Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 64-65 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 64/85, 17. Vm. 1928 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 487 Die Konferenz der Jugend « Union lieber den Kongreß der ״Union universellede la. Jeunesse juive“ (Weltverband der jüdischen Jugend), über dessen Er- Öffnung in Straßburg wir bereits berichtet haben, wird uns noch mitgeteilt: Der Vorsitzende Aime Palli&re führt in seiner Er* öffnungsrede!1. a. aus: Der Verband zählt 23 Gruppen und 12 assoziierte Vereine. Die Sektionen sind: Aine-Temouchent, Algier, Blidali, Constantine, Mascara, Medea, Oran, Orleansville, Tlemcen, Setif, Cairo, Paris, Marseille, Casablanca, Tanger, Jerusalem, Beirut, Damaskus, Safed, Sousse, Tunis, Alexandrien, Genf. Assoziierte Vereine bestehen: in Buenos Aires, Santiago, Marseille, Straßburg, Turin, Luxemburg, Rabat, Tanger, Hamadan, Lissabon, Monastir, Klausenburg. Wir sind eingeladen worden, Delegierte zum Friedensweltkongreß der Jugend, der in einigen Tagen in Eerde (Holland) stattfinden wird, zu entsenden. Unser Verband sieht in dem Judentum nicht allein eine Konfession, sondern er stützt sich auf das Grundprinzip der Einheit des jüdischen Volkes. Aber ebenso wie man das Judentum nicht erschöpft, wenn man es als nur religiöse Gemeinschaff anspricht, ebensowenig wird man ihm gerecht, wenn man es mit Zionismus identifiziert; die hundertjährigen Aspirationen des'Judentums auf Wiedererrichtung seines Nationalheims auf dem Boden'seiner Väter sirid mehr als eine parteiisch gebundene Aspiration. Unsere Mitglieder sind keineswegs verpflichtet, der Zionistischen Organisation anzugehören. Was aber den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina betrifft, so machen es uns unsere Auffassung vom Judentum und unsere Einstellung zu den gegenwärtigen jüdischen Problemen zu einer Pflicht des Gewissens, diesem )Wiederaufbau unsere Kräfte zu weißen. Deshalb haben wir die Arbeit für dert Keren Kajemeth in den Kreis unserer Tätigkeiten gezogen. Unsere Union wird auch die Gründung eines Jüdischen Hauses in Jerusalem ins Auge fassen. Am Montag, dem 6. August, begann die Sitzung des Kongresses mit einem Tätigkeitsbericht von Aime Palliere. Es folgten Berichte der Jungmänner- und Jungmädchen- Sektionen. S. Steinberg erstattete den Finanzbericht, der Generalsekretär Charles Nehama gab ein ausführliches Expose über die organisatorische Arbeit und teilte mit, ,daß die Staatsbehörden von Marokko die Legalisiening einer Abteiiung des Verbandes der jüdischen Jugend in diesem Lande verweigert haben. Herr Meyerkey berichtete über das Organ des Weltverbandes, ״C-halom , das in französischer Sprache erscheint und mehr als 2000 Abonnenten hat. ln der Nachmittags- Sitzung von Montag, die unter dem Vorsitz von Jean Schramek stattfand, wurden verschiedene Kommissionen gewählt. YvonneNetter, Mitglied def Advokatenkammer, hielt einen Vortrag über die Stellung des jungen Mädchens im jüdischen Leben und die Aufgaben der jüdischen Mutter. Der kanadische Delegierte Ouellbert begrüßte den Kongreß im Namen seiner Gruppe. Alphonge Pacific! (Italien) hielt sodann eigen Vortrag über ״Die Aufgabe der jüdischen Jugend in der heutigen Renaissance-Bewegung im Judentum". Die Zionistische Organisation von Straßburg gab zu Ehren der Delegierten einen Empfang. Der Präfekt des Niederrheins, Herr Kuntz, begrüßte die Delegierten namens der Regierungs- Behörden und sprach von der großen Rolle, die das französische Judentum in der wirtschaftlichen und geistigen Entwicklung des Landes innehat. Der zweite Bürgermeister, Herr Maegeln, begrüßte die Delegierten im Namen der Stadt Straßburg. Es sprachen noch Lazare Blum, Robert Levy, Jean Schramek, Großrabbinez Schwartz und Fräulein Farinf Weil. Im Rahmen des Kongresses fand eine Versammlung der Freunde des Keren Kaj emeth statt, in der,Herr Etienne Basch, der Direktor der