Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 78-79 (5.10.1928)
- Date
- 1928-10-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 78/79, 5. X. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 557 T Literatur-Blatt S. Sdineur (Anläßlich seines 25 jährigen literarischen Jubiläums in diesem Jahre.) Von S. Gomelski, Paris. 1. Es ist wahrlich kein leichtes Unternehmen, einen Dichter wie Schnei»־ zu ״definieren“, ihn einzureihen. Ist er etwa ״Lyriker“? — Sicherlich nicht. Schneur ist der am wenigsten lyrische Dichter in der modernen hebräischen Literatur: weder dem Inhalte noch den Ausdrucksformen nach ist er lyrisch. Charakteristisch in dieser Hinsicht für ihn ist schon der Name eines seiner ersten Lieder: ״Der Gedanke“, das ein Halleluja für die reine Vernunft ist. Zwar ist auch bei Schneur die wahre Welt seiner Dichtung die des Gefühls, doch ist der Gedanke bei ihm immer auf der Wacht: Schneurs Gedankenwelt befindet sich nicht im kahlen Gehirn, sondern einzig in seinem Herzen. Des Dichters Herz verleiht seinen Gedichten die Saftigkeit, der Gedanke — den Inhalt, den Scharfsinn. Etwa ״Romantiker“? — Ja und nein. Schneur ist Romantiker, insofern dieses Wort die Harmonie des Gefühles und der Vernunft ausdrückt; er ist Romantiker dem Sinne nach, in welchem Romantik die Quelle der ewiggöttlichen Sehnsucht, der ״heiligen Unruhe“ ist. Nie ist er aber ״romantisch“, genau wie er nicht ״lyrisch“ ist. ״Symbolist“? — Durchaus nicht. Schneurs Dichtung bietet uns einen ungeheuren Reichtum an Allegorismus. Seine reiche dichterische Phantasie, seine visuelle Kraft bewegt sich aber nicht in dem Bereiche der abstrakten Symbole und Formen. Wir sind wirklich zu arm an Worten, als daß wir durch ein Wort, durch eine Definition den dichterischen Puls eines Schneurs betasten könnten. Die Schwierigkeit, Schneur auf diese Weise zu definieren, liegt an dem Kern seiner Dichtung, dem Hauptproblem seines Schaffens: die Welt, der Mensch, dessen Schicksal, ihre gegenseitigen Beziehungen. Bei der Behandlung dieses Problems sehen wir deutlich, welch ein Segen für ihn die obenerwähnte Harmonie zwischen dem Gefühle und der Vernunft war: eben hier, in diesem Problem aller Probleme, muß der Dichter und der Künstler den richtigen Maßstab besitzen, damit er nicht in den Abgrund des weichlichen Lyrismus oder Romantizismus herabsinkt. Dieses Problem ist reich an Namen: Frau, Liebe, Tag, Nacht, Sonne, Winter, Sommer, Meer, Berge, Sturm, Wolken u. a .m. AH dies ist ״Leben“. Sogar der Tod, dieser grausamste Antipode des Lebens, ist für ihn nur eine der vielen Erscheinungen des Lebens: Schneur läßt ja das Leben mit dem Tode ein Bündnis schließen: ״Du wirst gebären — und ich werde vernichten“ ist die Parole dieser Partner. Und vor allem fühlt sich Schneur in der ewigen Sphäre des Urtriebes zu Hause. II. Wollten wir Schneurs Beziehung zu den rein ״menschliehen“ Erscheinungen illustrieren, würde das Thema, in dem für Schneur die größte Leidenschaft der menschlichen Natur zum Ausdruck kommt, die Frau und die Liebe —, genügen. :“»■Mat man ln unserer literarischen Welt etwa nicht den größten Irrtum begangen, indem man Schneur als ״Erotiker“ hinzustellen versuchte? Man wollte ihn unbedingt ״definieren“ — und dabei hat man ganz und gar den Schneur der meisterhaften Romanze (״Die zarte Hand“; ״Ihr ganzes Herz hat sie ihm geschenkt“ u. a. m.), den Schneur, der das Goethe’schc: ״Liebe, Liebe, laß mich los“ wiederholt und ausruft: ״O, mein Gott, du mächtiger, weiser Vater, In deine