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Jüdische Rundschau · 1928-10-23 · Heft 84 (23.10.1928) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 84 (23.10.1928)
Date
1928-10-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 590 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 84, 23.X. 1928 Nr. 8׳ Walter Trier gehört za Biedermeier, zu Spitzweg, dessen! Vorbild er auch in der Qualität seiner Arbeiten oft sehr I nahe kommt. Erstaunlicher ist es, daß Barcynsky, nicht | in der Humorausstellung, aber in der Juryfreien eine ähnliche Wallfahrt in die Romantik aritritt, vorläufig nur in der LandschafL Jakob Steinhardt zeigt sehr lebendige Aquarelle. In der Zeichnung entwickelt er eine bei ihm sonst nicht häufige Beweglichkeit. Die Zeichnung ״Prüfung“, eine Thoraprüfung, vorgenommen an einem kleinen Knirps, erinnert an Rahel Szalits Format. Unmittelbar und lebendig, Scholem Alechemlichter blitzen darin auf, ist der spitzbübisch freche Junge, ein Kopf, wie er im Zeiclinerformat häufig ist auf japanischen Blättern. Das Aquarell ״Betrunkene Fischer“ spricht von einer Fülle bis jetzt noch nicht ausgenutzter Kräfte. Rahe( S z a I i t zeigt durch verspätete Einsendung nur zwei Blätter. Die Märchemllustration mit ihrem tief fundierten Humor hat ein Format, das fast den Rahmen sprengt. Barcynsky, vorläufig trotz aller Begabung noch in einigem Abstand zu nennen, gehört zu den erfreulich positiven Kräften der jüngsten Generation. In Guasch und Tusche zeigt er grotesken Humor. Eine verhutzelte alte Frau hat nicht ohne Absicht ein Gesicht wie ein vertrockneter Esrog. Die Tuschzeichnung ״der Mann mit den Blumen“ ist ein Lulawhändler. Er ist vollkommen aus der Bewegung heraus erfaßt und mit feinschmeckerischem Selbstgenuß an der Komik dargestellt. Kulviansky erweckt mit seinem von der Großen Berliner Kunstausstellung her bekannten ״dicken Mann“ aufs neue berechtigtes Interesse. Dröhnender Humor ist ja im allgemeinen nicht Sache des Juden, hier zeigt er das große Kräftereservoir, das nicht vertrocknet ist trotz der zwangsgeduckten Jahrhunderte. Von Arno Nadels ״Moser‘׳ sprach ich schon. Isenstein zeigt hier nur Kieinigkeifen; in der Juryfreien sieht man sehr starke Porträt-Plastik. Diese Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit sollte nur Wegweiser sein. * Die ״Jury freie“ hält auch diesmal Auffrischung bereit. Neue Namen, die man sich bald merken wird. Irrtümlich zur Sowjetgruppe gezählt wurde der interessante russische Jude N. Simon. Von artistischem Impressionismus, bis zur krassen Expression: ״die Geburt“ reicht die Spannweite. In einer ziemlich dunklen Komposition zeigt der helle Kopf typisch polnische Züge. Der Jude kommt eruptiv zum Ausdruck. Selbst Lionardo da Vinci sieht aus wie ein alter Jude. Vor drei Jahren zeigte der ganz junge ostjüdische Maler Lahn ähnliche Wegrichtung. Neu ist der Berliner Fred Goldberg, lebendig, radikal, sozial eingestellt mit beträchtlichem Können. ״Blinder“, ״Krüppel“, ״Hinrichtung“ heißen seine Gemälde. Alle sehr gekonnt, die ״Hinrichtung“ besonders mit 'dramatischem Zug, kein Wunder bei dem alter Theaternamen Goldberg. Eindrucksvoll ist ״der Blinde“ auf der regengefegten Straße oder ״melancholisches Leid auf Krücken“ im ״Krüppel“. Und am besten die ״Hinrichtung“: Der Scharfrichter mit dem Schlächtergesicht, der Geistliche, ein Tartüffe, die dumpfen Spießer, beschränkt und selbstgerecht, der Staatsvertreter mit der Urteilsrolle, ein alter, müder Grandseigneur. Der Frankfurter Hans F e! b u s c h tritt lebendig, jung und unblasiert in Erscheinung wie vor zwei Jahren Neuschul, der sich allzu rasch ins Artistische entwickelt hat. Zwei ״Akte“ ein wenig ungeschickt, aber mutig in der Farbe und frisch, ״der Gratulant" farbenlebhaft, scharf gesehen mit schönem saftstrotzenden Grün, erwecken Svmpathie und Hoffnung für einen guten Weg. Friedrich Feigl malt diesmal einen Ostjuden in der Porträtstudie, außerdem . eine kultivierte Frau. Er zeigt auch eine seiner schönen Landschaften, die ich an dieser Stelle schon öfter genannt habe. Ernst Neuschul sucht die gleiche Prachtliebe im Farbklang, wie Feigl sie in seinen Landschaften zeigt. Sein Gemälde ״Erntearbeit“ wirkt dadurch zwar sehr schön für einen kultivierten Salon, aber unecht, sein Gemälde ״Ar• beitspause“ ist allzu exaktsauber. Leo Micheison bringt es im Porträt zu großer Leistung. Erwähnung verdient sein ״Porträt eines Chirurgen“. Gut und vollzählig vertreten sind diesmal die Düsseldorfer: Jankcl Adler und sein Kreis. Jüdische Motive finden sich sogar bei den nichtjüdischen Düsseldorfern. Fankel Adlers Wandbild, sehr dekorativ, ist tatsächlich ״Hodler auf jüdisch“, in der charakteristischen Anordnung der Hodler-Figuren. Seine überrealistische Judith sieht genau so aus wie die erste Dirne in der Nacht auf dem alten Markt. Der ״Geiger“, gleichfalls grotesk, salopp mit verschränkten Beinen, hat das Aussehen eines bekümmerten Kommis. Plastik, Konturen, unsentimental realistisch und mit einem Schuß grotesk-phantastischen Humors, das ist heute Jankei Adler. Ruth Morold. Frau Zeitlin, eine Jüdin, wurde zum Distriktsstaatsanwalt von Tulgub ernannt. Sie ist die erste Frau, die in der Sowjetunion das Amt eines Distriktsstaatsanwalts bekleidet. £ ü#*‘ ׳־ rr Jüdische Musik Alexander Krein: Musik zur ״Nacht auf dem Alten Markt“. (Zur Aufführung im Theater des Westens.) Totentanz — Kirchenchoral — Kaddisch: dies sind die Hauptmotive, die Alexander Kreins wunderbarer Musik zur ״Nacht auf dem alten Markt“ zugrunde liegen. Selten mischen sich Bild, Wort und Musik zu so konzentrierter und ungestörter Einheit wie in dieser morbiden Serenade, ohne daß ein Gebiet auf das andere in illegaler Weise übergreift. Selbst robuste naturalistische Effekte (die Toten kratzen sich hörbar aus ihren Gräbern heraus) sind mit vollendeter künstlerischer Kultur in die Tonlinie eingewebt. Kreins Mystik ist dumpf und ekstatisch, schwül und fröstelnd, hyperrealistisch und spukhaft. Die Toten lauern vor ihrem Erwachen hinter allem Lebendigen. Fernchöre künden ihr immerwährendes, unruhvolles, fanatisches Dasein. Es gibt keine Welt ohne sie. Die Aufforderung zur Seelenfeier durch den Schames (״In Shul herein! Neschomes keduschim maskir sein“) wird durch das Totenecho beantwortet. Bei dem grausig-grotesken Totentanz wird man unwillkürlieh an Offenbachs ״Doktor Mirakel“ erinnert. Nur daß Krein das Expressive mehr auf die Spitze treibt und auf jeden Effekt- Nebensinn verzichtet. Die Dirigenten (Pulver und Kukles) schmiegen die Musik mit unerhörter Einfühlsamkeit in die Gesamtvision des Schauspiels hinein. Alexander Krein ist einer der bedeutendsten russisehen Komponisten und Erneuerer des altjüdischen Melos. Von ihm, der heute fünfundvierzig Jahre alt ist, liegen bereits ungefähr fünfzig Werke größten Formats und zu einem Teil jüdischer Intention vor. Etwa vierzig davon (Sinfonisches, Kammermusik, Lieder, Werke für Klavier, Geige, Cello tisw.) sind im Russischen Staatsverlag, Moskau, einige in der Universal-Edition, Wien, erschienen. Auf sein Gesamtwerk werden wir demnächst ausführlich zurückkommen. Außer zur ״Nacht auf dem alten Markt“ hat er noch zu acht anderen Bühnenwerken die Musik verfaßt. Im Russischen Staatsverlag gibt es auch eine kleine Biographie über ihn (von L. Ssabanejew), die den russischen Text mit der