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Jüdische Rundschau · 1928-08-21 · Heft 66 (21.8.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 66 (21.8.1928)
Date
1928-08-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 472 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60, 21. VIII. 1028 und diesen fraglichen Weg ist man wirklich nicht gegangen. Gerade auf diesem Brüsseler Kongreß, auf dem das Kolonial- Problem eins der zentralsten, vielleicht das zentralste war, stellte es sich heraus, daß die Bedenken nicht am Platze waren, und daß es wohl möglich ist, unsere palästinensische Frage vor diesem internationalen und internationalistischen Forum in ihren Grundelementen auseinanderzusetzen. Der Kongreß hat die Befreiung — d. h. das Selbstbesfimmungsrecht der Eingeborenen — für China und Indien, für Aegypten und Syrien verlangt. Er hat es für Palästina nicht getan, womit anerkannt wurde, daß die schematische Anwendung des Selbstbestimmungsprinzips in Palästina ein Unrecht gegenüber dem jüdischen Volke bedeuten würde. Das Fehlen von Palästina in der Kolonialresolution ist selbstverständlieh kein Versehen und am wenigsten ein Vertuschen, sondern das Resultat der ausführlichen Kommissionsverhandhingen und der klaren Erkenntnis, die in der ausdrücklichen Erklärung des KolonialkommUsionsreferenten, Lord Olivier, ihren Ausdruck gefunden hat. Diese Erklärung lautete dahin, daß für Palästina, mit seiner neuen jüdischen Bevölkerung, die das im Mandate verankerte Recht auf eine nationale Heimstätte besitzt, mit seinen kolonisatorischen Perspektiven die ״Koloniebegriffe*• und die in der Resolution festgesetzte sozialistische Kolonialpolitik nicht gelten können. Diese Stellungnahme des Kongresses dem palästinensischen Problem gegenüber, dieses Verständnis, das einer so komplizierten Frage gegenüber gezeigt wurde, wären schon an sich als großer Sieg der zionistischen Idee zu betrachten. Während des Kongresses ist aber noch etwas anderes geschehen. Auf Einladung der hervorragenden und verdienstvollen Arbeiterfiihrcr — Ed. Bernstein, L60n Blum, Henderson und Emil Vandervelde — haben sich am 9. August in einem Saale des Grand-Hotel etwa 40 Sozialisten zusammengefunden, und unter diesen die besten Namen des internationalen Sozialismus. Außer Bernstein, der aus Gesundheitsrücksichten dem Kongresse ferngeblieben ist, waren wohl die markantesten Figuren der Arbeiterbewegung, ihre besten Köpfe, ihre wärmsten Herzen in diesem Saale versammelt, von den heute besiegten Turati und Tschernoff bis zum siegesbewußten Loebe und siegessicheren Henderson. Und diese Männer und Frauen, zu denen Millionen Entrechtete mit Ehrfurcht und Liebe emporblicken, haben ohne jede Diskussion, ohne den leisesten Widerspruch anerkannt und erklärt, daß ״das Werk der jüdischen Arbeiterschaft von Palästina und ihre Bestrebungen, das neue jüdische Gemeinwesen in Palästina auf den Grundlagen der Arbeit und sozialistischer Lebensformen aufzubauen und mit dem Geiste internationaler Solidarität zu erfüllen, die aktive Förderung der Sozialisten aller Länder verdient“. Diese Männer und Frauen haben auch ihre Bereitschaft erklärt, dieser Sache ihre persönlichen Kräfte zum Dienste zu stellen, und sie haben dieser Bereitschaft durch Bildung eines ״Sozialistischen Komitee für das arbeitende Palästina“ Ausdruck gegeben. In diesem lichten Bilde des sozialistischen Sozialismus auf dem dritten Kongresse der sozialistischen Arbeiter-Internationale sind übrigens auch einige dunkle Flecken zu verzeichnen, ln der Kolonialkommission waren, wie