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Jüdische Rundschau · 1928-08-07 · Heft 62 (7.8.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 62 (7.8.1928)
Date
1928-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 446 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 02, 7.Vm.l928 ״Verwaltung Palästinas“, die vorläufig zwar identisch sind, die aber gemäß verschiedenen Bestimmungen des Mandates besondere und voneinander unabhängige Kompetenzen besitzen und für die Zukunft eine immer weitergehendere Selbständigkeit der ״Verwaltung“ — Art. 28, das Erlöschen des Mandates voraussehend, verwandelt diese ״Verwaltung“ in die ״Regierung Pa• lästinas“ — gegenüber dem ״Mandatar“ anstreben. Die dem Mandatar gegebenen Vollmachten sind also, sagt van Rees, eine provisorische Maßnähme, die zwecks Sicherung der Errichtung des jüd i s c h e n Nationalheims notwendig ist. Die Verwaltung des Landes müsse aber, über kurz oder lang, auf eine lokale, quasi autonome Autorität übergehen, die schließlich die ״Regierung“ des Landes w'erden wird. So aufgefaßt, kann der Unterschied zwischen den Bc- Stimmungen des Art. 1 des Mandates und denen des Art. 22 der Satzung als ein nur scheinbarer Widerspruch erkannt werden. Nach weiteren Auslassungen über die Bestimmungen von Art. 2, 4, 6 und 11 des Mandates schließt van Rees mit folgender Zusammenfassung: ״Wenn man also bedenkt, daß diese Bestimmungen es der ״Verwaltung“ zur Pflicht machen, die jüdische Einwanderung zu erleichtern und eine geschlossene An- Siedlung der Juden auf dem Lande zu ermutigen, den Juden die Möglichkeit zu geben, öffentliche Arbeiten auszuführen und allgemein-nützliche Betriebe zu errichten, ihnen die Ausbeutung der natürlichen Schätze des Landes anzuvertrauen, die Zionistische Organisation als eine öffentliche Körperschaft, mit dem Recht, die Regierung zu beraten und mit ihr in allen ökonomischen, sozialen oder anderen die Interessen der jüdischen Bevölkerung betreffenden Fragen zusammenzuarbeiten, anerkennen, wenn man noch dazu die Bestimmungen des Art. 7 hinzufügt, wonach den Juden besondere Erleichterungen bei Annahme der palästinensischen Staatsbürgerschaft gemacht werden sollen, so kann man sich wohl vorstellen, welches Maß von Umsicht, Intclligung und Gerechtigkeit sowohl seitens der Verwalturig wie auch seitens des jüdischen Volkes erforderlich ist, um dieses Werk auf friedliche Weise, in einem ausgesprochen arabischen Lande, zu Ende zu führen. Man ersieht daraus, wie schwer die Mission der beiden interessierten Teile ist, und man versteht, warum dieses Mandat von Weltinteresse ist. Wenn es auch anfangs erlaubt w׳ar, gewisse Befürchtungen zu hegen, so ist es wohl billig, jetzt anzuerkennen, daß, dank der vorsorglichen, unparteiischen und geschickten Gebarung, die die Verwaltung angewandt hat und von der sie nie abgekommen ist, sowie auch dank der versöhnlichen Haltung und der bewunderungswürdigen Hinga&& ,der .. ajan^es,. trptz allen!,, dazu gebracht hat, ein so ganz außerordentliches Werk fortführen zu können, ein Werk, das eines Tages die friedliche und endgültige Lösung eines großen politischen und sozialen Problems — dessen Wichtigkeit von niemandem, der sich der in Palästina Wirklichkeit werdenden Idee bewußt ist, unterschätzt werden darf — herbeiführen wird.