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Jüdische Rundschau · 1928-09-28 · Heft 76-77 (28.9.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 76-77 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 542 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70/77, 28. IX. 1928 hebräischen Unterricht. Der Gehalt an selbstverständlichem Judentum vermindert sich im amerikanischen Judentum von Tag zu Tag. Was soll man erst zu den Siedlungen in Argentinien und Brasilien und den neu entstandenen in Uruguay und Bolivien sag cg? Die Juden in Südafrika, so opferwillig sie für jüdische Zwecke ver* schiedenster Art auch sind und so sehr sie mit ihren Volksgenossen in der ganzen Welt mitfühlen, befinden sich gleichfalls in einem Zustande der nationalen Zer- Setzung. In Sowjet-Rußland vegetiert der größte Teil der Judenheit in furchtbarem Elend, und die heranwachsende Generation wird durch eine rücksichtslose Parteipolitik von den Quellen des Judentums ferngehalten. Der dort staatlich gepflegte Jiddischismus ist kein vollgültiger jüdischer Ersatz, denn auch Jiddischismus kann nur so lange saft- und kraftvoll sein, als er auf der Basis der Totalität jüdischen Geistes ruht. Auf sich selbst gestellt und von der jüdischen Vergangenheit losgelöst, ist er soviel wert wie etwa die neualbanische Kultur. Die Situation der Juden in Polen, Rumänien, Litauen, Lettland und in anderen Ländern Osteuropas ist materiell und auch national wenig erfreulich. Die faktische Assimilation schreitet in Polen mit Riesenschritten vorwärts. Das Gleiche gilt für Rumänien. Anscheinend besser ist es um die Judenheiten in Westeuropa bestellt, die sich in dem Stadium der Nachassimilation befinden. Das Bemühen dieser Judenheiten, sich zu organisieren, ihr Judentum zu pflegen, es zu retten, ist sicherlich rührend und lobenswert, aber unter dem Ansturm der über* mächtigen Umwelt, übermächtig im materiellen und kulturelien Sinne, bleibt dieses Bemühen zum größten Teile im Organisatorischen stecken. Lebendiges, natürliches, normales jüdisches Leben gibt es in den Ländern Westeuropas in allen jüdischen Schichten, einerlei wie sie jüdisch-politisch orientiert sind, im Grande genommen sehr wenig. Zieht man also die Bilanz der jüdischen Entwicklung der letzten Jahre in allen Ländern, so wird man trotz der überall festzustellenden Bemühungen, die Juden zu organisieren, sie für Judentum und jüdische Aufgaben zu interessieren, doch zu dem gleichen Ergebnis kommen wie jener Jude in Litauen. Es ist alles Stückwerk, es ist alles im tiefsten Grunde nur ein Goius in tausendfach variierter Gestalt. Wenn man diese Feststellung zum hundertsten Male gemacht hat, so tönen einem nicht nur von assimilatorisehen, bundistischen und kommunistischen, sondern auch von zionistischen Juden Fragen entgegen: ״Was ist denn schon mit dieser Feststellung getan? Ist dieser dauernde Hinweis auf die Tatsache, daß wir im Goius sind, nicht geradezu langweilig? Wir sind eben im Goius, und man muß sich damit abfinden. Man kann dieses Schicksal für den größten Teil der Juden nicht wenden. Und Such die'" Zionisten haben ,vweder,nft«Jh';die «ÄitteÜ den Goius zu liquidieren. Es wäre also besser, man würde mit diesem Unkengeschrei aufhören.