französischen Sektion beim Zentralbüro de? ,Keren Kajemeth in Jerusalem, über Jugendarbeit für den Keren Kajemeth sprach. In der Näclt'tdpi ft; züth' 7) Aügj1st'habe/!lt1Jte^ann!F fe- MifcBene Tätet an äfe Türen deä Könsiefvatpti'|ä1s, in weichem der Kongreß abgehaiten wird, mit' Teeranstrich zwei riesige Hakenkreuze gemalt. Die Behörden haben eine Untersuchung zur Eruierung der Täter eingeleitet. Auch die Stadt Straßburg gab zu Ehren der Delegierten des , Kongresses des Weltverbandes der jüdischen Jugend einen Empfang, der glänzend verlief. In der Sitzung vom 7. August berichteten die Vertreter der verschiedenen Ländergruppen über die lokale Arbeit. Rabbiner Dr. Ernst Jacob, als Gastvertreter des ״Verbandes der jüdischen Jugend-Vereine Deutschlands“, berichtete über die jüdische Jugendbewegung in Deutschland und hob hervor, daß sein Verband in Fragen des Zionismus und der Religion absolut neutral sei und rein erzieherische Zwecke verfolge. In der Hauptsache wird danach gestrebt, jüdisches Bewußtsein in der jüdischen Jugend zu wecken. . Präsident Aime Palliere berichtete seinerseits jiber die Verhandlungen des Weltverbandes, mit dem Verband der jüdisehen Jugendvereine Deutschlands und erklärte, die Bedingungen des wieltverbandes für eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Verbände wären die, daß die neue Föderation in den Fragen des Zionismus״ und der Religion nicht g I e ich gü 11 i g, sondern positiv eingestellt sei. Er hoffe, es werde sich eine Plattform für eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Verbande finden. Palliere teilte den vorläufigen Text der Leitsätze mit, die als Grundlage für ejne solche Zusammenarbeit dienen sollte. J. Schramek wünschte, daß ein gleiches Abkommen mit dem Jugendverbande ״Brith hanoar“ Und mit den großen amerikanisehen Jugendverbänden geschlossen werde. Nach eingehender Diskussion überdas Programm des Welt- Verbandes wurden die von Dr. Pacifici verfaßten Leitsätze ge billigt. In diesen Leitsätzen werden als Ziele des Weltverbandes die ״Zusammenfassung und Erziehung der jüdischen Jugend auf der Basis der Einheit des Judentums und der Renaissance des jüdischen Volkes, deren Krönung in der Wiederaufrichtung Palästinas besteht“, angegeben. In einer besonderen Klause! wird den Mitgliedern des Weltverbandes, » wo sie mit den Leitsätzen nicht buchstäblich übereinstimmen, Gewissensfreiheit zuerkannt. Der Kongreß hat mit Bezng auf den Keren Kajemeth die folgende Resolution gefaßt: ( Die jüdische Jugend wird au!gefordert, an dem Werke des Wiederaufbaus Erez-Israels als einem wesentlichen Faktor der jüdischen Renaissance mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften und Mitteln moralisch und materiell mitztrtun: und •besonders den K e r e,n K aj e m e 111 L e j i s r a e 1 zu unterstützen. Zum Zwecke der praktischen Zusammenarbeit mit den Organen des Keren Kajemeth wurden das Zentralkomitee und die Leitungen der, einzelnen Landesverbände beauftragt, mit den BezirksorganiSationen:des Keren Kajemeth in ständiger Fühlung zü bleiben! der Keren Kajemeth soll einen Vertreter in das Zentralkomitee und das Zentralkomitee' einen Vertreter in das Keren Kajemeth-Komitcc delegieren. Es sollen überall ״Gedudim“ von Jugendlichen gebildet werden, die theoretisch und praktisch für den Keren Kajemeth-Dienst agsgebildet werden. Der Kongreß beschloß ferner, aus Mitteln, die von ihren Mitgliedern aufgebracht werden sollen, eine Kolonie ״Kfar Hanoar“ (Dorf der Jugend) in Palästina zu begründen. Am 12. August fand in Düsseldorf die zweite Haupt- Vorstandssitzung des ״Verbandes der jüdischen ' Jagejidvereine׳ Deutschlands“ in diesem Semester statt. Aus $em Situationsbericht, den der efste Vorsitzende, Rabbiner Dr. Hahn- Essen, erstattete, ist zu entnehmen, daß die Dresdener Jugendtagung in allen Jüdischen Lagern einen starken Widerhall gefunden hat. Besonders freudig wurde die Nachricht