wohl zu erwarten ff«־, gewisse Schwierigkeiten zu überwinden, und der* ursprüngliche Plan, eine spezielle Palästina-Resolution einzubringen, wurde durch eine gleichbedeutende Referentenerklärung ersetzt. Dem Gedanken, das sozialistische Komitee für das arbeitende Palästina zu bilden, begegnete man in gcwissen Kreisen, und vor allem seitens des Sekretärs der Internationale, Fritz Adler, mit einigem Mißtrauen, das teilweise durch mangelndes Verständnis des zionistischen Problems, teilweise auch durch allgemeine Bedenken gegen separate Organisationen innerhalb der einheitlichen Internationale zu erklären ist. Dieses Mißtrauen hat auch zu einer Auseinandersetzung in der Exekutive der Internationale zwischen Adler und Abramowitsch (dem Vertreter der russischen S. D., der früher einer der hervorragendsten Führer des ״Bundes“ war) einerseits und Henderson und Vandervelde andererseits geführt. Der Versammlung im Grand-Hotel sind Adler, die österreichischen Sozialisten und russischen Sozialdemokraten ferngeblieben. Auch an dem Text der angenommenen Resolution ist vielleicht dieses oder jenes Wort zu beanstanden. Aber gerade diese Schwierigkeiten zeugen von der Stärke der zionistischsozialistischen Idee in der Internationale, und das heißt: der zionistischen Idee, denn die sozialistische Idee an sich ist doch unter den Delegierten der Internationale eine Selbst- Verständlichkeit, und die führenden Sozialisten unserer Zeit haben sich im Grand-Hotel versammelt, nicht um jüdischen Sozialisten zu helfen, was vollkommen unangebracht wäre, sondern um mit dem Eigenartigen und Spezifischen, das in ihrer Arbeit liegt, d. h. mit dem Zionismus ihre Solidarität zu erklären. Diese Solidaritätserklärung einer mächtigen internationalen Organisation, die unter ihrer Fahne fast sieben Millionen organisierter Mitglieder zählt, für deren Wahl 24 Millionen Menschen die Hand erheben, die 20 "0'׳ aller Pariamentarier in der ganzen Welt in ihren Reihen hat, die über mehr als 300 Tageszeitungen verfügt, diese Solidaritätserklärung einer Bewegung, die die Gegenwart teilweise schon erobert hat und die die Zukunft für sich beansprucht, ist Zweifelsohne eine bedeutende Stärkung der internationalen Position der zionistischen Bewegung. Wie wurde dieser lange Weg gegangen — vom Totschweigen und Ignorieren, von einer Hälfte der türkischen Untersektion an Stelle von Saloniki bis zur vollen Anerkennung der zionistischen Idee, wie wurde dieser lange Weg gegangen — von einzelnen, wenn auch zahlreichen, aber immer einzelnen jüdischen Sozialisten bis zur Vertretung des jüdischen Volkes und seiner Bestrebungen für das eigene von der Geschichte gegebene Land und für ein eigenes geschichtliches Dasein? Sicherlich waren dabei allgemeine, außerhalb unserer Kräfte und unserer Beeinflussung liegende Momente im Spiele. Die Entwicklung des europäischen Sozialismus war für uns — das wachsende Verständnis für die nationale Idee, die Erklärung des Internationalismus als Völkerbund und nicht Völkervermischung, das wachsende Verständnis für die Aufbauidee im Klassenkampfe der Arbeiter. Sicherlich auch unsere Verbindung mit England — über Balfour-Deklaration und Mandat zur Labour-Party —hat uns geholfen. Und doch nicht dies war das Entscheidende. England ist auch mit Indien und Aegypten verbunden und trotzdem hat die Labour-Party es nicht nur zugelassen, sondern direkt gefordert, daß man diesen Ländern gegenüber grundverschiedene Riehtlinien festsetzt, als es Palästina gegenüber geschah. Die Sozialisten unserer Zeit kennen den Wert der nationalen Idee und