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Jüdische Rundschau · 1928-09-04 · Heft 70 (4.9.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 70 (4.9.1928)
Date
1928-09-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 500 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70, 4. IX. 1928 tiifit ׳> dreiviertel Millionen Pfund oder 36 % des Normalbudgets von zwei Millionen Pfund kosten, ein Betrag, der von den Kritikern der Verwaltung als zu hoch angesehen wird. Vor allem richtet sich die Kritik gegen die Gehälter der englischen Beamten, die, obwohl nur ein Viertel der Gesamtzahl betragend, fast 60 °,'o der Gehälter in Anspruch nehmen. Es sei hierbei bemerkt, was auch in zionistischen Kreisen nicht immer bekannt zu sein scheint, daß die Beamtenbezüge, inklusive das Gehalt des Oberkommissars, rein aus palästinensischen Steuergeldern ohne jeden englischen Zuschuß gedeckt werden. Ein Blick auf die Durchschnittsgehälter zeigt den kapitalen Unterschied zwischen englischen und palästinensischen Beamten noch deutlicher. Diese betragen: für Engländer £ 783 pro Jahr ״ Araber £ 195 ״ ״ ״ Juden £ 176 ״ Auffällig ist hierbei, daß die jüdische Durchschnitts- Ziffer noch kleiner als die der arabischen Beamten ist, was auf die geringe Zahl der jüdischen Oberbeamten, nur 9 0/0, zurückzuführen ist. Selbst wenn man die englisch-jüdbchcn Beamten, acht an der Zahl, zu der jüdischen Quote hinzurechnet, kommt man nur auf 10,5 0״ der Oberbeamten und im ganzen auf £ 186 Jahresdurchschnittsgehalt. Die arabischen Proteste gegen die Besser- Stellung der jüdischen Beamtenschaft sind also gegenstandslos. Interessant ist ferner, mit welcher beinahe mathematischen Genauigkeit die Verteilung der Beamtenschaft auf Engländer und Palästinenser ausbalanciert ist. Während sich die Engländer über die Hälfte der hohen Posten gesichert haben, also so die Entscheidung immer in der Hand behalten, sind sie ebenso wie die Juden an dem gesamten Beamtenkörper mit je einem Viertel und die Araber genau mit der Hälfte beteiligt. Wenn man den Maßstab des jüdischen Bevölkerungsanteils anlegt, 18 0/0, ist die Zahl von 25% der Beamtenschaft nicht ungünstig. Von mohammedanischer Seite wird übrigens über eine Bevorzugung der christlichen Araber gegenüber den Mohammedanern geklagt. In der Tat ist die Zahl der Christen unter den arabischen Beamten unverhältnismäßig groß, was von der Regierung damit begründet wird, daß sich unter den Mohammedanern nur eine sehr geringe Zahl geeigneter Kandidaten für Beamtenposten befinde. Die Zöglinge der englischen Missionsschulen sind den Mohammedanern gegenüber natürlich im Vorteil. (Bei dieser Gelegenheit sei übrigens angemerkt, daß das sephardische Element unter der jüdischen Beamtenschaft sehr stark vertreten ist, schon allein um der Beherrschung der drei Landessprachen willen, während z. B. in der Zionistischen Exekutive der letzte sephardische Beamte gerade entlassen wurde. Dies mag ein Zufall sein, aber kein sehr geschickter.) Zum Schluß sei noch ein Blick auf die Polizei geworfen, die ebenfalls in letzter Zeit ein Gegenstand heftiger Kritik sowohl von jüdischer wie von arabischer Seite geworden ist. Im Zusammenhang mit den vermehrten Ueberfällen arabischer Burschen auf jüdische Mädchen, vor allem in Jerusalem, wurde die Vermehrung der jüdischen Polizisten und Polizeioffiziere gefordert, ebenso wendet man sich nach wie vor dagegen, daß das Transjordanische Grenzkorps so gut wie judenrein ist, obwohl dafür jährlich mehr als 150003 Pfund aus palast:•: .icchen Steuergeldern verwandt werden. Auch von seiten der Araber haben sich die Angriffe gegen das Grenzkorps vermehrt, teilweise wird sogar seine Abschaffoder die völlige Finanzierung durch England gefordert. