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Jüdische Rundschau · 1928-07-31 · Heft 60 (31.7.1928) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 60 (31.7.1928)
Date
1928-07-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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UNTERHALTUNGS-BEILAGE 31.928!»״ז DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Amerikanische Judenbücher ״The Island Within״ (Ludwig Lewisohns neuer Roman.) Ludwig Lewisohn hat das dritte seiner jüdischen Bücher erscheinen lassen ״The Island Within“. Es ist diesmal nicht, wie seine ersten Bücher ״Up Stream“ und ״Israel“, ein Buch geistiger Abenteuer und Entdeckungen, sondern es führt in der Form eines Romans einen schon gewonnenen Standpunkt aus und bringt ihn uns aus den schicksalshaften Zusammenhängen vieler Menschen, die dem Leben entnommen sind, näher. Die zwei ersten Bücher Lewisohns waren eher die Zeugen eines geistigen und intellektuellen Umformungsprozesses, den der Autor an sich erlebt und von dem er Zeugnis abgelegt hat. Es waren Bekenntnisbücher. ״Up Stream“ (״Gegen den Strom“) war ein tastender Versuch, das Judentum in sich zu erfassen. Noch war es ein Buch, worin die Umwelt stärker war, als die Welt des Blutes. Es war noch mehr ein amerikanisches Buch, als ein jüdisches, und vielleicht war es deshalb für uns um so interessanter. Das Judentum war hier noch Reaktion gegen den Antisemitismus ringsum und erst ganz allmählich begann es seinen eigenen Wert zu erkennen, der erst dann im ״Israel“ durchbrach, als Lewisohn nicht nur die assimilierten Juden Amerikas, sondern die jüdisehen Massen Osteuropas und das neue jüdische Leben in Palästina kennengelernt hatte. Wohl war ״Israel“ ein Buch, in dem das Judentum nicht nur bekannt, sondern auch erkannt wurde, aber es war zum Teil ein theoretisches Wissen, das aus zweiter Hand geschöpft war und das trotz aller Schönheit der Sprache doch nicht jene Unmittelbarkeit des Erlebnisses hatte wie ״Up Stream“. Das neue Buch ״The Island Within“ kehrt in einer gewissen Weise wieder zu der Tradition von ״Up Stream“ zurück. Es ist keine Autobiographie, wie ״Up Stream“, aber es ist eine Biographie von vier aufeinanderfolgenden jüdischen Generationen, und wie ״Up Stream“ endet es in einer Entdeckung des jüdischen Seins des Helden, ohne daß sich dieses Sein noch zum Bewußtsein steigert. Nur in den einleitenden Kapiteln jedes der neun Bücher, in die dieser Roman zerfällt, gibt der Verfasser wiederum Einblicke in seine Philosophie des Judentums und in seine Betrachtung der allgemeinen Verhältnisse, die uns durch ihren radikalen Liberalismus und ihre sittliche Offenheit sympathisch berührt. Das Thema bildet die Geschichte eines Menschen, der aus vollkommener Assimilation, die ihn zu einer beinahe schwer begreiflichen Unkenntnis jüdischen Wesens geführt hat, in seiner Seele die jüdische Insel entdeckt, die dort immer gewesen war. Das Buch schildert den Gang dieser Assimilation, von Reb Mendel in Wilna, der ein Melammed gewesen war, über dessen Kinder und Nachkommen, die in Ostpreußen gelebt haben, bis zu seinem Urenkel, der in Amerika geboren, der Held der Geschichte geworden ist. Ihm und seinen Gefährten, die sich in ähnlicher Lage befinden, tritt das Hindernis ihrer jüdischen Abstammung auf Schritt und Tritt entgegen. Dies erscheint einem beinahe unnatürlich. Derjenige, der die amerikanischen Verhältnisse nicht kennt, versteht kaum, daß Dr. Arthur Levy nicht mit dem doch in New York vorhandenen