Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 80-81 (12.10.1928)
- Date
- 1928-10-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 500 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81, 12.X. 1928 Jakob Wassermanns Kampf mU dem Judenfum Von Felix Wcltach II. (Schluß.) Es ist nicht schwer, zu zeigen, wie unbefriedigend der Standpunkt Wassermanns zur Judenfrage ist, wenn man seine Ansichten durchdenkt, die er int ersten Teile seiner Rede vorträgt, Schwieriger wird die Sache, wenn man den zweiten Teil in Betracht zieht und ihn zu dem ersten in einen sinn• vollen Zusammenhang bringen will. Es ist seltsam, wie viele Widersprüche in der Rede Wassermanns auftauchen; da gibt es eine ganze Zahl kleiner Widersprüche. Wassermann leugnet z. B., daß die Juden heute noch ein Volk sind. Sie sind nur noch eine Summe von Individuen, eine Summe also, nicht einmal mehr eine Gemeinschaft. Dennoch spricht er an anderen Stellen immer wieder von ihnen als von einem Volk, auch für die Gegenwart noch. Etwa, wenn er sagt: ״Die ganze Geschichte der Juden durch diese zwei Jahrtausende ist keine Heroen• und Dynastiengeschichte, keine Darstellung blutiger Ereignisse und kriegerischer Verwicklungen, sondern lediglich eine Kulturgeschieht«, die nicht einzelne überragende Oeister zu tragen haben, sondern ein ganze* V 01 k" Es ist recht schwer, diese Anschauung, Insbesondere die letzten Worte, sinnvoll mit dem letzten Satze zusammenzudenken, daß die Juden lediglich eine Summe von Individuen seien. Oder: Wassermann betrachtet die Juden als eine Aus* nähme zwischen den Völkern; sie sind Nomaden inmitten der Völkerwelt; noch immer Nomaden. Das ist wahrhaft eine starke Ausnahmestellung. Dennoch beklagt er sich an anderer Stelle gleich wieder: ״Sollen Immer und immer nur die Juden die Ausnahmen von den menschlichen, sozialen, biologischen Gesetzen und humanen Uebereinkünften sein?“ Wichtiger freilich als diese Detailwidersprüche scheint mir aber der Grund Widerspruch zu sein, der die ganze Argumentation durchzieht und der geradezu zwischen dem ersten Teile seiner Darlegungen, die wir letzthin behandelt haben, und dem zweiten Teile, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen, einen scharfen Schnitt macht. Es seien hier wieder einige wichtige Stellen zitiert. Vorerst die Darstellung der allgemeinen Situation des jüdischen Volkes in der Oaluth. ״Das ganz* Leben der Juden in der Diaspora spielt sich zwischen den beiden Gefühlspolen Erinnerung und Hoffnung ab, und die ganze Geschichte der Juden durch diese zwei Jahrtausende ist keine Heroen- und Dynastengeschichte, keine )arstellung blutiger Ereignisse und kriegerischer Verwicklungen, sondern lediglich eine Kulturgeschichte, die nicht einzelne überragende Geister zu Trägern hat, sondern ein ganzes Volk. Ich habe einmal ein Gleichnis gelesen, das ich nicht vergessen habe: Wie ein mächtiger Strom, der sich ins Meer ergießt und trotz der innigen Berührung mit dem neuen Element seinen eigenen Lauf einhält und seine Farbe nicht ,wechselt, so haben die Juden inmitten der Bewegung durch ,;; die Vfillc^ ihr* Art behaik» und ihr Wesen «Ich bewahrt Und es ist so, etwas von tiefer Stammeserinnerung steckt i« Jedem, etwas von der seligen Messiashoffnung in jedem. In der Seele eines jeden Juden sind Engramme des Leidens zu finden und verbliebene Aengste des Gehetzten und Verfolgten. Zweitausend Jahre sind eine Ewigkeit für das Individuum, im Gedächtnis der Generationen bedeuten sie nur eine kurze Spanne Zeit Und es ist für jeden Juden das wichtigste Lebensproblem, wie er mit dem ihm innewohnenden Generationsgedächtnis fertig wird.