —, sondern gibt den letzten Ausschlag für den Erfolg die exakte Durchführung der Details. Dieser Grundsatz ist heute überall im öffentlichen Leben, im Geschäftsleben, in der Kundenwerbung, in der Reklame anerkannt Nur wir können uns nur zögernd an den Gedanken gewöhnen, daß es nicht nur darauf ankommt, die richtigen Gedanken zu haben, sondern daß es notwendig Ist, sie in der richtigen Form an Menschen heranzubringen und daß im heutigen Stadium des Zionismus der Appell allein Menschen zu uns noch nicht bringt, sondern nur hingebungsvolle und mühselige Kleinarbeit Juden zu organisierten Mitgliedern unserer Bcwegung machen kann. Immer wieder wurde betont, daß wir uns mit Sympathien, die sich nicht zum organisierten Anschluß verdichten, als Zionisten nicht begnügen können. Ein größerer zahlenmäßiger Zuwachs kann nur durch das Hineinströmen neuer Generationen erzielt werden. Würden wir alle zionistischen Jugendlichen als unsere Mitglieder registrieren — und jede politische Part« tut das —, so würden wir ein außerordentliches Ansteigen unserer Mitgliederkurve feststellen können. Da heute die gegen uns organisierte jüdische Welt dauernd mit falsch interpretierten Zahlen gegen unsere Bewegung operiert, sollten wir nicht zögern, diesen durchaus legitimen Akt der Registrierung unserer zionistischen Jupnd durchzuführ||1Jmdfsp,<ie^ ||ftd|lcl«a Beweis zu Jeferh» dai “äucf1 heute noch der Honismus immer wieder Menschen zu gewinnen vermag. Einen Erfolg in der Gewinnung der älteren Generation werden wir nur haben, wenn wir mit viel größerer Präzision als bisher um jeden Einzelnen kämpfen, bis er den Anschluß an uns vollzogen hat. Unsere heutigen Propagandamethoden unter Erwachsenen bedeuten ja mehr Demonstrationen als wirkliche Werbeveranstaltungen, und wenn die großen Versammlungen allgemein als unzulängliches Propagandamittel dargestellt wurden, so liegt es zum Teil daran, daß wir es verlernt oder noch nicht gelernt haben, die großen Versammlungen nur als einen Anfang im Werbe- System zu betrachten. Ql wurde auf der Tagung versucht, gewisse Einzelheiten der Propagandatechnik darzustellen, und man wird diese Unterhaltung in kleinerem Kreise fortsetzen müssen. Bei der Durchführung einer Werbeaktion ist jede Einzelheit von Bedeutung: die Form den Einladung, die Auswahl des Saals, die Form der Versammlung, und entscheidend — ihre Auswertung durch nachfolgende interne Veranstaltungen. Man wird nicht Menschen dadurch gewinnen, daß man sie mit vielen hunderten zu einem Vortrag einlädt. Gibt es nicht die Möglichkeit zur systematischen Fortführung der Aussprache und Werbung in kleinerem Kreise, gibt es nicht eine Anzahl bester Zionisten, die die individuelle Propaganda von Mensch zu Mensch als ihre beste zionistische Aufgabe empfindet, dann werden wir keine nennenswerten Erfolge bei der Gewinnung neuer Mitglieder zu verzeichnen haben. Es besteht heute ein Mißverhältnis zwischen der Wirkung zionistischer Ideen und zionistischer Menschen auf das deutsche Judentum und dem m e ß - baren Effekt unserer Werbearbeit. Selbstverständlich wehrte man sich mit Recht dagegen, daß auf dieser Konferenz die Fragen der Technik ausschließlich die Diskussion beherrschen sollten. Ein so großer Kreis ist schon rein äußerlich für die Behandlung solcher Themen ungeeignet, und man wird die Fortführung dieser Unterhaltung in die einzelnen Ortsgruppen verlegen müssen. Das Wesentliche dieser Konferenz war eben, wie einer der Redner formulierte, daß hier alle zionistischen Fragen unter dem Gesichtspunkt der Führung einer Ortsgruppe gesehen wurden. Das zwang jeden Redner zur Sachlichkeit, jeden Redner zur Verantwortung gegenüber seinem Wort. Denn hier handelt es sich nicht um ideologische Konstruktion, um politische Demonstration, sondern