“ Wir zitieren mit Genugtuung diese Worte van Rees’ und empfehlen sein ausgezeichnetes Werk allen jenen, die sich ernstlich für die juridischen Probleme des Mandatssystemes interessieren. Die Handelsagenten nnd Kommissionäre Palästinas Aus der im ״Commercial Bulletin“ erschienenen Liste der Ein- und Ausfuhragenten Palästinas läßt sich ein Bild über die Verteilung der einzelnen Handelszweige in Palästina auf die Juden und Nichtjudeu gewinnen. So sind zum Beispiel die meisten Importeure von Baustoffen Juden — auf 42 Firmen in Jerusalem, Tel- Awiw, Jaffa und Haifa entfallen nur 11 arabische, hauptsächlich in Haifa — dagegen befindet sich der Import von Teppichen fast ganz in nichtjüdischen Händen (von 11 Firmen in Jerusalem und Haifa gehören nur 3 Juden). Auch der Vieh- und Getreideimport ist fast ganz in n i c h t j ü - di sehen Händen, dagegen haben die Juden die Majorität unter den Importeuren von Medikamenten, von tlektrizitätsartikein, von Dünger und von Möbeln. Auch die meisten Maschinenimporteure sind Juden und nur der Automobilimport ist fast ganz in nichtjüdischenf Händen. Ebenso ist der Import von Textilien hauptsächlich in jüdischen Händen. Der Tabakimport ist ganz arabisch. Im Verzeichnis der Tabakimporteure für Zigarettenherstellung wird außer der Lubliner- Fabrik kein jüdischer Name angeführt. Das Verzeichnis der Kommissionäre und Handelsagenten umfaßt 78 Namen, davon 18 in Jerusalem (6 Nichtjuden), 41 in Jaffa (21 Nichtjuden), 14 in Haifa (7 Nichtjuden) und 5 in Tcl-Awiw, also insgesamt 44 Juden und 34 Nichtjuden. Auch beim Export ist die Verteilung eine sehr ungleiche. Während von 12 Mandelexporteuren nur 5 Araber sind, liegl der Getreideexport fast ganz in arabischen Händen, ebenso der Teppichexport, obwohl die ״Marbadiah“ in diesem Zweige eine führende Rolle einnimmt. Dagegen ist der Export von Schokolade und Zuckerwaren ganz in jüdischen Händen. Der Export von Tabak und Zigaretten ist so ziemlich unter Juden und Arabern verteilt. Der Export von Reise- und religiösen Andenken ist hauptsächlich in der Hand von Christen, obwohl auf diesem Gebiet auch der Bezalei eine große Rolle spielt. Die Honigexporteure sind ausschließlich Juden, ebenso selbstverständlich die Mazzothexporteure. Der Seifenexport verteilt sich auf Juden und Araber oder genauer auf die Schemenfabrik in Haifa und die zahlreichen arabischen Seifenfabriken in Nablus. Die meisten Orangenexport eure sind Araber, von denen das obenerwähnte Verzeichnis 33 anführt, gegen nur 5 bis 6 jüdische. Die Weinexporteure sind bis auf das Trappistenkloster in El-Atrus ausschließlich Juden. Von Textilienexporteuren wird in dem Verzeichnis ausschließlich die Lodzia angeführt. Dagegen bilden die Araber die Mehrzahl der Exporteure von Wolle. (Ziko.) Die S o w j e t r e g i e r u n g hat viereinhalb Millionen Rubel aus staatlichen Fonds zu Zwecken der jüdischen Kolonisation im Jahre 1929 bewilligt. Nachbemerkungen zum A.-C. Nach den Erregungen der A.-C.-Sitzung ist in der zionistischen Welt eine Ruhepause eingetreten. Die nächste Aufgäbe der Zionistischen Organisation wird die Weiterführung der Agency-Politik sein. Denn in einem Punkte sind Freund und Gegner dieser Politik einig: Ihre Durchführung leidet keinen Aufschub mehr. Die Bedeutung der Resolution des A.