“ Nun folgt Wassermanns wunderbare Beschreibung des wurzellosen Juden: Diese Formel: von Ost nach West, von West nach Ost hatte mich jahrzehntelang beschäftigt. Ich war darauf gekommen, da□ sich im Dasein des Juden eine sonst nicht zu findende Gegensätzlichkeit geistiger und seelischer Eigenschatten irunagibt. Ich glaubte es so ausdrücken zu können: der Jude ist entweder der gottloseste oder der gotterfülltestc aller Menschen; er ist entweder wahrhaft sozial, sei es in veralteten, leblosen Formen, sei es in neuen, utopischen, das Alte vernichtenden, oder er will in anarchischer Einsamkeit nur sich selber suchen. Das Schicksal der Nation, ihre Vereinzelung unter fremden Nationen, ihre ungeheuren geistigen und wirtschattlichen Anstrengungen im Kampfe gegen die widrigsten Umstände, der fortwährende Zustand der Abwehr, der Selbstbehauptung, das plötzliche Erwachen am Morgen eines Kulturtags, das leidenschaftliche Ergreifen der Hilfsmittel und Waffen dieser Kultur, all das war wie ein beständig sich erneuernder Vergiftungsprozeß, weniger für den Oesamtorganismus als für den losgelösten einzelnen, und nur wenn dieser einzelne eine Persönlichkeit von Rang war, konnte er sich den verhängnisvollen Folgen entziehen. Dann nämlich wurde er sich des großen Zusammenhanges bewußt, ewige Symbole trugen ihn, er befand sich sozusagen im Reich des Mythos. Es ist der Gegensatz zwischen Verwelkung und Fruchtbarkeit, zwischen Vereinzelung und Zugehörigkeit, zwischen Verzweiflung und Einheit. Sich von der Vergangenheit abzuschneiden ist das krankhafte Bestreben des auf sich gestellten Juden, gerade weil ihn Erziehung, Milieu und vielfach Verpflichtung äußerlich wie innerlich noch an die Vergangenheit binden., Aber er findet in der Bindung das Gesetz nicht, daher zerreißt er sie und stellt sich auf sich selbst. Wenn einer bloß auf sich selbst steht, steht er auf nichts; daß er dann die Unsicherheit seiner Position immerfort spürt, ist nicht weiter verwunderlich; weil er sie spürt und darüber unglücklich ist, will er sie desto glaubhafter machen und greift zu Mitteln, die seinen Charakter kompromittieren, indem sie sein Selbstgefühl nur in der Gebärde steigern, alles wird Gebärde an ihm, alles Ueberhitzung, alles Akzent. Es ist ihm sozusagen die Idee des Daseins geraubt, infolgedessen muß er jede Wirkung und jedes Gelingen erst ertrotzen, muß seine Anlagen und Fähigkeifen überspannen und bildet ein jammervolles Schauspiel beständiger Unruhe und beständiger Gier. Er gibt sich nur hin, wo er sich verlieren kann und bewundert nur dort, wo er sich' verstoßen fühlt. Im Grunde seines Herzens glaubt er bloß an das Fremde, das Anderssein, erklärlicherweise, denn als ein Entgötterter ist er uriverwandelbar und sucht vermittels eines Salto mortale oder einer Ekstase die Ergänzung im Gegensatz. Die im fruchtlosen Widerstreben vergeudete Seelenkraft macht sein Gemüt arm und dringt den Geist auf das Feld steriler Spekulation. Aber er leidet auch und sein Leiden ist ein tödliehes. Und endlich die herrliche Schilderung des erfüllten Juden: ״Der Jude hingegen, den ich den Erben nennen möchte, der ist natürlich eine synt%oüsche Figur, ich könnte ihn ehensogut den Erfüllten nennen, ich habe ihn einmal den Orientalen genannt, vermeide aber die Prägung hier, weit sie zu Mißverständnissen führen kann, dieser 5t also seiner selbst sicher, da ihn ein unverlierbares Blutbewußt־ sein an die Vergangenheit knüpft und eine hohe Verantwortung der Zukunft verpflichtet; was der andere außen sucht, hat er innen. Er ist frei, jener ist ein Knecht. Er ist wahr, jener lügt. Er kennt seine Quellen, er ruht schaffend, jener ist der ewig wandernde Unwandelbare.“ Ich muß gestehen: Es ist von unserem, vom zionistischen Standpunkt kaum möglich, zu dieser Darstellung des ״entwurzelten“ und des ״erfüllten“ Juden etwas hinzuzufügen. Denn gibt es eine bessere Formulierung der Psychologie des — Zionisten, als diese Darstellung des Erben, den ״ein uner. klärbares Blutbewußtseln an die Vergangenheit knüpft und eine hohe Verantwortung der Zukunft verpflichtet?