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Jüdische Rundschau · 1928-07-27 · Heft 59 (27.7.1928) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 59 (27.7.1928)
Date
1928-07-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 424 Nr. 59, 27. VII. 1928 Nr. 5( wird vor sich gehen, und das Judenproblem wird bleiben. Und dieses Judenproblem besteht nicht nur in den groben Formen der Unterdrückung im Osten, sondern auch in den raffinierten Methoden der Judenabkhnung im Westen. Die Ursache dieser Erscheinungen ist das Fehlen eines jüdischen Zentrums. Die radikale Heilung besteht in der Schaffung dieses Zentrums, des Judenstaats. Viele sagen, man hätte den Weg des ,,Judenstaates“ verlassen und man mache die Sache kleiner. Es handelt sich aber nur um einen Uebergang vom Allgemeinen zum Bcsonderen. Es ist die Weiterverfolgung des Zieles. Herz! machte auch den Weg vom ,.Judenstaat“ zum Baseler Programm und das war nichts anderes als der Uebergang der Idee in Zeit und Raum. Vom Baseler Programm schritt Herzl zu den zionistischen Institutionen, von denen er mir einmal sagte, daß ohne dies! Institutionen der Zionismus zcrflattern würde. Die Zionistische Organisation ist die Vorbereitung des Judenstaates. Die Schaffung des Kongresses klang wie ein Märchen. Ist das nicht ein Wunder Gottes, daß ein Mann von draußen kam, mul dem jüdischen Volke diese Wclttribiine schuf? Auch der Keren Kajemeth konnte von seinem Initiator, Prof. Sdiapira, nur unter der Autorität Herzls aufgebaut werden. 1 in Mittelalter sind auch vielmals Stiftungen als Keren Kajemeth geschaffen worden. Sie sind alle verschwunden, denn sie waren an den Golus geknüpft. Unser Keren Kajemeth aber ist mit dem Boden verwachsen, alle Institutionen arbeiten für den Judenstaat. Herzl ist nicht nur eine Erinnerung anläßlich der• Jahrzeit. Wir gedenken seiner mit religiöser Inbrunst. Ich" war vor vieruniizwanzig Jahren in Wien bei seinem ,Begräbnis und las das kleine Stück Papier, in dem er Bestimmungen über seine Beerdigung traf. Er verlangte für sich ein Armenbegrabnis neben seinem Vater. Er wollte keine Reden hören, er wollte nicht, daß man ihm lobsinge, so hescheiden und natürlich ist er gewesen. Verehrung Herzls ist die Verpfüchtung, das Werk Her/Is weiterzuführen. Zuerst gab cs keine Schwierigkeiten, weil wir in den Wolken wohnten, aber die Wirklichkeit bietet Widerstände, die wir mit unseren Waffen bekämpfen, mit jesajanischen Waffen, die Herzl geschaffen hat: ich meine den Schekel, den Keren Kajemeth, den Keren Hajessod, die friedlichen Waffen, mit denen das jüdische Volk für seine Zukunft kämpft. Wir müssen Erez- Israel aufbauen in unseren Tagen, im Gedenken an den lebendigen Herzl. Dr. Weltmann: Es fällt mir schwer, in einer großen Versammlung zu sprechen, denn ich bin physisch sehr miide. Es ist sehr schwer, etwas Neues vor Juden über Herzl zu sagen. Wir wollen uns bemühen, alles, was Herzl geplant hat, nach unserem besten Können zu verwirklichen. Es ist sehr schwer, den Weg abzuschätzen, der von Herzl bis auf den heutigen Tag zurückgelegt wurde, besonders für diejenigen, denen Herzl ein schweres Erbe hinterlassen hat. Ein Teil ist in die Wirklichkeit umgesetzt, mit all den Schmerzen und Leiden, die mit dieser Arbeit verbunden waren. Wenn man einen