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Jüdische Rundschau · 1928-10-23 · Heft 84 (23.10.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 84 (23.10.1928)
Date
1928-10-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 84, 23. X, 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 591 Professor Cilron 50 Jahre Am 26. d. M. feiert Prof. Julius Citron seinen 09. Oeburtstag. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, an dieser Stelle die wissenschaftliche Bedeutung eines Mannes zu würdigen, der bedeutende Forschungen in der medizinischen und bakteriologischen Wissenschaft vollbracht hat und heute auf der Höhe seines Lebens steht. An dieser Stelle soll aber seines jüdischen und zionistischen Wirkens gedacht werden. Prof. Citron, selbst aus traditionstreuem Elternhause stammend, ist einer der Unseren, ein Mann, der dem ideal der jüdischen Renaissance treu anhängt und seine Kraft und Fähigkeiten in den Dienst des Zionismus gestellt hat. Insbesondere gilt sein Interesse begreiflicherweise der Universität Jerusalem. Er ist Vorsitzender des ״Deutschen Verbandes der Universität Jerusalem“ und ein warmer Freund und Förderer der jüdischen Nationalbibliothek, um die er sich große Verdienste erworben hat. Wir begrüßen Prof. Citron zu seinem Jubcltag und wünschen ihm noch viele Jahre segensreichen Wirkens für die Menschheit und für das jüdische Volk. Geheimrat Julius Stern 75 Jahre Am 22. Oktober wurde Geheimrat Dr. Julius Stern , der Vorsitzende der Repräsentanten Versammlung und einstige Vorsitzende des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, 75 Jahre alt. Geheimrat Stern wurde im Jahre 1900 zum stellvertretenden Mitgliede des Gemeindevorstandes gewählt und leitete den Schul- und Talmudthora-Vorstand, sowie das Waisenhilfswerk der Gemeinde. Er wurde auch mit dem Vorsitz in den Vereinigten Synagogenverbänden betraut. 1911 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden, 1914 zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindevorstandes gcwählt. Nach dem Tode des Kommerzienrats Heinrich Eisner wurde Geheimrat Dr. Julius Stern erster Vorsitzender des Gemeindevorstandes. Am 22. Oktober 1923 beging die Jiidische Gemeinde Berlin die Feier des 70. Geburtstages ihres Vorsitzenden durch Veranstaltung einer großen Festlichkeit. Aus dem Gemeindevorstande ausgeschieden, blieb Dr. Stern auch weiter für die Berliner Judenheit tätig, und im Mai 1926 wurde er auf der Liste der religiösen Mittelpartei zum Mitglied der Repräsentantenvcrsammlung gewählt. Die Repräsentantenversammlung wählte ihn sodann zu ihrem Vorsitzenden. Berliner Zionistische Vereinigung Donnerstag, den 25. Oktober! abends 8'.'2 Uhr! im Versammlungssaal der Synagoge Fasanenstraße Vortrag des Herrn »AVIS JE LUN, Präsident des Waad Leumi Thema: ,.Knesset!! Jlsraei“ (Politische Konstellationen im palästinensischen Leben) Gegen die Frledhotsschändangen Am 18. d. M. fand in Berlin im Plcnarsaale des ehemaligen Herrenhauses eine große vom C.-V. einberufene Protestversammlung gegen die überhandnehmenden Schändungen jüdischer Friedhöfe durch radauantisemitische Elemente statt. Anlaß dieser Versammlung war das traurige Jubiläum der vorgekommenen 60. Friedhofsschändung. Die Versammlung war merkwürdigerweise unter dem Schiagworte ״Versiindigung an der deutschen Kultur“ angekündigt. ״Gegen Friedhofsschändungen und rohe Gewalt“ lautete der in kleinerer Schrift genannte Untertitel, wiewohl es an diesem Abend doch nicht um den Ober-, sondern um den Untertitel ging, der auch noch etwas unvollständig war, da daraus nicht ersichtlich, daß es sich um Gewalt gegen Juden und jüdische Friedhöfe handelt. Die Versammlung war sowohl durch die Teilnahme hervorragender Persönlichkeiten, durch den Inhalt der gehaltenen Ansprachen als auch durch die