Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 87-88 (2.11.1928)
- Date
- 1928-11-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 608 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87/88, 2. XI. 1928 tene Konferenz nichtzionistischer Juden unmöglich gewesen wäre. Denn die Kreise, die sich auf Orund der vor 30 Jahren erfolgten Parteischeidung im Judentum ״nichtzionistisch“ nennen, konnten sich nicht der vollendeten Tatsache verschließen, daß in Palästina unter internationaler Oarantie der einzige legitime Versuch der Lösung der Judenfrage unternommen wird. Freilich ist diese Wandlung nicht der Deklaration allein zuzuschreiben. Zehn Jahre praktischer Arbeit in Palästina, die ohne alle materielle Sicherungen und ohne Erfahrungen, nur aus dem unverrückbaren Willen der nationalen Avantgarde unternommen wurde, haben selbst die Zweifler besiegt. Es ist leicht, heute die Mängel dieser Arbeit zu kritisieren. Verwunderlich ist, daß so wenig Fehler gemacht wurden, daß so wenig ruiniert wurde, nicht aber, daß ein unter solchen Umständen begonnenes Werk Mängel der technischen und ökonomischen Struktur aufweist. Wir Zionisten sind längst zur Erkenntnis gelangt, daß die Periode des unvorbereiteten Vorstoßens abgeschlossen werden muß und auch abgeschlossen werden darf, weil sie ihren Zweck erfüllt hat. Wir selbst wissen, daß eine Zeit des Ausbaus, der Konsolidierung und Umformung, der wohlüberlegten Planung für die Zukunft auf die Zeit der Okkupation folgen mußte, und wir haben auf dem letzten Kongreß dieser Anschauung klaren Ausdruck gegeben. In diesem Sinne akzeptierten wir auch den Bericht der Joint Survey Commission und die Gutachten der Experten. Wir haben gewisse Modifikationen allgemeiner Prinzipien, die für die Durchführung der zionistischen Sache wesentlich sind, gefordert, aber wir begrüßen jede Hilfe auf dem Wege zur wirtschaftlich technischen Fundierung unseres Werkes. Auch viele Kritiker, die wir in den nichtzionistisehen Reihen finden, wären niemals dazu gekommen, sich mit der Sache überhaupt zu befassen, wenn nicht das Werk selbst, unvollkommen und unrationell, aber mit der Leidenschaft wirklicher Hingabe gemacht worden wäre. Sie, die für manchen naiven Beschauer uns heute zu beeinflussen, das Werk zu kritisieren scheinen, sind in Wahrheit die von diesem Werk Ueberwältigten. Genaue Berichte über die New Yorker Konferenz, deren Folgen wohl heute im Mittelpunkt des zionistisehen Interesses stehen, werden erst -vorliegen, bis die amerikanische Post eintrifft. In den Kreisen der Londoner Exekutive beurteilt man die Situation sehr zuversichtlich. Wir hatten Gelegenheit, Herrn Felix Rosenblüth, Mitglied der Londoner Exekutive, über die Auffassung der Londoner Exekutive befragen zu lassen. Herr Rosenblüth betonte gegenüber unserem Vertreter, daß ein bedeutungsvoller Fortschritt erzielt worden ist Der Konferenz lag der Bericht der Survey Commissten vor, und es handelte sich vor allem um die große grundsätzliche Entscheidung, ob auf Orund ׳dieses Berichtes über die Bedingungen und die Aussichten der jüdischen Siedlungstätigkeit in Erez-Israel die Kräfte des amerikanischen Judentums mit denen der Zionistischen Organisation zu gemeinsamer Aufbauarbeit vereinigt werden sollten. Diese Hauptfrage, sagte Herr Rosenblüth, ist mit einem eindeutigen und klaren ״Ja“ beantwortet worden; hierin zeige sich die leider in den polemischen Diskussionen viel zu wenig beachtete große positive Bedeutung des Berichtes, der in seinen letzten Zusammenfassungen und Schlüssen einen starken Appeil zur Palästina-Arbeit darstellt. Die