Hände, aber nicht in diese umfassenden Marmorarme“ (״Sein Gebet“) — diesen Schneur hat man außer acht gelassen. Wir finden Schneur als Sänger der Liebe in einem seiner musikalischsten Lieder, preisend das höchste Glück, welches die Liebe dem Menschen darbietet (״Die Margueriten“), wo er uns doch an anderer Stelle die bittere Ironie dieser beglückenden Liebe zeigt und uns belehrt: der Mensch ist stets wie ״unterwegs“ und harrt auf den beglückenden Moment So sieht Schneur in seinen ,,erotischen“ Liedern aus. Auch hier ist es der Mensch, den er in den Mittelpunkt stellt. Wir erfahren, daß der Mensch im Getümmel des Lebens nur einen Ausweg hat — und zwar, sich teilweise dessen zu bemächtigen, was doch allein ihm ganz gehört — des Lebens. Dies ist auch die Frage, die die größte Berücksichtigung in der Schneur'schen Dichtung findet. Auch seinem Menschen ist das Los des Heine'schcn Narren beschieden: ״Wehe dem Narren, der einzelne Fünkchen verachtet, Und nur nach der ganzen Sonne strebt.“ (In der Nacht der Lust.) Doch finden wir den wahren Schneur erst dort, wo er die Welt der geheimnisvollen Kräfte, die die Oberhand über den Menschen gewonnen haben, verläßt und seinen Blick dem dynamischen Menschen zuwendet, der mit offener Brust sich der Natur und ihren Urerscheinungen gegenüberstellt und sein Recht fordert. Erst hier sehen wir es deutlich, wie einheitlich, stark und universell Schneur ist: sein Universalismus ist auch das Hauptmotiv seiner Dichtung. III. Schneurs Welt ist in den Wolken, in den Wellen, in den Bergen. Für ihn hat sich mit dem ״Bereschith“ nichts geändert: es ist dasselbe Chaos, dasselbe ״Tohu-wabohu“. Das Leben ist nichts als die Synthese der beiden Extreme: des Kosmos und des Chaos, des Anfangs und des Endes. Deshalb spricht auch Schneur nur von zwei Idyllen: das ״Idyll des Schaffens“ und das ״Idyll des Endes“ (״Im Traum“). Der Dichter vereinigt die beiden Idyllen im Herzen — und deshalb gibt es für ihn auch nur zwei Farben: hell (die Sonne) und schwarz (die Nacht). Sonne und Nacht sind die Leitmotive seiner Dichtung, die Achse, um die sich seine Weltkonzeption und seine Lebensauffassung dreht. Schneur haßt die Nacht, die Finsternis, das Geheimnisvolle, das Unklare. Diese Naturerscheinungen sind für ihn nur Erscheinungsformen des größten Feindes des Lebens: des Todes. Abgesehen von Schneurs Pessimismus, den wir noch besprechen werden, ist er ein radikaler ״Jasager“ des Lebens. Aber in seinem ״Jasagen“ steckt eine ethische Lehre: das l eben, wie auch der Mensch, sind ein Absolutes und für sich. Beide sind sie gleichwertig, und für beide muß derselbe Maßstab angewendet werden: die Philosophie des Passiven ״laisser faire laisser aller“ muß abgeschüttelt und durch eine aktive Rolle ersetzt werden. Wir müssen stets nur auf das Neuschaffen, Neugestalten bedacht sein — und auf diese Weise Herr unseres Daseins werden. Schneurs Haß gilt seiner Generation, die in absolutem Widerspruch zu seinem Ideal des Menschen steht. Für ihn ist: diese Generation der Stunde nicht gewachsen. Höchstens könnte man mit ihr Mitleid haben, keineswegs aber sie lieben. Gegen diese Generation geht Schneur mit seiner ganzen Heftigkeit vor. In diesem Falle gibt es weder für Lyrik noch für Sentiments Platz: nicht mit diesen Mitteln kann mail den wahren Menschen, den Homo Sapiens finden, der dem Dichter in seiner Welt vorschwebt. Das Geschlecht, in dem Schneur lebt, bestellt aus Zwergen. Es ist ein Geschlecht, welches nur bequemlidikeitshalber die kranke Philosophie des Weltschmerzes aufgenommen hat, um leichter schwärmen zu können (״Träume“). Diese Zwerge scheuen das Licht, fürchten die Sonne, und für sie hat Schneur nur ein Gefühl: ״Ich bin betrunken — aber nicht vom Wein“ ״Ich bin krank — aber nicht von Liebe —“ ״Der Haß hat mich betrunken gemacht —“ ״Das Gift des Stolzes hat mich vergiftet.