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Jüdische Rundschau · 1928-10-12 · Heft 80-81 (12.10.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 80-81 (12.10.1928)
Date
1928-10-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 80/81, 12.X 1028 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 560 Jüdisches TlieaJer ״Die Nach* auf dem alten Markt" (öranowskyim Theater des Westens.) Von Sch. Gorelik. In der jüdischen Literatur gibt es wohl keinen Zweiten, der wie Perez seinen Geist und seine Seele an jüdischem Schicksal und jüdischer Problematik zermartert hat. Er litt viel schwerer als die anderen Mahner und Strafprediger, weil seinem grübelnden Intellekt weder die pädagogische Er* ziehüng Mendeles noch die Hoffnung Bialiks genügten. Mendele war unzufrieden mit seinen Juden, über das jüdische Leben aber verzweifelt war er niemals. Wie konnte er es auch sein, da er doch nach der schärfsten Strafpredigt gleich auch auf die Heilmittel hinweisen konnte. Wenn man nur die Sümpfe von Tunejadewke, Kabzansk austrocknen würde, wenn man dahin käme, an der äußeren Kultur Gefallen zu finden, so würde sich der Zorn Mendeles schon mildern. Auf seinem klugen, alten Gesicht breitete sich schon ein Lächeln aus. Der geniale jüdische Epiker war kein Problematiken Er war ein Fortschrittler, ein Maskil, er nahm nur an einigen Manieren, an einigen Unzulänglichkeiten jüdischer Lebensart Anstoß. B i a 1 i k trat zwar als Flucher auf, aber dort, wo man einen Ausweg sieht, kann der Fluch nicht tötend sein. Und Bialik hat einen Ausweg. Und eigentlich sind sie beide, Mendele wie Bialik, Optimisten. Sie sind auch in ihren Forderungen mäßig. Sie forderten nicht den ewigen Sabbat in der Seele des Juden, wie es Perez tat, dessen Held Rabbi Schloime Kompromisse, Halbheiten verwirft und Vollkommenheit verlangt. Bei Rabbi Schloime handelt es sich um mehr als nur sich heldenhaft gegen Pogrombanden zu wehren (Maasse Nemirow von Bialik) oder dem Fortschritt eine Bahn zu brechen (Mendele), er will reine Seelen und sieht ringsherum nur Seelchen. Er stößt das Volk von sich. Vereiste Seelchen, werktagtrockene Herzchen Dem Allicht entgegen ״Ein Lichtfünkchen Ein Lichtgeschenk Ein Wunder, einen kleinen Wink Aus jener Welt“ Und jeder nur für sich Für Weib und Kind Für Haus und Gesind. (J. L. Perez: Die goldene Kette.) Rabbi Schloime will den ewigen Sabbat, den vollkommenen Menschen und Juden: Sabbat sei Sabbat währe Ewiglich Säen und Ernten Handeln und Hasten Ist nicht mehr. Und wenn ein Chassid fragt ״So wird die Welt zugrunde geh«?'4 antwortet Rabbi Schloime: ' ’ Zugrunde' gehn soll die Welt! Doch wir, die sabbatfeierfrohen LÖsungjauchzendfreien Juden Schreiten über ihre Trümmer. Wer solche Forderungen an Welt und Menschen stellt, findet nicht so leicht einen Ausweg und verfällt gar zu oft in Zweifelsstimmungen. ״Die Nacht auf dem Alten Markt“ von Perez, dieses dramatisch-symbolische Fragment, ist der Ausdruck solch einer Verzweiflungsstimmung. Die Nacht auf dem Alten Markt trägt den Untertitel ״Ein Traum in einer Fiebernacht". In dem langen Prolog, wo Direktor, Spielleiter und Lektor auftreten, erscheint auch der Dichter, der Erlauferungen zu seinem Stück geben will. Er sagt: ״Ein Traum in einer Fiebernacht. Auf einem Sumpf, wo nichts gedeiht, steht das Krankenbett. Es wacht das zu Tod erschrockene Herz," Das erschrockene, gepeinigte Herz des Dichters sieht das Judenleben, das Menschenleben in dieser Nacht auf dem Alten Markt. Er sieht es in den wechselnden Gestalten, die vorbeihuschen. Er vernimmt es aus den Stimmen, die von überallher eindringen. Gesichte, Gespenster, die rufen, schreien, flüstern, beten, locken. Es ist Nacht, die Zeit, wenn Sehnsucht, Träume, Angst die Seelen der Menschen erfassen. Wie ergreifend ist der langsame, wehklagende Rul des Wächters ״Leute, hütet Euch vor Feuer!