jüdischen Leben der Massen in Berührung kommt. Dagegen leidet er und seine Freunde und Stammesgenossen an einem jüdischen Minderwertigkeitskomplex, dem er, ein Schüler Freuds und selbst ein psycho-analytischer Arzt, durch das ganze Buch hindurch nachgeht, bis er die Lösung findet und den Minderwertigkeitskomplex überwindet. Er hat eine christliche Amerikanerin zur Frau gehabt, und die Ehe geht auseinander. Aber der Leser gewinnt den Eindruck, daß es nicht die Tatsache der Mischehe ist, an der diese Ehe scheitert, ungeachtet dessen, daß Lewisohn diesen Eindruck zu erwecken sucht, sondern Jchuda Burlas Luna Aua dem Hebräischen übersetzt von Erich Brauer. NuMml *•rbetaa (4. Fortsetzung.) Sara, die jüngere Schwester, ein zwölfjähriges Mädchen, hatte sich schon gekämmt und angezogen und zugleich den kleinen Jakob fertiggemacht, |#mit er mit ihr zur Schule ginge. Sie aßen und tranken und gingen fort, und die Alte blieb allein, im Bette liegend. Luna war noch nicht zurückgekehrt. Durch das Fenster, das ihr gegenüber war, gewahrte Bussa Blanka, wie der Chacham Rachamim Gagin auf ihr Haus zukam. Er befaßte sich mit Ehevermittlungen. Seit Jahren hatte sie ihn nicht gesehen. Ob er jetzt wohl zu ihr kam? Und wirklich trat Chacham Rachamim ein. Er lachte über das ganze Gesicht und wickelte seine dünne Kette um 4e” Daumen. ״Guten Morgen, Bussa Blanka! Wie geht es Ihr? Was gibt es zu erzählen? Ist Sie allein zu Haus? Na, was hat Sie denn?“ so reihte Chacham Rachamim Frage an Frage mit einem süßen Lächeln auf den Lippen wie ein Mann, der es versteht, mit Leuten ein Gespräch anzuknüpfen. Dann setzte er sich gleich ihr gegenüber auf das gepolsterte Sofa, drehte weiter an seiner Kette und fragte: ״Und die Enkelin, wo ist die?“ Bussa Blanka dämpfte ihre schon von der Krankheit geschwächte Stimme und antwortete: ״Sie ist fortgegangen, die Geliebte... den Apotheker fragen... ich bin krank... das komme nicht über Euch. Eine schlimme Nacht hatte ich. Sie wird gleich zurück sein. Und was gibt es Neues?“ ״Nun wir kamen, um mit Euch eine gute Sache abzuschließen; eine gute und schöne, Bussa Blanka, eine Verlobung für Eure — wie heißt sie doch — für Eure Enkelin — also für Luna“ — so sagte er seine frohe Botschaft mit berechneten diese Ehe scheitert daran, daß eine freie und moderne Frau mit einem Mann verheiratet ist, der sich nach einem traditionellcn Heim und nach einer Frau sehnt, die ihre eigene Individualität der Familie und dem Heim unterzuordnen weiß. Er sehnt sich nach einer Frau im altjüdischen Sinne und hat eine moderne und emanzipierte Ehegenossin erhalten, die man unter Jüdinnen ebensowohl finden kann wie unter Nichtjüdinnen. Arthur Levy kam zur Erkenntnis von der Leerheit des Lebens des durchschnittlichen jüdischen Amerikaners. Jenes Heimlose und Zufällige, eine gewisse Kälte bemerkte er in all den Familien, in denen er verkehrte, und er kam zu der richtigen Erkenntnis, daß wenn man nicht umhin kann, irgendwie doch als Jude zu leben und zu sterben, wenn die Insel in uns nicht untergeben kann, sondern weiter unsere Art bestimmt, man doch nicht das Jüdische in sich so arm und nackt und unwissend lassen dürfe, wie es alle diese Menschen tun und wie es die meisten aus Furcht tun, als Juden aufzufallen. Warum sollte man nicht, da man einmal Jude war, das Beste aus dem Judentum, aus seinen Traditionen und aus seiner Geschichte empfangen und leben? Nur so könnte das Lebensgefüge der assimilierten Juden wieder reich und farbig werden. ״The Island