Traum in die Wirklichkeit umsetzt, dann geht manches von der Saftigkeit des Traumes verloren. Anders als die Pläne im Buch ist die Wirklichkeit, ln der Geschichte ist kaum ein Beispiel vorhanden, daß in so kurzer Zeit ein Teil von dem verwirklicht wurde, was einem Genie vorgeschwebt hat. Wir haben keinen Grund zur Ueberhebung, denn vor uns liegt noch ein langer Weg voller Ar beit und großer Hindernisse. Aber die Lebenskraft des jüdischen Volkes wird diese Hindernisse überwinden und wird die Arbeit des Zionismus weiterführen. Bei der Zusammenarbeit mit allen Juden* wird dfe VefwirkliCÄpr'iiAtnellcf Von sich geben; wHeritt nur ein TeH des jüdischen! Vötkes ai-beiten* wird, dänn längsamer. Aber der Zionismus wird verwirklicht werden. Das ist das Höchste, was man von der Idee Herzls an einem ihm zu Ehren veranstalteten Gedenktage sagen kann. Wir müssen alles tun, um den Gedanken Herzls weiterzuführen, damit noch in unserer Zeit der Erfolg sichtbar werde. Das ist alles, was ich in dieser Stunde wünschen und aussprechen kann. Ich hoffe, daß wir in den schweren Beratungen, die wir jetzt im A.-C. führen, ein Stück weiter zum Jüdischen Nationalheim gelangen werden. Dr. Alfred Klee gibt in schwungvollen Worten eine Darstellung von dem Siegeszug der zionistischen Idee seit dem Auftreten Herzls bis auf den heutigen Tag. Besonders sinnfällig sei das Wachsen der zionistischen Bewegung in Deutschland und namentlich in Berlin. Zuerst ein kleines Häuflein als närrisch verlacht. Dann eine größere Gruppe, von mißverstehenden Juden gefürchtet; und jetzt in den jüdischen Massen anerkannt und geliebt. Mit einem Appell, die Bestrebungen der Zionisten zu fördern, und die Arbeit für die Verwirklichung unermüdlich fortzusetzen, schloß Klee seine mit starkem Applaus aufgenommenen Ausführungen. Vorsitzender Leo Motzkin erinnerte daran, daß in der Uebemahme der Aufgabe, das Jüdische Nationalheim in Palästina aufzubauen, nicht nur eine Pflicht des jüdischen _ JUEDISCHE RUNDSCHAU ■ .....— . -־*־״ —.•״.—■—״■״■ ■׳־־״ Volkes, sondern auch eine Forderung der ganzen Welt an das jüdische Volk liege. Alljährlich fragt der Völkerbund die gesamte iudenheit nach dem Stand der Aufbauarbeiten. In einer der letzten Tagungen der Mandatskommission sagte der Vertreter Englands, Ormsby Gore, daß innerhalb von zehn Jahren der sinnfällige Beweis von dem ernsten Willen und dem Können beim Aufbau Palästinas erbracht werden müsse. Dessen müssen die Juden der Welt eingedenk sein, denn in ihrer Forderung nach Palästina brachten sie׳ eine Anklage auf Wiedergutmachung eines am jüdischen Volk begangenen Unrechtes /vor. Dieser Klage wurde stattgegeben, an den Juden ist es, zu zeigen, ob sie zu ihrem von der Welt anerkannten Wunsche stehen. Im Geiste Herzls müsse die Arbeit fortgeführt werden und dann wird das Werk zweifellos gelingen. Mit der stehend abgesungenen Hatikwah schloß die imposante Feier. Massenkundgebung im Zentrum Berlins Dienstag, den 21. d, M., fand im großen Saale des Lehrervercinshauses eine Massenversammlung statt, in der vor einer mein tausendköpfigen Menge die Probleme dargelegt wurden, welche gegenwärtig die zionistische Oeffentlichkeit bewegen. Vorsitzender Dr. Apfel wies in kurzen Worten auf die Bedeutung der jetzt in Berlin stattfindenden Tagung