“ Zusammenhanglose Bilder, zusammenhanglose Worte. Kinder, Händler, Dirnen, ein Wasserträger, junge Leute schleichen sich aus dem Bef-Hamidrasch zueinander, flüstern Aktuelles: Du wirst sprechen über den Sejm? ich über Schkolim — ein Volk, wie ein Mensch muß haben ein Heim — Der Batchen, der Narr, der große Enttäuschte, fällt ihnen ins Wort: oder einen Cholem (Traum)! Er fällt immer ins Wort, der Batchen, der in diesem symboiischen Stück die Verzweiflungsstimmung des Dichters ausdrückt. Keine Hoffnung läßt er aufkommen. Durch seine begleitenden Worte, durch seine Bemerkungen verleiht er dem phantastischen Treiben auf dem Alten Markt tiefste Düsternis und Hoffnungslosigeit. Wenn man zu Gott aufruft, schreit er: ״Euer Gott is bankrott.“ ״Ich habe mich von allem losgesagt.“ In dem dritten Akt kommen die Toten aus ihren Gräbern heraus, erzählen von dem Jammer ihres einstigen Lebens, erinnern sich, wie man sie betrogen, geschunden hat. Ein Hochzeitstanz von Chossen und Kalle, und immer und überall der Refrain des Batchens, der diesem Zusammenhanglosen, Fiebernden, Gespentischen ein Grundmotiv geben soll, das Motiv des tiefsten ironischen Pessimismus. Perez hat an diesem dramatisch-symbolischen Fragment unendlich viel gearbeitet, unterzog es unzähligen Aenderungen und doch blieb ״Die Nacht auf dem Alten Markt“ das am wenigsten verstandene Werk. Perez wollte eine Abrechnung halten über eine Generation, über ein Volk, über die Welt und den Menschen überhaupt, die Form aber, die er dazu wählte, war der extremste Symbolismus. Keine Spur von irgendwelcher Handlung. Aus hingeworfen ea Worten, ata Stimmen, aus Klängen, die größtenteils gar keine Verbindung miteinander haben, muß jene Stimmung geschaffen werden, die Perez schaffen wollte. Es ist eine große Leistung, einem solchen Mosaik Leben zu geben. Dem Moskauer Jüdischen Akademisehen Theater gelang sie in hervorragender Weise. Die Kunst des Bühnenbildners, des Musikers und der Schauspieler vereinigten sich hier, um unendlich Wirkungsvolles zu gestalten. Granowsky ist bei diesem Perezschen Stück mehr die Wege des großen Regisseurs Wachtangow als die Tairows gegangen. Für Tairow war freilich auch hier kein Platz. Denn alles ist in feierlich düsfern Tönen gehalten. ״Dybuk“-Stimmung, besonders in der Szene, wenn die Toten tanzen. Es ist ein Trauerspiel, und keine Groteske kommt vor, die verletzend wirken könnte. Einzelne Szenen sind so stark, so innerlich, daß sie ihre eigene hoffnungsverkündende Sprache führen und aus dem Rahmen der düsteren, trostlosen Stimmung herausfallen. Das geschieht jedesmal, wenn der Scham es erscheint und ruft: In Schul’ herein! Neschomes hakdosehhn maskir sein! Der Batchen, der Narr, der große Enttäuschte, der von sich sagt, ״daß er irgendein wichtiges Wort verloren hat", der Batchen mit seinem ״Euer Gott ist bankrott“ kann gegen den Schames nicht aufkommen. Welche Wirkung geht hervor aus diesem Ruf, aus Mieser Aufforderung, zu den alten