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Jüdische Rundschau · 1928-10-19 · Heft 83 (19.10.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 83 (19.10.1928)
Date
1928-10-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 580 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 83, 19.X. 1928 sammengefaSt werden, daß die Zionistische Organisation die Konstituierung der erweiterten Agency mit tunlichster Beschleunigung durchgeführt wissen will. Die Zio* nistische Organisation hat bahnbrechende Pionierarbeit in Palästina geleistet, sie wird auch in Zukunft noch vorangehen müssen und wichtige Funktionen erfüllen. Die Arbeit selbst aber muß in breiterem Maßstab, von einer umfassenderen Körperschaft geführt werden. Denn nur wenn hinter dem Werk eine Macht steht, die auch für die Finanzierung eine Gewähr bietet, werden sich die Fehler vermeiden lassen, die im Laufe der letzten zehn Jahren, vor allen Dingen durch die ״Wirtschaft des armen Mannes“, durch die fortwährende Unzulänglichkeit der Mittel, die Unregelmäßigkeit der Eingänge, die programmwidrigen Kürzungen und die dadurch oft unvermeidliche Unordnung entstanden sind. Der Berieht der Survey Commission faßt die Kritik zusammen, die von Zionisten selbst an diesem Werk geübt wurde, aber die Zionisten verstehen natürlich auch besser als außenstehende Betrachter, auf welche Ursachen die Unzulänglichkeiten zurückzuführen sind und mit welchen unabänderlichen erschwerenden Faktoren wir als jüdische Bewegung, als Freiheitsbewegung eines Volkes, bei unserer Kolonisation zu rechnen haben. Die definitiven Formen der palästinensischen Gesellschaft werden weniger durch Beschlüsse von mehrere tausend Meilen vom Orte entfernten Konferenzen, als vielmehr durch das Leben selbst entschieden werden. Wir Zionisten wissen, daß es auf die Im Lehen sich entfaltenden inneren Kräfte ankommt, die gespeist werden aus ׳den Quellen der nationalen und sozialen Freiheitssehn• sucht, und die stark genug sind, tun sich durchzusetzen. Was dagegen wirklich positiv getan werden kann, ist die Erleichterung der wirtschaftlichen Spannungen, die Ermöglichung einer neuen Einwanderung. Das muß der Sinn der Agency sein. Daher ist es auch wesentlich, daß die Konferenz in New York sich zur Frage des Budgets, das von der Survey Commission bekanntlich auf eine Million Pfund jährlich Minimum geschätzt wurde, unzweideutig äußert Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, wo die amerikanischen Eingänge des Keren Hajessod bedenklich zusammengeschrumpft sind. Wenn die New Yorker Konferenz — woran wir nicht zweifeln es mit ihrem Palästina-Interesse ehrlich meint, dann wird sie nicht untätig den heutigen Zustand der Dinge hinnehmen können. Die größte Schwierigkeit dürfte weniger in den sachlichen Differenzen zwischen Zionisten und Nichtzionisten liegen, als in der Auffassung des formalen Vorgangs. Das A.-C. war offenbar der Ansicht, daß die von ihm aufgestellten. Prinzipien von den Nichtzioriistai fils unabänderlich akzeptiert werden sollen, be- " vor noch* die Konstitution der Agency in Angriff genommen wird, während die Amerikaner, wenn wir sie richtig verstehen, die Agency ohne streng formulierte Programme bilden und die Festsetzung der Arbeitsmethoden dem jeweiligen Council der Agency überlassen möchten, sowie es ja auch innerhalb des Zionismus geschieht, wo der Kongreß die Programme festsetzt. Es geht hier vielleicht weniger um Meinungs- Verschiedenheiten, als um eine Frage des Vertrauens, aber gerade eine solche Frage kann in