Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 78-79 (5.10.1928)
- Date
- 1928-10-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 554 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. T8m, 5.X. 1928 JaKob Wassermanns Kampf mtt dem Judentum Von Felix Weltteil Wicklung der Dinge in Amerika mit größtem Interesse und hoffen, daß die amerikanischen Zionisten im körn* menden Jahre, dem Jahr der ernsten Agency-Au seinandersetzung, auf der Höhe ihrer Aufgaben stehen werden. * Kanada für den Keren Kafemeth Ein schönes Beispiel zionistischer Leistung haben soeben die kanadischen Zionisten erbracht. Sie haben 40000 Pfund in bar dem Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem überwiesen, die größte Einzel- Zahlung, die der Keren Kajemeth je erhalten hat. Diese 40 000 Pfund sind die Erfüllung einer Verpflichtung, die die kanadischen Zionisten im Juli 1927 auf ihrer Tagung in Winnipeg auf Veranlassung von Herrn Ussischkin, dem Präsidenten des Keren Kajemeth, übernommen haben. Es ist Herrn Ussischkin damals gelungen, die kanadischen Zionisten dazu zu bewegen, einen Bodenkomplex von 50 000 Dunam für den Keren Kajemeth zu kaufen, indem sie im Laufe von 10 Jahren 200000 Pfund aufbringen. 20000 Pfund wurden sofort gezahlt, jetzt folgten 40000, die den Abschluß der geplanten Transaktion erleichtern sollen. Der Rest wird in Jahresraten in Kanada aufgebracht werden. Die ganze zionistische Welt anerkennt die Bedeutung dieser kanadischen Tat, die es ermöglicht, das Siedlungswerk in Palästina auszudehnen, die langersehnten neuen Bodenkäufe zu realisleren und damit neue Perspektiven zu eröffnen. Es braucht nicht erst betont zu werden, daß dieses Ereignis ein Ansporn auch für andere Länder sein sollte, ihre Pflicht gegenüber dem Keren Kajemeth zu erfüllen. Würde durch größere Spenden dem Keren Kajemeth mehr Bewegungsfreiheit gegeben werden, dann könnte auch die gegenwärtige Stagnation des Kolonisations- Werkes in kürzester Zeit einem neuen Fortschritt Platz machen. Für kulturelle Zusammenarbeit Der Besuch von 50 hebräischen Lehrern aus Pa- Iästina unter der Führung von Jizchak Epstein in Syrien ist ein begrüßenswerter Schritt zur Herstellung kultureller Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern. Vor einiger Zeit haben bekanntlich ägyptische Lehrer unter der Führung des ägyptischen Unterrichtsministers das jüdische Schulwerk Palästinas besichtigt, was unsere Lehrer später mit einem Gegenbesuch beantworten. Dieser Austausch von Erfahrungen ist sicherlich für den pädagogischen und organisatorischen Ausbau der Schulen beider Teile sehr wertvoll, aber darüber hinaus ist der Kontakt der beiden in Palästina zusammenlebenden Völker, Juden und Araber, gerade auf dem Gebiet der Kultur- und Erziehungsarbeit auch von nationaler und politischer Bedeutung. Freilich drängt sich die Frage auf, warum ein solches Verhältnis nur zwischen den Arabern des Auslandes und den Juden angebahnt wird, während die Beziehungen zwischen den jüdischen und arabischen Schulen in Palästina selbst sehr lose sind. Es wäre zu wünschen, daß auch im Lande ein gegenseitiges Kennenlernen in den Bezirken der Kulturarbeit angestrebt wird. Vielleicht wird die Universität hier mitwirken. Die Tätigkeit der orientalischen Abteilung der Universität hat kürzlich auf dem Orientalistenkongreß in Oxford eine schöne Anerkennung gefunden, indem in einer besonderen Resolution die von vier Gelehrten dieses Instituts begonnene Arbeit über früharabische Literatur besonders begrüßt wurde. In der islamischen Sektion, die sich mit