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der palästinensischen Polizei, der auch die Gefängnis- Verwaltung untersteht: Offiziere Mannschaften Zusammen Anzahl in % Anzahl % ״• Anzahl j in % Engländer Juden Mohammedaner Christen Andere2) 50 18 42 211 lf 37.8 13.6 31.8 16.8 233 326 1213 2691 5t 11.6 16.3 60.6 11.5 283 344 1255 2901 6( 13.0 15.8 57.7 13.5 Zusammen 132 100.0 2046 100.0 2178 | 100.0 Hierbei ist vor allem auffällig, daß die Zahl der christlich-arabischen Offiziere in gar keinem Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil steht und sogar größer als die der Juden ist. Die Zahl der jüdischen Polizisten und Offiziere wird mit 15,8% im Hinblick auf die besonders schwierigen Bedingungen der öffentlichen Sicherheit in Palästina wohl mit Recht als zu klein angesehen. Vorstellungen des Waad Leumi in dieser Richtung scheinen übrigens zu einer Aenderung zu führen. ־— Das Transjordanische Grenzkorps, dessen Notwendigkeit wie gesagt umstritten ist, ist wie folgt zusammengesetzt: Offiziere Mannschaften Zusammen Engländer 17 15 32 Juden — 26 26 Mohammedaner 14 355 . 69 Christen 4 103 107 Andere2) 4 192 196 Zusammen 39 691 730 Die Zahl von ganzen 26 Juden bedarf weiter keiner Erläuterung. Das Budget für Polizei, Gefängnisse und Orcn..!a.:4 כ betrug: 1925/26 1926/27 1927 (April-Des.) Polizei und Gefängnisse Transjordan. Grenzkorps £ 478781 £ 977 325115 166113 251871 127.537 Zusammen £ 479 758 491 228 379 408 Davon engl. Beteiligung £ 199 756 84314 37 931 Wie wir sehen, verschlingt die Polizei und das Grenzkorps also rund 24 % des Jahresbudgets, wobei die englische Beteiligung immer kleiner wird und, wie gerüchtweise behauptet wird, von nun an ganz eingestellt werden soll. Es steht außer Zweifel, daß der palästinensische Steuerzahler zu schwer an dieser Last zu tragen hat. Ganz von England unterhalten wird übrigens die Fliegerkompagnie in Sarafend, die, rund 150 Mann zählend, für den Dienst in Palästina und Transjordanien bestimmt ist. Der Polizeidienst in Transjordanien selbst wird von der sogenannten ״Arabischen Legion“ durchgeführt, die 855 Mann stark ist und unter dem nortiinellen Kommando des Emirs, in W:.k!;:!1!;cit natürlich unter englischem Befehl steht. Eine Zusammenstellung der ״bewaffneten Macht“ der beiden Länder ergibt folgendes Bild: Palästina-Polizei 2178 Mannschaften u. Offiziere Transjord. Grenzkorps 730 ״ ״ ״ Engl. Fliegerkorps 150 ״ ״ ״ Arabische Legion 855_״_״ ״ Zusammen 3913 Mannschaften u. Offiziere. Trotz aller Kritik muß man doch bewundernd zugeben, daß die Befriedung zweier Länder mit zusammen mehr als einer Million nicht immer friedlicher Einwohner durch 4000 Polizisten, darunter nur 500 Engländern, für die politische Geschicklichkeit und Zurückhaltung Englands und — die moralische Kraft des Zionismus spricht. Neve Alljih Jerusalem, 30. August. (J. T. A.) Die Zionistische Exekutive wandte sich an die Regierung mit dem Ersuchen, ihr 1000 Einwanderungszertifikate für Chaluzim, sowie 200 weitere Zertifikate für Zionisten, die aus Rußland nach Palästina verbannt worden sind, zur Verfügung zu steilen. Chinas Sympathie ffr den Zionismus Der Redakteur des ״Israels Messenger“ in Shanghai, Ezra, richtete an den Außenminister der jetzigen nationalistischen Regierung in China, Dr. C. T. W a n g, ein Schreiben, in dem u. a. der Wunsch