Berliner Beschlüsse des Aktions-Comitds hat Marshail in seiner Eröffnungsrede behandelt, und alle Entscheidungen der Konferenz anerkennen die Notwendigkeit einer Verständigung über die Grundfragen der zukünftigen Politik vor Errichtung der Agency. Man muß berücksichtigen, bemerkt Herr Rosenblüth, daß die New Yorker Konferenz nicht wie das Aktions- ComitS zehn Tage für ihre Verhandlungen zur Verfügung hat, sondern in einem Tage fertig sein mußte; es ist daher verständlich, daß sie ihre Rechte einer Siebenerkommission übertrug, die die Verhandlungen mit der Zionistischen Organisation führen soll. Das A.-C. wird also in seiner nächsten Sitzung im Dezember zu klaren Verhandlungsergebnissen Stellung nehmen können. Aber abgesehen von diesen Einzelfragen ist, so schloß Herr Rosenblüth, als das große Ergebnis der Konferenz festzuhalten, daß das gesamte amerikanische Judentum zur Mitarbeit am Aufbau Erez-Israels bereit ist. ׳ Dieses Ergebnis ist gewiß nicht gering zu veranschlagen, besonders wenn wir bedenken, daß das Palästinawerk noch immer vor allem auf die Hilfe des amerikanischen Judentums angewiesen ist. Im letzten Jahre war leider gerade aus Amerika die Unterstützung des Palästinawerkes völlig unzureichend. Die Zusammenarbeit mit den Nichtzionisten wird vielleicht auch dazu beitragen, die von inneren Kämpfen zerrissene Zionistische Organisation Amerikas wieder fester zusammenzuschließen und der positiven Arbeit, die sie zehn Jahre lang geleistet hat, wiederzugeben. In einer Woche ist die Präsidentenwahl in Amerika vorbei, und die großen jüdischen öffentlichen Aktionen werden einsetzen. Das amerikanische Judentum — das beweist die Marshall-Konferenz — ist sich dessen bewußt, daß es Palästina nicht im Stiche lassen kann. Dr. Weizmann weilt noch in den Vereinigten Staaten. Herr Sacher ist bereits abgereist und wird heute oder morgen in London cintreffen. Es ist ein dringendes Bedürfnis des Zionismus und der Palästinaarbeit, daß die nun begonnene Entwicklung mit tunlichster Beschleunigung zum Abschluß gebracht und der nun schon Jahre dauernde entnervende provisorische Zustand beendet wird. Eine Zeit ruhiger, aufbauender Arbeit muß einsetzen, deren Erfolge bereits in einigen Jahren sichtbar und fühlbar werden könnten. Dies würde uns Zionisten die lange ersehnte Chance geben, in der Realisierung unseres zionistischen Zieles einen erheblichen Schritt weiterzukommen. * Inzwischen freilich ist die Lage noch nicht geklärt und die flnar.Kclle Depression dauert an. In den letzten Monaten war es wieder fraglich, ob auch nur das kleine, von der Exekutive dem A.-C. vorgeschlagene (und von diesem bekanntlich erhöhte) Budget aufrechterhalten werden kann. Während gewisse Zweige der privaten Wirtschaft sich in Palästina gut entwickeln, leidet die Arbeit der Zionistischen Exekutive unter diesen, alle Berechnungen unmöglich machenden Verhältnissen. Das Budget wird gedeckt durch die Eingänge des Keren Hajessod. Mit einer gewissen Genugtuung können wir darauf hinweisen, daß in Deutschland in den letzten Wochen eine große Aktion für den Keren Hajessod durchgeführt wurde, für die sich Col. Wedgwood und andere Persönlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man feststellt, daß durch diese Veranstaltungen in einer Reihe wichtiger Zentren Deutschlands eine wirkliche Palästina Stimmung geschaffen wurde, die auch zu guten Ergebnissen des Keren Hajessod führte. Gewiß ist noch nicht alles erreicht, gewiß muß die Arbeit in Deutschland mit aller Energie fortgesetzt werden. In Angelegenheiten des Keren Hajessod können wir uns weniger als sonst