Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 452 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 63,!0. VIH. 1028 Nr. 63, daß inan noch längere Zeit ״allein“ wird fertig werden müssen. Es stehen eine Reihe von Aufgaben vor uns. Die Wirtschaftliehe Lage stellt täglich neue Probleme, die Sorge um Arbeit*• beSchaffung besteht noch immer, man beginnt, mit dem neuen Vertreter der Mandatarmacht, der Lord Plumer zurzeit ersetzt, in Fühlung zu treten, die Vorbereitungen zur Wahl der ״Assefath Haniwcharim“ heben an, und die Vorgänge in den umliegenden Ländern sind ebenfalls geeignet, alle diejenigen in Bann zu halten, die an öffentlichen Dingen beteiligt oder interessiert sind. Und dieses sich mit Selbstverständlichkeit Wieder-Umstellen auf Einzeifragen hat etwas Beruhigendes an sich. Ein Kongreß nach dem anderen vergeht, aber Palästina bleibt und entwickelt sich.... Die Frage der ״Gesetzgebenden Versammlung Eine Versammlung in Jerusalem r. Jerusalem, 31. Juli 1928. ln letzter Zeit hat sich die Presse Palästinas vielfach mit der vom siebenten arabischen Kongreß geforderten O e - setzgebenden Versammlung beschäftigt und insbesondere in der Wochenschrift des ״Hapoel Hazair“ sind mehrfach Stimmen laut geworden, welche verlangten, daß der Jischub zu der arabischen Forderung eine aktive und positive Stellung einnehmen möge. Die Jerusalemer Gruppe des Hapoöl Hazair berief für den 28. Juli in die große Halle der Limel-Schule eine öffentliche Versammlung ein, auf deren Tagesordnung die Frage der Gesetzgebenden Versammlung stand. Referenten waren Dr. Hugo Bergmann und Dr. Abraham Katzne 1 s011 n. Dr. Bergmann wies darauf hin, daß Palästina vor dem Kriege ein kon* stitutionell regiertes Land war, erwähnte den Jubel, mit welchem der Sieg der türkischen Revolution und die Verkündung der türkischen Verfassung in den Straßen von Jerusalem aufgenommen wurde, zitierte die begeisterten Worte, mit welchen damals Ben Jebuda im ״Hazewi“ die Eröffnung des türkischen Parlamentes gefeiert hatte. Er erwähnte, da!) sofort nach dem Kriege die Araber Versuche machten, die parlamentarische Tradition, die durch den Krieg unterbrochen worden war, wieder aufzunehmen, indem der von Feisul einberufene syrische Nationalkongreß eine Verfassung nach modernen Grundsätzen beschloß. Es wäre verhängnisvoll für uns, wenn wir uns dem Verlangen nach einer Gesetzgebenden Versammlung bedingungslos entgegensetzen würden und sie uns erst abzwingen ließen, während wir heute, wenn wir den Arabern entgegenkomtnen, Garantien durchsetzen können, daß unsere Rechte und Ansprüche nicht durch die Oesetzgebende Versammlung geschmälert werden. Er bedauerte es, daß die Arbeiterorganisation Palästinas aut dem Reichskongreß der Arbeiter des Imperiums eine Stellung eingenommen hat, welche sich gegen die Gesetzgebende Versammlung für die nahe Zukunft richtete. Der Haß, den wir uns in Palästina durci solche Kundgebungen zuziehen, ist größer als der polt ische Vorteil, den sie scheinbar einbringen. Der Redner ver’aagte von der Exekutive den sofortigen Beginn von Verfiardhrngcn mit den Arabern. Der zweite Referent, Dr. Abraham Katznelson, er■* in ierte darpiv daß der Jischub vor einken. Jahre», alt die Araber *lipessiv wurden und Erfolg mtrii .&!