“ Und doch hat Wassermann seinen Vortrag mit einem Kampf gegen den Zionismus begonnen. Was ist der Sinn dieses Widerspruchs? Jakob Wassermann interessiert nur das Individuum. Innerhalb des Individuums sind freilich die ״Engramme" der Oeschichte des Volkes und des ״unerklärbaren Blutbewußtseins“ gestaltend und schicksalhaft wirksam. Wassermann sieht den Weg, sieht die tausende Wege, auf denen die Kräfte der Vergangenheit und die Kräftg der Gemeinschaft auf das Individuum wrken. Aber — er sieht keinen Weg vom Individuum zur Qemeinsehaft, keinen Weg vom Individuum in die Zukunft dieser seiner Vergangenheit. Mit der Wirkung im Individuum hört die Geschichte auf; es gibt keine Verpflichtung des Individuums der Vergangenheit und der Gemeinschaft gegenüber. Und wenn er an einer Stelle von der Verantwortung der Zukunft gegenüber spricht, so meint er dies offenbar wieder nur innerhalb des Individuums. Die Beziehung zwischen Gemeinschaft und Individuum hat für ihn nur eine Richtung; sie ist einseitig und nicht wechselseitig. Der Erbe bleibt Erbe und wird nicht mehr Vorfahre. Aus dieser Orundeinstellung läßt sich dann unschwer Wassermanns Stellungnahme zu den modernen jüdischen Teil- Problemen verstehen. Er selbst fühlt sich nur verpflichtet, für die jüdische Gemeinsehaft einzutreten, wenn sie angegriffen und geschmäht wird. ״Das eine steht jedenfalls fest, daß ich mich als zugehörig und solidarisch betrachten muß, solange die Schmach des gegenwärtigen Antisemitismus dauert.“ Das ist sehr ehrenhaft — aber es ist zu wenig. Das Versagen Wassermanns vor der lebendigen Gegenwart derjenigen, deren Vergangenheit er so bedeutsam in sich lebendig fühlt, zeigt sich am krassesten an jener Stelle, wo er von den Ostjuden spricht, ״den Scharen halbbarbarischer, iebensgi eriger, beutegieriger, aber von einem ganzbarbarischen Autokratismus gen e rat Ion e n la n g in Ohettowlldnis gefangen gewesener und infolge des Krieges unglücklicherweise auf Deutschland als auf das Land der europäischen Mitte losgelasser 1. up#v;tu;s i־|Äh e%וויו ״Das kann 6eiS"’ ',Judenfeind' wirjdi׳e!!'kitftfr*mde#־“ü|1d■' lieWasfr' gesagt haben. — Jede schiefe Anschauung auf ein großes Problem hat, mag es auch innerhalb der ganzen Konzeption plausible und passable Partien geben, eine bestimmte Stelle, die einfach unerträglich ist und die Unmöglichkeit der ganzen Position verrät. Hier ist die allerdunkelste Stelle in Wassermanns System: seine Stellung zu den Ostjuden. Grotesk wird sie geradezu, wenn man seine Darstellung dieser ״beutegierigen“ Ostjuden, die sich auf Deutschland stürzen, in Vorstellung und Stil mit dem Bilde vergleicht, das er von seinen eigenen jüdischen Vorfahren gibt, welche nun ״seit 500 Jahren im fränkischen Lande gesessen seien!"... Wie steht er zum Zionismus? Er ruft aus: ״Einen neuen nationalen Staat aufrichten zwischen den andern künstliehen? Sich von Türken, Arabern, Griechen, Persern langsam massakrieren zu lassen?" Diese Besorgnis ist von einer geradezu schmerzhaften Sorglosigkeit der Formulierung. Und wie steht er zu Palästina? Er sagt: ״Das Land der Väter; es ist barer Hohn; jeder italienische Marktflecken, jeder deutsche Dom geht tiefer in die Empfindung." Meines Wissens hat Wassermann noch nie den Versuch gemacht, ob er dieses Land der Väter nicht vielleicht doch — ohne Hohn — als das Land seiner Väter erleben würde, wenn er es wirklich real und konkret auf sich wirken ließe, zumindest wie den katholischen Dom und den italienischen Marktflecken. Auch die Frage der Assimilation stellt sich ihm anders als uns; immer wieder handelt es sich ihm darum, ob die Assimilation möglich ist; und sehr selten nur um die Frage, ob sie sittlich ist. ״Sind nicht heute die Hunderttausende ausgewanderter Deutscher vollgültige und vollgültig genommene Amerikaner, auch wenn sie ihr Deutschtum vertreten?