mit bloß moralischen Erfolgen zufriedengeben. Aber es ist für uns eine Stärkung und Freude, zu sehen, daß wir Freunde gewinnen, Juden, die sich innerlich noch sträuben, uns näher kommen, und daß wir auch in der nichtjüdischen Weit bei aufrechten und fortschrittlich denkenden Menschen Verständnis finden. Der Zionismus bedarf einer Atmosphäre des Wohlwollens. Er ist eine kämpferische Bewegung, die eine neue Erkenntnis durchsetzte und auf harten Widerstand stieß, wie jede enthüllte Wahrheit. Er wird auch in Zukunft für seine Idee kämpfen, mit der ganzen Entschiedenheit, die Ideenkämpfen anhaftet. Aber er ist glücklich, wenn er nicht kämpfen muß, sondern bauen und schaffen kann. Und er begrüßt dankbar jede Hilfe, die seinem Aufbauwerk zuteil wird. Denn dieses Werk, cs wird, je mehr cs fortschreitet, je fester und gesicherter es wird, je mehr seine reinen Früchte reifen können, durch die Gewalt seiner Realität die Widerstände der Herzen brechen und ohne Kampf die Sache zum Siege führen. R. W. sssod-Kundgebung ln FranKfurt ln einem glänzenden äußeren Rahmen, mit einem Erfolg, der diesem Rahmen nach der ideellen und materiellen Seite voll entsprach, fand am 28. Oktober im großen Saal des Frankfurter Hofs die Wedgwood-Kundgebung statt, nachdem am Vorabend und im Lauf des Sonnabends kleinere Zusammenkünfte u. a. im Haus der Frau Baronin von Schey und mit den Vertretern der Presse vorangegangen waren. Den Vorsitz führte Herr Stadtrat Ernst Kahn, der in kurzen einleitenden Worten die überaus zahlreich Erschienenen begrüßte. Das Wort nahm zuerst Herr Regierungsdirektor Guericke, der im Namen des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Regierungs־ Präsidenten dessen Bedauern aussprach, an der Veranstaltung nicht teilnehmen zu können und seine besten Wünsche übermittelte. Der Vertreter der Regierung sprach seinerseits mit Worten wärmster Anerkennung von dem Aufbauwerk in Palästina, dessen Entwicklung er schon deshalb mit dem größten Interesse begleite, weil er vor dem Krieg als Mitglied der Botschaft in Konstantinopel Gelegenheit hatte, sich mit den Verhältnissen Palästinas aufs engste vertraut zu machen. Anschließend verlas der Vorsitzende das vom Staats- Sekretär Dr. Pünder an die Berliner Keren Hajessod-Veranstaitung gerichtete Schreiben. Hierauf hielt der b r i - tische Generalkonsul Herr Bonsanquet eine überaus sympathische Ansprache, in der er die Bedeutung der Baifour-Deklaration und das tatkräftige Interesse seiner Regierung an dem Aufbauwerk unterstrich. Sodann dankte namens des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Herr Julius Goldschmidt für die Einladung und versicherte die Veranstalter des Interesses, das die Gemeindeverwaltung am Wiederaufbau Palästinas nehme und auch bereit durch dje. Tat, bekundet habe. Ge* nieinder abbiner Dr. HöMman 11 snrädn mit eindrlAgliehen Worten von der Bedeutung der Mitarbeit von Nichtjuden, die von jeher den Wiederaufbau des Heiligen Landes begleitet habe, vergleichbar den Jesajanischen ״Wächtern auf den Mauern Jerusalems“. Nachdem noch Herr Rechtsanwalt Julius Simon für die volksparteiliche Fraktion der Gemeindeveitretung und Herr Dr. Paul Arnsberg für den Vorstand der Zionistischen Ortsgruppe gesprochen hatten, nahm der Hauptredner des Abends, Colonel Wedgwood, von stürmischem Beifall begrüßt, das Wort, um zuerst deutsch und dann englisch (der deutsche Wortlaut der Rede wurde später verteilt) seinen Standpunkt in der Palästinafrage zu entwickeln. Die eindrucksvolle Rede des hervorragenden engiischen Politikers wurde mit immer wieder sich erneuerndem Beifall