%'. trrangin, zu jeder K oazesaton bereit War. Jabotinski selbst mußte unter dem Dtuck der politischen Lage das Weißbuch unterzeichnen. Der! all darf nicht wiederkehren, daß wir durch unsere Indolenz und Kurzsichtigkeit in der arabischen Frage es erst zu schweren politischen Verwicklungen kommen lassen, unter deren Druck wir dann jede Konzession zu machen bereit sein müsset!. Wir müssen die Initiative in der Frage an uns nehmen. Für jede retardierende Politik werden wir schwer büßen. Das Unglück ist, daß keine einzige unserer politischen Gruppen eine klare Stellung zu der Frage einnimmt mit einziger Ausnähme der Revisionisten, welche die Frage mit der Waffe entscheiden wollen. Wedgwood erweist unserer Sache einen schlechten Dienst, indem er die Revisionisten in ihrer Stellung bestärkt Redner wies darauf hin, daß wir in Palästina mit einem natürlichen arabischen Zuwachs von »000 Mensehen jährlich zu rechnen haben, also in 10 Jahren eine Million Araber in Palästina wohnen werden. Es sei ein schwerer Fehler, diese Wirklichkeit nicht sehen zu wollen. Katznelsohn sprach sich jedoch gegen eine ״Gesetzgebende Versammlung״ aus, deren natürliche Folge ein verantwortliches Ministerium wäre. Heute sind weder Juden noch Araber in Palästina fähig, sich selbst zu verwalten. Dies zeigen nicht zum mindesten die jüdischen Stadtverwaltungen. Dagegen sei eine Beratende Versammlung dringend erwünscht,welche keine Beschlüsse fassen, aber eine autoritative Meinung über das Budget und über Gesetzesvorschläge abzugeben hätte. Er wies darauf hin, daß z. B. die Regierung im neuen Budget die ganze Last der Landesverteidigung auf die palästinensjschen Steuerzahler überwälzte, ohne daß sie jemand zu fragen brauchte, daß Palästina für Grenzschutz, Polizei und Gefängnisse £ 600 000 auszugeben haben werde und nur £ 300000 für Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Unterrieht. In einer beratenden Körperschaft würden sich die Vertreter der jüdischen und der arabischen Steuerzahler in vielen Punkten zu gemeinsamer Stellungnahme zusammenfinden, und es wäre Gelegenheit geboten, den arabischen Volks- Vertretern die Vorteile der jüdischen Einwanderung in konkreter Diskussion vor Augen zu führen. Auch die Fragen der Einwanderung sollen der Beratung dieser Körperschaft unterstehen. Wir brauchen davor nicht zurückzuschrecken. In der Diskussion sprach ein Vertreter der Revisionisten, Herr Lebanon, gegen die Stellungnahme der Referenten. Wenn wir einer solchen Körperschaft zustimmen, erkennen wir die arabischen Führer als legitime Volksvertreter an. Dies dürfen wir nicht tun. Die Gegensätze zwischen Juden und Arabern sind in keiner Weise überbrückbar. Der einzige Ausweg ist eine jüdische Wehrkraft. Rabbi Benjamin führte aus, daß die ganze Frage- Stellung: Mehrheit oder Minderheit in Palästina unsinnig sei. Der ״Brith Schalom“, welcher auf eine Verständigung mit den Arabern hinarbeite, wolle keineswegs das zionistische Ideal verkleinern. Redner selbst sei durchaus Maximalist. Aber wir können unser Ziel mit den Arabern zusammen und nicht gegen sie erreichen. Der Versammlung dürften bald andere, demselben Gegenstände gewidmete Versammlungen folgen. Die ״Official Gazette“ der Palästina-Regierung hat ein Verzeichnis der Rechtsanwälte veröffentlicht, die die Jahresgebühren für 1928 bezahlt haben. Es sind dies 106 Araber, 99 Juden, 2 Engländer, 1 Deutscher und 1 Grieche. Vom Keren Kftfemeth Namens des Hauptbüros des Keren Kajemeth Lejlsrael versendet Herr Usslschkin folgendes Rundschreiben an die Landessammelstellen des K.K.L.: Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Im Zusammenhang mit dem Bericht der Joint Palestine SurVey Commission (Sachverständigen-Kommission der Jewish Agency) hat sich das Aktions-Comitee der Zionistischen Organisatfon in seiner Tagung u. a. auch sehr eingehend mit den Problemen der Bodenpolitik in