begrüßt, daß es Dr, Jacob-Saarbrücken auf dem jüdischen “Weltjügendkongreß in Straß bürg gelungen ist, die Voraus- Setzung für eine Zusammenarbeit aes Verbandes mit der ״Union Universelle de la. Jeunesse Juive“ zu schaffen. Die Probleme des ״Knesset!! Israel“ t AG, Tel-Awiw, den 8. August 1928. Der neue Chefsekretär Luke hat als Vertreter des High Commissioner sein Amt in Jerusalem angetreten. Seine erste Tätigkeit besteht naturgemäß in einem Studium der Verhältnisse. Bereits in der ersten Woche seines Aufenthalts in Jerusalem kam Luke mit den Repräsentanten der arabischen Bevölkerung in Verbindung, kurz danach wurden die Vertreter des Waad L e u m i und der Zionistischen Exekutive von ihm empfangen. Die Unterhaltung bei dieser Audienz drehte sich in der Haupt- Sache um das G e'm e i n d e g c s c t /. Der Waad Leumi betonte die Mängel des Gesetzes, besonder; die Gefahr, die der nationalen Organisation drohe, dadurch, daß jeder einzelne das Recht habe, aus dem Verbände der ״Knesseth Jisracl“ auszusdieiden. Die Darlegung dieses Fragenkomplexes in der ersten Zusammenkunft zwischen den Vertretern der nationalen Instanzen und dem stellvertretenden Oberkommissär hat eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem peinlichen Zwischenfall bei der Abschiedsfeier mit Lord Pluiner, wo der Oberrabbiner Jaakow Meir betonte, daß er den Verband der ״Knesset!! Jisrael“ nicht anerkenne. (Eine Erklärung, die er am nächsten Tag noch durch einen Brief an den High Commissioner bestätigte.) Eine sachliche Antwort wurde naturgemäß von Luke nicht erteilt und nicht erwartet, da die ersten Zusammenkünfte nur der gegenseitigen Fühlungnahme dienen. Die Verlegung des Eisenbabn•Knoteapnnkts Dach Tel-Awiw Jerusalem, 9. August. (J.T.A.) Die Regierung Palästinas hat der jaffaer Handelskammer offiziell mitgeteilt, daß die Verlegung des palästinensischen Eisenbahnknotenpunktes von Lu ad nach Tef-Awiw, die geplant war, auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Noch im Jahre 1925 hat Sir Herbert Samuel, der damals Oberkommissar von Palästina war, eine Kommission eingesetzt, die darüber zu beraten haben sollte, ob eine Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Awiw zu empfehlen sei. Die Kommission, der die Leiter der verschiedenen Regierungsdepartements, die Bürgermeister und die Präsidenten der Handelskammern von Jaffa und Tel-Awiw angehörten, hat sich zu der Frage der Verlegung positiv geäußert. Die Bevölkerung von Jaffa und Tel-Awiw wünscht die Verlegung als teilweises Aequivalent dafür, daß der Palästina-Hafen in Haifa statt in Jaffa gebaut wird. Der Entschluß der Regierung, die Verlegung de« Knotenpunktes der Kantara—Haifa- und Jaffa— Jerusalem-Eisenbahnlinien von Ludd nach Tel-Awiw auf unbestimmte Zeit zu verschieben, hat große Enttäuschung hervorgerufen. Einwanderangslrageit AG, Tel-Awiw׳, den 7, August 1928. Nach langem Kampfe hat das Einwanderungsdepartement der Regierung noch einer Farnilie, die einen Ausweisungsbefehl erhalten hatte, weil ihre Papiere nicht völlig in Ordnung waren, die Aufenthaltserlaubnis für Palästina erteilt. Somit sind sä m tliehe Ausweisungsbefehle der letzten Zeit rückgängig gemacht worden bis auf einen Fall, in dem die Betroffenen das Land bereits verlassen hatten. Die Aktion der Jischuw hat ailö in diesen Fällen Früchte getragen. Dagegen;entsteht jetzt in de» Ein\M»dcrungsbestHmmm״en>׳eino neueKomplikälion! da die Regierung voti den* ritss isehet! Einwanderern eine Bescheinigung fordert, daß sje das Recht haben, wieder nach Rußland zurückzukehren. Es ist sicher, daß solche Bescheinigungen von den Sowjetbehörden nur in den allerseitensten Fällen zu erlangen sindj so daß durch die neue Verordnung die geringe russische Einwanderung, die bisher wenigstens eine kleine Anzahl der russischen Zionisten gerettet hat, aufs schwerste gefährdet wird. Die Palästinaregierung hat einen Versuch gemacht, Trauben aus