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Jüdische Rundschau · 1928-11-08 · Heft 89 (8.11.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 89 (8.11.1928)
Date
1928-11-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 020 Nr. 89, 8. XL 1928 Darauf erteilte OberprSiident LÜdemann dem Haupt* referenten Colonel Wedgwood das Wort, Col. Wedgwood spricht in begeisterten Worten von dem Werden eines neuen jüdischen Volkes in Palästina und der Bedeutung dieser Sache für die Menschheit. (Wir werden in einer der nächsten Nummern Auszüge aus simtliehen von Wedgwood in Deutschland gehaltenen Reden bringen.) Kurt Blumenfold! Ich habe Auftrag, über das Pro Palästina-Komitee in Kürze zu berichten. Es ist mir eine große Freude, In Oegenwnrt unseres alten Mitkämpfers, unseres Freundes Colonel Wedgwood, Über unsere Tätigkeit für Palästina hier zu sprechen. Das D. K. P. P. umfaßt Politiker aller Parteien. Alle Parteien sind durch ausgezeichnete Menschen in diesem Komitee vertreten, dessen Aufgabe in einem kurzen, klaren Programm dargelegt ist. Das Komitee will im Sinne des Palästina-Mandats, Im Sinne der Balfouf-Dcklaration für die Erreichung des Zieles, der Errichtung einer I ü* dischen nationalen Heimstätte tätig sein, und es will ferner Juden zitr tätigen Anteilnahme an diesem Werke aufrufen. Es entsteht die Frage, warum Menschen aller Oruppen und Parteien sich für diese politische Aufgabe einsetzen. Sie wissen, daß es sich hier um eine Angelegenheit handelt, die nicht unbestritten ist, daß es einen innerjüdischen Kampf gibt und daß es in diesem innerjüdischen Kampf auch Gegner gibt, die sich deutlich zum Worte meiden. Dieses Komitee hat nichts zu tun mit innerjüdischen Auseinandersetzungen, es geht seinen Weg unbekümmert um die Stellung einzelner jüdischer Oruppen zu diesem Werk, es hält fest an seiner Erkenntnis. Als politische Tatsache steht fest, dafl es durch die schon vor dem Kriege und während und nach dem Kriege fortgesetzte Tätigkeit gelungen ist, die Judenfrage in einem bcstimmten Sinne zu einer politischen Weltfrage zu machen, und die Staaten haben den Anspruch der Juden auf die Errichtung einer nationalen Heimstätte anerkannt. Es handelt sich hier tun ein fall aecompli, nicht um einen (legenstand der Diskussion. Unser Werk ist durch internationale Verträge garantiert worden und diese Garantie hat auch das Deutsche Reich übernommen. Sein Vertreter beim Völkerbund ist Mitglied des Komitees. Es handelt •ich also um eine endgültig erledigte Tatsache, von der es sich herausgestellt hat, dal sie im Laufe der Jahr« eine immer größere Resonanz gefunden hat. Palästina ist, wie vielfach unbekannt ist, von führenden Politikern aller Länder auf gesucht worden, von Deutschen, Franzosen und Engländern, und der Besuch von Colonel Wedgwood hat dazu geführt, daß er dieser Bewegung enger verbunden wurde. Er ist ein Mann, der seit 25 Jahren Mitglied des Unterhauses ist, der seit Jahrzehnten in Palästina wirkt und schon lange vor der Balfour-Deklaration sich für unser Werk eingesetzt hat. Palästina ist, wie Sie wissen, ein kleines Land, ein umstrittenes Land, mitten im großen vorderasiatischen Völkermeir, auf der einen Seite begrenzt von Syrien, auf der anderen Seife von Arabien und Aegypten. In allen diesen Ländern gibt es keine Balfour-Deklaration, keine Einwanderuag von Juden. Aber in allen anderen Lindern gibt es sehr ernste politische Verwicklungen. Wir wissen aus der Preise, wMcbe •umgebearen ^Sch#Mrl|k«Ke»!