um Anregungen für praktische Arbeit. Es ist unmöglich, hier im einzelnen die Diskussion nachzuzeichnen. Nichts Zionistisches blieb ihr fremd. Einige Beiträge zur Diskussion seien hier mitgeteilt: man bestritt die oft betonte Gegensätzlichkeit von zionistischer Arbeit und Arbeit der Fonds. Uebereinstimmend wurde anerkannt, daß heute der Appell zur konkreten Leistung, den wir an Zionisten und Nichtzionisten herantragen, ein fruchtbarer Bestandteil unserer Arbeit geworden ist. Die Bedeutung des Hebräischen und der Kulturarbeit wurde offenbar. Mit Stolz konnte einer unserer Freunde herichten, daß er in seiner kleinen Ortsgruppe, die nur 30 Mitglieder zählt, einen hebräischen Kindergarten unter Leitung einer palästinensischen Lehrerin eingerichtet habe. Die Frage unserer Presse und Publizistik wurde eingehend behandelt, die Bedeutung der ״Jüdischen Rundschau“ für das Leben der Ortsgruppe allgemein anerkannt Immer wieder tauchten die ideologischen Fragen in der Diskussion auf, die Forderung, den nationalen Gedanken in den Mittelpunkt unserer Propaganda zu stellen. (״Im Nationalen ist an sich das Religiöse und Soziale, im Religiösen und Sozialen aber nicht notwendig das* Nationale enthalten“ — Blumenfeld.) Die Frage nach der Stellung des Zionisten im Galuth und damit nach Rang und Geltung der zionistischen Persönlichkeit innerhalb des Judentums wurde besonders von Dr. Landsberg und Dr. Walter Kahn behandelt. Erneut bestätigt wurde unsere Forderung, daß nur solche Zionisten, die den Maassergedanken anerkennen, den Zionismus repräsentieren dürfen und daß jede zionistische Außcnarheit, besonders aber die Arbeit in der Jüdischen Gemeinde nur von Zionisten geleistet werden könne, für die Zionismus die zentrale Angelegenheit ihres Lebens sei. Der Bedeutung dieser Tagung wird man nur gerecht werden, wenn man sie nicht daraufhin untersucht, ob sie fertige Rezepte für zionistische Arbeit geliefert hat, sondern wenn man in ihr eine starke eindrucksvolle Kundgebung für zionistische Arbeit sieht und eine Bestätigung dafür, daß unsere Arbeit heute in guten Händen liegt. Daß wir uns unsere zionistischen Sorgen dort nicht verhehlten, sondern daß jeder sie offen und freimütig aussprach, hat uns in unserer Sicherheit nicht beirren können, denn niemand hat sie vorgetragen als Entschuldigung für sein Versagen oder als Begründung für Resignation, sondern überall spürte man das Bemühen, aus gemeinsamer Erkenntnis neue und bessere Wege zu finden. * Am Sonntag, den 4. November, fand in Berlin im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststraße 10, die vom Delegiertentag der Z. V. f. D. in Breslau beschlossene erste Konferenz der Ortsgruppenvorsitzenden der Z. V. f. D. statt. Die Tagung war von zirka 180 Teilnehmern aus allen Orten Deutschlands besucht. Auf der Tagesordnung stand ausschließlich die Behandlung der Fragen der Ortsgruppenarbeit und des Arbeits- Programms im kommenden Winter. Die Tagung wurde eröffnet mit einer Ansprache des Vorsitzenden der Z.V.f.D., Herrn Kurt Blumenfeld, der einen sehr ausführlichen Ueberblick über die politische Situation und über die Lage in Palästina gab. Die Diskussion wurde durch ein sehr ausführliches und eingehendes Referat von Dr. Buc h holz-Hamburg, dem Vorsitzenden der dortigen Ortsgruppe, eingeleitet, der über Aufgaben und Arbeitsmethoden der zionistischen Ortsgruppe referierte. (Das Referat wird in der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlicht werden.) ln einem Korreferat sprach Dr. Kanowitz-Berliß über das Arbeitsprogramm der Z. V. f. D. und über die Technik der Ortsgruppenarbeit. Es wurde eine Reihe von praktischen Vorschlägen der Zentrale für die Weiferführung der Arbeit unterbreitet, die besonders die Ausgestaltung des Informationsdienstes