Within“ ist ein Buch voll von feinen, intimen Beobachtungen. Immer wieder stehen da Sätze, z. B. über das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern in den jüdischen Familien, die eigene und oft unbewußte Beobachtungen, mit einem Schlage in das Licht des Bewußtseins heben und sie glücklich formulieren. Obwohl das Buch keine Handlung hat, liest man es doch mit Spannung. Daran ist nicht nur die vorbildlich schöne und einfache, wenn auch manchmal zu glatte Sprache schuld, sondern auch Lewisohns Kunst, die seelischen Beziehungen von Menschen und seelische Prozesse zu zergliedern und in seinen Worten* zu verlebendigen. Es ist ein von grundaus psychologisches Buch, und niemand wird es lesen, ohne reiche Aufschlüsse vor allem über die Psychologie der heutigen Juden zu erhalten. Besser noch als der assimilierte Jude der vierten Generation sind seine Eltern gesehen. Wahrhaft typische Vertreter einer jetzt vom Schauplatz abtretenden Generation, der Generation unserer Väter und Mütter, mit all ihren Tugenden und Vorzügen und ihren liebenswürdigen Schwächen, mit ihrer Enge und mit ihrer eigentümlich zwitterhaften Stellung: im Innern noch stark vom Judentum beherrscht, doch »:hon ohne es zu kennen, und dabei in einer ihnen innerlich noch völlig fremden Umwelt. Auf zwei Tatsachen sei noch hingewiesen: Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem die Liebesbeziehungen zwischen zwei Menschen mit einer solchen Offenheit und doch mit einer solchen Zartheit beschrieben worden wären, wie das Verhältnis zwischen Arthur Levy und Elizabeth Knight. Obwohl Elizabeth die einzige nichtjüdische Figur in dem Roman ist, die mit irgendwelcher Ausführlichkeit behandelt wird, ist sie außerordentlich lebendig und besser gelungen, als die meisten jüdischen Figuren. Es ist zu bedauern, daß Lewisohn uns den Zusammenstoß zwischen jüdischem und nichtjüdischem Wesen in Amerika nicht in einer reichlicheren Entfaltung von Typen gezeigt hat. Gerade die jüdischen Typen in seinem Buche sind oft schematisch gesehen. Von den halbphilosophischen Einleitungskapiteln verdient vor allem das zum dritten Buch Erwähnung. Es ist eine kurze und, wie ich glaube, richtige Deutung der jüdischen Geschichte. Sie zeigt die tiefen Wurzeln des jüdischen Minderwertigkeitskomplexes, von dem in dem Buche soviel die Rede ist. Sie ist eine Epopöe des Volkes, das gelernt hat, daß der wahre Sieg in der scheinbaren Niederlage eingeschlossen sein kann. Lewisohns Buch sollte ursprünglich den Titel ״The Defeated“ tragen, den er später wohl deswegen abgelehnt hat, weil er zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte. Pausen her, um dabei zu beobachten, welchen Eindruck sie auf die Alte mache. ״Gott erbarm! O daß er’s doch gebe! — Und wer ist er?“ fragte sie schließlich ruhig, um die freudige Erregung zu verbergen, die über sie gekommen war. ״Eine vornehme Partie, vornehmer als Ihr denkt!“ sagte Chacham Rachamim und ein vergnügtes Lächeln ging dabei über sein Gesicht. Die Alte konnte nicht mehr an sich halten: ״Gott erbarm!“ rief sie erregt, ״und wer ist es?“ ״Ein reicher Mann.,. derselbe reiche ... der Hausbesitzer, Euer Hausbesitzer... er selbst in höchsteigener Person.“ Er machte eine Pause, um die Alte, der das Wort im Munde erstorben war, genau zu beobachten. Dann ging er daran, sie in Erregung zu bringen: ״Sie weiß, daß alles, was ich in die Hand nehme, ausgesucht ist.“ ״Wie? Er ist Witwer?