Palästina und speziell mit der Frage des Keren Kajemeth Leiisrael beschäftigt. Als Resultat dieser Beratungen wura« vom Aktions-Comitee einstimmig eia Beschluß gefaßt (die vier Mitglieder, die dagegen gestimmt haben, sind nicht gegen das Prinzip des K. K7L., welches in der Resolution zum Ausdruck gebracht wurde, sondern sie haben als Gegner der Jewish Agency überhaupt ausnahmslos gegen alle mit derselben im Zusammenhang stehenden Beschlüsse gestimmt) — wonach die Zionistische Organisation den K. K. L. als alleiniges Instrument der jüdischen Bodenpolitik in Palästina anerkennt. Das Aktions-Comitee hat die von den zionistischen Kongressen und Konferenzen wiederholt angenommenen Richtlinien der Bodenpolitik und das von dem X1V. und XV. ZionistenkongreB als Bedingung für die Verhandlungen mit den Nichtzionisten wegen der Erweiterung der Jewish Agency festgestellte Prinzip der Auslösung des Bodens als Volksbesitz nochmals bestätigt. Dementsprechend wurde vom Aktions- Comitee die These aufgestellt, daß alle aus den öffentliehen Geldern der Jewish Agency zu erwerbenden Ländereien ins Gemeineigentum des jüdischen Volkes überzugehen haben, wobei die zwei Prinzipien, die das Wesen des K. K. L.-Systems darstellcn, gewahrt werden müssen, nämlich: das Obereigentum des jüdischen Volkes über die durch ihn erworbenen Ländereien und die Vergebung der Böden an die Siedler nicht in Eigentum, sondern in Erbpacht. Durch diesen Beschluß hat das Aktions-Comitee nochmals die Wichtigkeit des Prinzipcs des nationalen Eigentums auf Orund und Boden, sowie dessen große Bedeutung für die gedeihliche Entwicklung unserer Kolonisation hervorgehoben, da nur durch seine Anwendung die nationalen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen des jüdischen Siedlungswerkes in Palästina entsprechend gewahrt werden können. Als weitere wichtige The•« hat das Aktions-Comitee auf* gestellt, daß der Erwerb von Böden ins Gemeineigentum des jüdischen Volkes ausschließlich durch das dafür eigens geschaffene Instrument der Zionistischen Organisation, den Keren Kajemeth Lejisrael, zu erfolgen hat. Der Erwerb von nationalen Böden aus zwei verschiedenen Fonds soll nicht gestattet sein. Will man Böden mit andern Mitteln als die des K. K. L. erwerben, so muß dies ebenfalls durch den K. K. L. geschehen, so daß die Ländereien in seinem ewigen Eigentum verbleiben und seinen Prinzipien unterworfen werden. Dadurch wollte das Aktions-Comitee die Integrität des K. K. L. schützen, in Erkenntnis der Tatsache, daß der Erwerb von Böden aus den Mitteln eines andern Fonds eine große Gefahr für unsern Bodenfonds werden könnte. Die Entwicklung des K. K. L, würde auf diese Weise ungemein behindert und seine Sammeltätigkeit sehr gefährdet weiden können. Das Aktions-Comitee hat ferner zu der Frage des privaten Bodenerwerbes Stellung genommen. Entsprechend der noch bei der Londoner Jahreskonferenz vom Jahre 1920 aufgesteliten These, daß die Zionistische Orgtnisation im Interesse der Beschleunigung d$8 Tempos der Geulath- Haarez sich zu dem privaten Bodenerwerb positiv verhält, hat das Aktions-Comitee betont, daß es auch weiterhin den privaten BdVMierweri» und von i»ieclter*ij! mit' eigene« Mitteln al» wichtig anerkennt. Das, Aktions-Comitee hält es für unerläßlich, daß der private Bodenerwerb organisiert wird und in einer planmäßigen Weise vor sich geht, um ein Entgegenarbeiten der verschiedenen Faktoren zu verhindern und der dadurch unv^rmeldMiett Steigerung der Preise mögliehst entg^rmteustfum.'' Die Organisation des BWSnkanfei ■ und -Verkaufes soll in den