Palästina nach England zu exportieren. Es wurden technische Maßnahmen getroffen, um das Produkt gut zu konservieren. Der Transport fand auf einem englische« Kühlschift statt. Deportierte Chaluzim. Drei Mitglieder der früheren Leitung der Chaiuzim-Kolonie ״Tel-Chai“ in der Krim, die wegen zionistischer Betätigung nach Kostroma verbannt worden w׳aren, erhielten die Erlaubnis, nach Palästina auszuwandern. Sie sind soeben nach Moskau gebracht worden, von hier geht es nach Odessa, wo man sie auf ein nach Palästina abgehendes Schiff bringen wird. Arabische Gäste ln Palästina In Jerusalem fanden vor kurzem zwei Bankette für ausländische arabische Führer statt, die von den einheimischen Notabein veranstaltet wurden. Das erste für Emir A r s 1 a n , den Vorsitzenden der syrischen Delegation, der auf der Reise zu El Atrasch, dem Drusenführtr, Jerusalem berührte. Das zweite für die Vertrcfier von Nedyhd und Irak, die nach Palästina gekommen sind, um an den französisch-englischen Beratungen über die Hedschasbahn teilzunehmen. Jakob Ascher Am 6. August verstarb in Dessau Justizrat Dr. Jakob Ascher. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, dessen Name in der zionistischen Bewegung nicht vergessen werden wird. Aus einer kleinen Gemeinde Anhalts stammend, wuchs er heran zu einem der angesehensten Jude» und Rechtsanwälte Mitleldeutschlarids. Als noch Mut notwendig war, uin sich zu der jüdisch-nationalen Bewegung zu bekennen, erkannte er nach eigenen Irren und Wirren die Zukunftsbe-ieutung der Patästinabewegung und setzte nunmehr seine ganze Kraft ein, um der jüdisch-nationalen Idee zum Durchbruch zu verhelfen. Mit dem ihm eigenen Temperament und der ihm eigenen Zähigkeit ging er daran, sich mit der Gesamtheit jüdischen Wissens, jüdischer Geschichte und jüdischer Kultur vertraut zu machen. Angefeindet von jüdischer Seite fand Jakob Ascher den Weg zum kraftvollen Bekenntnis für Judentum und Judenheit zurück und wurde gerade deswegen aufs höchste geachtet und geschätzt von den geistigen Führern der Nicbtiuden seiner engeren Heimat. Er war ein echter Kämpfer für wahres Recht. Sein überragender Wille wies in; Mitteldeutschland manchem am Judentum Verzweifelnden den rechten Weg und erzog ihn zur Mitarbeit. Seine Freunde werden ihn schmerzlich vermissen, die Bewegung ihm ein treues Andenken bewahren. flobrllsctier Fernunterricht; Zionisten, die an Orten wohnen, an denen es keine Möglichkeit zu direktem hebräischen Unterricht gibt, erhalten unentgeltlichen Fernunterricht. Interessenten wenden sich an: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Mei• nekestr. 10. Betr. Fernunterricht. DIE JUNGEN AN DIE AELTEREN Ein Aufruf der Jugend zur Rosck Hasckanak - Aktion Die Jugend-Kommission des Keren Kajemeth Le jisrael für Berlin, die alle zionistischen and mehrere jüdische Jugendgntppea vertritt, wendet sich mit!01• gendem Aufruf an die Zionisten: Am 2. September beginnt die traditionelle Rosch Haschanah-Aktion des Keren Kajemeth. Wiederum hat sich eine große Schar jugendlicher Helfer in den Dienst der Werbe-Aktion für unseren Fonds gestellt! Die zionistische Jugend, die das ganze Jahr hindurch freudig die mühselige Propaganda und Sammelarbeit für die Erlösung des Bodens leistet, wird auch diesmal ihren Stolz darein setzen, mit allen ihren Kräften diese Hauptaktion des Jahres zu unterstützen. Unsere Anstrengungen allein genügen aber nicht. Die Resultate der Neujahrs-Aktionen der letzten Jahre blieben leider weit hinter den Erfordernissen unserer Bodenpolitik in Palästina zurück. Gerade in diesem Jahr, in dem wir mit freudiger Genugtuung die positive Stellungnahme der zionistischen Welt zu den heiligen Prinzipien des K. K. L. erleben durften, muß sich der erneute Wille der Zionisten in einer Aktion ausdrücken, die dem neuen Arbeitsjahr einen begeisternden Auftakt gibt. Wir sind nicht unbescheiden, wenn wir glauben, daß die bedenklichen Resultate