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Jüdische Rundschau · 1928-07-31 · Heft 60 (31.7.1928) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 60 (31.7.1928)
Date
1928-07-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 00, 31. VII. 1928 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 435 Die A.-C.• Sitzung Elfte Sitzung (Sonnabend abends, 28. Juli 1928.) Präsident Motzkin eröffnet die 11. Sitzung des A.-C. am Sonnabend, abends um 10 Uhr. Zur Behandlung gelangt Punkt 12 der Tagesordnung über die Frage der Uebert r a g u n g der Univcrsitätsgebäude in J e r u s a - lern auf das Kuratorium der Universität, ln Begründung aes Antrages erklärt Sacher, daß die Frage nach dem Baseler Kongreß vor das A.-C. gebracht wurde und jetzt durch das A.-C. entschieden werden soll. Mit Rücksicht auf Umstände legaler Natur wäre es erwünscht, die Angelegenheit so schnell wie möglich endgültig zu ordnen. Er bitte das A.-C., den gesetzlich ungeregelten Verhältnissen bezüglich der Universität ein Ende zu bereiten und dem Vorschlag der Exekutive zuzustimmen, der lautet: ״a) Das Direktorium des Keren Kajemeth wird ersucht, der Universität die Pacht an den Universitätsgrundstücken zu einer nominellen Rente für ijiner! Zeitraum von 999 Jahren zu gewähren, b) Die Exekutive wird autorisiert, nach erfolgter Gewährung der Pacht seitens des K. K. L. alle Rechte an den Baulichkeiten auf die Universität zu übertragen und es hierdurch der letzteren zu ermöglichen, Kuschane für die Gebäude zu erlangen,“ Ussischkin stellt den Antrag, daß das A.-C, das Dircktorium des K. K. L. beauftragt, in seinen Vertrag mit dem Kuratorium einen Passus aufzunehmen des Inhalts, daß, wenn in irgendeinem Zeitpunkt das Kuratorium der Universität vorlangen sollte, den Boden der Universität für andere als die Zwecke der Universität zu verwenden, dies nur mit Zustimmung des Direktoriums des K. K. L. geschehen kann. Der Antrag Ussischkins wird angenommen. Soloweitschik erinnert daran, daß der vom A.-C. 1926 als provisorisch angenommene Verfassungsentwurf der Universität nur ein Jahr gelten sollte und stellt den Antrag: ״Das A.-C. ersucht die Exekutive, unverzüglich Schritte 7.11 ergreifen, damit die tatsächliche Zusammensetzung׳ des Universitäts-Kuratoriums mit den Bestimmungen der provisorischen Verfassung hinsichtlieh Gesamtzahl und Zusammensetzung derselben in Einklang gebracht werde.“ Dieser Antrag wird angenommen, ebenso der Antrag Berlin: ״Das A.-C. beschließt, das Eigentumsrecht der Gebäude der Universität soll auf den Namen der Zionistischen Organisation übertragen werden und erst nachdem das Kuratorium gemäß den Beschlüssen der zionistischen Kongresse reorganisiert wird, über die Uebergabe der Gebäude an das Kuratorium zu verhandeln.“ Hierauf werden die Vorschläge der Exekutive angenommen unter Hinzufügung zu Punkt b), daß die liebertragung der Rechte an den Baulichkeiten auf die Universität erfolgen kann, ״sobald die Zusammensetzung des Kuratoriums regelrecht erfolgt ist“. Der weitere Teil der Sonnabendabendsitzung wird als vertraulich erklärt. Montag, den 30. d. M., wurde der Budget-Voranschlag in der Plenarsitzung behandelt. Den Bericht über die Vorhandlungen werden wir nachtragen. Dr. Weizmann hat Montag bereits Berlin verlassen. Felix Warburg aber den Agency• Bericht New York, 17. Juli. (J.T. A.) Felix M. Warburg, Präsident des Joint Distribution Committee und Mitglied der Joint Palestine Survey Comission, hat sich — wie schon kurz mitgeteilt — in einem Gespräch mit dem Vertreter der Jüdischen Tclegraphen-Agentur über die Grundlinien des Beridites seiner Kommission wie folgt geäußert: Da nun die Bildung der Jewisii Agency in ihre Endphase eintritt, ist zu hoffen, daß der Aufbau Palästinas eine Angelegenheit aller Juden ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit und Wcltanschau- 1mg werden wird. Warburg sagte weiter, er sei