\;:ingWW':’ci#:: Aegypten hat, welche Frankreich in Syrien und wie undurchsichtig die politischen Zusammenhänge in Arabien und im Irak sind. In all diesen Ländern ohne jüdische Einwanderung sind die Dinge sehr kompliziert. In allen gibt es viel Militär, in Syrien 50000 Mann französischer Besatzung, mit allen Emblemen moderner Kriegsausrüstung. In Aegypten haben die, die dort waren, die Kanonen auf der Zitadelle gesehen. In Palästina gibt es kein Militär, eine kleine Polizeitruppe von einigen hundert Mann, und in diesem Lande mit 80 kleiner Besatzung ist es ruhig, nachdem es in den Jahren 1920 und 1921 blutige Zusammenstoße gegeben hat. Gelegentlich hören Sie ungünstige politische Nachrichten aus Palästina in der Presse. Der Leiter einer großen Teldgraphen-Agentur, den ich fragte, warum immer mir die schlechten Nachrichten verbreitet würden, erwiderte mir, Sic haben ganz recht, aber telegraphierbar sind vor allem un* günstige Nachrichten! Das liegt in der Natur der Sache. Konflikte, Tote und Verwundete druckt jede Zeitung; der allmächtige Prozeß günstiger Entwicklungen läßt sich telegraphisch nicht ausdrücken. Es gibt natürlich Reibungen, ein Land ohne Spannung zwischen den einzelnen BevöHerungsschichten ist undenkbar. Ich möchte Sie nur an den Zwischenfall bei der Klagemauer erinnern. Aber darüber, daß sich Christen aller Konfessionen an jedem Ostertagt dort prügeln, lesen Sie nichts in der Presse, und es ist noch niemandem eingefallen, dabei etwa■ zu finden. Palästina ist ein religiös heißer Boden, und es wäre wirklich zu viel verlangt, daß nach einem siebenjährigen Zusammenleben auch schon die religiösen Konflikte aus der Welt geschafft sein sollen, ich glaube, auch wenn unser Werk aufs beste gelingt, wird es auch in 70 Jahren noch nicht gelungen sein, religiöse Zu* sammensföße zu vermeiden. Was die Oe *amtcntwlcklung anbetrifft, 80 Ist diese eine glückliche. Eine zweijährige Krise Ist überstanden, und nach diiser Krise sicht man wachsendes Interesse für das Paiästinawerk in aller Welt. Und vor der Welt wird das Problem des Zusammenlebens zweier Völker behandelt, und es wird der ernsthafte Versuch gemacht, es zu lösen. Colonel Wedgwood hat In seinen Reden oft die Araberfra^e behandeit und gesagt: Wer ist gegen die jüdischen Einwanderer? Nur der Großgrundbesitz und ein Teil der wurzellosen In* teiligcnz! Die große Masse der arabischen Fellachen kann nichts gegen diese Einwanderung haben, denn unsere Einwandcrung hebt den Lebensstandard, ja sic erzeugt ein neues Gefühl für Menschenrechte bei bisher Unterdrückten. Es ist interessant, daß unsere Einwanderung verbunden ist mit kultureller Hebung der eingeborenen Elemente. Man sieht sonst immer den Eingeborenen als Parias an, matt versucht ihn als billige Arbeitskraft auszunutzen. Da die Juden großenteils selbst als Arbeiter ins Land kommen, haben sie ein nicht nur ideelles, sondern auch ein reales Interesse an der Hebung der arabischen Arbeiterschaft, die sie nicht als Kulis ansehen, sondern als gleichberechtigte Arbeitskräfte. Es Ist interessant, zu sehen, daß man ernsthaft dieses Problem des Zusammenlebens in Politik und Wirtschaft in die Hand nimmt. Diese Fälle werden mü größter Aufmerksamkeit von dem Komitee Pro Palästina beobachtet, denn den Führern dieses Komitees scheint es so zu sein, als ob nur in Palästina der Versuch gemacht wird, in vorbildlicher Weise konstruktive kolonisatorische Arbeit durchzuführen, ohne Unter* drückung der Eingeborenen, die im Lande sitzen. Die Juden, die ins Land gehe«, wissen, daß sie In diesem Lande auf die Dauer nur leben können, wenn sie das Araberproblem befriedigend lösen. Das ist die große Zukunffsaufgabe. Die Hoffnungen der nichtjudischen Welt gehen hierin in der gleichen Richtung wie unsere eigenen jüdischen Hoffnungen. Es wird nun gefragt, welchen Nutzzweck verbinden die Pro Palästina-Komitee•, wie es «olche in Deutschland, England, Frankreich und manchem anderen Lande noch gibt, J U EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. denn eigentlich mit dieser Hilfe, welche opportunistischen Bedürfnisse beirledlgt vor allem England, wenn cs für das Werk eintrift? Eine Frage, die mir in den letzten Tagen sehr oft gestellt wurde, als ich mit meinem Freunde Wedgwood in Deutschland tätig war. Viele sagten: Ein bewundern*- werter Mann, ein wirklicher Idealist, aber für einen englischen Politiker ist es vielleicht nicht so schwer, für eine solche Sache einzustchen. Es ist merkwürdig, daß man sich so schwer vorstellen kann, daß Menschen auch aus inneren Gründen für eine solche Sache Eintreten, sondern daß jeder, der für eine gute Sache kämpft, auch immer sofort verdächtigt wird, daß er dabei seinen Vorteil sucht. Wenn das richtig ist, dann lohnt es nicht zu leben. Dann ist nämlich alles unwahr, was überhaupt an Ideellen Werten mit Worten vertreten wird. Dann ist jede Behauptung unwahr, daß man sich selbstlos für etwas einsetzt. Es soll auch Juden geben, die so denken, aber man kann sich eigentlich so etwas gar nicht vorstellen. Denn wir gerade waren immer auf Wohlwollen und selbstlose Gerechtigkeit angewiesen. Wir Juden haben immer in einer Welt gelebt, von der wir erwarteten, daß Gerechtigkeit als sittliche Forderung sich durchsetzt, und daß auch der Starke uns gegenüber gerecht sein mußf auch wenn es gegen seinen Vorteil geht. Sollte diese Ansicht irrig sein, denn wehe uns, wehe nicht nur uns Juden, sondern allen, die einmal die Schwächeren sind. Wir sehen aber, daß es auf der Welt Menschen gibt, die sich für ein Werk elnsetzen, ohne daß man sichtbar merken kann, cs hat jemand etwas davon. Balfour kämpft für die Sache seit Jahrzehnten, als noch nicht von dem Palästinamandat die Rede war. und in der englischen Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts können Sie manches Beispiel dafür finden, daß dieser Gedanke der Siedlung von Juden in Palästina aufgetaucht Ist. Sie sehen, daß sich auch in Deutschiand und in anderen Ländern Menschen finden, die davon ergriffen sind und dafür eintreten. Sie hören von den 150000 Juden in Palästina, und die Welt interessiert sich ernsthaft für sie Warum? Weil sie dort etwas gefunden hat. was es auf der Welt im jüdischen Leben sonst nicht gibt. In Palästina gibt es keine Deklarationen über Judentum, da gibt es die Unmittelbarkeit des Lebens. Was auf Menschen wirkt, ist die unerklärbare, nicht von Deutungen begleitete Offenbarung des unmittelbaren Lebens, und wer einmal dort war, den läßt dieses Bild nicht los, auch ohne daß er die Deutung empfängt. (Lebhafter Beifall.) Prot. 0. Dr. jflrku führt aus: Vor Ihrem geistigen Auge erscheint das Land, das klein« Land am Mittelmeer, das schöne Land mit den schönen Seen und Kuppen, mit seinen Feigengärten, mit seinen Weingärten, mit seiner wechselreicnen Bevölkerung. Allein das ideelle Interesse an den Geschicken Palästinas und an den Geschicken der Nachkommen seiner ältesten Bewohner ist es, das uiis in diese Organisation getrieben hat. Meine Damen und Herren, Palästina ist die Heimat ganz Europas. Wer vor 30 Jahren durch Palästina reiste, dessen erster Ein* druck waren die unzählig vielen Moscheen, die da und dort die Städte des Lande« zierten, die zahllosen Heiligtümer der Araber, die von den Gipfeln der Berge zu uns herniedersahen, Und daneben die vielen Kirchen der christlichen Konfesstonen. Etwas fehlte: eine äußere sichtbare Vertretung desjenigen Volkes, das als erstes Palästina bewohnt״ hat, «ir *«f׳ ״J11inswuset»!'etf׳־i -vertrieben'־׳'ist»׳" Nur an der Kl*g«nat1er War ■tflf Jtidetrhiitf m findöt. D'aä? ist «eit zehn Jahren anders geworden. Neben den christlichen Arbeitern sehen wir heute den jüdischen Ackerbauer, ich betone dies vor allem, denn