-C. liegt vor allem darin, daß sie eine außerordentliche Mehrheit der zionistische n Bewegung für die Agency-Politik geeinigt hat; und diese Tatsache muß auch für unsere Verhandlungspartner, vor allem also die amerikanischen Nichtzionisten, von ausschlaggebender Bedeutung sein. Denn wenn — woran wir nicht zweifeln — die Marshall- Gruppe eine fruchtbare und ungestörte Kooperation und erfolgreiche Tätigkeit in Erez-Israel wünscht, dann muß auch sie verstehen, daß Einigkeit im zionistischen Lager eine der wichtigsten Vorbedingungen dieses Werkes ist. Und eine solche Tatsache ist auch für sie von größerer Wichtigkeit als Einzel- , heiten eines Arbeitsprogramms, die ohnedies nur im Verlaufe der praktischen Erfahrung ihre endgültige Gestalt bekommen können, während der theoretische Streit um sie mehr akademische Bedeutung hat, jedenfalls wichtiger für eine auf geistige Imponderabilien reagierende Volksbewegung als für die nur an der praktischen Kolonisationsarbeit interessierten Kreise. Marshall und Warburg haben der ITA erklärt, sie könnten sich zu der Resolution des A.-C. nicht äußern, bevor sie nicht nähere Aufklärungen der Zionistischen Exekutive empfangen haben. Um diese Aufklärungen zu geben, reist in der nächsten Zeit das Mitglied der Exekutive, Harr y Sacher, nach Amerika. Sacher war in der A.-C.-Sitzung ein Gegner mancher Formulierungen der Resolution, trotzdem darf erwartet werden, daß er den Beschluß der Mehrheit mit voller Loyalität gegenüber den Nichtzionisten vertreten wird. Der Beschluß soll vor allem zur Beruhigung verschiedener Bcfiirchtungen der zionistischen Kreise dienen, enthält aber nichts, was die Nichtzionisten nicht annehmen könnten, wem! sie ihrer eigenen Uebcrzeugung treu bleiben. Wer das Zustandekommen der Agency und die Erweiterung der Arbeit in Ercz-Isracl wirklich will, wird — auf beiden Seifen — etwa sich bietende Schwierigkeiten leicht aus der Welt schaffen können. Es gibt natürlich Gruppen, die das nicht wollen, sowohl im zionistischen als auch im nichtzionistischen Lager. Die nichtzionistischen Agencv-üegner beginnen jetzt schon eine Propaganda gegen die zionistischen Forderungen, Und sie erhalten Sukkurs aus dem zionistischen Lager, wo die Agcncy-Gcgner die Resolution des A.-C. als eine Stellungnahme gegen die, N’ichtzionistcn interpretieren. In dieser Weise scheint zum Beispiel Dr. Stephan Wise, ein alter Gegner des Agency- Planes, sich geäußert zu haben. Noch merkwürdiger ist, wenn manche zionistische Oppositions-Gruppen, die seit jeher gegen jede sozialistische Tendenz innerhalb und außerhalb des Zionismus zu Felde ziehen, sich plötzlich in ihren Organen als Hüter der sozialen Ideale gegenüber den Nichtzionisten gebärden, weil sie dies für ein Mittel halten, die Agency-Politik zu stören. Auf diese Slörungsversuche mußte man gefaßt sein. Wir leben in einer politischen Welt und wer hier mitwirkt, muß mit allen politischen Schachzügen. zu rechnen ver- •stelwMi.■ Es kommt aber!darauf an, an dem. richtigen Ziel lestzuhalten, einen Weg zu suchen, der uns über die Sphäre pöbtischer Machtkämpfe hinausführt und die Möglichkeit einer Vergrößerten praktischen Arbeit am Aufbau des Nationalen Heims eröffnet. ‘ * Die Resolutionen des A.-C. über Einwanderung, die wir heute veröffentlichen, sind ein etwas kurioses Dokument. Sie enthalten sehr viel Richtiges, aber man fragt sich vergeblich, wozu selbst dieses zum Gegenstand von Beschlüssen des A.