Quellen zurückzukehren! Und diesem Moskauer Eine Feier in Berlin ln diesen Tagen begeht die ״Habimah“ das Jubiläum ihres zehnjährigen Bestandes. Aus diesem Anlaß findet in Berlin ein Bankett statt, zu welchem namens der ״Freunde der Habimah" Frau Lola Hahn - Warburg sowie die Herren Generalkonsul Landau und Intendant J e ß n e r eingeladen haben und wo auch S t a - n i s 1 a w s k y anwesend sein wird. Das Habimah-Ensemble befindet sich jetzt bekanntlich in Palästina, wo die nächsten Monate zu intensivem Studium neuer Stücke ausgenützt werden sollen. Die Aufführungen der ״Habimah“ in Palästina, wo das hebräische Theater einen natürlichen Boden und ein sprachkundiges Publikum hat — während es in Europa für den größten Teil des Publikums nur den Reiz des Exotischen besitzt —, fanden eine außerordentliche Resonanz nicht nur in den Städten, sondern besonders auch unter der Landarbeiterschaft, wovon der nachfolgende Aufsatz, der nach dem ersten Erscheinen der ״Habimah“ im Galil in einer hebräischen Zeitung erschienen ist, Zeugnis ablegt. Da während des Gastspiels der ״Habimah" in Berlin Stimmen deutscher Kritiker und Künstler, die ihrer Bewunderung Ausdruck gaben, an dieser Stelle vielfach wiedergegeben wurden, sei anläßlich des Jubiläums der ״Habimah“ diesmal keinem zünftigen Kritiker, sondern einem palästinensisehen Landarbeiter das Wort erteilt. Die Hftbimah in Daganiah Von JosefBaratz, Daganiah. ... Es gab eine Legende von einem hebräischen Theater in Moskau ־-, von einer Gruppe von Pionieren der hebräischen Bewegung, die sich einen Platz eroberten in der Kunstwelt und sich Ruhm und Bewunderung erwarben unter den größten Geistern. Diese Legende gab uns immer neuen Mut, sie brachte uns Kunde von einer Reserve von hebräischen Kulturkämpfern im Galuth. Wahrlich, das war eine Legende, und sie wurde zur Wirklichkeit. Vor dieser Wirklichkeit zitterte ich und vor den unsicheren Ergebnissen fürchtete ich mich; doch weit schöner, als wir zu hoffen wagten, war das Erlebnis ״Habimah“ im Jordantale. Die beiden Nächte, die wir eng gepreßt, Rücken an Rücken in Wind und Staub saßen, — diese beiden Nächte und die Stunden unseres intimen Beisammenseins mit der ״Habimah“ erfüllten unser Herz mit einem Inneren Glücksgefühl, das uns noch lange begleiten wird. In den Siedlungen sprach man in diesen Tagen nicht mehr von der herrschenden Dürre; an den Tischen im Eßsaal, bei der Arbeit, beim Wassertrinken an den großen Krügen — von einem nur war die Rede: ״Habimah!“ Und nicht nur über die Aufführungen selbst, über den ״Golem“, den ״Dybuk" wurde diskutiert, sondern vielmehr über das Werk im ganzen, über die einzelnen Persönlichkeiten, über den und jenen, der sich uns verbunden hatte und der auch außerhalb des Theaters uns nahe geworden war. Denn für unsere Gesellschaft hat nur das Theater einen Sinn, das den Weg zu unseren Seelen findet. Diesen Weg gefunden zu haben, ist das Geheimnis des Erfolges der ״Habimah“ in unseren Siedlungen. So kamen wir uns besonders nach den Aufführungen entgegen, bei unserem stillen Fest in der Kwuzah Beth-Hasera, und unsere innere Zusammengehörigkeit spürte man besonders in den einfachen Rezitationen der Rowina u. a. — außerhalb des Theaters. Und wir erkannten die uns verwandte Seele bis zu ihrer letzten Tiefe. Grausam empfing sie die Natur, mit Chamsin, Mücken, Wind, Staub und allen möglichen anderen Plagen. Wir begleiteten ihr Spiel