trotzdem ist cs niemandem eingefallen, für andere ״unterdrückte“ Völker dies zu tun, was für das jüdische Palästina getan wurde. Was uns geholfen hat, war vor allem, über alles, unser Werk Im Lande, von dem Mac Donald und Vandervelde, als sie es mit eigenen Augen gesehen hatten, begeistert wurden, und, zurückgekehrt, mit Begeisterung ihren Genossen davon berichteten. Die sozialistische Internationale hat wäh• read des Krieges und in diesen zehn Jahren, als die euro• päische Arbeiterschaft, mit wechselndem Glück, mit wech• selnder Spannung, durch siegreiche und enttäuschungsreiche Revolutionen, aber ohne Unterbrechung um Macht der Arbeit und Gerechtigkeit gekämpft hat, vjeles gelernt. Und sie lernte nicht nur die nationalen Werte schätzen, sie lernte nicht nur die Eroberung der Macht, manchmal einer illusorischen, von der Verwirklichung des Ideals, sie lernte auch eine Schwärmerei von einer Zukunftsidee zu unterscheiden. Sie ist 1'n gewissem Sinne, in gutem und gerechtem Sinne realpolitisch geworden. Und sie beugte sich in Anerkennung und Ehrfurcht vor den realen Werten, die in Palästina vom jüdischen Arbeiter geschaffen wurden, sie beugte sich vor der aufbauenden und schaffenden Kraft, die überall im Lande, im Emek, in Galiläa, in Jerusalem und in Tel-Awiw Jüdisch- Großes und Menschlich-Wertvolles erzeugt. Den Weg, den der sozialistische Zionismus in der Internationale zurückgelegt hat, wurde durch nichts besseres gekennzeichnet als durch die einleitenden Worte von Kaplansky in seiner Rede im Grand-Hotel: ״Diesmal haben wir Sie gerufen, nicht um unser Leid zu klagen, nicht um Ihre Hilfe gegen die Unterdrückung und die blutigen Pogrome auf zurufen, sondern um Ihnen über unser Werk zu erzählen.“ Und deshalb, weil dies der Weg war, soll unsere Freude über den zionistischen Erfolg in Brüssel mit einer Warnung für die Zukunft verbunden werden. Denn das Werk, das Schon geschaffen wurde, reichte hin, um die Solidarität der Internationale zu gewinnen. Es reicht für heute. Es wird für morgen und übermorgen nicht reichen. Die Arbeitcr-Internationale ist realpolitisch geworden. Sic hat gelernt eine Schwärmerei von einer Zukunftsidee zu unterscheiden. Und das Leben steht nicht still. Es geht vorwärts, in unseren Tagen schneller als je. Der Anfang des Werkes ist noch keine Garantie dafür, daß es damit vorwärtsgehen und wachsen wird. Und auch die Internationale mit ihrem vollen Verständnis für die befreiende Idee, die die Grundlage unseres Werkes bildet, wird uns wenig helfen können, wenn das Werk selbst nicht vorwärtsgehen und wachsen wird. Die erfolgreiche Orangen-hdastrie Palästinas Die verdienstvolle ״Paiestinc Economic Society“ (Fe'.-Awiw), auf deren Publikationen wir schon wiederholt hingewiesen haben und deren Förderung (durch Beitritt als Mitglied) jedem Palästinafreund warm empfohlen werden muß, läßt soeben als erstes Heft des III. Bandes ihres Bulletin eine hochinteressante Arbeit des Direktors der kooperativen Zentralbank (der amerikanischen Palestine Economic Corporation), Harry Vitelcs, erscheinen, betitelt ״Die Ausdehnung der ״Orangen- Industrie in Palästina“. Das Vorwort schrieb der Direktor des Landwirtschaftsdepartements der Regierung, Col. E. R. Sa wer. Das Büchlein enthält ausführliche Angahen, Tabellen, Karten und Uebersichten, alles leicht faßlich, und׳ gut redigier! tiijd: mit sehr instruktiver Darstellung, der wir fölgtnde Angaben entnehmen: * Laut Schätzung der Palästina-Regierung gab es Anfang 198״ in Palästina 60000 Dunam Orangenpflanzungen, die Zahl dürfte bis Ende 1928 auf 70000 