dieser Sache befaßte, saßen zahlreiche arabische und indische Gelehrte, und es wäre ein erfreuliches Nebenprodukt dieser Gelehrtenkonferenz, wenn in orientalischen Kreisen das Gefühl der Bedeutung unserer Jerusalemer Universität für den Orient und damit das Gefühl der Solidarität gestiegen wäre. David Jellin ln Berlin Dieser Tage ist in Berlin der Präsident des Waad Leumi und Vizebiirgermeister von Jerusalem, Herr David Jellin, eingetroffen, wie Herr Jellin uns mitteilte, gilt seine Reise, auf der er bereits mehrere Städte Europas berührt hat, vor allem der Finanzierung des Baues des Lehrerseminars, dessen Direktor er ist. Das Lehrerseminar wird in der Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem errichtet und der Bau, der im Vorjahre durch einen anfangs entstandenen, später aber beigelegten Kanfiikt mit der Arbeiterorganisation wegen der Beschäftigung von durch die Arbeitsämter ausgewählten Arbeitern viel besprochen worden ist, ist bereits ziemlich weit vorgeschritten. Julius Rosenwald in Chicago hat vor einem Jahr für den Bau 75 000 Dollar gespendet. Nun fehlen noch die Kosten der Beendigung des Baues und der Inneneinrichtung, sowie ein Stipendienfonds. Jellüq, hofft, in Europa eine größere Summe aufzubringen, und begibt sich dann nach Amerika, wo er Aussicht hat, von Rosenwald einen weiteren Betrag zu bekommen, falls vorher auch von anderer Seite die Hälfte der erforderlichen Summe beigesteuert ist. Aus der von der Gesellschaft zur Errichtung des Lehrer- Seminars herausgegebenen schön illustrierten Broschüre in hebräischer und deutscher Sprache sind alle Einzelheiten über Geschichte, Tätigkeit und Aussichten dieser Anstalt ersichtlich. Eine arabische Delegation nach London Jerusalem, 27. September. H. T. A.) Seitens der arabischen Exekutive wird der J. T. A. mitgeteilt, daß die arabische Delegation, die sich nach London begeben sollte, um sich bei den dortigen maßgebenden Kreisen für die Schaffung einer gesetzgebenden Körperschaft im Lande einzusetzen, vorderhand nicht nach London abreist, sondern erst nach dem Eintreffen des neuernannten Oberkommissars für Palästina, Sir John Robert Chancellor, sich nach London begeben wird. I. Jakob Wassermann, der deutsche Dichter, hielt kürzlich in Reichenhall in der ״Deutschen Vereinigung für staatswissenschädliche Fortbildung“ einen Vortrag über ״Das Judentum“. •— Bereits einmal ist Jakob Wassermann mit seinen Gedanken zur Judenfrage in die Oeffentlichkeit getreten mit seiner Schrift: ״Mein Weg als Deutscher und Jude“, die vor etwa sechs Jahren erschienen ist. Sein Vortrag in Reichenhall ist eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Judentum und außerdem eine Abrechnung mit dem Zionismus. Es ist kein Zweifel, daß die Worte Wassermanns in der deutschen, aber auch in der jüdischen Welt volle Aufmerksamkeit finden werden; sie sollen daher auch hier einer kleinen Besprechung unterzogen werden. Jakob Wassermann gilt heute mit vollem Recht als einer der größten unter den lebenden deutschen Dichtern. Er ist ein Künstler, der das Glück hat, die weiteste Resonanz gefunden zu haben. Die Geistigen schätzen ihn und das Volk liest ihn. Dieser deutsche Dichter ist Jude; und ein Mensch, der mit seinem Judentum durchaus nicht leicht fertig wird. Wenn er auch dem Judentum gegenüber offenbar eine Defensivstellung gewählt hat, so ringt er doch tapfer mit ihm. Und wenn er auch das Judentum schließlich besiegt, so ist er doch kein überwütiger Sieger. Er fühlt und betont es, daß seine Stellung zum Judentum ״heikel und eigentümlich“ ist. Wohl