“ sagt er im beklagten Gegensatz zur Stellung der Juden unter den Deutschen. Aber — die Frage der Möglichkeit der Assimilation ist tatsächlich nur für das Individuum ein Problem; die zweite oder dritte Generation, aus Mischehen geboren, spürt es nicht mehr. Wesentlich für das ganze Judenproblem ist aber nicht die Frage; Kann man sich assimilieren, sondern die Frage: Soll man sich assimilieren — in niedrigem und in höherem Sinne. — Und das führt uns zum wichtigsten Unterschiede. Der Individualismus bestimmt auch das Wesen der Wassermannsehen Auffassung der Judenfrage überhaupt Die Judenfrage bleibt für Wassermann immer ein Problem des Individuums, Uns ist sie ein Problem der Gemeinschaft. Nieht darum handelt es sich, wie der Einzeln« mit seinen ״Stammeserinnerungen fertig wird"; sondern Im Oegcntcü, darum, was er mit ihnen anfa» gen soll! Wie er sie für die Gemeinschaft verwerten soll! Von uns verlangt das Judentum nicht eine psychologische Auseinandersetzung innerhalb des Individuums, sondern eine sittliche Tat für die Gemeinschaft; Heraustreten in die Weit der Widerstände, einem gemeinsamen Ziele zu. Das ist der Weg des Zionismus. Er will nicht die Judenfrage des X. oder Y. lösen; er will die Judenfrage lösen. Weil aber für Wassermann die Judenfrage im tiefsten 0runde doch nur ejn Wassermann’sehes Problem ist — darum kann er auch kein Verständnis für den Zionismus haben und darum kann auch sein Weg, mag er von ihm noch so ehrlich erkämpft sein und mögen wir ihn selbst als Dichter noch so sehr verehren, nicht der unsrige Sein. Die Staatenlosen in Rumänien (Von unserem Korrespondenten.) —h. Bukarest, 5. Oktober 1928. Die Frage der Staatenlosen in Rumänien ist bis heute noch nicht in befriedigender Welse gelöst worden. Es handelt sich nieht um die Flüchtlinge, die vor einigen Jahren aus den umliegenden Ländern, besonders aber aus der Ukraine nach Ruminien gekommen waren und jetzt — freilich nur noch in geringer Zahl — geduldet innerhalb der rumänischen Staatsgrenzen leben. Die Kategorie der Staatenlosen umfaßt viel* mehr einen großen Teil jener Personen, welche zu der Zeit, als Transsylvanien, die Bukowina und Bessarabien von Rumänien okkupiert wurden, bereits in diesen Provinzen gelebt haben. Nach dem Friedensvertrag vom Jahre 1920 mußten alle Personen, sofern sie zur Zeit der Ratifizierung desselben auf rumänischem Staatsgebiete gelebt und in der Folge nicht für einen anderen Staat optiert haben, automatisch rumänische Staatsbürger werden. Trotz dieses klaren Wortlautes des Friedensvertrages wurde aber im Jahre 1924 von den gesetzgebenden Körperschaften Rumäniens ein Spezialgesetz über den ״Erwerb und Verlust der Staatsbürgerschaft“ erlassen, durch das allen Personen, die nicht nachweisen konnten, daß sie im Jahre 1918 bereits zehn Jahre in einem Orte Großrumänlens gewohnt hatten, die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. Da diese Personen inzwischen auch nicht für einen anderen Staat optiert hatten, blieb ihre rechtliche Situation vollkommen ungeklärt. Soweit der Sachverhalt. Verschärft wurde die Lage dieser Staatenlosen in der letzten Zeit dadurch, daß sie auch in die Fremdenkontrolle einbezogen wurden, welche vom Innenministerium alljährlich im Herbst durchgeführt wird. Wenn man bedenkt, daß diese Personen, welche nicht einmal über entsprechende Ausweispapiere verfügen, mit einemmal sogar zur Kategorie der Fremden gerechnet werden, obwoiil ihnen die Staatsbürgerschaft m Unrecht aberkannt wurde, dann ist es klar, daß für diese Staatenlosen neben der ständigen Unsicher* heit auch eine Periode von kleinen und großen Schikanen seitens der verschiedenen ausführenden Organe begonnen hat. Und dadurch hat diese alte Frage neuerlich an Aktualität gewonaen. Die neuangeordnete Fremdenkontrolle der Staatenlosen hat selbstverständlich eine Reihe von Gegenaktionen ausgelöst. Der ״Jüdische Nationalverband für die Bukowina“ unter Führung von Dr. Mayer Ebner hat vor kurzem ein Memorandum an das Innenministerium überreicht, in welchem gefordert wird, daß diese Staatenlosen nicht in die Fremdenkontrolle einbezogen werden, daß aber auch darüber hinaus das früher an ihnen begangene