der Politik oft ausschlaggebend werden. Ueber einen Punkt scheinen sich jedoch alle Teile einig zu sein: die Hauptaufgabe der gemischten Agency ist die Durchführung der Kolonisationsarbeit aus öffentliehen Mitteln und in öffentlicher Verwaltung, wobei natürlich auch die private Initiative* ermutigt und gefördert werden soll. Eine entgegengesetzte Meinung hat kürzlich ein Mann geäußert, den man irrtümlicherweise mit dem Agency-Plan in Verbindung zu bringen pflegt, ׳Lord Melchett (Alfred Mond), der Vorsitzende der Survey Commission, hat bei seiner Ankunft in Amerika Anfang Oktober ein Interview gegeben; worin er sich sehr skeptisch zur Frage der erweiterten Agency äußert. Lord Melchett ist der Ansicht, daß der Aufbau Palästinas nur durch privates Kapital geschehen kann, ob dies nun jüdisch oder nichtjüdisch ist, und daß die kolonisatorische Tätigkeit der Agency eine untergeordnete Bedeutung hat Er meint, die Agency solle sich nur mit politischen Aufgaben befassen und keine materiellen Verantwortlichkeiten übernehmen. Man könnte auch sagen: er glaubt, daß die Agency Bedingungen zu schaffen hat und nicht Dinge. Auf die erstaunte Frage des Journalisten, ob denn Melchett, als Vorsitzender der Siywey Commission, nicht mit zu den Proponenten der Agency gehöre, erwiderte Melchett, er habe den Vorsitz der Kommission übernommen, weil eine Expertise in Palästina unter allen Umständen nötig war, ungeachtet, ob nun die gemischte Agency entsteht oder nicht. Die Kommission sei aber kein organischer Bestandteil des Agency-Planes gewesen. Wir sehen hier deutlich, daß die Schetdungslinien in vielen Fragen heute durchaus nicht mehr mit dem Gegensatz zwischen Zionisten und Nichtzionisten zusammenfallen. Denn Mond gehört der Zionistischen Organisation an, ist sogar Präsident der englischen Landesorganisation. Wenn er ein Gegner der Agency ist, so teilt er diesen Standpunkt mit anderen Zionisten, wie z. B. den Radikalen und Revisionisten, obwohl seine Motive wahrscheinlich andere sind. Wenn er jedoch sich als G<%ner desjenigen Aufbauprogrammes bekennt, das von zionistischer Seite für die gemischte Agency postuliert wurde, dann taucht die Frage auf, ob nicht die Kämpfe, die das A.-C. aus der künftigen Agency ausschalten wollte, in der befürchteten Form Innerhalb der Zionistischen Organisation zum Ausbrach kommen werden. Es hieß, daß auch Lord Mel- Öiett an der Konferenz vom 20. Oktober teilnehmen wird. Nach seinen Erklärungen kann man gespannt sein, welche Haltung er dort einnehmen wird. Die amerikanische Judenheit hat jetzt in einem kritischen Moment, zu Beginn einer neuen Periode des jüdischen Aufbauwerkes, zu zeigen, daß sie ihre Verantwortung gegenüber dem jüdischen Nationalheim ernst nimmt. Eine entschlossene Tat kann viele Differenzen innerhalb des jüdischen Volkes auslöschen und im Zeichen der jüdischen Einigkeit zum Gelingen des' historischen Werkes der jüdischen Befreiung entscheidend beitragen. * Um die Klagemauer Die Hoffnung auf ein schnelles Eingreifen der britischen Regierung in der Angelegenheit der Klage-!nauer hat sich nicht erfüllt. Die Geduld, von der Se. Exzellenz der Britische Botschafter in seinem Begrüßungsschreiben an die Wedgwood- Versammlung spricht, ist gewiß eine wichtige Tugend und ein unentbehrliches Element der jüdischen Bestrebungen, und wir reden ihr stets das Wort. Aber es gibt Fälle, wo diese Geduld schlecht am Platze ist und wo nicht langes Zaudern, sondern nur sofortiges energisches Durchgreifen eine Lösung bringen kann. Ein solcher Fall ist die