des Aktions-Comites hin. Redakteur Waldmann gab einen gedrängten Uchcrbliek über die Entwicklung in den letzten fünf Jahren, die zur Einsetzung der Survcy-Commission und der Erstattung des bekannten Berichtes führten. Er unterstrich die Bedeutung der Tatsache, daß sich die Vertreter der Noch-Nicht-Zionisten vorbehaltlos auf den Standpunkt der Baifour-Dekiaration und des jüdischen Nationalheitns gestellt haben und bezeichnete das in einem Teile der Zionistisehen Organisation gegen die zu uns stoßenden Partner vorliandene Mißtrauen als einen Ausfluß von Ressentiment gegen jene Schichten, die iri den schwersten Tagen des Zionismus ferngestanden haben. Präsident Sokolow erklärte, daß er nach den Beratungen auf dem Kongresse, dem Aktions-Comite in Kommissionen und Subkommissionen, das Bedürfnis habe, sich an die oberste Instanz unserer Bewegung, an seine Majestät das jüdische Volk zu wenden. In schlichter Weise legte Sokolow, von der ungeheuren Menge mit gespannter Aufmerksamkeit angehört, die Grundprobleme der gegenwärtigen Situation dar. Er bezeichnete das bisher geschaffene Werk in Palästina als eine wundervolle Miniatur, die aber leider Miniatur sei. Das Werk müsse in seinem Ausmaße verhundertfacht werden. Und wenn sich dann herausstelle, wie manche Gegner sagen, daß Palästina zu klein sei, dann werde man wieder ein Meeting einberufen und über diese Frage sprechen. Mit einem Appell, durch den Schekel den Anschluß an die Zionistische Organisation zu vollziehen, schloß Sokolow, von der Versammlung jubelnd gefeiert, seine mehr als einstiindige Darlegung. Dr. B e n z i o n Mossinsohn, T e!-A\vi\v, begann seine Ausführungen in hebräischer Sprache und erinnerte, deutsch fortfahrend, daß am 24. Juli der Jahrestag der Ratifizierung des Palästina-Mandats durch den Völkerbund sei. Dieses Palästina-Mandat sei kein Zufallsgeschcnk gewesen, sondern das konsequente Ergebnis der Entwicklung der jüdischen Geschichte in den letzten 150 Jahren, die unter der Herrschaft der französischen Revolutionsideen gestanden haben. Mit der Anerkennung des Rechtes aller Völker, auch der kleinsten, auf Selbstbestimmung, war der Weg für die Aspirationen des jüdischen Volkes gebahnt/ Es ist gut, daß man den Juden nicht den Judenstaat und Palästina geschenkt- -habe, sondern nur die Chance gegeben, ihr Schicksal seifet zu zimmern. Freiwillige Gaben wie die Emanzipation haben keinen natürlichen inneren Bestand. Mossinsohn schloß mit den Worten, er habe als Palästinenser das große Vertrauen, daß das jüdische Volk die Erwartungen der Welt, die in der Gewährung des Palästina-Mandates zum Ausdruck kamen, nicht enttäuschen werde. * Als letzter Redner sprach Sejmabgeordneter Dr. Leo Reich, Lemberg. Er iiberbrachtc die Grüße der polnischen Judcnheit und schilderte die letzten politischen Kämpfe in Polen, in denen die zionistische Partei von Öen jüdischen Massen ein überwältigendes Vertrauensvotum erhalten habe. Die jüdischen Massen in Polen waren jedoch in ihrer Haltung bei den Wahlen zu den politischen Vertretungen des polnischen Staates von ihrem Vertrauen zum Zionismus bestimmt. Das jüdische Volk weiß, daß Ewigkeitswerte nur in Palästina geschaffen werden. In Polen kämpfen die Juden immer gegen etwas und sind ln der Defensive. In Palästina arbeitet man immer