Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXIII (1928)
- Issue
- Heft 60 (31.7.1928)
- Date
- 1928-07-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 436 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60, 31. VII, 1928 Mindestalter Ittr Heiraten AG, Tcl-Awiw, 17. Juli 1928. Die Organisation für Gleichberechtigung der Frauen hat der Regierung ein Memorandum zugehen lassen, in dem sie die Festsetzung eines M i n d c s t a 11 c r s für Heiraten verlangt. Bekanntlich besteht in Palästina keinerlei gesetzliche Regelung dieser Art, und Kinderchen sind zum Beispiel in Kreisen orientalischer Juden noch häufig zu finden. Die moralischen und sozialen Schäden, die dadurch entstehen, sind bedeutend, und die Organisation für Gleichberechtigung hat sich seit Jahren bemüht, gesetzliche Sicherheiten gegen diese Sitte 711 erreichen. Es werden seit Jahren Verhandlungen mit den zuständigen religiösen Stellen geführt, ohne irgendwelchen Erfolg. Verschiedene Fälle von Kinderehen in der letzten Zeit haben zur Abfassung des Memorandums an die Regierung geführt. Es wäre jedoch wahrscheinlich riehtiger, wenn ein solcher Kampf, der als wichtig anzusehen ist, nicht einer einzelnen Organisation überlassen bliebe, sondern von einem Gcsamtorgan der Oeffcntlichkeit getragen würde. Leider ist in breiteren Kreisen das Interesse für solche Fragen, die mit der Beeinflussung der Gesetzgebung zusammenhiingen, kaum groß genug, so daß sich einzelne Organisationen damit beschäftigen und sich allein 11m ihre Lösung bemühen müssen. Die Krebserkrankungen nnter den Jaden In London fand in diesen Ta een ein i n t 0 r n a I i o n a 1 f r Kongreß für Krebsforschung stall, dem hervorragende Autoritäten aus allen Ländern der Well, beiwohnten. Prof. Dr. Moses Sourasky hielt ein Iiefcrat über Krebserkrankungen unter den Juden. Der Referent bewies nach Anführung statistischer Angaben, daß die Juden als Rasse weder für Krebs prädestiniert noch gegen Krebs immun sind. Wenn auch in einzelnen Fällen bei den Juden besondere Erseheinangen in bezug auf Krebserkrankung auftreten, wie z. I?. die sehr geringe krkrankun״ des männlichen Geschlccktsorgans, der Gebärmutter der Frau und zum Teil auch der Zunge, andererseits die hohen, fast rekordmäßigen Krebsfälie von Magen, Darm und Eingeweide!!, so ist dies eher auf dio Lebensweise der Juden, die auf sehr hohem Niveau stehende sexuelle Hygiene bei den jüdischen Volksmassen zurückzuführen. Im übrigen beweisen die vergleichenden Zahlen, daß bei den Krebserkrankungen unter den Juden der geographische Faktor mehr als der Ilassenfaktor eine Rolle spielt. Hier eine Reihe von Zahlen der Krebserkrankungen in sechs Hauptstädten Europas bei Juden und IS’ichljuden (auf je iooooo der Bevölkerung): London Amslcrdani Wien Berlin W;1rtel1n1 1 Lonmqrad Juden: 120,6 118.t 156.:! (io 7C 110,7 Nichtj.: 139,5 127,8 151,(S '17 89 103,6 Die hohen Ziffern der Krebsfälle in Magen und Eingeweide!! bei den Juden und deren Ursache sind bis heute noch nicht geklärt. Anläßlich des Kongresses veröffentlicht Dr. C, W. Saleeby in den ,,Daily News" einen Aufsatz, in welchem er, ankmipfend an Dr. Souraskys Referat, zu dom Schlüsse kommt, daß Moses der größte Hygieniker war, indem die von ihm erlassenen Speise- und Ttcinlichkoitsgeselzo in der Vergangenheit und in der