Angelegenheit der Klagemauer. Es handelt sich hier um kein zionistisches Politikum, um kein Erfordernis der Kolonisation, keine Frage der Wirtschaftspolitik oder der Einwanderung, sondern um ein Problem, das unabhängig vom Zionismus besteht. Verletzungen religiöser Gefühle vertragen viel weniger als andere Untaten eine laue und gleichgültige Behandlung. Eine Bevölkerung darf nicht das Empfinden haben, daß ihr Heiligstes vogelfrei ist. Die englische Regierung hat bisher kein Wort der Beruhigung und Zusicherung gesprochen, auf das die Judenheit der ganzen Welt mit Bestimmtheit gewartet hat. Diese Unentschlossenheit wirkt auch auf die Araber ein. Die Mohammedaner, die niemals die Klagemauer als ihre heilige Stätte betrachtet haben, nützen die Situation aus, um einen politischen Prestige- Kampf daraus zu machen. Man wiederholt die schon vor zehn Jahren verbreiteten Hetzgerüchte, die Juden wollten die Oihar-Moschee wegnehtnen, und man stellt es so dar, als ob die Westmauer des Tempels ein Teil der Omar-Moschee wäre. Würde man den Juden ln bezug auf diese Mauer nachgeben, dann würden sie die ganze Moschee fordern. So unsinnig diese Darstellung ist, so naheliegend ist es, daß sie Glauben findet. Und wahrscheinlich zur Bestärkung veröffentlicht das Organ des moslemischen Rates Auszüge aus dem europäischen antisemitischen Katechismus, den ,,Protokollen der Weisen von Zion“, vermutlich um zu zeigen, daß der Raub , der Moschee auf der Linie der ״Weltherrschaftspläne“ der Juden liegt. Die Regierung läßt diese Verhetzung, diese Verbreitung einer notorischen gemeinen Fälschung geschehen, läßt die antijüdischen Leidenschaften aufstacheln. Wohin soll das führen? Die Haltung der Regjerung bei der Klagemauer-Affäre ermutigt w׳ahrscheinlieh die arabischen Antisemiten zu derartigen Vorstößen, Diese Verschärfung der nationalen Gegensätze muß auf das schwerste bedauert werden. Vor mehr als einem Monat hat an dieser Stelle unser palästinensischer Korrespondent darauf hingewiesen, daß nach dem Scheitern der Versuche der Araber, mit den Juden zu einer Ausspräche über eine Verständigung zu gelangen, die arabische Presse eine schärfere Sprache begonnen hat und eine neue Kampagne gegen die Juden zu erwarten ist. Diese Voraussage ist bereits eingetroffen. Der nationale Haß wird laut gepredigt. Schon darum muß die Sache, die den Anstoß gab, durch definitive Regelung von der Tagesordnung verschwinden. Die jüdische Welt fordert, daß die jüdischen Rechte an der Kiagemauer ein für allemal eindeutig festgelegt werden und daß nicht Organe der Mandatsregierung durch formalistische Schikane die Judenheit beleidigen. Die Juden erheben keinen Anspruch auf die Heiligen Stätten der Moslems oder Christen, sie werden es stets als höchste Ehrensache betrachten, die Gefühle anderer Religionen und Nationen zu respektieren und ihre Rechte zu schützen. Aber die Art, wie man sich über jüdische Rechte hinwegsetzt, ist unerträglich. Der neue Oberkommissär, der in den nächsten Wochen nach Palästina kommt, wird eine schwierige Situation vorfinden, deren Lösung großer staatsmännischer Klugheit und Gefühls für Gerechtigkeit bedürfen wird. * Beisan und Hafen Die Mandatarmacht hat die Aufgabe, die Einwanderung und Ansiedlung der Juden im Lande zu fördern. Das steht nicht nur im Mandat, sondern auch in dem Weißbuch von 1922, das gemäß den Unterschriften der englischen Regierung und der Zionistischen Organisation die Basis der Palästinapolitik bildet. Die Förde• rung der jüdischen Siedlung muß darin bestehen, daß