“ ״Jawohl, Witwer. Und das ist ein Glück für Luna. Und schnell soll es gehen. Sie weiß, bei mir muß so etwas schnell gehen. Ich nehme überhaupt nur zuverlässige und gute Sachen in die Hand. Sie hat lange gewartet Eure..., wie heißt sie doch, ja Luna, Eure Luna. Aber wie sagt das Sprichwort: Viel warten, viel erwerben.“ Und Chacham Rachamim setzte ihr gleich die ganze Sache auseinander: Luna würde sicherlich sehr zufrieden sein. Warum nicht? Ist sie etwa die Jüngste? Und wie lange noch? Ihr Glück ist es, daß sie klein ist und erst wie eine Zwanzigjährige aussieht. Und er ahnt nicht, was wir wissen. Mütterchen, Gnade und Gerechtigkeit hat dir Gott erwiesen. Ist es nicht so?“ ״Gott gebe es“, antwortete die Alte, nicht gerade um etwas einzuwenden, ״wer will nicht? Will ich etwa nicht? Wir wollen hören, was sie sagt. Er, scheint es, kam schon in die Jahre. Er ist schon fast ein alter Mann. Boten sich ihr etwa keine Partien? Aber sie ist wählerisch: So einfach will sie nicht. Und besonders keinen Bucharen. Von jeher will sie keinen Bucharen.“ Aber Arthur Levys Schicksal ist das Schicksal eines Menschen, dem seine bisherigen Sicherheiten und alles, was er errungen hat, zerbrachen und der dennoch in dieser scheinbaren Niederläge seines äußeren Lebens seinen inneren Sieg errang und aus einem scheinbaren Heim den Weg in eine scheinbar noch tiefere Heimlosigkeit, in eine völlige Ungewißheit und Fremde findet und doch die Sicherheit mit sich trägt, daß diese Fremde ihm die wahre Heimat werden wird. Hans Kohn. Noch eine amerikanische Jüdin (Leah Morton, I am a Woman —■ and a Jew. J. H. Sears & Co., New York.) ״Eine von Vielen“ — so hieß, wenn ich nicht irre, ein Buch, das einige Zeit vor dem Kriege in Deutschland erschien und bei Müttern und Töchtern erheblichen Staub aufwirbelte. ״Eine von Vielen“ — das scheint mir der geheime Name dieses neuen amerikanischen Frauenbuches zu sein: 1 am a Woman —• and a Jew (Frau bin ich — und Jüdin) von Leah Morton. Denn dies unzweifelhaft typische Buch gehört in einen weiten Kreis. Nicht nur andere amerikanische Autobiographien von Frauen und Männern — wie etwa die Bücher von Mary Antin und Rebekah Kohut — auch Selbstbekenntnisse wie Lewisohns drei letzte Bücher ״Up stream“, ״Israel“ und ״The Island Within“, auch Bücher des inneren Kampfes wie Maurice Samuels ״You Gentiles“ und ״I the Jew“ stellen sich ihm an die Seite. Denn sie alle behandeln die noch niemals zur Ruhe gekommene Frage des amerikanischen Judenbuches: das menschliehe und jüdische Schicksal des östlichen Einwanderers und seiner Kinder. — Mary Antin verkörperte vor Jahren (ist's wirklich erst ein knappes Menschenattcr her?) den ersten Frühling der jungen Generation, die statt auf dem blutgedüngten Boden des alten Stiefvaterlandes in Amerikas freiem Erdreich aufwuchs und nun hier ״Das Gelobte Land“ (״The Promised Land“ hieß der Titel ihres Buches) zu finden meinte. Seitdem ist Gel Wasser den Ohio hinabgeflossen; wo einst offene Arme den Fremden begrüßten, da schleicht heute im Dunkeln der Ku-Klux-Klan, da wartet selbst bei Gebildeten und Humanen das verlegene Lächeln der Schuldirektoren : ״unser Prozentsatz an Juden ist erreicht....