“ Stimmt! Die Zionisten haben im gegenwärtigen Augenblick weder die Macht noch die Mittel, das Grundübel des jüdischen Daseins, den Goius, aus der Weit zu schaffen. Aber sie sind die Einzigen, die den Willen dazu haben. Und mir scheint es, daß es in erster Linie darauf ankommt, die Einsicht und den Willen zu haben. Und darum ist in dem trüben Bild, das die Lage der Weltjudenheit, trotz Völkerbund, trotz der Parolen von Gleichberechtigung der Personen und Nationen, der einzige lichte Punkt das, was die Zionisten in den letzten Jahren geschaffen haben. Es ist nicht viel. Es könnte größer, es könnte schöner sein. Aber in dem Wust des Trüben und der überall fortschreitenden Zersetzung des jüdischen Lebens bilden Punkte wie der Emek, wie die Stadt Tel-Awiw Verheißungen, daß es auch anders sein kann. Hat man in Warschau, Berlin oder Wien, Budapest oder Bukarest am Jom Kippur das Bethaus verlassen, so kommt man aus einer jüdischen in eine nichtjüdische Welt. In Tel-Awiw und im Emek aber ist man stets in einer jüdischen Welt. Das ist der Unterschied; und darum wiegt das in Palästina in den letzten zehn Jahren Geschaffene so schwer; und darum ist es der einzige Trost, wenn man sich die Fruchtlosigkeit und die Aussichtslosigkeit all dessen vor Augen hält, was die allergrößten Anstrengungen der großen jüdischen Organisationen in den letzten zehn Jahren geschaffen haben. Die 75 Millionen Dollar des Joint, die vielen Millionen Hilfsgelder der Ica, der Alliance, des Hilfsvereins der Deutschen Juden haben in keinem Lande der Welt auch nur in einer einzigen Siedlung den Goius vernichtet. Einzig und allein den Zionisten ist es mit ihren geringen Mitteln in den neuen jüdischen Siedlungen Palästinas gelungen, den Goius, und hauptsächlich den inneren seelischen, zu überwinden. Fazit dieser Ueberlegung: Max Nordaus Proph^ zeiung: Das Judentum wird zionistisch sein, oder es wird nicht sein. Moses Waldmann. Konferenz jüdischer lillsorganlsalionen in London London, 21 .*5,September. (J.T.A.) Die in London abgehaltene Konferenz des Verbandes der jüdischen Hilfsorganisationen stellt ln den angenommenen Resolutionen fest, daß die Berichte über die traurige Lage der jüdisehen Bevölkerung Osteuropas und hauptsächlich der Ukraine die Wichtigkeit der weiteren Tätigkeit des Verbandes erweisen. Die Delegierten verpflichten sich, alles zu tun, um dem Verband die Durchführung seiner großen Hilfsarbeit zu ermöglichen. Die vorgenommenen Wahlen hatten folgendes Resultat: Chiefrabbi Dr. Hertz, Präsident, Sir Hermann Oollanz, Chacham Dr. Qaster, James de Rothschild und Herbert Bentwkh, Vizepräsidenten; Dr. Jochelman, Vorsitzender; Morris Myer, Nassatissin, Pilichowsky, J. Machower und M. Orossman, Vizevorsitzende; M. Schalit und S. Beloff, Kassierer. Kisch Ober die Araberlrage ״Doar Hajom" (19. September) veröffentlicht die Wiedergabe eines Interviews, das Col. Kisch, Mitglied der Zionistischen Palästina-Exekutive, einem Vertreter der Ärabischen Zeitung ״Allf- Ba" gegeben hat. Nach einigen Worten über die Lage in Syrien ging das Oespräch auf das Verhältnis zwischen Juden und Araber in Palästina über. Der Journalist fragte, ob es wahr sei, daß geistig führende Juden danach streben, ein Einvernehmen mit den im Lande wohnenden Arabern herzu stellen. Kisch antwortete: ■■ Die offiziellen Führer des Zionlsmus haben wiederholt offiziell erklärt, daß sie ein Einvernehmen mit den Arabern wünschen, und dies wurde auch auf dem XVII. und XVIII. Zionistenkongreß proklamiert. Ich kann nicht zugeben, daß in der Politik des offiziellen Zionismus extremjstisehe Tendenzen vorhanden sind. — Auf die Einwendung des Journalisten, Weizmann habe erklärt, Palästina müsse so jüdisch sein wie England englisch, und Dr. Eder habe vor der Untersuchungskommission 1921 gesagt, in Palästina sei nur Platz für ein Volk, — antwortete Kisch: ״Auch Führer können manchmal irren. Die Wahrheit ist, daß stets auf unserer Sette die Absicht vorhanden war, uns mit den Arabern