Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1928)
- Date
- 1928-11-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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X, *'Ai Einzetnnmmcr 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekettraße 10. Erscheint jeden Dienetag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark. vierteljihrlieh 5,75 Goidmark• Aa*׳aud*abonnem#ot* werden in der WUtran# der •ätxelaco Lieder berechnet Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392 FSr Ootcrrelek: PetttenrluMonrat Wies, Konto Nr, 15*030 Fflr Ttchechoilewtkri: PosUparktuoatBt Pr«<, Konto Nr. 59410. F&r Polen: P0«!1p»rk1»eg1mt Wandt•«, Konto Nr. 1907(». Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 89 | Berlin, 8. XI. 1928 Aaxeid8ap>>818j8|t«pftJtJKeBpareiUereileO,50G.-M.SieUea|e81ud1«0,25G^M. AnzHgen*chJaB: D i * 0 »t» £ «od Freitag nachmittag• 4 Uhr. 1 כ״ה מרחשון׳ תרס״ט xxxm. J*1>rg. P«r Hortlamut eratfbt 101■ Om• iOdlsehe Bein dl• »ch«ffM«1e eie■«■ öffentlich - rechtlich flesKhortow Heimat««* In Palästina. ״Basalar Programm.« Rundschau ■ j iS (Jm die fOagemaaer — Die Verhandlungen in New York — Lord Melchett* Rede — Organisation* fragen Die Mandatskommission des Völkerbundes tagt in Genf. Die jüdischen Beschwerden wegen der Vorfälle an der Klage* mauer sind bis zur Stunde noch nicht zur Behandlung gelangt. Im Mittelpunkt des Interesses steht jetzt nicht mehr das schmähliche Vorgehen der Polizei, sondern die Regelung der Rechtsverhältnisse selbst. Die Rechtslage ist sehr kompliziert, aber es ist keine Frage, daß ein Ausweg gefunden werden kann, der Juden und Moslems völlig befriedigt, ja ihnen das Gefühl der Genugtuung geben könnte, einen Konflikt durch gegenseitige Toleranz aus der Welt geschafft zu haben. Unverständlich bleibt die Haltung der Regierung, die sich jetzt auf den Standpunkt zu stellen scheint, es handle sich um eine Angelegenheit zwischen Juden und Mohammedanem, bei der die Regierung zuschaut. Aber gerade in einem solchen Falle wäre es ihre Sache, die Initiative zu einer Vermittlung zu ergreifen. Wenn die beiden! Parteien in hitziger Gegnerschaft verharren, wer ist denn überhaupt berufen einzugreifen, wenn nicht die Regierung? Man müßte sonst annehmen, daß es ihr ganz recht ist, wenn zwischen den Gruppen der Bevölkerung ewige Konflikte bestehen. Die amerikanischen Zeitungen mit den Berichten über die New Yorker Konferenz sind nun eingetroffen. Die Konferenz war fraglos eine gewaltige Kundgebung für die Idee des jüdischen Palästinaaufbaus und wird dazu beitragen, in den amerikanischen Massen die Popularität des Palästinagedankens zu erhöhen. Was jedoch die konkrete Frage der Bildung der erweiterten Agency betrifft, so bleibt die eigentliche Arbeit noch zu tun. Eine Entscheidung über die schwebenden Fragen, die von der Zionistischen Qrganisation in der Berliner A.-C.-Sitzung angeschnitten wurden, ist noch nicht erfolgt. Es ist Sache des nun gewählten Sie״ benerkomitees, die ,,Differenzen apszugteteheBY. IS», Ätftti-!(cDenerkomitees *1(0 wird erst *ftf BW "Ser 'wilflfellilL Lage der Verhandlungen ermöglichen. Seit der Konferenz sind nun bald drei Wochen verstrichen und es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen aufgetjömjnen wurden. Bevor ihr Resultat bekannt wird, läßt sich nicht übersehen, welcher, Situation das Zionistische Aktions-Comitd bei seiner Sitzung *m 20. Dezember gegenüberstehen wird. Die arabische Presse Palästinas kommentiert mit großem Unbehagen die in New York gehaltene Rede Lord Mel■ chetts (Alfred Monds), besonders dessen Aeußerung, daß in den nächsten fünf Jahren die Juden Palästina Wirtschaft־ lieh erobern müssen. Die Araber fordern demgegenüber ihre Volksgenossen auf, sich wirtschaftlich zu organisieren, vor allem durch Schaffung einer Agrarbank den Verkauf von Boden an Juden zu verhindern. Die Rede Monds war noch in einer anderen Hinsicht interessant. Er dementierte nachdrücklich die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen über seine Gegnerschaft zum Agency-Plan. Wir haben seinerzeit über das Interview berichtet, das bei Monds Ankunft in Amerik! im ״Tog“ veröffentlicht war, worin