aufgenommeij. Nach Wedgwood sprach, herzlich begrüßt, Martin Bubcr. In gedankenreichen Ausführungen, anknüpfend an die Eigenschäften des englischen Gastes als Christ, als britischer Staatsmann und als Sozialist, legte Buber dar, daß es für jede dieser drei Einstellungen eine kleinere und eine größere Auffassung gebe, daß aber jedesmal nur von der weiteren und höheren Stellung aus die Arbeit für Palästina sich rechtfertige. Vom Christentum her, weil Palästina der Mutterboden des Judentums und seiner Tochterreiigionen und damit der Nährboden für die ganze Menschheit geworden sei. Von der Politik her, weil nur dieses jüdische Volk zum Wiederaufbau Palästinas berufen sei, weil nur es diese Aufgabe erfüllen könne. Vom Sozialismus her, weil die zukünftige Polyphonie der Völker dadurch bedingt sei, wie die Menschen jetzt miteinander leben, ob das großartige biblische Vorbild sozialen Rechts sich jetzt verwirkliche; für die Fortentwicklung der sozialen Idee seien gerade auch die verschiedenartigen Versuche genossenschaftlicher Arbeit und Gemeinschaft, wie sie in Palästina unternommen werden, von unabsehbarer Bedeutung. Ob aber dieser dreifach gegliederte Anspruch der jüdischen Gemeinschaft in Wahrheit bestehe, hänge im letzten Ende davon ab, wie die heute lebende Generation sich zu ihm stelle, denn nur durch die Tat könne ein solcher Anspruch sich bewähren. Professor Franz Oppenheimer verlas sodann den schönen Brief, den Albert Einstein vom Krankenlager aus an die Verwaltung des Keren Hajessod gerichtet hat und unterstrich iin Anschluß daran die ungeheure edeutung, die das Judentum im Lauf der Jahrhunderte auf die kulturelle Entwicklung der Menschheit ausgeübt habe. Jede Utopie von gestern sei die Wirklichkeit von heute, jede Utopie von heute aie Wirklichkeit von morgen, nur auf den Willen komme es an, und nur eines vertrage ein solches Werk nicht, nämlich feige Zurückhaltung. Der berühmte Nationalökonom und alte Kämpfer des Zionismus, dessen Worte wie stets ihren Eindruck nicht verfehlten, schloß seine kurze Rede mit geist- und temperamentvollen Versen, die er vor kurzem Albert Einstein gewidmet hat. Diesen ersten Teil der Kundgebung abschließend, faßte der Vorsitzende die Notwendigkeit der Stunde kurz und sachlieh in den Appell zusammen, der großen Sache das nötige Geld zuzuführen. Nach der Pause hielt Frau von Kardorff-Oheimb eine von Schlichtheit und Geradheit der Gesinnung getragene Ansprache, in der sie als deutsche Frau und Katholikin die Bedenken zu zerstreuen suchte, die etwa von patriotischem oder nationalem Standpunkt aus manche von der Teilnahme am Palästinawerk bisher abhielten. Gegenüber dem großen Ziel sollte alle Uneinigkeit im Innern zurücktreten, und vor allem die jüdischen Mütter sollten im Gedenken an ihre Nachkommen das heilige Werk mit aller Kraft fördern. Den Schluß der Kundgebung bildete eine besonders eindrucksvolle Rede des Vorsitzenden der Zionistischen Verein!- gung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, welcher mit der ihm eigenen Leidenschaftlichkeit und von der hohen Warte eines im besten Sinne des Wortes fortschrittlichen Juden von der Verpflichtung jedes Juden gegenüber dem Palästinawerk sprach. Seine mit stärkster Ucberzeugungskraft vorgetragenen Worte hinterließen ungeheuren Eindruck. E. M. * Außer dem Fesiabend des Keren Hajessod fanden In Frankfurt noch eine Reihe kleinerer, zum Teil privater Veranstaltungen statt, über die uns nachstehend berichtet wird: Der englische Generalkonsul Mr. Bonsanquet und Gemahlin gaben zu Ehren von Col. Wedgwood und der auswärtigen zionistischen Gäste