für etwas und ist in der Offensive. Die Symphonie des palästinensisch-jüdischen Lebens weckt in der ganzen jüdischen Welt Resonanz. Vorsitzender Apfel gedachte in seinem Schlußworte des achtzigsten Geburtstages Lord Balfours, dessen Name in der jüdischen Geschichte unvergänglich bieiben wird. ... Die lokale Schulverwaltung in Palästina Eine neue Regierungsverordnung J c r us al cm , 18. Juli. (J. T. A.) Die Palästina-Regierung hat soeben eine neue Verordnung über den öffentlichen Unterricht hcrausgegeben, laut welcher jeder Magistrat und lokale Verwaltuiigsrat in Palästina die Funktionen der lokalen Schulbehörde ausübt, das Recht auf Einführung einer öffentlichen Sc hülste u er erhält und für die Beistellung von Schulgebäuden, Anstellung von Lehrern usw. verantwortlich ist. Den lokalen Schulkomitees sollen außer den Mitgliedern der Stadtverwaltung auch Regierungsbeamte angehören. — Als die Verordnung im Oktober 1927 als Entwurf veröffentlicht worden war, erregte sie bei allen Teilen der Bevölkening, hei Juden wie Arabern, Zionisten wie Orthodoxen, scharfen Widerspruch. Alle erhoben die Forderung nach Befriedigung des natürlichen Rechtes der Bevölkerung auf die Erziehung der Kinder aus staatlichen Mitteln. Kommnoisten und arabische Konlerew Nachdem die arabische Konferenz zwei kommunistische Memoranden erhalten hat, von denen die Kommunistische Partei Palästinas nur eines anerkannte, während sie die Legitimation der Verfasser der zweiten Denkschrift ablcugnete, hat sich jetzt die Kommunistische Partei gegen die Zusammen- Setzung und die Beschlüsse der arabischen Konferenz erklärt. Sie greift die Delegierten der Konferenz als zu gemäßigt an und bezweifelt ihre Legitimität als Volksvertreter, da sie nur von einer kleinen Minorität gewählt seien. Nach dem Ausspruch der P. K. P. entspricht die Politik der Gemäßigten, die auf ein Abkommen mit England abzielt, nicht den Interessen der arabischen Volksmassen. Sie erklärt es daher für ihre Absicht, innerhalb der Arbeiter und Fellachen für eine radikale arabische Politik Propaganda zu machen. HaUaer Halenban and jfldische Arbeit London, 17. Juli. (J. T. A.) Im Unterhaus richtete Colonel Wedgwood an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage, ob man bei Abschluß der Arbeitsvertrage mit Bezug auf den Haifaer Hafenbau darauf sehen wolle, daß solche Löhne festgesetzt weiden, die europäischen Juden eine entsprechende Lebenshaltung verbürgen, oder ob der Import von Arbeitern aus Aegypten oder aus anderen Gebieten erwogen werde, Unterstaatssekretär Ormsby-Gore erwiderte! Die zur Einreichung von Angeboten eingeladenen Firmen werden dahin informiert werden, daß gemäß dem Palestine and East African Act of 1926 faire Arbeitsbedingungen zu bieten seien. Wedgwood; Wie hoch werden die Löhne sein? Ormsby-Gore: Wenn wir mit den in Betracht zu ziehenden Firmen die einzelnen Bestimmungen des Angebotes festlegen werden, dann werden auch die Arbeitsbedingungen im Detail festgesetzt werden. Colonel Howard Bury: Werden auch Araber beim Hafenbau beschäftigt sein oder werden nur europäische Arbeiter herangezogen werden? Ormsby-Gore: Sowohl Araber wie Juden und Europäer werden beim Hafenbau Beschäftigung finden. Wedgwood: Wird man vor Festsetzung der Löhne ein Gutachten der Gewerkschaften