deutschen Uebersetzung vereinigt. Ernest Bloch: ״Konzerto Grosso“ (Erstauff.); ״Drei Psalmen“. Heinz Ungcr brachte zu Beginn seines ersten Konzertes innerhalb der ״Gesellschaft der Musikfreunde“ als Novität ״Konzerto Grosso“ von Ernest Bloch. Mit diesem Werk landet der Komponist, nach Ablauf einer impressionistischen und dann einer jüdisch-betonten Epoche bei einem Stil, der sich dem Geist Handels und Viraldis nähert. Davon zeugen insbesondere die beiden Ecksätze, während die Mittelteile (Totenklage und Bauerntänze) den Romantiker und Impressionisten noch nicht verleugnen. Die Komposition ist von überzeugender Arehitektur und reinem Stil, jedoch thematisch nicht sonderlich frurhtbar. Sie erhielt — gestützt durch Ungers ausgezeichnete Interpretation — ein frisches und lebendiges Gepräge. Aus Ernest Blochs jüdischer Epoche seien besonders die Werke: ״Israel“, ״Schlomoh“, ״Baal Sehern“, ״Psalmen“ (Universal-Edition, Wien) erwähnt. Diese drei Psalmen (der 22., 114. und 137) stellen mit ihrer hochdramatischen, kontrastreichen Musiksprache, die auf realistische, oft programmusikalische Weise dem Verlauf der verschiedenen Stimmungen und Gefühle der Dichtungen nachgeht, vielleicht das zugänglichste unter seinen jüdischen Werken dar. Die Gesänge sind eigentlich für Singstimme mit Orchesterbegleitung konzipiert, liegen aber auch in (vom Komponisten selber hergestellten) wohlklingenden und nicht zu schwer spielbaren Klavierauszügen vor. A. J.-L. Oskar Baum in Berlin. Am Mittwoch, dem 24. d. Mts., spricht Oskar Baum in Berlin (Logenhaus, Kleiststr. 101 über ״Das Geheimnis der jüdischen Energie“. Baum, dessen erste Werke durch das autobiographische Thema der Blindheit berühmt wurden, ist ein Dichter von feinstem musikalischen Empfinden und tiefem psychologischen Verständnis. Er ist seit frühester Kindheit blind und versuchte, sich aus der Kraft innerer Imagination eine Welt zu erschaffen, in der er künstlerisch souverän waltet. Mit besonderer Liebe schildert Baum das böhmische Landjudentum und hat mit überraschender Treffsicherheit die Eigentümlichkeit der jüdisehen Seele zu charakterisieren verstanden. Sein Vortrag ״Das Geheimnis der jüdischen Energie“, dem man mit Interesse entgegensehen darf, wird sicherlich eine Fülle tiefer und wohlformulierter Erkenntnisse über das Wesen des modernen Juden vermitteln. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß Baum aut dem Boden der Idee der jüdischen Wiedergeburt steht und mit ganzem Herzen bei dem neuen Werden ist, das sich in ן Palästina vollzieht. einen langen Ritt durch Ebene und Wald, aber was früher, so sehr er zur Stadt drängte, dunkel Stillendes aus Land und Himmel ihn angekommen war, verhielt sich nun vor ihm, und starr wechselten durch seinen Blick die gesichtlosen Dinge. Das Volk gab ihm den Namen, der ihm von mm an blieb und der, wie er gesprochen wurde, alles Fremde, Herrische und Rastlose an Naftali einfing: der Reiter. Naftali hatte mehr als einmal von einem Manne sagen hören, der unter dem Namen Abraham der Maggid — das ist: der wandernde Prediger — im Volke Verehrung und Liebe genoß. Niemand wußte neue Lehre oder überraschende Deutung aus seiner Rede zu berichten, doch hieß es, er sehe das Ferne, meistere das Geschick, wende das Wetter und heile Kranke; uralte geheime Schrift sei in seinem Besitz, die er immer mit sich führe und aus der seine Macht ihrfh werde. Selten komme er in die Hauptstadt, meide Ehre und Glanz, und nehme an Gaben nur, was er fürs Nächste brauche. Naftali, der von den wandernden Predigern nicht hoch dachte, wendete von solchem Gespräch das Haupt ab, es kam aber ein Tag, da jene Worte in das Unbewehrte seines Innern