steigen. Von diesen 60000 Dunam waren 23 000 in jüdischen Händen, von denen 10000 bereits fruchttragend sind. Bis Ende 1928 werden noch 7400 Dunam hinzukommen, so daß dann die jüdischen Orangenpflanzungen über 30000 Dunam zählen werden, gegenüber 40000 nichtjüdischen, d. h. 43 °/0 gegen nur 32 »0 Ende 1922 (10000 von insgesamt 32000 Dunam). Anfang 1924 zählte man 34 OCX) Dunam, davon 12 000 in jüdischen Fländen, und Ende 1926 42000 Dunam, davon 17 000 in jüdischem Besitz. Während also insgesamt seit 1922 die mit Orangen angebaute Bodenflächc sich verdoppelt hat, hat sich der betreffende jüdische Besitz verdreifacht. Laut Untersuchungen von Prof. Paul gibt es in Palästina 255 000 Dunam, die für Orangenbau geeignet sind. Somit ist bisher nur ein Viertel der geeigneten Böden angepfianzt worden. Das Zentrum der jüdischen Orangenpflanzungen ist heute Petach-Tikwah mit 8367 Dunam, darunter 6074 Dunam alte, bereits fruchttragende Gärten. Mit den neuen Pflanzungen dürfte jedoch das Zentrum in die Gegend von Rechoboth und Ne ss Ziona verlegt werden. So wurden von August 1926 bis Januar 1928 in Petach-Tikwah nur 546 Dunam neu angepflanzt, in Rischon le Zion 661 und in Chedcra 778, während in Ness Ziona die Anbaufläche um 1217 und in Rechoboth um 1265 gestiegen ist. Außer einigen Kwuzoth, deren Wirtschaft auch Orangen- Pflanzungen einschließt (Dagania A 34, Dagania B 50, Ein Charod 37, Gan Schmuei 65 und Kinereth 12 Dunam), gab es in Palästina 764 Boiarenbesitzer. Während jedoch von den alten fruchttragenden Pflanzungen 9828 Dunam 263 Besitzern gehörten, gehören von den neuen 14664 Dunam bereits 688 Besitzern. Von den alten Bojaren zählte man nur 36 mit weniger als je 10 Dunam (insgesamt 169 Dunam) und von den neuen bereits 244 (insgesamt 1345 Dunam). Unter den alten Bojaren gibt es 25 mit 10 bis 20 Dunam und von den neuen 188. Zwischen 20 und 40 Dunam zählen von den alten Bojaren 89 und von den neuen 189, von 40 bis 60 Dunam 41 alte und 52 neue, von 60 bis 100 Dunam 29 alte und 26 neue und über 100 Dunam 16 alte und 19 neue. Laut Schätzungen von Viteles beträgt der Wert der jiulisehen Orangenpflanzungen gegen zwei Millionen Pfund, und zwar 10 217 Dunam bereits fruchttragende Gärten ä 125 Pfund pro Dunam und 12 878 Dunam, die noch keine Früchte tragen, a 45 Pfund. Die Schulden der Bojarenbesitzer für, ihfc Orangengärten betragen gegen eine halbe Million Pfund, Falls die Weiterentwicklung normal vor sich geht, kann man annehmen, daß in den Jahren 1934 bis 1936 die jüdischen Orangenpflanzungen gegen zwei Millionen Kisten pro Jahr produzieren werden. Sir John Russell fiter Palästina Sir John Russell, der Direktor der in Rothamsted (England) bestehenden landwirtschaftlichen Versuchsstation, weilt gegenwärtig in Australien, um auf Einladung der australischen Regierung eine landwirtschaftliche Forschungsarbeit durchzuführen und die Brachländer erschließen zu helfen. Sir John Russell, der bekanntlich auch in Palästina eine Forschungsarbeit durchgeführt hat, besuchte das Büro der Zionistischen Organisation Australiens. In einem Gespräch über die Entwicklung*- möglichkeit Palästinas versichert Sir John Russell, es bestehe für ihn kein Zweifel, daß Palästina eine gesicherte landwirtschaftliche Zukunft habe. Jerusalem, 16. August. (J.T.A.) Lord Melehett spendete 500 Guineen für die Errichtung eines Klubs der ehemaligen jüdischen Legionäre in Palästina. Aktions-Comite und Kongreß ״Quo vadis, Zionistische Organisation?