zahlreiche Beteiligung des Publikums sehr gut gelungen. Vertreter der Regierung, wie Reichsjustizminister Koch, Staatssekretär H e 11 s c h e r und Polizeivizepräsident Dr. Weiß, gaben Erklärungen ab, aus denen geradezu hervorging, daß sie den Anlaß der Versammlung begrüßten, um die durchaus loyale und gerechte Stellungnahme der Behörden zum Ausdruck zu bringen. Außerdem sprachen vom Centralverein Justizrat Dr. B r o d 11 i t z , Bruno Weil und Hugo O s t b e r g. Namens der jüdischen Gemeinde sprach der Vorsitzende Kommerzienrat Gerson Simon. Geheimrat Prof. Blumenthal, Rabbiner Levy, Mainz, und Julius Bab beschlossen die Reihe der Referenten. Die Versammlung nahm schließlich nachstehende Resolutfon an: ״Die m der Kundgebung im Herrenhaus versammelten Hunderte von deutschen Bürgern und Bürgerinnen erklären: Die Tatsache, daß Judengegner zur Durchsetzung ihrer Ziele an Stolle geistiger Waffen rohen Ueberfall, verbunden mit schweren Körperverletzungen und Sachbeschädigungen, insbesondere Schändung von Grabmäiern, anwenden, ist in so bedrohlichem Maße durch die Ereignisse der letzten Jahre bewiesen, daß das öffentliche Gewissen aller Teile des deutschen Volkes auf gerufen werden muß, um bei aller politischen Verschiedenheit aus innerstem Billigkeitsgefühl heraus die dem Denken und Tun der Täter zugrunde liegende Gesinnung als eine Schmach für Deutschland und die deutsche Kultur zu empfinden. Die Versammelten rufen das gesamte Volk zur entrüsteten Ablehnung der Untaten und zur Schaffung eines Geistes aut, der bei aller Freiheit der Meinungen eine Austragung von politischen Fragen nach den Begriffen von Recht, Sitte und Anstand fordert,“ * Es verdient vermerkt zu werden, daß das Organ des Dr. G ö b b e 1 s , der national-sozialistische ״Angriff“, die Kundgebungen wegen der Friedhofsschändungen zum Anlaß nimmt, um darzutun, daß eigentlich jüdische Attentäter die Fried hofsschändungen verüben, um als agents provocateurs die lammfrommen Völkischen zu belasten. Ferner weist der ״Angriff“ darauf hin, daß die meisten der geschändeten jüdischen Friedhöfe alt und verfallen sind, so daß die Grabsteine von selbst Zusammenstürzen. Diese Zerstörung durch die Natur wird dann ungerechterweise den Völkischen zur Last gelegt. Soll man etwa aus diesen Ausführungen den Schluß ziehen, daß sich die Völkischen zu schämen beginnen? Die Lage der Juden in Rußland Uebei־ das Problem der wirtschaftlichen und geistigen Re- Organisierung der Juden in Rußland sprach am 17. d. M. Dr. fsmar Freund, der vor kurzem von einer im Auftrag der Gesellschaft ״Ort“ unternommenen mehrwöchigen Studienreise durch Rußland zurückgekehrt ist, vor einem geladenen Pubh■ ktim im Hotel ״Kaiserhof“. Das Ostjudentum, so führte er aus. sei immer ein Reservoir für die Erhaltung des Judentums in Westeuropa gewesen. Die Judenfrage in Rußland sei daher auch ein Problem des Westjudentums. Der Redner gab einen kurzen Uefaerblick über die Entwicklung des russischen Judentums seit der׳ Revolution. Diese habe zwar den Juden volle Gleichbcrechtigung gebracht, andererseits sie wirtschaftlich vollkommen aus der Bahn geworfen. Die Nutznießer der Revolution seien die Arbeiter und Bauern gewesen, und da die Juden diesen beiden Berufen verhältnismäßig fernstanden, dagegen sich in d»r Hauptsache mit Kleinhandel beschäftigt haben, so ist ihnen nit dem Niedergang des Kapitalismus fast alle Existenzmög■ lichkeit genommen worden. Es ergab sich also zwangsläufig eine akrte Notwendigkeit ihrer sozialen Umschichtung. Dieser großen Aufgabe, die entwurzelten Juden zu produktiv v*. E inerten, der neuen Staatsform entsprechend, umzubilden und sh der Landwirtschaft und Industrie zuzufiihren, widmen sich die Organisationen: Komzef, lea, Joint und* ״Ort“. Auf Grund des Gesamteindrucks kommt der Redner zu dem Ergebnis, daß die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umschichtung der russisthen Juden durch die Kolonisafionsbestrebungen gegeben sind. Diesem positiven Ergebnis auf wirtschaftlichem Gebiete stellt Redner geradezu niederdrückende Eindrücke von Allgemeine Zionisten Misrachi Hitachduth Poalc-Zion Radikale Revisionisten Sonnabend, 28. 