Händen eines diesem Zweck dienenden Instituts liegen. Das Aktions-Comitee hat aber ausdrücklieh betont, daß dieses Institut nicht laufend aus den öffentliehen Mitteln der Jewish Agency unterhalten werden kann, sondern lediglich durch eine einmalige finanzielle Maßnahme instandgesetzt werden muß, seiner Aufgabe Herr zu werden. Dieses Institut steht selbstverständlich in keinem Gegensatz zum Keren Kajemeth, da es lediglich die Funktion einer Bodenkauf- und -verkaufszentrale zu erfüllen hat. Durch diese Beschlüsse hat das Aktions-Comitee bei den Verhandlungen mit den Nichtzionisten auf die Bedeutung des Prinzips des nationalen Bodeneigentums und seines Trägers, des Keren Kajemeth Lejisrael, hingewiesen und seinen eindeutigen Wunsch ausgedrückt, daß bei der Erweiterung der Jewish Agency die vitalen Interessen des K. K. L. in vollem Maße gewahrt werden müssen. Die Arbeit des K. K. L. wird durch diese Beschlüsse ins Zentrum des zionistischen Interesses gerückt. Die Zionistische Organisation soll alle ihre Kräfte aufbieten, um den K.K.L. zu stärken, der als der Fonds der Zionistischen Organisation auch weiterhin verbleibt. Durch die Erweiterung der Jewish Agency sollen dem Palästina-Siedlungs-Werke bedeutende finanzielle Mittel gesichert werden. Wir hoffen, daß eine neue und umfangreiche Kolonisationsarbeit In Palästina einsetzen wird. Für dieselbe wird Boden bereit stehen müssen. Es ist die Aufgabe des Keren Kajemeth, für die gesamte Siedlungsarbeit der zionistischen Organisation Böden in Bereitschaft zu halten. Für diesen Zweck werden neue und bedeutende Bodenerwerbungen notwendig sein, und diese können erst dann erfolgen, wenn dem K.K. L. reiche Mittel zufließen werden. Es ist Aufgabe unserer Mitarbeiter in der ganzen Welt, sich dieser weiten Perspektiven, die sich der K. K. L.-Tätigkeit eröffnen, bewußt zu werden und durch eine gesteigerte Arbeit und Stärkung unserer Organisation sowie durch Hinzuziehung neuer Kräfte eine wesentliche Erhöhung der Einnahmen des K. K. L. zu erwirken. Die Entwicklung des K. K. L. in der nächsten Zeit wird ein bedeutender Faktor beim Fortschreiten des gesamten Siedlungswerkes in Palästina werden. Es ist Pflicht aller unserer Freunde, durch eine tatkräftige Mitarbe|t uns die Möglichkeit zu geben, die Position des K. K. L. in der neuen Periode nicht nur voll und ganz zu wahren, sondern auch zu stärken. Mit Zionsgruß hochachtungsvoll M. Ussischkin, Vorsitzender des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejisrael, tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiiiiMiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiHmHiiumiiiiiiimiiHiiiiiiiiiiiiHiimmiiiiiininiiiiiii» Nächste NF• Aktion zu Rosch Haschanah! lllllllHIIllliHlllllHlfflllllllillilHIIIHIillillllllilllilllllillllllHIIIlIlilimHillilHlllillltllHIlimilinillllHIIIliimiHillliliHlllllllimi Die Einnahmen des Keren Kajemeth im Monat Juni betrugen £ 18779, davon gingen ein: in den Vereinigten Staaten £ 8015, Polen £ 2302, Großbritannien £ 1698. Rumänien £ 1625, Deutschland £ 1172, Tschechoslowakei £ 651 und Palästlna £ 545. In den ersten neun Monaten des laufenden Budgetiahres erzielte der K. K. L. an Einnahmen £ 153 935, das ist itn Durchschnitt £ 17104 pro Mlnat, gegen durchschnittlich £ 23 717 im vergangenen Budgetjahre. Die Juni-Eingänge übersteigen somit den Durchschnitt um rund £ 1700. Das HfaMaKer Nr Knessttt Jtsrael AO., Tel-Awiw, den 31. Juli 1928. Die letzte Sitzung der Leitung des W׳a«d Leumi beschäftigte sich mit der Festsetzung des Wahlalters für die Knesseth /Israel. Den Anlaß zur