-C. gemacht wird. Das A.-C. kann sich doch nicht in alle Einzelheiten der Verwaltungspraxis einmischen und muß in dieser Hinsicht schon der Exekutive einen gewissen Spielraum lassen. Am bedenklichsten aber sifid die Aufträge an die Executive, eine bestimmte Zahl von Einwanderungszertifikaten auszugeben. Jedem Verständigen ist ohne weiteres klar, daß die Exekutive sich an derartige Beschlüsse nicht halten kann. Die Möglichkeit der Einwanderung ist ein sehr schwieriges Problem, das nur an Ort und Stelle nach genauer Prüfung der Lage beurteilt werden kann; wie kann eine Körperschaft wie das A.-C., zusammengesetzt aus Vertretern aller Länder, gewählt unter ganz anderen Gesichtspunkten als der Vertrautheit mit einer bestimmten Phase der Entwicklung in, Palästina, hierfür bindende Richtlinien festsetzen! Die Exekutive ist für neueinwanderndc Zertifikatinhaber materiell verantwortlieh, und sie muß mit den Gegebenheiten ihres Budgets rechnen. Jede andere Politik als die der äußersten Vorsicht könnte im gegenwärtigen Moment zu sehr bedenklichen Folgen führen. Jeder Zionist wjjl eine Erneuerung der Einwanderung, aber nur die Gestaltung der wirklichen Verhältnisse Palästinas ist hierfür maßgebend, nicht eine Resolution, die unter Ausniifzung einer Zufallskonstellation am letzten Tage durchgepeitscht wird. Die Antragsteller sollten sich. einmal überlegen, wie wenig sie durch diese Methode der von ihnen vertretenen Sache und der Würde des A.-C. nützen. Das A.-C. hat dann in derselben Zusammensetzung, d. h. nach Abreise etwa der Hälfte der allgemeinen Zionisten, die doch die Partei der Exekutive bilden, eine Erhöhung des Budgets ״m 42000 Pfund beschlossen. Folgerichtig mußte das ’A.-C. sich gefallen lassen, daß der Vertreter der Exekutive erklärte, die Exekutive werde sich an diese Beschlüsse nur so weit halten, als auch eine Erhöhung der Einnahmen erzielt wird, und sie hoffe, daß dies dank den Anstrengungen der A.-C.-Mitglieder der Fall sein werde. Dieser Hoffnung wird sich gewiß jeder gute Zionist anschließen. Auswandernofl nach Südamerika New York,1. August, (J. T. A.) Der Ehrensekretär von Hias of America, Herr Aaron Benjamin, der gemeinsam mit dem Ica-Generaldirektor Dr. Louis Oungre und dem Emi£direct- Präsidenten Dr. M. Krainin im Aufträge von Hias-lca-Emigdirect in den letzten drei Monaten die südamerikanischen Länder bereist hat, um die Möglichkeiten einer jüdischen Einwanderung in diese Länder zu prüfen, erklärte nach seinem Wiedereintreffen in New York, daß Argentinien und Brasilien jährlich 20000 jüdische Einwanderer aufnehmen könnten, aber nur solche, die sich für die Landwirtschaft eignen oder qualifizierte Handwerker — gesucht werden meist Mechaniker — sind. Für Personen ohne Qualifikation ist in Siidamerika kein Platz. Zur Arbeitstage Von unserm palästinensischen Korrespondenten. AG., Tel-Awiw, den 26. Juli 1928. Wenn auch die akuten Schwierigkeiten der Arbeitslosigkeit heute nicht mehr wie vor einem Jahre fühlbar sind, so taucht doch immer wieder und wieder an verschiedenen Plätzen dasselbe alte Problem auf. Sowohl in Haifa wie in Tel-Awiw gibt es noch einen Stamm von Arbeitslosen, für die Arbeit beschafft werden muß. (Eine besondere Frage ist die Zahl derjenigen, die einer besonderen Fürsorge bedürfen, weil ihr Gesundheitszustand sie