nicht mit lautem Jubel und Händeklatschen, sondern nur mit der Ergriffenheit der tausendköpfigen Menge, die sich aus den entlegensten Orten des Galil zusammengefunden hatte — von Meihullah bis Sedschera und bis nach Gescher. Es war das eine Zusammenkunft, wie sie das Galil bis dahin noch nicht erlebt hatte. Knaben und Mädchen, in Methullah geboren, Arbeiter und Arbeiterinnen von Kfar-Giladi und Tel-Chai, Beamte, Lehrer, Krankenschwestern aus Safed, alte Juden und Jüdinnen aus Tiberias, die noch in ihrem ganzen Leben kein Theater gesehen hatten, ja, die sogar bis dahin noch nicht einmal Daganiah kannten, strömten zu den Aufführungen. Bauernfamilien mit Frauen und Kindern, die noch vor Tagesanbruch zu diesem Fest auszogen, kamen aus Mescha und Sedschera und saßen schon während der glühenden Mittagsonne auf den Wasserrohren, die als Ehrenplätze im Daganiah-Theater dienten, saßen stundenlang in Erwartung der Offenbarung dieser ״Legende der Habimah“. Die Plätze reichten für all die Tausende Jüdischen Theater, zu dessen Aufgaben die Verherrlichung des Alt-Jüdischen, der jüdischen Vergangenheit gewiß nicht gehört, ist durch die innere Logik der Kunst, die stärker ist als Tendenz, gezwungen, dieses Vergangene zu verherrlichen, zu besingen. So war es in der ״Reise Benjamin III.“ und so geschieht es auch in ״Die Nacht auf dem Alten Markt". Diesen Schauspielern widerfährt somit ein eigentümliches Schicksal. Ausgezogen sind sie, um zu fluchen und sind gezwungen zu segnen. ln Schul׳ herein! Neschomes hakdoschim maskir sein! Welch wirksamer Appell! Und alles horcht auf, meldet sich, denn es ist jüdische Mobilmachung.... Auch Juden mit sehr schwachem Gedächtnis erwachen und wissen, was dieser Ruf bedeutet, M i c ho e 1 s gab den Batchen. Sein Spiel war, wie immer, stark, und dennoch fehlte das Magnetische, das Leuehtende. Es gelang ihm nicht, die Hauptaufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Die Erschütterung, die man an dem Abend empfand, war nicht auf das Spiel eines einreinen Schauspielers zurückzuführen. Alle Namen des Theaterrettels verdienen erwähnt zu werden. Besonders genannt seien Alexander Krein, der die feierliche, echt jüdische Musik schuf, und R. Falk, der Bühnenbildner. ״Dybuk“, ״Benjamin III.“ und ״Die Nacht auf dem Alten Markt“ gehören zum Kostbarsten, was das Neue Jüdische Theater geschaffen hat. von Menschen nicht aus; man zankte, man stritt, man störte — aber die leise Melodie beim Beginn des ״Dybuk“ brachte alle zum Schweigen, fn einer Minute herrschte Stille und all die Tausende lauschten wie ein Mensch, alle Sinne waren angespannt, tausend Augenpaare waren voll Freudentränen auf einen Punkt gerichtet und tranken durstig die leisen Schwingungen, die ihnen von der Bühne entgegenströmten. Wo ist der Kunstler, der imstande wäre, zu schildern, was das Auge sah an diesem Abend und was das Herz fühlte! Stark wirkte dies alles auf die ״Habimah“, trotz des heulenden Windes, trotz der Mücken, die in den Mund drangen, trotz des Oeschreis des Säuglings, der im Wagen blieb, während die Mutter der Melodie des ״Dybuk" lauschte. Diese Empfindung der Zusammengehörigkeit muß nachwirken, und es ist unmöglich, daß dieser wahre und herzliche Ruf, der von überall erklang: ״Bleibet in Erez-lsrael!