überrascht über die Kritik, die gegen gewisse Teile des Berichtes, namentlich hinsichtlich der Empfehlungen betreffend die Kvvuzoth und die mit den einzelnen Siedlern abzuschließenden Verträge geübt wird. Mit der Kritik, sagte er, hätte gewartet werden können, bis diese Vorschläge in das Stadium der Regulierungen getreten sind. Die Kommission war von dem Gefühl geleitet, daß gesunde Geschäftsprinzipien empfohlen werden müssen; jeder faire Geschäftsmann wird zugeben, daß dies das einzige Verfahren ist, das in Anwendung zu kommen hat. Eine Konsolidierung müsse jeder weiteren Arbeit vorangehen, ln der Angelegenheit der Einzelverträge hatte die Kommission das Beispiel der jüdischen Kolonie(! in Rußland vor Augen, wo jeder Kolonist für alles, was er erhält, die persönliche Verantwortung übernimmt. Es ist undenkbar, daß die Agency mit Körperschaften zu tun haben sollte, deren Verantwortung von einer Gemeinschaft getragen wird, die unter Umständen auseinandergehen und ein Chaos zurücklassen könne. Die Siedler sollen auf einem Boden angesiedelt werden, der sic auch ernähren kann. Wir wollen es so einrichten, daß die Siedler sich zu Rückzahlungen der erhaltenen Werte verpflichten; dies kann aber nur auf der Baä'is des wirklichen produktiven Wertes des Gebotenen geschehen, mit Ausschluß aller für die notwendige Vorbereitung Gemachten, sowie anderer Ausgaben, die nicht direkt in dem Wert des Bodens eingeschlossen sind. Als der Interviewer die in zionistischen Kreisen aufgcworfene Frage bezüglich der Verpflichtungen der Nichtzionisten gegenüber dem von der Jewish Agency- Kommission vorgeschlagenen Fünf-Jahre-Budget zur Sprache brachte, sagte Herr Warburg: Soweit es sich um das laufende Jahr handelt, werden die Zionisten mit ihrer Kampagne fortzufahren haben. Eine Folgerung des Berichtes der Kommissjonsmitglieder ist natürlicherweise die, daß die Nichtzionisten dringend aufgefordert werden, bei der Aufbringung der zionistischen Fonds m i t z. 11 - t u n. Was die in Amerika geäußerte Kritik bezüglich des Jahresbudgets von 3 Millionen Dollar betrifft, schloß Herr Warburg, so glaube ich, daß, wenn das Drei-Millionen-Dollar- Budget wirklich aufgebracht und unter die Kontrolle der Jewish Agency gestellt wird, es mehr Gutes schaffen wird, als sonst größere Summen. Balfours SO. Geburtstag Das Exekufiv-Koinitee des Jüdischen Nationalfonds sandte Lord Balfour zu seinem 80. Geburtstag ein Glückwunschtelcgramm, in welchem dem Jubilar mitgeteilt wurde, daß die Aktion für Pflanzung eines Balfour-Waldes von 150000 Baumen in Palästina dank den Bemühungen des Balfour-Wald-Komitees unter der Präsidentschaft von Major H. L. Nathan glücklich beendet ist. Lord Balfour erwiderte: ״Ich bin hocherfreut, zu hören, daß der mit meinem Namen verbundene Aufforstungsplan Erfolg gehabt hat.“ Der ״Anglo Palestinian Club“ beglückwünschte seinen Pro- Icktor, Lord Balfour, zu seinem 80. Geburtstage und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Lord Balfour ״noch lange Zeit Zeuge des Fortschritts des Jüdischen Nationalheims in Palästina, mit welchem sein Name für ewig verbunden ist, sein werde“. Die Knesset!! Jisrael Von unserem palästinensischen Korrespondent!!1. AG, Tel-Awiw, 17. Juli 1928. Unter den Beschlüssen der Landeskonferenz, des Misrachi, die vor kurzem in Jerusalem stattfand, befindet sich ein Passus, der eine Erhöhung des Wahlalters für die ״Knesseth Jisrael“ fordert. Als Ergänzung zu diesem Beschluß erklärt die Konferenz, daß sie ultimativ auf disem Punkte bestehen müsse, auf die Gefahr hin, sich an den Wahlen nicht zu beteiligen. Es scheint also, als ob durch die Sonderbeschlüsse über das Wahlrecht der Sephardim und Jemeniten der Weg zu den Wahlen der Knesseth Jisrael noch immer nicht freifemacht wäre und die Reihe der ״Ultimata“ an den Waad eumi noch nicht abgeschlossen ist. Die verantwortlichen Organe sind bereits im Begriff, die Wähleriisten