betreffen. In der Mittagspause fand ein gemeinsames Essen statt. Die Tagung fand ihren Abschluß durch ein geselliges Beisammensein im Hause von Herrn Blumenfeld. Im Anschluß an die Konferenz fand eine Sitzung des Laudesvorstandes statt, die sich ausschließlich mit Fragen der Gemeindearbeit beschäftigte. Der vorgelegte Entwurf für ein Gemeindeprogramm der Z. V. f. D. wuide nach eingehender Diskussion angenommen; ferner wurden verbindliche Richtlinien für die Vorbereitung zur Durchführung der Gemeindewahlen aufgestellt. An der Diskussion beteiligten sich die Vertreter fast samtlicher Ortsgruppen: Dr, Apfel-Berlin, Bendersky-Berlin, Blumenfteld-Berttn, Bochncr-Dresden, Dr. Deutschmann-Oppeln, Dr. Ettisch-Berün, Dipl.-fng. Qrünstein-Dresden, Dr. Smu Hirsch- Berlin. Dr. Holzer-Chemnitz, Uberg-Wolfenbüttel, Dr. Jacobsohn-Bres!au, Dr. Kahn-Wiesbaden, Dr. Kohner-Karlsbaa, Dr. Landau-Lübeck, Dr. Landsberg-Wiesbaden, Dr. Levy-Breslatf, Dr. Mechner-Berlin, Dr. Posner-Insterburg, Dr. Samuei-Beslau, Dr. Sindler-Düsseldorf, Dr. Schloßberg-Königsberg, Dr. Heinr. Strauss-Hamburg, Frau Dr. Tumowsky-Benin, Jakob Wolff- Frankfurt, Dr. Wolfheim-Erfurt. Das Referat von Dr. Buchholz muß wegen Raummangel für eine der nächsten Nummern zurückgestellt werden. Der Kampf nm die Mosul - Röhren Jerusalem, 2. November. (J.T.A.) Der Präsident der Handelskammer Beiruts, Omar Daouk, erhielt vom Iranzösischen Außenministerium die Mitteilung, daß die Iranzösische Regierung alle Anstrengungen macht, daß als Endpunkt der Röhrenleitung für das Mosul- Petroleum ein Punkt an der libanesisch-syrischen Küste gewählt werde. Im Zusammenhang mit dieser Mitteilung hat nun die Deputiertenkammer des Libanonstaates einmütig eine Resolution gefaßt, in der erklärt wird, daß die Anlegung der Mündung der Mosul-Röhren in Palästina (Haifa- Hafen) bedeuten werde, daß die französischen Mandatsterritorien von der Beteiligung an der Ausbeutung der Oelkon- Zession ausgeschlossen bleiben; dies würde der Ruin des Hafens von Beirut sein. Die Handelskammer fordert die französische Regierung auf, darauf zu bestehen, daß die Mündung der Röhrenleitung im Libanon angelegt werde. Die arabische Zeitung ״Al Carmel“ behauptet, aus sicherer Quelle zu wissen, daß bereits ein endgültiger Beschluß vorliegt, die Mündung der Petroleum-Röhren nach Haifa zu legen. Die Regierung, so meldet die Zeltung weiter, hat bereits den Boden für die Anlage der Oeltanks zur Verfügung gestellt. Dieses Areal Hegt zwischen dem Klshon-Fluß und dem Vadi Salamed Tel Abuhawan und ist einen Kilometer lang und einen halben Kilometer breit. Ferner hat die türkische Petroleum Company 1000 Dunam Boden in der Nähe des Haifaer Hafens für die Anlage eines Reservoircs und einer Destillation käuflich erworben. Auch die amerikanische Vacum Oil Company, die Shell Oll Company und andere Petroleumgesellschaften haben sich bereits den nötigen Boden gesichert. Die Zeitung knüpft an diese Mitteilungen eine Betrachtung und kommt zu dem Schlüsse, daß Haifa den russischen Oelhafen Batum am Schwarzen Meer an Bedeutung als Oelverladungshafen noch übertTeffen wird. Die Koste« des Halen-Bans Jerusalem, 5. November. (J. T. A.) Die Regierung verhandelt mit Landeigentümern im Gebiet des Haifaer Hafens wegen Pacht eines großen Grundstückes zur Errichtung von Baracken für die Arbeiter, die an den Hafenbauarbeiten beschäftigt sein werden. Es verlautet, daß die Kosten des Hafenbaus, die bekanntlich auf eine Million Pfund veranschlagt waren, sich um 250 000 Pfund erhöhen werden. Agenten reisen durch die Dörfer des Jerusalemer Distrikts und werben Fellachen als Arbeiter für den Hafenbau an. Die Unterhaltungsbeilage mit der 1 L.itsctzung der Erzählung von Ludwig Strauß erscheint mit der nächsten Dienstag-Nummer.