“ (Zwischen den Mauern.) Schneurs Ideal ist der Uebcrmenscli. Die Lilipute müssen verschwinden, damit Schneurs Wunsch in Erfüllung gehen kann: die Entstehung eines neuen stolzere!^, festeren Geschlechtes zu ermöglichen., Dann erst kann auch die Prophezeiung des Dichters verwirklicht werden: ״Die Welt wird den Wenigen, den Besseren, den Wackeren bleiben“ ״Und die Herrschaft wird dem Schöpfer gehören.“ Sie, die Schöpfer der kommenden Welt, sind die wahren Aristokraten der Menschheit, und nur solche Geister machen die Geschichte. Es ist kein Aristokrat in weißen Handschuhen, sondern ein fleißiger Streiter, der für ein besseres Leben kämpft. Schneur ist dessen sicher, daß der starke Mensch auch der Sjeger sein wird und sogar seine Gegner in der Natur besiegen wird. (״Die Zukunft“.) Es ist ein Irrtem zu glauben, daß die Natur der Feind des Menschen sei. Im Gegenteil, die Natur gleicht einer Frau: sie wartet solange, bis sie der ״Starke“ nehmen wird, — sie, die sich so gerne liingeben will. Dies wird aucli der Grund sein, weshalb Schneur von beiden — vom Menschen und von der Natur — wie von zwei Gleichen spricht. So beginnt er z. B. sein berühmtes Gedicht ״ln den Bergen“ mit den Worten: ״Wir sind uns begegnet.“ Er, der starke Mensch, ist dem Riesengebirge als Gleicher begegnet. Ebenso schildert er uns den heldischen Widerstand, den sein Mensch dem Frost und dem Winde gegenüber geleistet hat. (,,Wisset ihr, was mir die Kälte erzählt hat“.) Die Diskrepenz zwischen dem ihm vorschwebenden Ideale seines Menschen und der Wirklichkeit ist das Geheimnis des Schneur’schen Egozentrismus. IV. Schneurs Pessimismus ist n'cht der eines verzweifelten Menschen, er ist bloß die Abspiegelung des Protests wider die Welt der Zwerge. Einmal reagiert der Dichter auf diesen Konflikt durch ein ״ha-ha-ha“. Nicht bloß ein persönlicher Durst nach Licht ist der Ursprung seines Pessimismus, sondern vielmehr die Tatsache, daß der Mensch so verlassen, so vereinzelt und unverstanden dasteht. Schneur ist und bleibt der Dichter des Menschen und seines Schicksals. In diesem Sinne ist ein kleines Lied-Märchen symptomatisch Die arme Mutter singt ihrem Töchterchen ein Lied von dem märchenhaften Schloß und seiner Prinzessin, das hungrige Kind aber weint doch: ״Mutter gib mir Brot.“ In der Lage des hungrigen Kindes befindet sich auch der Dichter selbst, das Kind lechzt nach einem Stückchen materieilen Brots, der Dichter und ״sein Mensch“ nach einer schöneren, besseren Welt. Dieses Suchen ist eben die Kraft, die die Menschen vereinigt und sie einander näher bringt. Die Menschheit sehnt sich nach dem heiligen Feuer — und dieses Feuer brennt schön, hell, im Sammelbuch der Schneur’schen Gedichte ״Die Brücken“. Trotz seines Pessimismus hat sich Schneur die Philosophie des ״Koheleth“: ״Alles ist eitel“ nicht zu eigen gemacht. Schneur ist vielmehr mit einem starken Empfinden des Lebens beschenkt worden. Dieses Empfinden kommt deutlich in seinen Liedern der Natur zum Ausdruck. Schneur genügt es nicht, die Natur b'oß zu ״bewundern“: er fühlt sich ihr gleich, wenn er mit ihr allein ״tete ä tetc“ bleibt. Nie spricht Schneur von der Natur, ohne dabei den Menschen zu erwähnen. Die