zu verständigen. Es müsse auf beiden Seiten der Wille vorhanden sein, zu einer Lösung zu gelangen. Palästina ist die Heimat des ganzen jüdischen Volkes und die Heimat der in ihm wohnenden Araber, und keine dieser beiden Parteien soll über die andere herrschen. Auf die Frage, wie er sich zu der arabischen Forderung nach einer Volksvertretung stelle, sagte Kisch: ״Die Juden wollen eine gewählte Körperschaft; sie gehörten stets zu denen, die bürgerliche Freiheit und verfassungsmäßiges Leben erstrebten. Es ist nicht richtig, daß die Juden kein Parlament wollen und daß sie gegen Selbstverwaltung sind. Wir stimmen grundsätzlich der Schaffung eines gewählten Rates zu, wir müssen jedoch Garantien haben, daß unsere Forderungen, die sich aus dem Mandatstext ergeben, erfüllt werden; solange dies nicht der Fall ist, müssen wir trotz unserer demokratischen Grundsätze leider gegen ein Parlament in Palästina sein.“ Der Journalist fragte weiter, was die Juden sagen werden, wenn der Tag kommen wird, wo Palästina in die Einheit Syriens eintreten soll, ob die Juden dem zustimmen werden. Kisch erklärte, nach der heutigen Sachlage müsse er diese Frage verneinen. Aber auch wenn Palästina, wie wir hoffen, die Jüdische Heimstätte wird und mit Syrien nicht politisch verbunden ist, so werden diebeiden Länderdoch durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Bande verbunden bleiben. Wir kämpfen z. B. energisch gegen die Errichtung von Zollmauem zwischen den beiden Ländern. Zum Schluß betonte Kisch nochmals, daß jede Lösung, die nicht den Gedanken der nationalen Heimstätte für die Juden anerkenne, für ihn unannehmbar sei. Mandatsfragen im VOlkerband Auf der Plenarversammlung des Völkerbundes vom 18. September erstattete der Vertreter Portugals, Graf de Penha Garcia, den Bericht der sechsten Kommission, der von der Vollversammlung einstimmig zur Kenntnis genommen wurde. Es wurde folgefte'fi,R׳ils''0'lu4'id’n‘a%geftdh*mehl!“(״; ■-•י*-’:־ ״Die Vötkerbundversammlung, die'Vöft'dCF dtBth did Man* datarmäebte, die Permanente Mandatskommission und den Rat betr. Ausführung von Art. 22 des Völkerbundvertrages geleisteten Arbeit Kenntnis genommen hat, bezeugt ihnen den Ausdruck ihrer Bewunderung für die auf sich genommenen Anstrengungen und den Geist der Zusammenarbeit, der ihre Arbeit charakterisiert, und drückt ihre Zuversicht aus, daß dies immer so bleiben werde. Die Versammlung gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Arbeiten der Permanenten Mandatskommission in der Frage der Anwendung des Prinzips der wirtschaftlichen Parität gefördert werden und daß die Mandatarmächte alle darüber angeforderten Auskünfte erteilen werden. Die Versammlung wünscht, daß das Studium der Frage des Handels mit Spintuosen mit Hilfe der Mandatarmächte zu wirksamen Resultaten führen soll. Die Versammlung ist der Ansicht, es sei wünschenswert, daß die Mandatarmächte alle Angaben machen und ä jour halten, die notwendig sind, um die bereits durch das Sekretariat angelegten statistischen Tabellen fertigzustellen.“ In der 6. Kommission des Völkerbundes, die sich mit dem Bericht der Permanenten Mandatskommission befaßte, setzte sich der Vertreter Norwegens, Nansen, lebhaft dafür ein, daß künftighin die Versammlungen der Mandatskommission öffentlich abgehalten werden sollen. Die Frage ist schon oft früher behandelt worden, aber sie wurde immer zurückgestellt, weil man befürchtete, daß die Vertreter der Mandatsregierungen mit ihren Auskünften in öffentlichen Verhandlungen weniger offenherzig sein würden. Nansen machte jedoch dagegen geltend, daß die Berichte über die