“ Von Dr. Julius Becker, Genf. Keinerlei Kritik an den Verhandlungen noch an den Beschlüssen der eben zu Ende gegangenen Tagung des Aktions-Comites soll hier geübt werden. Auch die naheliegende Frage, ob es denn bei uns wirklich niemals ohne die überreizenden und nervös machenden Nachtsitzungen bis fünf und sechs Uhr morgens abgeht, die der sachlichen Verhandlung ganz bestimmt so abträglich wie nur möglich sind — auch diese Frage soll hier nicht aufgeworfen werden, obwohl sie nicht nur im zionistischen Parlamentarismus, sonde rn übera'l dort gelöst werden sollte, wo der grobe Unfug der Nacht- Sitzungen noch an der ,,Tages“-Ordnung ist. Man wird das, was man auf schweizerisch Traktandenliste nennt, im zionistischen Jargon bald viel zweckmäßiger mit Nacht-Ordnung übersetzen.... Der Zweck dieser Zeilen aber ist, dem Aktions-Comite eine Huldigung darzubringen für den ungeheuren Mut, den es aufgebracht hat. Mut und Verantwortungsgefühl sind heute so seltene Dinge, daß man sie bewundern soll, auch wenn man ihr Resultat nicht gerade zu billigen vermag. Wir, der Schreiber dieser Zeilen und eine ganze Reihe anderer Zionisten, die seit Jahren infolge verschiedenartiger Verhältnisse aus den Brennpunkten des zionistischen Lebens entfernt sind und den Vorgängen in der Bewegung nur noch als einfache zionistische Bürger folgen, wir billigen nämlich das Ergebnis des Mutes und der Verantwortungsfreudigkeit des Aktions-Comites in keiner Weise. Wir haben auch keine Veranlassung, ein Hehl daraus zu machen, daß wir das Aktions• Comite überhaupt nicht billigen, daß wir es für eine überlebte, weder demokratische, noch diktatoriale Einrichtung für ein Zwitterding halten, das nicht Hand noch Fuß hat, und das höchstens noch zu dekorativen Zwecken hätte beibehalten werden dürfen. Aber wir wissen, daß der Artikel 40 des Organisations- Statutes es anders will. Immerhin müssen doch die anderen Artikel des Organisationsstatuts sinngemäß ausgelegt werden. Schließlich hat das Organisationsstatut ja auch einen Artikel 15, der besagt: ״Der Kongreß ist die höchste gesetzgebende Körperschaft der Zionistischen Organisation“, und einen Artikel 17, in dem es heißt: ״Aufgaben des Kongresses sind insbesondere: a) Entgegennahme und Prüfung des Berichts der Exekutive über ihre eigene Tätigkeit, sowie über die Tätigkeit aller zionistischen Institute usw.“ Natürlich läßt sich aus dem ersten Absatz des Artikels 40, der dem Aktions-Comite ״die Beratung und Beschlußfassung über wichtige Angelegenheiten der Zionistischen Organisation in der Zeit von einem Kongreß zum andern“ überträgt, auch die Prüfung des Expertenberichts rechtfertigen, sowie die Beschlußfassung darüber. Aber ich muß doch namens einer großen Reihe von zionistischen Freunden dem Gefühl Ausdruck geben, das uns alle bei der Verfolgung der heftigen und schwierigen Auseinandersetzungen der letzten Wochen im Aktions- Comite gepackt hat: nämlich dem Gefühl der Verwunderung darübej, daß ,keinem״ vop den 50 Aktions-Comfte-Mitgliedern aucho pi|*t;,i11.Jeftsfekslf||ft,.:)Vttl j seif®! ■flgpje ,g9\y:0(det\rJ$j.;... Keiner hat׳ sie», offenbar die Frage vorgelegt, ob denn nicht in solcher lebenswichtigen und für die ganze Zukunft entscheidenden Sache besser der Kongreß einberufen würde, als daß man die Sache in einem Notabeinkomitee begräbt, dessen Entstehung und Zusammensetzung hier nicht weiter kritisiert werden soll. In diesem Zusammenhänge will ich auf den früheren Plan der Einberufung eines außerordentlichen Kongresses zum Zwecke der dringend notwendigen Organisationsreform zu sp.erben kommen. Zwar hätte die Exekutive für die Frage des Expertenberichtes und alles, w׳as damit zusainmenhängt, auch