Gegenwart unzählige jüdische Männer und noch viel mehr jüdische Frauen vor Formen der Krebserkrankungen schützen, die dio Körper ihrer nichtjüdischen Nachbarn zerstören. Der Jude aber, fährt Dr. Saleeby fort, und nicht weniger die Jüdin sind den Freuden der Tafel zugetan, sie essen zu reichlich. Die für Juden charakteristischen Krankheiten sind demgemäß übermäßige Fettleibigkeit, Diabetes und Krebs des Nahrungskanals. Auffallend gering sind bei den Juden dio Krebserkrankungen in jenen Körperteilen, die Moses sie zu schützen lehrte. Der Rat des Instituts für jüdische Studien der Hebräischeu Universität zu Jerusalem tritt am 21. August d. J. in Basel zu einer Sitzung zusammen. Aus Palästina werden an der Sitzung u. a. teilnehmen: Chaim Nachman Bialik, M. M. Ussischkin, David Yellin, Dr. Joseph Klausner und Epstein. Erleichterung der Auswandefting aus Rußland. Zwischen der Moskauer Abteilung der Jewisli Colonisation Association (J. C. A.) und der Komzet (Regierungskommission für Landansiedlung und Industrialisierung der Juden) ist ein Abkommen getroffen worden, demgemäß die Auswanderung von Juden aus Rußland von jetzt ab erleichtert werden soll. In den wichtigsten Provinzstädten sollen lokale Emigrationsbüros eröffnet werden. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. ההסתדרות העברית בברמן אגודת ״העבריה״ עורכת אספה פומבית ביום הרביעי ב1/8 בשמונה ורחצה בערב בדיוק בבית הקהרה רוונשטר. 2-4, הה׳ ה ר צ פ ל ד מאר? ישראל ירצה על הנושא: חיי הקבוצה בארץ אה־ ההרצאה דקלומים ושירי א״י. כל העבדים מתבקשים יבוא* Donnerstag, den 2. August abends 8 Uhr Jiidisch-sozialist. Jugend, im Gemeindehaus, Rosenstraßc 2—4. Das Ergebnis der Aktions-Comitc-Sitzung. Jeden Mittwoch abends 8(2׳ Uhr im Gartensaal Lips, Am Friedrichshain 16/23. Zusammenkunft der Gruppe Ost. . Abends SV» Uhr Jöd-sozialdemokr. Arbeiterorganisation Poalc Zion, . Ortsgruppe Berlin, im Schubertsaal, Bülowstr. 104. Oeffentliche Kundgebung. ״Die Ergebnisse der A.-C.-Sitzung.“ Referriten: Ben Gurion, Harzfeld, Locker, Rubaschow. Briefe an die Redaktion ״Pharisäisch“ Es fällt oft unliebsam auf, daß nicht nur in rechtsgerichteten, sondern auch in demokratischen Zeitungen, ja sogar von jüdisehen Autoren das Wort ״pharisäisch“ für heuchlerisch gebraucht wird. Aber wenn das auch bereits fertiger Sprachgebrauch geworden ist, bei dessen Anwendung sogar Wohlmeinende sich nichts mehr denken, so berührt es doch nicht angenehm, daß Weizmann in seiner Schlußrede bei der A.-C.- Sitzung von denen gesprochen hat, ״die in diesem Moment mit einer pharisäischen Formel über die ganze Frage hinweggleiten wollen“. Es liegt mir fern, etwas gegen Weizmann sagen zu wollen, nachdem ich 25 Jahre beobachtet habe, wie dieser Mann gewachsen ist, nicht nur als Diplomat, sondern als Staatsmann, der das Mögliche und die ,.reine Me״“ auseinanderzuhalten gelernt hat, seit er auf dem 6. Kongreß Führer der Jugendsezession war. Dieser Hinweis soll also keinerlei Vorwurf gegen Weizmann bedeuten, der überdies stark übermüdet war, und dem es leicht fiele, einen solchen Vorwurf durch den Einwand zu entwaffnen, er sei aus Pinsk. Vielmehr sollen diese Bemerkungen nur ganz allgemein darauf hinweisen, daß es nötig ist, auch bereits durch Sprachgebrauch starr gewordene Wendungen nicht unbesehen zu übernehmen. Sprechen wir ebensowenig von ,.pharisäisch“, wie ein Jude von Geschmack heute noch den Ausdruck ,.jesuitisch“ verwendet. Dr. E. Simonson. * Die Nachkommen Akiba Egers In Band II der Großen Encyclopädia Judaica, Spalte 1218, figurieren in dem Artikel ״Apostasie“ unter ״berühmten Nachkommen von Apostaten“ neben Heinrich Herz, Georg Ebers, Kardinal Erzbischof Kolm usw. auch ״die Nachkommen des gefeierten Oberrabbiners Akiba Eger aus Posen“. Ais Nachkomme dieses Mannes protestiere ich in meinem Namen und dem aller lebenden Nachkommen entrüstet gegen diese der Wahrheit ins Gesicht schlagende Behauptung. Allein hier in Königsberg leben fünf von ihm abstammende Familien, die dem Judentum angehören, ln Berlin ist die Zahl der jüdisehen Nachkommen so groß, daß sie einen besonderen Verein gebildet haben. Dort wie hier sind noch eine Reihe von direkten Nachkommen in männlicher Linie, die mit Stolz seinen Namen tragen (so lebt hier sein Urenkel Akiba Eger). Es wäre dem Verfasser des Artikels (Dr. Simon Bernfeld, Berlin) sicher ein leichtes gewesen, sich in Berlin zu informieren. Ich erwarte, daß schon im nächsten Bande eine Richtigstellung erscheint. Universitätsprofessor Dr. Rudolf Cohn, Vorsitzender der Repräsentantcnversammlung der Synagogengemeinde Königsberg i. Pr. Das Regierungsbüro der Vereinigten Staaten veröffentlicht als Broschüre die Rede, die Gerschon Agronsky, Direktor der Nachrichtenabteilung der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, bei der Panpazifischen Konferenz für Bodenverbesserung in Honolulu, April 1927, gehalten hat, unter dem Titel ״Jcwish Reklamation of Pa lest ine“. Die Rede ist eine eingehende Begründung und Darstellung der zionistischen Bewegung und ihrer kolonisatorischen Probleme. Die Gedenktafel für Ferdinand Lassalle, deren Stiftung vom Berliner Magistrat bereits im vergangenen Jahre beschlossen wurde, ist kürzlich am Hause Bellcvuesfr. 13 angebracht worden. / Vermischtes K.J.V. Wjr können Rbr.. jungen Mediziner. Stellung nls ärztlicher Mitarbeiter in wissenschaftlicher Abteilung pharmazeutischer Fabrik verschaffen. Der K.K. L. in Hamburg sucht einen Sekretär für Halbtags. Wir können Studt.-Ing., Bauingenieur, für die Ferien bezahlte Stellung in Berliner Baubüro vermitteln. Wir suchen für mehrere Bundesbrüder Stellen als Werkstudenten. Zahnarzt sucht Assistenz oder Praxisübernahme. Für Allgeuieinpravis in Berlin und Provinz werden Vertreter gesucht. Für Dipl.-Ing. suchen wir Stellung (Anfänger, auch Yolontärslellung'i. Jüdischer Arbeitsnachweis. Dringend gesucht werden Stellen für: Männliche Abteilung: Halbtagsbeschäftigung jeder Art für Werk- Studenten. Fremd!. Korrespondenz, Bilanzbuchhalter, Verkäufer, Kontoristcri. Handwerker aller Art. 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August geschlossen Lustspielhaus Die Reise darch Berlin in 40 Staadaal Theater am Schilf bauerdamm ' Geschlossen Theater des Westeas Die «agek&Bto Era ab 1. August Das süBe Geheimnis Grobes Schauspielhaus Geschlossen Renaissance-Theater Das Batt ab 1. August Sj sei Im Schielt Vereatwertlibfcer Redektew: Dr. Siegfried Keaewit* Bwiia N. Vwiaff Jidinhe Raadadea G, m. b. H, Berlin W IS. Verantwortlich für des Inserateateä R. Segel, Berti«- Wilneredorf, Au.-Varw. J&diidw Rusdbtheu, G. m. b. H. Berlin W 15, Meinekeetr, 10 Dmek m Siegfried SeMem, Berlin •SAeeeber*