trafen, sich mit Widerhaken festhielten und nicht mehr auszureißen waren. Träumend sah er sich im räuberischen Schwarm, in dem er einst geritten war, hinter dem Alten herjagen, die Kraft seines Zaubers überwinden, ihn fangen und die Schrift ihm entreißen, die dem Geringen nicht zukam. Aber die Zeichen gingen flammig hin und wider vor seinen Augen und gaben keinen Sinn. Stöhnend schrak er auf und sah seine Hände leer. Aus dem Traum her höhnte ihm die Gestalt Abrahams nach, groß im Winde, die Schriftrolle schwingend über dem Gesicht, welches, ins Teuflische erwachsen, das Gesicht eines der Vettern war, die in der Kindheit ihn ver• lacht hatten. Am Vortage des Sabbat war Naftali, allein und unter fremdem Namen, in der kleinen Stadt, die den Maggid erwartete. Er stand vor Einbruch des Abends im Bethaus unter den Männern der Gemeinde, deren Gespräch nicht von der Nähe des Ruhetages allein ihm festlich schien. Er hörte, auch wo sie nicht von dem Kommenden redeten, frohe Gewiß• heit ihre Stimmen heben, sah ihre Gesichter und Gebärden einträchtig zueinander und zu einem Andern, das ihm feindliches Geheimnis war. In der Ungeduld des Wartens wurde ihm, als stehe er seit vielen Jahren so unter den Offenen und Lebendigen, nur er verschlossen, nur er starr und tot. Abraham erschien, und Naftalis Traumbild von ihm zerstob, ohne daß er es nur bemerkte. Der Maggid war ein kleiner, langbärtiger Mann, stämmig, doch zierlich gebaut, rüstigen Schritts, ausgiebig in Gebärden, die eine regelfreie Anmut immer würdig und zu bewegter Ruhe gerundet hielt. Während an Naftalis hochaufgerichtetem Leib jede Muskel sich spannte und regungslos er abseits verharrte, sah sein brennendes Auge den Maggid, ganz Gruß und Lächeln, zwischen den Vielen sich rühren und schnell im Gespräch sich vergessen. Horchte er, so sank sein Gesicht auf die Brust und ging fast unter im Weißen von Haar und Bart; zur Antwort erhob es sich leuchtend und brachte einen Blick mit empor, als sei es eben hinabgetaucht gewesen zum Grunde der Welt und habe in ewige Augen geschaut. Später dann, als die Wellen murmelnden, rufenden, singenden Gebets im Raum stiegen und sanken, hörte Naftali wieder und wieder die eine hohe Greisenstimme herausklingen, die doch nicht laut war, aber von einer in des Lauschers Gemüt schmerzlich einschneidenden Innigkeit. Lange schlaflos auf seinem Lager haderte der Reiter mit Abraham. Er schalt ihn unernst und würdelos, den kleinen, redseligen, zappligen Mann, allein es gelang nicht, ihn zu verachten und Ruhe daran zu finden. Hinabgehn, das Pferd aus dem Stall ziehn und davonjagen, wäre Glück gewesen, aber das verbot der Sabbat, der ihm nun wie Gefängnis war, in die quälende Nähe ihn festbannend. Beim Frühgebet, den dumpfen und wehen Kopf wiegend zu den gewohnten SäU n, meinte Naftali die Stimme des Alten zu hören, Wort für Wort ihm vortönend, und die eigene Stimme hallte nach, öde un ' schal. Schwerfüßig, mit grauem Antlitz brachte er sich zum Bethaus, wo er den Tag über verblieb. Er hörte nun auch die Rede des Alten; kein Gedanke war darin, den er nicht selber schon weiter gedacht hätte, aber als wären sie vorher blind gewesen, sahen nun die!Gedanken mit Blicken ihn an HebrSisehe SammelbOcher Nach einer Unterbrechung von drei Jahren erschien nunmehr in Berlin ein neuer Band, der 24., der hebräischen literarisch - wissenschaftlichen Zeitschrift ״H a t e k u f a“ (Die Epoche) im Verlage Abraham Joseph Stybel. Die Zeit- Schrift, die in früheren Jahren von David Frischmann als Vierteljahresschrift redigiert wurde und zuletzt in Warschau unter der Redaktion von Lachower erschienen war, steht nunmehr in Berlin unter der Redaktion