die Möglichkeit gehabt, einen ordentliehen Kongreß einzuberufen und sogar möglichst nicht einen Sommerkongreß für Urlaubsrcisende, sondern viel besser einen Herbst- oder Winterkongreß. Indessen scheint mir bei der Lektüre der Berichte über die letzte Aktions-Comitö- Sitzung der Gedanke geradezu unwiderstehlich, daß die Reform der Zionistischen Organisation an Haupt und Glieder noch viel dringlicher ist, als auch die Ueberzeugtesten bisher angenommen haben. Meine Konklusion und die vieler meiner Freunde ist nach der Aktions-Comitc-Sitzung jedenfalls: so wie bisher geht cs mit der Zionistischen Organisation nicht weiter! Auf diesem Wege werden wir, wenn war es nicht schon sidn, zu einer Geldsammei-Bewegung mit einem Notabeinkomitee an der Spitze, wie alle andern philantropischen Bewegungen. Den Charakter einer demokratischen und politischen Bewegung büßen wir dabei vollkommen ein. Unsere leitenden Kreise sind sich darüber anscheinend auch klar, und eben deshalb haben sie wohl den Kongreß nicht einberufen, weder den außerordentlichen noch den ordentlichen. Aber sie haben unrecht! In einem mit der Parole des Expertenbericlits gewählten ordentlichen oder auf sie hin einberufenen außerordentlichen Kongreß hätte die Exekutive würdiger den Kampf bestanden, und sie hätte heute eine größere und eine andere Autorität, als nach dieser Aktions-Comite-Sitzung! Freilich wäre der Verlauf eines Kongresses Voraussicht ich ein ganz anderer, wenn wir die Reform des Kongresses bereits vollzogen hätten. Deshalb will ich eben jetzt noch einmal, obwohl uns für den nächsten Sommer der XVI. Kongreß bevorsteht, an den nur mit Schrecken denken kann, wer als politisch verantwortungsbewußter Mensch den XV. Kongreß miterlebt hat. für die kommende Herbstzeit den Gedanken der Einberufung eines außerordentlichen oder ordentlichen Sonderkongresses mit der einzigen Tagesordnung: ״Reform der Zionistischen Organisation“ in Vorschlag bringen. Ich kann zur Begründung für die Ernsthaftigkeit dieses Vor- Schlages auf meinen Artikel in Nr. 2 vom 6. Januar 1928 der ״Jüdischen Rundschau“ unter dem Titel ״Die Reform der Organisation“ verweisen und mir hier weitere Ausführungen sparen. Nur mit fünf Zeilen will ich mich selbst zitieren. Ich schrieb vor sieben Monaten und halte das auch heute noch in vollem Umfange aufrecht: ״Gesinnungsgenossen, Zionisten, schüttelt nicht den Kopf: es ist kein kleines Thema, das hier vor Euch steht! Es geht nicht nur um die Zukunft des Zionismus, es geht auch um das, was Herzl vor dreißig Jahren das Wichtigste war, ,die Würde des Kongresses‘, die in höchster Gefahr ist.“ u 21. Ai Das . (Michael I. 1 Die n getik des die noch j semitismu über kielt einen une verständli! der feste hört ebei Ueberheb Minderwe wieder mi und der j logische i dingten C recht wir« kommend jüdischen geschichtl hielten vi Aufforder das Jude! ging zw! Juden au! demokrati tat im Ni liehe Tak Assimilan weltansch bereit wt Gege sachliche G uttm 1 nicht ge* außen hii der vern Schon da ein« Kol Jerusa für den י Vertrauth Der vor mehr lung der 1 Seite her verschied Einzelprp nimmt, u strengen Partikula lieh gew* gezeigt, schehens, Seelenleb tnteressic in rnsert geschieht Aegypter sondern die Lehr! staltet: i von Met voUständ hier die ״das bibl so manc sind also schmölze Jchud Ai<s 1 Die im Ostei war kalt leichte Qeländei Garten < lichtete. Mul! Bank mi Sie ihnen ai!weiten sich den Sonne ai anhatte, als nach stand, n aus aufg ״Tri ia noch Lun ״Gu ״Ni! bucharis Es 1 tu samt Sprache

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