ausgedrückt wurde, die , Regierung in Nanking möge die schon früher von Dr. Wang ebenso wie von der Zentralregierung und von dem kürzlich verstorbenen Dr. Sunyatsen, dem Begründer der chinesischen Renaissancebewegung, bekundete Sympathie für den Zionismus aufs neue bestätigen. Daraufhin ist von Außenminister Dr. Wang Herrn Ezra folgendes Äntwörfsicbrdben zugegangen: ״Für Ihre freundlichen Wünsche sage ich Ihnen besten Dank. Die nationalistische Regierung Chinas begleitet die Bestrebungen des jüdischen Volkes, die der Errichtung des Jüdischen Nationalheims gewidmet sind, mit voller Sympathie. Ich zweifle nicht daran, daß die Arbeit der zjonistischen Bewegung von Erfolg gekrönt sein wird.“ Polen kanlt palästinensischen Tabak Der jetzt in Warschau weilende polnische Handelsrat in Haifa, Dr. Hausner, erklärte Pressevertretern, daß die Verwaltung des polnischen Tabakmonopols im April in Palästina ein gewisses Quantum Tabak erstanden habe. Die angestellten Untersuchungen hätten ergeben, daß sowohl Güte wie Prejs entsprechend seien, so daß die polnische Monopol- Verwaltung mit der Vereinigung der jüdischen Tabakzücnter in Rosch Pinah in Verhandlungen wegen Ankaufs eines größeren Quantums Tabak eingetreten sei. Aus diesem Tabak soll eine besondere Sorte von Zigaretten mit hebräischem Aufdruck hergestellt werden. (Ziko.) Das Mosnlol Das ,,Berliner Tageblatt“ veröffentlicht am 2. September einen Aufsatz über die Welterdöl-Konferenz und führt aus, daß den wichtigsten Punkt dieser Konferenz die Frage der Produktfonseinschränkung bilden werde. Im Zusammenhang damit heißt es hinsichtlich der Oelvorkommen in Mosul: Dagegen könnten sich hinsichtlich der Oelvorkommen von Mosul, deren Erschließung im Oktober vergangenen Jahres durch eine eruptive Sonde erfolgt ist, gewisse Schwierigkeiten dadurch ergeben, daß Frankreich mit seinem 23.75 proz. Förderanteil Anspruch darauf erheben wird, daß ihm aus seiner Quote eine größtmögliche Rohölmenge zufließt. Demgegenüber betrachten die sonstigen Partner an der Turkish Petroleum Co., die die Vorkommen ausbeutet (Royal Dutch Anglo-Persian Oil Co. und die amerikanische Gruppe), das Mosul-Feld als die große zukünftige Rohstoffreserve, die einstweilen bei der herrschenden Ueberproduktion noch nicht ausgebeutet werden soll. Es handelt sich hierbei allerdings um ein Zukunftsproblem, das erst in zwei bis drei Jahren aktuell werden kann, weil vorerst ein Transportweg geschaffen und die nötigen Lagerungs- und Umschlagseinrichtuugen errichtet werden müssen, ehe eine Kommerzialisierung des Mosul-Oels in Betracht kommen kann. Die Eingänge des Keren Kafemelh Im Juli sind beim Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem £ 28 105 cinge rangen, bedeutend mehr als dem Durchschnitt der zehn Monate des bisherigen Budgetjahres entspricht, der nur £ 18 20-1 beträgt. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß in diesem Betrag auch eine von den Vereinigten Staaten geleistete Vorauszahlung in Höhe von £ 7000 enthalten Ist. Zu der erwähnten Summe haben beigetragen: Vereinigte Staaten £ 11052, Großbritannien und Irland £ 5042 (einschließlich 2500 Pfund als erste Rate für den Balfour-Wald), Südafrika £ 1627, Kongreßpolen £ 925, Deutschland £ 909. Die Gesamteingänge vom Oktober 1927 bis Jul! 1928 betrugen £ 182 040 gegen £ 226 394 in den entsprechenden zehn Monaten des Jahres 5687. Der Rückgang beträgt somit £ 44 355 oder 20 %. Nathan Straus hat zur Erhaltung der ersten Kinderpflegestation in Transjordanien telegraphisch einen Betrag überwiesen. Die