sind es meist äußere Angriffe auf sein Deutschtum, die ihn in den Kampf mit dem Judentum treiben (es ist auch bezeichnend, daß er gegen den Zionismus mit einem — Antisemiten kämpft); aber —• es sind, das merkt man deutlich, doch nicht nur diese äußeren Angriffe, das Judentum ist für Wassermann auch ein schweres inneres Problem. Dennoch haben unter den Voraussetzungen seines Kampfes mit dem Judentum die Angriffe auf sein Deutschtum so viel Uebergewicht, daß sie nicht nur jene Defensivstellung dem Judentum gegenüber bewirken, die ich bereits hervorgehoben habe, sondern auch dem ganzem Judenproblem Wassermanns statt der allgemeinen Form: Wie löst man die Judenfrage? die individuelle Gestalt geben: Warum bin ich, als Jude, dem das Judentum etwas bedeutet, dennoch ein hundertprozentiger deutscher Dichter? Diese Verschiebung ist nicht nur verzeihlich; sie ist auch begreiflich, ja, denkt man an den hohen Wert der Wassermannschen Dichtung — fast unantastbar. Dennoch — oder vielmehr gerade darum, gerade wegen der Ausnahmestellung Wassermanns — muß man selbst bei weitgehender Anerkennung seiner Argumentation seiner Lösung eine allgemeinere Gültigkeit versagen. Wassermanns neues Bekenntnis ist folgendermaßen charakterisiert: ln der Darstellung durch eine echte Wassermannsche Sprache, ausgezeichnet durch jenen verhalten-ruhigen reichgegliederten Rhythmus, der ln seiner edel geschwungenen Melodie die Spannung der Leidenschaft ahnen läßt, welche unter der Oberfläche dieser Sprache am Werk ist.; in der Gesinnung durch Ehrlichkeit und Offenheit; im Gedankenbau durch einen seltsamen Widerspruch, der das Ganze durchschneidet;־ und in der Argumentation durch einen auffallenden Mangel an Originalität. Die Rede hat offenbar zwei Teile. Der erste ist eine Polemik mit dem Zionismus, der zweite ist eine Darlegung der psychologischen Situation des modernen Juden, welche — der zionistischen Auffassung merkwürdig nahekommt. Es ist hier nicht möglich, die ganze Rede abzudrucken. Es sollen nur einige charakteristische Stellen zitiert werden. Vorerst seien jene Sätze hcrausgehoben, welche gegen die zionistische Auffassung der Judenfrage polemisieren: ״Wolfen wfr doch einmal über die Judenfrage ganz offen sprechen, schlug ich vor. Ich sagte: Der Grundirrtum, in den sie verfallen sind, ist der, daß sie die Juden als Nation bezeichnen. Das sind sie nicht, das können sie nie wieder sein. Die Juden sind eine Summe von Individuen. Darin liegt ihr Verhängnis, darin liegt ihre europäische Vergangenheit, darin liegt ihre Gegenwart und wahrscheinlich auch ihre Zukunft. Gelingt es den Juden heute, einen Staat zu gründen, so werden sie vielleicht eine Nation sein, vielleicht als ״Volk“ gelten und anerkannt sein; Juden im bisherigen Sinn werden sie dann aufgehört haben zu sein. Wohlfahrt, staatliche Bindung, politische Wirkung, einen Rang zwischen den andern zahlreichen nationalen Gebilden, wenn auch einen noch so geringen, werden sie sich möglicherweise erobern, ihre weltgeschichtliehe Mission ist aber damit zu Ende. Ich erwähnte die Geschichte des Volkes Israel von Renan und wie überzeugend dort nachgewiesen sei, daß alle die hohen gesetzgeberischen und moralischen Anlagen des Volkes erstarrten und zu unfruchtbarem Konventionalismus wurden, als sie aufhörten, Nomaden zu sein und sich in Kanaan staatlich und seelisch zur Ruhe setzten. Man kann, führte ich aus, dem Begriff des Nomadentums einen sehr hohen Sinn geben, z. B. als Verkündertum, Botenschaft, Vermittlertum; Unseßhaftigkeit als Schutz gegen Quietismus ist unter Umständen