Ursache dafür liegt darin, daß die beiden — der Mensch wie auch die Natur — denselben Prozeß, den ewig dauernden Streit miterleben. Nur selten spricht Schneur vom ״ruhige 11“ Zustande in der Natur, von ihren idyllischen Momenten. Sein Schnee, seine Kälte, Sonne, Regen und seine Wolken sind nicht bloß Erscheinungen, sondern sie leben, sie haben Temperament. Sogar die unorganische Natur lebt bei ihm ein impulsives Leben: seine Berge, Hügel, Abgründe des Meeres — alles bewegt sich und lebt. Schneur ist nicht der Dichter des Vorhandenen, sondern er schuf alles aufs neue, aus seiner eigenen Welt, ebenso wie es Heine’s ״Gottes Nebenschöpfer“ tat. V. Schneur ist nicht bloß der Dichter des Wortes, er ist vielmehr der Maler des Wortes. Die Gedichte, die er den Ur-Erscheintmgen in der Natur gewidmet hat, lesen wir nicht, sondern wir sehen sie. So sehen wir im Gedicht ״Die Berge“ und so sehen wir auch seine Wellen unterhalb der Erde und des Meeres. In jeinen Gedichten befinden wir uns in der Welt der Plastik und der Farbe. Wenn wir Schneurs Gedichte ״Die Berge“ und seine Schilderungen der Abgründe des Meeres usw. lesen, bewundern wir die bezaubernde klassische Schönheit, die reiche Phantasie, die Musik, den Reichtum an Ausdrucksformen. Die Ausdrucksniittel Schneurs sind mächtig: so muß sich derjenige ausdrücken, der den Uebcrgangsprozeß aus dem großen ״Tohu-wabohu“ in die neue, von ihm geschaffene Welt mitcrlebt. Und Schneur befindet sich immer in diesem Zustande. So kommt es, daß manche enttäuscht sein müssen, die in Schneurs Gedichten nur das Musikalische, das Rhythmische, das ״Dichterische“ suchen. Bei Schneurs Gedichten ״ruht“ man nicht: wie Jacob, unser Erz-Vater, mit dem Engel, so kämpft auch Schneur. Sein Gedicht ist das Ergebnis dieses Kampfes. Und ebenso wie wir von dem Gewitter nicht verlangen können, daß es nach Noteii und bestimmten Regeln brause und stürme, so können wir auch keinen Anspruch darauf erheben, daß ein stürmischer Dichter wie Schneur seine Gefühle, Gedanken und Ausdrucksformen in vorher bestimmte Rahmen hineinfügen soll. Solch ein ״stürmischer“ Dichter kennt nur einen Rhythmus: den — seiner Welt. Schneur ist ״leicht“ und rhythmisch nur dort, wo er sich sozusagen einen Streich erlaubt: eine Romanze, ein Liedchen — überall dort, wo er das Leben ״besingt“. Solche seiner Gedichte können wir auch lesen, sie hören. Selten aber ist Schneur in solchem Zustande. Charakteristisch für seinen Egozentrismus ist aber auch die Tatsache, daß ihn seine Ruhe erst dann verläßt, wenn er nicht von sich, sondern von der Umwelt und von dem Menschen ״singt“: dann ist sein Gedicht schwer und mächtig, denn schwer ist auch die Last, die auf ihm dann ruht. VI. Schneur ist niemals von jener besonderen Last frei, die i!111, den Universaiisten, bedrückt: von der jüdischen Vcrgangenheit. Schneur ist der einzige unter den modernen hebräischen Dichtern, der sich mit dem Sturm — und Drang unserer Epoche nicht befaßt hat; Er hat (in seinen Gedichten) fast kein einziges Mal über die Kämpfe und Gärungen, die das jüdische Leben unserer Generation ausfüllten, geschrieben. Auch das ist bei ihm kein Zufall: seine ,,Jüdischkeit“ stammt nicht von heute, von gestern; sie wohnt ihm seit ewig, von uralten Zeiten her, inne. Nicht nur in seinem prachtvollen ״Wilno“, sondern auch in seinen verschiedenen anderen Liedern kommt häufig seine Beziehung zu seiner Abstammung zum Ausdruck. In seinem Lied ״Bei den Klängen der Mandoline“ tritt sein ganzer jüdischer Stolz zutage, spricht