der letzten Jahre mit auf die unzureichende Unterstützung des K. K. L. durch die alten Zionisten zurückzuführen sind. Wir wissen, daß viele von ihnen durch die Leistungen für den Keren Hajessod und andere Verpflichtungen belastet sind, und daß ihnen ihre Berufstätigkeit nicht mehr die Zeit läßt, wie einst immer und überall für den K. K. L. zu wirken. Aber die zionistische Jugend, die alle ihre Kräfte anspannt, kann es allein doch nicht schaffen, sie hat nicht die Autorität, die Menschenkenntnis, die zionistische Erfahrung und Schulung, die notwendig sind, um in der Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Spender den ersehnten Erfolg für Palästina zu erzielen. Deswegen ergeht in diesem Jahre, in dem Jerusalem dem K. K. L. in Deutschland den Auftrag erteilt hat, durch Glückwunschablösung und Tempelspende im Monat Tischri zur Auslösung von 1000 Dunam 75000 M. aufzubringen — davon 15000 M. in Beriin allein —, aus unseren Reihen an die bewährten Zionisten die Bitte und Aufforderung, sich persönlich in den Dienst unserer Sache zu stellen. Der Aufbau Palästinas wäre nicht eine Realität, wenn Sie.Äbt/ der, Idt e VB»fen!^ßbroeh» halte«■wir fSttoden nicht vor der Lebensaufgabe, am Aufbau mitzuwirken, wenn Sie nicht jahrelang dafür gekämpft hätten; wir können nicht das Werk fortführen, wenn Sie nicht weiter tätig helfen. ״Res venit ad triarios!“ habt Ihr uns immer zugerufen. Nun, die Triarier sind da und sie rufen Euch heute auf: ״Ihr habt uns unsere zionistische Pflicht gezeigt, wir erinnern Euch heute an Eure Pflichten!“ 1000 Dunam neues Land — Boden für diejenigen von uns, die bereitstehen zur fünften Alijah! Eure Kraftanstrengung, damit die Idee des Nationalfonds sieghaft in das neue Jahr schreitet, die Idee, an der wir leidenschaftlich festhalten wollen, wie ihr es uns gelehrt habt! Die neue Generation vertraut darauf, daß sie mit der alten zusammen Erfolge erringen wird, würdig jener, welche den Nationalfonds geschaffen und mitgebaut haben, und unserer, die ihn weiter zu bauen entschlossen sind — mit Euch! Auf eine Anregung der aus der Ukraine stammenden Juden in Palästina hin befaßt sich die Leitung des Jüaischen Nationalfonds mit dem Plan der Errichtung eines Waldes in Palästina zum Gedenken an die tausende Juden, die in dem Unglücksjahr 1919 in der Ukraine hingeschlachtet worden Sind. Der Wald soll auf Nationalfondsboden errichtet werden. Briefe an die Redaktion Die Prügelstrafe in Palästina Mit Bezug auf r'11 Artikel von Dr. Farbstein, welche! am 13. Juli in der ״Jüdischen Rundschau“ erschien und in welchem der Generalstaatsanwalt Palästinas, Mr. Bentwich, heftig kritisiert wird, weil er angeblich die Prügelstrafe beiinstigt, ersucht uns ein Korrespondent, welcher zu Herrn entwich nahe Beziehungen hat, um die Veröffentlichung fo!• gender Mitteilung: Die Prügelstrafe wurde durch die Verwaltung von Palästina als gesetzliche Strafe für Widersetzlichkeiten im Gefängnis eingeführt und sic darf nur dann angewendet werden, wenn ein Häftling gegen den Stab des Gefängnisses Gewalt angewandt hat. Die Gesetze, welche eine solche Strafe vorsehen, wurden, wie alle#andern Gesetze, von der Gesa 1#t regier ung eingeführt und nicht von Herrn Bentwich persönlich, welcher selbst die Fortführung derartiger Methoden in Palästina vera b s c h e u t. Aber Dr. Farbstein als Rechtsanwalt sollte wissen und die Tatsache in Erwägung ziehen, daß die persönlichen Gefühle und Sympathien eines Mitgliedes der Regierung selbst dann, wenn er derjenige ist, welcher die Gesetzgebung vorbereitet, nicht ausschlaggebend sein dürfen, wenn die Politik der Gesamtrcgicrung derartigen Gefühlen und Sympathien zu-, widerläuft. Die Tatsache, daß Herr Bentwich als Beamter der Regierung verhindert ist, irgendwelche Angaben mit Bezug auf Politik öffentlich zu dementieren, zwingt ihn überdies, andere I unrichtige Angaben in dem betreffenden Artikel unerwidert zu lassen.