für die Knesseth Jisrael auzufertigen, und doch kommt nach allen vorhergegangenen Schwierigkeiten und im letzten Moment eine neue Wolke am Horizont herauf. Man kann nur hoffen, daß der Misrachi diesen Punkt der Festsetzung des Wahlalters der keine direkt prinzipielle Bedeutung hat, nicht als bindend für ihre Beteiligung an den Wahlen überhaupt aufstellen werden. Denn dann könnte Bildung der Organe der Knesseth Jisrael, die sobald wie möglich durchgeführt werden muß, von neuem verzögert und damit die Frage der nationalen Organisation in Palästina empfindlich bedroht werden. Daß wieder durch den KKL Unsinn Vernunft wird, Plage Wohltat — ,־!»* ■דם־ Postscheckkonto: Berlin 282/ךן ist möglich, wenn Sie aufhören, von Ihrer Sommerreise an unzählige Bekannte Ansichtskarten zu schicken und statt der-?eiben eine Ablösung sspende an uns senden, die in der ״Jüdischen Bundschau“ ausgewiesen wird. Ansichtskarten - Ablösung für den KKL 1. Spe n de n-Au su> e i 3.M. IO.- Else und Max Jacohsohn, Breslau, senden aus der Sommerfrische allen Freunden und Bekannten herzliche Grüße 2. Spenden-Ausweis: Dr. A. Baer, Ahr. Mendelsohn, Adolf Mandowsky- Breslau, senden vom ״Monte Cervantes‘‘ Grüße. M. 10.— Frau Stefanie Theilhaber, Grüße aus Ileringsdorf ..״ S.— Ein Gespräch mit Harry C. Lake In einem Gespräch mit dem J. T. A.-Vertreter sagte Harry C. Luke, der neue Chefgekretär der Palästinaregierung, er sei glücklich darüber, wieder in Palästina zu wellen, wo er vier Jahre von seiner insgesamt zwanzigjährigen Dienstlaufbahn im Fernen Osten verbracht hat. ״Ich traf den neuen Oberkommissar Sir John Chancellor“, fuhr Luke fort, ״zum ersten Male in London, als ich gerade im Begriffe war, mich zur Fahrt nach Palästina einzuschiffen. Sir John Chancellor ist ein liebenswürdiger Mensch. Er wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren ernannt. Meine Ernennung zum Chefsekretär gilt für eine unbestimmte Zeit. Sir John Chancellor trifft im November d. J. in Palästina ein. Was mich betrifft, so habe ich noch nicht Zeit gehabt, die in Palästina gegenwärtig aktuellen Fragen zu studieren. Ich habe auch noch keine neuen Pläne zur Durchführung öffentlicher Arbeiten. Es sind keine überraschenden Aenderungei) in der I.andesverwaltung zu erwarten; unsere Politik wird bedächtige Wege gehen.“ Die Araber bei Planier Jerusalem, 24. Juli. (J. T. A.) Wie der United Press- Korrespondent aus arabischen Kreisen erfährt, hat das Ergebnis der soeben stattgefundenen Besprechung zwischen Lord P1 u m e r und dem Vorsitzenden der arabischen Exekutive in den Reihen der nationalistischen Araber Enttäuschung hervorgerufen. Der Vorsitzende des Kongresses überreichte Lord Plumer das von dem Kongreß ausgearbeitete Memorandum, in dem für Palästina eine parlamentarische Regierung auf demokratischer Grundlage gefordert wird, und erklärte, daß die Araber niemals die Rechte der jitdisehen Bevölkerung zu schmälern versucht hätten und gleiche Rechte für die gesamte Bevölkerung ohne Unterschiede des Glaubens erstreben. Er behauptete weiter, daß llebergrifte in dieser Beziehung nicht von der! Arabern, sondern von den Juden ausgingen. Von einem Parlament erwarten die Araber eine Besserung der schlechten Wirtschaftsläge des Landes und einen Ausgleich der religiösen Gegensätze. Lord Plumer erwiderte, er werde bald nach London reisen und bei dieser Gelegenheit die Forderungen der Araber der englischen Regierung unterbreiten. Diese lakonische Antwort enttäuschte die arabischen Politiker sehr. Mas» Kazim Pascha zur Pariamentslrtge Jerusalem, 28. Juli. (J. T. A.) Der J. T. A.