er vom ״jüdischen Löwen“ und vom ״letzten Aristokraten unter den Himmeln“. Schneur findet starke Ausdrücke für die tausendjährige Tragödie Seines Volkes: nicht das Schreckliche, sondern das Grandiose in der jüdischen Tragödie diktiert ihm seine Worte. Er spricht dann von sich wie von einem ״wandernden Prinzen“, der seinen Adelsbrief mit sich trägt; er fühlt in sich das Biut des ״Gesegneten Enkels aus dem Orient“, und auch hier bringt er die Gegenüberstellung des Knechtes zum Aristokraten zum Ausdruck: nicht im sozial-gesellschaftlichen Sinne des Wortes, sondern im historisch-universellen. Schneur der Jude, wie auch Schneur der Dichter, ist ein Ganzes, weil er sich immer und stets treu bleibt. Literarische Nachrichten Richard Beer-Hofmann steht vor der Beendigung seines Dramas ״Der Junge David“. Er wird den ersten Akt dieses Werkes anläßlich seines Aufenthaltes in Berlin im Rahmen einer Veranstaltung der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina zum erstenmal öffentlich v o r 1 e s e n. ״Der Junge David“ bildet die Fortführung des in ״Jaakobs Traum“ von dem Dichter angekündigten Gesamtwerkes ״Die Historie vom König David“. Soeben erschien im Verlag ״J a 1 k u t“ in Berlin der zehnte Band des hebräischen Sammelbuches für die Wissenschaft des Judentums ״Hagoren“. Herausgeber ist der bekannte hebräische Wissenschaftler S. A. Horodezky. Vor 30 Jahren erschien (in Berdvczew) der erste Band dieses Werkes, in welchem im Laufe der Jahre viele wichtige Arbeiten jüdischer Gelehrter veröffentlicht worden sind. Infolge verschiedener Hindernisse konnte erst jetzt der zehnte Band herauskommen. Aus dem Inhalt erwähnen wir fo!ga:״!c Arbeiten: Von M. I. Bin Gor i o n (aus dem Nachlaß) über das Buch Jona, von Dr. Torczyner über Psalm 42 und 43, von I. Kaufmann über Jesus letzte Wallfahrt nach Jerusalem, von Prof. J. Guttmann über den Aristäusbrief, von Prof. E 1 b o g e n über Schmone-Eßre, von Horodezky über den ״Adam Kadmon“ und über Chaim Vital, ferner Arbeiten von Rubaschow, Ch. Tschernowitz, Prof. S. Kraus, Prof. M a r k o n u. a. Das Sammelbuch ist für jeden Studenten der jüdischen Wissenschaft eine wichtige Bereicherung. Der Verlag ״M i z p a h“ in Jerusalem veröffentlicht soeben einen Band Erzählungen von Gustave Flaubert in der hebräischen Uebersetzung von Jakob Rabinowitz. ״Das Spektrum Europas“ von Graf Hermann Keyserling erschien in Jerusalem in einer hebräischen Uebersetzung von Isaak Normann. Rabbi A s s a f, Dozent der Hebräischen Universität Jerusalem, hat einen neuen Band von Responsen der Gaonim veröffentlicht, die bis zum 11. Jahrhundert zurückgehen. Er publiziert darin zum ersten Male eine Reihe von Handschriften, die er in Leningrad, Oxford, Cambridge und Kairo gefunden hat. Die Handschriften aus Leningrad sind mit Erlaubnis der russischen Behörden photographiert und diese Photographien dem Verfasser zur Verfügung gestellt worden. Das Buch erscheint im Verlag ״Darom“, Jerusalem. In Jaffa soll demnächst eine arabische Wochenschrift ״Asa Musa“ erscheinen, deren Herausgeber der Jude Saul Abraham ist. Die Zeitung wird vorwiegend literarische Gegenstände behandeln. Eine hebräische Uebersetzung von Sigmund Freuds ״Massenpsychologie und Ich-Analyse“ ist als erster Band der Schriftenreihe des Lehrerorganes ״Hed Hachinuch“ soeben in Jerusalem herausgekommen. Eine Gruppe hebräischer Schriftsteller mit Bialik an der Spitze bereitet ein Sammelbuch über den Sabbat vor, das die schönsten Aeußerungen über den Sabbat umfassen soll. : ־ r