Verhandlungen der Mandatskommission ohnehin in so viele Hände gelangten und überdies wenige Wochen später auch gedruckt und veröffentlicht werden, so daß von einer wirklichen Vertraulichkeit der Verhandlungen nicht geredet werden könne. Bei Behandlung von Mandatsfragen in der 6. Kommission stellte u. a. der kanadische Vertreter Riddell eine Anfrage, ob in Palästina eine Besprechung der Vertreter aller religiösen Gemeinschaften abgehalten worden sei, die darüber beraten sollte, welche Aenderungen in den Bestimmungen über das für Abschluß einer Ehe geforderte Mindestalter vorgenommen werden sollten. Riddell betonte, daß er diese Anfrage auf Grund Ansuchens der Präsidentin des Internationalen Frauen- Verbandes für Stimm- und Bürgerrecht stelle. Das britische Mitglied der Kommission Locker-Lampson erklärte, daß der High Commissioner von Palästina bisher die Einberufung einer solchen Konferenz für nicht zweckmäßig erachtet habe. Die Frage werde jetzt erneut geprüft. Chefsekrelär Lake in Td-Awiw Der neue Chief Secretary der Palästina-Regierung und stellvertretende High Commissioner Luke stattete in Begleitung seiner Gemahlin am 17. September Tel-Awiw und Jaffa seinen ersten offiziellen Besuch ab. Sie besichtigten die Hafenanlagen, die Stadtgemeinde von Jaffa! die Schokoladenfabrik Liber, die Elektrizitätsstation, die Trikotagenfabrik Lodzia, _ die Stadtgemeinde von Tel-Awiw und das neue Krankenhaus in Tel-Awiw. Nach Einnahme des Mittagmahles beim Kreisgouverneur besuchten sie das Städtische Krankenhaus in Jaffa und das Schlachthaus, während Frau Luke noch die Zigarettenfabrik Maspero, die Büros des Tierschutzvereins und die Kinderpilegestation in Tel- Awiw besuchte. Von der Stadtverwaltung Tel-Awiw wurde dem stellvertretenden High Commissioner ein Memorandum mit den jüdischen Forderungen überreicht, worin vor allem nochmals auf die Notwendigkeit der Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Jaffa hingewiesen wird. Des weiteren Wird die Herstellung einer direkten Verbindung zwischen Tel-Awiw und dem Jaffaer Hafen, wie auch ein Zuschuß für das städtische Budget von Tel-Awiw im selben Maße, wie er anderen Munizipalitäten zuteil wird, gefordert. (Ziko.) Mp וווו*!iiiiftif Izchak Naiditsch (Zu seinem 60. Geburtstag.) An diesem Tage empfinden wir, die russischen Zionisten, mit besonderer Schärfe die Tragik des russischen Judentums und der russischen Zionisten, der nach Sibirien verbannten und derjenigen, die durch eine tiefgezogene Kluft vom Jubilar getrennt sind! Denn dort, in Rußland, hätte dieser Tag Anlaß zu Kundgebungen zionistischer, persönlicher und allgemein-jüdischer Sympathien gegeben. Aber Naiditsch ist über die Grenzen Rußlands hinaus eine klar umrissene Figur in der Weltorganisation. Er ist ein Beweis dafür, daß ein Zionist, der dazu noch an hervorragender Stelle im zionistischen Leben steht, nie alt werden darf. In dieser Hinsicht bietet der Jubilar ein Beispiel unserem Nachwuchs: ״Sich nicht durch das erste Mißlingen enttäuschen lassen“ — so belehrt der Sechzigjährige die müde Generation der Jüngeren. Der Zionismus ist viel mehr als eine nur politisch-nationale Bewegung. Er ist vielmehr ein moralisches Maß des Ausharrenkönnens: nur der Schwache verläßt das Lager. Daß man aber 40 Jahre — und noch mehr — am zionistischen Ruder stehen, physische und materielle Opfer unaufhörlich bringen kann, stets una immer, ohne auf den Ruf zu warten, ״anwesend“ ist, und je schwieriger die Lage, um so kampflustiger und kampfbereiter ist — weich eine moralische Größe, welch eine innere Harmonie gehört dazu! Naiditsch besitzt diese Harmonie