für körperliche Arbeit unfähig macht.) Außerdem entsteht immer eine neue Schwierigkeit, wenn irgendeine Arbeit, zum Beispiel der Bau einer Straße, beendet ist und man die Arbeiter, die dabei ihren Unterhalt gefunden haben, in eine neue Position unterbringen muß. Unter den Positionen der jüdischen Wirtschaft, die in großem Maßstabe für die Beschäftigung von Arbeitern in Frage kommen, sind heute an erster Stelle die Pflanzungen zu nennen. Hier schreitet die Arbeit vorwärts, und zwar in einem Tempo, das sich stetig zu steigern scheint, ln diesen Tagen wird z. B. über einen neuen Kauf von Pflanzungsboden in der Nähe von Kfar Saba berichtet, der 4000 Dunam beträgt. Er ist für eine Siedlung der Bne Binjamin und für Arbeiter aus Petaeh-Tikwah bestimmt. Aehnliche Fälle sind in größerem und kleinerem Maßstabe häufig zu verzeichnen. Außer der Plantagenzone weist die Wirtschaft der Juden keine Positionen auf. die eine Unterbringung von Arbeitern in großem Maßstabc versprechen. Es liegen eine Reihe industrieller Pläne in de! Luft, die Wiedereröffnung der Seidentabrik von Dclphiner steht bevor, es gibt eine Reihe anderer Projekte, aber ein Teil diese! Ausdehnung ist Zukunftsmusik, und der Teil, der zur Ausfiihrung kommt, wird seiner Eigenart nach vorläufig nur be• schränkte Zahlen arbeitender Hände beschäftigen. So bleibt als dritter nennenswerter Posten in der Rechnung die Regierungsarbeit, die bekanntlich auch im letzten Jahre eine große Rolle in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gespielt hat. Unter den Aktionen der Palästinaverwaltung stehen zwei Projekte zur Zeit im Mittelpunkt des Interesses: erstens die Ausführung einiger Wegebauten, die Arbeiter aufnehmen sollen, die zum Teil auch jetzt bei Chausseebauten beschäftigt waren und nun von neuem frei werden, und die großen Arbeiten des Hafenbaus in Haifa. Die Arbeiter- Organisation drängt dauernd, auch durch Verhandlung mit den lokalen Behörden auf die Ausführung der ersten Kategorie von Arbeiten hin. Diese Versuche sind recht schwierig׳, denn die finanzielle Lage der Regierung ist kompliziert, sie ist bemüht, ihre Ausgaben soweit wie nur möglich zu reduzieren, so daß sowohl bei den Lokalbehörden wie auch bei der Zentralregierung in Jerusalem große Hindernisse bei den Verhandhingen zu überwinden sind. Dazu kommt, daß sich die Regierung zurzeit in einer Uebergangsphase befindet. Plumer ist im Begriff, das Land zu verlassen, der neue Oberkommissär wird erst im Herbst erwartet und der neue Zivilsekretär ist vor einer Woche hier eingetroffen. Es ist auch daran zu erinnern, daß das Memorandum, das die arabische Delegation in diesen Tagen dem Oberkommissär überreicht hat, ausdrücklieh gegen die Beschäftigung jüdischer Arbeitsloser protestiert. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, daß es gelingt, eine Anzahl von Arbeitern aus Haifa und Tel-Awiw bei Wegebauten unterzubringen. Die Frage des Hafens tritt mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Nach der bisher vorliegenden-Nachricht enthält das Budget £ 600 000 für Arbeitslohn. Die ersten Arbeiten werden in den Steinbrüchen gemacht werden, die bei Athlith .liegen. Nach den bisherigen Angaben soll es sich im!September entscheiden,־ -*ob׳ die־• At-betUm״ eigener. •Regte* •fön/ der Regierung gemacht Oder einem LWttefnehmer übergeben werden