-Vertreter hafte eine Unterredung mit dem Vorsitzenden der arabischer! Exekutive M!1 s a K a/. i in Pascha, der sich dahingehend äußerte, die Juden hätten von einem palästinensischen Pariament n i c 111 s t 11 b e f ü r c 111 e 11, da in dem arabischen Memorandum ausdrücklich erklärt wird, daß die Araber gegen Großbritanniens internationale Verpflichtun g c n , worunter ja auch das Mandat zu verstehen ist, nitlit verstoßen wollen. Wir werden die Juden stets als Gleichberechtigte behandeln, aber gegen eine Immigration von 8000 bis 10000 Juden jährlich müssen wir Widerspruch erheben, da sie die wirtschaftliche Kapazität des Landes übersteigt. Auf die Frage nach der Stellung zur hebräischen Sprache als einer der offiziellen Landessprachen und anderen jüdischen Rechten gab Musa Kazim keine Antwort und sagte, das Par- 1 a m e n t könnte hierüber entscheiden. Die amerikanischen Relormrabbiner iür Palästina Chikago, 8. Juli. (J. T. A.) Die Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner (Reform-Rabbiner), die in diesen Tagen in Chikago getagt hat, hat eine Resolution angenommen, in welcher der Weltverband für liberales Judentum eingeladen wird, seine nächste interterritoriale Tagung in Chikago abzuhalteu. Die Konferenz stimmte dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission über die Formen und Notwendigkeiten des ־Palästina-Aufbau! zu. Syrien fordert die Oelrühreo voa Mossal Die Einzelheiten über oen Bau der Röhrcnleitung Mossul- Haifa, die fast täglich auf Grund mehr oder weniger sicherer Nachrichten umlaufen, haben die Diskussion über die Wahl des Aiisgangshafens der Pipe-line, die Frage Haifa oder Alexandrctte in der arabischen Presse neu belebt. Die verschiedenen Meldungen, die Haifa als Ausgangshafen bezeichnen und die Angabe des Röhrenweges, der völlig über von England kontrolliertes Gebiet führen soll, veranlassen die Damaszener Zeitung ״A liph-Bev“, das Problem von neuem vom Standpunkt der syrischen Wirtschaft zu betrachten. Es wird gezeigt, daß der syrische Handel durch den Bau des Haifaer Hafens und die die Röhrenleitung begleitende Eisenbahn empfindlich leiden müsse. Eine energische Aktion gegen die Wahl von Haifa wird vom syrischen Parlament und vom französischen Oberkommissariat gefordert. Unterdessen mehren sich die Mitteilungen über ein endgültiges Abkommen über die Mosstilfrage zwischen England und den übrigen interessierten Mächten. Rothenberg in Transjordanien Jerusalem, 2-1. Juli, (J, T. A.) Pinchas Ruthenberg hat sich, wie die Zeitungen in A rn m a n mitteilen, bei der transjordanischen Regierung um eine Konzession für die Versorgung der transjordanischen Hauptstadt Amman und der zwei anderen größten transjordanischen Städfe Kerak und Es Salt mit Elektrizität beworben, ln der Mitteilung heißt es weiter, daß die drei in Frage kommenden Städte in die der Palestine Electric Corporation erteilter! Generalkonzessionen nicht cingeschlossen sind. Bedauerliche Uebertreibungea Nach Feststellungen der Palästina-Regierung sind vier der Nachrichten über Ueberfälle aut Frauen in Jerusalem, die in den jüdischen Zeitungen veröffentlicht waren, als nicht zutreffend nachgewiesen worden. Die Presse veröffentlicht jetzt ein Dementi. Damit ist die Annahme, daß ein Teil der Nachrichten über die Ueberfälle, die die Öffentlichkeit vor kurzem in eine nervöse Spannung versetzten, unbegründet sei, bekräftigt worden. Durch diese erfundenen oder maßlos übertriebenen Zeitungsberichte wurde leider eine Atmosphäre der Verhetzung geschaffen, die für das Verhältnis zwischen Juden und Arabern verhängnisvoll ist. Damit wird der jüdischen Sache ein schlechter Dienst erwiesen. Tschechoslowakische Lehrer in Palästina Jerusalem, 21. Juli. (J.T. A.) Der Verband he• bräischer Lehrer in Palästina gab zu Ehren der in Palästina zu Besuch weilenden 31 Le 11 rer aus der Tschecho- Slowakei ein Bankett. Es sprachen Vertreter jüdischer Institutionen, die die Gäste in Palästina willkommen hießen. Der tschechoslowakische Konsul betonte in seiner Antwortrede, daß die Tschechoslowakei die jüdische Arbeit in Palästina mit warmer Sympathie verfolge. Namens der tschechoslowakischen Lehrer gab Peterbok der Bewunderung für das jüdische Kolonisationswerk