neuerlichen Prüfung dieses Punktes gab der Beschluß der Landeskonferenz des Misrachi, der eine Erhöhung des Wahlalters auf 21 Jahre fordert. Der Waad Leumi war in einer prekären Situation, da der Misrachi die Erfüllung dieser seiner Forderung als eine conditio sine qua non seiner Beteiligung an den Wahlen hinstellt. In den Verhandlungen der Leitung des Waad Leumi wurde die Bitte an den Misrachi gerichtet, seinem Antrag eine andere, nicht ultimative Form zu geben, damit der Waad Leumi ihn in voller Freiheit und nicht unter dem Druck eines Ultimatums verhandeln könne. Die Antwort des Misrachi ergab, daß die Konferenz strikte Weisungen gegeben habe, die nicht zu ändern wären, daß der Misrachi keinesfalls an eine separatistische Politik denke, jedoch in jedem Falle auf seiner Forderung bestehen müsse. Diese Erklärung ist nicht durchsichtig, da man annehmen muß, daß ein Bestehen auf der Forderung u m jedenPreis politisch als ein Ultimatum anzusehen ist. Dabei wäre gerade in dieser Frage ohne besondere Schwierigkeiten auch ohne die besonders scharfe Form der Resolution eine Verständigung im Waad Leumi zu erreichen gewesen. Die Frage kann erst zur Entscheidung kommen, wenn die Rückkehr der Mitglieder des A.-C. die Einberufung einer Voll- Sitzung des Waad Leumi zur Klärung des Antrags gestattet. Es ist dringend notwendig, daß die Vorverhandlungn für die Einberufung des Assefam Haniwcharim bald und endgültig abgeschlossen werden, weil sie bereits schon mehr Zelt in Anspruch genommen haben als erwartet. Hoffentlich ist der Antrag des Misrachi die letzte der Schwierigkeiten, die die Schaffung einer Wahlordnung bisher im Lande verursacht hat. * Die ungeklärte Situation der ״Knesseth Jisrael“ trat peinlich zutage anläßlich des Abschieds Lord Phimers von der Jüdischen Gemeinschaft Palästinas. Lord Plumer hat alte offiziellen Abschiedsfeiern und Besuche auf Anraten der Aerzte vermieden. Das letzte Zusammentreffen der Vertreter der Palästinensischen Juden mit dem Oberkommissär fand in Jerusalem statt, wo Mitglieder der Zionistischen Exekutive, des Waad Leumi und des Oberrabbinats Lord Plumer aufsuchten und ihm ein Album mit Photographien palästinensischer Landschaften zum Abschied überreichten. Ais nun einer der Anwesenden den Oberkommissär im Namen der ״Knesseth lisrael״ begrüßt hatte, erhob sich der eine Vertreter aes Öberraobinats Jakow Meir und erklärte, daß er nicht im Namen der ,,Knesseth Jisrael״ sich hier befände und diese Institution nicht anerkenne. Die Erklärung wurde hebräisch und französisch abgegeben. Sowohl die Oiste wie auch der Oberkommissär waren durch diesen Vorfall sehr peinlieh berührt. (A. d. R.: Was hätte die jüdische Presse Palästinas geschrieben, wenn so etwas im arabischen Lager passiert wäre? ״Weit, weit ist das Land, das wir mit der Seele suchen . . Wahlzensos In Tel-Awiw AG, Tel-Awiw, 31. Juli Die Munizipalität Tel-Awiw ist seit Wochen mit der Ausarbeitung ihres Statuts beschäftigt. Einer der Punkte, der die schärfsten Debatten hervorrief, war die Fest- Stellung der Wahlordnung. Der bürgerliche Block fordert einen Wahlzensus von 10 Piaster jährlich, wobei nur der wähl*«•״• .tat», de»*410 SteuerwlfkSelii •«alli der veranlagt ist und noch nichtgezahlt hat. Der linke Block in der Munizipalität verlangte das Wahlrecht für alle, die steuerpflichtig sind. Seine Begründung Ist, daß in Tel-Awiw große Teile der Einwohner mit den Steuern im Rückstand sind, weil die .schweren Bedingungen, der letzten Jahre keine ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte ermöglichten, so daß durch