Station wird jetzt in Amman unter Anleitung der H a d a s s a h eingerichtet. (Ziko.) Die Lage de• Arheiismarktes (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) AG Tcl-Awiw, Ende August 1928. In der gesamten palästinensischen Oeffcntlichkeit sind die schweren Konflikte des Vorjahres wegen der Beschäftigung billiger Arbeiter bei der Orangenernte noch unvergessen. Seit jenen Tagen haben die Versuche nicht aufgenört, für die kommende Pflücksaison, die in ungefähr drei Monaten einsetzt, Bedingungen zu schaffen, die die Arbeitsverhältnisse von vornherein regeln. Es ist unterdessen auch gelungen, mit einer Anzahl einzelner Pflanzer zu einem Abkommen über jüdische Arbeit beim Orangenpflücken zu gelangen. Dagegen war es bisher unmöglich, ein Kollektivabkommen zu erzielen, das die jüdische Arbeit — zum mindesten bis zu einem gewissen Prozentsatz — bei allen Pflanzern sicherstellt. In den Verhandlungen, die die allgemeine Arbeiterorganisation jetzt kontinuierlich mit den lokalen Regierungsbehörden wegen der Beschäftigung von Arbeitslosen führt, ist kürzlich auch die Frage der jüdischen Arbeit in den Pflanzungen zur Sprache gekommen. Der Vertreter der Regierung nahm die Gelegenheit wahr, um zu erklären, daß er die Berechtigung der Forderung jüdischer Arbeit in den jüdischen Kolonien anerkenne, daß er jedoch auf den Widerstand der Pflanzer stoße, und daher wenig tun könne. Eine Antwort, die, wie wir aus langjährigen Erfahrungen wissen, berechtigt ist. Die Arbeitsbeschaffung ist heute eine ziemlich mühselige Kleinarbeit, die aber Fortschritte aufzuweisen hat. In der erwähnten Unterredung wurde vom Vertreter der Regierung die Versicherung abgegeben, daß der Straßenbau P e t a c h - T i k w a h — K a I k i 1 i e h weitere jüdische Arbeiter aufnehmen soll. Hier wie überall handelt es sich jedoch um relativ kleine Zahlen. Für die zentrale große Unternehmung, den Hafenbau in Haifa, werden die verschiedenartigsten Vorbereitungen getroffen, die den Beginn für das nächste Frühjahr sicherstellen sollen. Unter diesen Vorbereitungen ist die Arbeit einer von der Regierung eingesetzten Kommission von Interesse, die unter anderem aie Lohn frage zu behandeln hat. Das Problem ist recht schwierig, aber die Richtlinien seiner Lösung sind durch verschiedene Erklärungen der Palästinaregierung und verschiedene Antworten im englischen Parlament in großen Zügen vorgezeichnet. Es muß, nach dem was im Laufe des letzten Jahres über die Löhne beim Hafenbau geschrieben und gesprochen worden ist, angenommen werden, daß auch der Standard des europäisch lebenden Juden den Tarifen zugrunde gelegt wird und nicht nur die geringen Bedürfnisse der in der Umgebung von Haifa liegenden arabischen Dörfer. Es handelt sich also darum, zahlenmäßig festzustellen, was der Begriff ״tair wages“ (angemessene Löhne) der in den Parlamentsdebatten eine Rolle gespielt hat, praktisch bedeutet. Bisher sind die Ergebnisse der Kommission noch nicht veröffentlicht worden. Es verlautet nur, daß der heute bestehende Durchschnittslohn bei Regierungsarbeiten mit 120 Mil täglich (2,40 M.) festgestellt ist. Im allgemeinen sollen anscheinend für die ungelernten Arbeiter 120—140 Mil pro Tag zugrunde gelegt, dagegen wird in einer besonderen Lohnskala den Bedürfnissen der europäisch lebenden Arbeiter Rechnung getragen werden. Es läßt sich heute schwer ein endgültiges Urteil über die Berechnungen der Regierung für die Tarife abgeben, weil noch so gut wie gar kein Material...vprljegt. Jedoch ist es bereits klar, däli durch die Feststellüng