soll. Die Ausführung des Projektes wird vielleicht erst Anfang des neuen Jahres beginnen. Der Ueberblick über die Arbeitslage zeigt, daß innerhalb der jüdischen Wirtschaft nur begrenzte Teile heute für die Be- Schaffung von Arbeit in größerem Umfang in Betracht kommen. Es sind daher Anstrengungen notwendig, um neue dauernde Arbeitsquellen zu erschließen. Diese können nur in kolonisatorischen Akten bestehen. Die Arbcitslage ist also nach wie vor eine Budgetfrage. In der letzten Woche wurde in Jaffa eine Konferenz abgehalten, die sich mit dem System und der Ausbreitung der arabischen Erziehung beschäftigte. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Frage des Volksschulw'escns gewidmet und eine Erweiterung des bestehenden Schulnetzes beschlossen. Die Palästina-Regierung hat in diesem Jahre den Versuch gemacht, Aprikosen nach Aegypten auszuführen. Nach den offiziellen Nachrichten ist der Transport befriedigend ausgefallen. Die Früchte, die nach der Saison der ägyptischen Aprikosen geliefert xvurden, erzielten gute Preise. Es wird beabsichtigt, die Exportversuche fortzusetzen. Revisionistische Konferenz Vom 21. bis 26. Juli fand, wie J. T. A. meldet, in Berlin eine Tagung des Zentralkomitees der Weltunion der Zionisten-Revisionisten statt, an der außer den Mitgliedern des Präsidiums (Wladimir -Jabotinsky, Meir Großmann, Richard Lichtheim) Z.-K.-Mitglieder und Gäste aus Palästina, Deutschland, England, Oesterreich und der Tschechoslowakei teilnahmen. Die Konferenz hat beschlossen, in London eine politische Kommission zu schaffen, welche die Rc- Solutionen der 1. und 2. Weltkonferenz über die politische Tätigkeit der Union zur Durchführung bringen soll. Dabei hat die Tagung die Beschlüsse der 2. Weitkonferenz, daß diese Tätigkeit unter Wahrung der berechtigten außenpolitischen Prärogativen der zionistischen Exekutive zu erfolgen habe, dahingehend interpretiert, daß die exekutiven Organe der Revisionistischen Union die Einreichung von direkten politischen Anträgen an die Organe der Regierungen und des Völkerbundes zu vermeiden haben. Gleichzeitig hat die Konferenz beschlossen, in London ein ständiges Büro der palästinensischen Rechtsschutzgesellschaft ״Sechuthenu“ zu gründen. In der Frage des Parlamentes für Pa- 1 ä s t i n a w'urde die folgende Resolution einstimmig angenommen: ״Trotz aller beschwichtigenden Versicherungen betrachtet die Konferenz die Gefahr, in Palästina unter dem Deckmantel einer Vertretungskörperschaft ein mächtiges Instrument für antizionistische Obstruktion zu schaffen, als aktuell und beauftragt die Leitung, unverwandt auf der Wache zu stehen und nötigenfalls die entsprechenden Schritte einzuleiten.“ Die Konferenz hat ferner den Antrag des Pariser Zentralkomitecs auf Schaffung eines Sportfonds ״Tel.Chaj“ angenommen, der für die notwendige Ausbildung sportlicher Instruktoren gedacht ist. (״Tel Chaj“ ist der Ort, wo Trumpelior gefallen ist. Was hat das mit Fußbali und Tennis zu tun? Vielleicht handelt es sich hier um einen anderen ״Sport“? —• A. d. R.) Jerusalem, 3. August. (J.T. A.) Wie heute mitgeteill wird, sind im Monat Mat d. J. 287 Einwanderer, unter ihnen 223 Juden, nach Palästina gekommen. In dem gleichen Monat wänderten 312 Personen, unter ihnen 26-1 Juden, aus dem Lande aus. *

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