die Formulierung der Rechten die Wählerzahl herabgesetzt wird. Gestern ist die Frage zur endgültigen Ab- Stimmung gekommen, in der die Rechte den Sieg davontrug. Danach haben diejenigen in Tel-Awiw Wahlrecht, die die Minimalsteuer von zehn Piaster eingezahlt haben. Die Neuwahlen zur Munizipalität sollen in zwei bis drei Monaten stattfinden. Ein chinesischer General aber Zlonlsmns Charbin, 18. Juü. (J.T.A.) Aus Anlaß der Anwesen* heit des Keren Hajessod-Delegierten Kritsche wsk i in Charbin fand im kaufmännischen Klub eine von der zionistischen Ortsgruppe veranstaltete stark besuchte Versammlung statt, in der der britische Konsul den Vorsitz führte. Anwesend waren der japanische, der deutsche und der italienische Konsul- Der chinesische General Tsingtsu-gu, Polizei-Chef der drei chinesischen Nordprovinzen, hielt in chinesischer Sprache eine Ansprache, in der er in der Form einer Meditation über den Wiederaufbau der jüdischen Kultur im jüdischen Lande Palästina sprach, was auf alle tiefen Eindruck machte. Hindenbarg gegen Antisemitismus Die amerikanisch-jüdische Journalistin Miriam S t e r n e r wurde vom Reichspräsidenten Hindenburgin seinem Palais empfangen. Al» Frau Sterner bei Beginn der Unterredung darauf hinwies, daß Hindenburg in der jüdischen Welt nicht als besonderer Judenfreund gelte, gab der Reichspräsident folgende Erklärung ab: ״Es tut mir leid, dies zu hören. Ich verstehe es nicht recht. In meiner ganzen Vergangenheit, in meiner militärischen Laufbahn und in meinem privaten Leben habe ich niemals Veranlassung zu einer solchen Meinung über mich gegeben. Für die den Juden ungünstigen Befehle, die während der Herrschaft Wilhelms II. erteilt wurden, bin ich nicht verantwortlich. Ich habe die Befehle nicht erlassen, sie stammen nicht von mir. Seien Sie versichert, daß ich während meiner ganzen militärischen Tätigkeit keine einzige Verordnung herausgegeben habe, die irgendeinen Teil der Bevölkerung unter einen Ausnahmezustand gestellt hat. Lassen wir alle Stimmungen aus dem Krieg beiseite. Ich kenne sehr gut die Eigenschaften Ihrer Rasse. Erst vor kurzem habe ich Ihren Glaubensgenossen Lord Reading empfangen. Er Ist ein großer Geist und verdient die Wertschätzung, die er in England genießt. Die Juden haben der Menschheit viele große Männer geschenkt. Deutschland ist stolz darauf, daß ein so bedeutender Geist wie Albert Einstein einer unserer Mitbürger ist. Es erübrigt sich, Ihnen zu sagen, daß Ihre Brüder bei uns einen großen Anteil an der Entwicklung der deutschen Kultur haben. Es gibt auf der Welt keinen Platz mehr für Vorurteile in einem Zeitpunkt, da die Welt nach ewigen Frieden strebt. Ich habe Ihnen dieses Interview mit Absicht gewährt, obwohl ich sonst nicht zur Presse spreche. Ich will ein für allemal der Welt erklären, daß das demokratische Deutschland kein Vorurteil gegen irgendeine Rasse oder Religion dulden wird.“ Die 1 Mit g über die , wollte ma! was in de Trotz festgeschl« wissen ni< sei es in erfahren, jüdisches haben wi Kindergär das A1t während letzten J land hal (4 Klasse! eine Unt aber nie 18 Volks! nasien (z (mit 670 hebräisch die der 1 der Regi Schulen י Mit! Arbeit d bien). Juden, di und Ruß listen, 01 haben il Regierun Lehrer a stattet ni Ausland Auslande In die G erkannte bloß aui venten < rumänisc genomm Tarbut; mehr! gierung neuem trotzden (164 Lei JuivMjS insgesar 113000 Unc!scher i Zeitung zugeben Illustrat war so kleinen ectelor Lehrer Zukunfi Dai Polen mit 3 ] von Ta vorwäri der heb die dro In klei! gegrün! 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