ein Frühstück, an welchem außer Wedgwood auch der englische Vizekonsul samt Gemahlin sowie die Herren Blumenfeld, Dr. Rosenblüth und Marcus teilnahmen. Der Generalkonsul zeigte für das jüdische Palästinawerk großes Verständnis und Sympathie. Es ist erwähnenswert, daß die erste Spende, die bei dem großen Bankettabend für den Keren Hajessod überreicht wurde, von dem englischen Generalkonsul stammte. Im Hause von Dr. Ernst Kahn fand ein Abend statt, bei welchem außer Wedgwood und den zionistischen Gästen ס/יn außerhalb ‘tt a. aileft Prof, öppenheimet־ und“Me« Grünebaum anwesend waren. Sonntag mittag gab Hehr Heinrich Simon, der Herausgeber der ״Frankfurter Zeitung“, einen Lunch zu Ehren von Col. Wedgwood, an dem einige führende Mitglieder der Redaktion der ״Frankfurter Zeitung“ teilnahmen, ferner Herr und Frau von Kardorff, sowie die Herren Blumenfeld, Dr. Rosenblüth und Marcus. Sonntag nachmittag gab Frau Baronin Lilly von Schey (die Nichte Baron Edmund Rothschilds) einen Empfang. Coi. Wedgwood und Frau Katharina von Kardorff hielten Ansprachen, worin sie Wesen und *Bedeutung des jüdischen Palästinawerkes charakterisierten. Eine große* Zahl von Persönlichkeiten der Frankfurter Gesellschaft hatte der Einladung Folge geleistet. Außerdem fand eine interne Aussprache der Frankfurter Zionistischen Ortsgruppe mit Col. Wedgwood statt. Die Frankfurter Presse hat über den großen Wedgwood-Abend ausführlich berichtet. Abgesehen von einem ausführlichen Bericht im Hauptteile des Blattes veröffentlicht die ״Frankfurter Z e i Ui n g“ im Feuilleton des ersten Morgcnblattes vom 1. November eine warmherzig geschriebene Würdigung des Frankfurter Wedgwood- Abends. Nach Charakteristiken Col. Wedgwoods, Bub^rs, Oppenheimers und Katharina von Kardorffs heißt es am Schluß: ״Ganz ernst wurde es erst am Ende. Da war es nicht mehr Vorstellung. Da war es sehr schlagkräftige Propaganda iür rin ernstes Unternehmen. Kurt Blumenfeld, der Präsident der deutschen Organisation, macht in der Tat den Eindruck eines Unternehmers, freilich eines, der an das Unternehmen durch Leidenschaft gekettet ist. Ueberiegen und fanatisch zugleich schlug er die Werbetrommel. Und diese fast brutale Propaganda für den Aufbau Palästinas überzeugte durch die Intensität des Willens, durch die harte Kraft der Stimme und der Gesten unvergleichlich mehr als Bubers wendige Klugheit. Er freilich hielt es auch nicht für nötig, den Förderern und Heitern vom anderen Ufer mehr zu sagen als ein Wort ruhigen Danke?. Er als einziger von den Rednern schien seiner Sache wirklich sicher. Einen Augenblick lang verstummten alle Fragen. Uad man sah den Chahiz hinter dem Pflug.“ Die Zigarettenand Tabakindastrie Palästinas Das ״Commercial Bulletin“ veröffentlicht einen genauen Bericht über die Zigaretten- und Tabakindustrie Palästinas in den letzten drei Jahren (von Mai bis Mai). Danach wurden in Palästina hergestellt: Zigaretten Tabak Tombak Insgesamt 1925 339 000 kg 19000 kg 64000 kg 422000 kg 1926 379 000 kg 30000 kg 910C0 kg 500 (WO kg 1927 414000 kg 20000 kg 82000 kg 516000 kg Eine Zunahme ist somit nur bei der Herstellung der Zigaretten erfolgt. Auch die Zahl der Fabriken ist konstant geblieben und betrug 1928 1927 1926 1925 Zigaretten und Tabak 11 12 14 10 Tombak 5 5 4 7 Insgesamt 16 17 18 17 In zwei Fabriken sind besondere Abteilungen für den Export eingerichtet. Laut Angaben der Regierung hat sich die Tabak- und Zigarettenindustric in Palästina vollkommen stabilisiert und deckt fast den gesamten Inlandsbedarf. Nur die Luxussorten werden noch aus Aegypten, Türkei und England eingeführt.