Ausdruck. Exekutive und Sephardim Zwischen der Palästinaexekutive und der Organisation der Sephardim ist in der letzten Woche ein Abkommen erzielt worden, das das Verhältnis der beiden Seiten zueinander regelt. Bekanntlich bestand in den Reihen der Sephardim gegenüber der Exekutive eine gewisse Unzufriedenheit, weil sich die Sephardischen Juden gegenüber den Aschkenasim zurikkgesetzt glaubten. Das Abkommen sichert den Sephardim die Hilfe der Zionistischen Exekutive bei der Einwanderung und der Ansiedlung sephardischer Kreise, wobei die Informationen der sephardischen Organisation maßgebend sein sollen. Außerdem wird den Sephardim ausdrücklich das Recht auf einen Teil der Posten in den» Institutionen der Zionistischen Exekutive zuerkannt, wobei das Vorschlagsrecht passender Bewerber in den Händen der sephardischen Organisation liegen soll. Die Sephardim verpflichten sich, die Arbeit der nationalen Fonds durch geeignete Propagandisten unter ihren Anhängern zu unterstützen und bei der Aufbringung von Geldern für ihre speziellen Zwecke auf die Arbeit des Keren Hajessod Rücksicht zu nehmen. Ein Streit zwischen JCA und Jüdischer Kolohialbaak Wegen des Testamentes des im Herbst 1924 in Pietermaritzburg (Südafrika) gestorbenen Kaufmannes A. Nathan war ein Streit entstanden. Herr Nathan hat bestimmt, daß 50 Jahre nach seinem Tode, also im Jahre 1974, eine defimtive Liquidation aller nun Teil in jährlichen Zahlungen bestehenden Renten an Erben usw. stattfinden solle und daß das Gesamtvcrmögen, das dann auf etwa eine Million Pfund geschätzt werden kann, für die verschiedensten Zwecke des Palästina-Aufbaus verwandt werden soll. Unglücklicherweise hat Herr Nathan die Körperschaft, die er nach 50 Jahren, wenn also alle übrigen Verpflichtungen des Testaments definitiv erledigt sind, mit der Verwaltung des Kapitals und der Durchführung■ seines letztwilligen Wunsches, die Summe für Palästina zu verwenden, betraut wissen will, nicht genau bezeichnet. Es ist deshalb zwischen der iea und der Jüdischen Kolonialbank ein Streit entstanden, wem die definitive Verwaltung der Gelder und die Durchführung des Willens des Testators zusteht. Wie dem J.T, A.- Vertreter mitgeteilt wird, glaubt mau, daß ein Vergleich umso leichter zustande kommen wird, als in der Persönlichkeit des Berliner Rechtsanwalts Dr. Klee ein Mittler vorhanden ist, der sowohl dem Verwaltungsnit der lea wie dem Aufsichtsrat der jüdischen Kolonialbank angehört. Die Möglichkeit eines Vergleichs könnte darin bestehen, daß entweder die Summe geteilt wird und von beiden auf die Erbschaft Anspruch machenden Körperschaften je die Hälfte im Sinne des Testators verwendet wird; es könnte aber auch eine gemeinsamc Kommission von der lea und der Jüdischen Kolonialbank eingesetzt: werden, um die Nathanschen Fonds zu verwalten. Jedenfalls ist eine Einigung in dieser Ange- Iegenheit bald zu erwarten. Der verschleierte Numerus clausus. Die Baccalaureats- Prüfungen (Abschluß-Examen) an den rumänischen Mittelschulen, haben für die Angehörigen der Minderheiten, insbesondere für die jüdischen Schüler, katastrophale Ergeb nisse gehabt. Ungefähr 75 <״׳ aller jüdischen Schüler, die sich in den verschiedenen Städten Rumäniens dieser Prüfung unterzogen haben, fielen durch. In der Presse wird offen zum Ausdruck gebracht, daß die Einrichtung der Baccalaureats-Examen eigens dazu geschaffen worden ist, um für die Jugend der Minderheiten und besonders der Judenheit eine künstliche Barriere, einen Ersatz für den gesetzlich nicht bestehenden Numerus clausus zu schaffen, (der aber an Wirkung den Numerus clausus weit iibertrifft tmd die jüdische Jugend zur Verzweiflung treibt. In Tel-Awiw verstarb im Alter von 76 Jahren Davan Moses Avigdor Chaikin, der frühere Chef-Geistliche der Federation 01 Syttagogues in London und Dayan des Londoner Beth Din.

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