eine historische Sendung. Aber man muß vielleicht ein visionäres Wissen vom Gang der Völkergeschichte und -geschicke haben, um solche Stände als einen Vorrang gelten zu lassen. Nun, ich hatte solche Augenblicke der Vision, das darf ich ruhig sagen, und ich erinnere mich, daß mein intransigenter Philosoph ein recht verdutztes Steigerung des deutschen Keren Hajessod Der deutsche Keren Hajessod hat das Rechnungsjahr 5688 erfreulicherweise mit einer Steigerung seiner Eingänge rnn etwa 15«/« gegenüber dem Vorjahre ab• schließen können. Er hat damit das höchste Jahreser gehn ts erzielt, das von dem Keren Hajessod in Deutsch-!and bisher erreicht wurde. Dem Keren Hajessod-Direktorium in Jerusalem wurden während des abgelaufenen Jahres über £ 32.000 zur Verfügung gestellt. Damit steht der deutsche Keren Hajessod — In der Gesamttabelle nur von den Vereinigten Staaten und Südafrika übertroffen — nach wie vor an der Spitze aller europäischen Lände״. % Direktor Oscar VC;1!•: s c ז m a n n , der Vorsitzende des Deutschen Keren Hajessod, sprach kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung des Jütlis׳!״.m Palästinawerks im Hause von Herrn Alfred Leonhard T i c t z in Köln über Fragen des Palästina-Auibaus. An der Veranstaltung nahmen auch einige Gesicht machte, als ich mich zu dem Satz verstieg, man schlage die Juden tot, man treibe sie aus, man lösche ihre Namen von der Tafel der Geschichte, das alles wäre minder verhängnlsvoll für das Schicksal der Kulturmenschheit, als wenn ■ sie selber sich aus der Rolle ausschalteten, die sie durch eine unerforschliche Berufung bisher in der Welt gespielt haben. Dies ist meine durch nichts zu erschütternde Uebcrzeugung.“ Diese Ausführungen sind nichts als eine schöne Zusammenfassung der alten liberalen Theorien über das Judentum: Individualismus, Nomadentheorie, Missionstheorie; d. h. also: Die Juden sind keine Gemeinschaft, sondern eine Summe von individuen. Sie sind kein seßhaftes Volk, sondern Nomaden; im höheren Sinne noch heute; sie haben eine Mission, welche sie nur als Zerstreute unter den Völkern erfüllen können. Die Juden sind eine Summe von Individuen. Dieser lapidare Satz ist ein kaum begreiflicher Irrtum. Der Begriff Individuum ist relativ zum Begriff Gemeinschaft. Ja noch mehr: das Individuurn selbst — nicht nur der Begriff — ist ein Gegenpol der Gemeinschaft und von ihr abhängig. Das Individuum ist die Frucht der Gemeinschaft, die ihrerseits wieder die Gemeinschaft befruchtet, in diesem Wechselspiel liegt der kulturelle Fortschritt der Völker. Beispiele liegen nahe; jeder große Mann ist es. Niemand kann diese Wechselwirkung bezweifeln; am wenigsten Wassermann; der ganze zweite Teil seines Vortrages spricht nur davon. Darum kann ich keinen Sinn in dem Satze finden, die Juden seien bloß eine Summe von Individuen. Wassermann meint, daß die Geschichte des jüdischen Volkes zeige, daß ihnen das Nomadentum wesentlich gewesen sei und daß sie gerade als Nomaden schöpferisch wären, in Wahrheit zeigt aber die jüdische Geschichte ein sehr charakteristisches polares Spiel zwischen der Tendenz nach Wanderung und Zer- Streuung und der Tendenz nach Konzentration und nach Heimat. Es ist wie ein sich wiederholendes Aus- und Einatmen in der jüdischen Geschichte. Das Wüstenvolk sucht eine Heimat — und erst als es sie hat, werden die großen religiösen und sltt-z liehen Werte geschaffen — das Volk kommt ins babylonische Exil — und wieder wandert es heimwärts; während des großen Golus der letzten Jahrtausende sind nicht nur beim Beten die Blicke nach Jerusalem