als ich das Glück hatte, vor zwei Jahren mehrere Wochen durch das Land Palästina zu reisen, war der stärkste Eindruck, den ich empfand, daß ein neuer Typus an der Küste des Meeres entstanden ist, der Ostjude, der dort in harter Arbeit dem Boden seine Erzeugnisse abringi Das ist kein Spaß, das ist kein Vergnügen, das ist Seibstauf- Opferung, wie viele sind schon Opfer geworden! Viele haben es mit ihrem Leben bezahlen müssen, haben dafür das höchste einsetzen müssen, was es gibt, das Leben. Aber die Erfolge sind nicht ausgeblieben, was Col. Wedgwood bezüglich der Einflüsse auf die arabische Bevölkerung gesagt hat, das stimmt. Nur ein Beispiel von vielen: Was das erschütterndste ist, das Sie sich denken können, ist der Anblick der Araberkinder. Da sitzen sie neben ihren Eltern, die Augen voll Schmutz, krank geworden, da nach dem arabischen Volksglauben das Wasser dem Auge schadet, und auf diesen kranken, verschmutzten Augen die zahllosen Fliegen, die man sitzen läßt, da man einem unschuldigen Tiere nichts tun darf. Wir wollen nicht spotten über diesen Glauben, aber welches kul* turelle Niveau ein solcher Glaube zeigt, brauche ich nicht zu sagen. Stellen Sie sich vor, welche Umwälzung auf sanitärem Gebiete diese Einwanderung der Juden mit sich brachte I Die Araber, die heute noch wie vor 3000 Jahren den Ochsen, das Pferd und den Esel über die Felder hin- und hertreiben, um das Getreide zu dreschen, staunen über die Fortschritte in der Bearbeitung des Bodens durch die Jüdischen Elnwanderer, die in das Land die modernen Maschinen bringen. Ich mache diese Ausführungen nur, weil sie das Märchen widerlegen, als ob es der Zweck der jüdischen Kolonisation sei, den Araber zu verdrängen. Von Verdrängung kann nicht die Rede sein, im Gegenteil, dem Araber wird das moderne Kolonisation«- werk nur förderlich sein. Wer bis jetzt verdrängt wurde, ist der türkische Großgrundbesitzer gewesen. Es Ist gelungen, eine Hebung des kulturellen Niveaus des Landes herbelzuführen. Es ist erreicht worden, daß im jüdischen Bewußtsein der ganzen Welt es wahr werden kann, der Jude kann auch Ackerbauer werden. Und schließlich noch ein letztes, auf das ich besonderen Nachdruck legen möchte. Ich sagte schon, daß Palästina die Heimat der ganzen Weit ist. Nicht an Rom hiingen heute die Herzen der meisten Menschen, sondern an Jerusalem. Was vielleicht das größte an dem jüdischen Ko'.onisatiöuswerk ist, daß ein großer Tel! des Judentums — ich denke dabei vor allem an den, der bisher kein Heimatsgefühl für Palästina empfundett hat —, daß diese wissen, dort unten leben in zäher Arbeit Menschen wieder auf dem Boden, den vor Tausenden von Jahren unsere Vorväter verlassen mußten. Als ich vor zwei Jahren das Werk des Aufbaus sah. den Idealismus, mit dem die Juden ausharren, da stieg der Gedanke in mir auf, daß diese Menschen zu beneiden sind. Zum Schluß dankt Oberpräsident LÜdemann allen Rednern, insbesondere Col. Wedgwood, und spricht den Wunsch aus, daß die jüdischen Teilnehmer der Versammlung in der Arbeit für das Palästinawerk bestärkt würden. Er fährt fort: ״An meine anderen hier anwesenden deutschen Mitbürger aber möchte ich schließlich auch noch ein paar Worte richten. Es leben in zahlreichen außerdeutschen Ländern Deutsche, die von ihrem Heimatland getrennt sind, und ihre Zahl ist durch den Weltkrieg leider großer geworden. Gegenwärtig ist es unsere größte Sorge, wie es diesen deutschen Minderheiten im Auslände wohl ergehen möge. Wir sind jedesmal mit Recht empört, wenn wir von irgendeinem Akt des Unrechts und der Unterdrückung gegen diese deutschen Minderheitsgruppen im Ausland hören. Wir sind es mit Recht, aber wenn wir objektiv nachprüfen, werden wir doch in den meisten Fällen sagen