Mond dje Ansicht aussprach, daß die Agency, falls sie überhaupt zustande kommt, nur politische Aufgaben hätte, nicht aber wirtschaftliche Aufbauafbeit leisten soll, diese sei Aufgabe des Privatkapitals. Mag sein, daß der Journalist sich Uebertreibungen zuschulden kommen ließ. Den• noch dürfte die Sache nicht völlig erfunden seih. Mond hat auch bei anderen Gelegenheiten Ansichten geäußert, die jenen des Interviews ziemlich nahe sind. Es scheint eben, ganz abgesehen von Monds wirtschaftspoütischen Anschauungen, ein gewisser Gegensatz zwischen englischen und amerikanischen Juden sich hier zu spiegeln, der auch in der geradezu fassungslosen Haltung des Londoner ״Jewish Chronicle“ zutage tritt. Wenn die Agency zustande kommt, werden die Scheidelinien nicht nur zwischen Zionisten und Nichtzionisten verlaufen. Die Zionistische Organisation jedoch muß für alle fälle gerüstet sein. Die Reformbedürftigkeit des zionistisehen Apparates und die Revisionsbedürftigkeit der zionistischen Ideologie wird seit Jahren von allen Seiten anerkannt, ohne daß im Drange der täglichen Aufgaben an eine Neugestaltung wirklich herangegangen worden wäre. Der Zionismus wuchs und erweiterte seinen Wirkungsradius, die Organisation selbst hielt nicht Schritt mit dieser rapiden Entwicklung. Auch Versuche der Belebung der Organisation etwa durch Veranslaliung eines besonderen Propagandamonats (Monat Ijar), trugen keine bleibenden Früchte. Es ist zu begrüßen, daß die Exekutive diese Fragen jetzt ernsthaft vornimntf. Durch die Enquete, deren Fragebogen wir an anderer Stelle veröffentliehen, ist jedem Zionisten Gelegenheit geboten, sich zu äußern. Auf diese Weise wird wertvolles Material gesammelt werden. In Deutschland hat soeben eine Konferenz der Ortsgruppenvertreter sich mit den Fragen der Organisation ן beschäftigt. Der Fragebogen der Exekutive gibt wertvolles Material für die Fortsetzung dieser Gedankengänge. Wir i "unschen, daß möglichst viele Leser der ״Jüdischen Rund- | schau“ sich an der Enquete beteiligen und der Exekutive ihre 1 Meinungen mitteilen. Für das Palästina-Werk Großartige Kundgebung des Deutschen Pro Palästina'Komitees in Breslau Breslau, Anfang November. Die große Kundgebung des deutschen Komitees Pro Palästina am 30. Oktober war eine der großartigsten jüdischen Veranstaltungen, die Breslau je erlebt hat. Etwa 2000 Menschen füllten den großen Konzerthaussaal bis zum letzten Plätzchen und folgten den Verhandlungen mit größtem Interesse. Unter den Erschienenen, die vom. Vorsitzenden, Oberpräsidenten Lüdemann, begrüßt wurden, sind zu nennen: der Vertreter des Landeshauptmanns von Niederschlesien, der Vertreter der Regierungspräsidenten von Breslau und Liegnitz, der Vorsitzende des ProvTnziallandtages, Rechtsanwalt Bandmann, der Generalkonsul der tschechoslowakischen Republik, Dr. Radowskv; der Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika, Schnare; Bürgermcister Dr. Herschel, Prälat Blaeschke, Weihbischot Dr. Woicisch, Konsistorialpräsident Bender, Gemcinderabbiner Dr. Hoffmann, Rabbiner Dr. Sänger und Rabbiner Dr. Simonsohn, die Vertreter des Vorstandes und der Gemeindevertretung der Synagogen-Gemeinde Breslau und der Gemeinden Niederschlesiens, der Rektor der Universität und der Technischen Hochschule, die Vertreter der Gerichtsbehörden, der Präsident des Landeskulturamtes, der Präsident des Landesfinanzamtes, Vertreter zahlreicher politischer Parteien, wirtschaftlicher und kultureller Vereinigunjxen und Institutionen, die Vertreter zahlreicher jüdischer Vereine und Organisationen, insbesondere der Vorstand der Breslauer Zionistischen Vereinigung, und die Herren Vertreter des Keren Hajessod, sowie eine große Anzahl persönlich geladener Ehrengäste. Am Tisch des Präsidiums nahmen Platz: die Breslauer und schlesischen Mitglieder des Pro Paiästina-Komitees, die Herren Regierungsrat Dr. Hamburger, Geheimer Justizrat Dr, h. c. Hei(berg, Rechtsanwalt Max Jacobsohn, Professor D. Dr. A. Jirku, Polizeipräsident K1 e i bomer, Landrat fif;DeutiSäHerr Mart Blumenfeld, und Herr Dr. Hugo Schachtel- Breslau. Graf Bernstorff war leider durch Krankheit verhindert, an, der Veranstaltung persönlich