von Dr. Saul Tschern ich owski, Benzion Katz und Dr. Simon Rawidowicz. Der 24. Band der ״Hatekufa“ enthält einen Roman ״Chajele“ von Jacob Rabinowitz, ferner erzählende Beiträge von Nah um Sokolow, Schofman, Münz u. a.; Gedichte von Tschernichowski, Jacob Kahan, Lamdan, Bath-Mirjam, ferner eine Ueber• setzung aus Dantes ״Göttlicher Komödie“ von Jabotinsky und des platonischen Dialogs ״Kriton“ voft Dr. Dizend ruck. Aus der wissenschaftlichen Abteilung sind zu erwähnen u. a. Aufsätze von Dr. J. L. Katzenelson über ״Religion und Politik in der jüdischen Geschichte“, Prof. Mann über ״Messianische Bewegungen zur Zeit der ersten Kreuzzüge“, Prof. Ha Iper über ״Jüdische Literatur in arabischer Sprache“, Prof. S. Dubnow: ״Ein Geheimdokument Achad Haams“, Dr. Kaufmann über ״Grundideen Achad Haams“, Dr. Rawi■ dowicz über ״A. D. Gordon, eine sozial-philosophische Studie“, Dr. Horodetzki über 100״ Jahre Askese“. Dr. Bernfeld schreibt über Spinoza, Rosenfeld über amerikanisches Judentum, Dr. Simchoni über Kraus' Archäologie, Rawidowicz über die neuen philosophischen Schriften Hermann Cohens. Der Band wird beschlossen mit einer Reihe von Nekrologen: Prof. Elbogen schreibt über die verstorbenen Gelehrten Prof. Halper und Dr. Simchoni, Dr. Dizendruck über Prof. Chajes, Katz über den verstorbenen Schriftsteller Leiserowitz, und Schofman über Ch. D. Nomberg. Der 25. Band der ״Hatekufa“ wird als Jubiläumsband erscheinen und die Bildnisse sämtlicher Mitarbeiter seit dem Bestehen der Zeitschrift enthalten. ln TeJ-Awiw erschien ein literarisches Sammelbuch der Schriftsteller Palästinas ״Knesseth“ unter der Redaktion des früheren ״Hatekufa“-Reaakleurs Lachower. Die Anregung zu dieser bedeutungsvollen Unternehmung ging von Bialik und A g n o n aus. Es ist eine Zusammenfassung aller bedeutenderen hebräischen Schriftsteller und Dichter Palästinas, ohne Unterschied der Richtung, also ein wirkliches Spiegelbild der palästinensischen Literatur. Sammlung und nicht Zersplitterung ist die Losung; in der heutigen schweren Zeit, da der hebräische Schriftsteller kaum eine ständige Tribüne für seine Schöpfungen hat, soll hier eine Art ״Zufluchtstätte“ geschaffen werden, und zwar zunächst nur für die Schriftsteller im Lande des geistigen Mittelpunktes des hebräischen Lebens. Der erste Band enthält Werke von Schimonovicz, Barasch, Schlonski, Jakob Rabinovicz, Uri Zwi Grünberg, Zemaeh, Lamdan, Renzion, Jakob Kopelevicz, Klausner, Bialik, Siko u. v. a., sowie eine große Zahl von wissenschaftlichen und literarischen Essays, ein Drama ״Der Goldpfau“ von Onochi, kritische Bemerkungen usw. Beide Sammelbücher bedürfen noch eingehenderer Behändlung. im letzten Heft der ״Blätter des Heinebundes" widmet Ahron E 1 i a 8 b e r g zum 50. Geburtslag von Alexander E 1 i a 5 b e rg einige Seilen der Erinnerung und Würdigung. Weiter enthält das Heft: Gorelik ״Ein praktischer Mensch“ — eine Charakteristik Nombergs: Karl Schwarz, (der bekannte Kunsthistoriker(, Der Malef’Moritz Openheim : eine Lebensskizze des zur deutsch-jüdischen Literatur wieder zurückgekehrten Marcus Ehrenpreis; Selichoth, ein Gedicht von Arno Nadel. Das reich illustrierte Heft enthält zum erstenmal auch einen ״Briefkästen“, worin verschiedene Fragen, dis zum Teil über den engeren Intoressenkreis der Mitglieder hinsusgehen. diskutier! werden. Endlich gibt das Heft Aufschluß über Ziele, Aufbau und Leistungen dieser jüdischen Burhgemeinde. (Interessenten verlangen das Heft kostenlos von ״Der Heine-Bund“, Berlin W 57, Pallasstr. 