einholen? Ormsby- Gore: Ich weiß nicht, wie weit die verschiedenen Gewerkschäften für die gesamte Arbeiterbevölkerung zu sprechen befugt sind. Ueber dieses Detail kann ich heute nichts Abschließendes sagen. Die Elektrizitätsversorgung Jerusalems Jerusalem, 22.Juli. (J.T.A.) Der Londoner Konzern, der von dem Griechen M ר v r o m a t i s die Konzessionsrechte zur Versorgung Jerusalems mit Elektrizität und Trinkwasser erworben bat, hat zur Verwirklichung der Konzessionen eine Palästina-Gesellschaft mit einem Kapital von £ 500000 begründet• Errichtung hebräischer Schale! in Rußland? Moskau * 17. Juli. (J. T• A.) Der Professor am Dropsie- College zu Philadelphia Dr. Solomon Zeitlin, der gegenwärtig in Moskau weilt, und in den Romanoif-Archiven Quellenstudien zur Geschichte der Juden in Rußland betreibt, hatte eine Unterredung mit dem Kommissar für Volksunterrieht der Sowjet-Union, Herrn Lunatsch arsky. Pro!, Zeitlin wies auf die Unterdrückung der hebräischen Sprache und der hebräischen Schulen in der Sowjet-Union hin, wie sie in dem Memorandum der Geheimkonferenz hebräischer Lehrer und Kulturfunktionäre an Maxim Gorki in so erschlitternden Tönen geschildert worden Ist. Unterrichtsminister Lunatscharsky erwiderte! Die Regierung erhebt keinerlei Einwand gegen die Pflege der hebräischen Sprache und die Einrichtung von hebräischen Schulen in den Ländem der Sowjet-Union. Im Gegenteil: Sie wird jeden von Juden ausgehenden Versuch, Schulen zum Studium des Hebräischen einzurichten, unterstützen. Ich weiß, welchen Rang jüdische Geschichte und hebräische Sprache und Kultur in der Zivilisation der Völker einnimmt; Hebräisch ist eine sehr alte Sprache und sie besitzt eine sehr reiche Literatur. Sollte von jüdischer Seite eine Initiative zur Einrichtung von Schulen für hebräische Sprache ergriffen werden, werde ich dieses Unternehmen unterstützen. Diese Nachricht wird von der ganzen jüdischen Welt mit größtem Interesse aufgenommen werden, aber man erwartet jetzt auch Taten. Versprechungen dieser Art sind schon oft erfolgt, die von der Jewsekzia beeinflußte Praxis war aber anders. Es bleibt abzuwarten, ob nicht auch diesmal die Jewsekzia mächtiger sein wird als etwaige gute Absichten Lunatscharskis. Die Schwierigkeiten in Biro-Bidschan Moskau, 20. Juli. (J. T. A.) Die jiddisch-kommunistische Tageszeitung ״Emcss“, Organ der jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei, veröffentlicht heute einen Leitartikel, in welchem dargclegt wird, daß die jüdische Siedlungsarbeit in dem Fernost-Rayon Biro-Bidschan trotz der Schwierigkeiten, die der jüdische kommunistische Führer Mcreschin in seinem Bericht erwähnt hat, weitergeführt werden soll. Wir wollen, schreibt das Blatt, die Schwierigkeiten einer Kolonisation in Biro-Bidschan nicht verschweigen, sondern sie noch unterstreichen; unsere Pioniere werden den Mut aufbringen, sie zu überwinden und in dem neuen Lande ein Fundament für sozialistischen Aufbau zu legen. Von den 643 jüdischen Siedlungspionieren, die bis zum 10. Juli in Biro-Bidschän eingetroffen waren, haben 107 die Rückreise in die alte Heimat angetreten. In dem aUs Chabarowsk hierüber eingetroffenen Bericht wird diese Rückwanderungsbewegung begründet mit der oberflächlichen Auswahl der Pioniere, der langen Regenperiode, dem Mangel an Nahrungsmitteln, an Trinkwasser und an Wohngelegenheiten, dem Ueberhandnehmen der Stechmückenplage und dem Fehlen , medizinischer Hilfe, in dem Bericht wird weiter gesagt, daß sich die Pioniere wochenlang von ungekochten Speisen ernähren mußten, da es an Küchen sowie an Wasser zum Kochen״ fehlt.; , Kein tftr Kolonien in 4er Ukraine Seitens des ukrainischen Comzet (Regierungskemmission für jüdische Landansiedlung) wurde dem J. T. A.