7. dem katastrophalen Niedergang allen geistigreligiösen Lebens innerhalb des heutigen russischen Judentums fegenüber. Nichtsdestoweniger hält es der Redner für eine flicht des gesamten und insbesondere des deutschen Judentums, sich an dem Wiederaufbau der Juden Rußlands aktiv zu beteiligen. _ Eingesandt Erklärung Die Unterzeichneten Teilnehmer an der letzten Sitzung des Aktions-Comites halten es für ihre Pflicht, der zionistischen ©Öffentlichkeit folgende Erklärung abzugeben: Das Aktions-Comite hat in der Nachtsitzung des letzten Sitzungstages eine Reihe von Beschlüssen von erheblicher Bedeutung gefaßt, die sich einerseits auf wichtige Fragen der Budget-Politik, andererseits auf Einzelheiten der Regelung der Einwanderung und der Ansiedlung bezogen. Diese Beschlüsse sind gefaßt worden, als ein großer Teil der Mitglieder des A.-C. nicht mehr an der Sitzung teilnahm. Sie entsprachen daher nicht den wirklichen Mehrheitsverhältnissen im A.-C. Das wird besonders klar, wenn die Präsenz zur Zeit der Sitzung vom Sonnabend, den 28. Juli, abends, die zum zeitweiligen Rücktritt der Exekutive führte, mit der Präsenz zur Zeit der Annahme der erwähnten Beschlüsse in der Sitzung vom Montag, den 30. Juli, verglichen wird. Es waren bei beiden Sitzungen anwesend: Montag, 30. 7. 10 4 6 6 2 “28“ Von den 22 Teilnehmern des A.-C., die in der Sonnabendsitzuhg, die bekanntlich den Rücktritt der Exekutive herbeiführende Erklärung unterzeichnet hatten, waren in der Montagsitzung noch 19 Mitglieder anwesend, dagegen von den 23 Mitgliedern des A.-C., die in der Sonnabend-Sitzung an der gegen die Exekutive gerichteten Aktion sich nicht beteiligten, nur noch 9. Beschlüsse des A.-C. werden nur dann vollen Anspruch aut die ihnen gebührende Autorität haben können, wenn sie von echten Majoritäten gefaßt werden. Die immer wieder geübte Verschiebung der Beschlußfassung in wichtigen Fragen auf eine Zeit, in der zahlreiche Mitglieder des A.-C. nicht mehr anwesend sein können, widerspricht der Loyalität, widerspricht auch der Tatsache, daß unsere Organisation durch moralische Bindungen zusammengefaßt wird. Ein Versuch, die am Schluß nicht mehr anwesenden Teilnehmer der Sitzung etwa des mangelnden Pflichtgefühls zu zeihen, müßte mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Die Zionistische Organisation ist auf freiwilliger Mitarbeit aufgebaut, zahlreiche Repräsentanten der Bewegung stehen im Berufsleben und können für die Tagungen der Organisation nur beschränkte Zeit zur Verfügung stellen. Auf ihre Mitarbeit darf das A.-C. nicht verzichten, ihre Mitarbeit darf nicht immer weiter zurückgedrängt, die Ent- Scheidungen der Organisation dürfen nicht in immer stärkerem Maße nur solchen Mitgliedern überlassen werden, die hauptamtlich mit der Zionistischen Organisation, den Fraktionen oder zionistischen Institutionen direkt oder indirekt verbunden sind wie es auch diesmal am letzten Tage der Sitzung in so überwiegendem Maße der Fall gewesen ist. Wir halten daher eine Reform für dringend notwendig und verlangen zunächst* indem wir gegen die Beschlußfassung des letzten Tages der A.-C.-Sitzung Protest erheben, folgende Maßnahmen: 1. Die Dauer der Sitzung des Aktions-Comites und des Kongresses muß von Anfang an fest begrenzt sein und unter Rücksichtnahme auf alle Teilnehmer möglichst kurzf r i s t i g bemessen werden. 2. Die Zahl der Stellvertreter für das A.-C. soll über die Zahl der Mitglieder des A.