10/u.) Das neue Theater in der Behrenstraße. Der bekannte Schauspieler Ralph Artur Roberts hat vor kurzem sein eigenes Theater in der Behrenstraße eröffnet. Ein glänzender Darsteller und oft erprobter Spielleiter wie Roberts läßt erwarten, daß man in dem neuen Haus viel Amüsantes und Charakteristisches sehen wird. Das jetzt auf dem Spielplan stehende Stück ״Mado“, ein französisches Lustspiel von Savoir, ist zwar wenig bedeutend, gibt aber Ralph. Artur Roberts und seiner charmanten Partnerin Carola Toelle, sowie dem übrigen Ensemble Gelegenheit zur Entfaltung ihres großartigen schauspielerischen Könnens, Angesichts dieses erstklassigen Spiels drängt sich der Wunsch auf, diese Kräfte nächstens an einem besseren Material am Werke zu gehen. -a. Am burtstag. die wiss der bed! teriologi! Höhe s« jüdischei G'itron, ist einer Renaissa in den sein Int salem, Llniversi derer d< Verdien! seinem reichen Am Vorsitz« Vorsitz« 75 Jahi stellvert und leil Waisenl Vorsitz wurde ׳ stellveri wählt, wurde Gemein dische Vorsitz! Aus de auch v 1926 w Mitglie! präsent sitzend! An maligei testver! Anlaß vorgek war rr gung i hofsscl Schrift nicht 1 auch! ersieht dische durch den Ir zahireit treter sekretä f* und g bringe! Brod jüdisch Gersoi Le vy renten lutfon!״ Hund« Tatsac Stelle Körpe Schäm Maße öffentl werde stem Täter Deuts׳ samm׳ der U Frcih» nach und bewegten sein widerwilliges Herz. Nach Sabbatausgang vermochte er das Städtchen nicht zu lassen, bevor er den Maggid hatte abreisen sehn. Er stand gelehnt an die Hauswand der schweigenden Straße, hörte Geröll auf dem Pflaster, sah das einfache Gefährt nahen, die Laterne schwankend zwischen den Rädern, und an der Wand gegenüber drehten im wehenden Schein die Schatten der Speichen wie geisterhafte Flügel einer riesigen Mühle. IV. Kapitel An einem der nächsten Tage saß Naftali in seinem Arbeitszimmer, von aufgeschlagenen Büchern und entrollten Blättern umgeben, eine gelehrte Schrift unter den Händen, der wenig zur Vollendung fehlte; dies Wenige selbst war in Gedanken fertig und wartete des Worts, das er sonst schnell und entschlossen aufs Papier setzte. Es geschah aber, während er dem bündigsten Ausdruck nachsann, daß er sich verlor wie als Knabe auf der Weide liegend in ein dumpfes und zähes Sinnen über Nichts, plötzlich seine Hand, die mit der Feder spielte, wahrnahm, mit Schrecken seiner selbst und seines Werks sich erinnerte, aber nicht Kraft hatte, sich in Besitz zu nehmen. Der Schatten, der von der Krümmung eines Blattkopfes auf die zierliehe Schrift fiel, ließ sein Auge nicht los; der Winkel, in dem ein Foliant an den andern gelehnt stand und t.ie staubige Höhle darunter bannten seinen Geist in ein blindes Tasten nach unfaßbarer Erinnerung. Alle Gegenstände um i!tn waren in ein gespenstisches eigenes Leben entzogen, das irgend im Traum einmal begriffen zu haben eine flüsternde Stimme in ihm meinte. Er spürte in der Nase die schwach modrige Luft des Zimmers und suchte nach dem Geruch, an den sie ihn mahnte, als hinge sein Heil daran, ihn nennen zu können. Ergrimmt sammelte er sich, von vielen sinnlosen Worten das Ohr umzischt, auf das, was .ס* sagen er sich aufgegeben hatte, aber die Sätze, die er hinschrieb, waren falsch und matt. Je mehr ihm endli:h gelang, sich zu wecken, desto körperlicher sah er Abrahams Antlitz vor Augen, auf die Biust gesunken wie im Gespräch. Naftali aber fürchtete den Blick, den das deutliche Gesicht gegen ihn heben würde, und er flüchtete in das Rinnen des grauen Geträumes zurück wie in Sicherheit. (Fortsetzung folgt,) E G ö b gebur um d d i e agent Fern« scliän Grab! die N gelcg ziehe 1 orga: Isma Oese durcl kum sei t Wes ein 1 Liebt der ■ bere körn seiet beid dsr i 1«it lichk akrf׳ groß mai der Org; 0(5: V.in sthe Dies I eö

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