gerichtet; das ganze Volk lebt nach Jerusalem zentriert und fühlt sich im Golus. Da plötzlich — schon scheint es endgültig zerstreut, schon nennt man es nicht mehr Volk, schon wollen seine besten Geister nichts mehr von seinem Volkstum wissen —, plötzlich ergreift es wieder, seltsam und unerklärlich, gegen alle Ratio und gegen alle Bequemlichkeit des Einzelnen, die Sehnsucht nach der Heimat, es wird aktiv und tritt fordernd in die Welt. Nach langer, langer Zeit der Zer- Streuung wird wieder die Tendenz nach Konzentration und Sammlung stark und glühend. Nach langem, langem Ausatmen, in dem fast die ganze Seele ausgeatmet wurde, beginnt ein neues Einatmen. Das Volk muß wieder einatmen, wenn es am Leben bleiben will. Im letzten Moment, knapp vor der endgültigen Zerstäubung und Auflösung, rafft sich der Genius des Volkes, zusammen. - > Aber — die Nomaden haben nach Wassermann und den andern Missionstheoretikern — eine hohe, nur ihnen eigene Aufgabe; die Mission; Verkündertum, Botschaft, Vermittlertum. Sie bringen Botschaft; ich frage: Woher? Sie sind Verkünder; ich frage: Wessen? Denn — nicht Verkünder fremder Wahrheit sind sie; nicht Boten, von Fremden gesandt. Die eigene Wahrheit ist es, die sie verkünden; die sittlichen Gesetze, die ihre Geister und Propheten geschaffen haben, sollen sie übermittein. Sic selbst sind die Quellen, aus denen sie schöpfen. Sie haben erst, zu Hause, ihre Lehre geschaffen und erhalten, ehe sie auf die Wanderschaft gingen, um sie zu verkünden. Die assimilatorische Missionstheorie, welche verkündet, daß die Juden in die Welt gesandt wurden, um die Sittenlehre der Propheten zu verkünden, vergißt, daß diese Lehre auch eine Schöpfung der Juden ist; und sie vergißt, daß Vermittlertum und Verkündertum dahinschwinden, wenn die Quelle versiegt; daß die Kraft des Verkündens versagt, wenn die Kraft der Schöpfung verloren Ist. Will man es religiös nehmen: Die Juden sind Missionäre Gottes, Verkünder der Lehre Gottes; dann sei festgestellt: Gott hat zu den Juden nur in Erez Israel gesproche n. Auch religiös gesehen liegen in Palästina die Wurzeln der jüdischen Mission. Und diese Wurzeln dürfen nicht verdorren; sonst verdorrt auch die Mission. Es ist mit der Mission sehr analog wie mit dem Nomadentum; auch hier ein Auf und Ab. Ein Ein- und Ausatmen, ganz analog den Tendenzen der Zerstreuung und der Sammlung. Die Mission ist Aufgabe der Zerstreuung. Aber das Schöpfertum Aufgabe der Konzentration. Das Eine ist nicht ohne das Andere. (Ein zweiter Artikel folgt.) auswärtige Gäste teil, die anläßlich des Bankiertages in Köln weilten. Herr Alfred Leonhard Tietz, der sich seit Jahren in hervorragender Weise um das Jüdische Palästinawerk in Deutschland verdient gemacht hat, ist in das Präsidium des Keren Hajessod eingetreten. Dreißig Jahre Bar Kocbba Der Bar Kochba (Berlin) begeht Ende dieses Monats das Jubiläum seines dreißigjährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß findet eine Reihe von Festveranstaltungen statt. Zunächst ist ein Festakt am Montag, dem 28. Oktober, in der Aula der Technischen Hochschule geplant, an dem die Behörden und befreundete Organisationen teilnehmen werden. Am Abend des gleichen Tages wird dann ein Bankett stattfinden, das die Führer und Freunde der jüdischen Sportbewegung vereinigen wird. Den Höhepunkt und Abschluß der jubiläumsveranstaltungcn wird der Jubiläumsball darstellen, der am Sonnabend, dem 3. November, in den Gesamträumen der Philharmonie vor sich gehen wird. Einzelheiten werden in den nächsten Nummern veröffentlicht werden. ...