müssen, wie klein ist dieses Unrecht, das uns angetan wird im Vergleich zu dem Iah rhundertelangen Unrecht, das den Juden In allen Ländern angetan worden ist. Deshalb bitte ich Sie, bringen auch Sie Verständnis auf für diese großen Oed a n k e n, die diesem Sicdhmgswerk zugrunde liegen. Uebersehen Sie nicht über allen ungünstigen Nachrichten, die immer wieder lanciert werden, daß es sich hier wirklich um etwas ganz Großes handelt, und arbeiten Sie mit, um auf dem Boden jüdischen Volkstums dem großen Gedanken zum Siege zu verhelfen, Freiheit und Gerechtigkeit!“ Dl Di Sonnta berufu giertet Tagun Befri« entließ daß hi unsere legend ist da! und de Zusam gen de Part! Zar Keren Ha|essod-Konferenz in Polen Zu der Polnischen Keren Haiessod-Konferenz, die am 5. d. M. In Warschau stattfand, sandte der Direktor des Keren Haiessod. Df, Hantke, nachstehendes Begrüßung«- Schreiben: Sehr geehrte Kollegen 1 Weit und ausgedehnt ist die jüdische Front. In allen Erdteilen, in allen Ländern Europas kämpft der Jude um die Entwicklung seiner Eigenart. Vielgestaltig Ist die Arbeit, aber in jeder ihrer Formen empfängt sie die richtige Beieuchtung von der Zentral-Sonne unseres Lebens, vom Aufbau des neuen Jüdischen Palästina. Das war die erste Wahrheit des Zionismus in seiner Jugend. — Dem äußerlich differenzierten, im Kern aber einheitlichen Problem der Judenfrage überall in der Weit, weil es überall rnn־ das eine einheitliche Problem des Oaiuth ist, steht die Auf* gäbe der Wiedererrichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina gegenüber. Vor diesem zentralen Problem, ohne welches eine Lösung der Galuthfragc unmöglich ist, erbleichen alle Fragen des Oaiuth, sinken herab zu sekundären Fragen Durch mehr als 30 Jahre haben wir Zionisten das Primat des Pallstlnaprobiems verfochten. Werden wir nicht müde in dem Kampf um diese Wahrheit. Verachten wir nicht unser Programm, weil es alt geworden ist. Schätzen wir es nicht gering, weil es 80 einfach ist. Der Anormalität des Oaiuth entspricht die Verschnörkelung und Verkünstiung unseres Galuthlebens, der Klarheit unserer Aufgabe in Palästina die monumentale Einfachheit unseres Palästinaprogramms. Men- Sehen und Mittel für Palästina, direkte Aktion für Palästina, heißt unser Programm. Dieser Parole dient Ihre Konferenz. Möge sie die Kraft haben, die polnische Judenheit fortzu* reißen, sie aus der beklemmenden Fülle der Tagesfragen zur Höhe der bergesklaren Grundfragen unseres Volkes zu erheben, die größte und stärkste jüdische Siedlung Europas zur Vorkämpferin der direkten Aktion für Palästina zu machen. — ♦ Bei der zionistischen Parteitagung für Wcstgalizien in Krakau hielt Dr, Hantke, der dort die Zionistische Exe* kutive und das Keren Hajessod-Dlrektorium vertrat, eine Anspräche, der wir nachstehendes entnehmen: . ״Dia Arbeit im Zionismus im besonderen und im Judenlumdm,AÖ|»Ä«!» 11* ist'«üdft; geworden. ,!Di« tat vorfflatr«• Man bemüht sich nur hoch, die Ergebnisse des Krieges und der Umwälzung fest zu verankern und auf eine breite Grundläge zu stellen. Infolgedessen ist man bereit, auch den alten Gewalten aus der Zeit vor dem Kriege Konzessionen zu machen. So lebt Europa heute nicht mehr in einer Zeit revolutionärer Entwicklung, nicht mehr in einer Zeit gesteigerter Aktivität, sondern in einer Zeit der Konsolidierung. — Palästina aber braucht noch diesen Akt! v i s in u s früherer Jahre, und so geht die Arbeit der Zionistischen Bewegung nicht mehr parallel zur allgemeinen Entwicklung Europas, sondern im Gegensatz zu ihr, und deswegen ist die Arbeit für Palästina schwer geworden. — Auch in Palästina haben wir einen Moment der Konsolidierung erreicht. Denn die Krisis der Arbeitslosigkeit ist überwunden. Aber unser