teilzunehmen, und sandte ein Bcgrüßtingstelegramm. ' Nachstehend geben wir einen Bericht über den Verlauf des bedeutsamen Abends, OberpräsSdent Lüdemann der die Eröffnungsrede hält, spricht zunächst das Bedauern über das Fernbleiben des Grafen Bernstorff und verliest folgendes Telegramm: Graf Bernstorffs Telegramm. Bedaure lebhaft, daß Krankheit mich verhindert, Reise Bre$l*u zu unternehmen und Palästinakundgebung belzuwohnen, der Ich von Herzen vollen Erfolg wünsche. Sehr gern hätte Ich mit Oberst Wedgwood gemeinsam Zeugnis abgelegt für die völkerversöhnende große soziale Tat des Wiederaufbaus Palästinas. Die Fortführung dieser Arbeit ist Aufgabe des Völkerbunds, dem allein ich heute noch meine politische Tätigkeit widme und deshalb will Ich auch, so lange ich dazu fähig bin, mit voller Ueberzeugung an der Arbeit für Palästina mltwirken. Bernstorff. Oberpräsident Lüdemann fährt sodann fort: In doppelter Eigenschaft habe ich die Ehre, diese große und imposante Versammlung und namentlich unseren Gast, Colonel Wedgwood, willkommen zu heißen. Ich stehe hier als Mitglied des Deutschen Komitees Pro Palästina und zugleich als Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden in Breslau. Das Pro Palästina-Komitee hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Juden in ihrem Bestreben, eine in sich geschlossene und schaffende jüdische Gemeinschaft in ihrem uralten Lande Palastina zu begründen, dadurch zu unterstützen, daß es die deutsche Oeffentlichkeit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufklärt, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palästina pflegt und allgemein die Erkenntnis verbreitet — wie es im Programm heißt —, daß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, für die Verbreitung deutscher wirtschaftlicher Beziehungen und für die Versöhnung der Völker ist. Vielleicht gab es vor dem Weltkriege eine Anschauung, die es für staatsgefährllch hielt, wenn Juden, obwohl sie Bürger eines bestimmten Staates waren, die Sehnsucht nach der Erneuerung eines jüdischen Gemeinschaftslebens von eigenartiger Kultur und mit eigener Sprache im Herzen trugen. Der Krieg und die Revolution haben solche engherzige Bedenken der regierenden Mächte — ich darf wohl sagen, aller Länder — hinweggefegt. Wenn der Krieg eine neue heilsame Erkenntnis in aie Wett Europas gebracht hat, so ist es die Erkenntnis, daß alle Völker und alle Nationen Anspruch darauf haben, ihrer Eigenart zu dienen, und daß solcher Dienst am eigenen Volke weder zu der getreuliehen Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten, noch auch zu der inneren Verbundenheit mit dem zur Heimat gewordenen deutschen, englischen, französischen oder sonst!- gen Vaterfan» ln Widerspruch steht. Auch unser neuer Staat, die deutsche Republik, steht auf dem Boden dieser neuen und freiheitlichen Kulturau f f assung und erkennt die Verpflichtung an, ihre schützende Hand über allen Bestrebungen zu halten, die, ohne deutsche Staatseinrichtungen zu gefährden oder deutsche Lebeusgewohnhciten zu beeinträchtigen, eine kulturelle Höherentwickrung oder, wie im vorliegenden Falle, einen volklichen Erneuerungsprozeß zum Inhalt haben. Das kommt auch in dem Begrüßungsschreiben zum Ausdruck, das der Staatssekretär der Reichskanzlei im Namen der Reichsregiemng an das Palästinawerk gerichtet hat und das lautet: Sehr geehrte Herren! Wie ich Ihnen bereits mitteilen mußte, ist es dem Herrn Reichskanzler zu seinem lebhaften Bedauern nicht möglich, an Ihrer festlichen Veranstaltung am kommenden Montag persönlich teilzunehmen. Der Herr Reichskanzler wird sich jedoch freuen, Colonei Wedgwood während seines Aufent-!!altes ln Berlin zu empfangen und sich von ihm über die Eindrücke, die er in Palästina empfangen hat, berichten zu lassen. Die Deutsche Regierung hat wiederholt Gelegenheit genommen, ihre Stellung zum jüdischen Palästinawerk darzulegen. Der Gedanke, zum Aufbau Palästinas die Juden aller Länder heranzuziehen, die von der Sehnsucht getrieben werden, In produktiver Arbeit die Grundlage eines sozial, wirtschaftlich und kulturell neuen Lebens zu schalten, fand lebhafte Sympathien und ernste Würdigung bei allen denen, die in diesem Werk eine dem Frieden una der menschlichen Gesittung dienende Tat erblicken. Mit hoher Befriedigung dürfen wir uns daher des Um- Standes erinnern, daß in dem vom Völkerbundsrat für Palästina erlassenen Mandatsstatut, das auch Wir Deutschland als Mitglied des Völkerbundes bindend geworden ist, der. Judenheit das Recht auf Einrichtung eines jüdischen nationalen Heims verbrieft worden ist. Ich freue mich, immer wieder feststellen zu können, daß es Ihnen gelingt, durch Ihre' Arbeit <8f ylrf»*!