in einem sehr hohen Maße. Mit einem hebräischen Gedicht kam er vor ungefähr 40 Jahren in die hebräische Welt; er schrieb nachher literarische und publizistische Artikel über zeitgenössische hebräische Schriftsteller verdrängen. Die Harmonie zwischen dem scharfen Sinn für das praktische Leben und der Intuition des Dichters ist die Quelle des Optimismus, durch den Naiditsch, der Zionist, und Naiditsch, der Mensch, sich auszeichnet. Ein Außenstehender kann das schwer verstehen. So sagte eines Tages zu mir ein Franzose: ״Aber der Naiditsch ist eine sonderbare Mischung von Sachlichkeit und einem eigenartigen Mystizismus.“ Diese Harmonie brachte es dazu, daß Naiditsch immer an die Spitze der ,,praktischen“ zionistischen Institutionen gestellt wurde: Naiditsch wurde zum Vorsitzenden des Finanz- und Wirtschaftsrates der Zionistischen Organisation gewählt; Naiditsch ist der Vorsitzende der Anleihekommission der Zionistischen Organisation; Naiditsch ist der Vorsitzende des Keren Hajessod- Direktoriums, bei dessen Gründung und Proklamierung er eine hervorragende Rolle spielte. Gerade bei der Schaffung dieser Finanzinstitution des Aufbauwerkes des jüdischen Palästina trat so klar ans Licht die Harmonie zwischen dem praktischen Geiste und dem intuitiven Glauben an das zionistische Werk und an das jüdische Volk. naiditsch ist aber viel mehr ais nur eine offizielle Gestalt des Zionismus: er ist — und das ist doch so selten bei uns — der intime Freund der zionistischen Welt und des palästinensischen lischuw. Die offiziellen zionistischen Denkschriften rein praktischer Natur kreuzen sich so häufig auf seinem Tische mit den ״menschlichen Dokumenten“ der einzelnen Zionisten und Palästinenser: die ersten sind an den praktischen Mann, die weiteren — an die harmonische Natur dieses Mannes gerichtet, der überall Vertrauen und Liebe erweckt. Die Inanspruchnahme Naiditsch scheint so natürlich, und ebenso natürlich ist es für ihn selbst, in Anspruch genommen zu werden. Und weit über den Kreis seiner russischen Freunde hinaus vernehmen wir die Botschaft und Glückwünsche und Grüße für den Mann, der seine im jüdischen Osten begonnene Tätigkeit mit so viel Hingabe und Liebe im europäischen Westen fort• setzt.!יישר כחך Paris, Tischri 1928. S. Gomelski. Bcrzls letzte Ruhestätte Jerusalem, 18. September. (J. T. A.) In Erwiderung aui die Resolution der amerikanischen zionistischen Opposition betreffend den nicht ausgeführten Kongreß-Beschluß über die Ueberführung der Gebeine Theodor Herzl’s vom Döblinger Friedhof zu Wien nach Palästina veröffentlicht die Zio• nistische Exekutive eine Erklärung, in der gesagt wird, daß die Ueberführung von Theodor Hersl’s Gebeinen bisher aul unübe rwindiiehe Schwierigkeiten gestoßen war, daß aber die Zionistische Exekutive nunmehr Anstalten zui baldigen Ueberführung der sterblichen Reste Herzl’s nach Erez-Israel trifft. Am Schlüsse der Erklärung heißt es, die Ueberführung der Gebeine Herzl’s nach Palästina sei nicht Sache allein der zionistischen Oppositionsgruppe in Amerika, von deren Mitgliedern mehrere in den letzten sieben Jahren der zionistischen Bewegung gar nicht angehört haben, sondern sie ist Pflicht der gesamten Zionistischen Or• ganlsation. ita meidet aus New York, daß dort unter dem Namen Mount Sinai Company eine Gesellschaft zur Förderung der industriellen Entwicklung Palästinas in Bildung begriffe» sei. Das Gründungskapital beträgt fünf Millionen Dollar. Präsident wird David A. Brown sein. Zu den führenden Aktionären zählen u. a. B i 11 i k o f f und Lamport

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