volyMmdestlahneti und Tarifen für bestimmte Arbeiten em gewisser Lohn- Standard im Lande geschaffen wird, der auch über den Bezirk des Hafenbaus und die sonstigen Regierungsarbeiten hinaus auf die Gestaltung der Entlohnung im Lande von Einfluß sein kann und wird. Bisher haben die Regierungsarbeiten häufig dahin gewirkt, daß die bisherigen niederen Löhne beibehalten wurden. Bei den Chausseearbeiten sah man gelegentlieh auch Frauen und Kinder, die zu ganz geringen Löhnen beschäftigt wurden. Und eine nennenswerte Aufnahme von Juden in die öffentlichen Arbeiten der Regierung war aufs äußerste durch die schlechte Bezahlung erschwert. Mit der Feststellung eines Lohnminimums wäre ein Schritt vorwärts getan. Freilich nicht mehr als das, weil mit 140 Mil pro Tag eine menschenwürdige Existenz nicht geführt werden kann. Es werden auch im Sinuc weiterer Fortschritte auf diesem Gebiete neue Versuche gemacht werden. Auf dem städtischen Arbei tsmark t liegen die Verhältnisse noch ziemlich unverändert. Während sich die Pflanzungen ausweiten, ist in der Stadt kaum eine neue Bewegung zu spüren. Die monatlichen Berichte der Stadt Tel- Awiw über die Anzahl der ausgegebenen Bauerlaubnisse zeigen zwar, daß in den letzten Monaten bestimmte Häuserbauten ausgeführt worden sind, und daß ein schwaches Einsetzen der Baubewegung spürbar ist. Aber eben nur ein ganz schwaches. Die Nachfrage nach Baumaterialien ist nach wie vor recht gering. Die Ziegelfabrik ״Silikat“ zum Beispiel, die im Vorfahre stillgelegt wurde, weil kein genügender Absatz vorbanden war und vor drei Monaten ihre Produktion wieder begann, ist neuerlich im Begriff zu schließen. Es sind mehr Ziegel hergestellt worden, als laufend abgesetzt werden können, so daß der Betrieb geschlossen werden wird, bis eine größere Nachfrage einsetzt. ln der Industrie sind ebenfalls keine großen Aenderungen zu verzeichnen. Die Frage der Schokoladenfabrik ״Liebe r“, die wegen Zollschwierigkeiten nach Syrien überzusiedeln beabsichtigt, ist noch nicht geklärt, jedoch besteht die ernste Gefahr, aaß das Unternehmen Palästina verläßt. Die kleineren Unternehmungen arbeiten in der Stille und zum Teil mit Erfolg weiter. Nach einer Zählung des Industriellenverbandes bestehen zurzeit in und um Tel-Awiw 35 Textilfabriken der verschiedensten Art, die zusammen nahe an 550 Arbeiter beschäftigen. Im allgemeinen ist man heute auf dem Arbeitsmarkt darum bemüht, soweit wie möglich das Gleichgewicht zu erhalten. Es gibt noch eine geringe Zahl von Arbeitslosen, die aber immer wieder durch Reservearbeiten usw. wenigstens teilweise beschäftigt wird. Die Aussichten auf Expansion sind relativ gering, aber andererseits ist auch die Stabilität einigermaßen gesichert. Zain Hafenbau in Haila Laut dem ״Haare z“ soll dieser Tage der detaillierte Plan für den Hafenbau in Haifa fertiggestellt werden. Das Colonial Office werde demnächst Offerten von Hafenbauunternehmern einfordern. Ende Oktober, nach Eintreffen des neuen High Cdmmissioner, dürfte das Colonial Office einen endgültigen Beschluß über die Vergebung der Arbeiten fassen. In den nächsten Tagen sollen in Haifa Vertreter verschiedener Unternehmerfirmen eintreffen, um die Arbeitsbedingungen an Ort und Stelle zu prüfen. Für die Arbeiten interessieren sich sechs britische Firmen. Aus all diesem sei ersichtlich, daß das Colonial Office auch weiter gewillt sei, den Hafenbau weiter zu vergeben und nicht der Palästina-Regierung zu übertragen. 2) Drusen, Sudanesen usw.

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