|)1tittteli§; Persöniichkelten, die raii9tta besucht Itabttt* Mit dem Eindruck der dort geleisteten Arbeit aktiv für Ihr Werk elntreten״ Um so mehr bedaure ich, der ich selber seit J*hr und Tag dem Pro Palästina-Komitee angehöre, am kominenden Montag durch anderweitige dringende Abhaltung am Erscheinen gleichfalls verhindert zu sein. Ich wünsche daher auf diesem Wege Ihrer Veranstaltung den besten Verlaut und Ihren Arbeiten weiterhin vollen Erfolg. Mit vorzüglicher Hochachtung sehr ergebenst gez. Dr. P ü n d e 1 Führende Politiker, Wirtschaftler, Männer der Kunst und der Wissenschaft haben sich in mehreren Ländern Europas zusammengeschlossen, um den Juden beim Aufbau ihres Landes mit ihrer Sympathie und ihrem Einfluß behilflich zu sein. Auch in Deutschland haben sich Männer aller Riehtun gen zusammengetan, um ein uraltes Unrecht wieder gut zu machen. Unsere Zeit mit ihren geläuterten Anschauungen über Religion und Nation, mit ihren höheren Begriffen von Toleranz gegenüber Andersartigen, mit ihrer Forderung der Solidarität aller arbeitenden Menschen will an der Heilung von Wunden mitarbeiten, die aus geistiger Finsternis, aus Haß und Aberglauben den Juden geschlagen worden sind. Mit tiefer Scham wird jeder Deutsche erfüllt, wenn er von den noch immer nicht aufhörenden Schändungen ( jüdischer Friedhöfe durch elende Buben hört. Diese empörenden Vorkommnisse und überhaupt alle uns heute unverständlich erscheinenden Roheiten, die in Vergangenheit und Gegenwart den Juden zugefügt worden sind, legen den Trägern einer neuen Völkermoral die Pflicht auf, durch Mitarbeit am jüdischen Palästinawerk einer gerechten Sache zu dienen. Es ist daher kein Zufall, daß auf der einen Seite die zweite Internationale den schaffenden Kräften des Palästinawerks ihre Sympathie ausgesprochen hat, und daß auf der anderen Seite der Völkerbund durch den Mandatsvertrag die rechtliche und moralische Gewähr dafür übernommen hat, daß die Juden ihre Heimstätte in Palästina ungestört und ihrem eigenen Willen gemäß aufbauen können. Das Deutsche Reich, das dem Völkerbund — unter anderen auch durch den Vorsitzenden des Komitees Pro Palästina — und der Mandatskommission des Völkerbundes an• gehört, trägt nunmehr mit an der Verantwortu n g fürdasGeiingen dieses Werkes. Die Deutsche Reichsregiemng hat bei ihren vielfachen Sywnathiekundgebungen dargetan, daß das Eintreten für das Palästinawerk in keiner Weise eine Stellungnahme zu inneren jüdischen Streitfragen bedeutet. Es handelt sich um die Sympathie für das Werk einer Gemeinschaft, die aus ihrer alten Kultur heraus und aus der Sehnsucht nach Bildung gerechter und normaler Lebensbedingungen eine neue Kultur schaffen, eine lebendige Tat vollbringen will. Wenn wir nun auch noch hören, dal beim Aufbau des Palästinawerks neue und eigenartige soziale Momente in die Erscheinung treten, daß die N ation alisierung des Bodens, die Durchführung gerechter und sozialer Grundsätze bei der Arbeit, ja die Anerkennung des Prinzips der Arbeit dabei hervorragend in die Erscheinung treten, dann möchte man diesem neuen Streben und diesem Idealismus die höchste Anerkennung zollen. Daher scheint es mir kein Zufall zu sein, daß hochgesinnte Männer verschiedener Völker sich in den Dienst dieser Sache stellen, um für die Anerkennung dieses Völker versöhnenden Werkes Sympathien zu werben. Namens derer, die in der Provinz Niederschlesien für die Ziele des Pro Palästina-Komitees eintreten, begrüße ich Sic alle herzlichst in unserer Provinz und wünsche Ihnen auch namens der von mir vertretenen Behörden, daß Ihr Wirken in dieser Stadt vollen Erfolg haben möchte. (Lebhafter Beifall.)