man den Juden Arbeits- und Existenzmöglichkeiten bietet. Vor allem natürlich geht es um die ländliche Siedlung. Das größte Unrecht des ersten Oberkommissärs war die Verteilung der Beisan-Böden an die Araber, die zum Teil damit gar nichts anfangen konnten. Dieser Fehler wurde bisher nicht korrigiert und sogar der Versuch, die den Arabern überlassenen, von ihnen nicht verwendeten Böden, für die Zionistische Organisation bzw. den Jüdischen Nationalfonds käuflich zu erwerben, fand kein Entgegenkommen bei der Regierung. Wenn nun nach vielen Jahren doch ein gewisser Fortschritt zu verzeichnen ist und die Erwerbung dieser Böden heute unter gewissen Modalitäten möglich ist, dann ist das gewiß zu begrüßen, aber es genügt noch nicht. Die Zuteilung des restlichen Bodens von Beisan an die Juden muß mit aller Beschleunigung erfolgen. Die Mandatarmacht hat bisher nicht das Ge• ringste zur Erfüllung des Artikels 6 des Mandates getan. Hier nun ist die unzweifelhafte Möglichkeit, eine Maßnähme von weittragender Bedeutung durchzuführen und damit der neuen Arbeitsperiode einen starken Impuls zu geben. Auch eine andere große Gelegenheit zur Beschäftigung jüdischer Arbeiter und damit der Förderung der Einwanderung liegt jetzt in der Hand der Regierung. Der Hafenbau in Haifa rückt näher. Es werden Ver- Handlungen geführt, um einen Anteil jüdischer Arbeit zu sichern. Dabei geht es nicht nur um Lohnfragen, sondern auch um eine Reihe anderer Fragen, wie etwa die der Arbeitsbefreiung a׳m Sabbath, die von den Unternehmern als eine untragbare Belastung erklärt wurde. Da die Regierung die Arbeiten nicht selbst durchführt, sondern an eine Unternehmerfirma vergibt, bildet die Sicherung der jüdischen Postulate erhebliche Kompli- Kationen. Aber die ganze Palästinasache ist eben eine komplizierte und der Hafen von Haifa kann nicht eine bloß levantinische Unternehmung sein, sondern gehört in das Schema des Palästinamandates, das mit der jüdischeu Heimstätte unlösbar verknüpft ist Daher muß dieser Bau auch als eine Hilfsquelle der jüdischen Ein• Wanderung ausgenützt werden. Man muß hoffen, daß die von der Zionistischen Exekutive im Verein mit der Arbeiterorganisation energisch geführten Verhandlungen in dieser Frage zu einem günstigen Ergebnis führen. Englische Jaden and Jewish Agency London, 16. Oktober. (J. T. A.) Die Zionistische Exekutive hat an den Board of Deputies (Deputiertenrat der britischen Juden) ein Schreiben gerichtet, das die Frage der Vertretung der englischen Judenheit in der erweiterten Jewish Agency betrifft, ln dem von Herrn Leonard Stein unterzeichneten Brief wird auf das Schreiben der Zionistischen Exekutive an den Board of Deputies vom März 1923 Bezug genommen, in welchem der Board eingeladen worden ist, zwei Vertreter namhaft zu machen, die mit den Vertretern der Zionistischen Organisation und der Anglo-Jewish Association ein gemeinschaftliches Komitee (Joint Ccfmmittee) bilden sollen, welches über eine Er- Weiterung der Jewish Agency auf der dem Artikel 4 des Palästina-Mandates entsprechenden Basis zu beraten hätte. Die Einladung wurde sowohl vom Board of Deputies als auch von der Anglo-Jewish Association angenommen, das Joint Committee wurde gebildet und hat mehrere Beratungen abgehalten, die letzte Sitzung am 22. Juni 1924. Die Besprechungen wurden im Hinblick auf die gleichartigen Verhandlungen, die in den Vereinigten Staaten geführt werden, abgebrochen; es sollte das Er• gebnls eben dieser Besprechungen abgewartet werden. In dem Schreiben wird weiter auf die