“ nicht ausschlaggebend sein sollte in den Entschlüssen und Entscheidüngen der ״Habimah“. Freunde der Habimah Wir erhalten folgende Mitteilung: Der ״Kreis der Freunde der Habimah“ hat sich die Förderung und Sicherstellung des Hebräischen Theaters ״Habimah" zur Aufgabe gemacht. Diese Aufgabe zerfällt in drei Teile:!.Aufbringung der erforderlichen Geldmittel auf dem Wege der Werbung zur Einstudierung eines neuen Repertoirs; 2. Schaffung einer eigenen Theaterverwaftung für die ״Hammah“; 3. Aufbau einer internationalen jüdischen Volksbühne. Der ״Kreis der Freunde der Habimah“ hat in Berlln sein Zentrum und Sekretariat. Der Schatzmeister ist Herr W i 1 f r i d Israel, der juristische Beirat Herr Dr. Wenzel Goldbaum. Die Leitung des Sekretariats liegt in den Händen von Frau Lola Hahn-Warburg und Frau Rosner. Ortskomitees des ״Kreises der Freunde der Habimah" befinden sich bereits in Holland, Deutschland, Jugoslawien und Palästina. Neue Beziehungen zur Gründung weiterer Ortsgruppen sind bereits in England und Frankreich angeknüpft und sollen noch weiter ausgedehnt werden. Das Sekretariat Berlin steht in dauernder Verbindung mit allen Komitees in den verschledenen Ländern und berichtet ihnen regelmäßig über den Stand und die Entwicklung der Habimah-Angelegenheiten. Ehrenmitglieder dieses Kreises sind u. a.: Elisabeth Bergner, Bert Brecht, Ernst Deutsch, Alfred Döblin, Dr. Lion Feuchtwanger, S. Fischer, Walter Hasenclever, Professor Kestenberg, Generalkonsul Eugen Landau, Professor Dr. Moritz Sobernheim, Professor Mittwoch, Arnold Zweig in Berlin, Frau Margarete Tietz, Köln. Nahe Freunde des Kreises sind u. a.: Professor Dr. fsmar Elbogen, Kommerzienrat Gerson Simon, Kareski in Berlin, Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a. M., Frau Clem Gramer, Frankfurt a. M., Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, München. Finanzlage der ״Habimah“: Die ״Habimah“ ist vor zehn Jahren in Rußland nach dem Umsturz von 1917 entstanden und hat sich in unerhörten Entbehrungen durchgesetzt. Ihr Studium ist ermöglicht ■worden einerseits durch die künstlerische Hilfe von Stanislawsky und seinem ersten Schüler Wachtangoff, andererseits durch die opferwillige Bereitschaft einiger jüdischer Mäzene. Die ״Habimah“ hat sich bis zu ihrer Europa-Tournö im Jahre 1925 durch Subventionen durchgesetzt. 1925 unternahm sie unter einem Impresario eine Europa-Tournö, die einen beispiellosen Erfolg darstellte. Der Impresario aber, der der Unternehmer war, nutzte die Schau- Spieler sehr aus, so daß sich die ״Habimah“ nach Ablauf ihrer Europa-Toumö einerseits in einem völlig erschöpften Zu- Stande befand und andererseits nicht die Möglichkeit hatte, ihr Repertoir aufzufrischen. Um der ״Habimah“ eine schöpferischeRuhepause zu ermöglichen und ihr zu einem intensiven Studium neuer Stücke zu verhelfen, bildete sich der ״Kreis der Freunde der Habimah“. Er hat die Aufgabe, das hebräische Theater ״Habimah“ zu stützen und zu schützen und ihm durch die Möglichkeit neuer Einstudierungen zu einer neuen Schaffensperiode zu verhelfen. Die ״Habimah“ braucht jetzt eine Studiumszeit von etwa vier bis sechs Monaten. Auf dem neuen Repertoir stehen die Stücke: Moritz Heimann: ״Das Weib des Akiba“, CalcLpron: ״Die Locken Absaloms“ und außerdem eine Komödie von S chalom Aleichem. Die ״Habimah“ hat ihren Studiumsaufenthalt in Palistina gewählt, weil sie durch die Berührung mit der palästi*, nensischea Natur und dem neuen jüdischen Leben eine ,Ver-׳] ¥ V u :;r" f ■ly 1

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