-C. hinaus erhöht werden. Solange dies nicht ׳durchgeführt ist, sollte die Möglichkeit geschaffen werden, daß Sitzungsteilnehmer, die durch dringende Umstände zur Abreise gezwungen sind, berechtigt sind, ihre Stimme auf andere Mitglieder des A.-C. zu übertragen. 3. Mitglieder des Ä.-C. aus überseeischen Ländern, die aus zwingenden Gründen nicht zu den Sitzungen erscheinen können, sollen das Recht erhalten, ihre Stimme aut andere Mitglieder des A.-C. zu übertragen. Adolf Bernhardt, Bukarest; Dr. Moritz Bileski, Berlin; Kurt Blumenfeld, Berlin; Jacob Fishmann, New York; Rev. J. K. G o 1 d b 1 o o m , London; Dr. Hugo Herrmann, Brünn; Dr. M. H i n d e s, Warschau; Mosche K a 11 a n, Kowno; Dr. Alfred Landsberg, Wiesbaden;,Leon Le vite, Warschau; Benjamin Rabalsky, Boston; Dr. Leon Reich, Lemberg; Dr. Josef Ruf eisen, Mährisch-Ostrau; Dr. J. S c h a I i t, Wien, Jean Schrameck, Straßburg. Wir erhalten vom deutschen Hapoel Hazai'r folgende Zuschrift: In dem Bericht über die Zusammenkunft des deutschen Hapoel Hazai'r in Nr. 78/79 der ״Jüdischen Rundschau“ ist ein Irrtum unterlaufen, den wir zu berichtigen bitten: Chawer Sprinzak ist nicht Mitglied des Zentralen Waad des deutsehen Hapoel Haza'ir, Er hält sich bloß vorübergehend in Deutschland auf. Itlllllllllllllllllllllllltlllllllllllltllllllllllllllffl Berliner zionistische Vereinigung Am Mittwoch, den 24. Oktober, abend■ 81/*Uhr, , spricht im Gartenmal des Logenhauses, Kleistatr. 10 der Prager Dichter Oskar Baum über ff Das Geheimnis dar Jüdischen Energie“ | Samuel Pinclesj ln Ga Fat z starb soeben im Alter von 86 Jahren Herr Samuel Pineies, einer der ältesten Zionisten. Schon in der frühen Jugend nahm er an der Chowewc Zion-Bewegung teil, und seither war sein ganzes Leben dem jüdischen Werke in Palästina gewidmet. An der Gründung der jüdischen Kolonien ״Sichron Jaacob“ und ״Roseh Pinah“ nahm er tätigen Anteil. Als Theodor Herzl seinen ״Judenstaat“ veröffentlicht hatte, trat Pinelcs mit ihm in enge Berührung und wirkte für seine Ideen in Rumänien. Samuel Pineies nahm als Delegierter der rumänischen Zionisten vor 31 Jahren an dem ersten Baseler Zionistenkongreß teil. Er kam auch zu mehreren weiteren Zionistenkongressen und wurde wiederholt zum Mitglied des Aktions-Comites und in die Leitungen der großen jüdischen Institutionen gewählt. Noch zu seinen Lebzeiten hat Samuel Pineies große Teile seines nicht unbeträchtlichen Vermögens dem jüdischen Nationalfonds, der hebräischen Universität und anderen Institutionen gewidmet. Die rumänischen Zionisten rüsten sich zu einer großen Trauerkundgebung aus Anlaß des Ablebens ihres ältesten Führers. Zionistischer Grnppenverbaid Obtrsehlesien Am Sonntag,dem 28. Oktober, findet in Beuthen in den oberen Räumen des ״Hamburger Hofe s“, Friedrich-Wilhclmring 6, ein Gruppenverbandstag statt. Tagesordnung: I. Vormittagssitzung, Beginn HM » Uhr pünktlich: 1. Mitteilungen; 2. Fragen der Gemeindearbeit (Referent: Arnold Wiener, Beuthen). II. Nachmittagssitzung, Beginn 3 Uhr: 1. Kulturarbeit in den Ortsgruppen (Referent: L)r. Max Mayer, Berlin); 2. Aussprache; 3. Verschiedenes. Zu dieser Veranstaltung werden alle oberschlesischen Zionisten eingeladen. Gruppenverband Thüringen. Der Gruppen ver* bandstag findet am Sonntag, dem 28. Oktober 1928, in Gotha, Gesellschaftshaus St. Gotthard, Siebleberstraße 28, pünktlich 10 Uhr vorm., statt. — Tagesordnung: 1. Referat Dr. Kollenscher, Berlin: ״Zionistische Gemeindearbeit“; 2. Aussprache; 3. Berichte der Gruppen; 4. Aussprache; 5. Wahlen; 6. Anträge. Ortsgruppen Chemnitz. Die Zionistische Ortsgruppe eröffnet« ihre Winterarlieit mit einem Vorlragsiykhu des Herrn Dr. Max Mayer, Berlin, über ,,Neuhebräische Literatur". An drei Abenden behandelte Dr. Mayer: Mendele Moiclier Sforini, Achad llaam und Bialik. Der Redner verstand es, aus der Fülle