Unrecht wieder gutgemacht werde. Eine zweite gleichgerichtete Aktion hat der jüdische Senator Horia Carp direkt beim Innenminister Du ca unternommen und neuerlich die ganze Frage zur Diskussion gestellt. Im ganzen handelt es sich um 20 000 bis 28 000 Familien• Falls diesen Personen die Staatsbürgerschaft zuerkannt werden sollte, und zwar dadurch, daß der diesbezügliche Punkt des Friedensvertrages durch ein Spezialgesetz wieder in Kraft gesetzt wjrd, würde dadurch wohl eine, freilich unbedeutende, Ver- , sehitbung in den. BevölksrungszaWen eintreten, di« rumänische Regierung hatte aberin’"gröMttgigW״ Wrts«^«fc׳!LWrecBt wie"»** gutgemacht, was ihr um so leichter fällen müßte, als auch die grausamste und rückschrittlichste Administration diese Staatenlosen weiter in Rumänien dulden müßte, weil keine Möglichkeit besteht, sie in irgendein anderes Land abzuschieben. Jedenfalls darf diese Frage nicht vernachlässigt werden. Zu bedauern ist nur, daß unsere jüdischen Politiker ln Altrumänien und in den angeschlossenen Provinzen sich immer wieder in selbständigen politischen Aktionen (dies gilt nicht nur für die Frage der Staatenlosen, sondern ganz allgemein) zersplittern, statt geeint vorzugehen. Nach zehn Jahren faktischer Vereinigung kann dies kein unmögliehes Verlangen sein. Will man jüdische Politik mache«, dann muß über alles Trennende hinweg der Weg zur gemeinsamen Verständigung und gemeinsamen Arbeit gefunden werden — im Interesse der Sache. Sonst bleibt die jüdische Politik ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Jüdische Arbeit heim Bailaer Hafenbau Die Zionistische Weltexekutive in London hat eine Erklärung veröffentlicht, die besagt: Die Zionistische Exekutive in London beobachtet seit längerer Zeit aufmerksam die Lage mit Bezug auf den Hafenbau zu Haifa und ist mit den maßgebenden Behörden in eine enge Fühlung getreten, damit Vorkehrungen zu einer genügenden Beschäftigung jüdischer Arbeiter getroffen werden. Nachdem die Exekutive in Erfahrung gebracht hat, daß mit dem Hafenbau schon bald angefangen und daß die Arbeiten im Kontraktwege und nicht durch das Arbeitsdepartement vergeben werden sollen, ging die Exekutive sofort daran, den in Betracht kommenden Stellen die Ansprüche der jüdischen Arbeiter zur Kenntnis zu bringen und sie zu vertreten. Dr. Eder hat noch zu Beginn des Juli d. J. in dieser Angelegenheit mit dem Kolonialamt zuerst brieflich (1t. Juli) und dann in einer persönlichen Rücksprache (17, Juli) verhandelt. Seitens des Koionialamtes wurden die dargeiegten prinzipiellen Fragen zur Kenntnis genommen, Dr. Eder wurde bedeutet, daß es nicht nötig sei, vor September d. J. detaillierte Vorschläge zu unterbreiten. In einer am 12. September d. J. im Kolonialamt stattdie Frage abermals behandelt. In einer weiteren, am 18. Sepfernher im Kolonlaiamt stattgefundenen Sitzung, bei der seitens der Zionistischen Organisation Prof. Brodetsky und Leonard Stein anwesend waren, wurde die Angelegenheit in den Einzelheilen erörtert. Als Dr. W e i z m a n n Ende September nach London zurückkehrte, unternahm er sofort persönliche Vor- Stellungen bei den in Betracht kommenden amtlichen Stellen. Man erfuhr, daß das Kolonialamt gern eine ausführliche Stellungnahme der Zionistischen Organisation entgegennehmen würde, daß es aber nicht notwendig sei, ein solches Statement vor Mitte November zu unterbreiten, da vor diesem Datum ein definitiver Beschluß nicht gefaßt werden würde. Die Exekutive ist gegenwärtig mit aer Abfassung eines ausführlichen Statements beschäftigt, in welchem die Ansichten der Zionistisehen Organisation dargelegt und definitive Vorschläge betreffend die Sicherung der berechtigten Forderungen der jüdischen Arbeiter formuliert werden. (Vor einiger Zeit hat die Arbeiterorganisation dem stell* vertretenden Oberkommissär ein Memorandum in dieser Frage überreicht. Auch die Palästina-Exekutive hat wiederholt des• wegen interveniert.)