Besprechungen mit der von LötäM Marshall geführten amerikanischen nichtzionistischen Gruppe, die Zusammensetzung der Joint Palestine Survey Commission und die am 20. und 21. Oktober in New York tagende amerikanisch-jüdische Konferenz!unbewiesen. Zum Schluß heißt es: Wie die schon im Jahre 1923 an den Board und die Association gerichteten Einladungen beweisen,׳ ist cs stets der Wunsch der Exekutive der Zionistischen Organi• sation gewesen, daß die Gemeinschaft der englischen Juden in angemessener Weise in der er weiter• ten Jewish Agencyvertreten sein soll. Die Exekutive wird nicht zögen:, Ihnen die Ergebnisse der New Yorker Konferenz mitzuteilen, und wenn, wie mit Zuversicht erwartet werden darf, die Ergebnisse derart sein sollten, daß sie die Zionistische Organisation in der geplanten Erweiterung der Agency bekräftigen, so ist zu hoffen, daß der Board of Deputies und die gleichfalls eingeladene Anglo-Jewish Association ihrerseits rechtzeitig entsprechende Maßnahmen treffen. Der Board of Deputies hat für den 21. Oktober eine Sondersitzung zur Beratung der Anregung der Zionistischen Exekutive anberaumt. Jüdischer Klub and polnische Regierung Warschau, 16. Oktober. (J.T.A.) Das Bulletin ״Alle Parteien“ veröffentlicht eine Darlegung des Vorsitzenden des jüdischen Parlamentskiubs Abg. Hartglas über die Be- Ziehungen der jüdischen parlamentarischen Vertretung zur Regierung, in der es heißt: Trotz offizieller Ableugnung deuten alle wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung darauf hin, daß־-־die Politik des Hinausdrängens der Juden aus Handel und Export fortgefiihrt werden soll. Auch die alten zarisehen Gesetze bestehen noch, die, im Widerspruch zti der Verfassung der Republik, eine unterschiedliche Behandlung der Juden zur Folge haben. Die Judenschaft wird sich mit allen Kräften gegen den Plan wehren, ausschließlich für Juden eine sogenannte ״Minderheiten-Wahlkurie“ zu schaffen. Dies würde einer Beschränkung der jüdischen Gleichberechtigung gleichkommen. Anders wäre es, wenn nationale Kataster für alle Nationalitäten, die Polen inbegriffen, geschaffen würden. Der jüdische Parlamentsklub, fährt Hartglas fort, fordert, daß die Verfassung auch gegenüber den Juden verwirklicht, und daß ein Teil der schweren Steuerlast von den Juden auf die bis jetzt privilegierte nichtjüdische Bevölkerung abgewälzt werde. Juden sollen mit repräsentativen Aemtern betraut, als Beamte, Bahnangestellte und als Arbeiter in den Staatsfabriken zugelassen werden. Der jüdische Parlamentsklub fordert Subsidien für das hebräische und für das jiddische Schulwesen und deren Einbeziehung in das allgemeine Schulnetz. Die Kompetenzen der jüdischen Oemeinden sollen erweitert, das Berufsschulwesen und die Be- Strebungen von Juden, zur Landwirtschaft überzugehen, gefördert werden. Solange aber die Regierung nicht einsehen wird, daß es im Interesse des Staates selbst liegt, die Bestimmungen der Konstitution und der Minderheitenverträge auf die Juden anzuwenden und ihre eigenen feierlichen Versicherungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung endlich zu erfüllen, solange die Finanzpolitik der Regierung auf die Ausbeutung der jüdischen städtischen Elemente aufgebaut sein wird, wird die jüdische parlamentarische Repräsentanz gegen das Budget stimmen. Aus Livorno wird gemeldet, daß dort der Oberrabbiner von Pisa, Abraham Victor IBenedetti, verstorben ist Oberrabbiner Benedetti hat etwa 4P Jahre das Oberrabbinat in Pisa bekleidet.

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