seines großen Wissens in ganz, ausgezeichneter Weise die Zeitepoclie und die Entwicklung der neuhebräischen Literatur den Zuhörern lebendig werden zu lassen. Es war für alle Teilnehmer nicht nur eine Bereicherung ihrer Kenntnisse, sondern durch die ungemein ausdrucksvolle und farbige Art der Dar- Stellung auch ein künstlerischer Genuß. — Der Besuch stieg von Abend zu Abend. Besonders stark war die Anteilnahme der Jugendliehen. Wir dürfen diese Abende als einen außerordentlich großen Erfolg buchen und danken Herrn Dr. Mayer auch an dieser Stell« nochmals aufs herzlichste. Gleiwitz. Am 3. Oktober hielt Moses Waldmarin- Berlin vor unserer Ortsgruppe und deren Freunden einen Vortrag über: ״Judentum und Organisationen“. Die geistvollen, kritischen Ausführungen des Redners gipfelten darin, daß die Juden der Welt jährlich ungeheure freiwillige Opfer an Geld, Zeit und Arbeit aufbringen für die mannigfaltigsten Organisationen zur Erhaltung und Wiederbelebung des Judentums, daß aber alle diese ehrlichen, bewunderungswürdigen Bestrebungen nicht annähernd den gewünschten Erfolg hätten. Wir leiden an Ueberorganisationen. Lediglich den Zionisten ist es geglückt, in Tel-Awiw wahres, hundertprozentiges jüdisches Leben zu pflanzen, das Judentum der Zukunft. — Der Vortrag war im Verhältnis zu seiner Bedcutung noch viel zu wenig besucht. Um in Zukunft diesem Uebei abzuhelfen, werden auf Anregung unseres 1. Vorsitzenden Joset L achraan n wertvolle Bücher auf die Einlaßkarten zur Verlosung gelangen und die glücklichen Gewinner auf den folgenden Einladungen bekanntgegeben. Stuttgart. (Rcligionsgespräehe.) Als Sonderveranstaltung des Vereins ״Jüdisches Lehrhaus Stuttgart“ ist eine Reihe von öffentlichen Gesprächen über Judentum und religiöse Fragen der Gegenwart vorgesehen, die von Dr. Martin Buber und verschiedenen namhaften Persönlichkeiten geführt werden und folgende Einzelthemen behandeln sollen: mit Wilhelm Michel, Darmstadt: Religion und Volkstum, am Sonntag, dem 21. Oktober, abends 8 Uhr, im Hause des Deutschtums (Charlottenplatz); mit Dr. Hermann H e f e 1 e , Stuttgart: Form und Freiheit, am Sonntag, dem 18. November, abends 8 Uhr, im Oberen Museum; mit Direktor T11. Bäuerle, Stuttgart: Religion und Revolution, am Sonntag, dem 17. Februar 1929 (Ort und Stunde wird noch bekanntgegeben): mit Prof. Wilhelm Hauer, Tübingen (Thema wird noch bekanntgegeben, voraussichtlich 3. März), Weitere Gespräche sind geplant. _ Vermischtes Jüdisch-sozialistische Jugend. Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8lA Uhr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, Vortrag von Dr. Fanny M e I n i k über: ״Politische Ockonomie“. Die Europäische Tribüne (Leitung: Mary Schneider- Braillard) veranstaltet am Mittwoch, dem 21. Oktober, abends 8 Uhr, im Plenarsaal des Reichswirtschaltsrates, Bellevuestraße 15, einen Abend unter dem Titel ״Europäische Kulturkrise? Frage und Antwort eines Amerikaners, eines Europäers und eines Orientalen“ mit den Rednern Edgar Ansei Mowrer (Chicago), Dr. Gustav Wyneken und Prof. Pandit Tarachand Roy (Indien). David Jellin spricht in der Berliner Zionistischen Vereinigung: Der Präsident des Waad Leumi, Herr David Jellin, der Ende dieser Woche die Rückreise nach Palästina antreten wird, spricht am Donnerstag, dem 25. Oktober, abends 81,1■ Uhr, im Vortragssaal der Synagoge Fasanenstr. 79/80, über ״Kneseth Israel“, sowie über die inneren politischen Probleme der palästinensischen Judenheit. Die Histadruth Iwrith in Berlin \eranstallcH am Sonn- (l)end, dem ־ג. Oktober־, abends 81k 4 ln־, in der Jüdischen (ir-meind*■, Rosenstr, einen Vortrag de? Herrn David Jellin über 1la< Thema: .,Kntw icklung des Hebräischen als Uniipyigssprachs in Palästina u«d in der ,Ufespcp־•

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