“ Und vor allem — wer will entscheiden, ob dies Post Hoc immer ein Propter Hoc in sich schließt? — im Herzen der jungen Revolutionäre selbst ist der Zweifel erwacht: haben wir׳s wirklich so herrlich weitgebracht? Sind wir wirklich so viel besser, so viel klüger, so viel glücklicher geworden als unsere Väter? Kurt Blumenfeld hat dies neue Geschlecht einmal das postassimilatorische Geschlecht genannt. Aus ihm erwuchs das Häuflein der Rückkehrenden, der Baale-Teschubah. Hier ist wieder an erster Stelle der bekannte Mittler zwischen der Kultur der alten und der neuen Erdteile, Ludwig Lewisohn zu nennen. Neben ihm erscheint jetzt dieses offene und wichtige Buch von Leah Morton. Schon der Name gibt das Programm. Zwei große Probleme behandelt es: die Stellung der arbeitenden und selbständigen Frau der Familie gegenüber; und die Entwicklung einer jungen Revolutionärin vom Schlage der Mary Antin zur stammesbewußten Jüdin. Auf dem — übrigens sehr anziehend dargestellten — Lebenswege dieser Frau, die schon in ihrer Mädchenzeit sozial arbeitet. Nun muß sie diesen ihren Beruf auch in der Ehezejt ausüben, zuerst, um die wirtschaftliche Basis des Haushalts in Krankheitszeiten des Mannes sicher zu begründen. Dann aber, als diese finanzielle Nötigung nicht mehr besteht, ergibt sich für sie der auch bei uns oft dargestellte Konflikt zwischen der Arbeit und ihrem ״eigentlichen Berufe“ (wie es bis jetzt hieß) als Hausfrau und Mutter. Alle die Zwiespältigkeiien dieses Doppelberufes bleiben Leah Morton nicht erspart; sie ist wahrheitsliebend genug, einzugestehen, wie nahe die Schädigung der einen Arbeit durch die andere liegt; und selbst wenn sie in ihrem besonderen Falle die glückliche Vereinigung zweier Pflichtenkreise durchgeführt hat, wenn ihre beiden Kinder ״auf sie schwören“, und ihr wohlgeleitetes Haus der Mittelpunkt eines geistigen Kreises geworden ist, so hat ״Mütterchen! Sie muß doch wissen, wenn ich komme, so ist es ein Zeichen, daß alles fertig gekocht ist. So ein Glück! Ist er etwa wie die anderen Bucharen? Und laufen nicht zehn Väter hinter ihm her und wollen für ihre Tochter so ein Glück? Aber er hat sein Auge auf sie gegeben. Und daß er reich ist, das brauche ich Dir ja gar nicht zu sagen, Muhme. Und die Hauptsache: daß er ein guter Mensch ist, das zeigt der Verlobungsvertrag, den er Euch vorschlägt: Eine Heiratsverschreibung über zweihundert Lira, Schmucksachen für fünfzig Lira, und außerdem schlägt er von sich aus vor, die Kleinen zu versorgen, und den Knaben und das Mädchen für Geld in das Waisenhaus zu schicken. Und warum? Weil er sieht, daß Ihr alt seid, und Euch nicht mehr mit den Kindern abmühen könnt. Denn es ist besser, daß Großmutter bei Luna ist, und Luna wieder wird ihr zur Seite stehen. So ist es richtig für Großmutter. Jetzt, Mütterchen, ,komm und sieh‘,“ sagte er im Tone des Gemaravortrages, ״ist etwa der, der alles so bedachte und besorgte, kein guter Mensch, frage ich?“ ״Sieh’, Luna kommt, sprich... man wird sehen.“ Luna trat ein. Chacham Rachamim fing mit Scherzworten an. Er sprach ein gewähltes Spaniolisch, wie man es so mit jungen Mädchen zu sprechen pflegt: ״Sicher sagt Dir schon Dein Herz, weshalb ich kam, warum ich hier bin. Die gnädige Frau Großmutter hat die Sache schon gehört und bedacht. Und bei unserem Warten haben wir auf Dich gewartet.“ Luna lächelte. Sie verstand. Chacham Rachamim beschrieb ihr ihr Glück. Sie schwieg errötend und schaute zu Boden. ״Und was wird aus Großmutter und den Kindern werden?“ ״Aber das haben wir schon gesagt, das wurde schon besprochen“, antwortete Chacham Rechamim siegesbewußt. ״Er will hier wohnen, hier will er sich für lange triederlassen, denn er verlangt sehr, hier ein Heim zu finden. Und Da sollst immer an der Seite von Großmutter bleiben ,nahe «Iwff Hauch ihres Mundes‘, Ein WiiSKcr jpe £& Atm Sähnc and

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