-Vertreter auf seine Anfrage mitgeteilt, daß die Mitteilung der Charkower ukrainischen Zeitung ״Vesti“, wonach inderUkraine kein freier Boden zur Einrichtung weiterer jüdischer Kolonien mehr zur Verfügung gestellt werden kann, und daß von jetzt ab neue jüdische Kolonisten nur einzeln in ukrainischen Dörfern angesicdelt werden können, mit den Tatsachen übereinstimmt. Eine geschlossene jüdische Kolonisation, wujde hinzugefügt, wird von jetzt ab nur noch im Rayon Biro-Bidschan in Fernsibirien möglich sein, (Und wie es damit aussieht, darüber haben wir ln der vorigen Nummer berichtet.) Auf den Feldern der jüdischen Bauern der Kolonie Nadioznaja im Distrikt Mariupol in der Ukraine erschienen plötzlich ukrainische Bauern aus benachbarten Dörfern mit Sensen und Sicheln und machten sich daran, das Getreide der jüdischen Bauern zu mähen und fortzuschaffen. Es kam zu einem schweren Zusammenstoß. Einer der angreifenden Bauern wurde verhaftet, gegen alle übrigen ist Anklage wegen Landfriedensbruchs und Raub erhoben worden. Die jüdischen Kolonisten fordern exemplarische Bestrafung der Angreifer, da es sich um einen organisierten Angriff handelt. Der!eie Chelsekretär Palästinas Jerusalem, 20. Juli. (J.T.A.) Der neue Chefsekretär der Palästina-Regierung, H. C. Luke, der Lord Plumer bis zum Eintreffen des neuen Oberkommissars Sir John Chancellor vertreten wird, ist am 19, Juli vormittags in Jerusalem eingetroffen und hat sein Amt angetreten. Er wurde am Bahnhof von Regierungsbeamten, auswärtigen Konsuln und Führern der religiösen Gemeinschaften begrüßt. Einschränkung der Prftgelslralen Jerusalem, 2t. Juli (J.T. A.) Der Oberkommissar von Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, hat soeben eine Verordnung hcrausgegeben, wonach die Prügelstrafe für Widersetzlichkeiten der Häftlinge im Jerusalemer Zentralgjefängnis künftighin in jedem einzelnen Falle nur mit Zustimmung des Chefsekretärs der Regierung vollzogen werden dürfe. Keren Hajessod-Eingänge im Juni (Mitteilung des Hauptbüros.) Die Gesamteingänge des Keren Hajessod im Juni betrugen £ 26,910.19,7, davon aus England £ 6,096.4.9, Südafrika 4,000.0.0, Deutschland 3,364.19.7, Canada 3,000.0.0, Rumänien 2,405.16.1, Polen 1,609.17.0, Holland 1,141.10.0, Argentinien 1,000.0.0, Tschechoslowakei 645.3.1, Aegypten 614.12.10, Frankreich 497.11.0, Erez-Fsrael 347.9.10 usw. Die Vereinigten Staaten haben im Juni nichts gesandt. Die Gesamteingänge der Keren Hajessod-Eingänge bis 30. Juni 1928 betragen £ 3,488,878.10. 3. Die arabischen Mitglieder der Stadt- und Dorf- Verwaltungen Palästinas traten in Nablus zu einet Konferenz zusammen, die die von dem pajästinensisch-ara- ~ ' einer In d offizielle bieibt ai Vielleicht Katastro!־ Tages gi Bewegun Das jüdi: Vertreibu es lebte Unglück. 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