Ziel ist nicht Konsolidierung, sondern Fortsetzung der Einwandcrung, Entwicklung der nationalen Heimstätte, Durchhaltung unseres revolutionären Tempos. Gewiß, solche Arbeit wird ohne außerordentliche Mittel immer wieder krisenhafte Zustände schaffen. Deswegen müssen unsere Fonds dauernd im Vordergrund unserer Arbeit stehen: K. H. und K. K. Denn sie sind die außerordentlichen Mittel, mit denen wir die Krisen überwinden und unser Ziel erreichen “ in den so ließ die rei grund Tagesa den Z punkt u n s e 1 wirken Es alle Eil mal sit relie Li einer I oder F Schicks dem/ und ei! noch d Zusamr Händer der in Unermü Arbeit Arbeite in eine sah er sehen! fügen, repräsei Die Dr. Bu! ein zio; großen Stellung zwar d sein mi Entwick dem Kr arbeit c Sä zu kem kretes \ tum ant Aufbauv nissen 1 eine gre beigefüh den Häi Fraueng nisten si um die Gemeins heitlii litten ha heute sc onenf1 die Tat; Kreisen Sobolow zur aklucllen Lage Herr Sokolow hat an die In diesen Tagen zusammentretende Keren Hajessod-Konferenz in Czernowitz (Bukowina).ein längeres Begrüßungsschreiben gerichtet, worin es unter anderem heißt: ״Wir wurden auf dem Gebiete unserer ehrwürdigen, altheiligen Tradition von einem Vorfall, der seitens äußerer böswilliger Elemente hervorgerufen worden ist, schmerzlich überrascht und in unserem religiös-sittlichen und historischen Emp* finden tief erschüttert. Aber zu hoffnungsloser Verstimmung liegt kein Anlaß vor. Wir werden unseren ehrlichen Kampf mit Würde und Loyalität ausfechten. Die bestehenden Miß- Verständnisse sind nicht derart, daß sie nicht auf dem Wege friedlicher Verständigung beseitigt werden könnten. Wir dürfen den Gegnern nicht die Genugtuung gönnen, uns in einen Zustand des Mißmutes und der Nervosität zu versetzen. Durch Ruhe, Wahrheit, Arbeit und Rechtssinn werden wir Mißverständnisse beseitigen und jedem Konflikt Vorbeugen. Wir stehen in unserem inneren Ausbau pro-palästlnensisclier Energien an der Schwelle großer Entwicklungen, die in Amerika ihren Anfang genommen haben. Wir erhoffen von diesen Entwicklungen segensreiche Ergebnisse für den Aufbau Erez-Israeis. Aber der Fetzte Grund und der letzte Hort unserer Stärke ist unsere Zionistische Organisation, wie diese fest, einig und stark sein wird, welche Fortschritte der ״Keren Hajessod“ upd ״Keren Kaieraeth“ und der Schekel machen werden, das wird von bestimmender Wirkung auf unsere Erfolge sein. Und noch ein Wort. Das jüdische Volk ist berechtigt zu erwarten und erwartet Bedeutendes von der Mandatsregie* rung und von der aufgeklärten öffentlichen Meinung Großbritanniens, Wir sind überzeugt, daß wir durch eine anhaltende, mit Ueberzeugung, Sachkenntnis und Gründlichkeit ge• leitete Aufklärung Über unsere Aufgaben und Zwecke graduell erlangen werden, was für den Aufbau Erez- Israels notwendig und für das Wohl des ganzen Landes ersprießiieh ist. wir anerkennen dies als eine unserer wich- (igsten Aufgaben und widmen dieser Arbeit unseren größten Eifer. Selbstverständlich ist das zu Erlangende ein latentes Aktivum, von äußeren Umständen abhängig, das weder foreiert werden kann, noch von uns selbst übertrieben und aufgebauscht werden darf. Wir rechnen mit Bestimmtheit auf äußere Hilfe, aber mit einer noch gsößeren Bestimmtheit auf das, was wir selbst leisten werden“ Weg in Ortsgruj: innen hc ferner g ihr entst Jen Au) Keren K öffentlicF Interesse!um. So; zio nistisc nur Arg! auch für Schwach( alle ihre;teilen s Ortsgrupi zum erst Erörterur kommen, im Lebei manenten Die gesf Sicherheit Blumenfe! Die Fon nistisc bedeutet Aschen lieh gespr naturgemi sollte, da) für den daß sie n Arbeit in J־ r Begri Erfahren. Berufung 1atigungsf Jie Zusat Monistisch

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